Ausgabe 
29.4.1911 Erstes Blatt
 
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Herrenflieger und Liedhaberslieger.

Darmstadt, 28. April. Zivischeu dem preußischen Krieg s in in i st er i u m und dein Präsidium des Z uv er- l ä s s i g k e i t s f l u g e s am O b e r r h e > n löuröe vereindarl, daß sich die Oifiziere an den allgeineineu Wetlfliegeu nicht beteiligen. Dagegen ist ihre Teilnahme an dem beschlosseueii Oisizier- S o n d e r i l u g tn Aussicht genommen. Zur Oisiziere kommen nur Ehrenpreise in Frage, (Hht dieser Entscheionng hat daS preußische ttriegsminislenum einen bedeulungsvoUen Schritt unter­nommen, indeni es die T e i l >i a h ni e von Offizieren an den inil Geldpreisen ausgestarielen Flügen nicht srelgegeben Hai. Es hat damit emen scharfen Uulerichieü zivischen Herrenstiegern und anderen ausgestellt, die sich wieoeruiu in Veruisflieger und Liebhaber unterjchelden. Es ist sraglicy, ob diese scharie Unter­scheidung der deutichen Flugindilstrie imö dem militärischen Flug- jport nlitstich ist. Die Red.>

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Vertrag dahin abgeändert werde, daß Kanada weitere Zugeständ­nisse erhalte, ohne seinerseits Gegenzugeständnisse zu gewähren, würde Gefahr eintreten, daß andere Länder auf Grund der Meist­begünstigungsklausel auch solche Zugeständnisse fordern könnten.

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R.-B. Darmstadt, 28. April. Tie Strafkammer be- ' schäitigte sich helite mit einem unglückseligen Wurf, durch den mit 24. Januar d. I. der siebenjährige Philipp Aiohr in Kelster­bach das rechte Auge verlor und wegen dessen der 20 Jahre alte Bäckergehilie Leopold Siesel von da der schweren Körper- Verletzung angeklagi war. Ter Gehilfe ist bei einem Perwandieu, den» Bäckermeister Adler, beschäftigt und an jenem Nachmittag hatte die ganze Fainilie Fichtenivellen von der Straße ins Haus ge­bracht. Ter verletzte Junge und ein anderer hielten sich dabei auf und standen auf einmal auf einem einspringenden Winkel, in den ' aus dein Adlerschen Hause eine Tür führt. 91 ad) Angabe des Berichten erschien plötzlich über jener Tür die Hand und der Kops Siesels, uub es erfolgte der verhängnisvolle Wurf. Andere Zeugen haben den Angeklagten nicht gesehen und er selbst stellte die Tat entsck)ieden in Abrede. Ter Angellagke wurde der schweren Körper- verlötzung für schuldig befunden und unter Zubilligung mildernder Uinslände zu einem Al o n a t G e f ä ii g n t S und Zahlung einer Buße von 6000 9)1 L verurteilt.

Krefeld, 28. April. Im Prozeß gegen den Notar Werner Güntzer - Kempen, der 277 521 Mk. unterschlug, lautete das Urteil wegen Unterschlagungen im Amte, gewinn­süchtiger Urkundenfälschung und betrügerischen Bankerotts auf fünf Jahre Zuchthaus und 1500 Mark Geld [träfe.

jminermann zu 80 _____ -Geldstrafe verurteilt worden. Die beiden Frauen machten heute geltend, daß sie ein Gerücht über den betr. Arzt dem Gendarmen zur dienstlichen Verfolgung angezeigt hätten, weiter aber auch nichts. Das Gericht htelt nach längerer Verhandlung diese Schutzbehauptung für nicht widerlegt und sprach die An­geklagten frei. Der Gatte der Frau Dikomeit verbüßt noch seine Strafe, Zimmermann befindet sich schon seit längerer Zeit auf freiem Fuße.

Kreis Lauterbach.

^Lauterbach, 28. April. Gestern fand im Saalbau zum Johannesberg hier die diesjährige Bürgermeister- versammlung des Kreises Lauterbach statt. Vom Kreisamt waren anwesend Kreisrat v. Bechtold und Kreis­amtmann Herberg. Außerdem Kreisveterinärarzt Dr. Kick und der Gefchästsführer des Mitteldeutschen Arbeitsnach­weisverbandes aus Frankfurt a. M. Nachdem der Vor­sitzende Kreisrat v. Bechtold die Anwesenden begrüßt hatte, hielt Kreisveterinärarzt Dr. Kick das Wort zu einem Vor­trag über dieBekämpfunaderMaul-unoKlauen- seuche. In längeren Ausführungen schttdrrle Dr. Kick eingehend dieses Thema, die notwendigen Maßregeln zur Bekämpfung dieser Seuche und ermahnte die Bürgermeister zur strengen und gewissenhaften Durchführung der ange­ordneten Vorsichtsmaßregeln. Nach Beendigung dieses Vor­trags sprach der Geschäftsführer des Micreloeutschen Ar­beitsnachweisverbandes Dr. Schlotter aus Frankfurt über Arbeitsnachweis und Landwirtschaft- Er betonte besonders, daß auch in ländlichen Kreisen die Or­ganisation des Arbeitsnachweises zweamäß.g sei. Kreisrat v. Bechtold will die Angelegenheit bei dem Kreisausschuß anregen und für die Krei,e Alsfeld, Lauterbach und Schotten die Errichtung eines gemeinschaftlichen Arbeitsnachweises in Vorschlag bringen. Daraus folgte eine eingehende Besprechung über den am 6. bezw. 7. Mai stattsindenden Blum en tag der Großherzogin. Ein gemeinschaftliches Essen beschloß die Versammlung, woraus ein ge,eiliger Teil folgte, der die Teilnehmer noch einige Zeit zusammenhielt.

Kreis Friedberg.

= Bad-Nauheim, 28. Aprn. Durch Entschließung )es Reichsamts des Innern vom 11. April ist die Ernst Ludwig-Schule zu Bad-Nauheim als militär- bere chtigt im Sinne des § 90, 2c der Wehrordnung anerkannt worden und zwar mit rückwirkender Geltung für den Ostertermin 1911. Sie gehört demnach fortan zu den Schulen, an denen auf Grund der Abschlußprüfung nach der Prüfungsordnung vom 15. Dezember 1899 und den Bestimmungen vom 30. Januar 1900 das Befähigungs­zeugnis zum einjährig-freiwilligen Militärdienst erworben werden kann. Die entsprechende Bekanntmachung wird im nächsten Gesamtverzeichnis der militärberechtigten Lehr- anstakten erfolgen.

Starkenburg und Rheinhessen.

Darmstadt, 28. April. K'irchenrat Herm. Sarto­rius ist gestern im 74. Lebensjahr nach langem schweren Leiden hier gestorben. Mit ihm ist wieder ein ver­dienstvoller Geistlicher unserer evangelischen Landeskirche heimgegangen. Geboren am 2. März 1838 in Alten- chlirf, trat Sartorius 1862 als Vikar in Lich in den hessischen Kirchendienst ein, wurde 186 Z Pfarrverwalter in Herbstein und kam dann im September 1871 als Pfarrer nach Groß-Karben, wo er bis zu seiner Ruheslands­versetzung 26 Jahre lang in reichem Segen gewirkt hat. Von Januar 1899 bis Juck 1905 war er Dekan des Dekanats Ziodheim. Am 31. August 1907 ließ Sartorius sich pen- ionieren und erhielt n. d. Darm st. Ztg. als Anerkennung ür seine langjährigen treu geleisteten Dienste vom Groß- jerzog den Eyarakter als Kirchenrat.

-o. Mainz, 28. April. In einigen Zeitungen stand vor einiger Zett eine Anzeige, in der Geld bedürf­tigen sichere Hilfe versprochen wurde. Eine Mainzer Familie wandte sich an die angegebene Adresse und erhielt von einem Herrn A. Bohn in Erfurt ein Schreiben, dem ein Vertrag beigelegt war, laut dessen dem Bohn für eine Darlehensvermittlung sofort 20 Mark einzusenden waren. Das Geld wurde von den Leuten, die nur in augenblicklicher Verlegenheit waren, nach Erfurt gesandt. Daraus kam n^tn ein weiterer Bettelbrief, diesmal aus Plauen von einem angeblichen Kreditinstitut, das für feine Bemühungen einen baren Vorschuß von 100 Mart verlangte.

Das wären nun schon 120 Mark gewesen, die für die Aussicht, ein Darlehen von 1000 Mark zu erhalten, im voraus gezahlt werden sollten, die Familie verzichtete'und gab ihre 20 Mark lieber verloren. Nun kommt aus Er­furt die Nachricht, daß man sich mit Herrn Bohn und mit demKreditinstitut" bereits eingehend beschäftige. Es handelt sich um den Schuhmacher Albert Bohn, Anen- schanze in Erfurt wohnhaft, gegen den aus allen Gegenden Deutschlands etwa 200 Anzeigen wegen Betrugs üorlieqcn Auch in Zahlbach sind mehrere Leute mit Bohn in Ver­bindung getreten, sie zahlten ihm aber den verlanaten Vorschuß" nicht.

d). Singen, 28. April. Ta in der letzten Sitzung der Stadtverordnetenversammlung die Annahme des Voranschlags für 1911 verweigert worden war, mußte eine zweite Lesung des Voranschlags ftattfinben. Die Heutige öifrung beschäftigte sich denn auch ausgiebig damit und alle die Grunde, die für und gegen eine Kanalsteuer, den Kernpunkt, mit dem der Voranschlag steht oder fällt, sprechen, wurden Dorgcbratfn. ^abet brachte der Finanzausschuß einen Vermittlungsantrag ein, der, wenn die Erhöhung der Umlagen von 120 auf 125 Prozent mit einer Kanalsteuer im Gesamtbeträge von rund 20000 Marl lallen würde, nur die Hälfte der Kanalsteuer für ein halbes Iaht mit 10 000 Merk erheben wollte, dabei aber eine Erhöhung der Umlagen auf 130 Prozent vorsah. Bei der Abstimmung wurde der erste Vorschlag abgelehnt und der Antrag des Finanzausschuss.^ angenommen.

Hessen-Nassau.

== Fellingshausen, 28. April. Nachdem auch für unsere Gemeinde in Fräulein Luise Weber eine HauShal- tungslehrerin ausgebildet worden ist, kommt mit" Beginn des neuen Schuljahres der Kochunterricht für die Schulmädchen des oberen Jahrgangs zur Einführung. Dies ist umsomehr zu begrüßen, als fast alle jungen Mäd­chen und Frauen in den Zigarrenfabriken Beschäftigung nehmen und von der Führung eines Haushaltes oft wenig verstehen.

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)( Marburg, 28. April. Die Ehefrauen der be­kannten HartenroderWunderdoktoren" Dikomeit und Zimmermann hatten sich heute hier am Landgericht wegen Beleidigung des praktischen Arztes Dr. Haun in Gladen­bach zu verantworten. Sie wurden beschuldigt, ihn bei dem Gendarmerie-Wachtmeister in Hartenrod im Laufe eines Privatgesvrächs einer verbrecherischen Handlung beschul­digt und dadurch schwer beleidigt zu haben. Vom Schöffen­gericht in Gladenbach war die r,:......

und die Frau Dikomeit §u

Muß herbeiführt, vielmehr soll die Frage der Staats­schule auf die Tagesordnung der nächsten Hauptversamm­lung gesetzt werden. Der Darmstädter Lehrerverein be­zeichnet die Ordensauszeichnungen für die Volksfchullehrer als unerträglich. Er beantragt deshalb, der Vorstand möge dahin wirken, daß keine Volksschullehrer mehr zu einer Ordensanszeichnuna vorgeschlagen werden möchten. Die Errichtung einer Krankenkasse für Volksschul- Mehrer beantragen die Bezirksvereine Nieder-Moos und Reichelsheim i. O. Die Notwendigkeit einer solchen Selbst- bilfe der Lehrer ist nach dem. Antrag in den geringen Ge­haltsverhältnissen bedingt. Die Kasse soll schon am 1. Januar 1912 in Kraft treten. Der Darmstädter Lehrer- verein beantragt, den Schulboten vom 1. Januar 1912 an in deutscher Schrift zu drucken. Nach dem Vor­anschlag des Landes-Lehrervereins betragen für das Ver­einsjahr 1912 die Einnahmen 14 955 Mk., die Beiträge der 3500 Mitglieder betragen 14 000 Mk.

** Nochmals d i e Wertzuwachs st euer. Von Rechts­anwalt Raab erhalten wir folgende Zuschrift: In dem in Nr. 98 erschienenen Bericht über meinen V ortrag über Wertzu­wachs steuer sind verschiedene mißverständliche wohl durch die Schwierigkeit der Materie erklärliche Wendungen enthalten. Tatsächlich ist, mir schon eine gut gemeinteBelehrung" zu­gegangen, die ich durch Brief beantwortet habe. Es würde aber 8u weit führen, wollte ich in Form einer längeren Zuschrift Ihren Bericht ergänzen.. Ich begnüge mich deshalb mit dieser Fest­stellung : Das Gesetz ist sdion einige Zeit im Buchhandel erschienen; es gibt schon eine ganze Anzahl Kommentare, darunter auch die Gareissche Ausgabe im Rothschen Verlag. Nur die Ausfüh- rungsbestimmungen usw. sind im Buchhandel noch nicht erschienen, ebenso die landesgesetzlichen Bestimmungen, abgesehen von ein­zelnen Bekanntmachungen. Ter Wertzuwachs wird dann nicht besteuert, wenn die S t e u er (nicht der Wertzuwachs) unter 20 Mk. betragen würde. Die Befreiung von der Steuer bei unter 20 000 Mark Gebäudewert usw. ist an die im Bericht nicht erwähnte weitere Voraussetzung geknüpft, daß Veräußerer und seine Frau im letzten Jahr weniger als 2000 Mk. Einkommen versteuert haben. Die Bemerkung über Hinzurechnungen und 21/? Proz. 5^, Meter, Mark und Jahre ist eine irrige Auffassung. Die Sache ist viel zu sd)wierig und diffizil, um hier mit wenigen Worten erklärt werden zu können. Bei der für mobile Werte in Aussicht stehenden Wertzuwachssteuer habe ichWarenlager" nicht erwähnt, sondern Gemälde, Teppick)e, Raritäten usw., auf die das Reich in vielleicht nicht zu langer Zeit die Prinzipien der Wertzuwachsbesteuerung ausdehnen wird.

Landkreis Gieszen.

O Heuchelheim, 29. April. Morgen werden hier 57 Kinder konfirmiert, 34 Mädchen und 23 Knaben. Diese Zahl bedeutet gegen das Vorjahr, in dem 63 Konfirmanden eingesegnet wurden, einen kleinen Rückgang, sie wird aber in den nächsten Jahren wieder bedeutend steigen, da schon im vorigen Jahre die 8. Schulklasse eingerichtet wurde.

= Wieseck, .28. April. Arn 1. Mai d. I. blickt Frau Helene Schäfer von hier auf eine 50jährige Tätigkeit im Hause Gg. Heinr. Sch-rn. : - in Gießen zurück. Daß Einigkeit und gutes Einvernehmen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer viel­fach besteht, bezeug! auaj oct llmitano, daß in diesem Jahre auch der Heizer 'Heinr. Wagner von hier ebenfalls 50 Jahre in obenge­nannt« Firma tätig ist.

Handel.

Von der Neuhsbank.

Berlin, 28. Aptst. In der yeuägen Sitzung des Zentral- ausschusses der Reichs bank, teilte Präsident von Haven- st e i n zunächst die Veränderungen, welche der Status der Bank soweit die Abrechnungen bisher vorliegen, vorn 23. bis 27. April erfahren hat. Tie Anlagen weisen eine Zunahme um 4 Millionen Wirf gegen eine Abnahme von 15 Millionen Mark in der gleichen Zeit des Vorjahres auf, der Barvorrat nahm um 26 Millionen gegen.16 Millionen im Vorjahre zu. Der 9iotenumlauf hat um 25 Millionen abgenommen gegen 20 Millionen im Vorjahre. Die Notenreierve beträgt 320 Millionen am 27. April gegen 230 Mil­lionen im Vorfahre. Die letzte Ziffer würde sich nach der jeßt geltenden Berechnung auf 308 Millionen erhöhen, so daß der gegenwärtige Stand um 12 Millionen sich gegen das Vorjahr besser stelle. Die übrigen Darlegungen des Präsidenten bezogen sich hauptsächlich auf die große Anspannung und Steigerung der An­sprüche am 31. März 1911. Trotz start er Auslandguthaben sei bei uns in der letzten Märzwoche ein so starker Geldbedarf hervor- getreten, daß sich der Betrag der ungedeckten Noten in einer Woche um 731 Millionen erhöhte. Eine Steigerung, wie sie in einer Woche noch niemals vorgekommen sei. Auch die Lösung der An­spannung habe fich nur langsam vollzogen. Im vorigen Jahre habe sich in der Zeit vom 23. März bis -um 23. April eine Abnahme der Anlagen um 60 Millionen vollzogen, in diesem Jahre sei vom 23. März bis 22. April eine Steigerung von 60 Millionen eingetreten. Bedenklich sei auch, daß sick) die Erhöhung der An­spannungen zu den Quartalterminen fortsetzte, obwohl wir uns zwar in einer allmählichen Besserung der wirtschaftlichen Kon­junktur, aber durchaus nicht in der Zeit der Hod)konjunktur be­finden. Bei diesen Verhältnissen sei die Bank nicht in der Lage, eine Diskontermäßigung zu beantragen.

Kieme eagesuKomt.

Auf der Bahnstrecke HeimbachBaumholder (Birkenfeld) e x - plädierte bei einem Tunnelbau eine alte vergessene Sprengpatrone. Ein Arbeiter wurde getötet, drei erlitten schwere Verletzungen.

Der Großherzog von Sachsen--Weimar überwies an­läßlich der Taufe der am 20. März gebotenen Prinzessin dem

Das schwedische Königspaar in Karlsruhe.

Karlsruhe, 28. April. Das schwedische- rtigspaar ist heute abend nach 8 Uhr hier eingetroffen. Zum Empfang waren auf dem Bahnhof erschienen: der Großherzog und die Großherzogin sowie die Groß­herzogin Luise.

Nach herzlicher Begrüßung stthren die Fürstlichkeiten im Wagen zum Großherzoglichen Schloß.

Der König von Schwären war in Zivil, während der Großherzog schwedische Generalsuniform trug.

Ans StaOt «nO £ano»

Gießen, 29. April 1911.

** Tageskalender: Kolosseum: Täglich Lichtspiele. Kinematograph: Täglich Vorstellung.

Biograph: Täglich Vorstellung.

Anlagemusik am Sonntag vormittag 11 Vs Uhr in der Süd-Anlage. Spielplan: 1. Große Phantasie aus der Oper: Die Hugenotten" von G. Meyerbeer. 2. OuvertüreDeutsche Burschenschaft" von E. Weidt. 3. Gold und (Silber,! Walzer von Fr. Schär. 4. Armeemarsch Nr. 73.

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** Der Tasch enfahrplan des Gießener An­zeigers für den Sommerfahrplan 1911 ist in der ge- u uten Ausliattung, aber wesentlich erweitert, erschienen.

-)t nur die in unserem Verkehrsgebiet neu eröffneten Nebenbahnen haben Aufnahme gefunden, sondern auch eine Neihe älterer Strecken, die an die seither in dem Fahrplan­buch enthaltenen Strecken anschließen und deren Hinzunahine für die weitaus meisten Benutzer unseres Fahrplans die sD?it» führung eines größeren Kursbuches unnötig machen wird. So wurde z. B. die wichtige Strecke Betzdorf Siegen Hagen, auf der von Frankfurt über Gießen direkte Schnell­züge verkehren, neu ausgenommen, ferner die Strecken Bieden­kopf Dillenburg, Frankenberg Arfeld, Frankenberg Bestwig, HerbornWesterburg und HersfeldTreysa. Mehrere Strecken wurden durch Hinzunahme von Fort­setzungen ergänzt, so ButzbachRockenberg bis Bad-Nauheim, FriedbergHomburg v. d. H. enthält noch Bad-Nauheim, MarburgFrankenberg wird bis Corbach und Weilburg- Weilmünster bis Usingen erweitert. Der Taschenfahrplan, der durch seine Erweiterung nichts von seiner bisherigen Handlichkeit verloren hat, wird der Stadtauflage heute und der übrigen Auflage am Montag beigefügt werden.

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. ** Vom Zarenbesuch. Der russ. Zeremonien- meister Graf Tolstoy, Direktor der kaiserlichen Ere­mitage, der sich auf einer Reise nach Rom befindet, ist in Darmstadt eingetroffen und gedenkt einige Tage dort zu verweilen. Man gebt wohl nicht fehl in der Annahme, daß dieser Besuch mit der diesjährigen Reise der russischen Kaiserfamilie nach Bad-Nauheim zufammenhängt.

** Staats-Prüfungen. Kommenden Montag be­ginnen in Darm st adt die Staats-Prüfungen für die mittleren Stellen im Finanz fach und heute für die Forst warte. Zur ersteren Haven sich 11 Kan­didaten gemeldet, zur letzteren 28, die sich zu einem großen Teil aus Berufssoldaten rekrutieren. Danach ist die Zahl der Prüflinge für das Finanzfach gegen das Vorjahr um 7 zurückgegangen, die der Forstwartprüflinge um ebensoviel gestiegen.

Ernannt wurde der Amtsgerichtsdiener bei dem Amtsgericht Homberg Jak. Lichtenfels zum Amtsgerichts­diener bei dem Amtsgericht Wald-Michelbach.

* Die Architekten-Ausstellung in der alten Klinik wird morgen abend geschlossen.

** K u n ft verein. Die Ausstellung ist mit einer recht interessanten Kollektion Gemälde des Malers Gebhard -Karls­ruhe bereichert worden; leider können aber die Bilder nur acht Tage ausgestellt bleiben, da sie bereits am 10. Mai wieder in Frankfurt zur Ausstellung gelangen. Dem Wunsche vieler Aus­stellungsbesucher entsprechend, ist es möglich geworden, die seither ausgestellten Kollektionen von E. Eimer, H. v. Volkmann, K. Oenike und das große Gemälde von R. Scholz noch für die nächste Woche in der Ausstellung zu belassen und es wäre erfreulich, wenn sich die Kauflust, die sich bei Eröffnung dieser Ausstellung zeigte, auch nock) in den letzten Tagen bemerkbar machen würde.

* Verbreiterung der Wo 1 kengasse. Seck Jahren hat die Stadt vergeblich versucht, das Llnwesen der Witwe Marx, Wolkengasse 15, das mit seiner Häuserfront bis un­mittelbar an die Fahrbahn Vorstand, zu erwerben. Die Eigen­tümerin stellte bisher eine Forderung, die nach Ansicht der städtischen Verwaltung zu hoch war. Durch den Verkauf des Nachbarhauses Wolkengasse 16 an die Firma G. und W. Schuchard, die die Hintergebäude dieser Hofreite nieder­legen läßt und an deren Stelle eine gärtnerische Anlage her- stellt, wurde deren früherer Besitzer, Fuhrunternehmer Aug. Nlarx, veranlaßt, das HauS seiner Dlutter zu übernehmen. Es ist jetzt niedergelegt worden und an seiner Stelle soll nach Planen des Architekten Huhn ein Neubau entstehen, wobei das nötige Bürgersteiggelände zu 35 Mk. für den Quadrat­meter an die Stadt abgetreten wird. Es hat sich also hier durch Abwarten eine Straßenoerbreiterung machen lassen, ohne daß die Stadt einen schwer wieder zu veräußernden Bauplatz zu erwerben genötigt war.

** Baugenossenschaft. Am Donnerstag traten zum erstenmal Vorstand und Aufsichtsrat der neugegründeten gemein­nützigen Baugenossensd)ast zusammen, um über die zunächst nach der gerichtlichen Eintragung erforderlichen Schritte zu beraten. Die im Vordergrund stehenden Fragen Geldbeschaffung und Geländeerwerb wuroen eingehend erörtert und beschlossen, einem Ausschuß die dazu erforderlichen Vorarbeiten zu über» tragen, dessen Vorschläge demnächst einer Mitgliederversammlung : unterbreitet werden sollen. Man hofft, zahlreich geäußerten Wün­schen nach Erbauung von Einfamilienhäusern mit ent- < sprechendem Garten Rechnung tragen zu können, wenn die Ge- ländeerwerbssrage sich in einigermaßen befriedigender Weise lösen läßt. Weitere Anmeldungen von Mitgliedern bittet man an den Vorstand der Baugenossenschaft zu richten, der auch gerne bereit ist, rede gewünschte Auskunft zu erteilen.

** Vom hessiscyen Landes-Lehrerverein. Eine wichtige Tagesordnung steht der Hauptversamm­lung in Auerbach bevor. Betreffs Verstaatlichung der Volksschule haben viele Bezirtsvereine Anträge gestellt, z. B. König, Darmstadt, Mainz, Osfenbacb, Ar- heilgen, Eberftadt-Pfungstadt, Wolfskehlen, Lauterbncy, Ob.- Ramstadt, Breuberg und Kirch-Brombach. Besonders die ländlichen Bezirksvereine fordern energisch die Verstaat­lichung der Volksschule. Den städtischen Vereinen Mainz, Offenbach und Darmstadt scheint die Frage noch nicht ge­nügend geklärt zu sein, fie wünschen deshalb, daß die Landes-Lehrerversammlung noch keinen endgültigen Be-