Ausgabe 
27.2.1911 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

c/OSRAM

LAMPEN

Deutsches ZUicb.

Der- Großherzog und die Großherzogin von Hessen haben am Samstag nachmittag die Rückreise von Braunschweig nach Darmstadt angetreten. Der Herzog und die Herzogin Johann Albrecht geleiteten die Gäste zum Bahnhof, wo sie sich herzlichst verabschiedeten.

Aus München wird gemeldet: Gutsbesitzer Freiherr von Bassus-Sandersdorf, Gutsbesitzer Gras von Ingel­heim, genannt Echter von und zu Mespelbrnnn wurden zu erblichen Reichsräten, Oberlandesgerichtspräsident v. Heinzel- mann- München und Landtagsabgeordneter, Weingutsbesitzer Buhl- Deidesheim zu lebenslänglichen Reichsräten ernannt.

Beatbewährt« Glühlampe 70% Stromersparnis Grand Prix Brüssel 1910 Durch die Elektrizitätswerke und InstaHatkm- gcM-hiiiB zu beziehen.

Bneräeaellschaft, Berlin 0.17

Die Tagung Des hansabundes.

Berlin, 25. Febr. ^-as gestrige c stba n kc t t des Härtst bundes wurde im großen Restaurant des Zoologischen Gartens vom Präsidenten Geheimrat R i e ß c r mit einem begeistert angenommenen Kaiserhoch eröffnet, der getreu dem 'Grundsatz Suum cuique" alle Stäirdc des Reiches mit gleickscr Liebe und gleichen Interesse umfasse. Der Präsident gedachte der Gäste des HansabundeS, besonders der Presse, um daran anschließend die Ziele des Hansabundcs in großen Zügen darzulegcn. Der Hansaüund sei entschlossen zu siegen. Aber er begehre nie etwas anderes als was er gewillt sei, jedem anderen Erwerosstand ebenso zu gewähren, wie er für sich beanspruche. Chefredakteur Voll­rath, hob in seiner ungemein beifällig aufgenommenen Antwort hervor, wie wichtig für den Hansabund gerade die Unterstützung der unabhängigen Presse sei. Im weiteren Verlauf des Abends, wo noch manches gute bedeutsame Wort gesprochen wurde, ge­dachte Crasemann-Hamburg besonders der bevorstehenden Rcickistagswahlen, für die er den Kandidaten des HansabundeS den Sieg wünschte. Konsul D impkcr-Lübeck feierte unten» lebhafter Zustimmung das Direktorium intb dessen Präsidenten. Vizepräsident Landrat a. D. Rötger gedachte der Berichter­statter und ihrer hervorragenden Verdienste um den Verlauf der Tagung.

Im großen Saale der Handwerkskammer begann heute die Tagung der Vorstände der Zweigorganisationen des HansabundeS: sie war aus allen Teilen Deutschlands von Vertretern der Groß-, Mtttel- und Kleinindusttie des Handels, HandwerM, Mittelstandes und Angestellten überaus zahlreich be­sucht. Unter minutenlangem Beifall wurde die Abhaltung des ersten allgemeinen deutschen Hansatagcs auf den 12. Juni fest­gesetzt. Daran schlossen sich BespreciMngen über die Organisa­tion und sonstige Angelegenheiten, des HansabundeS. Die Tagungen wuroen mit einem brausend ausgenommenen Hoch auf den Hansabund und seine Leitung geschlossen.

Die Reichstagsersatzwahl in Zmmenstadt Lindau.

I IN m c n st a d t, 2-\ Febr. Bei der Reichstags-Ersatz­wahl erhielt Emminger (Zentrum» 11856, Thoma Liberal) 10588, Gölzer iSozialdemokrat- 3807 Stimmen. Somit findet Stichwahl zwischen Emminger und T h o m a statt.

Bei der Wahl im Fahre 1907 erhielt der verstorbene Zentrumsabgeordnetc Alois Schmid 1? 013, der national­liberale Kandidat 10 633 und der sozialdemokratische 1999. In der Stichwahl erhielt Schmid 13 836 und der national- liberale Kandidat 10 831 Stimmen. Damals stimmten die Sozialdemokraten in der Stichwahl für das Zentrum, wäh­rend sie für die diesmalige Wahl schon im Verlaufe des Wahlkampfes erklärt haben, im Falle einer Stichwahl für den liberalen Kandidaten ein treten zu wollen. Voraus­sichtlich wird also der jungliberalc Rechtsanwalt Thoma gewählt werden.

jedenfalls noch häufiger auf dem Spielplan erscheinen wird. Im Mittelpunkt der 9(iiffüt)rung stand natürlich Hermann Norden als lebenslustiger Freiherr, der seinem Frohsinne freien Lauf ließ und geradezu überwältigend wirkte. Er mimte den tollen Aristokraten mit so übermütiger Laune und so herzlichem Humor, daß die Zuschauer, nicht aus dem Lachen kamen und ihn immer und immer wieder riefen. Eine Menge Blumen und andere Spenden wurden ihm über­reicht. Von den übrigen Darstellern sind Karl Marx (Wittlc), Friedrich Timian (Widdicombe), Rudolf Goll (Brian), Kurt Gühne (Isaak), Karl Volck (Peter), (£(h) Gühne (Freifrau), Franzi Koch (Rowena), Eva Hiller- Gähne (Sarah) zu erwähnen. Der Mmmenchor mar nicht besonders glänzend.

** Karneval. Unterhaltung des Turnvereins. Rach dreijähriger Pause veranstaltete der Turnverein von 1846 am gestrigen Sonntag wieder mal in seiner Halle ein Karneval. Konzert. Der Andrang des Publikums war außerordentlich, so daß eine große Anzahl Leute umkehren und keinen Plag finden konnte. Das Gebotene war vorzüglich, ganz den Erwartungen entsprechend, Turnschweslern, Turner und Sänger taten ihr bestes und die Veranstaltung trug einen echt karnevalistischen Charakter. Dank einer tüchtigen Regie wickelte sich alles programmäßig ab und es gab unter den Besuchern nur em Lob und lebhaften Beifall.

* Vom Biograph wird uns geschrieben: Der dies­malige Spielplan des Biog ra p h - Th ea t erS bietet eine Auswahl der letzten kinematographischen Leistungen, die auch den verwöhntesten Liebhaber der Lichtbildkunst befriedigen dürften. Die Dramen sind ausnahmslos hervorragend im Inhalt und der Darstellung.Der Räuber", mimo- dramatischer Kunstfilm, »Der Ahnherr", Kunstsilm,Em Kind der Liebe*,Zaza", spannendes Drama aus dem Leben. Außerdem enthält das Programm die köstliche KomödieDeS Onkels Trick", die HumoreskenWir wollen Max verheiraten" undEin ge­heimnisvoller Diebstahl", eine anziehende und lehrreiche Naturaufnahme, die unS die wilden Strudel und Wasserfälle der Adde vorführt und uns zeigt, wie die in der Adde lange geschlummerten Naturkräfte in Turbinen von 40 000 Pferdc- kräften in elektrische Energie umgewandelt und dem Menschen nutzbar gemacht werden. Ein hübsches Tonbild, betitelt:Ein Frühlingsausflug*, beschließt den Reigen.

** Das Unwetter der letzten Tage hat die Flüsse und Bäche OberhessenS start anschwellen lassen. Die Wiesentäler der Wetter, Horloff, Nidda und Nidder sind weit überschwemmt. Auch die Lahn ist zwischen Gießen, Klein- Linden und Heuchelheim über ihre Ufer getreten. Der zeit­weise heftige Regen bringt aber auch den Vorteil, daß dic . unzähligen Mäusescharen stark gelichtet werden.

** Grober Unfug. Als gestern nachmittag der Zug von Fulda einfuhr, wurde an der Sandgrube hinter dem Nahrungsberg von Buben nach dem Zuge mit Steinen geworfen. Ein Abteilfenster wurde zertrümmert und ein Reisender am Kopfe verletzt.

** Weinliebhaber. In letzter Zeit sind wiederholt Weindiebstähle in Privathäusern vorgekommen. Ter oder die Diebe begaben sich abends, noch ehe die Haustüren und Türen der Vorteller abgeschlossen waren, in die Vvrkeller, sprengten die Vorhängeschlösser an den Weinkellern und be­raubten sie.

** Arme Hand werkS bursch en. Gestern nachmittag erschien auf der Herberge eiu Handwerksbursche in betrunkenem Zustande und machte Radau. Als er aus dem Lokale ver­wiesen worden war, gesellte sich em zweiter zu ihm und beide zertrümmerten die Fenster an dem Hanse durch Steinwürse. Als Polizei erschien, hatte bereits einer Reißaus genommen, während der andere verhaftet wurde.

Landkreis Gießen.

' Hattenro d, 25. Febr. Der Artillerist Ludwig Seipp, der in Darmstadt wahrscheinlich an Genick­starre starb, wurde heute unter sehr großer Beteiligung der Einwohnersck)<ift, des Kriegeroereins und Gesangvereins beerdigt. Pfarrer Nies - Ettingshausen hielt eine er­greifende Leichenrede. Der Kriegerverein gab über dem Grabe drei Ehrensalven ab, und der Gesangverein sang ein Grablied. Der Präsident des Kriegervereins, Christian Graulich, und der Vorsitzende des Gesangvereins, Weiß- bindermeister Neeb, legten Kränze nieder. Das Regiment, dem jedes Verlassen der Kaserne wegen Ansteckungsgefahr verboten war, hatte drei prachtvolle Kränze gesandt. Sechs Mann der Gießener Regimentskapelle spielten bei der Bc crdigung. Ludw. Seipp war Gefreiter im Feldartillerie^ Regiment Nr. 25 und diente im letzten Jahre. Letzten Sonntag, 19. Februar, weilte er noch hier zur Hochzeit seines Bruders. Montag kehrte er in seine Garnison zu­rück, Dienstag brack) er im Dienst zusammen und Mitt­woch früh starb er.

(f) Londons, 26. Febr. Gestern abend fand unter zahlreicher Beteiligung bei Gastwirt Böger ein ge­schlossener Maskenball statt. Am Fastnachtdienstag soll in demselben Saale ein öffentlicher Maskenball ab- gehalten werden.

Kreis Büdingen.

O Wippenbach, 25. Febr. Die hiesige Jagd er» tand Forstmeister Dr. Weber-KonradSdors für die jährliche Pachtsumme von 745 Mk.

Kreis Alsfeld.

' Alsfeld, 26. Febr. Dic neue Bahnhofsanlage ist jetzt festgelegt. Es handelt sich in der Hauptsache um einen1 großen Umbau der bestehenden Bahnhofsanlage, wesentliche Ver­legungen sinden im Interesse der Geschäftswelt nicht statt. Das neue Empfangsgebäude rückt etwa 15 Nieter in der Richtung nach Altenburg, das alte wird abgebrochen. Der i^ubau wird er­heblich größer als das alte Gebäude, da die Einführung der be­schlossenen neuen Bahnlinie AlsfeldNiederaulaHersfeld vor­gesehen toerben muß. Die neue Zufuhrstrecke zum Bahnhof wird mit der Marburger Straße und dem Zeller Weg in Verbindung gebracht. Vom Bahnsteig des neuen Empfangsgebäudes aus über blickt man drei Gleise, für die Richtung nach NiederaulaHcrsfeld, nach J-ulda und Gießen. Der Bahnsteig zum Gleis Gießen Fulda wird durch Motorführung erreicht. Der Güterschuppen rückt etwa 250 Meter weiter hinaus gegen Altenburg nach dem Zeller Weg. Hier ist ein großes Gelände vorhanden, das sich

Won notionnltiberaTer Seite wird uns ge­schrieben:

Reich s tags ab geo r bueter Dr. Stres emarrn in Gießen. Aus dem Annoncenteil ist ersichtlich, daß der in ganz Deutschland durch sein warmes Eintreten für den Mittelstand, insbesondere des Handwerks und die Pri­vatbeamten, rühmlichst bekannte Reichstagsabgeordnete Dr. Stresemaun heute abend in Steins Garten sprechen wird. Die Versammlung wird um i/29 Uhr pünktlich be­ginnen, da der Redner mit dem Nachtschnellzug wieder nach Berlin zurückfahren muß.

Wie aus vielen Anfragen hervorgeht, sieht man seinen Ausführungen in der hiesigen Bürgerschaft um deswillen mit besonders großem Interesse entgegen, weil einmal Strese- mann zu den besten Rednern des derzeitigen Reichstags gehört, und weil er zum andern über die zukünftigen Aus­gaben des Reichstags inbezug auf Mittelstand und Privat­beamtenversicherung sprechen wird.

*

Dom Wahlbureau der fortschrittlichen Bolkspartei geht uns folgender zusammenfassender Bericht über ihre letzten Versammlungen zu.

Dic s o r t s ch r i t t l i ch e Bo l k s p a r t e i veranstaltete am Bamstag und Sonntag eine Reihe von Versammlungen, bei denen die Herren Reichstagsabg. Sommer, Dr" Goldschmidt, Burger, Prof. U r'st a d t, Dr. K lein, Weber, Henk und Kuhlmann als Redner auftraten' In verschiedenen Versammlungen gab es heftige Auseinan­dersetzungen mit antisemitischen und sozialdemokratischen Gegenrednern. In Dauernheim und Lißbera war Herr Th. Reuther als Gegenredner erschienen, in Leihgestern und Burkhardsfelden war Herr Henningsen auf dem Plan. Als Gegner in Beltershain trat Herr Hesse in der Diskussion auf. In Trais-Horloff und Lich wagten sich einige sozial­demokratische Gegenredner an Herrn Reichstagsabgeord­neten Sominer heran. Antisemitische Gegenredner waren nicht zur Stella. Im ganzen wurden 18 Versammlungen abgehalten.

«gen Brianfterne*'HÄSeguug eingeleitet^ die Sa^T Grg-ebnK habe, die gasetzgeberffchen Arbeiten lahm zu legen. Die Gesetzen twlir je über die Sicherheit der sozialen Ordnung, die die Regierung der Kammer unterbreitet habe, seien in den '«roßen 'Konrmissionen festUefahren, deren Leiter dassMbinett MtOnatisch bekämpften; das Programm der Regierung sei unerfüllbar geworden. Unter diesen Umständen sahen die Parlamentarier davon ab^ Briwid von seinem Entschluß abzubringen.

Die Agitation im wahIkeis Giebell-Grünberg-Nidüa.

Herr Dr. Werner sendet uns folgende Zuschrift:

Ich bitte Sie int Interesse der Wahrheit feftzuftellen, daß die Sozialdemokraten 1906 eine Nachlaßsteuer von 2000 Mark aufwärts verlangt haben, und daß in diesem Antrag in keiner Weise von einem Erbanteil von 2000 Mark die Rede gewesen ist. Herr Krumm kennt also weder die End­absichten (Kleinbesitzenteignung) noch die parlamentarische, ar­beiterfeindliche Arbeit seiner Partei.

2. Ich brauche einen .^Irrtum" auch in diesem Falle nicht zuMgeben, da ich mich von Herrn Krumm dadurch unterscheide, daß ich alles beweisen kann, was ich behaupte.

3. Ein Todfall tritt im Arbeiter- imd Kleinleuteftand also Nur alle 30 Jahre aus. Seh' mal einer an! Neulich sagte in Garbenteich der sozialdemokratische Gegenredner, das Durchscchiitts- alter des Arbeiters betrüge nur 35 Jahre!

Wie ist es ober dann, Herr Krumm, wenn der kleine Mann und gegen den Tod ist kein Kraut gewachsen schon nach einjähriger oder zweijähriger Ehe stirbt? Was Hilst denn da der armen Wttwc die Aufhebung der einen ober andern indirekten Steuer, wenn sie und so war es der Wille der Genossen .40 Mark in bar opfern müßte?

4. Daß die Salzsteuerrechnung des Herrn Krumm ebenfalls nicht stimmt, darf nicht in Erstaunen setzen. ImZukunftsstaat" multipliziert" man eben anders-

Eine einfache Division der Bevölkerungszahl in den Betrag der Salzsteuer ergibt eine bedeutend geringere Summe als die Herren behaupten.

5. Im übrigen freue ich mich über die ungesagte ,Liede an anderer Stelle", Hoffeittlich kann Herr K. dann wie von unserem Zeitungsdisput so auch von unserem geistigen Ringkampf sagen: Bald lag ich unten, bald lag er oben". Also: Heraus mit Eurem Flederwisch!

Grün berg,' am 26. Fchrnar 1911.

Dr. Ferdinand Wernür.

Eine Erklärung der fortschrittlichen Volkspartei.

Das Wahlbureau der fortschrittlichen Volks­partei bittet uns um Aufnahme einer Erklärung, die sich mit dem auch in unserem Blatte schon berührten Wort von denrheinhessischen Franzosen" beschäftigt. Wir haben früher schon bemerkt, daß wir bei dieser Wahl die gegen­einander kämpfenden Parteien zu sachlicher in der For m einwandfreier Aussprache gern in unserem Blatte zu Wort kommen lassen wollen. Wenn wir auch in der nach­stehenden Erklärung den Ausdruckselbst für einen anti­semitischen Generalsekretär" lieber vermißt hätten und uns aus dieser Aussprache über dierheinhessischen Franzosen" nicht gerade viel Nützliches versprechen, so sei der Wunsch der fortschrittlichen Bolkspartei dennoch erfüllt. Die Er­klärung lautet.

In der Nr. 45 derNeuen Tageszeitung" veröffentlicht Herr Generalietretär I. Hurmiugsen eine Eriiärung, die uns ÜU folgender Feststellung nötigt. Herr Dr. Werner hat Herrn Pfarrer K o r e l i gegenüber in Langsdorf wörtlich gesagtKommen Sie mir nicht mit Ihren r he i n h c s s i sch e n Fr a n z o s e n" und hat auf die Frage, was dos heißen solle, gesagt, Pfarrer Korell müsse wissen, daß es noch heute in Rheinhessen vieleLeutegäbe,dielieberfranzösischalsdeutsch wären. Herr Dr. Werner hat dann auf einen Zuruf diese Anzweifelung der deutschnationalen Gesinmmg auf dic freisinnigen Rheinhessen beschränk! und hat dabei ausdrücklich auf ähnliche ^Anschauungen im Elsaß hingewicsen, woraus Herr Pfarrer Korell einwarf, daß Rheinhessen doch schon viel länger deutsch fei als die Reichs lande. Herr Henningsen erklärte nun, Herr Pfarrer Korell habe nicht gewußt, daß Rheinhessen von 18011815 fran­zösisch war! Herr Pfarrer Korell dürfte die Geschichte Hessens so gut kennen, als Herr Henningsen von Hamburg, der sich damit als sachkundig erweist, daß er die Frage aufwirft:Oder sind die Haeckelleute nicht mehr demokratisch?" Den alben Demo­kraten Hecker und den Monisten Haeckel zusammenzuwerfen, ist selbst für, einen antisemitischen Generalsekretär ein starkes Stück. Die Sachkunde des Herrn Henningsen wird dadurch illusttiert, daß er erklärt, Herr Pfarrer Korell habe im Juni 1909 am Denk­stein der gefallenen Republikaner von 1849 ju Kirchheimbolanden die GDenkrede gehalten. Dabei ist Herr Pfarrer Korell noch nie in Kirchheimbolanden gewesen, weder als Aus­flügler noch als Redner-, auf den Spuren .Haeckels",

Anstand.

Die Pariser Blätter zeigen eine gewisse Empfindlichkeit gegen­über den Ausführungen des Kriegsministers von H e e - ringen über die französische Fremdenlegion. Der Temps" räumt ein, daß die Form der Ausführungen sehr maß­voll gewesen sei, sagt aber doch, der Minister dürfe nicht über­rascht sein, wenn seine Haltung in dieser Frage Unzufriedenheit Hervorrufe.Liberts" schreibt: Indem der preußische Kriegs­minister amtlich den Verleumdungen gegen die französische Armee zugestimmt habe, habe er sich gegen deren Wafsenehre vergangen.

Die bulgarische Sobranje hat beschlossen, die früheren sta m b u l i ft i s ch e n M i n i st e r mit Ausnahme von Schickmanoff in den A n k l a g e z u ft a n d zu versetzen.

Nach einer in Brüssel eingetroffenen Meldung wurde ein neuer Anschlag gegen den Vizekönig von Korea ent­deckt. Zwanzig junge Koreaner sind in die Affäre verwickelt. Zwei Häupter der Verschwörung wurden verhaftet.

Ans jptaOt nnS Land.

Gießen, 27. Februar 1911.

" Theater-Verein. Die letzte Opern-Vorstelluna in dieser Spielzeit wird Freitag den 10. März sein. Das Darmstädter Hoftheater bringt an diesem TageHoff­manns Erzählungen^, phantastische Oper in 3 Akten, einen Prolog und einen Epilog von Jacques Offenbach, zur Darstellung. Die Oper mit ihrer anziehenden, schönen Musik gehört jetzt zu den am meisten gegebenen; in Berlin in bei Komischen Oper feierte man jüngst das Fest ihrer 500. Auf­führung. Das in der Oper mitwirkendc Personal ist sehr groß, es sind allein 12 Solisten beschäftigt; eine kleine Er­höhung der Eintrittspreise ist deshalb nicht zu umgehen.

** Gesellschafts-Verein. Am Samstag sand in den reich geschmückten Sälen des Gesellschaftshauses der Fastnachtsball statt, mit welchem das Programm der Wintervergnügungen schließen sollte. Um jedoch den Mit­gliedern nochmals Gelegenheit zu geben, die originelle Aus­schmückung sich anzusehen, werden vergl. Anzeigenteil am Dienstag nachmittag die Säle zu einem Kreppel- Kaffee mit Konzert und Tanz für die Mitglieder ge- öffnet sein.

* Wahlen zum Kaufmannsgericht. Die am Samstag abgehaltenen Wahlen, die eine rege Beteiligung auf­miesen, hatten folgendes Ergebnis: Von den Arbeitgebern wurden gewählt: Adolf Noll, Franz Holterhoff, August Noll und Ntoritz Strauß. Von den Handlungsgehilfen wurden gewählt: Karl Schwarz, Heinrich Emrich, Hein­rich Wahl und Einil Abert.

* Stadttheater. Zu Ehren Hermann Nordens wurde gestern abend die tolle Burleske »Die goldene Ritterzeit^ mit fast beispiellosem Erfolg aufgeführt. Die lustige Idee, einen Menschen beS 20. Jahrhunberts in bas Mittelalter zurück zu versetzen, unterhielt das gut besetzte Haus ganz vorzüglich und ließ die Heiterkeit keinen Augen­blick verstummen. Nach dem zweiten Akte schien der Beifall überhaupt keine Grenzen finden zu wollen, so daß das Stück

TO Ill-o t Dßt -

Dr r

te ®

Iw?

r®

Lander G « S zu t*

24. Februar U des erstellens getroffen twmt M «ff Gegenwart des J in frei bmr 1911 Jot strbflt Md das Zeilen Leigwr

Gra für Kon

Qua für w gänzli tragen Halft

Gies

Drit

amSi

Herren

N

Hitttvoch t

Stof

Das f

^Mausb.

[SS

Streif ^trittskt