Montag, 27. Februar 1911
161. Fahrgang
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Nr. 49
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x” wo« wird Mieicn suh le ®eld)ah8ii.
isenb^ TclePy. igjMW'
Wippe!, eitholz, )6 Rm. Adel.
tb 1625 Mn »,5 Rw- Nadel, j"bei Aren»- t vormittags A §ün«r«S- ■froartei II: mitlMsdn.
„it 88,30 W.
Bayrischer Generalmajor v. Gcbsattel erklärt gegenüber einer Bemerkung deS Borredners. daß eS natur- lick nickt angängig sei. wenn tn einer Kaserne eine regelrechte Marr?nfabr?k ekngerichtet werde. In dem Befchwerdefalle handle eZ sich um die Herstellung weniger stuck.
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| s ober bir ‘fetooHtu ft»« °^.°?beitcu.
Mg. Dr. Paaschc (Natl.):
Ick muß manches wiederholen. Ein Wort über den Erlaß den S?r. Müller-Meiningen aur Sprache brachte. Wenn wir ml verständigen Offizieren Rücksprache über Einrichtungen deS .Heeres, und diese unS offen und freimütig sagen, daS unddas ist der Verbesserung bedürftig, so teilte man nicht^Siellen Erlassen warnen vor den Partementariern vor diesen bosen nicken Da,u ist das Parlament da. daß eS derartige ot fr6treten vorbrinot und dazu sind auch die Offiziere da. Wir
si - MciÄdft in bi?Politi, Sinein^n. -b-r ^ w-rd-n schon den nötigen Takt bobcn. sich nur an solche Abgeordnete zu wenden, von denen sie sicher sind, daß sie im Sinne der ^ort. entwicklung des SeercS davon Gebrauch Nischen. So kann also der Erlast nicht gemeint sein und ,o wird er auch nicht (tememt L Auch jetzige Kriegsminister dem wir v°°es Vertrauen entgegenbringen, Ixit Miststände anerkannt. JA.must lerder bi&IeS wiederholen. In fcbem Jahre bringen wir immer
darauf an: A.. -
was kostet uns ein verlor en er Krieg? die Kosten die wir für die Wehrmacht im Frieden aufwenden.
§nn al? unproduktiv zu betrachte«^ wenn Deutschland vor emem Weae bewahrt wird, oder wenn statt eine? verlorenen ein sieg- rdaSr Krteg geführt wird? Ich habe darauf hinaewiesen, ton.» ein verlorener Krieg in Zukunft unserem Vaterlande kosten konnte. Wenn man die Kriegslasten, welche daS arme Preußen rm Jahre 1807 für Frankreich aufbringen mutzte. M die moderne Wahrung übersetzt und mit unserer heutigen Bevl lkerungSzahl vergleicht üL 'dknn mrnLmt. w°- Frankreich un- 1870/7,i an> «dfi fünf Milliarden hätte bezahlen müssen, dann witd^man ine un fahre Unterlage dafür bekommen, w aß e i n Krne g kn uk u n f kosten wird. AuSrechnen lätzt sich ras natürlich nickt, aus veu Grunde, weil die ganzen mittelbaren Srnbutzen, d^ em Lm erleidet, gar nickt ichätzungSfahig sind . Was 'n-besondere an Eigentumswerten ruiniert, gar nicht zu denken, was- a t politischem, geistigem und , wissenschaftlichem Gebiete emgebuß wird Ich glaube daber. nicht fehlzugehen. wenn ich meine, dai- bie Ausgaben, welche sich Deutschland für Wehrmacht teistet sich solange bezahlt machen, als es un3 gelingt, beit lytt.Mn » bewahren und unser Vaterland vor einem derartigenSchicksal zu retten. Ich glaube, dies umsomehr behaupten zu können, tvenr '^unsere heutigen finanziellen Fortschritte
im Volke
Deutscher Reichstag.
185. Sitzung, Sonnabend . b e n 25. Februar.
am Tische des DundeSratS: v. He et tng-n.
Präsident Graf Schwer in-Löwitz eröffnet die Sitzung am 11 Uhr 15 Minuten.
Der ITlHIfflretaf.
Die Aussprache beim Gehalt des KricgSministerS wird fort-
»-alten Striw
Mel01 KS Muli nefuit.
Aba Liebermann v. Sonnenberg (Wirtsch. Vg.):
Eine Nacklese- Der Wegfall der Masse der Besichtigungen ist eine Ersparnis m Geld und Nervenkraft. Die Ankäufe sollten ! direkt beiden Produzenten erfolgen. Die Milde gegen die oe,den , pnnlifdieu Offiziere in dem Spionaäeprozesse ging so weit als nut ?«b=nf«Ui mutz man )ie folon0e .n bet 8«ü>™8
lafien bis sie vergessen toben, wag sie erkundeten. Von der Ansiedlung der alten Unteroffizier- verspreche ich mir Nicht viel- ein Versuch kann ja gemacht werden. ES muh aber aus iraend eine Weife versucht werden, die gedienten Soldaten wieder aHs Land zurückzubringen. In die Militärbeamtenichaft mutz jetzt endlich Ruhe cinziehen; die DesoldungSordnung mutz abqe- schlossen sein. Herrn NoSkeS Rede: nicktS gelernt urte nichts vergessen. Fast nichts von feiner Rede ist übrig geblieben nach de/ Antwort deS ÄriegSministerS. iW'derspruch ^ dLn So^j DaS ist das Unglück der Demagogen daß sie die^ Wahrheit nich hören wollen. (Heiterkeit.) Eine furchtbar ernste Mahnmig b deutete eine Bemerkung NoSkeS: unsere Leute werden schon n ben Elternhäusern sozialdemokratisck erzogen und kommen so w das Seer! Herr NoSke sagt, seine Leute wurden ben Kriegs- mknisser nicht in die Lage letzen von seinen Instruktionen Äe- brauch zu machen. Das steht nicht ganz un GmHanö mU öen Worten Bebels: Preußen niederzuwerfen kostet schweiß und koste ^ihrscheinlich noch mehr! Was ist das anders als Mut? Fre> lick nach Bronsart von SchcllendorffS Wort wirdmonhofsent lick gegen sozialdemokratische Putsche mit der Feuerspritze fertig werden. Meine Einfügung betr. d
Eignung zum Vorgesetzten in die Resolution der Freisinnigen macht, wie Hnr M^r-Mei. ningen meint, die Resolution unwirksam; ganz recht. deshalb habe ich die Einfügung beantragt. Das Wort Konfessionell tollte aus der Resolution auch heraus. Konfessionelle Rucksich werden in der Armee nicht genommen; »Konfession kanri auf das nationale Judentum nicht angen^ndet werden Mit eii^m Hinweis auf dre getauften Juden hat der Vorstand deutscher Juden recht: auch die sollten nicht befördert werden.
können stolz fein auf unsere Armee, auf das Volks- EÄte-isrÄK®
eSb“ sut Unictorbnung. Di- Sugcnbiptek. fo w.chi.g
sind such nut spiel. Ich wiü>-th°I-i w.t smd ftolg auf unser
Heer. (Beifall.)
Abg. Brandys (Pole):
Das Volk murrt darüber, dah alle neuen Steuern nur für
haltende Parteien feien.
Abg. Gans Edler zu Putlitz (Kons.): !
Das aktuelle Wort ist Sparsamkeit. Sfcrx \
Weintr.acn fpriait von einem Mißerfolg, dem kann rch nicht zu" mmmem Von einer Herabsetzung der F^'-denSprasenzstarle tote vor drei Jahren will auch er nichts mehr wigen, er sieht eben em dast die Armee auf ihrer Höhe erhalten werden mutz. Ich bttk K Arie^minister, in seinen Bestrebungen fortzufahren, dem
LuxuS in der Armee
entgegenzutreten. (Beifall rechts.) lieber di- kleinen Gamiionen braiÄ ich nicht noch einmal zu sprechen auch nicht. über die Militäranwärter. Ich habe eS immer alß Starke unserer pre • HiAcn Armee gehalten, datz toir eine Bevorzugung oes Ä bc t ß nicht kennen; auch beim Avancement ist keine RLdedavon Tas sind keine Redensarten. Ein besonders
des Adels in der Armee fällt auf die Mi l i ta r fa:mi^t e n , die ohne hervorragende Geldmittel seit vielen Generationen ihre Söhne in die Armee schicken. Sie.sind aufgewachsen m den Am schauunaen der Armee und halten ihre Homogenität aufrecht^ Wir sind diesen Familien großen Dank schuldig; tch sage daS ohne i Urberhebung, weil mit hier von links zugelachelt wird. D r aus Baden mitgeteilt worden - ich bin aufgefordert d^ zur Sprache au bringen —, daß Soldaten dort offen für die Sozialdemokratie agitiert hätten. Diese
Blüte des Grohblocks
beweist, daß der Großblock Verwirrung in unsere fnnerpolitischen Verhältnisse hineinträgt. Ick bitte den Kriegsminlster daS Auge offen zu halten, damit derartige Dinge nicht weiteren Unifang an nehmen. Unser Heer in ferner fetzigen Struktur, mit sei^m fetzigen Offizierkorp« steht einzig tn b e r ® e 11 ba. 3er Stempel, bei unserem Heer aufgedruckt ist, beruht nrcht zuletzt in der Qualität der Ersatzmann,chatten. Diese ch s<» a^r rurr möglick geworden durch die Zucht des HeereS. Gefühl ber verfönlichen Gefolgschaft deS OffizierkorpS zum Krne?Sherrn das Rückgrat unseres Heeres, gibt ihm und pretf&xfäen 6W die Festigkeit, um btc un# ba» Ausland beneidet. Einzelheiten tn den Reglements und der Organisation kann man unS nachmoc,)! bieg aber nicht. Unser Heer ist etn VolkSheer.
ansehe. Unser Volkkvermögen vermehrt sich rm Reich lahrl'ch um rund fünf Milliarden. Die Spareinlagen sind von 1907 auf 1908 um 451 Millionen gewachsen. DaS siiid Za hl en dies bewesien^ daß trotz der großen HeercsauSgaben ober richtiger gesagt, gerave deswegen, weil toir Frieden Aehalten haben, DeutschUmd unter dem Schutze seiner HeereSmackt anfbluhen konnte. Der Abg. V. Vutlitz ist in sebr warmer Weise für die Armee eingetretem Ich fQ0C U>m dafür im Namen der Armee Dank. Im dlrekten Gegeii- 'atz dazu hat der Abg. Stücklen die Tatsache herauSgegriffen, oaß dem Ä a r b e d u k o r P S - R e g i m e n t 21 Prinzen und Grafen angehören und daraus einen Unterschied zwischen,®arbeo.ffyie“n und Linienoffizieren konstruiert. Dagegen muß ich brDtcftiercn. Das Gardedukorp'-Regiment hat in allen.Umzügen seine Schuldigkeit getan. Bringen Sie d,e Herren nicht tn einen Geaens^, ber nicht besteht. Die Tüchtigkeit vor dem Feind ist nicht vom Adel oder von der Burgerlichkeit abhängig. lLebhasteS S^r richtig! bei den Soz.) Ich gebe dem Abg. Paasche darin recht, dah die eigentlichen Leidtragenden in den
Grenzgarni fönen
unsere Offiziere sind. Die Truppen selbst leiden Verhältnis, mäßig weniger. Man kann aber nicht sagen, daß einzelne Offiziere ihre ganze ^Dienstzeit tn Grenz, garnisonen zubringen. Bei elf Regimentern tn , kleinen Grenzorten ist fcstgcstellt worden, daß von 327 Offizieren 8f während 15 Jahren in ber gleichen Garnison gewesen sind 62 zehr Jahre lang, 126 fünf Jahre lang und 97 weniger als fünf Jahre Wir suchen ide Unannehmlichkeiten dadurch zu mindern, daß wir den Herren sährlich zu Reisen m, die §e>mat Unter^tzungen gewähren. Vielleicht empfiehlt es sich auch, durch Verletzung von Offizieren, die aus dem Generalstab oder anderen bevorzugten Stellungen kommen, in so kleinen Garni,onen Wandel zu ichaffen. Wenn von den Fehlstellen gesprochen worden ist so muß ich sagen, daß wir in Preußen gar außerordentlich viele Feblstellen haben. Tie Zahl von 604 ist richtig abgegeben, aber wir haben eine ganze Anzahl oon .Fabnenfun?ern zur Deckung der Fehlstellen zur Verfügung. Wir batten im vor'gen Sabre 1095 Fähnriche und Fahnenjunker, die als Unteroffiziere m ber Armee dienten, sodaß in Preußen der Bedarf ßebedt to«.
Aber im Verhältnis zu den tatiachlich vorhandenen Lsfizieren steht sich Preußen durchaus nicht so schlecht, wt Gegenteil. Preußen hat 3,04, Bayern 3,08 und Sachsen 8,97 Pk^. F ehl- stel l en.' Sachsen Hot feine Grenzgarn.ison, also bamtt bangt es nickt zusammen, sondern mit der Abgabe an Kolonialtruppen, Neu'ormationen uiw., was erst im Lause der Zeit wieder emge- brockt wird. In bezug auf die
KriegSmmister Mir. b. Hekringen: 2bo Gothein hat die bou mir angeführten DerhälttnS.
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wirtschaften wir so 'parsam wie nur möglich; pro Stopf betragen die reinen Bekleidungskosten 67 Mk. und mit °bem Dvzuge^rigen 71 Mk und dafür werden auch iwch bte ganzen Mobilmachungs» bestände erkalten. Die Kosten der Sachen für die eigentlichen Paradezwecke betragen nur 0,12 Mk. Nehmen Sie unseren Leuten jeden Glanz an ber Uniform weg — gewiß, es ist nur etn äußeres Zeichen das aber für den inneren Geist der Armee Bedeutung fiat. Wir können unsere Leute nicht wie Straßenfeger
• ' - Im Frieden dürfen Sie uns nicht allen Glanz
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die gleichen Klagen
vor. und wenn dann der Etat erledigt ist und der KrtegSminister sein Gehalt bewilligt erhalten hat, dann gehen Herren vergnügt nach Hause und sagen: Gott sei Dank, für em Ahr haben wir ^wieder Ruhe —, und im nächsten Jahre können wir wieder von vorn anfangen. (Hört! Hort!) ES geht nicht an, dah man auf die Stimme^ dcS Volkes, der Volksvertretung, io wenig hort.
Die Bevorzugung des AdelS!
Nock vor kurzem hat mir ein alter inaktiver Offizier, eine Sxz., gesagt: mir ist cs nicht möglich, meinen Sohn tn emem Kavallerieregiment anzubringen, außer an der Gr.nze. weil er den bürgerlichen Namen behagen hat. (Hört! Hort? Imf5j Sj*
tionen in den Rcaimentern erfennen wir als berccht'gt an, aber diese Exklusivität liegt nickt im Interesse der Armee. (Sehr wahr! links.) Der Kommandeur der Montc-Kukuli-Dragoner, des vor- nchmsten Regiments, das mit fliegenden Fahnen durch p laner- liche Hofburg ziehen darf, degen Kommandeur lederzett ohne Mel hung Zutritt zum Kaiser hat. war b,S zu lewem Abschied burar lich; was in Oesterreich möglich ist. mutz auch bet uns ge^m. Ich weiß sehr gut. datz auch in diesen exklusiven ^gimentttn ernst und gewissenhaft gearbeitet wird, aber d'e Homogenita wird dadurch gewiß nicht gewahrt. Dann die F.age der Kon fessionl Auch da Jahr für Jahr d-efelbe ?lane und k-'neu Schritt vorwärts! Kein füdiscker EiNfahriger wird Reserveorflzier. ES mutzte doch mit dem Kuckuck zugehen, wenn die Militärverwaltung es nicht beim OfsizierlorpS durchfetzen konnte ^dah sie auch tüchtige^ jüdische Einjährige in Vorschlag brlNgen l^ wahr! links.), daß man Leuten, die die Befähigung zum Borge,ehten haben, nicht die Ehre verweigert. Aber der R.e so l utt o über« o II- partei können wir so, wie sie vodicgt, nicht äyfhtnmcn. 28ir können nicht daran denken, einem Mitglied der.'.ozialdemo kratischen Partei das Recht zuzugestehcn. Offizier der deut,cken Armee zu werden, solange die Sozialdemokratie auf ihr.m P - Programm stehen bleibt und nicht daran denkt, die Mtc.
Verhältnisse anzuerkenneii.
Wir verlangen, daß die Tüchtigkeit entscheidet und nickt nach Geburt und Konfession gesehen wird; aber cs kommt auch darauf an, ob er geeignet ist nad) Jemen ganzen LebenSanschauungen, den Familienverhältnissen, —.bah die Homogenität des Offizierkorps gewahrt wird. In diesem Sinne alfo würden wir der Resolution zustimmen, so wie sie vorliegt, nicht. Alt ist auch unsere Klage bezüglich der
Grenzgarnisonen.
Bei gutem Willen könnte man Abhilfe schaffen durch geeignete Versetzungen. Bon Angehörigen der Offiziere in ben Grenzgarnison en wird auch gewünscht eine Verbilligung der Urlaubs- reiscn. Ich erinnere da auch an unsere vorjährige Resolution wegen freier Urlaubsreisen für Mannschaften und Unteroffiziere. Die Sparsamkeit wird nicht konsequent durchgeführt. Die neuen Uniformen werden sogar teurer, das 20. Husarenregiment in Bautzen bat goldene Schnüre bekommen statt der bisherigen silbernen. Ter . . . , . n
kaufmannifche Geist
sollte in den Militärbetrieben sich betätigen, der MonopolwirtMt entgegenaewirkt möglichst Konkurrenz herangezogen werden. W t r Emem etn
Abg. Stücklen (Soz):
Datz alle Klagen des Reichstags erfolglos bteiben, ist nur Schuld des Reichstags selbst: warum bewilligt er ben ©tat! Der Redner spricht über daS Volksheer. Wenn cm, Offizier feine wehrlosen Untergebenen mißhandelt, so ist das feige und ehrlos- Die Offiziere sollten solche Elemente aus ihren Rerhen s^enl Dem Kriegsminister ist der Ausdruck „Serl5 , auf die «olk^- vertreter angewendct, fremd. Weiß er nicht, dgß ein sehr, tehr hoher Offi/iier einmal sagte: ,.2aas? Den Kerls auck nock Diäten?" ^Damit waren die ReichstagSabgeordneten gemeint! Die preußische Disziplin ist nichts als Kadavergehorsam. Die Militärfrömmigkeit im Reichstage zieht immer weitere Kreise. Selbst daS Zentrum, die Polm und die Vollspartei sind sckon sehr sanft Y^o.ordcm. ^ Redner svrickt aeacn die Jugendwehr. Ist es richtig, datz gerade aus den reich-?ändischen Garnisonen sehr viele Soldaten dci^tiercn^ Wie steht cs mit dem Flugblatt, in dem die badischen Soldaten nufge orbert wurden, an Kaisers Geburtstag den Gehorfam zu bertociaern? Der Verfasser kann nur em Wahmmniger oder em wSiSel sein. Aus derselben Quelle stammt auch das von <5irrn v Licbert erwähnte „Soldatenbrevier". lAbg. v. fiebert widerspricht.) Wenn Sie uns das in die Schuhe schieben wollen Herr v. Siebert, so wäre das Ihrer würdig und das Gegenteil von Wahrheit! Herr v. Siebert will auch die pensionierten Ge- nerale gegen uns mobil macken. Elefanten im .Porzell<mladen wären mehr am Platze als solche alten Generale der Politik. Herr v. Siebert hat in seiner Sckrift behauptet, die Armee se, nicht auf die Verfassung vereidigt. Äber der Kaiser! Eineetwaige Revolutionvonoben wurde ohne weiteres eine Revolution von unten zur Folge haben. Der General v. Deimlrng bat ja seilierzeit aSs hier' im Reichstage einen Sturm der Entrüstung erregt Jetzt macht er sich wieder durch Kriegshetzereien bemerk. S Diese Herren sollten sich doch mehr Reserve aufer egew besonders wenn sie in Grenzgarnisonen stehen. Sind die S^daten in Göttingen zu den Lattmann,chen Kolonialvortragen komman- diert worden? Dann soll man auch einmal einen von im3 k- auftragen, die Soldaten aufäuflarcn ,^.^!eS5mwfter Bissinmcken Erlaß als cme theoretische Studw bezeichnet Vielleicht bat man an einen Staats st reich d e r R echten gedacht Als erster würde da der Herr v. Oldenburg festgmiommen ' Serben müssen! (Abg Gothein: Es wäre fammemchade um 1 ben Mann!) Wir marschieren unserem Ziele entgegen tm Rahmen der bestehenden Gesche.
Giehener Anzeiger
General-Anzeiger str Gberhesjen
himmelweiter Unterschied. Herr v. Einem nannte diese Miß- Handlungen eine Schmach für die Armee. Wir fordern dte Oefs entlickkei t der M tlttargert chtS Verhandlungen! Man verlangt, daß die ^'^trackstigsten ^.efchle von den Soldaten ausgeführt werden; ohne daß sw mit but Wimpern zucken. Speichel lecken, durch die Weich,cl schwunmQi uiw.! Sie sollen sich hinterher beschweren. Wa-5 nicht chnen aber he« aaric Beschwerderecht, wenn sie tot sind! Ter urian. ben Offizieren verbietet, sich an Abgeordnete zu ^gnnoSwidria ^er Redner führt Beschwerde über dit B»-vor S » Ibelä und bic politif* fflerniftuffune btt SReietue- offizierc. Viele
liberale Reserveoffiziere
in. pflubc ersehnen den Tag, da sie den OffizierSrock auSzteben können weil sie diese ewige politische Bevormunduna seitens der
e u'e iü^-blich di- Ächiun« g-bi-i-nd-P«.
wäre nut dM °«re SeKttatom Ab-t wcuu Wit im nSchstm ReiMtm bic M htheii Huben, rönnen toir =3 i« mal n,nch-ni mVt iot?ten une toämen üBet bi-i- Meqtonerf» EnghnWlc.h
ft enitcml SRan trägt bic Unwnhthnftipleit m- Ofru.cr. to?os weil ^n c= aroinpL mit. nftctlci SluStibcn bk lubifen Einjährigen zurückzuweisen. Wir berlangen auch für Einser Mschen Mitbürger das Recht, das d,e Grundlage stdes ^taateS ist. (Beifall.)
Abg. Gothcin sPtz.):
Alle Ausgaben für das.Heer sind unproduktiv. Daran läßt sich nicht tippen! Die Abrustungsfrage wird nicht mehr von der ^gesordnung verschwinden, schon weil m ^n Staaten eine TjA. ^i-nrttianot herrscht. Wenn axß landwirtfchaftlichen Ge.
-^en prozentual mehr Rekruten ausgehoben werden als aus den großen Städten, so liegt das an dem veralteten System der RekrutierungSbezirke. Die Sandbezirke müssen alle-, nehmen, »kenb man m der Großstadt zahlreiche tüchtige Leute laufen ^ßt ^er Redner fordert Einschränkung ber Zahl der Militär- anwärteru Die besten Unteroffiziere wllten zu Seutnants ge- mncht werben. Di- ich-immft- Di!zipl.nl°,>gkft Ni -b wenn mnrnptehte ihre Untergebenen Mißhandeln. Da war Herr v. .. - 9 ' anderer Mann als der fetzige SrygSmmtfter. Em an ziehen.
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