161. Jahrgang
Dritter Blatt
Nr. 48
Mciiumg kui
Vertikale der weißen in bat vcrs Hieben ft farbigen Reflexen nc
Die Aurstevung öes Kunftoereins.
G^cheinl a-vch mtt «utnaÄHT« btf
Die „Oietzoer L«riltend lütter" werben be* .Anreiqer^ viermal wöchentlich beigelegt, baL 'Krelsblott für bei Krds »ieheit" zweimal wöchentlich. Die ..canbwirttchaftlichen SeU- frage»- erfcheinen monatlich zweimal.
so dringend noiwcndigc Revision des Gemeinschaftsvcnrags xn die Wege zu leiten.
hessische swette Kammer.
R.B. Darmsrabt, 24. Febr.
DM Regierungstische: Staatsminister Ewald. Minister des Innern n. Hombergt, Gebeimeräte Dr. Becker. FrI«. v. Br egeleben, Best. Ministerialräte Lorb acher und Hol-
brochenen Tür. Von Wärme und von hellerem Licht durchflutet das andere Bild „Mein Salon". Auch hier das raumschaffende Mittel des überschnittenen Stuhles am vorderen Rande. Die künst- lcrischc Arbeit geht aus dem Dunklen ins Helle bis zu der höchsten Steigerung des Lichtes in dem Slontraft der warmgelbm und der kaltblauen Gardine. Auf solche Kontraste zwtsckat kalten und warmen Farben und die Tönung der Zwischennuancen tu auch das Stil [eben nut der blitzenden Messingkanne vor der roten Platte gestellt. Ganz warm, fast altmeisterlich braungelb wirkt die Apotheke 'in Pirna mit ihrer, wieder aus rein malerischen Mitteln gewonnenen Tiefe. — In dem Bilde der Barockkrrche zu lieber- lingen ist das Wesen dieses eminent künstlerischen Bau-Stiles wundervoll erfaßt. Wie üt der Lottk ist auch int Jnnenruum der Barock Bewegung uni) Linienrcichtum: und dieser an sich schon malerische Charakter ist durch die malerischen Mettel der „Wiedergabe noch gesteigert. Cs ist Morgenltrmmung. In den ^>t-Chor fällt 'warmes Frsthsonnenlicht, das auch über die Bänke des Mittelschiffes nod) 'hinstreicht, dann aber in dem.weißen Raume nach oben und in den Seitenschiffen schummrig verklingt bis zur blauen Dämmerung, llnd aus dieser kühlen Stimmung bricht wie eine Fanfare das Rot und bei farbige Linienreichtum der äanzel. Wir tonnen lstec nicht alle die Variationen in Licht-, i_>nft- und Farbenstimmung einzeln verfolgen: den Farbenreichtum auf dem Futerieur mit dem lesenden Mädchen, mit dem ver- blünenden Ci fett des Blickes vom Dunkel ins Helle, bw kümt- lerische Einheit der Mittagssnmmung auf „12 Uhr", die gelbe Schürze und die blaue Vase aus dem Bilde im Mostkeller.
Das Hangen der Bilder Kuhls hat bei den ungünMgen Licht- und Raumverbältiiisseii unseres Xlunstverernsaales und dem fast gleichen Format der meisten Bilder besondere Schwierigkeiten gemacht: man muß nd) — das ist aber Regel für jedes moderne Bild — geduldig einen reflexfreien Standpunkt lüdicn, um zum rollen Genuß dieser Meisterschöpsungen zu kommen.
Zu H a b l i k s Silbern ist der geiiHgc Zugang nicht leicht iu finden. Er ist wohl stark von van Gogh beeinflußt und überläßt wie dieser unendlich viel der gestaltenden Mitarbeit des Betrachters. '21m leichtesten ist wohl der dekorative Farbenreichtum des Chrnianthemumstraußes und die düstere Stimmung des Hohlwege- >h iaisen. Utib von diesen Bildern aus wird man auch zum Verständnis so unendlich schwerer Probleme wie dessen der Sonnenstudie gelangen: in der Tat reagiert die menschliche Retzhaut bei der Betrachtung dieses Vorranges in der Natur so. daß die Sonne, die durch Daum« bricht., plötzlich als volle Lcheibe vor den Summum yt jdchen schckltt. Den IahrmarL kann mein
Samstag, 25. gebruar 19U
JRotatwtBbmd und Verlag ber Brüblfchen UnwersuälS - Buch- und 3ttinbru<fcreL R. Lang«, ®iceen.
Redaktion, Expeditton und Druckerei: straße 7. Expeditton und Verlag: «--Möl. Äebartion:e^ll2. TeU-Sldr.: AnzeigerSicßen.
Beifall.)
Geheimrat Dr. Becker führt aus, die Finanzlage habe sich gebessert und nennt Beispiele dafür, wo und in welcher Weste die Regierung Ersparnisse vorgenommen hat und noch Plant. Erhebt besonders hervor, daß man auch versuche, Ersparnisse äst erzielen mit Maßnahmen, die einer zukünftigen Organiiations- änderung nid)t vorgreifen sollen und dahin gehen, daß man z. 23. drei Stellen von Vortragenden Nöten bisher nicht besetzt habe. Tie Regierung wolle also nicht nut bex ben kleinen Beamten sparen. Ferner sei vor- geschlagen, bei der Lberrechnungskammer Bureauassistenten anzu- 'stellen. Diesen und andere derartige Vorschläge werde die Regierung eingehend prüfen. Ter Redner geht dann auf ine einzelnen Ersparnisvorschläge näher ein und betont, datz das Budget für 1910 erfreulicherweise besser abschließe, als es veranschlagt war. Er müsse aber bod) vor einem zu großen Lvtimismus warnen, wir beiänben uns erst auf dem Wege zur Gesundung. Der Redner wandte sich bann eingehend gegen die Ausführungen des Abg. Ulrich. Dieser habe ganz irrtümlich aus dem bedeutenden Ausjall
Staat^minifter Ewald dankt zunächst namens des Finanz- Ministers Braun für die warmen Worte und die Dünsche zu betjat balliger Genesung und spricht die Hoffnung aus. datz auch Abg. Di- Gutflei'ch bald das fachlich so vorrreiuiw getuhrtr Referat über den Iustizetat werde wieder persönlich übernehmen Wunen. Mit Befriedigung begrüßt die Regierung, daß aus btn ^rulp Tungat aller Redner des gestrigen Tages der feste Wnnick nach einer gesetzlid) festgelegten Schuldentilgung heruusgettungen fei. Er hoffe deshalb, daß der den Landständen vorgelegte Rotgesetz- mtmuTT für die Schuldentilgung für das laufende Jahr glatt zur Annahme gelangen werde. Als nächstes Ziel der Gefcngebung müsse dann die Ausbefsenma der Beamtengehalter betrachtet wer- bat, bezog lick' bernt ber Minister auf r.ic bereits bekannte Re - giirungÄcrllärung in ben Finanzansfdniiscn hinweist: bic Jin- bessernng müsse erfolgen, sobalb dies ohne lueieutliuM: etcucr^ erhölnmg möglich sei. Bezüglich der vorgelegten rech angetan biqtcn Anträge auf EinleittiNg einer ReviUvn bcs Enenbahn Gciiieinsd asisverlrags ertlärt ber Minister, z. Z. nickst naher darauf eingehen zu können: es werbe dies geschehen, wenn d,e 7>rage in ber M.immer zur Verhandlung gelange. ^ie Notwendig int strengster Svarsamteit werde ber Regierung VeranlasfMig sem, weitere Vereinfachungen iutd Ersvarnstse nach Möglichkeit durch- zuführen. In der Verein^achungskommission werde auch der Hl atz fein, die ?lnregnng des 2lbg. Illridi zu erörtern, ob man die gc- "amte Verantwortung für bas hciiiidrc Staatswesen nicht einem eruzjgeu Minister überlassen solle. Abg. Ulrich l)obe gestern auch das Verbot der Proteswersammlung in Langen kritisiert und es ab3' eine Vergewaltigung des VeriammlungSrechts bezeichnet Die Regierung sei im Gegenteil der Meinung, daß fie f,ck, mitschuldig gemacht haben würde, wenn sie diese Versammlung zugelassen hatte. lLebh.' Beifall.) Sie wurde fid, mitschuldig gemault lmben an bei- Verletzung ber elementarsten Gebote bes Gastrechts flautes, allg. Bravo'', nrstschulbig einer politisch ebenso unklugen, wie morahjch verwerflichen Hcmbluugsweise bem Repräsentanten eines großen benachbarten Volkes gegenüber lgroßer Beifall'', mitschuldig an einer Demonstration, bic int Widerspruch fteht mit bett Anschauungen ber nberroälfigcnbeit Mehrheit nicht nur des hcimeben, sondern auch des ganzen deutschen Volkes (lang anhaltender Beifall, Widerspruch bei ben Sozialdemokraten) und deshalb haben wir es für unsere Pflicht gehalten, an der Hand bes Gesetzes biese Versammlung zu verbieten, weil die Gefahr zur Anstiftung von gesetz • widrigen Wandlungen vorlag. Zum Beweis Tür den Aon. tn welchem die Einlabmia zu der Versammlung in bett soztoldemo- krottschen Blattern errahtfe, verliest der^ Re Mister einen Aufruf bet Frankfurter Volksstimme vom 1. September v. I-, worin Ausdrücke rote „Vertreter des russischen Hentershstems", „Men,dien» idiläditcr im PurpurrnMitel", „Blutschuld seiner blutgierigen Schergen", „infanie Blutschuld", „Tiefem Henker muß man lebe. Gastfreundschaft verweigern, hinaus mit ihm'.", „Den Blutzareu zu verachten" uff. Vorkommen Die Verlesung diefer A>isdruae wirb von ber großen Mehrheit fortgesetzt mit sehr lauten Pfuirufen und anderen Ausdrücken der Entrüstung begleitet, wahrend sicki die Sozialdemokraten mit Rufen, wie „sehr richtig!", „nun M - Ta^ ist doch auch der Fall!" dagegen wenden. Der Minister schließt unter lauter Zustimmung der großen Mehrheit, er t volle sich mit der Wiedergabe dieser Ausdrücke begnügen, das >3zuiS werde bar ms enennen, baß wir klick, eine Gefahr bex ?tu.frciznng zu Gewalttätigkeiten oorlag. Tie Regierung unb nicmanb tonnte bic V^raiilwortung übernehmen, daß durch diefc 'Jutfrci,jungen nicht Gräueltaten bewirkt werden könnten. Das zu verhüten, war die cinfache Pflickst der Regierimg. (Lebhalter anhaltender
bruar 1910^ in Souveränitätsrechte umzuwandcln. Das war natürlich ein Vertragsbruch, wie er schlimmer nicht qebadit werden konnte; nur schützte die Ehineien vor einem gemeinsamen Vorgehen Rußlands und Englands ui ber T ibetsrage bisher der Umstand, dasz diese zu den litzlimsten asiatischen Fragen gehört und deshalb auch bei Abschluß bcö englisch-ruisischen Abkommens über Zentralasien mit gutem Bedacht ausgcschaltct wurde. Daß aber England jpäter einmal die Tibctfraac wieder ansrolien wurde, ging schon aus ber Aufnahme hervor, die der abgesetztc xalai Lama in Indien fand. Tnrr konnte diese Aktion alleui int Einvernehmen mit Rußland erfolgen, und wenn England seyt seine Zustimmung zu dem russischen Borgetzen hinsichtlich der Mongolei davon abhängig gemacht hat. bar, Rußlanb ihm bei ber Lrbnung ber tibetanischen Angelcgen- heitert hilfreiche Hand leiht, so wäre bas fehl: t’.critxmbndi. Rnr wird mein sich fragen müssen, ob England tat,achi'.ch diese Bedingung gestellt hat, unb ob der gegenwärtige Angenblick gerade jo fehr geeignet ist, die ^ibetsrage, iuu noch dazu in so energischer Weise, aufs Tapet zu bringen. Auch die anderen Machte werden in dieser BcziehunA ein Wort mitzureden haben, vor allem die Vereinigten »staa- ten, die es picht dulden können, das; ihr Bundesgenoffe in einem Zukunftskriege gegen Japan, daß China in diefer Weise von Franzosen, Engländern unb Russen gc;djroaa). unb verkleinert wirb.
Ter „Matin" teilt in einer anscheinend amtlichen Note mit, das. Chin a der russischen Regierung nicht nur vollständige Genugtuung gegeben habe, frndern 1ich sogar bereit erklärt habe, den im August dieses >)ühres nbiaufcnbcn ruflisch-chinesischen Per trag vom Jahre 1881 mit einigen Abänberungen zu verlängern.
Auge mid) fast nur als Farbeirstudie empfinbcii lassen, schwer nur zum Bilde zusammenseheii.
Mit feinem und zartem Gefühl geht Hermann Neil den Reizen brr seuchttonigen Luftstimmung über bem Tal bes unteren Main nach ober ber über ber hessischen Ebene ober ben farbigen Nontrasten bes Sonnenlichtes im Walb. Auf feinen bekorativen Studien fügt Hdi der sehr graziöse Zug der Silhuettc mit der geschmackvollen Farbe zu einer guten Bilbeinheit zusammen.
Der '2lntwerpener F. Block, dessen Vorsahren aus unserer Stadt stammen, will bic schwerrnüttge Stimmung ber norbüchen Natur seinei- Heimat wiedergeben. Am besten ist'ihm das wohl in dem Stück aus Srüggc gelungen.
H. Krehßig malt frisch und ursprünglich in kraftvoll leuchtender Farbe. Er ist noch ein Werdender, bem gelegentlich auch ein Versuch mißlingen barr. Wer aber so wundervoll die Bewegung des Wassers auf bem sonnigen Tag am See ober bic 3ntimität bes oberbayrischen Gehöftes wieberzugeben weiß, läßt nod) sehr viel erhoffen.
Wilhelm Wölkes buchkünstlerifchc Arbeiten beweisen das Geschick bes mobernen Kunstgewerblers in Entwurf unb Ausführung material gerecht und künstlerisch zu gestalten.
Tr. Christian Rauch. »
— Französische Forschungen in ber Sa- Hara. Aus der Sahara sind verschiedene französische Lfsr- -.irre zurückgekehrt, deren Aufnahmen eine wesentliche Bereicherung der Narte in Aussicht nehmen. Nach „Pelerm. Mittlg." hat Kapt. M. I. E. N i e g e r von Tidikelt aus mit seinen Kamelreitern die Grenzgebiete von Südalgerien fr- wohl nach Südmarokko wie nach Tripolitanien durchstreift. Durch Kapt. M. E o r t i e r s astronom. Positionsbestimmungen wird dem ganzen Tuareggebiet zwischen Tuat im Norden und dem Niger im Süden eine sichere Grundlage verliehen werden: seine Reise hat zwei Jahre in Anspruä) genommen. Ein fast iungfräulickies Gebiet hat Kapt. A. C o t t e s für bic Karte erschlossen durch seinen Zug von der Oase Air über die große Karawanenstraße Tripolis—Tschad fee nach Obis an die Grenze von Tibefti. Bei Jat zwischen Murfuk unb Bilma traf er mit einer von Tripolis kommenden, nach E. vorrückenden türkischen Truppe zusammen; wenn auch Feindseligkeiten vermieden wurden, so hat sich dadurch doch eine genaue Grenzbestimirmng in diesem Gebiet als ivün- jcheuSwert herausgestellt.
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Gderhefsen
bringen? .
Ueber trie Verhältnisse an der Grenze Jndochinas wird < man nähere Mitteilungen abwarten müssen, ehe man^dazu ’ Stellung nimmt. Gerade für Frankreich, das fick) die Schaf- ' fung eines Riesenreiches in Nordafrika zur 2lufgabe gemacht und dort noch sehr große Schwierigkeiten zu über winden hat, liegt wohl leine Veranlassung vor, auch seinen ostasiatischen Kolonialbesitz zu vergrößern. Anders dagegen steht es mit Eiigland unb mit Rußland. Rußland will die Schlappe, die die Politik eines Iswolski auf bem Balkan erlitten, durch eine Aktion in Asien wettmachen und sucht sich dafür natürlich nicht das kriegsgewaltige Japan aus, sondern China, das, mitten in umfassenden Reformen be griffen, ihm um so weniger gewachsen sein kann, als auch die Pest unb gewisse Thronstreitigkeiten seine Widerstands kraft lähmen.' Daß sich Sasanow für diese Politik den Rücken gegen Deutschland und demzufolge auch indirekt 'gegen Oesterreich-Ungarn durch das Potsdamer Wommen gedeckt hat, bedeutet einen äußerst klugen Schachzng, wenn man auch zweifelhaft sein kann, ob sich die Bestimmung des Abtominens, daß Rußland und Deutschland sich jeder einander feindlichen Kombination sernhalten wollen, aus ganz Asien und nicht nur auf Persien erstreckt.
Jedeiifalls durfte Deutschland seine .Hand für das so schwer bedrohte China kaum ins Feuer legen, um so weniger, als Rußland sich hier, wenn die aus Shanghai verbreiteten Meldungen richtig sind, bet Ausrottung der Tibetfrage unzweifelhaft an der Seite Englands befindet. Es mag ja nun fein, daß die Meldungen vom Einmarsch russischer und englischer Truppen in Tibet den Ereignissen weit vorauseilen. Man kann aber annehmen, daß Rußland unb Englaiid gewisse Truppenveränderungen an der tibctaiu- schen Grenze vorgenommen haben, die den chinesischen Grenz- behörven wichtig genug erschienen, um an ben Residenten in Lhassa weiter gemeldet zu werden. Nun sind zwar die Chinesen in ganz Asien als Angsthasen bekannt, aber auf der anderen Seite fühlen sie sich auch in ihrer Stel hrng in Tibet, das sie vor einigen Jahren besetzten, nicht ganz sicher. Denn sie haben hier, nachdem Rußland und England iich Ende August 1907 dazu verpflichtet hatten, auch in Tibet die territoriale Integrität Chinas zu respektieren und die Souveränität Chinas anzuerkenuen, diese Enthaltsamkeit der beiden Großmächte dazu benutzt, ihre Sonzeränitätsrechle durch Fortjagen des Dalai Lama (Fe
st n g e r.
Vizepräsident Korell eröffnet die Sitzung um 9*4 Uhr. Tai, Haus fetzt die
.HauptaiiSjprache über den Haushalt für 1911
fort Abg. Rcb fr. Vp.) führt aus, er fämre der Entwickelung unserer fmanzpolitiscken Verhältnisfe nur mit Besorgnis entgegen- sehen. Tic Ucberschüsse aus den Eisenbalmeinnahnien berauben sich auf einem sehr schwankenden Boden, aus dem sich keine gc- iunbe Fiiiaiij-icbrrung burdi-iilreit lasse. Xie Eiienbadnfchuld fei burdjitiaiittlid; um über n Millionen aiigenmdjcit, während bic lieber)ctilffc nur bürdüdniirtiid) etwa "2,6 Millionen betrugen. Das Sckittbciitilgungsg.sc.-tz hätte, schon int vorigen Jahre an> äenciiimen werben müßen, cs fdyetterte aber an bem Wiberfpruch 0^' Ersten Kammer. Hätte her Finanzausschuß Zweiter Nummer domals energischer auf ber Enebigung des Ge.etzeS beitanben. io wäre cs nid Leid't schon damals angenommen roprbcii Nach feiner
,ic der Finanzausschuß dieses Gesetz, das im Interesse des Lande.- .ibsotut notwendig fei, sehr wohl aad; ohne die An- weseuheit des Herrn Finonzministers erledigen können. Ter Redner acht bann ausführlich auf den Eisenbahngementschasts-- vertrag mit Preußen eiit, wobei er fick im wesentlichen aus die vielgenannte Brofdüre stützt. Die Denkschrift der Eisenbahn- bireftion Mainz habe iiadigeroieien, baß sich seit bem Bestehen der Eisenbahnaemcinsdmft der Personen- unb föütenn»rfchr auf ben Gcuieinichaftsstrecken stark veruiehrt, ia verdoppelt hat; bem- enl'vrechei'd hätte, sich aber auch ber Anteil Hessens an bem Rein ertrag erhoben müssen, was aber bekanntlich nicht gesd)ieht, ber Reinertrag fei vielmehr zurückgegaugcn. Er gebe zu, baß die Revision bes Vertrages keine so einfache sein werde, weil man mit dein schärfsten Widerstand Preußens rechn-'n müsse. Allein n-.ciut Heiieu alle die Rackst eile, die es durch den Vertrag erlitten hat, äiiianimcnitc.lit unb sich dann auf den Rechtsstandpunkt stellt, tanu werde wohl Preußen, wie jeder andere redttidoffene Kon- traf.ent, dem die Unhaltbar keil der vertraglichen Abmachungen nad-gciPieirn wird, nicht mehr ganz davon abstehen tonnen. Ein ^hingehender Antrag fei ia schon in der Kammer eingebracht: audj die Freisimngen würden nodi einen solchen Antrag stellen inib er hosfe, baß sich bie Zweite Kammer geschlossen zufammen- finben unb hinter bic Regierung stellen werde, um die für Helfen
Auftollung der Tibetfrage?
Die Kontroverse über die russische Drohuobe au China, in der Rußland eine weitere wirtschaftliche Festigung icmes Einstusfos in der Mongolei verlangt, ist trotz der Anttvort der Pekinger Diplomatie noch nicht abgeschlofsen, und schon kommt eine zweite Nachricht aus Asien, die in ihrer Bedeutung den erstgenannten russisch-chinesischen Konflikt bet weitem übertrifft. Läßt sich doch die Morning Post aus Shanghai melden, der Vizekönig von Tfetichuan habe dort- hin telegraphiert, daß rus,ische Truppen in Tibet einruckten, und daß nach Nachrichten aus Lhassa selbst auch engluche Truppen auf dem Wege inS Land wärem Gleichzeitig aber will man in Shanghai wissen, daß Frankreich Anstalten mache, von Jndockina aus in die Provinz Jünnan etnzu marschieren. Es sieht also fast so aus, als ob nunmehi die ganze Tripleentente gegen China mobil mache.
Run ist zwar Shanghai als Lügennest so bekannt, daß man diese Meldung nicht ohne weiteres für bare Münze zu nehmen braucht. Sie stehen auch mit der unfreund sichen Haltung F-rankreichs und Englands gegenüber dem jüngsten Vorgehett ber Russen gegen China tu direktem Widerspruch. Oder sott es sich hier bewahrheiten, daß wahrend man in London und Paris unter der Devise: Haltet den Dieb! daraus hinwies, daß Deutschland hinter der russischen Drohnote stände, dieses Preßmanöver nur unternommen wurde, um China mit Deutschland zu ent zweien, um desto besser auch die englischen und französischen Ansprüche an China gleichzeitig zur Erledigung zu
Sammel-Ausstclluiigen eines bedeutenden Kimstlers' sind das vornehmste Mittel zur künstlerischen Bildung des Kunstliebhabers. Dadurch, daß man ein unb benselben Künstler verschiedenen Problemen gegenüber sicht, wächst bas Interesse, wirb ber Wumck unb damit bte Fähigkeit bc3 „Einfühlens" in bas Kunstwerk angeregt, wirb bewirkt, baß der Befd)auer fid) in die secle des Künstlers versetzt, seinen Schaffensprvzeß und bamit bie göttliche Freude, daran nacbertebt. Unb solches Racherleben macht auch bescheiben; die vorgefaßte „ästhetische" zusanirncngelesene Meinung fchweigt, ber Künstler spricht unb wirb gehört.
In der vorigen Ausstellung konnten wir uns in das Schaffen eines licbcnswürbigcn und vielseitigen Talents, wie D-etttnanns vertiefen. Diefcsmal haben wir einen ber großen Bahnbrecher ber neuen Kunst, ben Altmeister Gottharb Külst, ben Führer der Dresdener Moderne bei uns zu Gast. Er steht im 61. Jahr seines Lebens: sein Ruhm steht fest und braucht nidst mehr verteidigt zu werben. Alle diese Bilder zeigen Kühl als großen Maler im eigeMlichen Sinne des Wortes, der mit den spezifisch malerijdieii Mitteln von Farbe, Licht und Luft die Stimmung des Jnnenraiiincs einfängt und zu einer wundervollen Harmonie feiner, zum Teil prickelnd oikaiUer Farben steigert. Es lebt etwas von Pieter de Hood;s sanften stillzarten Tönen und wieder auch von des Delfter Vermeers, des größten Koloristen aller Zeiten, so unerhört raffinierten Farbenkomplexen in diesen Bildern Aber so genau und in gleichgestimmter seelischer Schwingung Kühl diese Großen studiert haben muß — er ist frei von jeder akademischen Anlehming, selbständig im Können des modernen Impressionisten, der in rascher Technik ben Stiimnnngsinomeut festhält, in breitem Strich, ber tm Auge bes Befchauers zufammenfchmflzt zur Fläche, unb er ist selbständig vor allem im Vorwurf. Schade, daß mir keine feiner Dresdener Landschaften bier'üorfüljreu tonnen mit ihrer virtuosen Darstellung der zitternden roaffergefättigten Luft üb:r ber Elbe. ober diese Büder find wohl alle in festen Händen. Eng und ber laltblaucn^arbinc. Aus solche Kontraste zwischen kalten und in unendlich feinen Rüancen verschieden unb darum besonders dankbare Studieiwbjettc find die beiden Tarstellmigen eleganter Jnnenräiime, bic am ber eteflroanb hängen. Aus des Künstlers jüngster Arbeit, dem Interieur mit Flügel ein dunklerer warm- «goldener Innenton unb ein geschickter Bildaussitzuitt, der an sich schon Raumtiefe schafft.
Dann der Durchblick in das andere Ziimner auf bic blaue Tischdecke mit der gelben Vaje darauf; ferner die bildteilLude


