Ausgabe 
28.4.1911 Erstes Blatt
 
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Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten.

in

o.

vom marotlanischen Nriegrjchauplatz.

Die Lage der Truppen Brömonds und seiner Unterführer wird nach wie vor ungünstig geschildert. Nach derAdln Ztg." ist die Stadt Mekines, gan'z in der Nähe von Fez, vollständig in die Hände der Aufständischen geraten Muley Hafid wurde dort wieder einmal für abgeseht erklär!. Vielleicht hat sein angeblicher Wunsch, die Franzosen möd) ten ihm zu Hilfe kommen, seine Lage nur verschlimmert. Wn erhalten folgende Meldungen:

Tanger, 27. April. Die Truppen Brömonds wurden am 2S. April von den Chiraga, Med Djamaa, Beni Hassen und den Scherardas angegriffen. Das Heer versucht, nach Raselma zu gelangen.

Nach einem von Brömond cingegangenen Bericht war er am 21. April früh nach Norden in der Richtung nach dem Sebufluß anfgebrochen, um sich mit dem Vizckonsnl Boisfet zu vereinigen. Bald nach dem Biarschantritt, de.' wegen bc-3 sumpfigen Geländes und des Transportes der Manien großen Schwierigkeiten begegnete, zeigte sich der Feind, doch wurde er von der Kavallerie zunächst zurück, gehalten. Um 10 Uhr erfolgte der Angriff des etwa öOOd Mann starken Feindes, der abgewiesen wurde. Ein kur; darauf unternommener Gegenangriff warf den Feind zurück. Ein späterer Angriff ton 800 Udaga wurde ebenfalls zurück geschlagen. Getötet mürbe ein Mann, verwundet sechs. Das Heer verfügt noch über 210000 Patronen und 278 Granaten. Die Scherardas, die mit großer Erbitterung kämpften, verloren 60 Tote.

Briefe aus A I k a s s a r (nordwestlich von Fez) besagen, der dortige französische Konfularagent versuchte dem Heere Bremonds Lebensrnittel zu überbringen, sei aber von den Ausständigen eingeschlosjen und auf^'rstande, Doryurüdeii ober umzukehren. Für seine Sicherheit wird gefürchtet

Bon Lar ach sind Polizeimannschaften unter dem Kommando eines spanischen .Hauptmanns nach Alkassar ge­gangen.

Aus Fezsindheutcund gestern kcincNach - richten ein getroffen.

Die Hilfe aus dec Provinz Schauja.

Casablanca, 27. April. Die Kolonne Bru- lard beendete ihre Formierung bei Buznika. Sie besteht aus drei Bataillonen, einer Eskadron, zwei reitenden Bal terie, zwei Zügen Gebirtsartillerie, einem Zuge Mitrai - lensen und dem dazugehörigen Train. Die Gesamtstärke beläuft sich auf über dreitausend Mann. Bkan denkt an die Möglichkeit, aus den Mannschaften der Kriegsschiffe bei Mehedia eine Landungsabteilung aufzustellen. El M r a n i ist nach Buznika aufgebrochen, um sich den Truppen anzuschließen.

Die Herrschaft der Aufftändischen in Mekines.

DieKölnische Zeitung" meldet aus Tanger vom 27. April: Von der Einnahme Mekines, wo kein Euro­päer wohnt, durch die Berber ist nicht die Rede, vielmehr ernannten die Einwohner schon vor längerer Zeit int Ein­verständnis mit den Aufständischen einen Revolutions- führer, der unliebsame Abgaben abschaffte und jetzt den Aufständischen den Zutritt in die Stadt gestatte. Dabei fand keinerlei Gemetzel statt. Nur das Zudenvicrtcl bot ein Geldgeschenk als freiwillige Abgabe bar. Mul ay Hafib würbe wegen der Einräumung seines Einflusses an Frankreich für abgesetzt erklärt

Bassermann und Girardi.

Einem Herrn derN.W.J." gegenüber fat sich jetzt der sonst etwas schlveigsame und zurückhaltende Albert Soffer» mann über den berühmten Jfftandring ausgesprochen, den er von Friedrich Haase erbte.

Der Besucher fragte, ob Bassermann denn auii) schon sich schlüssig geworden sei, wem er eventuell das intereiiantc Erblick ivcüer vererben, hiö heißt, wen er für den größten deutschen Schauspieler der Gegenwart erklären würde. Sah ermann ant­wortete:Bis jetzt bat mir von allen lebenden Lchauipielern den stärksten Eindruck Alexander G i rardi gemacht. Ich war überrascht und begeistert ton der Emsachhett der Mittel, mit der er seine große Wirkungen erzielt. Gerade für mich als Schauspieler war es überwältigend, zu sehen, welch große Kauft er selbst in schlechteii Possen zu entfalten und mit welch prachtvoller Einjachheit er so tiefgehende Eindrücke hervorzubringen vermag."

^lls der Besucher ernwarf, ob das Rollenfach Girardis ihn (Bassermann) nicht verhiitdern würde, den Ring ihm zu vermachen, / antmortete er: ,Lch würde deswegen absolut keinen Anftand nehmen, es zu tun."

lieber seinen Direktor Reinhardt sprach sich Basser- mann wie folgt aus:Reinhardt ist ein Direktor und Regniern, mit dem es sich prachtvoll arbeiten läßt. Es ist gewiß nccht viel gesagt, wenn ich bepaupte, daß von Max Reinhardt die ganze deutsche Schauspielkunst schon viel profitiert hat und daß alle Regisseure ohne Ausnahme ton ihm viel lernen können und auch bereits gelernt haben. Seine wahre Bedeutung kann man erst erkennen, wenn man mit ihm zusammengearbeitet hat. Es ist einfach fabelhaft, wie er befruchtend auf den -schauspieler wirkt, was er aus dem Darsteller herausholt und was andersefts ihm selbst an neuen Ideen, neuen Nuaneen einfällt, wenn er auf den Proben dem Spiel des Schauspielers zusieht. So findet eine der Darstellung höchst ersprießliche gegenteilige Anregung und Be­fruchtung zwischen Regisseur und Sclxiuspieler statt, wie sie wohl seit der unvergeßlichen Tätigtest des Herzogs von Meiningen keinem Regisseur zu danken mar."

Bassermann kam, wie er bei dieser Gelegenheit erzählte, nach Meiningen, als gerade bie Gastspielreisen des Meininger En­sembles aufhörten. Er hat auch noch unter der Leitung des Herzogs gespielt, zum Beispiel imKaufmann ton_ Venedig". Es war ganz wmidervoll", sagte er,was der ^Herzog für Wirkungen zu erzielen mußte, welch unerhört feine Stimmungen er hnvorzuzaubern verstand. In dieser Beziehung kann man Reinhardt einenNachfahren des Herzogs ton Meiningen, nennen. _ Der Unterschied ist vielleicht nur der, daß Reinhardt auch auf den einzelnen Schauspieler befruchtend wirdkt, während

200000 Mark für eine Gutenbergbibel. Am Eröffnungstage der Versteigerung, der Hoe-Bibliothek ui New- y ort wurde die erste Ausgabe (®ntio pnnceps, der Bibel 14oOJ bis 1455 von Gutenberg und Fust gedruckt, von dem kali- fornischeir Millionär Huntington für 200 000 Mark erworben, den höchsten Preis, der je für ein einzelnes Buch bezahlt worden ist. etwas über das Doppelte, was vor einigen Jahren Pierpoiü Morgan für den Mainzer Psalter vpn 1459 bezahlte. Das war der höchste Preis, der bisher für ein Buch bezahlt rourbe. Hoe hatte dte Bibel für 80 000 Mark von Quaritch, dem au* Deutschland stammenden König der Londoner Antiauare, erstanden. Im Jahre 1825 gehörte sie einem englischen Buch- bäniüer, der sic auf 10000 Mark bewertete. 1873 gelangte )ie jur 68 000 Mart in den Besitz des Lord Ashburnham, aus dessen Sammlung Duarüch sie erwarb. Die Ausgabe besteht aus z-wei Bänden rn Schwetnsleder Holzunterlage und Metallbeschlägen und ist insofern für Privatbesitzer ein ganz einziges Buch, als kein zweites befannt ist, das ebenfalls auf Pergament gedruckt roäre und Aussicht hätte, auf den Markt zu kommen; denn, die vorhaitdenen Exemplare, vielleicht ein Dutzend, gehören alle öffenl- Iid>eu Sammlungen an.

_ Die Uhr mit den drei Grazien. Der kürzlich in Paris verstorbene Gras Isaac de Carnondo, ein aus Rumänien stammender, in Italien gegrafter, millionenreicher Ban'ier hat, wie man sich erinnert, seine bedeutenden üunstichätzc dem Museum des Louvre vermacht. Die Testamentsvollstrecker des Grafen sind jetzt, jo berichtet man aus Paris, damit beschäftigt.

Die Wiesbadener Intendantur. Dr. Kurt Mutzenbecher, von deut es bereite mehrfach hieß, daß er sich auf seinem Wiesbadener Jntendanturpo st e n nicht recht behaglich fühle, wird seine Stellung nunmehr cntgultig verlassen. Er scheidet am 1. August aus Wiesbaden, wird aber bis dahin Urlaub nehmen und demzuiolge auch bei der Leitung der vor dem Kaiser stattfindenden Maisestspiele nicht mehr be­teiligt sein Dr. v. Mutzenbechcr erfreute sich in Theater treuen großer persönlicher Beliebtheit, hat sich aber wohl in 1 einen künstlerischen Ueberzeugungen nicht immer in Ucbereinflimmung dem obersten Ehe, der Wiesbadener Hofbühne, dem Graien v Hülsen gewußt, als dessen Nachfolger er vor einigen Jahren an dieses Institut berufen worden i)L Es ist noch unbcftümnt, wer ihn ablösen wird.

dieses Sermäuftni» an yerm Tujai^ui'oeaumeß, den Unterstaats felretär der fajünen Künste, auszulicfem, und es wird nicht mehr lange dauern, bis dieSammlung Eamondo" eine allen Blicken zugänglicheNufftdlung gefunden haben wird. Das wertvollste Stück der Sammlung ui die Standuhr mit den dr e i G r a - zten, die Etienne-Maur ne »Jalconnet, der berühmte Bild­hauer, der von 1716 bis 1791 lebte, schuf Und es bürfie wenige Kunstwerke geben, die im Laufe einer verhältnismäßig kurzen Zeit so fabelhaft im Werte gestiegen sind, wie diese Uhr. Sie stellt drei Grazien vor, die sich, untereinander durch Blumengewinde verbunden, an eine Säule lehnen, auf der sich eine zweihenklige Base erg.b-. Em schmaler Streifen an der Base dient als Zifferblatt. Schon die Zeitgenossen Falconini-- bemunderten diese Ura;icn, von ocneit der Philosoph Diderot ün Scherz gesagt haben soll: sie zeigten alles, nur nicht oie Stunden. Im Jahre 1855 befand sich die Uhr im Besitze eines ^luusmanns IN Frantsurt a. M. Hier sah sie ein erfahrener Kunsthändler, erwarb sie für 1200 Mark und verkaufte sie bald darauf um 5600 'DJlart an den Baron Double, einen der bc lamitcften Pariser Munüfammler. Nach dem Tode des Barons Double, 1881, wurde sein Nachlaß in alle Winde zerstreut. Graf Isaac de Eamondo kaufte bei der Versteigerung, die eine der bebeiitenbften ihrer Art war und im Ganzen 2 600 000 Franken brachte, die Uhr Falconnets für Die Summe von 101 000 Franken. Man sand den Preis damals schrecklich hoch, ja er wurde geradezu als ein Beispiel dafür, zu welchen uni innigen Ausgaben die Sammlerwut führen könne, angesehen. Aber als die Uhr 1900 in der Ausstellung der französischen Künste in Paris zu sehen war und allgemein Bewunderung erregte, bot ein Amerikaner für sie eine runde Million. Aber Graf Eamondo verlangte deren zwei, und an diesem klcinen Unterschied scheiterte das Geschäft. Somit hat das zarte und zerbrechliche .Kunstwerk in dem Zeiträume eines halben Irhrl-underts mindestens um das tausendfache seines Wertes zugenommen, eine Taisache, die auf Die Phantasie neue Steuern suchender Volksbeglücker eigentlich recht anregend wirken müßte.

Der zurechtgewiesene Mann der Wissen­schaft. Während seines Aufenthaltes in,Schottland erfuhr der berühmte deutsche Chemüer Hofmann, wie strenge dort der Sonn­tag gehalten wird. Er tarn, wie eine englische Zeitung erzählt, an einem Sonnabend spät in Glasgow an und suchte am folgenden Morgen Sir William Thompson später Lord Kelvin auf. Auf sein Klingeln wurde ihm von einem Hausmädchen geöffnet, das auf dte Frage nach Sir -Jillum antwortete, er sei nicht daheim. Wo kann ich ihn wohl treffen?" fragte Der Besucher.Sie werden ihn in der Kirche sinoen ', war die Antwortwo Sie jetzt eigentlich ja auch fein sollten!"

Per abgejagte Königsbcjud)

Man kann es König Peter von Serbien nicht verdenken, wenn er danach trachtet, von den übrigen Monarechn als gleichberechtigter Kollege angesehen und von ihnen emp­fangen zu iverden. Aber die ganze Art und Weise, wie er über die Leichen Alexanders und Dragas hinweg im Jahre 1903 auf den serbischen Königsthron gelangte, sowie die Unannehmlichkeiten, die ihm sein erstgeborener Sohn Georg bereitete, und die ganzen verfahrenen inneren Verhält­nisse Serbiens ließen doch die europäischen Fürsten lange Zeit Bedenken tragen, Peter narageorgewitsch die Hand zu schütteln. Zwar erkannten chn die europäischen Machte tchließlich als König von Serbien an, aber schon das lange jogern Englands bewies, daß man dem Bestände seiner Dynastie nicht recht traute. Mönig Peter hat sich trotzdem, so gut es eben ging, jetzt acht Jahre lang auf dem serbi­schen Königsthron zu halten gewußt, ja, er hat sogar da- ourch, daß er sich eng an Rußland anschloß, es möglich gemacht, im Zeichen der Jswolskischen Balkanpolitit an Den Hosen von Petersburg, Konstantinopel, Sophia und Eettinje empfangen zu werden. Es wird ihm auch ge­schmeichelt haben, daß er in diesem Jahre sogar Rom besuchen durfte, also die Hauptstadt eines Dreibundstaates; nur täuschte er sich, wenn er von dbrt aws die Brücke zu gingen glaubte nach den beiden übrigen Dreibundhaupt stabten, nach Wien und Berlin. Denn in Italien, mit dessen Königsfamilie er über Montenegro in verwandt­schaftlichen Beziehungen steht, und das im jetzigen Jubi- läumsjahre eine allgemeine Monarchenkarawanserei zu wer­den verspricht, mögen auch Kaiser Wilhelm und Kaiser Franz Josef fehlen, nahm man schließlich auch mit oincm Balkan- monarchen vorlieb und bejubelte ihn pflichtgemäß.

Für eine Zusammenkunft zwischen Kaiscr^Franz Joses und König Peter von Serbien lag dagegen die Sache anders. Man muß sich vergegenwärtigen, daß Oefterreich-llngam im Frühjahr 1909 gegen Serbien mobil machen mußte, weil dieses sich gegen die Einverleibung Bosniens und der tzerzegowina burd) Oesterreich-Ungarn aus Gründen der großserbischen Propaganda mit Händen und Füßen sträubte. Man muß sich auch erinnern, daß Serbien bis vor kurzem mit Oesterreich-Ungarn in einem Zollkrieg lebte Und wenn auch beide Differenzen jetzt friedlich ausgetragen sind, so haben sie doch Verbitterung genug sowohl ui Serbien, als auch in Oesterreich-Ungarn hinterlassen. Man suchte deshalb in Oesterreich-Ungarn zunächst einen Ausgleich da­hin zu treffen, daß die Begegnung der beiden Monarchen nicht in Wien, sondern in Ofenpest stattfinden sollte. Doch wie in Wien der Polizeipräsident erklärte, daß er feine Verantwortung für bic Haltung des Publikums übernehmen konnte, so tat das nämliche sein Lsenpester Kollege. Und nun erst die Serben! Die Leute, die dort den Patriotismus gepachtet haben, erklärten mit Entrüstung, daß sie ihren König nicht nach Oesterreick)-Ungarn reisen lassen wollten, und sollten sie den königlichen Eisenbahnzug in die Lust sprengen oder die Geleise aufreißen. Da befand sich denn der arme Peter, der so gerne nach Wien oder wenigstens nach Ofenpest gefahren wäre, in einer recht üblen Lage. Es mußten irgendwelche Gründe gefunden werden, um das Unterbleiben oder Verschieben des Besuches König Peters anderweitig zu rechtfertigen. Und dafür gab ein

leichter Katarrh Kaiser Franz Josefs die erwünschte Unter­lage. Man hat sich immer gewundert, daß der leichten Erkältung Kaiser Franz Josefs von amllicher Seite soviel Gewicht beigemessen wurde, und sieht nun, daß der ganze Zweck dieser Ausstreuungen ledigllch der war, den Empfang des Königs von Serbien aus unbeftimmtc Zeit hinaus zu verschieben. Es wird deshalb der Aufenthalt Kaiser Franz Josefs in Ofenpest abgekürzt, damit er sich im An­schluß daran in der staubfreien Luft von Gödollo aufhalten kann. Nur ist daraus nicht ersichtlich, weshalb .ivaiser Franz Josef, der doch in Ofenpest und Godollö Audienzen genug erteilt, nicht auch mit dem König Peter von Serbien ein paar Worte wechseln tairn, auf die dieser den größten Wert legt. Es bleibt immer unverständlich, daß der öster­reichische Minister des Auswärtigen Graf Aehrenthol und der serbische Dr. Mllowanowitsch die becherseitige Volts­stimmung nicht berücksichtigt haben, als sie die Zusammen­kunft der Monarchen verabredeten, und es berührt wirklich komisch, daß gerade der ehrwürdige Kaiser Franz Josef jetzt aus diesen! Grunde absolut den Husten haben muß.

Wien, 27. ylpril. Das Befinden des Kaisers ist andauernd sehr zufriedenstellend, der Gesund­heitszustand kann als normal bezeichnet werden. Da er jedoch noch einiger Schonung bedarf, ließ der Älonarch ftch beftimmen, von der Abnahme der diesjährigen Parade abzusteheii, um sich nicht den Gefahren der unbeständigen Witterung auszusetzen. Aus Anordnung des Kaisers fmoet die Parade trotzdem statt, die Erzherzog Franz Ferdinaiid abnimmt.

Das amtliche Fremdenblatt bestreitet es, daß für den Aufschub des Emp.angesnur" politische Gründe maß­gebend gewesen seien:

Wien, 27. Avril. Dastirrcmbcnblatt" wende: fich gegen Die Kommentare, die hinter dem Aufschub deä Empfanges des scrbifchcn Königs in Cienpcft verschiedene politische Gründe ver­muten und betont auf das Nachdrücklichste, daß die Sorbereitungen für den Empfang bereits in allen Punkten beendet waren, daß lediglich der Rat der Aerzte den Kaifer bewegt habe. Der Rücksicht auf fein Schonungsbedürftiis ein Zugeständnis zu machen. Die Auffassung zu verbreiten, daß damit nur poli­tische Motive verdeckt werden sollten, muß als bedauerliche Ungehörigleit bezeichnet werden gegenüber der Tatsache, daß die Politik der Monarchie und Serbiens in der Richtung auf eine Kinicruug der Beziehung und mtensiveren Pflege der ivirtsckaft- lichen Beziehungen tätig gewesen sei. Der Sensation cmiach er ei sei gewiß icinerlei Bedeutung beizumessen. Dies werde übrigens vermutlich binnen kurzem aller Welt klar werden, an dem Tag nämlich, wo der aufgeschobene Besuch des serbischen Königs statt- finden wird.

Ofenpest, 27.dtpril. DerP ester Lloyd" schreibt über bic Absage des Besuches des Königs von Serbien:Sn Serbien wird man die Ursachen, die den Aufschub des Besuches herbeisühtten, wohl zu würdigen wissen. Es handell sich um teinerlei politische Nebenrücyichten, noch um Gründe des Äof- zeremoniells, soiidern lediglich um die Fürsorge für die Gemndheit des greifen Monarchen. Die Agitation in der serbischen Preße vermochte eine Verstimmung nicht herbetzusührcn. Trc Beziehungen zwischen Serbien und der Monarchie beruhen heute nicht mehr auf Stimmungen, sondern auf realpoiußcher 'äuiiaiiimg." Andere Blatter |inb leooch oer s2inia;auung, uuß die Belgrader An- lünbigimg einer Wider spruchsversammlung mib bie Drohung mit Kundgebungen den Aunchub des Befuchs herbeigeführt Hütten.

Wien, 27. Aprll. Der österreich-ungarische Gesandte in Belgrad, Gras Forgach, roirb dem­nächst seinen Posten verlassen. Er geht als Gesandter nach Dresden. _

Des Herzogs Sinn nur auf Die SLimmmig des Ganzen und die Massenwirkung gerichtet war. Reinhardt ist eben neben |einer großen Farbenfreudig leck, seinem erlesenen Geichmack noch em eminent tüchtiger Regisseur, den man nur mit Heinrich Laub einem Atem nennen kann."

Nr. 99 Erst« Blatt 161. Jahrgang Sreitag, 28. April 19ft

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