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mit Mk. 17.80 bis
Sekretär des westdeutschen
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25. Mai. Ain Sonntag,
Pension Mk. ILO.
Ad. Vogel.
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Kreis
Friedberg.
8. Mai, nachmittags, findet die Eröffnung des Tummel- latzes des Ziegenzuchtoereins statt. Es sind hierzu
sind, lägt kaum noch gab ferner das Aus-
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Marktbericht
erstattet von der
Landw. HauptgenofseiisHast für Gberhessen zu Zriedberg.
Friedberg, 24. Wlai 1911.
Weizen.
Nach den umfangreichen Erwerbungen der letzten Zeit verhielten sich die ^üb^en in der ab gelaufenen Berichtsivoche etwas zurückhaltender, zumal das Mehlgeschäft wieder ruhiger geworden rst. Für Weizen hat das Llusland seine Forderungen ermäßigt.
Für Wetterauer Weizen wurde Mk. 21.20 frachtfrei Frank- furt a. M. oder Mk. 20.80 ab oberhessischen Stationen bezahlt.
In Deutschland folgte Weizen im allgemeinen den Bewegungen des Roggenmarktes, doch waren die Preise für diese Brotfrucht weniger starken ^Schwankungen unterworfen.
Bemerkenswert ist, daß die sehr umfangreichen Wellverschiffungen, zu denen Rußland allein über 2 000 000 Dztr. Weizen beigesteuert hatte, keinen sonderlichen Eindruck auf den norddeutschen Märkten, vor allem in Berlin, l-ervorries, lueil nur ein verhältnismäßig geringer Teil davon für Deutschland bestimmt war. Immerhin hielt sich angesichts der starten lüi- stungsfähigkeit der Exportgcbiete die Unternehmungslust zurück
An den n o r dam e r i ka n i s ch e n Märkten stützten Klagen über eine Verschlechterung der Ernteaussichtelr im Südweslen das Preisniveau. Der Cincimmti-Prcisbericht hält demgegenüber au seinem günstigen Urteil über den Saatenstand fest, betont ober die Notwendigkeit von Niederschlägen für die Sommersaat.
Roggen.
Für die Veränderungen, die sich in der letzten Woche auf dem Getreidemärke vollzogen, lvaren in erster Linie wieder die russischen Verhältnisse ausschlaggebend. Einige strichtveise Regensälle hätten genügt, um die russischen Warenbesitzer ver- kaufswilliger zu stimmen. Ihre Forderungen sanken innerhalb weniger Tage um Mk. 120.— für 10 000 Kilogramm, erholten sich aber um 30—40 Mk., als Rückkaufsgebotc von Rußland gedrahtet wurden.
Aus KtaSt inifc Land»
• Gießen, 26. Mai 1911.
-w. Friedberg, 25. Mai. Die letzten Spuren des Friedberger Bombenattentates sind jetzt durch
Hauptsächlich aber scheint ein anderer wichtiger Grund das Verhalten der russischen Warenbesitzer beeinflußt zu haben. Bekanntlich haben die Banken die Getreideproduzenten diesmal in besonders weitgehendem Maße mit Kredit unterstützt, bisl-er aber nicht auf Rückzahlung gedrängt, weil der Verkauf der bevorschußten Ware zu den bis vor kurzem sehr gedrückten Preisen zweifellos mit großen Verlusten für die Darlehnsgeber verbunden gewesen wäre. Nach den Preissteigerungen der letzten Wochen dürften nun einzelne Banken auf die russischen Landwirte einen gewissen Druck zur Ebnung ihres Kontos und den damit verbundenan Verkäufen ausgeübt hcchen.
Die amtlichen Berichte über den Saatenstand in Deutschland lassen die Aussichten dec Roggenernte keineswegs in bc- onders günstigem Lichte erscheinen. Die Roggensaaten haben chren Stand seit Mitte April nicht zu bessern vermocht, sind dünn geblieben, und der Umstand, daß meist sck)on Achren vorhanden waren, die Seiteutriebe aber ausgeblieben größere Hoffnungen auskommen.
Einen weiteren Anlaß zur Befestigung treten von Nachtfrösten.
In Frankfurt <l M. wurde Roggen ____ «... ....____
Mk. 18.20 oder Mk. 17.40 bis Mk. 17.80 ab oberhessischcn Stcrionen notiert.
Landkreis Gießen.
A Klein-Linden, 25. Mai. Ein christliches Wald fest fand heute wie alljährlich auf Himmelfahrt im Walde „Holzburg" statt. Aus Lützellinden, Großcn-Linden, Allendorf, Dutenhofen, Gießen und Klein-Linden waren große Scharen Andächtiger erschienen. Festprediger waren Pfarrer
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die Wiederherstellung des Rathauses beseitigt. Die Renovation hat nach innen und außen ein Bild geschaffen, das der Stadt zur Zierde gereicht. Sämtliche Fenster sind in altdeutscher Form, teilweise auch in Buntverglasung aus. geführt. Die seitwärts neben dem Türeingang angebrachte Votivtafel zur Erinnerung anläßlich der Anwesenheit des Kaisers Wilhelms I. am 11. September 1874 wurde frisch gestrichen und die Schrift vergoldet. Das über dem Tur- cingang angebrachte städtische Wappen wurde auf schwer ver- goldetem Grunde ausgeführt.
L. Friedberg, 24. Mai. Eine seltene Zusammenkunft findet am dritten Pfingstfeiertag in Friedberg statt. Die Lehrer, die vor 50 Jahren unser hiesiges Seminar verließen, und noch unter den Lebenden weilen, wollen an diesem Tage sich wieder einmal in dec alten Seminarstadt sehen. Keiner ihrer früheren Lehrer ist noch am Leben und von den 50 ehemaligen Klassenkameraden kann der weitaus größte Teil nicht mehr erscheinen.
-nr Dornassen heim, 25. Mai. Der Landwirt Johann Eß von hier hatte sich im vorigen Jahr von seiner Jagd ein Rehkitz le in mit nach Hause gebracht. Tas Tierchen wuchs zu einem stattlichen Rehbock heran. Täglich sah man daß Bäckchen mit einem roten Band um den Hals im Dorfe herumlausen. Das Tier war der Liebling des ganzen Dorfes. Dieser Tage wollte das Tier seine Pfiegerin im Felde aufsuchen und geriet hierbei in die Gemarkung Beienheim. Der Rehbock lief zu den Arbeitern, die daselbst Zuckerrüben hackten. Diese riefen den Pächter des Ackers, der sich die Gelegenheit nicht entgehen ließ, auch einmal einen Vock 311 schießen. Da sich der Schütze weigerte, den toten Rehbock herauszugeben oder den Eigentümer zu entschädigen, wird die Sache noch die Gerichte beschäftigen.
-m. Vilbel, 25. Mai. Im Walde zwischen Vilbel und Bergen wurde gestern vormittag ein Radfahrer er- schossen aufgefunden. Das Rad, das er bei sich hatte, war fast neu. Auch hatte er noch ziemliche Barmittel im Besitz. Die Radsahrkarte lautete auf Arthur Meyer aus Kassel. Anscheinend liegt Selbstmord vor.
-m. Dortelweil, 25. Mai. Heute nachmittag er- hängte sich der Gastwirt zum Schützenhof, Vömel. DaL Motiv i|l in unheilbarer Krankheit zu suchen.
Der öeiitsche Unterricht in Schweden.
Vom schwedischen Reichstag ist ein neues Schulgesetz angenommen worden, das vor allen anderen Sprachen dem Deutschen den ersten Platz einräumt und zwar mit folgender Begründung:
„Der Einfluß Frankreichs nimmt in demselben Grade ab, wie andere Staaten, besonders die germanischen, mehr und mehr daraus hmarbeiten, ihre Bildung auf heimatlicher Grundlage auszubauen. Mit Hinsicht auf die geographische Lage, soziale und religiöse Anschauung steht uns Schweden Deutschland viel naher als Frankreich. Die rasch aufblühende deutsche Industrie hat in vielen Fällen alle anderen von den schwedischen Märkten verdrängt und in den letzten Jahren sind die Handelsverbindungen besonders mit Frankreich zurückgegangen, während sie mit Deutschland bedeutend zugenommen haben. Außerdem ist allgemein be- .nnnt, welche Bedeutung die deutsche wissenschaftliche Literatur ur die ganze höhere Bildung in Schweden hat. Infolge aller dieser Umstände ist der neue Unterrichtsplan, der ein Ausdruck lür die Kultur der Zeit sein soll, dieser angepaßt."
** Ein früherer hessischer Ministerialrat f- In H eppenheirn a. d. B. verschied im Alter von 85 Jahren Geheimerat Karl Mueller. Der Verstorbene war n. d. Darmst. Ztg. am 5. Februar 1826 in Ortender a geboren, wo sein Vater Oberförster war. Ursprünglich selbst für den höheren Forstdienst bestimmt, wandte ich M. nach Absolvierung des Gymnasiums zu Büdingen dem Kommunalfach zu. In Gießen wurde er bei dem Korps „Hassia" aktiv, dem er bis zuletzt noch als Alter Herr angehörte. Nach beendigtem Studium zum Finanz- akzessisten ernannt, fand er seine erste Anstellung als Assi- tent bei dem Hauptzollamt Mainz 1854. 1862 wurde er zum Oberzollsekretär und Münzdcputationssekretär beför- )ert. Welches Vertrauen er in dieser Stellung besaß, beweist die Tatsache, daß er bei Ausbruch des Krieges von 1866 mit der Verbringung der Bestände der Großh. Haupt- taatskasse nach der Festung Ulm, und demnächst mit der Rückverbringung beauftragt wurde. 1867 wurde M. zum Oberzollinspektor bei dem Hauptz-ollamt in Gießen, 1871 zum Obersteuerrat bei der Obersteuerdirektion Darmstadt, am 12. Oktober 1876 zum vortragenden Rat im Mini- terium der Finanzen unter Erteilung des Charakters als Geh. Finanzrat ernannt. Rasch folgten nun die Ernennungen zum Geh. Oberfinanzrat und zum Ministerialrat rnd Vorsitzenden der Steucrabteilung. Mehrere Jahre hin- rurch beteiligte er sich als stellv. Bevollmächtigter zum Bundesrat an dessen Arbeiten. Anfang der 80er Jahre vertrat er dann vor den Kammern die in der Hauptsache von ihm vorbereitete und durchgeführte Steuerreform. Im Jahre 1886 meldete sich M. für den Posten eines Reichsbevollmächtigten für Zölle und Steuern in Hannover, den er volle 20 Jahre hindurch bekleidete. Der ange Aufenthalt in Hannover hatte M. seinen hessischen Altersgenossen etwas entfremdet, sie sind ihm auch fast durchweg im Tode vorangegangen. Im Herbst 1908 zog ich M. in die hessische Heimat zurück.
**Das40jährigeArbeitsjubiläumdes Steigers Joh. Seipp wurde am Mittwoch abend auf der Schönen Aussicht" gefeiert. Justizrat Grünewald irach namens der Bergwerksgesellschaft dem verdienstvollen Beamten den Dank aus. Bergwerksdirektor Wenner überreichte dem Jubilar eine goldene Uhr, Buchhalter H 0 r st namens der Beamten einen Sessel und die Arbeiter chenkten einen Blumenständer. Mit bewegten Worten sprach )er Jubilar seinen Dank aus. Steiger Seipp ist in Leihestern geboren, 1871 trat er nach seiner Konfirmation als Arbeiter im Bergwerk ein.
YU'.RK Dr. Becker weist Dagegen darauf hin, daß sich Dbg. Ulrich direkt mit der Offenbacher ^tabtvervrdnetenversarnrn-- lung m Widerspruch setze, die eine der heutigen .Haltung Ulrichs gerade erttgegengesetzte Stellung eingenommen habe.
,fte Debatte ist damit beendet, es wird zur Abstimmung ge- ichritten. Der Ausschußantrag zu Artikel 2 tuirb mit allen gegen Utnf (Stimmen angenommen, ebenso der Antrag Lutz, statt des fachen den 20fachen Betrag des Grundsteuerbetrages einzusetzen. Die 2ülsichußcmträge zu /Artikel 3, 4, 6 (mit dem Antrag Lutz), 8, 9, 9a, 10, 14, 18, 19 und 27 merben ebenfalls teils ein- Itimmig, teils gegen die sozial demokratischen Stimmen angenommen. Ber letzterem Artikel, den die Erste Kammer dadurch wesentlich abgeschwächt hatte, daß sie die Warenhaus steuer nur •m tform eines Zuschlages zur Gewerbesteuer gestatten wollte, nicht aber auch die Besteuerung nach dem Umsatz, wie es die Zweite Kammer beschlossen hatte, begründet
Dbg. Köhler-Worms eingehend einen Antrag, in welchem er verlangt, daß der Umsatz nicht auf 20, sondern auf 10 Prozent berechnet werden solle. Diese Geschäfte hätten doch auch für bie Raufer gro^e Vorteile und deshalb dürfe man ihre Leistungsfähigkeit nicht lahmlegen.
Abg.Molthan spricht sich gegen den Antrag Köhler aus, ebenso Abg. Dr. Osann, während ?lbg. Orb erklärt, bau leine Partei dem Antrag zustimme. Der Antrag wird darauf gegen frier Stiinmen abgelehnt und bann werden die Ausschuß- anträge zu Artikel 23, 24, 26, 39 und 57 angenommen. Zum Schlußartrkel 61 hat Abg. Wolf einen Antrag eingebracht, die Dauer des Gesetzes auf sieben Jahre zu beschränken.
Fmanzminister Braun erklärt, er wolle sich dem Antrag gegenüber auf das beschränken, was er schon im Juni 1910 gegen bie zeitliche Beschränkung ausführte. Redner verliest seine diesbezüglichen Ausführungen und betont bann, daß man doch jedes Gesetz erst sich einleben lassen müsse. Auch Abg. Dr. ®ut- l l er sch habe sich damals gegen bie zeitliche Beschränkung aus- gesprochen und erklärt, daß es ein Zeichen von Schwache der Kammer fein toürbe, wenn sie nicht zu einem Definitivum kommen mürbe. Auch Abg. Dr. Osann sei damals von ähnlichen Erwägungen ausgegangen und habe die Regierung noch stärker bin-
wollen, indem er nach Ablauf von Jahren von der Regierung die Erstattung eines Rechenschaftsberichts forderte.
Abg. W v l f - Stadecken weist die Vermutung zurück, daß der Antrag Wolf nur dem Gedanken entsprungen sei, der Ersten Kammer nichts nachzugeben. Seine Partei habe eben zu dem neuen Gesetz noch kein Vertrauen und deshalb habe sie eine Frist festlegen wollen. Das Gesetz begünstige den Kapitalismus.
Es ist inzwischen ein Antrag des Abg. Dc. Osann ein- gegangen, die Regierung zu ersuchen, bis zum Jahre 1919 eine Denkschrift über die Erfahrungen mit dem Gesetz vvrzulegen.
Abg. Molt Han erklärt sich gegen den Antrag Wolf und legt emgehend die Notwendigkeit bar, dem Gesetz eine unbeschränkte Zeitdauer zu geben. Mit dem Antrag Dr. Osanns erklärt sich der Redner namens des Ausschusses einverstanden.
. Nach einigen weiteren Llusführungen des Abg. Wolf totb einer kurzen Entgegnung des Geh. Rats Dr. Becker schließt die Debatte.
Bei der Abstimmung notieren 18 Abgeordnete für und 18 Abgeordnete gegen den Ausschußantvag. Da aber ber letztere die Wiederherstellung der Regierungsvorlage bezweckt, so gilt nach Artikel 46 der landständischen Geschäftsordnung dieser Antrag bei Stimmengleichheit als angenommen; der Antrag Wolf auf siebenjährige Geltungsdauer ist darnach abgelehnt. Der Antrag Dr. Osann auf Vorlage einer Denkschrift wird bann einstimmig angenommen.
Damit ist die Beratung über die Rückäußerungen der Ersten Kammer zum Gemeinbesteuergesetz erledigt.
Unter großer Unruhe des Hauses beginnt bann noch die Beratung des Antrags Ulrich auf Einführung ber .Einheitsschule,
Abg. Raab begründet diesen Antrag und legt sehr umständlich ,eine diesb^üglichen Erfahrungen bar. Der Antrag bezwecke, das allgemeine Niveau ber Volksschulbildung zu beben; eine größere Bildung fei für jeden, auch für den Arbeiter notwendig und es sei Pflicht des Staates, hierfür zu sorgen. Redner bittet, den Ausschußantrag, den Antrag Ulrichs für erledigt zu erklären, nicht anzuuechnen, sondern diesem letzteren Eintrag zuzustimmen.
Da sich hieran noch eine längere Debatte anknüpfen dürfte, beschloß das Haus auf Antrag des .Abg, Bach, die Weitec- beratung auf später zu vertagen.
Damit ist die Tagesordnung erledigt und der Präsident vertagt die Kammer nach 1 Uhr aus unbestimmte Zeit. Die Kammer jtzird voraussichtlich Ende Juni nochmals zu einer Tagung 5 u f ia m m e n t r e t e n.
verschiedene auswärtige Ziegenzuchtvereine und die Gemeindevertretung Burkhardsfelden eingeladen worden. Der Oris- vorstand hat dem Verein eine Weidefläche unter dec Baum- anlage am Licherberg überlassen, worauf der Park errichtet worden t. Die Umzäunung besteht aus Drahtgeflecht. Zur Unter- unft bei schlechtem Wetter ist in der Mitte des Parks eine Halle ausgebaut worden. Der Verein ist der erste der Land- gemeinden des Kreises Gießen, der einen Ziegentummelplatz errichtet hat. Bei der Eröffnung wird ein Vertreter des Landwirtschaftskannner-Ausschusses anwesend sein, der einen Vortrag über die Zwecke und Ziele dec Tummelplätze hält.
— Bellersheim, 25. Mai. Anscheinend um den Pächter der benachbarten Gemeindejagden in der Ausübung der Jagd zu stören, wurde am Samstag in unserer Ge- markung ein Dachshund durch Strychnin vergiftet. Die beteiligten Jagdpächter haben für die Ermittelung des Täters eine Belohnung von 300 Mk. ausgesetzt.
zwar spätestens zum 31. Dezember 1912 außer Wirksamkeit zu setzen.
In der Begründung heißt es n. a.:
Auf Anregung ber japanischen Regierung sind Der Handlungen über den Abschluß eines neuen Handels- und Schiffahrtsvertrages eingeleitet worden. Diese haben bis jetzt zu keinem Ergebnis l^Uihrt. Nach bem Stande der Verhandlungen ist es ausge- Ichlossen, daß em Vertrag frühzeittg genug vereinbart wird, um Die Genehmigung des Reichstags vor seiner Vertagung einzuholen. Xa nach den tzjsherigen Erklärungen der japanischen Regierung reine Aussicht auf eine Verlängerung der geltenden Verträge über den Zeitpunkt ihres Ablaufs hinaus besteht, würde, wenn nicht beiondere Maßnahmen getroffen werden, nach dem 16. Juli o- I- em vertragloser Zustand eintreten. Um dies nach Tun- lichkeit zu vermeiden, ist es erforderlich, daß ber Bundesrat burd) Geietz ermächtigt wird, den etwa abzuschließenden neuen Vertrag vorläufig in Kraft zu setzen. Der Vertrag und die Vereinbarungen sind dem Reichstag bei seinem nächsten Zusammentritte zur Genehmigung vorzulegen. Für die Außerkraftsetzung be5 Vertrags im Falle der Versagung ber Genehmigung ift eine längere Frist vorgesehen, weil bei ber langen Dauer ber Transporte, bie ben Abschluß ber Geschäfte auf lange Zeit hinaus erfordert, dem Handel genügend Zeit gelassen werden muß, sich auf den Wechsel der Verhältnisse vorzubereiten. Dieselbe Frist war für eine Außerkraftsetzung der Vereinbarungen vorzuiehen, weil sich auch die rechtlichen Beziehungen über Längere Zmt hinaus zu erstrecken pflegen.
^loch-Lützellinden und der Jünglingsbundes Thimm.
— Burkhardsfel den,
Aus den Reichstagsausschkfsen.
1':: Berlin, 24. Mai.
Der Ausschuß gegen die Auswüchse im Heilgewerbe
sollte heute die Verhandlung über den wichtigen § 6 beginnen, ber von ben Geheimmitteln, Vorbeugungsmitteln usw. l-andelt. Der Ausschuß trat aber in die Beratung nicht erst ein, sondern vertagte sich auf den Herbst.
Der Schiffahrtsabgaben-Ausschuß
lbegaün heute die zweite Lesung. Von fortschrittlicher Seite 'wird ausgeführt, daß die ganze Mittelrheinkorrektion iiiur als Schaustück zu dienen habe, um Stimmen zu sammeln, rn Wirklichkeit werde sie niemals ausgeführt werden können. >Füc die Rheinschiffahrtsinteresseiiten blieben daher nur die Abgaben übrig. Es entspann sich eine längere Aussprache über den Begriff „Anstalten", insbesondere barüber, ob man richtiger sagen lotte „Werke und Einrichtungen". Artikel 1 wurde in der Fassung Zeines Zentrumsantrages mit kleinen Aenderungen angenommen. ^Hiernach dürfen auf natürlichen Wasserstraßen Abgaben nur für solche Anstalten, Werke und Einrichtungen erhoben werden, die zur Erleichterung des VerkeHrs bestimmt sind. Sie dürfen bei staatlick)en und kommunalen Anstalten, die zur Herstellung irnb UnterhÄtung erforderlichen Kosten nicht überfteigen. Die Her- stellungs- und Unterhaltungskosten für Anstalten, bie nicht nur zur Erleichterung des Verl'chcs, sondern auch zur Förderung «.anderer Zwecke und Interessen bestimmt sind, Dürfen nur zu einem verhältnismäßigen Anteil durch Schiffahrtsabgaben auf- -gebcacht werden. Als Kosten ber Herstellung sollen Zinsen unb Tilgimgsbetrage ber aufgewendeten Kapitalien gelten. Diese Vor- .schriften sollen auch Amvendung auf die Abgaben finden, bie 'für künstliche Wasserstraßen und für Anstalten an solchen, sowie sin Häfen erhoben werden. Der Bemessung von Befahrungs- ja6gaben können im Bereiche der Binnenschiffahrt bie Gesamt- Bosten für eine Wasserstraße, für ein Stromgebiet oder für ein Wasserftraßennetz zugrunde gelegt werden. Auf die Flößerei sollen diese Bestimmungen insoweit Anwendung finden, als sie auf schiffbaren Wasserstraßen betrieben wird.
Nächste Sitzung: Sonnabend.
Der Entwurf eines Gesetzes, bett, die vorläufige Regelung der Handelsbeziehungen zu Japan,
-der dem Reichstage zugegangen ist, ermächtigt den Bundesrat, für den Fall oes Zustandekommens eines Handels- luitb Schiffcchrtsvertrages mit Japan den Vertrag vorläufig in Kraft zu setzen. Der Burrdesrat wirb ferner ermächtigt, [für den Fall des Zustandekommens von Vereinbarungen mit Jchian über das Konsulatwesen, über die Auslieferung unb bie sonstige Rechtshilfe in Strafsachen, sowie über den ^Rechtsschutz und die Rechtshilfe in bürgerlichen Angelegenheiten diese Vereinbarungen vorläufig in Kraft zu setzen. Der Handels- und Schiffahrtsvertrag, sowie die erwähnten Vereinbarungen sind dem Reichstag bei seinem nächsten Zusammentritt zur Genehmigung vorzulegen. Wenn der Reichstag bis zum 31. März 1912 die Zustimmung nicht erteilt hat, find der Vertrag und die Vereinbarungen und
, Hafer.
Im Hafergeschäft legte sich der Zwischenhandel große Zurückhaltung auf, da die Kleinhändler über schleppendes Konsiimgeschäst Hagen und infolgedessen selbst größere Vorsicht im Einkauf bekund en. Die Landwirte haben ihre Forderungen indes nicht onderlich ermäßigt. Es wurde guter Hafer, meist bayrischer Fichtelgebirgshafec oder russische Ware mit Mk. 18.75 bis Mk. 19.25 Parität Frankfurt bezahlt.
vüchertifch.
— Friedrich Naumanns »Neu deutsche Wirt- s ch a i ts p 0 l i t i k" (Buchverlag der „Hltte", G. m. b. H., Berlin" Schöneberg) ist feit mehr als Jahresfrist vergriffen gewesen. Jetzt kann es der Verlag neu, in 3. Auflage, vorlegen, nachdem es dein Verfasser möglich war, die Ergebnisse der letzten Berusszahluiig vom Jahre 1907 mit zu berücksichtigen. Das Buch hat bei seinem Erscheinen großen Widerhall heroorgeruien und wird auch von den Gegnern als eine bemerkenswerte Arbeit anerkannt. Der fünft- lerhche Instinkt in Naumann hat es möglich gemacht, aus so zerstreuten Einzeltatsachen, wie sie der Blick in das weitgebreitete moderne Wirtschaftsleben aufzeigt, das Bild einer großen organischen Einheit zu formen.
Lindenffeis i. ©. Hotel Odenwald


