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28.1.1911 Erstes Blatt
 
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Die heutige Nummer umfaßt 14 Seiten.

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KurzeNachrich tenausKun st u. Wissenschaft. <^n einer Privatgalerie in Antwerpen verbrannten tc ein Rubens, Ban T »ck und T e m i e r s im Geiamlwerte non ^00 000 Franks. Tie Gemälde sollten nach Deutschland verschickt werden Tic Professoren an der Berliner Universität, Heinrich Woelflin und Heinrich Mors, wurden tu Mitgliedern der Akademie der Wissenschaften ernannt. Ter 87jährige Altmeister der holländischen Malerei Josef Israels ist bedenklich erkrankt.

Tie Aufdeckung dO altchristlichen Menas-Heiligtums durch den Frankfurter Archäologen Carl Maria Kaufmann must ul: das bedeutsamste Ereignis bezeichnet werden, das die ckiristliche ! Altertumstunde seu den genialen Forschungen de Rossis in den Katakombeti Roms erlebt hat. Aus jahrtausendaltem Schlaf er stand hier eine altchristliche Stadt, von deren Existenz weder der Historiler noch d'er Archäologe etwas geahnt halte, wiewohl sie zeitweise an Glanz die nahe Rivalin Alexandrien überstrahtl halte. Tic völlig neuen Ausschlüsse, die dieser großartige Fund "in- das Wesen der altchristlichen Gesellschaft an der Peripherie Der antiken Kulturwelt gebracht hat, erörtert d r Frciburger Prosessor Josef Sauer auf Grund der wissenschaftlichen Publi- lationeii des Entdeckers in ihrer- Bedeutrulg für die altchnstlichc Kirchen geschickte und Arcktäologie in einer 4tb Handlung, die die von Prof. .Hinneberg heraiisgegebene Internationale Wochenschrift bringt. Als Kaufmann auf der Suche und; auf)äologi|d) bo merkenswerten Ställen längs der Karawancnstraße zwisdten Kar­thago und Alexandrien im Sande der Wüste Mariüt auf einige Menaskrügchen'stiest, ahnte er noch nicht, das; er- hier über jenem berühmtesten Heiligtum des ersten nackjckjristlichen Iahrlauiends stand, von dem man nur aus einem vielfach für eine Phanlan» sckilderung gehalt euren arabischen Reisebericht vorn Anfang, des 11. Jahrhunderts unterrichtet war. Tnrch die seit 1905 enngjt betriebenen Ausgrabungen wurden die wichtigsten Stätten des Menasheiligtums freigelegt, vor allem die Grufttirche des Seüigeii mit der unzweifelhaft festgestellten Krypta und einem heuigen. Sncll, isowie mehrere, den wachsenden Kullbedürsnissen enlipre chende Basiliken, größere Gräberanlcrgcn uiid anderer (Gebäude, darunter die Fabrik und Berkaufsstätte der schon bisher in grotzwi Mengen bekannten Menasampullen. Tie Gestalt des Heiligen Menas, die im Mittelpunkt dieses Kultes und dieser Ansiedlung steht, wurde infolge der neuen Funde als eine geschichtliche Per­sönlichkeit nackigewiesen. Wir wissen jetzt, daß Menas von Geburt ein Aegyvter mar, als Offizier in ber phrygischen Stadt K otynron diente, sich zur Zeit der dioklestanischen Verfolgung anlätzlich von Festspielen als Christ bekannte und ums Jahr 296 das Marli)rüun erlitt. Tic Legende Hal damr ihre bauten Fäden um die Figur des Heiligeil gewoben und mit ihr jene Kamele der- bunden, die auf den bildlick-en TarfteHungen zusammen mit dem Heilieen ersckieinen. All der Stätte des Meitasgrabes, um das sich dann im Laufe der Jahrhunderte die blühende Menas,tadt gebildet hat, bestand schon vorher zweifellos eine gröbere Nieder­lassung, denn die Oase, in der es liegt, ist als Wasseretappe zwischen der Mariüt- und Auladali-Wüste ichon früher ein wichtiger Ver-

Betlnnann-Holltveg überlassen, die Reststückc mit dem preußi I ^esSkM der Sej0l-UNg50rdNUNg oder Amortisation: scheu Wahlrechtswrack zu einem beschaulichen Museum-- llnjcr Darmstädter Mitarbeiter kommt in

einer Befprvckstrng der hessischen Schuldentilgungsfrage zu einem anderen Ergebnis, als die Regierung int Finanz ausschuß verkündete. Er glaubt, ein eingeschränktes ..>af, der Schuldentilgung erlaube doch die Mehrausgaben fttr die Beamteii. Mau kann über diese Frage gewist strei.cn jedenfalls aber sollte man dem neuen Finauzmiuister nickst 511 viel in fein Werk pftlschen und nicht wieder eine Fiuanz-

krisis heraufbeschwöreu. c r _

R. B. Darmstadt, 2c. Jan

Bei den zahlreichen Erörterungen, welche sich seither an den von der hessischen Regierung den Landstanden vor. gelegten Schuldentilgungs-Gesctzeiitwurl angeknuvft haluu, ist meist nur in einseitiger Weise die 1 heoretische .tot Wendigkeit einer stärkeren Schuldentilgung ins Auge gi- sasst worden. Darüber hat man mehr oder weniger vor nachlässigt, die finanzielle Tragweite dieses Gesctzcntwuis-.' in Verbindung mit der Finanzlage des Landes und den wei­teren großen Aufgaben, welche gelöst werden müssen, tzu bringen. Tie Thronrede, mit welcher der gegenwärtige Landtag eröffnet wurde, hatte als eine dieser dringenden Aufgaben die Au f b e f f e r u n g b c r ® e am t en g eb a 1 ter bezeichnet, und durch eine Leufichrift, die die Regte runq im Juli 1909 den Landständeii vorgelegt hatte, war der schlüssige Nachweis erbracht worden daß in öcl ^at bic hessischen Beamten wesentlich ungunstigei gestellt stitb, als die Beamten in den Nachbarstaateti. ^.azu kommt noch, daß auch zahlreiche Bittschristen^einzelner ^ategorleii von Hofbeamten wiederholt von de.n klauben als begründet an erkannt wurden; ihre Ausbesserung aberfclstte'st wie! die- im vorigen Jahre in Preußen geichehen ist, die nicht unbe trächtliche Erhöhung der Zivilliste in sich.

Für diese, von allen weiten als dringend notwend g erkannten Zwecke bedarf es in den nächsten FoMen erheb, sicher Mittel, bei deren Aufbringung zu beachten ist, daß die hessischen Steuerzahler bekanntlich mit zu den,am höchsten Belasteten im Reiche gehören. Tie großen fälle, welche die Provinz Rhemhesteii durch die schlechten Weinernten erlitten hat, und der damit zu,ammeiihangende Vermögensverlust lassen eine wertere Anspannung der Steuern nahezu als auSgeschloften erschcurem Erne ,olch würde aber unausbleiblich sein, wenn man gl e t ch z i rt rg bic Beamtengehälter erhöhen und die von der Regierung vorgeseheueu hohen Tilgungssätze ernfuhren woMe.

"Es ist richtig: Die hesstsche Staatsschuld ist in den letzten Jahren rapid gewachsen, der Zuichußbedarf der Staatsverwaltung ist rasch und stark gestiegen, die- laft für die Staatsschuld droht die ^teuernnnahmen voll für sich in Anspruch zn nehmen. Und dre,e ^günstige Entwickelung der Finanzen hat tu einer Zeit der .?Ddj Konjunktur stattgefunden, als die Eisenbahnen große lieber schüsse abwarfen, Domänen und Forsten gute Einnahmen lieferten, und die Erträge der Einkommensteuer nur 36 Prozent, die der Vermögenssteuer um 10 Prozent an stiegen. In dieser Weise tonnte es nicht weitergeheii, und der^Finanzausschuß der Zweiten Kammer hat bei den dies- jährigen Budgetberatungen schon gezeigt, dast es ihm ernst damit ist, die seitherigen Bahnen zu verlasseu -tc tv ter? Vermehrung der- Staatsschuld muß auf das ununu aänqlid) Notwendige beschrankt tverden und durch ein- aebenbe' Nachprüfung der ganzen Staatsorgan'.,atton Muß dafür gesorgt werden, daß das Land nicht unter den großen finanziellen Lasten zusammenbricht. Tie nächste Aufgabo vm? Regierung und Bolksvertretung aber tanu nicht sein,

----pslitiicbe rvochenscha«.

Gietzen, 28. Jan.

Wahrend man im Reichstag und in seinen Ausschüssen mit den wichtigsten Vorlagen sich aLmuht, IW mennio doch einer schlechten Ernte entgegen, sttlbst wenn man von den schwarzen Wettergewölk der. Neuwahlen ab- sehen wollte. Da sind die Sorgen un ^^lande Elsaß- "othriugeit, die unentschiedenen .Fragen auch in der Ost­mark. Wir haben berichtet, daß vor einiger Zeit Herr von Bethmann-Hollweg eine dehnbare und darum unbe­friedigende amtliche Erklärung über die Polenpolitik vom Stapel des Regierungsblattes hat laufen lassen, aber über seine Sorgen im Reichslaude hüllte er sich in Schweigen, kr hat sie bekanntlich durch seinen Gesetzentwur, selbst her- mifbeschworeii, aus welchen Grüiidcn.lwsterer staatsmänni­scher Weisheit, blieb der Mittvett ziemlich dunkel. Jetzt hat am Donnerstag der Staatssekretär

Vorlage im Reichstag begründet. Danach ist die Regierung mit ihrem Verfassimgsplau anscheinend rasch und zielbewußl vorgegaugen, indem sie dachte: es muß irgend etwai ge- schehen: aber das Wie war doch, wie Herr Delbrück aus- sührte, eine verwickelte und schwere ^age. Da komeu die letzten kSkaudalvorgänge, die deutschfeindlichen Aus^ schreitungen fanatischer Franzoslinge in Metz, und e.'sind alsbald Betrachtungen aiigestellt.worden, die dem NEU Entwurf der Regierung kein günstiges Schicksal versprachen. 2er Reichskmizler hatte ohnehin feinen rückhaltlosen An- bang in dieser Sache für sich. Ten einen sind die ver­sprochenen VoNsrechte z .2. "" ,

das allgemeine gleiche, geheime unb direkte .

Wahlreckst, die anderen hielten die Zustande in Elsast-Lothringen für eine sv einschueidende Verfassungs­änderung überhaupt iioch nicht für reif. Ihnen scheinen die letzten Vorkommnisse recht zu geben. Wenn man seht auch im Reichstage erklärt, die Vorlage bieteeine brauch­bare Grundlage", so klingt das zwar schon, aber nicht viel­versprechend. Manche Rater suchten den Kanzler aus einen Weg zu drängen, an den er vorläufig nicht gedacht hat. In manchen Blättern, darunter zum Beispiel die ..Straßburgei Post', die mancherlei Beziehungen zum Statthalterpala< unterhält, ist sehr ernst und offen die F-rage besprocku t worben, oft man Elsaß-Lothrinam nicht Preuszeii einver- leiben oder unter Preußen, Baden und Bavern verteilen solle. Diese Erwägungen haben auch im Reichstage einen Widerhall gesunden, sie sind aber zu neu und nhgewohnt um durchschlagend zu werden. Demsenigen, der nicht selbst Ein­blick in die Entwickelung des Reichslandes 9^00^ hat wird es äußerst schwer fein, cm wohlerwogenes Urteil ixbcr bic Frage abzugeben. Tag der Einverlcibung^schritt a 1» ein sichtbares Zeichen bestimmten Willens unb Beharren^ des Reiches aus die Franzosen einen nachhaltigen Einfluß ausüben und auch manchen Welschling in der Wcsttnark nnn phantastischen Träumen zurückrufen wurde, scheint sicher zu sein Tic Verfechter dieses umwälzenden lvedantens versprechen sich von den wirtschaftlichen Perspektiven, die sich den Bewohnern des Reichslandes bei seiner Einver­leibung in Preußen eröffnen würden, eine günstige Propa­ganda.' Jedenfalls wäre eine Aufteilung auf drei Bundes­staaten weniger ratsam, zumal Streitigkeiten und Eifer­sucht dabei nicht gusbleib

"en Nach all den Herrlichkeiten und Kost« hnrtcttcn o'e t-uitL uus dem berühmten Welthcilw.tum in der Mariütwüste ein märck)enhastes Bild des Glanzes machten, picht

scheu Wahlrechtswrack zu einem beschaulichen Museums dasein zu Der einen. . .. . m Ä ,

Zum Heiiischm WahlrechtSplau rst >u dreier Woche auch , wieder Neues verkündet worden. Der Bericht des Ms- , schusses der Ersten Kammer kündigt an, daß diesem ->oaiw den Beschlüssen der Zweiten Kammer trotz mancher giwnd Mlicher Bedeukeu in den -ntsch-id-nden Wendungen zu­stimmen wird. Wir dürfen uns besten treuen, obgleich auch wir, wie früher aiisgeführt wurde, an der von der Zweiten Kammer vollendeten F-a.,suiig, namentlich was da^ geplante Pluralsystem ai^eht, keine ungetrübte Freude haben. Allein das hessische Volk wünscht, daß diese isachc nicht noch weiter verschleppt werde ntand^ anberc ErforbemiiS hängt ja gleichfalls noch in ber Schwee So ist int Finanzausschuß iber Zweiten Kammer ^ejer flagc vom Regierungstische erklärt worben, bic Beamten wußten sich mit ber Ausbesserung ihrer Bezüge vorlausig noch ge^ dulden, denn solche Aufwendungen seien nicht ohne eine nene Anziehung der Steuerschraube zu machen. Wir bedaiicrn biete traurige Lage. Wenn die Regierung ausfuhren ließ, wieviel Leute im Hesseulande noch schlechter aeftellt seien als die Beamten, so wird da­

für diese nur ein schwacher Trost sein. Die Beamten sollen a im allgemeinen im Bürgertum nicht gerade die unterste Stufe einuetjmen. Zmmerhiu, es ist wahr: Der gewerb-

1 siche Mittelstand unb nicht wenig Privatbeamte haben glcim- 1 falls Grund, über ihre Rot zu klagen und vor einer un- oeroiHen Zukunft zu bangen. Bei der aussteigenden Ent- : Wicklung aber in Hessens Finanzen haben unsere ^giernngs- beamten wenigstens die bestiiuiiite Einlösung der setzigen Versprechungen in allernächster Zeit zu erwartem Man muß dem neuen Finanz Minister nochetwas Zeit lassen. Wenn em Dannstadtcr Blatt zu ber Verhanblung vom letzten Mittwoch ich^b, die Verkündung der Regierung habe emc direkte Staat s fahr im Gefolge, so ist das doch wohl eine gar zu pessi- mistische Auffassung von der Pflichttreue und der Loyalität der hessischen Beamten. Im Statasvoranschlag für das Jahr 1912 aber wird es höchst wahrscheinlich ohne emc neue Steuererhöhung nickst abgehen. *

Unter solchen Zeichen geht cs den Neutvahlen ent­gegen! Man sollte meinen, daß es da für redliche burger- iici;c Politiker mit einer Aufklärung über den blauschwarzen Block allein nicht getan sei. Alles was hierbei von der schiesen Ebene abwärts läuft, sammelt sich dock) wohl nur vorwiegend im Becken der Sozialdemokratie. ^er Giegener Reichstagswahlkreis, der demnächst ins Vorbotcngcsecht kommt, bietet am Ende dieser Woche

Tic Hoffnung auf irgend eine Einigung ist ziemlich restlos dahin: vier feindliche Haufen rücken georuemander lmv Tic liberalen Brüder haben die zur Versöhnung auvgestreckte Hand wieder zurückgezogen und werden bei der Wahl mm vielleicht beide ausgeschaltet werden. Morgen ftndet m Vertrauensmännerversammlungen der beiben Parteien da» Begräbnis des guten Vorsatzes und mit der Ausstellung eigener Kandidaten vielleicht auch die -Hervor,charrung be^ Krieqsbeiles statt. Zuletzt war von den Nationalliberalen als aemeinsamer Kanbibat noch Regicrnngsrat xr. ..(.erd : □Zi mae)^Iageii, von ber Fortschrittspartei aber : nLnfchiit worben Die Deutschsozialen unb 'Christlich- ?ouatai roolleu ibrcu gcmcinfmucn Kaudidatm heute bereits auf ben Schilb erheben. Soeben gebt uns bic Melbung zu, baß bie Ersatzwahl am 10. März ftattfmbeii wirb.

wirb. Der Reichstag wirb sich wahrscheinlich begnügen, bic Regierungsvorlagc abzütelstien unb wirb es Herrn voiis

nt 24 Erstes Blatt M Jahrgang Samstag, 28.3onu« W

»GiehenerAnzeiger

B-S General-Anzeiger für Gberyesfen LtzM

ttö vormittags 9 Uhr. --

^hrsounkt aeroeicn. Ihren eigentlichen.Mw>mg °ber v-rd°ntt Kt^fnnden ^e^en tattm bic Ansiedlung erst dem .Nulte des heiligen-Menasimter Mariütwüste ein märckzen.,-...- . hinvh dem Patriarchen Athanasius und dem Kaiser Konstantiii entitand allerdings heiile vergebens, w durch oem i Grufttirche, kurz danach unter Kaiser Arkadius eine mU-? 0- große Basilika, die unmittelbar Östlich an die Grufttirche angebaut wurde Im 5. Jahrhundert war der Ruf des Heiligtums w ge­stiegen daß es Kaiser Zeno zur Stadt erhob, E große Garnison - m ietete und zeitweilig seine Residenz dort aunchlug. x5m 6. unb : 7 Ja^kn^ert überstrahlte die Menasstadt an Prunk und Glanz ;

ihrer Bauten und an Lebhaftigtcit des Verkehrs Alexandrien. Wallfahrer strömten aus der. ganzen christlichen Wett. SwammeN' lim f1icr Heilung unb Seligkeit zu nnden. 9. unb 10. >;ahr- hunbert aber erlag die Stadt dem Anbrrngen der MMems, bic niclc Kostbarkeiten fortschlepvten und die Blüte der <5tnDt ver- n ticten 3n 1« erften 3eit ihrer Verödung bmduetc ein arabischer Reisender von den staunenswerten Bauten.ber tunt fr» berühmten Stadt, und dies war die einzige Kunde, die nck) Zn fältta^erhalten hatte Tie ungeheure Beliebtheit und Verehrung dieser Kultstätte knüpfte sich an die heilende Wunderwirkung, die man dem Wasser vom Mcnasgrabe zuschrieb- Durch elnat grotzen ^asserleitung«kanal, ber fick) unter dem westlickien Eilde der Grün Urcke hindurchzieht, ist das Wasser im engsten Zusammenhang nrit dem Kult und der Grufttirche gebracht. 2,1c am anderen Ende ber Stadt liegende Bäderbasilika weist ein .lusgeblldete^ <-nstem m»n 'Habeanlagcn, sogar mit Heizvorrichttingen, am. -r-U' zahl­reichen Menaskrügckxm, bie; schon rrüher bekannt waren, stellten Andenken an die Wallfahrt sunt Mcnasgrabe dar und enthielten Wasser von seinem Hcilqiiell. Tas Menasheiligtum ist aljo da. Lurdcs ber altchristlichen Zett gcwesem Sein Ruhm überstrahlte s«ihrhunbertelMtg jede andere agvptvche, wenn nicht uberhauvt edc christliche Gnadenstätte. Ter heilige Menas erlebte einen wahren Siegeslauf durch die damalige Kulturwelt: überall ent­standen Mmaskirckcn. Tie Wallfahrer, die vom Mcnasgrab An- denken und Heilmittel fornrahmcn, brachten ihrerieUt, Wcih-Ge- schenkc mit die sie in der Gruftkirche des Heiligen niederlegten. Biele dieser zum Teil gewiß kostbaren Gaben find bn den ver- sck icdenen Plünderungen >ind bei späteren Räubereien von Beduinen wrigeschlepvt worden. Anderes hat sich erhalten Uuter deii Sattalbauten der Menasitadt ,mb von besonderer kunstgc.ckucht- tidxr Bedeutung die vier Baiüikcn, von denen zwei m der Mitte de/ 4 Jahrhunderts cniltanbcu sind. Gegen die Schönheit, die sich hier im Grundriß mw der Gliederung der Bauten sowie m dem vlastiscken Lrnamenttckmuck offenbart, wirkt alles, was Rom de? FMzeft des Basilikastils besitzt, belangen und unsicher.

Aus den Trummerh<mfenzer,.tückelter ^tem^ausdenen dicie Bauten hcrELLgen, werden stch noch etue utile von wichtigen

Tic Behandlung der Paralyse.

ridt daß es den Wiener Pivfessiren W a g n e r v. a u r e g g unb'P ilc z gelungen sei, progressive Paralyse dadurch zu Heilen, daß man mit dem >1 o ch s ck e n T u b e r lull n bei Parattstuern lünftlid) Fieber erzeugt unb bic,c gleidizeitig mit cavay filber unb etwas Schilddrüsensaft behaiwelt, nimmt Proustoü or Jriebländer, der Leiter des betannteu ^anatoriump ber Hohen Mark im Taunus, in der Frantturter Zettungi du-- Wort. Professor Friedländer sagt, day er leit mehr als 13 Jahren unablässig an dem Ausbau dmer theraveu tuchen Methode arbeitete. Er wurde dabei von den Hsomwren Ehrlich, Friedberger miterstutzt. Er Mitzt der Entdcdimg Gelehrten sehr große Bedeutung ber und meint, wemi'diese Mitteilung Beachtung sinde, nuine sie an nd) öcinahc ebenfo großes Aufsehen erregen, wie die lLhrlich-Hata'chc Emt- deckung Ticie Nachricht werde in Kürze durch den Telegraphcu in allen Ländern verbreitet sein, die betresienden Kranke und deren Angehörige werben stürmgch verlangen, ocr neuen Be­handlung nitterzogen zu werden.Grope Hoffnungen, ichrelbt Prosessor Friedländer,entstehen über Nacht, bis es dann zum Rückschlag kommt und bic wi^^cni^^aTtll^^£: Sor,d)img> unb eine Methode geächtet wird, bic auch meiner Ucbcp.ugung nad) vmi größter Bedeutung werden kann, wemt uns Ruhe unb Zeit gelassen wird, sie ouszubaucn, zu erproben, zu mnoicren m aualitatioer und quantitativer Beziehung Brofeiwr Friedümd-i faim in kleinem Maßstabe die (rrgebninc der -Wieiicr schule der Fiebcrthcravie vus eigener Enahrung bestätigen, aber er hält 2 noch nickst au der Zeit, von vei ungen zu ,brechen, 'chon deshalb nicht, weil die vrogressive Paralyse manchmal natürliche Stillstände und Besserungen ausweist.