Ausgabe 
28.1.1911 Zweites Blatt
 
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taatsanwaltschaft

Meteorologische Beobachtungen der Station Gieken.

Wetter

1911

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Hessen-Nassau, fc, Wiesbaden, 27. Jan.

Kleine Tagerchronik.

In Laibach starb ein Postbeamter mit Hinterlassung eines Vermögens von einer Million Str onem Er erbte dieses Vermögen von seiner Schwester, die als Dienstmädchen nach Aegypten aus­wanderte und dort die Frau eines türkischen Paschas wurde, der sie zur Universalerbin einsetzte.

~ Der in Prag als Sanitätssoldat dienende Jaroslav S v a r c, sein Vater Joses und dessen Haushälterin Frau K r i z c k wurden verhaftet. Sie hatten in zahlreichen Zeitungen Europas allerlei u n w i r t s a m c Heilmittel, wie römischen Tee, Jeru ­salemer Tee, Jerusalemer Balsam und andere wertlose Pakete zu zwei Kronen angeboten. Bei der Haussuchung wurden Geldsen- dimgen im Betrage von mehreren tausend Kronen gesunden.

Der von Boulogne nach Grandville gehende französische SchonerMoyse" stieß, mit dem belgischen Fischerdampfer Baron Rucettc" zusammen und sank; vier Mann des Fischerdampfers ertranken.

des Konzertes irgendwie berührt eine so aufdringliche Stim mungsmache wäre aber auch in seinem Interesse besser unter blieben. Erstklassige Künstler wirken durch sich selbst und be­dürfen nicht einer solchen Propaganda!

als musikcerständiger Stadt ist viel -zu fest begründet durch Mar- teau- und Neger-Abende, um nur einige zu nennen, als daß ein schlecht besuchtes Knote-Konzert ihn vernichten könnte! Man würde, sollte man sich überhaupt außerhalb Gießens mit der

hat angeordnet, daß das im Oktober 1909 im Stadtwald von Braubach aufgefundcne Skelett deS im Jahr 1908 plötz­lich von Braubach verschwundenen Italieners Calvanelli ausgegrabcn werde. Ermittlungen haben ergeben, daß an Calvanelli ein Raubmord begangen. Der mutmaßliche Täter, ein in Braubach beschäftigt gewesener Italiener, der bereits wegen Mordversuchs vorbestraft ist, wurde in seiner Heimat bereits verhaftet und soll hierher überführt werden.

Höchste Temperatur am :

Niedrigste

Niederschlag: = 0,0 mm."

Gießen, 28. Jan.

Um Mißverständnissen vorzubeugen, schicke ich voraus, daß ick' weder Mitglied des Konzertvereins noch eines politischen Vereins bin; ich äußere mrch 'nur als Musikfreund.

In der gestrigen Nummer des Gieß. Anz. wird, wie schon mehrfach, auf das nächsten Montag vom Alldeutschen Verbands veranstaltete Kirote-Konzert hingewiesen. Dem im 2. Blatt ent­haltenen sehr ausführlichen Hinweis muß in manchem wider­sprochen werden.Gelegenheiten, Sterne erster Größe wie Knote zu hören,,sind ganz seltene Ausnahmen" heißt es da. Sind ich führe sie an, wie sie mir gerade cinfallen Backhaus, Bur- mester, Marteau, Casenno, Wittich, d'Älbert, Lammond usw. usw. keine Sterne erster Größe, oder läßt der A. V. nur Tenörc als olche gelten? Man braucht, wenn man das Konzertlebcn unserer Stadt durch längere Jahre hindurch unvoreingenommen verfolgt, wirtlich nicht zu fiirchten, daß in ZutunstKünstler von Ruf sich hüten, die Perlen ihrer Kunst zur ^chau zu stellen", für den Fall, dass Knote vorhalb leerem Hause" singen müsse. Wenn das Konzert nächsten Montag nicht den Erfolg hat, den die Veranstalter erwarten, so sircd sie allein daran schuld. Der A. V. zeigt an, daß er das Konzert veranstaltet, er zeigt aber nicht an, daß er cs zu seinen Gunsten veranstaltet. Würde der A. V. den etwaigen Ueberschuß wieder zu Konzertzwecken verwenden, so könnte man an und für sich nichts gegen die Veranstaltung von Konzerten cinwcnden, obwohl die Pflege der Musik meines Wissens einst­weilen noch nicht zu den Zwecken des A. V. gehört, und obwohl derartige^Sonderveranstaltungen dem um das musikalische Leben ginserer Stadt hochverdienten Konzertverein die Verwirklichung seiner Bestrebungen sehr erschweren muß. Da der etwaige Neber- schuß des Konzertes dem A. V. zugute kommen soll, dies aber nirgends ausdrücklich gesagt ist, so wird vielleicht mandrer dem Konzert sernblerben, der u. a. U. gern die Gelegenheit wahrgc- nommen hätte, einen Knote zu hören. Man merkt, das man Vn- spaimdieirste leisten soll und wird verstimmt.

Daß unter diesen Umständen der Besuch des Knote-Abends für das musilalischc Ansehen unserer Stadt ausschlaggebend sein soll, ist deshalb eine ganz haltlose Behauptung, und selbst solckw, die ängstlich und ernstlich um den musikalischen Ruf Gießens besorgt siird, werden sich durch den geschmacklosen Hinweis auf Kräh- ivinkel und Buxtehude und durch die wenig geschmackvolle Redensart von denPerlen, die nicht zur Schau gestellt werden sollen", in ihrem Urteil nicht beirren lassen. St.

^^a^ellc (Winderstein-Orchester' statt. Staatliche Badehäu.er « >!- ; geöffnet und bleiben im Herbst nach

Sa» cl?1c Dk-zcmber im Betrieb. Im Badehausc

Konihkvrnsts werden Bader während des ganzen Jahres

fitth ^irht TiLnLL0r <retc 'm?- 2eit beinahe zwei Jahren sind nicht weniger als t uns Pfarrverwalter hier tätig gewe.cn. Der letzigc Piarrvcrwaltcr Schnell, der seit 1. Dczcmbcr »oriQCii wahres hier amtiert, hat fid. in der tu >u Zeit seine Drencins die Achtung und Liebe der ganzen Gemeinde erworben

soll ram «ugeiteUt und versetzt werden. Aus eigenem An-

Kreis Friedberg.

* Bad-Nauheim, 27. Jan. Die G c sa mtfr ea u e n r des Bades im Jahre 1910 betrug 33 302 Kurgäste wovon 24 377 Deutsche und 8925 Ausländer waren. Bon den letzteren enttallen auf Afrika 83, Amerika 1 447, Asien 23 Australien 10 Belgien 143, Bulgarien 4, Dänemark 79, Finnland 125, Frank­reich 209, Griechenland 6, Großbritannien und Irland 906 Hollaiid 354, Italien 49, Luxemburg 16, Monaco 3, Norwegen 677, Ungarn 250, Portugal 36, Rumänien 134, Autzlaud 3 949, Schweden 136, Schweiz 199, Serbien 22. Spanien £0' Türkei 16. Bäder wurden insgesamt 445 831 abgegeben

triebe hat nun die Einwohnerschaft und zwar saft ohne Aus­nahme ein Gesuch an Bischof Dr. Kirstein in Mainz gerichtet, worin gebeten wird, Pfarrverwalter Schnell zum ständigen Pfarrer in Nieder-Mörlen zu ernennen. Es ist seit Menschengedenken das erstemal, daß von unserer Gemeinde ein derartiges Ver­wendungsgesuch abgesandt wurde, und zwar, was hervorgehoben werden muß, unterschrieben von Mitgliedern aller politischen Parteien. Sobald die Ernennung des Pfarrers stattgefunden har, nndet die Einweihung unseres neuen, prächtigen Schulhauses statt. Bürgermeister Dey, der lange Zeit schwer erkrankt war, jetzt aber wieder seinen Dienst versieht, hatte den Wünsch aus­gesprochen, man möge mit der Einweihung der Schule warten, bis der neue Pfarrer ernannt und er wieder gesund sei. Die Gemeinde ist diesem Wunsche auch nachgekommen, länger läßt sich die Sache aber nicht mehr hinausschieben, denn die Kinder sind in den alten Lokalitäten nicht mehr alle unterzubringe.n. Mit Eröffnung der Schule ist auch eine neue Lehrerstelle, die fünfte, geschaffen worden. Im Jahre 1875 hatte unsere Ge­meinde nur einen Lehrer.

m Aus der Wetterau, 27. Jan. Trotz des ziemlich langen und strengen Winters sieht man jetzt mit der Schneeschmelzc Millionen Mäuse und zwar solche, die ihren Aussehen nach keine Not gelitten haben. Die junge Suat hat in manchen Gemarkungen schon so stark gelitten, daß teilweise umgepflügt werden, muß, teilweise sieht man überhaupt keine Aussaat, denn alles,ist aufgefrcsscn worden. Wenn nicht jetzt schon bald Massen­vergiftungen vorgcuommen werden, bekommen wir in diesen! Jahre wieder eine Mäuseplage, wie sie noch nicht dagewesen sein dürste. Eine heftige Seuche muß seit Herbst unter dem Has en­de stände geherrscht haben, denn überall, wo man eben durch Feld und Wald kommt, sieht man verendete Hasen liegen. Die Jäger schreiben die Ursache dieser Seuche den vorjährigen Mäusevergiftungen zu. Gut überwintert haben Rebhühner und Fasane n. Solch starke Ketten von Rebhühnern und Scharen Fasanen sind seit Jahren nicht mehr gesehen worden, trotz der Massenjagden, die den ganzen Winter über stattfanden. Durch das starke _ Faulen der Kartoffeln sind die Kartoffelpreise be­deutend gestiegen. Es werden überall jetzt schon 88.50 Mark für den Doppelzentner gezahlt gegen 4.505 Mark int Herbst. Verbunden jnit den teuren Kartoffelpreisen ist ein starker Rück­gang der Schweinepreise eingetreten, jedermann schlachtet oder veräußert die überschüssigen Bestände. Die Händler bezahlen jetzt nur 4852 Pfg. gegen 6875 Pfg. für Lebendgewicht im vergangenen Jahr. Tie Folgen des starken Preisrückganges wer­den leider im nächsten Herbst wieder in das Gegenteil umschlagen.

dem ganz Fernstehenden eine Ahnung davon aufgegangen kein dürfte, was für fein Ereignis Montag abend unserer Stadt bcoor. steht. Die Ausführungen in der Freitagnnmmcr entwickeln aber doch einen recht merkwürdigen Gedankengang. Demgegenüber möchte ich bemerken, daß Künstler sich untereinander über ihre Erfylge oder ihre Aufnahme in den einzelnen »Städten niemals auszusprechen pflegen; nehmen wir an, aus dem sehr mensch­lichen Gefühl heraus, sich nicht selbst herabzusetzen. Denn ein solches Eingeständnis läge doch Jin dem Bekenntnis, daß. ein Konzert schlecht besucht war, daß eben auch der große Name nicht zog! Die Tatsache, daß in einer Stadt nicht viel Musik­verständnis ist, wird hauptsächlich in den Konzertagenturen er­örtert, und diese rechnen damit bei Aufstellung ganzer Künftler- tourneen. Andererseits wird von allen Künstlern, auch denen ersten Ranges, immer das Bestehen von Konzertvereinen, besonders in 'Heineren Städten, in Betracht gezogen: sie sind sich darüber Har, daß neben acht bis zehn Abonnementskonzerten für Privat künstlerkonzerte kein Raum ist. Deshalb sinkt eine solche Stadt durchaus nicht auf das Niveau von Krähwinkel herab; sondern die ersten Künstler wissen eben auch die lokalen Verhältnisse richtig einzuschätzen und bekunden diesen ihren gerechten Sinn dadurch, daß sic sich gern durch die Konzertvereine selbst in kleinere Städte holen lassen. So braucht also auch GMen

z-ve- Wimmerst ^Avrilzu^ LS'm.=W. m QM kleltr.M, verlM-Z-7

H eu chelhci m , 28. Jan. Am 4. Febrnär hält.der Stenographenverein Gabclsberger sein Winterver- gnügcu imTreppchen'' ab. Nach den Vorarbeiten und dem reichhaltigen Programm zu urteilen, verspricht die Feier einen schönen Verlauf ,zu nehmen. Ein schweres Unglück hat dieser Tage eine hiesige Witwe betroffen. Als sic am Morgen in den Stall kant, fand sie ihre br,ei Ziegen tot auf. Dey dicht mit Rauch ungefüllte Stall und das verkohlte Stroh ließen ersehen, daß Feuer .entstanden roar. Die Ursache konnte bis letzt noch nicht festgestellt werden. Doch vermutet man, daß ein Handwerksbursche, der noch spät cm Abend bettelte, in dein Stall Unterkunft suchte und durch das Anzünden einer Pfeife oder Zigarre den Brand verursachte.

= Lollar, 27. Jan Das Ehrenzeichen für Mitglreder f reim. Feuerwehren wurde durch Entschließung des Großherzogs folgenden Mitgliedern der hiesigen freito. Feuerwehr verliehen: I. Rau, I. Körner, L. Besier,ZG. Rechts, O. Mittel, L. Seipp VII., L. Wisse- .eug, C. Deibel. Unsere . -7r 35jähriges Bestehen zuruttblitten und noch mancher pfttchtgetreue Mitbegrün­der ist noch im Dienste der guten Sache. Das Winter- fcft des Radfahrervereins 1895 vertief in schönster

Tatsache beschäftigen, doch immer fragen, ob die Sache nicht ein Häkchen hatte und das Häkchen dürfte in diesem s doch der Alldeutsche Verband sein! Kiwtes anerkannte Kün_____

schäft wird weder durch den Besuch noch durch den Nichtbesuch

Die nach- Apryfp »ind am Sonntag dem 39. Jan. stehenden Aül £ von 12 Uhr mittag* bis 12 Lhr nachts nur fur dringende Fälle sicher anzutreffen: D 28/

I>r. Schäffer, Plockstrasse 9. - Dr. Stnhl, Selterswetr 79a

Der Streit Soxhlet-Wagner.

DieKölnische Zeitung" meldet aus Darmstadt: Die Staatsanwaltschaft beschloß gegen den Geh Hof rat Pros. S o x l e th - M ü il ch e u wegen Belei­digung des Geheimerats Wagner-Darmstadt Anklage zu erheben.

Aus Stadt und Land.

Gießen, 28. Januar 1911.

** Lehrerpersonalien. Ueb ertragen wurde dem Lehrer Karl Hertel %u Selters eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Kulsterbach und dem Schulamts­aspiranten Peter Weber aus Braudau die sechste Lehrer- fteffc an der evang. Schute zu Erbach i. O. Entlassen wurde der Lehrer an der Gemeindeschule zu Climbach Karl Ale ter auf sein Nachsuchen.

Vieheinfuhr-Verbot in Belgien. Nach einer an die hiesige Handelskammer gelangten Mitteilung des belgischen Konsuls in Mainz ist zufolge Eclasies des Ministers für Landwirtschaft und öffentliche Arbeiten zu Brüssel, datiert oom 11. d. M., die Ein- und Durchfuhr über die belgischen Grenzen zu Wasser und zu Lande bis auf Widerruf verboten für sämtliches aus Deutschland stammendes Rindvieh, Schafe, Ziegen und Schweine, da auf deutschem Gebiete die Maul- seuche festgestellt worden ist. Die direkte Durchfuhr der ge­nannten Tiergattungen durch Belgien könnte eventuell nur auf der Eisenbahn in plombierten Wagen ohne Umladung auf belgischem Gebiet gestattet werden.

* Gießener Konzertverein. Ein ausgezeichnetes, vielseitiges und vielversprechendes Programm tst für den zweiten dieSwinterlichen Orchester abend deS Vereins vorgesehen. Ganz besondere Genugtuung aber empfindet der Verein darüber, daß cS ihm gelungen ist, als Solisten für diesen 2lbend einen so ausgezeichneten Künstler von Weltruf zu verpflichten. Hugo Heermann ist ja uns Gießenern ein alter lieber Bekannter, den wir so ungern lange vermißten. Nun hat ihn uns Amerika wiedergegeben und er ist zu uns zurüttgekehrt gunz der alte vornehme Künstler, der bei seinen Darbietungen stets mit voller Seele bei dem Werke ist, dem er seine seltene reife Kunst widmet. Daß der Verein sich ferner durch die treffliche Frankfu.rtpr Palmengarten- Sinfoniekapelle in der Lage sieht, die Soli des berühmten Gastes durchaus mit der Originalorchesterbegleitung zu Gehör zu bringen, legt erneutes Zeugnis für das gediegene, rein künstlerische Streben und den unbedingt idealistischen Geist der Vereinsleitung ab.

Landkreis Giesten.

tiefen allgemeine Bewunderung hervor.

- Burkhardsfelden, 27. Jan. Heute, am Ge­burtstage unseres >daisers, wurde den hiesigen sechs Veteranen der von dem Gemeinderat bewilligte lebensläna- liche Ehrensoll) von jährlich 5 Mk. zum erstenmal aus­gezahlt. Obgleich diese Ehrengabe nur gering ist, so ist sw doch von unseren Veteranen recht dankbar anerkannt worden.

r. H u n g e n, 27. Jan. In Utphe hat sich letzte Nacht der 20 Jahre alte Stcmhauer Wilh. Schneider, der hier in Arbeit stand, erschossen. Er begab sich zu diesem Zweck auf den Friedhof und führte die Tat in dec Nähe eines Grab­steines aus, den 'er als Gesellenstück angefertigt hatte. Schwer­mut soll die Ursache der Tat sein, da Schneider sich frei­willig zum Militär gemeldet hatte und nicht angenommen worden war.

weist arm und finden afe Handwerker, Lastträger, Klein- kvuslsute und Diener ihren Lebensunterhalt. Erwähnens­wert ist, daß Sana ein großes städtisches Krankenhaus, in dessen Frauenabteilung der Dienst durch jüdische Kranken­pflegerinnen versehen wird, und eine Apotheke besitzt; ferner eine amtliche Zeitung, die einmal wöchentlich in arabischer Und türkischer Sprache erscheint. In Sana fällt eine große äußere Ruhe auf, und nach Sonnenuntergang ist das Leben auf den Straßen völlig erloschen. Das Militär darf sie dann überhaupt nicht mehr betreten.

Konstantinopel, 27. Jair. Nach einer Depesche Hodeida ttom 25. Januar waren die Verbindungen zwischen Hodcida, San Toaz und Assyr sowie mit Konstantinopel nicht unterbrochen. In Hodcida sind zwei Kanonenboote cingettoffen, von denen eines nad) Konsunda abgegangen ist.

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Börsen-Wochenbericht.

Frankfurt a. M., 27. Jan.

Tie Börse ist aus ihrer Zurückhaltung nicht herausgctreten.. Obwohl man mit der Ultimoregulierung beschäftigt war, wurde der Verkehr nicht lebhafter, das Geschäft vollzog sich im wesentlicher innerhalb der Spekulation, da das Privatpublikum! geringe Unternehmungslust zeigte und mir einzelnen bevorzugten Werten seine Aufmerksamkeit schenkte. Für diese Zurückhaltung bestehen die bisherigen Gründe fort. Tie unklaren amerikanischen Börsen- und Jndustrieverhältnisse, die bei der Erneuerung der heimischen Montanv-erbände zu erwartenden Schwierigkeiten, sowie die Unsicherheit inbczug auf die Geldverhältnisse namentlich im Hinblick auf die Versteifung des Londoner Geldmarktes, habeü das Geschäft stark beeinträchtigt. Eine gewisse Ueberraschung bot die in dieser Woche erfolgte Diskontermäßigung der Bank v o n E n g l a n d um 1/2 Prozent auf 4 Prozent, nachdem der Börse bereits zweimal eine Enträuschung durch das Festhalten der Bank am^Satzc von. Prozent bereitet worden war und der offene Lon­doner Geldmarkt von seiner Anspannung nichts verloren hat. Für den. Stimmungswechsel in der Bankleitung wurden die mannig­fachsten Vcrmuttingen angestellt, wie z. B. die, daß der Ausschlag für Die Diskontermäßigung von den in der Banklcitung vertretenen, Finanzkräftcn gegeben worden sei, die an der Ausgabe neuer Wert­papiere Interesse haben und Dafür gutes Wetter wünschten, wäh­rend doch als ein Hauptgrund des bisherigen Feschaltens der eng­lischen Bank an ihrem Satze die Abwehr gegen das Eindringen amerikanischer Werte in den englischen Markt gegolten hatte. Die Börse beschäftigte sich naturgemäß, mit der Frage, wie sich nun­mehr die R e ichs b an k verhalten werde. In den leitenden Kreisen herrschen noch geteilte Meinungen über die Zweckmäßigkeit einer Herabsetzung. Jedenfalls dürste darüber in der Zentralausschuß,^ sitzung eine lebhaftere Erörterung entstehen. Die Ungewißheit wirkte hemmend auf die Unternehmungslust, immerhin fand die Spetulation Gelegenheit zur Betättgung auf einzelnen Gebieten und zwar in erster Reihe auf dem Markt von Trausportan­stalten, von denen die im freien Verkehr gehandelten Canada- Pacific und Warschau-Wiener im Vordergründe des Interesses standen. Während erstere ihren Kursstand erhöhten, schwächten sich letztere ab, da die Tividendenhoffnungen herabgeschraubt wur­den und zwar von 12 Prozent auf höchstens 10 Prozent. Schan- tungbahn-Akticn hatten unter den Pestnachrichten aus China zu lciDen. Italienische Mcridionalbahn wurden vom Heimatlande stärker gekauft, angeblich soll eine teilweise Rückzahlung auf das Aktienkapital in Aussicht stechen, lieber Schis f a h r t s a k c i e n verlautete von günstigen Betriebsergebnissen und der Aussicht auf Beilegung der Schwierig testen, mit Kanada und Den Vereinigten Staaten. Bemerkenswert >var auch die Befestigung der M 0 n - tanWerte, die in den Eisenmarktberichten aus Amerika eine Stütze sanden, wo eilte Hebung des Beschäftigungsgrades mit dem Frühjahr erwartet wird. Andere Industrie Papiere blieben vernachlässigt und erfuhren zum Teil kleinere Einbußen. Ebenso trat Der B a nkcnm ar kt nach Belebung wieder in Den Hinter­grund. Das gleiche Schicksal teilten heimische An tagewerte, von Denen das Interesse durch dic Ausgabe neuer durch Gewinn­chancen mehr anreizender ausländischer Anleihen abgelcnkt wurde. Ultimogeld 4i 1 Prozent, Privatdislonto 39/i6 Prozent.

Eingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei

Verantwortung.)

Gießen, 27. Jan.

>ttt den letzten Wochen hat Ihre Zeitung uns hinreichend mit Nachrichten über Den Knote-NiemanmAbend versorgt; wir sind über die künstlerischen Leistungen der beiden Herreü aus allen mögltchen Bespreck-nngen orientiert worden, so daß selbst

Märkte.

Gießen, 28. Jan. Marktbericht. Auf heutigem Wochen- markte kostete: Butter pr. Pfd. 0,901.00 Alk., Hühnereier 1 St 1011 Pfg., Enteneier 1 Stück 0 Pfg., Käse pr. St. 68 Pf., Kasematte pr. St. 5-6 Pfg., Tauben pr. Pr. 0,80-1,00. .intimer pr. St. 1,001,60 Alk., Hahnen pr. Stück 0,801,80 Mk Enten pr. St. 1,80-2,20 Alk., Ganse das Pfd. 75-80 Pfg., Ochsen- Se,J« Ä Är-84-2, W' . Rindfleisch pr. Psimd 84-88 Pfg,. Kuhflelfch 70 Psg., Schmemefleifch pr. Psturd 8096 Pfg., Kalb- fletsch pr. Pfd. 84-88 Pfg. Hannnelfleisch vr. Pfd. 60-84 Psg.. Kartosteln pr. 100 Kg. 7.o0 bis 8.00 Alk., Weißkraut das Stück 20 b's 30 Plg., Zwiebeln per Ztr. 8,0010,00 Alk., Alilch das Ltter 20 Psg., Birnen per Pfd. 15-20 Alk., ^lernet Der Ufr 10 bis 15 Mk., -Hüffe 100 Stück 50-60 Pfq., per 3tr 0-00 8lt Bohnen per Pid. 00-00 Psg. Alarktzeit von 82 Uhr.

kc. Frankfurt a. M 27. Jan. Heu- und St roh markt. Angefahren waren 10^ Wagen Heu und 0 Wagen Stroh. Man "Otlerte. Heu 3,luc,,;>0 Mk., Stroh (Äorn(ang[troli) 0,00 bis 0,00 Atk., Wtrrstroh 0,00-0,00 Mk. Alles für 50 Kilo. Geschäft flott. ~ie Ztlfuhren waren aus Oberhessen und Dem Kreise uanau.

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26. 27. , = + 4,0 -C.