Ausgabe 
31.7.1911 Erstes Blatt
 
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relephon 246

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Ter Reichskanzler

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Aur Cosima Wagners Liszt Erinnerungen.

iljm eine ziemlich nichtige

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lllustr. Preis!, auf Verlangen Zahlr. Refe­renzen stenen zu Diensten

Er

ZU zu

W 1909 Hi 1910

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?l.gi."'en Auffas- t ir.'. i nun nicht, ü, aber doch in o. . jnmtc, früher i utbeite tragen

Freund, wenn man Q)duc Zigavrenasche und Sag; Lie keine Faullenzer und kurzen Ansprache cröffnetc

hochragende Läufe mit iiguraiem Lchmuck, der ichwungvolt die nationale Erlcbnng, den Lieg und die todesmutige Eingabe der Gefallenen icicrt, in dem nahen Lalzmunde das schöne Grab­denkmal für den »vminerzlenral Boitze, in Berlin am oem Opcrn- piab die sitzende Marmorstulue der verstorbenen Bäuerin .tugusia, ui der Liegesallee die des (> raren nurmrfken, und in oct Ruhmes» halle die prächtige, idealichüne Marnwrgeüall der geflügelten Liegesgöttin. Lo liegt hinter dem ^.icbiigjahrigen ein groye» schaffen, dem die Anerkennung der Z ilgenofsen nicht gefehlt hat. Geboren am 31. Füll 1841 in Alsleben a. d. L., trat Lchaper fcuic Laufbahn als icklichter Ltemmchlel'rling m Halle an Aber er icßte sich ein höheres Ziel, bezog die Berliner Akademie und trat wäler in das Atelier Albert Wolffs, nu er an der Ausführung verschiedener Monumente koalier mugeholsen hat. Eine feiner Erftlmgsarbeiten, bic fein durchgeführte, von entzückender Anmut umfloiVenc Gruppe ,,Bacchus tröstet die verlassene Ariadne", er­regte 1866 berechtigtes Aufsehen EinLiegfricd, der ms Trachcn» bad steigt", fand gieichiallS lebhaften Betkall. Im Wettbewerb um das llhland-Tenkmal für Tuomgen 1867 mit dem eritcn Preise gekrönt, wandte sich der Zvünstler, obwohl sein Entwurf nicht zur Ausführung gelangte, von nun an vorzugsweise der großen Monumeinalvolittk zu, eifrig bestrebt, '.'toiur und Kunst har- monisch tu einen. Lerne Porrrätgeslaiten lind 'chan gefaßt, zu individuellem X'ebcn gebrach, und dabei in Form und Ausdruck von feinem Adel getragen. Als Lehrer und Boni eher eines Meister- 'alchers für Bildhauer bat er mele Jahre eine hervorragende Tätigkeit an der Akademie entwickel: Noch heute gehört er der Kgl Akademie der Künste als Lenatsmitglieb an. Auch zählt er zu den wenigen Künstlern und Gelehrten, die den CrOcn pour le mehle besitzen.

in ihrer Wocheurnndschml:

Heber die Haltung Englands in der maroffanndnii Frage waren nicht lowohl durck» Aeuverungen britischer Minister, wie

-rreder zu kommen. Als Mnieie wicdcr erschien, traf er Liszt mit dem berühmten Bioloiidellisten Eoßmann und dem ersten Konzertmeister Kömpel probierend an, und er wurde von Liszt mit den Worten empfangen:Wir wollen Ihnen Ihr immcmes Trio Vorspielen." Aach einer etwas mühseligen Soiree in Leipzig in den .X)er Jahren sagte er von Robert undElara E d) ii m nun, die er sonst sehr schätzte:C est le coup!6 le plus gauche que je connaisse. - Seinen Kindern empfahl er Tür i! re Briefe, anüaii Uebehchwenglichkeiteii,des faits et des dates*. wie er in der Erziehung den größten Nachdruck auf g:> s und en Menschenverstand legte. Ueb er beflissene Anhänger sagten

,hm nach einem feiner Konzerte, iounbiouicle Gegner hätten hcuch- lerisch in ieinem Orchester gespült. Er unterbrach dies:Ich uebc Heuchler, welche in meinem Orchester Mitwirken", mit dem Widerwillen, den er gegen iede Zuträgerei, ob wahr ober unwahr, empfand.ES ist nicht Beatrix, welche Tante gemacht tat, wildern Tante Beatrix": erwiderte er auf übertriebene Ansichten über die Einwirkung der grauen aus große Männer. Als Frau Wesendonck ihre Aiederlanung in Trespen für Berlin aiugab. Trugen einige, welchen 8reis sie oort finden, welche Stellung 'ne einnehmen würde:Ambassadrice de lideal, warf er halb icherzend, halb ernst hm. Bet feinem letzten Aufenthalt tn Munmen traf er mit Heinrich Borges und einem spät

" fegte iiitrauluh die Hand aus des ersteren 'Lchulter, indem er dem anderen sagte:Ia, ia öcinridt Borges bekannte sich Waaner, als noch keine Geschäfte damit zu machen waren."

Ges:u,.'si'uuki.- hinaus. Man wird vielleicht behaupten ivollen, das; dis früher anders gewesen sei, und das; Anleitung und Führung in den sittlich richtigen Ideen von den Religionsg schaucu ousgegangen seien und in richtiger Erl nnlnis des L der Dicligion von den Ltaatsgewalten angenommen worden i?;en. Ta steckt aber der kleine Fehlschluß drin, c.iv das wesentlicht Mvniein bei Ausnahme und Behandlung der genannten Ideen Zweckmirüigkeilsgründe gAvcfcn find. Es waren die Forderungen der Gcsclltchait, welche den Staat zu solchen Gesetzen zwangen und es kann für die Feststellung der tatsächlicher. BerlEltnisfe nur nadigegebcn werden, das; die Religionsgesellfchaften sich mit gleichen

Sechstem

inner Neustadt

Marokkos als böswillige und völlig,grüne..Iduwi utr:.. Tiese bestimmte Absage an deutschfeindliche T. hnoi.n in re* Bresse haben wir erwartet. Taö daneben Afauith Den bereu m einer früheren Erklärung über Marokko enthaltenen Htmve> auf die Wahrung ter eigenen Interessen Englands m Nord' asnka unterstrichen l>at, kann umsoweniger beiremden, als gerad^ die Vage, weine dem schemischen Reiche durch Handlungen außer bald der AlgeciraSakte entstanden sind, auch Aula» ui der lüngften Aktion bildete und ut Verhandlungen mit Frankreich iührte.

iVninrlid) werden auch wieder allerlei Märchen ver­breitet Lo will der Pariser Vertreter eines Londoner Lonntaqdlattes angeblichvon der höchsten Stelle" wissen, in Berlin sei nach der Rede des englischen LchatzkanzlcrS dessen Entlassung durch den deutschen Botschafler gcior» den worden, und dies habe zu einerZurechlweriuiig" burd) die englischen Staatsmänner geführt. Tas ist sicher eine plumpe X'ußiVbic vielleicht noch amtlich zurückgewiesen wird Ter Berliner Berichterstatter der WienerReuen freien Presse erzählt seinem Blatte von einem interessanten Tiner, das die Herren von Kiderlen und Eambou zu ihrer Erholung veranstaltet hätten und wobei fic tu Anwesenheit anderer Tiplomaten ganz harmlos liebenswürdig zucinan der gewesen wären. Auch diese Erzählung ist nicht rcait glaubliaft. lieber den Inhalt der bevorstehenden deutsch französischen Verständigung veröffentlichen Pariser Blal.er wieder verschiedene Meldungen, die wohl auf bloßen Ver- inutungen beruhet'. Vielleicht wird die Oeifenlltchkeit bald eme amtliche Erklärung erraken: wenn der Handel ab* geschlossen ist, wird das Geh imnis gelüfr.'. werden lönnen.

Unterredungen mit dem Kaiser.

- BeethovcnS unsterblicheGelicbtc. DieFrkst. 3tg." veröffentlicht im Vorabdruck einen Artikel der Zeittchrift Die M u sik", in oem ein kürzlich entdeckter, für die Forschung überaus wichtiger Beethoven.Brief zum ersten­mal von Paul Becker Berlin publiziert wird. Es ist ein glühender Liebesbrief an die sogenannteunsterbliche Geliebte". Wie in dem schon bekannten Briese ist auch dieses Mal tcin Name genannt und keine Jahreszahl angegeben; doch gelingt es durch zwei Stellen des Briefes, von denen eine, ein Notenzitat aus oem Llreichauiiuett, eine Datierung ermöglicht, mit Licherheit fest zustellen, daß Gurlctta Uuicciaioi Beethovensunsterbliche Geliebte" war. Dies wurde zwar als eine Hypothese neben an deren von einigen Forschern vermutet, kann aber erst durch diesen Bries als bewiesen gelten.

B^inetste,

Späher

^JüL6ebraMh

Litllichkeit. Tas kaiui unmöglich richtig sein. Ter taiiäd)lidic 210110 ist dock' oohl der, daß zu fetziger Zeit bk Grundlage d r Littlichkei. ui een weitaus ntnftcn Fällen di: Staatsgeictzc sind. B. genau an, wo man töten darf und wo nicht.

und der Staatssekretär v. Ztiderlcn Wächter sind heute Nackimitlag 4 Uhr 20 Minuten aut dem Ltadt* bahnhof eingetroffen, wo Gesandter v. Dr e ul le r zur Be­grüßung erschienen war. Der Lalonwagen wurde bis zur Liegestelle derHohenzollern" übergcsührt, worauf beide

L=sten ...

Unter dem Litt!Franz Liszt, Ein Gedenkblatt vmi seiner Tochter", veroffcntlidu Eofima Wagner dieser Lage bei Bruck- manu in München eiu Buch, de?en. Reinertrag dem Bavreuther Fest spiel soiids zufließen '"oll. Ten Hauptinhalt des W . ;lcs bildet eine Darlegung der Beziehungen Liszts »ur <yür|:in C.ir olme -Laim Wittgenstein, außerdem enthält cs verschiedene uuverönenrlichte Briefe. Im Hinblick auf den bevorstehenden 100. 'stcdurtStag Lifzts dürfte die grörerc Allgemeinheit noht^das meine Interen" inEinzelnen authentischen Aussprachen Franz Li'Zts", ancl dotenhaften Zügen aus deut Leben des großen Musikers, nehmen, die Eofima Wagner als weiteren Anhang dem Buche beigegeben hat. Wir bringen in folgendem eine Blütenlese daraus

Im Leben muß man fick' entscheiden, ob man das Zeitwort haben" oder das Zeitwortsein" fvn tu giert. Bon den Brahms fcheu Monwohlioncn meinte er:Tas ut Musik für bteienigen, die am liebsten gar keine Musik hätten." Als ihm ein M.inmtrivi von einem angehenden Musiker borgelegt wurde, iah er 'ich die aiompositivn an und frag darauf:Wie alt ist derlutor? 16 Jahre," war die Antwort. Da schüttelte er den Mopr uno sagte:Aus dem wird uick)ts." Die lleberreije hatte ibn er» schreckt. Einem jungen Autor, der .>lampoiitiou brachte, sagte er:Mem

oft fogir bei icmem eigenen Eigentum verhalten soll, wie man sein ,v leck tsieben zu regeln hat, wie man b im Reden über ander uch i ul.alten muß, uim. Das, was die Religionsgesell- ldxiit< o über diese Punkte sagen, geht kaum über allgemeine

lieber die Haltung Englands in der maronanmiMi crinm waren nicht lowohl bnrd) Aeusuruugen britischer Minister, wie durch Artikel der Londoner und Pariser Presse Zweifel entstanden. Die auf diese Weise in die europäische Lage 1) mein getragene Unruhe zu zerstreuen, war die Ausgabe, die Afauith in der von ihm vor dem i?auic der Gemeinen am 27 Juli abgegebenen Erklärung gestellt war Ter Letter der englischen Regrerun: wies die von Pariser und Londoner Blättern angekündigte Siblin*1 einer Cinmisckung Großbritanniens in territoriale Abmachung.'- anderer Großmächte über die Gebiete von 'h-.iuiyifa av.-crhrj >

des Lkaates.

Ein ilcu denken d-s soeben Gelesenen l 'N tue Meinung nutz kommen, daß die Fronen sittlichen Eharakters im Grunde g:» nommen Fragen religiöser Art find, io» * * daß eine vollständige umgänglich ut, aber c. .i religiösen Auf«

btcLgioti ,_____ ,

uno ucr staatlichen G.setz-'

zu Tisch bittet, fetzt man ihnen nicht spane vor."Meine Herren, seien werden Lie keine Lumpen." mit dieser er in Weimar nad) einer Abwesenheit die Arbeit mit leinen Ld'ülern. Als der verzog von Sachsen Coburg ihn

, den Meister zu bitten, ihm einige Winke üt ö . Zn fttumcntaiion zu geben, erwiderte Liszt:Wissen -sie, Voheit, wenn Wagner 'ich an das Instrumentieren begibt, ist ihm vorher etwas eingefallen." Als der Groß Herzog von Ladsten Weimar bei Gelegenheit der Dichtung des Ringes frag, ob es nick't etwas weit gegangen iei, erwiderte er:OH, wir werden noch viel weiter gehen." Hari Gutzkow, welcher feine Bedcnkc.u über eine £yer" in vier Abenden äußerte, sagte er:Unterdei -u ichreiben

<ie einen Roman inJ Bauden." Als er die Dichtung des Rheingold" zu lesen bekam, sagte er:Das wird die Zauber­flöte der Zukunft." Wie sein Diener sich heftig und ungebührlich bei ihm ausließ über ein ihm geschehraes Unrecht, jagte ihm Liszt ruhig:Man hat immer unrecht, wenn man schlechte Manieren hat/'Orden genieren nur, so lange man jie nicht hat," erwiderte er, als man verächtlich von diesen Aus­zeichnungen sprach. Wie Julius Kniese als junger Mensch von Roda nach Weimar kam und Liszt ein Trio vorlegte, wart dieser einen Blick hinein und bat Dann den Autor, am Nachmittage

Durchdringung des Staats mit Re>i auch, daß der heutige Staat seine gs.i. sassungen I-al, welche unter llmstä: s>:t i iungat der Religion-Verbände abr ( daß wir in Hessen zwar nicht dem V'

Fragen zu belassen pslcgcn.

Die Religionsgescllsdxiftcn befassen fidi außerdrm nodi mit anderen Fragen Die Fragen iedach, mcldje die Sittlichkeit un praklisch^il Linne betreffen, werden wohl alle m den -Staats» gewalteit in Gesetzen und Verordnungen behaue u sein. Aller dings halten es viele Religlonsgesellschasten aue. ur littlid', an einen persönlichen Gott zu glauben, das Gegenteil bezeichnen sie als uniutlidi, oder alt die wirkliche Gottheit Christi, an seine persönliche Auferstehung und Himmelfahrt ;u glauben ufw., wobei aller entgegengesetzte Glauben als unsittlich giii. Das laut aber nur erkennen, daß die Religiottsgesellichaften >ich end) mit r ingen befassen, die für den Ltaat und die Gefellschait, ja aucn sür den einzelnen luertlos sind, denn man hat nicht wahrnehmen können, d< Glückseligkeit der einzelnen, oder tüchtiges, reckjiichasfrnes staatsbürgerliches Leben gerade von dem (-'tauben an dieienigen religiösen Artikel abhängig seien, welche bei Ltaat als für ihn gleichgültige, den Religwnsgesellschasttn allein uberlanen hat.

Das in der Tat bestehende Nebencinanderlauien von Rcli-

zritz Schapers ZO. @cburt$tag.

Ain 31. Juli vollendet Professor Fritz 2 iucr, der geschätzte Berliner Bildhauer icin 70. Lebensjahr. Viele Ltadle loben den Künstler er hat ihnen große Held.-n des Geistes und der Tat lebensvoll und ebaratterinnd) in Marmor und Er; bin» gestellt Ten Berliner Tiergarten schmückt seit dem 2. Juni IbbO das Goethe-Denkmal, diese vom Grün -? s Parkes umrahmte Marawrsckwpfung, deren stolze, jugendkräftig.' Gestalt den Geist desTasfo" uiw der .^Zohigente", derRömischen Elegtcn" und derEpigramme aus Vraedig" redet. In Hamburg thront wie ein König aur mächtigem Segel der Patriarch der beutidien Geistesfreiheit Gotthold Ephraim Lessing, in oln ragen in meister liehet Verkörperung ihres Wesens die Gestalten Bismarcks und MoltkeS, in Erfurt steht,feit und unerschütterlich" das Erzstand Lild Martin Luthers, in Braunschweig schaut ovm Postament bet geniale Mathematiker Gauß gedankenreich herab,^ und in. Essen" ernst und energisch der Äinoncnlönig Mrupr>. Dazu eine Fülle anderer Werke: in Hcüle a. d. L. das '>r jerbcntinal, eine

sind zu Fragen der Liaatsgcuxtlten .

gebung geworden, manche von den R-ugi'nsgemeinichaiien bc» handelte Fragen sind nach Uprer Ueberprüfun^ auSgrick ieden und nick't zu Lloatssiae ,i gemecki worden. Ter Staat I al also auch ui ihnen seine Stellung genommen, cs entstand eine bcjonberc

ber Tat eine etoatercligion besitz.'!' ? lediglich von der Shu c,_ bczw. von i

LtaatSreligion.

Tic Reihe der "rtikcl in drt Berfassungsurkunde und die Reihe der sonstigen gesetzlichen Bestimmungen «sw., meld-? das Ver­hältnis viliehen dem Ltaat und den Religionsverbanoen regeln, ist ritte stattlich-', und ber behördlichen Veri'andlungen aus -Inials t

Dürfte es durchaus weckm ißtg sein, wenn oem tänädiiiajf« Bestand einer Staatsreligion and» eine gesetzliche Anerkennung gegeben würde Es könnte alsdann ein großer .st ehr aus in Der diesbczüg» lid ui Gesetzgebung stattfinden, eine pcrblümnb c.nsacke Bcitim- niung könnte als Ersatz ausgenommen werden uno eine klare Losung vieler bisher ichwieriger Fragen würde erreicht.

Diese Bestimmung tarnt auf Grund folgender Heb.rlegung ge­funden werden. Tie ganze Geiejgebung, welck-e sich mit den lag. sittlichen Fragen besaut, geht ton dem Grundsatz au-, daß tun- lickst teiner des anderen st reise störe, lagav daß tunlidnt all; Handlungen der einzelnen Menschen dem Wohle der Nebeimicnsdjcn und der Allgemeinheit der Ltaatsangehörigen dienen sollen. Es ist das die Idcaliorderung aller zusamtnengeichlosicnen Gcsell- id asten, das tviditigfle Eriordcrnis sozialer Betätigung, die hodj» bideuiungsvolie Neueinsührung Christi, welche den Reck,tsgruiid» satz seiner ZeilAuge um Auge, Zahn um Zahn" iicgreid^über» wandt und von iymNächstenliebe" genannt wurde. Diesem Grundsatz kann sehr cuuacb dadurch Rechnung getragen werden, daß ui oct Verfassungsurkunde die Worte Aufnahme lindenWir dienen einander nach bester Form und Art. Die beste Form und Art wird durch die Gesetzgebung benimmt" Dieser rchgidic

Gibt es in heften eine Staatsrcligion ?

Infolge deS Falles Jalho war natürlich auch das Thema Staat und Kirche wieder eifrig besprochen worden. In diesen Bahnen bewegt sich eine Zuschrift, die wir heute von an­gesehener Seite erhalten und der wir gerne Raum geben, obgleich wir die darin enthaltenen ethischen Betrachtungen sür unvollständig halten und uns nicht allen Folgerungen an» schließen. Die Zuschrift lautet:

In § 280 der neuesten Auslage von Uüchlers Handbuck- wird über das Verhältnis des Ltaates ,;u den Religionsgemeinschaftin gesprochen. Rack dem allgemein und einleitend gesagt ivorden ist, daß in allen Zralturläardern die Staatsangehörigen ui Verbänden zusammen treten, deren Ursprung in der Gemeimmau r< > (Glaubens wurzelt und deren Zweck die Vereinigung zu gemctNirmcr Rel> ihpti3übung ist, wird die Religion die Grundlage aller Sittlid) leit genannt.

Daß hier die fluhurlänbcr als Besitzer religiöser Verbinde bezeidmet werden, dürste mit Recht geschehe,' seit. In D i bar bariichen oder balbbarbariichen Staatcngcbilden ist Die Religion toohl zumeist ganz und gar mit dem Gemeinwesen, das mau als Staat an sehen muß, verquickt, so daß entweder \ rrschi.. Staats gnualt unh Staatswesen gänzlich im Bann der religiösen Auf- lafsling des Staatsvbcrhanptes stehen, oder bi; Priester, wenn joldje vorhanden sind, einen weitgeljenden Einslnß auf die Ge­walthaber sowohl als die Volksmasscn haben, oder audi durch­aus sür viele Fälle uttrcjinib Spuren einer Religion nur in demGruseln" undBange sein" über die unvorhergesehenen Ereignisse, das der eine Volksgenosse mehr, der andere weniger empsindet, wahrzunehinen sind. Es wird also ndi sein, bap, die Bildung von ReligionsgescUichaften, eine Zulassung solcher verschiedener Art, und die Verleiljung einer rechlltdicn Stellung on solche, ein Spezifikum der Mullurftaatcit fei.

Nun aber heißt e-, die :)idigion fei bic Grundlage aller

Ut. \U (Elfter Blatt 161. Jahrgang Montag, 31. Zlili Ml

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st^dl^TagesnuuE ^otattonzdruck und Verlag der vrühl'fchen Univ.-Vuch. « Steindruckerei R. Lange. Redaktion, Lrpedilion UN- vruckerei: Stbulfttatze oand*: E-Hetz: kür den bi» vormittag« 9 Uhr. Büdingen: Fernsprecher Nr. 50 -eschäftrstelle vahnbofstratze fb». Anzeigenteil: jx Beck.

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gien verlanden und StaLisverbä'iden läßt es naiiirhdi vorfrm men, paß manche Punkte hüben und drüben verschieden aufgefaßt und behandelt werden man denke beispielsweise über die Be- dinqungen und Fonueri hir Ebeschlief ung, Eheieheidunq ufw. nam. In solchen Fallen wird der Ltaat bic Au na strengen, .iddic durch die Rel.-tionsvcrbände vertreten werde.!, genau so iflhthaitrii, Behörden oder Personen, aber er wird auch bei einmal aur gesetzinäßiaem Wege zustande gekommenen Regel zur An cifoimmg verhelfen, selbst wenn die Rcligionsverbände nut ihrer Ain iw: nick t durckmedrnnwn und. Elkann aber rwersellos nicht anders gesagt werden, al« daß der Ltaat bt;_ beirre Mernnng vertrete und baß er heutigentags in B^-rug auf alle wesentlichen Punkte die richtige Grundlage der Littlichkeit sei, wenn dies vielleicht auch früher anders gewesen icin mag

In dem oben angezogenen ü 280 ivrrd weiter erwähnt, daß bic Sittlichkeit bic Grinwlagc aller geistigen Aohlfahrt ber rtnair angehörigen sei. Ta die Religion die Grundlage aller eittlidifeit sei, so sei die Pflege d.-r Religion eine Hervorragende Staats auf gäbe und die Religionsverbance zu schützen uni) ihr Bestreben zu fördern, sei eine staatliche Pilickt Wenn aber ien? Meinung, daß die Religion die Grundlage aller Sittlichkeit fei, nickt nd) tig ist, io werden and) die Folgeruiigeii, tocldx aus ihr gelogen sind, einer Korrektur bedürsen, und ivirtlid) finden wir bic Einickränkung Innzugcntgt, daß ein Sdmtz ihr die Rcligionsverbände nur in soweit gefordert und gewährt werden könne, als sich ihre Bo» strel'ungen mit denen des Staates selbst decke: Ten Taliaelun nürde es mehr cniivrcdien, wenn gesagt worden wäre, dal; die Re'.igionSvcrbände Verbände von großer Autorität feien und deshalb von Staats wegen subtilste Beachiiing verdienten, -tic Grundlagen -unserer heutigen Sittlichkeit sind aber die Gcietze

Grundiav, in Der Venasiungsurkunde aus-i trocken, konnte als Trttgrßifr Lertiav für die Staaisreligion genügen, und tollten die religiösen Verbände wie seither werter beftrbrn. was ihrer anton» touren Bedeutung wegen durcktaus zweckmäßig w:i.'. ro ranatrrtrn sie, ime andere Korporationen, unter bm Vernn-getetz. Unteres Gro^herzog.- 85niglidbc Hoheit mürbe alsdann der narurgrmapf yuict b<. Ltaatsreligion fein, wie er cs sertder für di( evangelriche Landeskirche allein war. Und bad' war das letztere nur nominell, denn in der Tat hatte er atz' Ttaat«obcrbaupt auck über pllc übrigen ReligionSvcroändc ein allgemein anerkanntes nnd bunh» aue- wirkungsvolles Auiistchtsrecht.

Der heutige Stan) öcr UTarotfooerhanNungcn.

Tir .itonterenzett des stuiscrs in Swinemünbe mit dem Kanzler und dem Staatssekretär sollen etwa zwei Stunden gedauert haben Offenbar war brr Mai)er schon vorher ausreichend untcrridilet. Tie frattHösischeu Hotsuungen, der Maiicr werde bic deutschen Forderungen Iterabntübcrn, wer den kaum erfüllt werden. Dafür fpridtt der a,ou folgen der Aeusterung derNorod. Allgem. Ztg.", worin den eng lidtcti Ministern nochmals ein deutlicher Rüffel erteilt wird

Tie anitlidjeNorddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt