|61. Jahrgang
Zweiter Blatt
Nr. M
Erscheint tt-ttch mH Ausnahme >e$ Sonnla-L.
an-
londere dee
6 aeefr
Bitten, aeae; |
zu
ina Reefe.
23.
10*
*ei
icdinimg von initticrt wo bk
gehst der der dem Un-
Die „Oiehener ^emlllewbiatttr** werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, das „Xitisblen ,6r den Krtis Sieh««" zweimal wöchentlich. Die .,Le»dwtrischostliche» Lett- fragen" erscheinen monatlich zweimal.
die Provinz Oberhessen im Jahre 1846 teilt uns ein gesehener Landwirt folgendes mit:
Tic Akten des landwirtschaftlichen Vereins, haben h wollig angehäust. Viele Kisten sind damit gefüllt. Mo auch früher viel geschrieben. Ich greife aus dem Vor. Akten d'? des Jahres 1846 heraus. Tas ist die Zeit,
ein gutes Weinjahr, daher ern vorherrschend trockenes und ivarmeff. So mag sich der hohe Preis des Heues erklären.
Bel dem Herrn Christian Müller ün Einhorn in Gießen sind 12 Bullen einouartiert. M. berechnet den Zentner Heu nut 3 fl., 20 Bund Stroh ä 14 kr. Nach einer anderen Liquidation kostet die Postsahrt von Gießen nach Frankfurt a. M. 3 fC. 12 fr., habet ist vorn „Bahnhof" Frankfurt die Rede. Die Main-Ncckar-Bahn
Gemeinde Inheiden desgl.
Stadt Büdingen desgl.
Gemeinde Grüniirgen deSgl.
bd das lite Metall elblant
von 10-5® PI? zu haben.
Jordis den Rechner des Vereins an, für verkaufte Stiere vereinnahmen:
Bon Dr. Janp, Dorheim für 1 Stier 160 fl.
Gemeinde Dorsgill desgl. 140 „
Oekonom Bach Oberdauernheim desgl. 150 „
M7
. Mf a
u. kleinen, öon.f
145 , 150 „ 90 „
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schad- strafe« 7. Expedition und Berlog: Redaktion:«^ 112. rel.-Ad^Anze.gerGieh«.
X Ein interessantes römisches Portal. Aus Hanau wird uns geschrieben: Der Geschichtsv er ein Hanau hat ein „Romanisches Portal" erworben und in seinem Museum ausgestellt. Das „Romanische Portal" war in der Giebel numer eines alten Gebäudes der Hirzbacher Höfe entdeckt worden, das jetzt dem angren^nben Nachbar als Scheuer dient. In den Grundbüchern ist es als Kapelle bezeichnet und wurde bis zum Anfang des vorigen Jahrhunderts als zum Pfarramt Marköbel gehörend von diesem auch als Eigentum betrachtet, wahrend die Unterhaltung dem benachbarten Nutznießer oblag, dem es in den letzten Jahrzehnten grundbuchamtlich als Eigentum zuge- fchrieben worden ist. In Arads Geschichte der Provinz Hanau
Die Einkausskommission wurde gebildet durch den Sekretär Dr. Fries und den damals noch sehr pingen Landwirt Ludwig Okorgi, der anscheinend schon damals im Rufe eines tüchtigen Vichkenners stand und den wir noch als solchen schätzten bis zum Jahre 1902, b. h. bis zu seinem Tode. Er starb in Gießen. Dir nannten ihn zum Unterschiede von den vielen Georgis in Gießen den dick.'u Georgi, dann wußte jeder, wer gemeint war. Seine Unterschrift, die ich oft in den Akten finde, gleicht der aus seinen alten Tagen aufs Haar.
Die Ankaufskommission hatte damals viel Schwierigkeiten zu überwinden. Man bedenke, mit der Post zumeist und mit der Dahn in die Schweiz, mit den eingekauften Tieren meist zu Fuß aus der Schweiz zurück. — Tic Briese in die Schweiz nach Richters-Wvll kosteten 26—34 fr., ebensoviel Porto t'oitete der einzelne Bries aus der Schweiz an den Verein. Der Verein bezahlte aussalleuder Weise das Porto für seine Briefe in die Schweiz und bezahlte das Porto für empfangene Briefe aus der Schweiz.
Der Geldverkehr, der durch die Ankäufe der Zuchttiere entstand, ging durch die Bankhäuser M. v. Rothschild-Frankfurt a. M., Gebr. Windecker-Gießen, L. Pestalozzi-Zürich.
Am 6. Oktober 1846 weist der Präsident v. Firnhaber--
wird es als ältestes Gebäude der Provinz bezeichnet. Das Portal selbst ist sehr interessant. Die Würfelkapitelle der Säulen und» ihre Konturen, sowie der halbkreisförmige Bogen darüber, erkennt der Beschauer sofort als der romanischen Bauperiode entsprechend und angehörend, als ungewöhnlich aber erscheinen die unveränderten Schilde der Würfelkapitelle, das Fehlen des Halsgliedes »wischen Säulenschaft und Kapitell, sowie der nicht massive, 'mt* dern aus Läufern und Bindern, aber konstruktionsgemäß aus 23 Teilen bestehende Bogen. Die Kapitelle sind mit verziertenl Kämpfern überdeckt und die Säulenbasen in' einer Weise profiliert^ daß Parallele hierzu nicht angegeben werden können. Tie polv-> gonen Säulenschäfte sind verziert, mit besonderer Aufmerksam keck behandelt und aufrecht wechielnd, in den vertieften Teilen mit tiefblauer und roter Farbe gefärbt gewesen, was noch deutlich zu erkennen ist. Nach Einsendung der photographischen Aufnahme ist von sachverständiger Seite die HerstellungsMt mit der zwecken Hälfte des 12. Jahrhunderts angegeben, dem jedoch entgegenstehen dürfte, daß nach 1150 ein Abgehen von der vollendeten Formen-, gebung des romanischen Baustils nicht stattfand, diese sogar va> lassen wurde. Die Entstehungszeit dürfte doch wohl als vor; 1150 anzusehen sein.
— Der Sergeant als Kunstmaler. Aus London wird berichtet: In der großen Gemäldeausstellung der Ropak Academp wird in diesem Jahre ein prächtiges kleines Aquarell zu sehen sein, das nicht nur durch die Feinheit der Farbe dass Interesse beansprucht. Das Heine Kunstwerk, das eme Straßen-, studie aus Rochester darstellt, ist nicht von einem berufsmäßigen: Kunstmaler geschaffen, sondern von einem Sergeanten des Jngenieurkorps, von dem Sergeanten Stephens, der gegen-, wärtig zur Festungsschule von Chatham kommandiert ist. Scho« als Soldat hat Stephens in seinen Mußestunden zum Pinsel gegriffen, und da ihm sein Beruf nicht die Möglichkeit bot, die Hilfe bewährter Lehrer und Künstler in Anspruch zu nehmen, entwickelte er durch ein stetes Studium der Natur selbständig und ohne Anweisung Jein in der Tat überraschend seines malerisches Talent. „Mein ganzes Leben lang hatte ich eine Borkige für das Malen," so erklärte er lächelnd „Ich habe nie auch nur cnaj Malstunde gehabt. Alles, was ich kamt, habe ich mir track und nach erobert und der Natur abgelernt. Das Aauarell in der Akademie ist die Frucht von nur sechs Stunden Arbeit " Als Angehöriger des Ingenieur kor ps hat der Sergeant natürlich die militärischen Zeichenkurse besucht uno bann in fernen Frerfturidenl Kurse über Anatomie und Trachten künde gehört, 'so ist er in. der Malerei im strengsten Sinne des Wortes ein „Selfmademan" unh bart sich redlich freuen, daß er jetzt als .Künstler öffentlich anax könnt und sogar m die Ausstellung der 'Akademie einziehen wird.
Reichen b. Iihnerkuu^., »jity läuiM «ap
8rettag, 28. April Pfi
Rotationsdruck and Verlag der Brühifchan Universität! - Buch- und 6<einbructeceL Ä. Senge, •'«feen.
Lin Rückblick auf die oberhesfifche Landwirtschaft vor 60 Jahren.
i.
Aus alten Akten des landwirtschaftlichen Vereins für
Zahrerbericht des Eichener Tierschutzverelns für das Zahr mo.
* Gießen, 28. Aprck.
unsere Väter tätig mären, um dem deutschen und hiei obcrl).imd)cn Boden möglichst hohe Erträge abzugewinnen.
seren Vatern — ich spreche von den heute lebenden Veteranen des
\Ä: e kranken. Soeiferoaren
rnleo,
KilWer
^oxterrin mif nlbern.(ti i '-K°rl 5eZ|.. 'etobnunq abwl- -mvff, Marb^-. |
lenke*
Strasse U ,rößier AuSn>a°- । Stühle' Me, Spiegel, stühle kor-e.
ao *luv O
Vorstandssitzungen wurden im verslossenen Bereinsjahre nm; Juni, 17. Oktober, 5. Dezember und 13. Februar abgehalte«. Um einigen vielbesckMigten Vorstandsmitgliedern den Besuch dest Sitzungen zu ermöglichen, tagte der Vorstand ausschließlich an Montagen. Mit der Durchsicht der Satzungen, deren Neudruck sich als notmenbig erwiesen hatte, betraute er einen dreigliedrigen Ausschuß. Neben äußerlichen Aenderungen brachte er die Wahr eines 2. Schriftführers sowie die Anpassung des RechnungsjahrSi an das Kalenderjahr in Vorschlag. Ter Vorstand stimmte ihm zu Und beantragte diese Abänderungen, worauf sie in der Hauptversammlung vom 23. Juni 1910 beschlossen wurden. Aus der Hauptversammlung des Haupkvereins, die in Schotten abgehalten wurde, war der (tzicßencr Zwcigvcrein durch seinen Vorsitzenden;
kflei
®geT^'
«Mei igstffi S*
usw. ist aus dm Akten nichts ersichtlich.
Vielleicht hat das tolle, unruhige Jahr 1848 ber weiteren Einfuhr von Zuchttieren Einhalt getan. Unruhige Zeiten, Kliegs- zeiwn, erweisen sich als kulturfeindlich. Sie machen wohl ixe Lust rein, auch die Seelen der Menschen, es gedeiht alles Hintere her besser. Anscheinend ist die planmäßige Zucht in den kommenden Jahren wieder eingeschlafcn, schon 24 Jahre später fand man kaum noch Spuren von der Einfuhr Schwyzer Rinder. Der ein* heimische Schlag erwies sich lebensfähiger und wucherte ilber das fremde Blut hinweg. — Vom Vogelsberger Rind ist in den Akten mit keinem Wort die Rede. Es erhielt sich aber zäkftebig in einzelnen Bezirken der Provinz bis auf unsere Zeit. Wann wird es zu der Geltung kommen, die ihm, dem Produkt unserex Scholle, gebührt?
sowie durch Rmtner Daniel Heil vertreten.
Vom Tierfchutzverein für das Großherzogtum Hessm bezogen wir 480-Stück seiner Allgemeinen Tierschutz-Zeitschrift, so daß die Mitgliederzahl unseres Vereins im letzten Jahre etwa 480 betragen haben mußte. Nach ber Mitgliederliste gehören ihm dagegen zurzeit 504 Personen an. Der Vorstand hat vor geraumen Zeit 500 Stück Anmeldungskarten und die gleiche Anzahl Mit- gliedskarten drucken lassen, selbstredend in der Erwartung, daß Gießens Bürgerschaft von beibem weitgehendsten Gebrauch machen nicht nur der hilflosen Tierwelt wegen, sondern auch um tfrea; selbst willen (denn Tiere schützen, heißt Menschen nützen).
Aenderungen innerhalb des Vorstandes wurden durch die Versetzung des Polizeiarntmanns Reinhart veranlaßt. An seine Stelle trat Regierungsrat Gebhardt. Ferner gehörten dem Vorstand durch Neuwahl der Tiretter des städtischen Schlachthofes), Modde, und Lehrer H. Müller an.
Zahlreiche Flugblätter, Jahresberichte und Zeftschristen wurden in den Vorstandssitzungen in Umlauf gesetzt, wobei Artikel von
Die Kunftöenfmäkr Unteritaliens.
Obwohl Italien wie kaum sonst ein Land das Ziel einer Unmenge Kunstbeflisfener ist — ber nur Sunfr- genießenden gar nicht zu gedenken —, so gibt es dennoch ausgedehnte Gebiete, die wenig gekannt und fast völlig unerforscht sind. Zu die,en gehören in erster Lime die östlichen unb mittleren Provinzen Subttclliens: die Gapitanata, Terra bi Bari, Terra b'Otranto, bte Basilicata und Ealabrien. Die Kunstbenkmäler, bie diese Kreise besonders aus ber bvzantinischen, normannischen und hohen- ftcn,rischen Herrschaft bergen, sind bisher von der Kunst- tnssenschaft fast gänzlich unbeachtet geblieben. Es ist daher eine erfreuliche Erweiterung, wenn bas Preußische Hist o r i s ch e I n st i t u t i n R o m <zu seinem bisherigen Ziel, die römischen unb italienischen Archive und S)iblioteeren shstemarisch zu erforschen, um alle für bie beut,a)e schichte irgend wichtigen Materialien zu verzeichnen, auch die Aufgabe auf sich genommen hat, die kunst- und bau* geschickt) icken Denkmäler des Mittelalters und besonders ber Sraufenzeit der Wissenschaft zugänglich zu machen. Ten äußeren Anlaß dazu mag wohl die Reise des Kaisers int Frühjahr 1905 nach Bari, Castel bel Monte, Tram, «udo, Bitonto, Altamura zur Besichtigung ber Kastelle Friedrichs II. gewesen sein, an der sich auch der Direitor des Institutes, Prof. Kehr, tätig beteiligte. Innerlich ü ja die Ausdehnung der historischen Studien auch auf bie Kunst- und Baugeschichte mir zu begründet, denn ohne sie könnte das Institut seinen Arbeitsplan, ber Geschichte ber Lanqobarben, Normannen und Staufer nachzugehen, m umfassender unb erschöpfender Weise kaum gerecht Serben
Eine erste Frucht der von Prof. Haseloff int 23er- solq dieser Ergänzung des bisheriger! Arbeitsplanes an- Mellten Studien/komrte schon int Jahre 1906 bem Kaiser, ber für d.ie staufischen Bauten das regste Interesse he- kundet hatte, zur Feier ber silbernen Hochzeit überreicht Derben , ein im Buchhandel nicht erschienenes großes Tafel, werk über das Kastell in Bari. Seitdem sind die in Befrackt kommenden Provinzen in zahlreichen weiteren Studienreisen systematisch durchforschst und ein gewaltiges Material gesammelt worden, dessen Bearbeitung sich Prof.
Vrr. ins fehlten dazu eine Reihe von Vorbedingungen, ohne die wir nicht io rasch vorwärts gekommen mären. Die Agri- tulturchenu kam erst durch Liebig für bie Lanbwirtschaft zur Okltung, der damals seine chemischen Briefe schrieb. Von Hilfs-- düngerit wußte man nichts, man hatte durchaus kein Verständnis dafür Auch deren Herstellung, bie später die Industrie so außer ordentlich bcfcbäitigle, steckte in den Kinderschuhen. Man fing an mit „mineralischen" Düngern zu crberimenticren, wußte aber nicht, was man tat. Nach bem Gehalt dieser mineralischen Dünger fragte man gar nicht. — Eisenbahnen kannte man nur von vörensagcn, Saatgut konnte von außerhalb nur durch Fracht- fuhrwerk h.rbeigeschafst werden, ja, der Verkehr von Dorf zu Torf war schwierig, da ausgebaute Wege fehlten — rmr billige Arbeitskräfte waren vorhanden. Das war das einzige Gute, was unsere Väter vor uns voraus hatten.
Unterfurfjen wir nun an Hand der Akten, wie unsere Vor- iahrcn in jenem Jahre es anfaßten, um trotz aller Hemmnisse das landwirtschaftliche Gewerbe in der Provinz zu fördern.
Welche Geldmittel waren vorhattden, und wie wurden sie verwendet'? Schon lange vor dem Jahre 1846 hatten sich die beftcr, die einsichtigsten Landwirte, die Verwaltungsbeamten, zu- 'unmnigetan unb batten den landwirtschaftlichen Verein für die Kwvinz gegründet Ihm traten die Forstleute, die Veterinär- mebhiner und alle Leute bei, die an der Landwirtschaft ein angeborenes ober anerzogenes Interesse hatten.
Die Organisation war dieselbe wie heute, auch die Bezirks- Vereine bestanden schon als Organe des Haupwereins. Die Zentralstelle in Darmstadt vertrat die Interessen der drei Provinzial- oercinc des Laiches. Präsident des Vereins war damals v. Firw- babi'r Jordis (Besitzer; des Neulwses bei LanggönS?), Vizepräsident Kentomtmann Schneider in Gießen, Sekretär und Vereinstechnifrr ?r E Fries in Oließen, Rechner der Dekanatsrechner Dauernheim n Gießen.
Ter Mckgliederbeittan betrug 3 fl. Tic Tistrifrseinnehmereien loben die Beiträge. Außer den heute bestehenden sechs Kreisenl ) es damals noch die Kreise Grünberg, Nidda, Hungen, Bieden- if uno Bohl. Ter Kreis Lauterbach wird als Landratsbezirk iterbad) aufgejührt.
An Mitgliederbeiträgen gingen im Jahre 1846 ein 2431 fl. , war damals ein Maffa Vorrat von 1607 fl. 441/2 fr. vorhanden. Für abgegebene ober vermittelte Sämereien gingen ein i l fl. 27 fr., für mineralische Tüngcr 84 fl., Erlös aus Sck)wyzer und Berner Zuchttüeh 5179 fl. 37 fr., aus bem StaatsfonbS imirden hergegeben 1999 fl. 44 fr. Die Einnahmen betrugen also 11363 fl. 32i? fr. Davon mußten 6206 fl. 50 fr. mieden cn die Staatskasse abgeführt werden, da diese die Geldsumme nur vorlegsweise hergegcben hatte.
An den Ausgaben läßt sich erkennen, in welchen Richtungen der Verein besttebt war, die Tätigtet seiner Mttglieber zu fördern.
Nach den Aufzeichnungen wollte man
1 die Rindviehzucht,
2. den Wiesenbau, __ „ ,
3. die bessere Behandlung des gewonnenen L-talldungers fördern Es sand demgetnäß ein starker Import von Zucht- material des S ch tv n z e r und Berner Schlages aus der Scktveiz statt. Im Jahre 1846 entlieh der Verein für Men Zweck aus ber Hauptstaalskasse die Summe von 6206 fL oO fr. Es wurden bei der Versteigerung der eingeführten Zuchttiere an bic G.nielnden und Einzellandwirte erlöst 5179 fl. 37 fr., so daß der Verein eine Zubuße zu leisten hatte von 1027 fl. 13 fr. —
Giehener Anzeiger
General-Anzeiger für Gberheffen
Der Präsident läßt weiter eine Rechnung aufstellen, wonach die Einkaufskommission elf Zuchttiere für die Freifrau von der Bordes, hochwohlgeboren in Wasserlos, eingekauft unb geliefert hat. Danach betragen bie Reise- und Transportkosten aus der Schweiz bis nach Offenbach pro Stück 32 fl. 39 fr., die Einkausskosten betrugen für einen Stier 90 fl. 40 fr., für 4 Kühe ä 165 fl. 20 fr., für 6 Kühe ä 218 fl. 40 fr. Es wird gebeten, den Betrag für unsere Rechnung an die Herren M. A. v. Rothschild Söhne in Frankfurt a. M. gencigteft bezahlen zu lassen. — Auch der Oberforstmeister Freiherr v. Nordeck zur Rabenau beteiligt sich an dem Bezug von Zuchtri übern. Die Transportkosten eines Tieres betragen etwa den 6ten Teil des Wertes desselben.
Im Herbst 1846 werden in Gießen in der Hosreite des Bürgermeisters Reiber Bullen (Stiere) versteigert, der Steigerungspreis ist in Klammer beigefugt: An die Gemernde Obermockltadt (125 fl.), Märkerschaft Bellersheim (100 fl.), Präsident v. Firnhaber-Jordis (86 fl.), Ga. Lohin in Gießen (91 fl.), Gemeinde Brndsachfen (100 fl.), Gemeinde Villingcn (93 fl.), Gg. Lohnt m Greßen (83 fl.), Pächter Gerlach-Eberstadt (115 fl.), Gemernde Grogen- Buseck (100 fl.), Gemeinde Langd (99 ft), Gemeinde Muschen- heim (70 fl.), Pächter Karl, Hof Hasselheck (80 sl.).
Mit dem Einkauf von Zuchtvieh hängt auch eine Chaiseir- fahrt zusammen: Franz Block im Rappen hquibiert für eine Fahrt nach Salzhausen 8 fl. und 48 fr. Chausseeauslage und 1 fl. als Trinkgeld an den Kutscher. — Der Bürgermeister Dern von Hausen transportiert 12 Stiere von Salzhausen nach Gießen. Er liquidiert für Transport, Zehrung, Fütterungskosten, Wegegelder 8 fl. 25 fr. — Ter Ausrufer Moll in Gießen liquidiert untenn 7. Oktober 1846 für das Ausrufen der Versteigerung der Zuchtstiere 24 fr. — Der Schreinermeister Wilhelm Werner schlägt mit einem Manne in der Scheuer des Herrn Müller (Einhorn?) „Schaldriemen an, vor die Ochsen daran zu binden".
Daß bei dem Marsch ber jungen verwöhnten Bullen aus ber Schweiz nach Ober Hessen trotz aller Sorgfalt Unfälle unb Krankheiten vorkamen, ist selbstverständlich. Tie lungen Tiere mußten, um überhaupt den Marsch aushalten zu können, beschlagen werden. Bei dem Transport aus der Schweiz in unsere Provinz bleiben in Heldenbergen zwei Bullen liegen. Der Wirt Michael Zeh in £»(Ibenbergen liquidiert im Oktober 1846 für die Pflege, Behandlung der Bullen vom 24. September bis 16. Oktober 33 fl. 51 fr. c
Die eingeführten Bullen wurden anfchernend zunächst nad) Salzhausen verbracht. Wir sehen aus der Rechnung der H. W. Seums Wlve. zum Kurhaus in Salzhausen, daß das Heu damals 2 fl. 42 fr. per Zentner kostete. Aber das Jahr 1846 war Haseloff dauernd widmet, so daß wohl in den nächsten Jahren eine zusammenfasfende Veröffentlichung der zahlreichen neuen Ergebnisse in einer Reihe von größeren Wercken zu erwarten steht. — Ein mit diesen Forschungen über die Burgen und Schlösser der Hohenstaufen und besonders Friedrichs II. im engsten Zusammenhang stehendes Ergebnis hat der Privatdozent der Universität »alle, Dr. Wacker nagel, soeben in den „Kunstgeschichtlichen Forschungen", die das Historische Institut im Verlag von Karl W. Hiersemann in Leipzig herausgibt, unter dem Titel: „Die Plasttk des 11. und 12. Jahrhunderts in Apulien" veröffentlicht. Auf den ausgedehnten Studienreisen, die er gemeinsam mit Prof. Haseloff in Süditalien ausführte, hat Dr. Wackernagel besonders den plastischen Denkmälern der b^antinischen und normannischen Periode eine eingehende und sorgfältige Berücksichtigung angedcnhen lassen. Es ist ihm gelungen, zahlreiche, zum Teil sehr bedeutende Stücke aufzufinden und manche neue Aufschlüsse über die von Schulz und Bertaur bereit» bekannt gemachten vereinzelten Denkmäler dieser Kunstperiode zu geben.
Durch die so gewonnenen chronologischen und stilkritischen Anhaltspunkte hat nunmehr die kunstgeschichtliche Entwickelung der vorstaufischen Zeit klare und greifbare Gestalt angenommen. Es ist daher wohl zu hoffen, daß auch die roeiteren kunsthistorischen Arbeiten, bie unter der Mitwirkung des JnstiMtes entstehen, oder von chm gefördert werden, ähnlich bedeutende, wissenschaftliche Ergebnisfe haben, wie die bisher allein gepflegten historisch-archivali- fchen,'denen wir bereits überaus wichtige Aufschlüsse verdanken.
flini’
ist schon cm Betrieb.
In ber Grvßh. Hess. Zeitung in Darmstadt vom 2. Okt. 1848 kündet ber Präsident den Verkauf der Sckwvzer 3ud)tfticre füc den 7. Oktober in Gießen an. Am gleichen Tage ist Victzmarkt in Östeßen. Die Bullen sollen, wie oben gesagt, in der Hofreitr besi Großb. Bürgermeisters Reiber versteigert iverbcu. Von ber Maul« unb Klauenseuche hatte man offenbar damals iwch keine Angst.
Wir müssen noch einmal nach den fronten Bullen nach Helden4 bergen zurück Der üreistierarzt Großniann in Vilbel hat sie in Behandlung. An Arzneimitteln wendet er an: Maß
Kampferspiritus, 2 Lot Rosmarinöl, 2 Lot Oviumtinftur, ' _• Pfb. Salmiak unb Salpeter Dr. Vix in Gießen, dem bie Rechnung des Tierarztes zur Nachprüfung vorgelegt zu sein scheint, setzte den Be<« trag herab. Tas läßt sich ber Kreistierarzt nickt gefall n Tie Ang«« iegenheit geht weiter an bas Großh. Hess. Me .lkollegium. in Darmstadt unb dies revidiert unb moderiert
9 fl. 43 fr. auf 3 fl. 02 fr. Der Kreistier _ ober übel, beklagt sich dabei aber bitter. — Tic eiben Bull:n sind nun gesund, sie werden nach Staben unb Lindheim frier an; den Rentamtmann Jordan verkauft.
Von ber Einfuhr anderer Zuchttiere, Pferde, Schweine, Ziege«


