junb iÖl u f a 1) e l Sic als Nachfolger V) e s abgesetz - ten Sultans Abdul Asis ausge:rufen.
Zu den neuen Münzprägung en, wird und aus Berlin geschrieben: Im iL^udgetausschuß des Reichsrugs ist darüber Kmge geführt w-L'rden, daß im letzten Jahre zu wenig Silbermünzen ausg^vrägl worden sind. Diese Klagen sind reicht berechtigt. Nachdem vor etwa 2 Jahren die Neuprägung von Zweima.rk- und Füns- markstücten vorläufig eingestellt worden war, da der vorhandene Bedarf hinreichend gedeckt war und pt mit Rücksicht auf die Beliebtheit des neuen Dreimarkstücks dieses in großem Umfange ausprägte, ist jetzt wieder angeordnet worden, daß auch die Zwei- und die Fünf marks stücke wieder neu ausgeprägt werden. So sind für das Jalsr 1911 für 30 Millionen Mark Dreimarkstücke, für 5 Milli o?nen Mark Zweimartstücke und für 5 Millionen Mark Fün s Markstücke bei der Münze in Auftrag gegeben worden.. Diesen 40 Millionen Mark Silbergeld für 1911 stehen 50 Millionen Mark Silbergeld für 1909 und 40 Millionen Mai: k Silbergeld für 1910 gegenüber, so daß also in den letzten .3 Jahren fiir 130 Millionen Mark Silbergeld ausgegeben i'esp. bestellt worden ist. Es befinden sich zurzeit etwa 255 Millionen Mark Fünfmarkstücke und über 300 Millionen Marl Zweimarkstücke im Verkehr. Bis Ende 1910 waren estdva für 80 Millionen Mark Dreimarkstücke im Verkehr.
Was das neue 25-Pfenuigstück anbelan'.^t, so sind bis zum 1. April 1911 für 5 Millionen Mark geprägt worden und für abermals 5 Millionen Mark für, das laufende Jahr in Auftrag gegeben worden. Von den 20 Mk., die laut Gesetz auf den Kopf der Bevölkerung an Selber ausgeprägt werden dürfen, sind bis jetzt 17.4 Mk. pro HÄopf ausgeprägt worden. Das Zehnmarkstück nicht nrehr auszuprägen, wie gewünscht worden ist, ist nicht beabßl'ch- tigt, ebensowenig ist eine Ausprägung von Fünfzi' g- markstücken in Gold geplant, wie vorgeschlagen werden ist, zumal eine solche Ausprägung mit unseren Wauh- rungsgrundsätzen nicht vereinbar rft.
Der Kaffer in Korfu.
Achilleion, 27. April. Der Kaiser begab sich heute früh zu Fuß über Perama und Canone nach G a r i tz a , wo nunmehr die Ausgrabungen mit reichlich vermehrten Arbeitskräften fortgesetzt werden. Auch die Kaiserin, Prinzessin Viktoria Luise, der Kronprinz von Griechenland mit Gemahlin und Brüdern waren erschienen. Außer den Professoren Doerpfeld und Karo waren Mitglieder des Ausschusses der griechischen Regierung zur Vornahme der nötigen Enteignungen anwesend, nämlich der Direktor des Nationalmuseums in Athen Professor Stais, der Direktor des Münzkabinetts in Athen Professor Svoronos, der Professor der Archäologie an der Universität Athen Tfuntas. Gefunden wurden unter anderem kleinere Brucystücke von Säulen, ein kleiner weiblicher Kopf aus Terracotta, vermutlich von einem Weih- gefchenk herrührend. Die Frühstückstafel fand auf der „Hohenzollern" statt. Die Königinmutter von England hat Korfu verlassen.
Deutsches Reich.
Die Vorträge des Reichsschatzamts über die Reichszuwachssteuer für Staats- und kommunale Beamte, die mit der Erhebung und Veranlagung dieser Steuer betraut werden sollen, haben am Donnerstag im Sitzungssaal des Reichstags ihren Anfang genommen. An dem Vortragskursus nehmen 380 Beamte teil. Die Vorträge verfolgen den Zweck, die Beamten mit den Schwierigkeiten der Reichszuwachssteuermaterie bekannt zu machen. Der Kursus wird drei Tage dauern.
Wie die „Wiesbadener Zeitung" an zuständiges Stelle erfährt, wird dem am 8. Mai in Wiesbaden zusammentretenden Kommunallandtag des Regierungsbezirks Wiesbaden eine Vorlage der Staatsregierung zugehen, welche eine planmäßig organisierte, hoch berechnete Hilfe aus Staatsmitteln und aus Mitten des Bezirksverbandes für di e notleidenden Rheingauer Winzer zum Ziele hat. Die Hilfe wird in Fo!rm zinsfreier Darlehen gewährt. Auf die Zurückzahlung eines Teilbetrages der Darlehnssumme soll vom Staate und Bezirkewerbande von vornherein verzichtet werden.
Ausland.
Die Reise des Präsidenten Falliöres nach Tunis ist mit dem 27. d. M. beendet. An diesem Tage fand in Suk el Arba ein Frühstück statt, lvährenddessen der Rasident dem Präsidenten für seinen Besuch dankte. Falliöres gab ferner Freude über das in Tunis Gesehene lebhaften Ausdruck und gedachte mit bewegten Worten der tunesischen Soldaten, die jetzt bestimmt seien, nach Marokko zu gehen. Falliöres reiste abends nach T o u l o n ab.
Dem „Echo de Paris" zufolge haben nun auch die Gesellschaften der Paris — Lyon — Mittelmeer-Bahn und der Südbahn dem französischen Arbeitsminister mitgeterlt, daß sie seiner Aufforderung betreffs der Wiederanstellung der entlassenen Eisenbahnangestellten nicht nachkommen können. Sobald die Antworten aller Bahngesellschaften eingetragen sein werden, wird das Ministerium über die hierdurch gefdjaffene Lage beraten.
Im euglischenOberhause Eünbigte Lord Curzanan, Lord Landsdowne bringe am 8. Mai den auf den Vorschlägen der Unionisten beruhenden Gesetzentwurf zur Reform des Ob erh au s es ein.
Das norwegische Stört hing hat 500 000 Kronen als letzte Rate für einen Torpedojäger, 2 400 000 Kronen für die Fortsetzung des Baues eines zweiten und für die Kiellegung eines dritten und vierten Unterseebootes, 200000 Kronen für Kanonen und 100000 Kronen für Minenmaterial bewilligt. Die Forderung von einer Million Kronen für die Kiellegung eines fünften Panzerschiffes wurde mit 78 gegen 43 Stimmen abgelehnt.
Nach einer Konstantinopeler Blättermeldung sind in der Landschaft Nedscha Unruhen ausgebrochen. Nachrichten der Pforte zufolge ift die Vorhut des Großscheriss von Mekka bereits an der Grenze von Asfir eingetroffen. — Aus Anlaß des Jahrestages der Thronbesteigung begnadigte der Sultan 73 wegen der vorjährigen albanischen Unruhen vom Kriegsgerichte in Debra, 267 wegen der Unruhen in Adana Verurteilte.
Aus Teheran wird gemeldet: Nachdem in der Sitzung der Medschilis am Donnerstag die erste Lesung der Vorlage über die englische Anleihe beendet war, bat der Finanzminister, die zweite Lesung sofort folgen zu lassen. Die Demokraten widersprachen energisch. Bei der Abstimmung erklärten sich nur 33 von 70 Abgeordneten für den Vorschlag des Finanzministers. Diese Niederlage der Regierung wird möglicherweise ihren Rücktritt herbeisühren.
Lin nieSerlänüischer Eewalistreich?
Manila, 27. April. Der „Rekuter" meldet aus Jolo: Die Holländer nahmen die Insel Palmas in Besitz, holten dort die amerikanische Flagge nieder und hißten die holländische. Die Vereinigten Staaten protestierten nicht, da die Insel für sie wertlos ist.
Washington, 27. April. Die Regierung erhielt keine Nachrichten von der Besitzergreifung der Insel Palmas durch die Holländer.
Amtlich wird aber erklärt, daß es, abgesehen von der Gefühlsfrage, keinen Unterschied ausmache, wessen Flagge auf der Insel wehe.
Die Insel Palmas liegt in der Nähe der Südspitze der Philippinnen. Sie ist in der Tat unbedeutend. Die Niederlande besitzt etwa 100 Kilometer südlich davon die Palaver- oder Salibaboe-Jnseln.
Aus sraSt imO Land.
Gießen, 28. April 1911.
*' Tageskalender lür Freitag, 28. April: Bürger: verein Gießen. Abends 81/, Uhr im .Einborn": Haupt- versaminluiig, daran anftlueßend um 93/4 Uhr: AUgem. Bürger- verjammlung: Veikehrs'ragen für Gießen.
Ortskrankenkasse Gießen: Allg. Versammlung: Tie Reitbsoersicherungsordmmg. RediierReichstagsabg. Bufold- iZriedberg. Abends 8«/, Uhr in Steins Garten.
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** Der VerkaufZtag der Großherzogin ist end. gültig auf den 13. Juni und die folgenden Tage angesetzt. — Architekt Hans Meyer ist diese Woche vom Großherzogspaar empfangen ivorden und hat die fertigen Entwürfe zu der Einriehtuug des VerkaufStages vorgelegt, die Billigung fanden. Der Großherzog ordnete an, daß die Arbeiten und Lieferungen zu der Veranstaltung nur bei Gießener Handwerkern und Gewerbetreibenden bestellt werden und bemerkte dabei, daß er wisse, daß man in Gießen alles ebenso gut und preiswert haben könne ivie anderwärts.
** Ordensverleihungen. Der Großherzog hat dem Reallehrer an der Realschule zu Gernsheim Adam Böhm das Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen und dem Zeichner und Maler Clemens Kissel in Mainz das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. — Der König von Preußen hat den nachbenannten Offizieren ufto. die Erlaubnis zur Anlegung der ihnen verliehenen nicht- preußischen Orden erteilt, und zwar des Komturkreuzes mit dem Stern des spanischen Ordens Isabellas der Katholischen: dem Oberst von der Schulenburg Kommandeur des Garde-Dragoner-Regiments (1. Hessisches) Nr. 23; des russischen St. Annenordens vierter Klasse: dem Obermusikmeister Löb er im Infanterie-Regiment Kaiser Wilhelm (2. Hessisches) Nr. 116, dem Obermusikmeister Schleifer im Jnfanterie-Leibregiment Großherzogin (3. Hessisches) Nr. 117, dem Obermusi kmeister Pagel im 5. Hessischen ^Infanterie-Regiment N^. 168 und Dem Musikmeister Röse tim Infanterie-Regiment Prinz Karl (4. Hessisches) Nr. 118; Ues silbernen Verdienstkreuzes des sächsischen Hausordens dtw Wachsamkeit oder vom weißen Falken: dem Lazarett- V Lwwaltungs-Unterinspektor Weide zu Gießen.
*" Erledigte Stellen. Erledigt sind: Mehrere Lehrer- und L e h re ri n st e lle n an dec Volksschule zu Darmstadt. Die Stelle eines Assistenten bei dem Steuerumr Pfungstadt. (Es werden nur Meldungen von dienstälteren Steueraussehern erbeten).
•* Hessischer Blumentag. Am Montag dem 1. Mar, ach mittags 3 Uhr, findet in StemS Garten eine Sitzung des Hauptausschusses statt, zu dem auch sämtliche als Verkäuferinnen mitwirkende Damen geladen sind. Besondere Einladungen haben nur die jungen Damen erhalten, die üch nach der ersten Besprechung noch angemeldet haben; dageger» sind die, die an der ersten Besprechung teilgenommen haben und damals schon mündlich für den 1. Mai geladen wurden, nicht nochmals besonders eingeladen worden. Nach- träglich angemeldete Damen, die versehentlich keine Einladung erhalten haben sollten, werden gebeten, chre Anineldung gelegentlich der Sitzung zu wiederholen. — Für den Blumentag ist auch eine künstlerisch ausgestattete, illustrierte Blumentags. Festschrift in Vorbereitung. Sie wird neben anderem illustrativem Inhalt Bilder des Gcoßherzogpaares nach dem Porträt von Laszlo und einige neue Aufnahmen der Großherzoglichen Prinzen enthalten. 9ln Text enthält die Zeitiinq eine Ociginal- erzühlung des bekannten hessischen Dichters Alfred Bock, einen Aufsatz über die Ziele der Mutter- und Säuglingsfürsorge, Notizen, wie in den einzelnen Kreisen des Landes der Blumentag gefeiert wird, u. a. m. Hofrat Alexander Koch tn Darmstadt hat außerdem die reizenden Bildchen von Hengeler zur Verfügung gestellt, wie ec auch das künstlerische Arrangement in dankenswerter Weise übernommen hat. Der Preis wird nur 20 Pfg. betragen. Die Festschrift wird in der Woche vor dem Blumentag in allen geeigneten Läden und sonstwie verkauft werden und auch am Blumentag überall erhältlich fein. Sie wird als ein schönes, bleibendes Andenken an den Bliimentag willkommen fein. — Alle Veranstaltungen zum Blumentag, soweit sie stempelpflichtig sind, wurden vom Ministerium des Innern für stempelfrei erklärt.
** Die nächste Tagung der hessischen Schwurgerichte beginnt am 12. Juni. Vorsitzender des Schwurgerichts für Oberhessen ist Landgerichtsrat K o ch , des für Rheinhessen Landgerichtsrat Dr. Bruhn, und des für Starkenburg Landgerichtsrat Müller.
** Silberne Hochzeit feiern morgen die Eheleute Isaak Michel hier.
* Na chtfernsprechdienst. Auf Antrag der Handelskammer hat die Kaiserliche Ober-Postdirektion in Darmstadt die Abhaltung des beschränkten Nachtdienstes bei der hiesigen Fecnspcech-Vermittelungsslelle gegen die Gewähr- leistungssumme von 650 Mark für ein weiteres Jahr genehmigt.
• • I n dem Vortrag über die Reichswertzuwachssteuer, der am Mittwoch im HauSbesitzeroerein flattfanb, war mitgeteilt worden, daß das Gesetz noch nicht im Buchhandel erschienen sei. Demgegenüber können wir mitteilen, daß das neue Reichswertzuwachssteuergesetz in der ,m Verlag von Emil Roth hier erschienenen Sammlung ^Deu;sche Reichsgesetze in Einzel-Abdrucken" bereits erschienen ist.
Wichtig für Reservisten. Alljährlich werden Gesuche um Gewährung der gesetzlichen Familien- nnterftützung für Landivehrleute und Reservisten zurück- gem.iesen, weil den Vorschriften nicht Rechnung getragen ist. iabei sind die Bedingungen keinesivegs schwer zu erfüllen, denn der Antrag auf Gewährung der Unterstützung kann noch volle- vier Wochen nach Beendigung der Hebung, zu der verheiratete Reservisten und Landwehrleute einberufen wurden, gefteff-t werden. Viele Gesuche werden unterlassen, weil die Betreffenden meinen, der Antrag müße bereits während der Uebunq gestellt werden. Er kann schon vor Beginn der Hebung; gestellt werden, sobald die Einberufungsordre in den Händen des Hebenden ist. Für dieses Jahr hat die Heeres
verwaltung eine Bekanntmachung erlaßen, in Der Darauf bm. gewiesen wird, daß der Termin — vier Wochen nach Beendigung der Hebung —- genau eingehalten wird, spätere Anträge also auf keine Berücksichtigung zu hosten haben. Wer seinen Antrag schon vorher anbringt, dessen Familie kann bereits während der Hebung die Unterstützung erhalten.
Kreis Büdingen.
K.A. Büdingen, 27. April. Beim Blum en tag wird auch eine beschränkte Anzahl Wohlfahrtsfiguren: kleine Blumen tragende.Putten nach Entwürfen von Prof' Riegel-Darmstadt, angeboten werden. Sie sind hergestellt in der Fürstlich Jsenburgischen Manufaktur Schlierbach bei Wächtersbach in der'künstlerischen Art der berf^ inten Kopenhagener Porzellanmanufaktur und kosten 2 Ml. das Stück: es sind vier einzelne verschiedene Figuren. In dem Schau"- senster der Eberlingschen Hofbuchhandlung' hier find sie einige Tage ausgestellt. Bestellungen bittet man dort aufzugeben. Auch nach Nidda, Ortenberg, Altenstadt, Echzell und Hirzenhain werden einige Stück gesandt werden.
X Aus dem Kreis Büdingen, 26. April. Wie tiefe Wunden der Ober-Mockstädter Kassenkrach einzelnen Familien geschlagen hat, zeigt folgender Fall. In einem Orte des Kreises Büdingen benötigte ein Handwerker in einfachen Verhältnissen zur Auszahlung de/Erbteils eines Kindes erster Ehe einige hundert Mark. Er lieh sie bei der genannten Kasse, mußte aber Kassenmitglied werden. Kurze Zeit daraus erfolgte der Krach und wie die anderen Geschädigten mußte nun der Handwerker für sein Teil am Schaden aufkommen, es waren ca. 2700 Mk. Sein ganzes Vermögen ging darauf und nun ist er mit seiner Familie in große Not versetzt, welche seine Verwandten mit aller Kraft zu steuern suchen.
X Nidda, 26. April. Das seitherige warme Wetter hat sehr günstig auf die B aumblüte eingewirkt. Birnen, Kirschen, Pflaumen, Zwetschen, Mirabellen und ähnliches haben fast verblüht. Die Aepfel sind noch zurück, zeigen aber eine Menge Knospen. Die anhaltende Dürre hat das Wachstum des Grases und des Klees zurückgehalten, doch ist noch nichts verloren.
Kreis Schotten.
-r Ober-Seibertenrod, 27. April. Die beiden Knaben des Gastwirts Kitz dahier spielten mit einem Beil, wobei der jüngere dem älteren einen Daumen abhackte.
Kreis Friedberg.
m. Friedberg, 27. April. Heute mittag fand eine Sitzung des Komitees für den Blum en tag unter dem Vorsitz des Regierungsassessors von Graney statt. Der Vorsitzende teilt mit, daß sich 112 Mädchen für den Verkauf von Blumen gemeldet haben. Außer den Blumen sollen noch Postkarten zum Verkauf kommen. Vom Verkauf von Wohlfahrtsfiguren soll abgesehen werden. Ferner wurde beschlossen, falls am 7. Mai schlechtes Wetter herrscht, den Blumentag 8 Tage später, also am 14. Mai, abzuhalten. Die Stadtkapelle soll unter Mitwirkung der Militärmusikschule auf der Kaiserstraße konzertieren. — Ein Landwirt von Wickesheim stürzte heute morgen an dem UUHrzug in beut hiesigen Bahnhof ohnmächtig zusammen. Er wurde in den Wartesaal gebracht und sollte später mit der Bahn nach Hause fahren. Da sich sein Zustand nicht besserte, wurde er ins Hospital gebracht.
L. Friedberg, 27. April. Morgen, 28. April, werden tf 390 Jahre, daß der Reichsherold Kaspar Sturm Dr. Martöc Luther auf seiner Rückreise vom Reichstage zu Worms hierher begleitete. Luther übemachtiete damals in dein Hause, jetzt Kaiserstraße 32, um dem eine Gedenktafel angebracht ist. Von Friedberg ans sandte Luther den Reichsherold mit einem Schreiben |ait Karl V. nach Worms wieder zurück. Er selbst reifte dann über Grünberg, Alsfeld nach Eisenach. Das Schwert, welches Kaspar Stnrnr damals trug, blieb hier zurück und kam später in den Besitz der Biedernagelschen Familie hier (jetzigen Biedernagelschen Hof buchhandlung). Viele Jahre stand es in den Geschäftsräumen der Buchhandlung in der Burg, bis es, obgleich Eigentum der Biedernagelschen Famllie bleibend, im Wetterauer Museum untergebracht wurde.
Starkenburg und Rheinhessen.
rm. Darmstadt, 27. April. In der heutigen Sitzung der Stadtverordneten teilte Oberbürgermeister Dr. Gläs- sing mit, daß das Ministerium der Finanzen den Beschluß, auf der städtischen Straßenbahn gegen Gebühr auch Hunde initfahren zu lassen, wegen Belästigung des Publikums und der Schaffner nichtgutgeheißen habe. Diese Maßnahme rief den Widerspruch eines Teiles der Versammlung, wie auch des Oberbürgermeisters gegen eine solche Bevormundung und Einschränkung des Selbstverwaltungsrechtes hervor, doch hat die Regierung nach den Bestimmungen über das Nebenbahngesetz das Recht zu dieser Verfügung. Eine lebhafte Aussprache veranlaßte die Anfrage des Stadtv. Aßmuth wegen der Bau kontra lle am neuen Darm st ad ter Bahnhof, dessen eiserne Kuppelhalle am ersten Osterfeiertag eingestürzt ist. Auf Veranlajsung der Eisenbahndirektion Mainz wurde seinerzeit die Kontrolle durch die städtische Baupolizei aufgehoben, aber nach dem Unglück wurde dec Baupolizei die Ueberwachung wieder übertragen. Ter Oberbürgermeister erklärte, daß man bezüglich der Ausführung eine Verantwortung nicht übernehmen könne, da die hiesige Baupolizei die Baupläne nicht zur Einsicht erhielt.
Kreis Wetzlar.
— A tz b a ch, 27. April. Gutes Glück im Fuchsgraben hatte Förster Schluß aus Atzbach. Nachdem sein Dackel acht Jung- üchse aus einem Bau, trotzdem die Füchsin im Bau war, avpor- tiert hatte, fing er jetzt sechs lebende junge Füchse. Der Dackel hatte die Fähe in einer halben Stunde schon in eine Sackröhre getrieben, so daß es nach einem Durchschlag an dieser Stelle möglich war, die Jungen lebendig zu bekommen. Die alte Füchsin hatte nur drei Läufe, der linke Hinterlauf fehlte. Der Dackel, der schon viele gute Leistungen aufzuweisen hat und nebenbei gut Verlorenes sucht und apportiert, freundet sich schon bald mit den Jungfüchsen.
Hessen-Nassau.
(-) Frankfurt a. M., 27. April. In einer von 1500 Männern und Frauen, die vom Verband der deutschen Juden und vom Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens einberufen war, sprachen Justizrat Breslauer- Berlin und RechtsanwaltDr. Löw enthal-Frankfurtüber )as Thema „Die Zurücksetzung der Juden im Heer". Folgende Entschließung fand einstimmige Annahme:
„Im Gegensatz zu der Hebung aller anderen zivilisierten Großstaaten werden innerhalb des preußischen Heeres bte Soldaten jüdischen Glaubens bei der Beförderung hinter den Bekennern christlicher Religion und hinter den chrststlichen Söhnen jüdischer Eltern fortdauernd zurückgesetzt. Die Versammlung erhebt Wider- pmch gegen diesen verfassungs- und gesetzwidrigen Zustand und pricht die Erwartung aus, daß es den maßgebenden Stellen gelingen wird, diese beschämende und niederdrückende Ungerechtigkeit zu beseitigen und das Gesetz zur Durchführung zu brmgen."
custschiffahN “
Frankfurt ö. M. Im Juli wird ein zweites Luft- ch i f f der Luftschiffahrtsaktieiigesellschaft in Dienst gestellt werden.
Es erhalt zunächst Baden-Baden als Standort. Später soll es


