Die heutige Nummer umsaht 20 Seiten.
ist
frohen
— Teutsckc 23 u r ;i c n r a f) 11 1911 Tie Vereinigung zur Erhaltung ocutscher Burgen uMc-cni.-mnt ihre diesjährige Vurgenjahr: ux den Tagen vom 10. bis 14. Juni nach Wärt-, rem berg, dem alten Kulturland, dessen unerschöpflicher Schatz?
meiner LebenS und Künstlerlaufbahn haben nb?r plötzlich nur dieses Lieblingsprojett zurückgerufen, und nur die Ausführung desselben kann mir zur Erholung über die unendlichen Schwierigkeiten meiner Lage hinweghelfcn."
Er erzählt, wie ihm nach einem verlorenen Jahr Plötz lich die wunderlichen „Meistersinger" a-lstauchlen,
„und mit einem Schlage fühlte ich mich wieder £*ctt meines Sdstcki'als LÜenbar baue mein guter Stern mir dieses originelle, durchaus heitere, ja luftige Sujet gegeben, um mir im bedenk- Hdiften Augenblicke damit zu Helsen. . . Ter Stofs erlaubt mit eine klare, durchsichtig-kernige Musik heiterster Färbung zu liefern; dennoch werden sie schon bei Turdile'img des Entwurfs gesunden haben, bau mein eigentümlicher Ton selcht bis zur schwärmerisck>en ^cmütlirfifcit ganz und voll auch hier angeschlagen werden wird. In Summa rechne ich gerade in der jetzigen Zeit darauf, den recht eigentlichen Nerv des deutschen Lebens getroffen zu haben, iinD zwar in der Weise, wie er gerade auch im Ausland als originell anerkannt und geliebt ist. Ick entsinne mich B. den Tireltor der Grasten Coer in Paris, als er die höchst originellen deutschen Trachten des 15. und 16. Jahrhunderts mit nur durch sah, seufzen gehört zu haben: „ach, brächten Sie uns einmal eine £pcr in diesem Kostüm! das kann ich leider nie einmal an- wenden'."
Aber ohne einen bedeutenden Dorschutz, „um peinigend. Schulden davon zu bezahlen und den äugen- bildlichen Bedürfnijfen einer trüben Lage und eines durchaus gestörten Haushaltes zu entsprechen", kann er an ein beginnen der Arbeit nicht denken. Er erhält denn auch lOOCK) Frks Aber bald kommen neue Bitten: „Es ist der letzte Kampf nut einer schrecklichen Vergangenheit, den ich zu bestehen lhibe. Stehen Sie mir nach Kräften bei.'" Widerstrebend gewährt Schott neue Vorschüsse, und so wird denn gegen Ende Januar 1862 in Paris die Tiditung der Meistersinger" vollendet: „Hätte ick) nicht meine Arbeit gehabt, ich wüßte jetzt wirklich nicht, wie ich s überstanden hätte,; aber ich habe mich wie in eine letzte Festung da hinein geworfen und — in 4 Tagen ist das ganze Gedicht fertig."
Am 5. Februar findet die Vorlesung des Werkes bei Schott in Mainz statt; besonders die musikalifche Gattin des Verlegers, Bettn, erweist sich dem „armen Ntufikcmten" freundlich, Hattet ihn sogar mit Lemenzeug und Geschirr aus. Wagners Geldnot steigt immer höher, immer dringender bestürmt er Schot: um neue Summen, da alle anderen Hilfsmittel erschöpft sind. Einen Brief aus Bieberich vom 21. August 1862 schließt er mit den Worten:
abschnittes vöm November 1910 bis Au den Cfterfenen war hauptsächlich durch die Beratung des Haushalts unb seiner drei ?kcbengesetze, des Friedeuspräsenzgesetzes, de. Zuwachssteuergesetzes unb des Neichsbesrenerungsgesetzes ausgefüllt Im übrigen galt die Arbeit des Reichstags in diesem Abschnitt der Vorberaning einer Ne-.lw wichtiger Gesetze in ben Ausschüssen Tav Arbeit sammergesetz wurde in zweiter Lesung beraten, dürfte aber wegen schwerwiegender Meinungsverschiedenheiten zwischen Regierung und Parlament als gescheitert zu betrachten fein Tic zweite Lesung der Strasprozetzorbnirng wurde zu einem genmicn Teile beraten, im Februar aber unterbrorimt, um zunächst die Hanshattsberatimgen zu fördern.
Es erscheint zweifelhaft, ob die Strafproiegordnung und die Heine Novelle zum Strafgesetzbuch, die nod) in dritter Lesung zu beraten ist, im Herbst noch verabschiedet wird, da man in RcichStagSkreisen der Meinung ist, das; das neue Strafgesetzbuch vom neuen Reichstag erledigt werden wird unb es feinen Zweck haben dürfte, vorher noch Notgesetze zu verabschiedeii. Nachdem die Reichsversiche- rungsordiiung und die elsaß-lothringische Bersassnngsvor läge noch kurz vor Toresschluß von den Ausschüssen zu Ende beraten waren, gelang e: dem Reichstag noch in deut lurzeii Tagungsabschnilt zwischen Sstern und Pfingsten, diese Vorlagen zum Abschluß zu bringen. Für die Herb st l a g u n g, die voraussichtlich nicht viel mehr aü <• W o d) c n dauern loirb, bleiben Vorbehalten das Sd)ifiahrlsabgaben - gesetz, daS üurpfuschergesetz, das Privatbeamtenversiche rungsgesetz, das Hausarbeit-: gesetz und die Gewerbeord- nungsuovelle, sowie das Gesetz betreffend Aufhebung des Hilfskassengesetzes, ferner die Slrafprozeßreform, das Ar- beitstammergesetz und die Novelle zum otraigefctybudi. Welche von diesen Gesetzen im Herbst noch zur Verabschiedung fonunen, laßt sich noch nicht übersehen Neben etwa 20 kleineren Gesetzen hat der Sleichstag noch den deutsch- schwedischen Handelsvertrag und den Einwuri über die vor lausige Regelung unserer .Handelsbeziehungen zu Japan, ein Patentausführungsgesetz unb eine Novelle zum Zündwarensteuergesetz beraten, ferner einige Anfragen (Bekämpfung der Rebfchad.ingv, Bekämpfung der Lebensmittel- tencrung, Aushebung ocs Zlindwarensteuergejetzes- und einige ivenigc Anträge.
eine Fortsetzung jener Politik, die im Jahre 1902 zur Aushebung des Tittatur Paragraplum führte.
Wenn Herr v. Bethmaim-Hollweg mit der VersaiiungS- änberung in Elsaß Lothringen in Bezug auf ihre Wirkung sich vielleicht auch zu sanguinischen Erwartungen lckngibt, so ist doch die Gesinnung, die ihn leitet, im besten Linne liberal, und sie niuß bei denen, die ihn bisher scharf bekämpft haben, versöhnlich wirken In seiner Auseinandersetzung mit Herrn v. Oldenburg, dem unverfälschten ein- seiligen preußischen Junker, hat der Kanzler Worte gc braud)t, die in der Presse den lautesten Widerhall gefunden haben und nach der allgemeinen Auffassung ihn in einen scharfen * egensas mndsätzen der konservativen
Partei stellen. „Tic Zukunst wird lehren, ob diejenigen, d,e ßillstehcu bleiben wollen, oder die, tueldie vorwärts gehen, recht haben " Chur diesen Satz allzu weit verallgemeinernd auszulegen, so daß er die konservative Grundregel bc lampsen würde, kommt man dock zu dem Schluß, das; der Kanzler der voraussichtlichen Wirkung seiner Worte sich wohl bewußt war „Stürmischer Beifall", so hieß es danach in dem Sitzungsbericht. Tic „>kreuzzeitung" erhob Widerspruch gegen den Ausspruch Ti' „Bossische Ztg." verspricht Herrn v. Bethmauu-Holltoeg schon „eine weit größere Volkstümlichkeit", wenn er öfter jo „frisch, fröhlid), rück haltlos, gegen das ostelbische Junkertum das Wort nähme".
Vielleicht hat der Kanzler mit einer gewissen Genug tuung die tz eiegenhcit ergriffen, durchblickeu zu lassen, daß er fein Schleppenträger der konservativen Partei sei. Warum sollte man es ihm Übelnehmen, wenn er den parlamentarischen Erfolg auch in feinen Nebenwirkungen berechnet? Wäre cs im Interesse der allgemeinen politischen Lage gewesen, rocnii die Sucher auf dem Wahlkriegspfade Nagend und raifonnicrcnb auScinauber gegangen wären'? Schon hat eine uulsliberale Zeitung bekannt, die Kanzler- worte von, Stillstand und Fortschreiten würden keine üble Wahlparole sein. Es wäre immerhin etwas gewonnen, wenn das Regierungsschisflein nicht in den Wahlstrudel l ineiugezogen wirb. Man hat titiic llrfadjc, über die sozial- demotratische Regierungspartei sicki aufzuregen Wenn Herr v. Oldenburg dramatisd) erklärte, mit beit Sozialdemotraten könne er sich über die Geschicke Elsaß Lotpriiigens nicht einigen, solange die Kaiserstandarte über dem Schlosse wehe, so war das ein Flintenschuß ins Blaue, und dadurch ist bis zu einem gewissen Grade sogar die Verlegenheit der Kon- lervaliven ossenbar geworden. Herr v. Be:hmann Holllveg hat diese schöne Phrase auch sogleich zerstört, indem er er Härte, die Regierung habe bei ihren Entschließungen keines- wegs die Sozialdemolraten zu Rate gezogen.
Ter Reichstag darf einmal gelobt werden. Er hat große, wichtige Arbeiten zu Ende geführt, unb totr werden hofjentlich dahin kommen, daß die Herrschaft der Phrase immer mehr ausgeschattet werde. Tic Tagung im Herbst wird dem allen Reichstag noch genug 3:1 tun geben. Aber die Lockungen des neuen, gestern angenommenen Tiäten- gcsetzes werden die Sott-Vertreter frisch und arbeitssreudig erhallen
93 stimmen bei 7 Enthaltungen. Tie Angelegenheiten der Reichslande hatten nichts derart zu Kampf unb Haß aur reizendes, wie etwa die Geld unb Sleuerfragen. Es handelte sich zumeist um Grundsätze und Traditionen Aber die Eni schcioung war wichtig unb weittragend. _ Unitarismus und Föderalismus ftanbeu einander gegenüber, und zu den grundsätzlichen Meinungsverschiedenheiten traten sehr ver schiedene Äus'assungen über die praktische Wirkung, die jene neuen Gesetze auf das Verhältnis von Elsag Lothringen zum Reiche ausüben werden. Ter Höhepunkt der Auchprache wurde in der Sitzung am Tienstag erreicht Ta faßte der Reichslanzler nochmals seine Gesichtspunlte wirksam zu fammeu. Setten hat er so tief tu seine innersten Ueberzen gungen, seine persönlichen Einlagen blicken lassen als an diesem Tage Aus die Parole UnitariSmüS ober Partiku- lariSmuS ließ er ]id) nicht cm Er gehe, so sagte er, die Bismarck scheu Wege weiter. Und in der 'Tat dar, man die Befürchtungen, als tonnte das neue gesetzgeberische Vorgehen in der Richtung partifulariftifd)cr Auswüchse Unheil stiften, nicht allzu ernst nehmeu. Ter Kanzler könn e nut Recht darauf verweisen, daß selbständige Landesinteresfen im Reichslande zetzt schon bestehen, daß es nur gelte, ein schon bestehendes Hans wohnlicher einzurichten Was aber aus de» Kanzlers' Standpunkt so entschieden hervorging, das ist ein schönes, sympathisches Bekenntnis zu liberalen staats- auffassungen, benu er will Ungerechtig etten bcjct.igen, toi l die Tentscheu im Reichslande zu unbenachteiligten, gleich, berechtigten deutschen Staatsbürgern machen. v>ni Ver- traucn auf den fortschreitendeii deutschen <staatdbiirg-rfinn der Reichsländer sollen alle Härten, die noch auf dem Lande lasten, hinweggenommen werden. ES ist wirkckch
Die ruisisch-türtische Spannung.
Konstantinopel, - Mai '.Kai?, Informationen der Pforte iva n d t e f i ch Rußland auch an au b c r c Großmächte mit dem Ersuck-en, sich an dem Schritt bei der Psorte zu beteiligen, was sämtliche Mächte ab> gelehnt haben. Einige crllärtcii den Schritt für unangemessen, da dir Xürtei ein unabhängiger Staat fei, und iw übrigen sei das der bisherigen Haltung der Pforte nicht festzuscetten, was den Schrur rechtjerttgen könne. Schließlich erklärten die Mächte, Montenegro müsse die strengste Zurückhaltung und Neutralität beobachten.
Tie jungtürkiiche Kammerpartei beriet über die Stellung, die )ic zu dem etwa vom Großivesir verlangten Vertrauensvotum einKunehmen habe. Mehrere Abgeordnete, besonders die Ttssidenten, griffen, wie verlautet, den Großwestr an, der trotz wiederholter Vertrauensvoten keine Erfolge aufzuweisen habe. Mehrere schlugen den Scnats- prasidenten Said als künftigen Großwestr unter der Bedingung vor, daß Hakti Bau das Ministerium des Aeußern übernehme. Wenige unterstützten die Kandidatur des Lon-
„9t u r jetzt: Schleunige Hilfe! S 0 n st g ej) c i ch i n s Wasser!" und gleich darauf am 24. „Tun Sie das Nötige schleunig: ich bin im äußersten Bedürfnis. Ich kann Ihnen nicht mehr lagen a ls: „Sie müssen mir helfen!" Auf bieft Hilfeschreie antwortete her bereits genugsam in Anspruch genommene Verleger nicht, unb Wagner schreibt im Oktober in bitterster Stimmuna:
„Turch Hunger kann man viel erzwingen, aber nicht Arbeiten höherer An. Lhvr glauben xie, wenn ima) des Nachts die Sorgen- nicht schlafen ließen, >oerdc ich Tags Heiterkeit und gute Einfälle für meine Arbeit haben'?- Tic „Meistersinger" waren letzt der Vollendung nahe, ivenn Sie icit ich miu- c>a;u hier niederlief;, die gehörige Sorge für mich getragen hatten. Sie hatten genug getan, — und erkenne ich dieses stets _an! — mich zur unter- neymung einer solchen Arbeit in den Stand zu setzen: — nun ■ mussten Sie auch weiter gel-en, und da es imzi.; war unb nicht anders ging — mich auch guter Laune dabei erhallen Kostete es 31 nen i'ph;, io waren l.ur ol-e. nirgends angewandt, nährend Sparsamkeit und Aengstlichkeit alles lahmte. Seil Ende August — nun bald zwei Monsre — lacken Sie mich geradezu in der Lage eines Ertrinkenden."
Sck)ott antwortet Darauf: „Ten gewünschten größeren Betrag kann ich Ihnen nicht zur Verfügung stellen Ueber- haupt kann ein Musikverleger Ihre Bedürfnisse nicht bc* streiten: dies kann nur ein enorm reicher Bankier oder ein Fürst, der über Millionen zu verfügen hat." Wagner ist g.'zwungen, um Broterwerb Kon-' zerte zu geben; das Schaffen an der Musik der „Meister- 1 ingcr" ist gehemmt. „Machen Sic mich zum Meister meiner ngt et Schott, und dieser hilft nun wieder weiter, so daß die Arbeit ausgenommen werden iann. Aber die Berufung nach München verursacht neue Störung; ftönig Ludwig interessiert sich mehr für die Nibelungen, und so kann Wagner crit am IC. August 1866 aus Luzern an Schott schreiben, daß die „Meistersinger" endlich ihrer Vollendung entgegengehen. 1868 erleben sie in München ihre Uraufführung, wie es Wagner bereits in seiner ersten Ankündigung des Plans an Schott, allerdings um sechs Jahre früher, prophezeit hatte. So war es Sck-ott, der 1874 starb, wenigstens noch vergönnt, den beginnenden Siegeszug dieses Sorgenkindes seines Berlages zu erleben.
Der Reichstag
fleht am Schlüsse eines aiucituieiaicn SessionSabschnittes. Nach sechsmonatlieber Tätigkeit geht er in die Sommerferien, um nach einer vierteljährlichen Pause seine Arbeiten nochmals aufzunelMcn und das noch vorliegende Material zu erledigen. Ter erste Teil des letzten ^esfions-
giemngspartei".
Was brachte so große Umwandlung zustande? Tas elsaß-lothringische "Ärfassuugs- unb Wahlgesetz in zweiter Lesung angenommen worden und bildet mit der neuen Reichsversicherungsorduung, die auch soweit im Hasen ist, ein Arbeitsergebnis, das dem Kanzler einen Piingsttaa schaffen mag. In der gestrigen dritten erfolgte die Annahme der Vorlagen mit 211 gegen
Heues von der Entstehungsgeschichte der Meistersinger.
Tic große Verösfent ..^uug b? • Briefwechsels Richard Wagners mit seinen Verlegern findet ihre Fortsetzung ut dem soeben erschienen zweiten Bande, der wie der erste von Pros. Wilhelm Aitmanu herausgegeben ist und die Beziehungen des Meisters zu dem Mainzer Muiikverlagc । B. Schott s Söhne darsteltt In mehr als 200 Briefen Wagners enthüllt sich sein Verhältnis zu Franz Schott, der den Verlag der „Meistersinger" und des „Rings der Nibelungen" übernahm, und zu feinen Nachfolgern, die das „Siegfried Idyll" und den „Parsifal" erwarben, -icr Schöpfer des modernen Musildramas hat feinem Verleger durch ewige G e l d f 0 r d e r u u g e n große cargen gc macht; es ist zwischen ihnen zu Verstimmungen und Gegensätzlichkeiten alter Art gekommen, und das vesondere rnci tiub unter den Schottichen Verlagsobjekten waren bic
Meistersinger von Nürnberg", die den Hauptgegenstand dieses Briefwechsels bilden. Nach seinen Zwlstigkeiten mit Breitkopf und Härtel hatte sich Wagner an Schott gewandt und von diesem für den Verlag des „Rheiugo ds 10000 Frks erhalten. In einem Brief vom 30. l Uober 1861 aus Wien spricht er nun Schott von einem neuen Plan, durch den er die langwierige und angreifende Arbeit an dem Nibelungenwerke unterbrechen wolle. Es |oll eine leichte und schnell zu beendende Arbeit werden, sur d,e^ er bereits einen vollständigen Entwurf vertagt hat.
Tie Oper heißt „Tic Meistersinger von Nürnbergs unb_ her — i'ovial-poctiscbc - .'önuotbelb in „Hans wachs ', xer Ltost bat auüerobcntlid) viel Genuilllch-Trolllgcs, und ick rühme mich mit diesem gänzlich von mir erfniidenen Original Plan, etwas ganz Unerwartetes, Eigentümliches getroffen u Hadem xcr <D_tU derselben, in Gedickt ivic Musik, soll durckaus leicht populär fein, unb für seine schnellste Verbreitung über alle Theater toll mir namentlich der Umstand bürgen, da» ick diesmal weder ttnes 10- gcnanntcn ersten Tenors noch einer großen tragstchen Langer.n bedarf." _
Wie ihm dieser schnell gefaßte Plan in trüber Ltunde angenehm das Herz erleichterte, so hoffte er auch dem Verleger damit etnxts angenehmes zu berichten/
„Lange hatte ich mir diese heitere Arbeit auigeipart; ich glaubte dazu ein größeres Älter erivarten zu inirien, weck ick in meinem jetzigen drangvollen Leben mir nickt die rechte Stimmung daiur zutrauen wollte. Gerade die Mühseligkeiten des jetzigen v5ta»
politische Wochenschau.
Gießen, 27. Mai.
Denn heute der Reichstag bis zum Herbst^vertagt wird, fleht die Linke des Hauses von einem blassen Sonnenstrahle umflossen. Wer hätte es gedacht, daß die Regierung des Herrn v. Bethinann-Hollweg noch am Abend dieser Tagung mit den konservativen in scharfe Meinungsverschiedenheiten geraten würde! Der Streit um das elsaß lothringische Ber fassungSgesetz hat mit einem harmonischen Klang geendel •Tic Hepdebraudt und Oldenburg freilid) haben daran keinen Anteil. Ter Trümmerhaujcn, um den ber Ausschuß vor drei Wochen murrend und Hoffnung: los gelagert war, hat noch einmal Feuer gefangen. Wo früher nur, auf gräßlichen Altären, menschlich^ Gebein dorrte, zieht der Liberalismus von Bassermanu bis zu Mullcr-Meiniiigeu und Haußmann die duftenden Wohlgerüchc des elsaß lothringischen Bratens burd) die Nase. Selbst ber alte Bebel rauchte, wiberstrebend zwar, in ber Runbc ber Linken die Friedenspfeife mit und schlug sich in seinen alten Tagen noch einmal zur „Re-
m. 125 Erster Blatt m. Jahrgang Samstag, 27. Mai IW
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erscheint täglich, auper 4 W ▲ I jährlich Mk. 2L0. durch
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General-Anzeiger für Gderhefsen SSSe
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Annahme von nnjeige« Rofotfonsörud unb Verlag der vrükspfchen Unlv.-Vuch. und Steindruckerel R. Lange. Redaktion, Expedition und vruaeret: Schulflraye I. 2and-: E.deb: iür den b"l »S™. Büömgt«: 8-rn!pttch« Nr. 50 «rlchäs.kft-ll« Bafjnhof«rabe 16a. __________________________i'. *«<t


