Ausgabe 
30.1.1911 Erstes Blatt
 
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BREMEN

3.

Schnell- j Pestdampfer- Verbindungen :h allen Weltteilen

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Regierungsrat Tr. Merck-Gießen.

Stauer her vorgeschlagenen nationalliberalen Kandx- baten würbe von freisinniger Seite angenommen unb auch her neutrale Kandidat Dr. Merck würbe von ber freisinni­gen Vertranensmännerversammlung abgelehnt. Auch das in lernet Stunde von nationalliberaler Seite zum Zwecke

aus für das ihm entgegengebrachte Vertrauen und betonte, es sei ihm leid, daß er nicht schon bei dieser Ersatzwahl ber allen bürgerlichen Parteien genehme Einigungskanbibat sein könne. Er sprach die Hoffnung ans, baß durch einen ruhig und sachlich geführten Wahlkampf die Möglich­keit der Einigung der bürgerlichen Parteien, wenigstens für die Stichwahl unb bie im Herbst stattfiirdenben allge­meinen Wahlen ermöglicht werbe und fordert alle Ver­trauensmänner auf, den nun beginnenden Wahlkampf in dem Sinne zu führen. Der Vorsitzende schloß darauf mit einem Hoch aufs Vaterland die ruhig und würdig ver­laufene Versammlung.

Die fortschrittliche Beratung.

lieber die fortschrittlichen Beratungen geht uns folgender Be-

Tluslanö.

Der König von England bestätigte die Ernennung des .Herzogs von Connaught zum Generalgouverneur und Ober befehlshaber von Kanada. Ter Herzog übernimmt das Amt, das sich vorbehaltlich weiterer Verlängerung über zwei Jahre erstreckt, im September.

Aus dem Haag wird gemeldet: In Erwiderung des Be­richtes des Budgetausschusses der Ersten Kammer erklärt die Regierung, daß sie sich mit Rücksicht aus den augenblicklichen Stand der Frage einer eingehenderen Verhandlung über die st e n v er t e i d ig u n g enthalten und sich auf die Beani« mortuiifl der internen Frage beschränken werde, nämlich auf den Unterschied zwischen der Küstenbefestigung zum Zwecke der Ver­teidigung der Seegrenze und den Befestigungen, der Landgrenzen, deren Verteidigung Aufgabe der Armee sei.

Aus Paris wird gemeldet: Ucbcr den Ueberfall auf die Kolonne des Rittmeisters Naneh bringen ein­zelne Blatter fortdauernd Berichte über die angeblich lehr be­unruhigende Lage i in S ch a u j ag eb i e t. Ter Morre - spondent desEcho de Paris" meldet heute aus Casablanca, daß insbesondere in der Bevölkerung an der Grenze des Schauja- gebietes eine wachsende Gärung herrsche. Falls der Angriff vom 14. Januar unbestraft bleibe, werde die Sicherheit, namentlich int Nordosten des Schaujagebiet es, gefährdet, schuld daran seien die dem General Moinier erteilten Steifungen, die ihn verhinderten, mit der erforderlichen Energie vorzugehen.

Der p o r t u g i e s i s ch e .M i n i st e r r a t hat die ersten sechs Artikel des Wahlgesetzentwurfs durchberaten. Danach soll das Proportionalmahlwstern zur Anwendung kommen und die Stimmabgabe nicht obligatorisch sein. In den Provinzen Lissabon und Porto sollen alle lese unb schreibkundigen Bürger das Wahlrecht erhalten, sofern sie am 1. April 1911 21 Jahre oft sind oder in die letzten Wahllisten eingetragen sind. Nicht wohl berechtigt wären aktive Soldaten, Leute, die Armenunterstüüung erhalten. Verurteilte, Entmündigte unb Bankerottierte. Wählbar soll jeber Lese- unb Schreibkunbige sein, ausgenommen aktive Militärs, Beamten, Mönche, welche einer Religionsgerneiwckatt angehören, Personen, welche Durch Vertrag an beu S.a.tt gebunbeu sind Tirektoren und staatlich subventionierte Gesellckaiten. Zah' und Ausdehnung der Wahlkreise ist noch nickt festgelegt.

Die persische Regierung leistete die von Rußland geforderten Entschädigungen: 2543 Tomans an den Schullehrer Smirnow für die Demolierung seiner Wohnung im Juli 1910, 14 720 Tomans für den im November 1909 bei Schiras auf den Generalkonsul Passet und seine Begleiter er­folgten Ueberfall. Gleichzeitig zahlte die persisch? Regierung der englischen Gesandtschaft 3000 Tomans als Entschädigung für die Ermordung zweier indischer Sepoys, die sich in der Eskorte, des englischen Konsuls befanden, als sie im Jahre 1910 von Buschir nach Sckirnas reiste.

Herr Jsroolsft und Herr pichon.

Nach der deutschen halbamtlichen Beschwerde über Hetzereien des Herrn Iswolski ist folgende Meldung nicht

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Die Denkmalspflege in helfen.

Im Zweigverein Frankfurt a. M. desVo­gelsberger Höhen-Cl'ubs" hielt am 18. d. Mts. Prof. Müller, Direktor des .Historischen Museums, einen sehr lehrreichen Vortrag über: Tie Denkm^r lsPflege in Hessen. Ter Vortragende ging aus von einer Er­örterung der heute viel umstrittenen Begriffe Denkmal­pflege und Heimatschutz. Er legte die Verschiedenartigkeit der als Denkmäler zu bezeichnenden Werke bar, unter denen nicht nur künstlerisch besonders bedeutende Einzelttistunaen ober nur Bauten zu verstehen find, sondern alle Reste ber Vorzeit, auch die Niederlassungen, Bejestigungen und Grüber

der ».'rbeisührung einer Einigung ber Fortschrittlichen Volkspartc i schriftlich mitgeteilte Angebot, man wolle gegen Unterstützung der ManbibaLur Gisevius bamit einverstanden fein, daß 1. Prof. Gisevius nur als Hospitant der natio- nallibcraten Fraktion beitreten, 2. im Reichstagswahlkreis Main z für Zurückziehung der nationalliberalen Kandi­datur Pagenstecher zugunsten einer freisinnigen Kandidatur eintreten'nnb 3. Herrn Geb. Justizrat Dr. Gut fleisch oder dessen Nachfolger bei seiner demnächstigen Wahl tn den Landtag schon im ersten Wahlgang unterstützen, wurde freisinnigerfeits einstimmig abgelehnt u*nb verlangt, daß über .die Kandidatur des Herrn Justizrat Grünewald ab gern mmt werde. Der Wahltreisvorsitzende stellte an Hand ber Alten weiter fest, baß entgegen den in letzter Zeit wieder- i?olt aufgestellten Behauptungen Verhanblungen mit anderen Parteien nicht stattgesunden haben, daß vielmehr lediglich die rechtsstehenden Parteien (Antisemiten unb Bunb ber Landwirte um Unterstützung ber Kanbidatur Gisevius gebeten worben sind. Er wies noch einmal auf bie Wichtig Leit ber Entscheidung hin und eröffnete die Aussprache über den Bericht unb die Frage, ob ein eigner Kandidat auf- gestellt werben solle. r

An der Besprechung beteiligten sich Vertrauens­männer aus den verschiedensten Teilen des Reichstagswahl­kreises. Es herrschte volle Einmütigkeit darüber, daß man die Forderung des Freisinns, die liberale Einigung nur auf der Grundlage einer freisinnigen Kandidatur herbeizu­führen, nicht annehmen könne, daß die Wählerschaft auf dem Lande ein solches Vorgehen der Nationalliberalen nicht billigen würde. Dabei wurde insbesondere auch auf pie zwiespältige Haltung ber hiesigen freisinnigen Presse hin- gewiesen, bie gerade in den letzten Tagen wiederholt ein Zusammengehen mit den Nationalliberalen als den Frei­sinnschädigend" und seine Werbekraftlähmend" be­zeichnet hatte und lebhaft gegen ein solches Zusammen gehen eingetreten war. Am Schluß der Aussprache herrschte Eimnütigteit darüber, das; man die freisinnige Forderung ableimen müsse unb so kam es, daß für eine Unterstützung der Kandidatur Grünewald nicht eine Stimme abgegeben wurde, vielmehr die noch vollzählig versammelte Ver- trauensmännerversammlung einstimmig die Beibehal­tung der Kandidatur Gisevius beschloß.

Nachdem seitens der Geschüftslettung einige Mittei­lungen geschäftlichen Inhalts gemacht worden waren, er­schien ber Kandidat, Herr Prof. Dr. Gisevius, von der Versammlung mit stürmischem Beifall begrüßt. In kurzen eindringlichen Worten stattete er der Partei seinen Dank

Herren vor:

Oberlehrer Professor Luleh-Gießen,

Pralt. Arzt Dr. Becker-Sprendlingen, Bürgermeister Fendt- Hungen,

4. Fahr 0 out Adolf K l i n g s p o r - Gießen, und als durchaus unpolitischen neutralen oürger-

Tr. Werner-Buhback für die Deutschsozialen und Christlichfozialen.

In der am Sonntag, 29. d. M., im Lenzschen Felsenkellcr -u Gießen veranstalteten gemeinsamen Vntrauensmannerver- sammlung der deutsch- und der christlich-fozralen Parteien, die äußerst zahlreich betucht war aus den.ver­schiedensten Orten des Wahlkreises - .auch aus Gießen leibst - .noch bedeutend zahlreicher als biejemge, m ber Köhlers Kan­didatur ausgestellt worden toar) wurde nach längerer, zustimmen­der Aussprache und Empfehlungen von den verschiedensten Letten einstimmig und begeistert beschlossen, Herrn Oberlehrer -tr Werner in Butzbach die Kandidatur der Wirtschaftlichen Ver­einigung für den durch Phil. Köhlers Tod erledigten Rcichstags- sitz anzutragen. Herr Dr. Werner nahm die Kandidatur an.

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Bas Arbeitsprogramm des Reichstags.

Der Aeltestenrat des Reichstags ersetzte seinen durch die siebentägige Tauer der zweiten Lesung des Zu­wachssteuergesetzes über den Hausen geworfenen Arbeits­plan durch einen neuen. Es soll jetzt die zweite Lesung der Elsaß-Lothvingischen Verfassung zu Ende geftihrt wer­den Auf die Tagesordnung für Montag kommen Bitt­schriften und der dieser Tage etngeaangene Entwurf über die Revision in bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten. Am Dienstag folgt die Dritte Lesung des Zuwachs- steuergesetzes und man hofft damit schon am Mitt­woch, also in zwei Tagen, fertig zu werden. Donnerstag ist katholischer Feiertag und auch die beiden letzten «tage ber Woche sollen sitzungsfrei sein. Arn Montag beginnt bann bie zweite Lesung des Gerichtsverfassungsgesetzes unb ber Strafprozaßorbnung, für bie zunächst die ganze Woche in Aussicht genommen ist. In der daraus folgenden Woche, am 13 Februar, will man, gemäß der ursprünglichen Absicht, unbedingt mit ber zweiten Lesung des Haushalts beginnen, so daß die zweite Lesung ber Strafprozeßordnung erst nach Beendigung der Etatsbera- tung zu Ende geführt werden wird.

Am Sonntag fand imGroßherzog von Heven" die besonders vom Lande stark besuchte Vertrauensmännerversammlung der Fort­schrittlichen Volkspartei statt, um Stellung zur 'Reichstagsersatz- wähl zu nehmen. Justtzrat Metz berichtete über die Verhand­lungen, die bereits 14 Tage vor dem Ableben Köhlers durch die Gießener Ortsgruppe des Hcmsabundcs mit den Nationallrbo- raten cingeleitct waren, um für beide Parteien eine gemein- ame Kandidatur für den Wahlkreis zustande zu bringen. Die von der Volkspartei vorgeschlagene Kandidatur Grünewald, der ein Programm schriftlich abgegeben hatte, welches jeder halb­wegs liberale Mann hätte annehmen können, ist von den Na­tionalliberalen für unannehmbar erklärt worden, weil biefer zu demokratisch wäre, ebenso sei es mit der Kandidatur des Pros. Rade-Marburg gegangen. Weitere Kandidatenvorschläge leien ebensalls abgefeimt worden, teils weil die betreffenden Pcrsön- lichkctten keine Aussicht hätten, gewählt zu werden, teils ohne Angabe von Gründen. Auf den Vorschlag, als gemein,amen Kandidaten den Pfarrer K o r e 11 in Aussicht zu nehmen, hatten die Nationalliberalen als Gegenvorschlag Dr. Becker - rrvreno- lingen gebracht und auf das Anerbieten, daß die Nationallckeralcn selbst einen Kandidaten Vorschlägen müßten, der aber der Volks- Partei nahe stehen müsse und der auch Aussicht habe, gewählt zu werden, habe man keine Antwort erhalten. Von den Na­tionalliberalen sei dann noäi weiter Bürgermeister Fendt- Hungen und Pros. Luley-Gießen in Vorschlag gekommen uiid zum Schluß noch der Regierungsrat Merck, der aber abgelehnt worden sei, weil er als Regierungsbeamter gerade bei der jetzigen politischen Lage für die fortschrittliche Volkspartei nichi in Be­tracht kommen könne. Inzwischen war beim Vorsitzenden ein Schreiben aus der gleichzeitig tagenden Vertrauensmännerver­sammlung der Nationalliberalen eingeganaep das mriefen wurde. Es wurde darin vorgeschlagen, daß die Vollspartei bei der Wahl für Prof. Dr. Gisevius eintreten solle, dagegen wurde die Zu­sicherung gegeben, daß bie Partei im Fall seiner Wahl nicht daraus bestehen werde, daß er der Nationalliberalen Fraktion beitretc. Wetter wolle man bei der hessischen Zentralleitung der Partei mit allen Mitteln dahin wirken, daß die nat.-lib. Kandidatur Pagenstecher in Mainz für die nächste Wahl zurück­gezogen und ein Anhänger der fortschrittlichen Volkspartei als gemeinsamer liberaler Kandidat aufgestellt werde. Außerdem wollte man das Landtagsmandat des Geh. Justizrats Tr. Gut- sleisch der Partei für die nächste Wahl garantieren. Tie Borichläge mürben von den Vertrauensmännern der Volkspartei einstimmig zurückgewiesen und dieser ablehnende Beschluß, und ebenso die Mitteilung, daß auch die Kandidatur des Regierungsrats Dr. Merck für die Volkspartei unannehmbar sei, den Nationallibe­ralen telephonisch mitgeteilt. Gleichzeitig wurde den National- liberalen noch einmal der Vorschlag unterbreitet, als gemein­samen Kandidaten den Justizrat Grünewald amzuftellen was diese aber ablehnten unb mitteüten, daß sie an der Kandidatur Gisevius feftbielten. In der fortschrittlichen Verfammlung wurde von allen Seiten zum Ausdruck gebracht, das; nur für einen entschiedenen liberalen, die Aussichten, in die Stichwahl zu kommen : und in ihr gewählt zu werden, die denkbar günstigsten seien wah­rend man durch die Unterstützung des nationalliberalen Kandidaten die Wähler der Sozialdemokratte zutteibe. Nach den Mttte^ lunqeii des Vorsitzenden, Justtzrat Metz, wurde schon, wahrend ' der Verhandlungen mit den Nationalliberalen mit vermiedenen i Personen über eine Kandidatur verhandelt. Die Verhandlungen : sind dem Abschluß nahe und von einem für diesen Zweck ge- wählten Ausschuß wird spätestens am Mittwoch der Name de- ; Kandidaten bekannt gegeben.

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Paris, 29. Jan. Bei dem gestrigen Bankett der rniil- sischen Handelskammer in Paris, das der russische Bot- sckatter Jswolsli leitete und dem Minister Pickon und Jean Tupuh beiwohnten, erklärte Jswolsli: Mit Antritt lemes Amtes als Botschafter habe er die Ausgabe übernommen, alle seine Kräfte der Ausrecklerhalttmg und der Befestigung der so engen Bande zu weihen, bie F rank reich und Rnßlanb verbänden. Ter Bolickraster beglückn ünsckte die Mitglieder ber Handelskammer, das; sie in der wirksamsten Weise zu der In timität der beiden befreundeten und verbündeten Länder und zur Erreichung des von allen Regierilngen Europas versolgten fried licken Ziels beitrügen. Iswolski trank auf Frankreich nnb den Präsidenten Falliöres.

T ar ans ergriff Pichon das Wort unb erklärte: Er sei gluck - lich, sich der Kundgebung ansckließen zu können, die von dem Maime ausgehe, mit dem er, als er als russischer Minister des Aeußern, in der ftennd schastlicksten Weise die diplomatischen Fragen behandelt Ijabe, bie Frankreich, ba es den Vorzug habe, diesen Mann als Botschafter zu besitzen, auch fernerhin in gleichem' Geiste behandeln werde. Pichon trank auf den russischen Kaller, den verbündeten Freund Frankreichs.

Ht. 25 Erstes Blatt 161- Jahrgang Montag, 30. Januar 19fl

Der Siebener Anzeiger -f Q 9 monattich75 Lü,viertel-

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bis vouS^Tuhv. Lrpedition für vüdingen: vahnhofftrahe 16a. - Telephon Nr. 50. _______________________

Die heutige Nummer umsatzt 14 Seiten.

Die Ausstellung der Kanöiöaten im wahltteis Giesje.i Grünberg-Nidda.

Die Kanbidaten für bie Rcichstagswaksl am 10. Mürz sttid, soweit bie Nationalliberalen und bie vereinigten Deutsch- nnb Ehristlichsozialen in Frage kommen, nu.nmehr endgültig anfgeftellt. Die fortschrittliche Volkspartei. ist gestern anscheinend noch zu. keinem Ergebnis gelangt, ihr Kandidat soll in einigen Tagen bekannt gegeben werden. Da Justizrat Grünewald nur als gemeinsamer Kan­didat ber Liberalen hat auftreten wollen, liegt es nahe, an Pfarrer Morell als in Aussicht genommenen Stanbibaten ;u denken. Offenbar sollen noch Verhandlungen mll dem fortschrittlichen Parteivorstaud darüber gepflogen werden. Wir lassen iiuuitiehr die Berichte über die gestrigen Tagun­gen hier folgen:

Nationalliberale Kandidatttr Gisevius.

Am gestrigen Sonntag tagte im unteren Saale des Cast'- Ebel' die Vertrauensmännerversamlulung der Nattoual- liberalcu Partei des hiesigen Reichstagswahlkreises, die so­wohl aus der Stadt als aucy auS allen übrigen Teilen des Wahlkreises außerordentlich start besucht wär. Der Vor- sitzende berichtete eingehend über die in den letzten beiden Monaten mit der Fortschrittlichen Volkspartei gepflogenen Verhandlungen. Aus diesem Bericht war folgendes zu ent­nehmen: Nach Aufstellung der Kandidatur Grsevms war von dritter Seite aus versucht worden, eine Einigung ber liberalen Parteien herbeizuführen. Nachdem beide Par­teien sich im Prinzip für ein Zusammengehen ausgesprochen hatten, lam es zu wiederholten Verhandlungen. In biefen lehnten die Freisinnigen bie Kandidatur Gisevius ab und schlugen als geeignete Kandidaten folgende Personen vor:

1. Rechtsanwalt Justizrat Grünewald,

2. «Oberlehrer Professor Ur stad t,

3. Pfarrer k ereil Mönigftäbten,

4. Professor Dr. Leutert, ~ . r

5. Prati. Arzt und Landwirt Dr. med. Fischer aus Landsberg in Bahern. _

Da alle diese Kandidaten Mitglieder ber rz-ortschrtttllchen Lolkspartei waren ober bod), wie mitgeteilt wurde, Üartet» politisch auf dein Boden dieser Partei ftanben, so kam das (riniguitge aimcbot einer freisinnigen Kanbidatur gleich, ä-te dem Boi stand des Gießener Pereins entnommenen Ver- freier schlugen dagegen als parteipolitische Kandidaten fol-

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Deutsche» Ueicb.

DemDresdner Journal" zufolge beschloß der K ö n i g von Sachsen für die Tauer seiner am 30. Januar anzutreten den Auslandsreise den Prinzen Johann Georg zu seinem Stell Vertreter zu bestellen.

In der württembergischen Zweiten Kammer erklärte heute ber Ministerpräsident Dr. v. Weitzsäcker in Erwiderung einiger Ausführungen des sozialdemokratischen Ab­geordneten Keil: Er sei einigermaßen überrascht gewesen, baß man gerade von der Linken aus den W a h l g e s e tz E n t w u r f für Elsaß-Lothringen nicht als liberal bezeichnet habe: denn er bringe im großen und ganzen das Reickstagswahlreckl. Die Modifikationen, die die verbündeten Regierungen daran vor­genommen hätten, seien nach Ansicht der württembergischen Re­gierung durch besondere Verhältnisse in Elsaß-Lothringen vollaut gerechtfertigt gewesen. ,

Tie Blätter melden aus Essen (Ruhr): In einer Ge­werkschaftsversammlung erklärte der sozialdemokratische Mgeord- netc Huö , die 'leitenden Kreise der in der Lohnde w c g n n g der Ruhrbergleute zusammengehenden Bergarbeiter Ver bände hätten bisher überhaupt von emeist Ausstand nickt ge sprochen. Sie arbeiteten auch nicht auf einen solchen Ausstand hin

DieNorddeutsche Allgemeine Zeitung" meldet, daß als Nachfolger des in Ruhestand tretenden Botschafters in Tokio Mumm von Schwarzenstein der Gesandte in Peking Graf von Rex in Aussicht genommen sei.