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27.2.1911 Zweites Blatt
 
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161. Jahrgang

Zweites Blatt

D. 49

Erscheint tSqNch m# Ät8na5me beS Gönntaa».

General-Rnzeiger für Gberheffen

Die ^Wefcfnet FaMNenblStter" werden bem ySnjetfler' d ter mal wöchentlich beigelegt, öaS 'KttUblatt fit bat Kreis fielen zweimal wöchentlich. DietaAdwiNichaftltchkn Zeit- fragen" «Schemen monatlich zweimal.

Montag, 27. Zebrnar ton

Rotfltwnfbnrtf und Berlaq der vrüdNchen UnwerfttötS» Buch» und toteinbrudcrei.

R. Sange, Dießen.

Redaktion, Eroeditton und Druckerei: Schul­straße 7. Expedttion und Verlag: Redaktwn:-L4tS 112. Tel.-Adr.:AnzeigerGteßen-

mit an gische

-kann

* ^ageskalender iür Montag, 27. Febr. Leffentl. Aählervcrsammlung dernationallibcralen Partei. Redner ReichstagSabg. Lr. St res e mann. Abends Uhr in Steins Garten.

*

* * Gerichtsper so Italien. Ter Kaiser hat im Namen bfv Reichs den toef'iichcu Oberlandesgerichisrat Dr. Buss in Tarmstadl ;uin Reichsgerichlsrat ernannt.

- * 2 a n b h> i r t f d) a f t v t a m m e_r. In seiner Sitzung tun Samstag nahm der Vorstand Stellung zum Bericht bet Rechnungsprüfungstommission Weiter wurde der toauptvoranschiag der Landwirtschaftstammer für 1911 und

Die nächsten Arbeiten der Reichstags.

Aus Berlin wird uns schrieben

Die Geschäftslage bcs Reichstags warb jetzt auch in Regierungskreisen recht pessimistisch betrachtet. Man trägt sich bereits mit dein Gedanken, daß es kaum möglich sein tinrb die großen Vorlagen vor den Neuwahlen noch unter Dach zu bringen Der Etat birrftc aller Dorausficktt nach bis zum 1. April verabschiedet werden können. Die Re­gierung hegt neuerdings den Wunsch, zwischen Ostern un d V s i n g st e n die zweite Lesung devR/ei ch s v e r, i ch e rungsordnung in Angriff zu nehmen. Es soll wenig­stens der Versuch gemacht werden, diese Vorlage zu bernb schieben: in parlamentarischen Kreisen steht man diesem Versuche sehr skeptisch gegenüber. Würde J)er Reichstag bie Reichsversicherungsordnung gleich nach Ostern beraten, jo würde die Stra i vrozeßordnung ins totnlertrefsen geraten Bei der bisherigen Beratung der Strafprozeß- ördnung haben sich so viel Differenzpunkte zwisclzen der Mehrheit des Reichstags und der Regierung gezeigt, daß bic Verabschiedung dieser Vorlage mit großen Schwierig­seiten verknüpft ist An eine Verabschiedung des Schiff- sahrtsabgabengesctzes vor den Neuwahlen glaubt man in parlamentarnchen Kreisen nicht mehr, doch nimmt man mit großer Bestimmtheit an, daß die elsaß lotbritt- gischen Ver fassitngsg es etz e . einer befriedigenden Lösung entgegengeführt werden können. Für die Abhal­tung einer Herbstsession dürfte sich im Reichstage kaum eine Mehrheit finden, zumal sich bereits um Pstngsten herum die Sachlage genauer überblicken lassen loirb und man bereits bann das Schicksal der Vorlagen voraussehen

2. Sitzung Großherzoglicher' Handelskammer Gießen für die Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach.

Protokoll-Auszug.

* Gießen, den 13. Februar 1911.

Anruescnd sind die Herren: Geheimer Stommer^icntal Heich.'l- beim als Vorsitzender, .Kommerzienrat Grünewald ab werter tcüvertretender Vorsitzender, Türbccl, .Kommerzienrat H.oos, Fhring, Noll, Röhr, Rühl, Zurbuw und der Synditns.

1. Entwurf eines Bersicherungsgesctzes für A n g e st e l l t c.

Nach einem Referat des Syndikus und nach gründlicher Aus spräche beschließt die Handelskammer in einer vorläufigen Erklärung zu dem Gesetzentwurf Stellung zu nehmen. Diese Er­klärung hat den folgenden Wortlaut:

Fn Würdigung der Tatsache, daß der weitaus größere Teil der Prrvatangestellten nicht in der Lage ist, sich aus eigener «rast eine ausreichende Fürsorge für Invalidität, Alter imb Tod zu siche ni, er leimt die .Handelskammer grundsätzlich eilte Ita al - liehe Fürsorge für die Angestellten und deren Hinterbliebenen als ein sozialpolitisches Bedürfnis an.

Zur Turchführung dieser Fürsorge auf staatlicher Grundlage sieht nun der Entwurf die Errichtung einer besmtderen Ver sicherungsanftalt vor, weil allein an diesem Wege den Wünschen der Pri'oatangestcllten auf angemessenes Ruhegeld und hinreichende. Versorgung ihrer .Hinterbliebenen Reckmnng getragen werden könne. Die SDanbelstantmcr kann sich mit dieser Art der Regelung nicht einverstanden erklären, weil mit der Errichtung einer Sonder lasse cm neuer umfangreicher und sehr kostspieliger Berwaltungsapporat DcrfnübTt ist. Die beteiligten Kreise aber haben, wenn sie schon zu den .kosten dieser Versicherung herangezogen werden sollen, ein wohlbegründetes Recht darauf, zu fordern, daß die neue Einrichtung so einfach und auch so billig wie möglich gestaltet wird. Dieses mit allen Mitteln zu erstrebende Ziel dürste sich nach Ansicht der Kammer am zweckmäßigsten dadurch erreichen lassen, daß die Bersickterung für Angestellte an die reichsgesetzliche Zn- validenversichcrung durch Bildung weiterer Lohn» assen äuge - gliedert wird und ihr die bei letzterer schon bestehenden Einrich-- tungen in weitestem Umfange dienstbar gemacht werden.

Erweist sich aber aus den in der Begründung zum Entwürfe angeführten Gründen, deren Gewichtigkeit durchaus nicht verkannt werden soll, der Ausbau der Invalidenversicherung in der on- gedeuteten Richtung in der Tat für undurchführbar, dann verdient allerdings die Errichtung einer Sonderlasse, wie sie der Entwurf Vorsicht, vor allen anderen Vorschlägen den Vorzug- Es muß dann aber auch nt strenger Folgerichtigkeit die Forderung erhoben werden, daß die Versicherung für Angestellte, soweit der Personcn- kreis der Versickrernngspslichtigen in Betracht kommt, vollständig von der Invalidntversickwrung getrennt wird. Diese Schluß­folgerung ist jedoch in dem Entwürfe nicht gezogen worden, denn es ist in demselben eine Toppeiversicherung für denjeniaen Teil der Angestellten vorgesehen, welche ein Gehalt bis zu 2000 Mark beziehen. Diese Toppelverficherung ist aber unhaltbar.^ Hat man sich m der Begründung des Entwurfes einmal auf den Standpunkt gestellt, daß eine Erfüllung der Wünsche der Privatangestcttten im Rahmen der Invalidenversicherung unter Beibehaltung der dieser Versicherung zu Grunde gelegten Beiträge, der Altersgrenze von 70 Zähren für die Altersrente und des Begriffs der Erwerbs- nnfäbigkeit aus versicherungstechnisehen Gründen eine Unmöglich - fett ist, bann muß man auch in konseauenier Weise die Angestellten, welche bis zu einem Gehalt von 2000 Mark der Alters und Zn vo 1 tdenversicherung unterworfen sind, aus dieser herausnehmeu und sie nicht gleichzeitig beiden Versicherungen unterstellen wollen. Wenn in der Begründung zu dem Entwurf gegen die Herausnahme dieses Teils der Privatangestellten als eines der Argumente geltend gemacht wird, oaß durch die Befreiung icner Angestellten von der Invalidenversicherung der Kreis der dieser Versicherung unterliegenden Personen wesentlich eingeschränkt wird und von dieser Einsckiränkung schwere finanzielle Folgen zu befürchten sind, so muß doch dem entgegengehalten werden, daß die Zahl der hier in Betracht kommenden Personen im Verhältnis zu der Gesamt­zahl ocr Versicherungspflichtigen doch nur einen kleinen Bruch- teil darstellt. <10 Prozent. >

Als durchaus rolgerichttg muß es, auch schon im Interesse b-"C wünschenswerten Einheitlichkeit der Pensionsleistungen an die :i gestellten, bezeichnet werden, wenn der Entwurf bereits best i nbr Penswnskassen als vollgültige Ersatzin stit ute für die

die Tagesordnung ber auf den 1 <. unb 18 März einzu- berufenben Hauptversammlung sestgcstellt

" Ein hessische r Lkstlossertag findet am 26. März in Mainz statt Auf ilm wird bic Gründung eines yefsuchen S^hlosscrmrötervervanbes erfolgen, defsen .Hauptaufgabe darin bestehen wird, die Interessen des hei mischen Handwerks bei Arbeitsvergebungen walriz.,nehmen

B o in Rote n .treu z Ter Vorstand des hessischen Londesvereins vom Roten Kreuz hat am onntag als Nachfolger des verstorbeuen Wirklichen Geheimerats D. Buchner den Generalleutnant Korwan zu Darmstadt zu seinem Vorsitzenden gewählt.

" Stadttheater. Am Dienstag go'liert in ,Raub der Sabinerinnen" Frau Maria Duval von Berlin als Friederike: die Tarne ist für nächstes Jahr als Vertreterin des Faches der Anstandsdamen in Aussicht genommen. Pm nächsten Freitag findet ausnahmsweise keine Vorstellung statt, da dieser Tag für die zweite , Faust "-Vorstellung in Marburg benötigt wird.

Landkreis Gießen.

Heuchelheim, 26. Febr. Gestern abend hielt, der K'riegerverern imTreppchen" sein Farn ilienfest ab. Geometer Stephan aus stausenberg hielt einen Vortrag über seine Erlebnifse in Afrika im Kampfe gegen die toerero Nachdem der Redner seine mit großem Beifall ausgenommenen Ausfitstrunacn beendet hatte, dankte der erste Vorsitzeube dem Vortragenden. Er schloß nut einem Hoch auf bas deutsche Vaterland. Eine Verlosung bildete den Schluß ber Feier. _ ..

= 'S anbringen, 26. Febr. seitdem die Ehamottesabrit Mainzlar, Inh. Scheidhauer u. Giesing, die Quarzit ans- beute in hiesiger Gemarkung gepachtet, fomidjt hier ein reger Verkehr, der manchem Arbeiter sicheren lohn'nden Verdienst und der Gemeinde eine gute EiunahmcanAle gebracht hat. Gegen wärtig legt man ein Schienengeleis c von der Bruchst.'lle nach der Fabrik. Tie bereits ausgcarbeitcten neu gen «tsuv- h auf en beweisen, welchen hohen Weit unsere ^uu>- distrikte beherberge,!, Hofsentlich werden auch unsere reichen Ton­

paar mit seinem Hofstaat dem Gala Elüe Maskenball im nabmdnrt Saalbau bei Sonntag früh 7 Ubr 11 nmr großes Wecken der Prinzengardekapelle und um 11 Uhr Parade auf dem Manen» platz. Ten Glanzpunkt des Karnevals bildete der große >1 ar» n e v a l f c st zug am Nachmittag, bei aidäijlid, des 25 jährigen Jubiläums mit besonderer Sorgfalt und erheblichem Kosten am >vand arrangiert worden war. Der Festzizg, der nicht nur ganz Tarmstadl aui die Beine gebracht, sondern auch zahlreich^ ^>» schauer aus der Umgegend, auch aus Mainz, Worms, - fstn dach. Frankfurt uiw., i vtlicigclocft hatte, >vies neben ..iblrctmcn kostümierten Musikkapellen ein' ganze Reihe zum Teil icbr ort gincller Gruppen aus, >o den Halleüscken Kometen, Pas spinnte neue Konzert- und Festjptclhaus, ein Säuglingsheim mit Temon slralionen, den Reichstag ber Zukunft unter stärket mstili'.'ischcr Bewachung, das LujiichlÜ3- 25", die Nordvolerpebition, fric Tanzschule Schlenku, die zu Grabe gettagen- Zündholz- industric, hiibsch arrara,icite erotische Gruvpeil und Truppen :md Reisige aUrr Art. Ai" dem Balkon des allen Palais am Lunen- platz verfolgten der Großherzog und die Großherzogm mit den kleinen Prinzen und Gefolge den lang ausgedehnten <>-esl,zug. und bann wurden die kantevalistischcn Fürstlichteiieii nut dcm Hoi float und dem Elferrat vom Großherzogspaar in längerer Audienz einpfangeu, wobei den kleinen Prinzen Ell'wn Anzüge und Pruichen Überreicht wurden. Die Großherzoglichc Familie amüHcrt? um köstlich über den pomphaften närrischen Auszug unb beteiligten sich mit den Heinen Prinzen lebhaft an dem Werfen mit Vu|t schlangen und Konfetti vom Balkon aus

W. Vorn Untermain, 25. Febr. Turch den starken Zufluß ber hvck> augeschwollenen Nebenflüsse ist der U n term.ttin zwischen Flörsheim und Kostheini aus den Ufern getreten und überschwemmt bas nahelieyende Acker unb Wiesengelüube. Auch bic sogcuaunlcn .4 rippen au dem rechten Ufer sind hoch überschwemmt.

W. Gernsheim, 25. Febr. Ten Tob burcki -s l u i z in ber Sch e u n e lsttt bic 48 Jahre alte Barbara Treu dell erlitten. Sie wollte Stroh herab holen, trat fehl unb stürzte aus beträchtlicher ,v* *öhe auf beu Boden ber renne Szicrbci zog sie sich derart jckstvere Verletzungen zu, daß sie jetzt an bereu Folgen gestorben ist

W. M o m b a ch , 25. Febr. Umfangreiche Dieb­stähle wurden in einer hiesigen Kvnfcrvensabiik entdeckt. Große Mengen Obst und Konserven, ja ganze Eimer voll Marmelade, wurden von den Arbeiterinnen qestohleu. Bet einzelnen' soll mau ein ganzes Lager zu »ause entdeckt haben. Tie Ticbiti neu würben entlassen uub werben sich außerbem noch vor Gericht zu verantworten

haben.

öfters hier begrüßen zu können .

/_ Ettingshausen, 25. Febr. Zwei Lrchtb tl- derabenbe veranstaltete unser Psarrer Ries in ber Kirche. Am ersten t'Utcnb zeigte erLuthers Leben und seine Zeit­genossen". Tic Silber waren sehr schön, unb so kam es, daß am zweiten -Abend bas Gotteshaus noch stärker be­icht mar. Ter Lichtbildervortrag behandelte eine Reise nach Palästina Tic wohlgeluugeneu Bilder zeigten bas heilige Land, bic heiligen Crtc in Jerusalem unb bas Leben und Treiben ber Bewohner Palästinas. Ter Weber- schuß ber -aibenbe soll zur Erbauung röter Ätciftfinbcr» ch ul e benutzt werden, wozu ein Menscheufreund bereits 100 Mk. gestiftet hat.

f Lauter, 24. Febr. Bei der heutigen Iagdvervach- tu ng wurden 88 5 Mark erzielt. Bisher war der Pachtpreis 440 Mark.

Kreis Lauterbach.

= La uter b ach, 25. Febr. Gefteru vormittag tagte hier bic Schnöbe bes evana. Dekanats Lauter­bach für 1911. Sie unirbe bunt) Pfarrer Wahl, Queck, mit einer Prebigt eröffnet. Nach Erlcbignuq bes geschäftlichen Teils, ber vorjährigen Shnobe unb Erläuterung des Jahres­berichts bcs Dckauatsausschusses gedachte Dekan Schmidt, Schlitz, in anertennenben Worten der Verdienste des aus dem Tekanat ausgeschiedeneu, nach Bosenheim verwogenen, langjährigen Gefchästsführers des Dekanats-Erziehungs- Vereins find -Stellvertreters, Pfarrer Türck, Frischborn. Psarnr Lenz, Stockhausen, hielt sodann einen Vortrag überbic Stellung ber Kirche zu ben Sekten unb ähn­lichen Bestrebungen mit Berücksichtigung der besonderen Verhältnisse des Dekanats", dem sich Oberpfarrer Müller, Lauterbach, in einem weiteren Vortrag auschloß. Beiden Vorträgcii folgte eine lebhafte Erörterung. Pfarrer Schäfer, .«Zartershausen, berichtete über dieäußere Mission", worauf man zur Wahl eines Dekanatsstellver­treters schritt. Als solcher wurde Oberpsarrcr Müller- Lauterbach gewählt. Pfarrer Schäfer- Hartershausen, der seit dem Ausscheiden des Pfarrers Türck bic Geschäfte bcs ^ekanatserziebuilgsvereins versah, wurde zum Leiter dieses Vereins gewählt." Ferner wurden noch Beschlüsse über btc Ausbildung einer Dekanats kranken pfleg er in aufgenommen. Am Nachmittag folgte ein gemeinsames Mittagessen in der Restauration zum Jvhamicsberg^

? Herbstein, 25. Febr. DaS BczlrkS-Krieger- fest findet am 18. und 19. Juni in Hörgenau statt.

Kreis Schotten.

r lll r ich stein, 26. Febr. An dem morgen hier be- ginnenben Lehrgang der st. r eish aus h altungs- imb Kochschule werben nur ach t Schülerinnen leilnehrnen.

-^-er Schatzmeister bes hessischen Lanbcsverbandcs vom deutschen" Flöttrnvcrröi, Szvmiptmami o. T. Bollm ar, hielt gestern im Saale besDarmstädter Hof" hier einen »ertrag üBerFahrten an bic Wasserkante".

Startendura nnö Rheinhessen.

cu <H Darmstadt, 26. Febr Prinz .Karneval führt lii^nial'iN der Rciideuz sein Szepter in glanzvoller Weste. Am Sam-taa abend haben Prrn.; Georg Ludwig I und seine Ge­mahlin Prinz imb Prinzessin Karneval, ihren icierlichen Einzug aehaltnt unb find am Hauptbakniboi vom gan:en närrischen Has staat bem Ministerium und der Prinzengarbe mit großem Pomp enutfaimai worden. Trotz des heftigen Regenwetters wohnte auch röt febr zahlreiches Publikum den Ernzugsfeierlichkeiten bei und unter dem Vor.rntritt der Hvnnusckkapelle und der Pnnzengarde beaaben sich die närrfickten .Herrschaften nach dem Prrnzen-Palais '.Hotel zur Traube-, woselbst bei festlicher Beleuchtung großer Empfang nnd Hoftafel stattsanden. Dann wohnte das Prinzen-.

Aus fieficth

R. B. Darmstabt, 26. Febr. Es besteht bic Ab­sicht, bic drei Gesetzentwürfe zur Ve r w al t u n g s g e s c tz - revisiou, Städtaorbnung, £aubgernciubcorbnung^ unb Bcrwaltungsrechtspslege, uodi bis zum 1. April b. I. zur Verabschiedung zu bringen. Infolgedessen wirb auch der Gesetzgebungsfiusschuß ber ersten Kammer -voraussichttich schon am näckisteu Freitag zusarnrnentreteu uitb sich mit den van ber Zweiten Kammer schon fertiggestellteu Gcsctzeut- würsen beschästigen, r'cmn bürste ettva Mitte März bas Plcrnum der Ersten Kammer die Beratung und Beschluß­fassung darüber vollziehen, damit die Zweite .Hammer Zeit und Gelegenheit findet, alsbald nach Beendigung der Vor­anschlag, beratuug sick> über bic etwaigen Meinungsver schiebclrheitcu bezüglich ber drei Gesetzesvorlagen schlüssig zu machen.

Aus Stabt und Cand*

Gießen, 27. Februar 1911.

Das Bahnprojekt Niesten -Biedenkopf.

Von tofborf, 25. Febr, wird uns geschrieben:

Tie Stabt Gießen ist »iwtenpunkt mehrerer Eisenbahn finieii Eine neue Strecke soll sic bcmuächst erhalten. Es jchweben Vcrhaubluugeu zwischen den in Frage kommen ben Lrtsbchörben unb Interessenten über ben Bau einer Bahn in bezw. durch ba£' Hinterland Dieses Hinter­land, teils zum Kreise Wetzlar, teils zu Biedenkopf ge­hörig, fleht mit Wieweit in wirtschaftlichen und geschäftlichen Beziehungeu in eng ft er Ver b t n u n g Daher erklärt sich auch, baß cs voii jebem berftan.ben wird, warum mau einem anderen Bahiiprojekt, durch bas bas Hinterland von Wetzlar aus erschlossen wer den soll, feindlich entgegensteht.

In entgegentommenfter Weise Hal der Stobtvvrstand von Gießen' sich mit ben Vorarbeiten befaßt. Nicht wenig Muhe wird btc richtige Lösung der Frage kosten. Von besonderer Schwicrigtcit wird bic Abzweigung ber neuen Bohn von dem Gießener Netz sein, toter sind mehrere, nicht zu beseitigende .Hindernisse. Genannt seien, bas Elektrizitätswerk, ber Bahnkörper der Bicbertalbahn, der städtische Viel)' unb Schlachthos unb bie Lahn. Dieser Umstand veranlaßt zu bem Gedanken, die neue Bahn hart nördlich b o n Gießen abzuzweigen, in ber ungefähren Höhe der Militär Schwimmanstalt. Tiefer Gedanke rückt die Verwirklichung des schon lange projektierten Gießener N o r b b a h u h v f s näher. _

Als nächste Ortschaften, bic sehnsüchtig bes schienen anschlusses mit Gießen harren, finb Krofbors, Glei - berg unb Launsbach zu nennen. Letzteres müßte sich mit einer Haltestelle begnügen, beim bie Durchbohruns des Wettenbergs würde doch zu teuer kommen. Krosbor unb Gleiberg haben 2500 Einwohner, für bie bie Bahn den größten Wert hat, aber nur bann, wenn sie direkt, also ohne jeglichen Umweg, nach Gießen sährt, damit erstens der Fahrpreis 4. Klasse 10 Pfg. nicht übersteigt, unb zweitens man mit der Bahn eher in Gießen ist als zu Fuß. Letzteres würde nicht her Fall sein, wenn ein anderer Weg für bic Bahn gewählt würde, nämlich der zweite mögliche: Windhof-Abeubstern, Westabhang Gleibcrg- Krosdvrf. Zu Versammlungen ist schon ber Gedanke ein­gehend erörtert worden, bic Bahn über Abeudstern zu bauen Tas allgemeine Interesse verlangt aber bie erst­erwähnte Linienführung, zzumal Abcubsteru schon nad) vier Richtungen Bahnverbindung hat. Von Krofdorf nimmt die Bahn einen westlichen Lauf und verbindet Rodheim und Vetzberg OBahnhof Rodhcim', um bann weiter narb Königs­berg und toohcusolmS ioroic durch das übrige .Hinterland ihrem Ziele Biedenkopf zugeführt zu werden.

lager bald aufgct'chlost'en ,

Lich. 25. Febr. Tic gelinge AunuHiuug von Lest in gs Minna Do n B arnHel nt" bedeutet für den B o l k S b t L dungsveretn einen vollen Erfolg, sowohl inbezug aut die außerordentlich zahlreiche Beteiligung seitens der Licher Burger- schast als auch hinsichtlich der Tarbietuitgeii. Tank dn liebevollen Hingabe, mit ber sämtliche Schauspieler sich ihrer sollen eat- [ebigtcii, erfuhr das Stück eine recht ansprechende Wiedergabe. Tas Publilnni brachte denn auch feinen Beifall und seine An­erkennung in wiederholten Hervorrufen zum -lliisdruck. Tas Rhetn- Meiu. Vcrbandstheater hat sich durch diese Ausführung vorzüglich eiugeführt, und wir hoffen, es während der nächsten Sptelfat)ou