161. Jahrgang
Zweiter Blatt
Nr. 176
Erschefnl »glich mit Ausnahme beS konnlag«.
Tte MWe* *mt Ka»tlle»blLttu" werden dem .Anzeiger^ viermal wöchentlich beiqel«Gt, das „Krelibletl für bm Kreta •tat«" zweimal wöchentlich. Die .^-»dwlrtschastllches Lett« frage»" erscheinen monatlich zweimal.
Redaktion, Expedition unb Druckerei: Schul- slrage 7. (hpcbirion und Verlag:
Redaktton: 12. Tel.-21dr^Anzeiger«ießeiu
Samstag, 29. Juli 1911
Rotationsdruck unb Verlag der Br üblichen Universität» - Buch- und Eleindnickerei.
R. Lange, Gießen.
Giehener Ameiger
General-Anzeiger für Oberheffen
♦ Eine Moschee in Paris. In der französischen Hauptstadt leben mehr als 12000 Mohammedaner, und viel größer ist noch die Zahl der Anhänger'des Propheten, die
vandenunsug auf türlischem Gebiet.
Saloniki, 28. Juli. Amtlichen Berichten zufolge rauchen bei S-tatista und Grobena neue griechische Banden aus, welche eilig in das Innere des Landes Vordringen. Tie oersügbaren türkischen Truppen werden als unzulänglich für die Verfolgung bezeichnet. Leit drei Tagen sind insgesamt sechs griechische Landen, 25 bis 15 Mann stark, gesehen worden. Tie Meldungen heben die Anwesenheit beurlaubter griechischer Offiziere bei den Banden hervor. Eine fünsziggliedrigc bulgarische Bande unter Kawadresf überschritt bei Demir-Klapu trotz der Ltrectenwache die Wardar und die Bahn und zog nach Möprülu weiter, um das Wilajet Monastir zu erreichen.
Eine amtliche Meldung besagt, Torghut Schefket Pascha sei von Skutari nach Konstantinopel abgereist und Essad Pascha habe das Kommando übernommen.
Ten Blättern zufolge wurden vor dem Hause des neuen Stabschefs der Armee ui Albanien, des Obersten Pe- t r c iv, brennende Zündstoffe gefunden, die auf einen Versuch der Brandstiftung schließen lassen.
Arbeiterbewegung.
Ter A umstand tu der Badischen Anilin- und Sodafabrik. Wie die Direktion der Badischen Anilin- und Lodaladrik in Ludivigshaie» nmicili, sind »m Lause des DonnerStaa weitere 200 Man» in de» Ausstand getreten. Die Gesamtzabl dcr 'Jlu5fki»biflc» beläuft sich nunmehr aus 1500 Mann. In der Fabrik herrscht zurzeit völlige Ruhe.
Thann i. Elsaß, 28. Juli. Nachdem hier etwa 100 Arbeiter der Ziegel iabrik in den Ausstand getreten ,uw, streiken ictu auch 200 Arbeucr dcr Bleicherei Tumml, Iaeale u. Eo. Ein werterer namhastcr Teil der 850 Arbeiter dieser Firma hat nch gestern den, Ausstand angeschloisen. Heute und nun auch die Maurer der Firma Wauß u. Frcvtag in den Ausstand getreten. In geichloiienen Zügen marichienen die 2lus- ständigeu wiederholt durch die Lladt, um aus bieic Werse auch die anderen .Arbeiter zum Anschluß an den Ausstand zu veranlassen.
e»t Antrai des Kreise» Fnrtv, der aut möglichste Vcr* billiguna der Encnbadinayrken ;u lurncrisch r. Veranstaltungen mit Einsckluu des Lonntagsvcrkebrs hinarbciut. wud angenoarmen
Ein Antrag Henschel Weimar wendet sich gegen die Fugendwchren, die von Milrtür- und ärregcrv.-rerncii ge- bildet ivvrd.-n sind, weil er in idnen ein- Geiahr inr btt wertere Entwicklung der deutschen Turnerschaft itrb: Unter ollte,tiger Zustimmung wurde Nut» der Antrag dem llnteraus'chut; sur d,e schuicirtlasicne Jugend überwiesen. •
Tamit nxu die 7ag. orduung erl.-drgi Morgen findet rui Aus,lug in die sächsische Lchwciz, am Sonntag und Montag ernc Reise nach Prag statt.
geordneten- und .Qcnwtridncrlafie 31010.52 Mark, Tr. Ferdinand Göp - Ltiituug 102 082.48 Mark, ehemalige Jahn - Llistung 10 362.25 Mark. Der Bericht schließt mit der Feststellung, bar. Turnvereine btt Lchankderrieb aus ihren Otaunbitüdrn zur Einkommensteuer nicht herange;ogen werden können. xet Jahres- bericht wurde ohne Aussprache genehmigt, woraus der cdias- meister Ätzrotl Steglidi den .vaii/nbcnd,: erstattete. .Der Barbestand am Schlüsse dec- Jahres 1910 betret nch aut 18 48 > «8 Mk An steuern wurden vereinnahmt 145 868.08 Mark, sur Versammlungen der Au-?schußmitql>eder. Ausschußfitzungen usw >our- den ausgegeuen 27 395.60 Mark, für Vertretungen aut auswär- tmen Turnfesten 2250.75 Mark Für Errrästung deutscher Turn Hätten wurden in den Jahren 1906 bis 1910 rund 40 000 Bi ar k bewilligt. Ter Kassenbericht wurde genehmigt und dem Schatzmeister Entlastung erteilt.
Hieraus gelangte eine Reihe von Anträgen zur Beratung Angenommen wurden die Anträge, wonach in Kreisen mit melk als lOüOUÖ steuernden Mitgliedern em zweiter Vertreter sur den Ausschuß der Teutschcn Turnerichatl und ine Versammlung der )tr ei stur n warte ausgestellt werdeii ioll; ferner daß die Steuern von setzt ab auch für alle diejenigen Ehrenmitglieder, die außerhalb dcS betreffenden Ortes wohnen, bezahlt werden sollen. Eden- fo wurde der Antrag angenommen, die Steuer uni einen Pfennig für den stopf zu erhöhen. Geh. Sanitätsrat Götz teilte hieraus mit, daß von 437 stimmberechtigten Mitgliedern 423 anwesend sind. — Nach lebhafter Aussprache wurde die Einsetzung eines Spielausfchuffes beschlossen, wobei aber für lebe Sportart ein Sonberausfchuß ins Auge gefaßt wurde. Zur Turnsestordnung lagen Anträge vor, bie dem Turnausschuß als Material über- wiesen wurden. .Hieraus wurde ein Antrag des Au-Nchupes angenommen .wonach Anträge auf ?Lbänt>erung der Bestimmungen ber Turnfestordnung vier Monate vor dem deutschen Turnfest einsureichen und vorzuberaten sind.
Der übrige Teil der Verhandlungen drehte ndi um die Frauenfrage, namentlich darum, ob hie Aufnahme felb- ftänbiger Frauenvereine mit gleichen Rechten und Pilichtcii, wie die Männerturnvereine zulässig sei. Nach einer längeren Aus einandersetzung wurde der Amrag auf Zulassung der <vrauenturn- öereine nahezu einstimmig angenommen. — '^adi einem Anträge Schräder Bonn), der Annahme fand, ioll die aktive Beteiligung an Turnfesten abhängig fein von den in ben^dfau«, Mrci»> unb deutschen Turnerschast geltenden Bestimmung : -tarnen’ turnücrcinc und Frauenabteilungen sollen nur für jene OJaiic zugelafien werden, m denen die Feststadt liegt, weitere grauen* Abteilungen nur nach Genehmigung des Turnausschusses und des Orlslurnausschusses. — Hieraus wurden die weiteren Verhandlungen auf morgen vertagt.
,5. Deutscher Turntag.
~ Dresden, 27. Juli 1911.
Unter zahlreicher Beteiligung begannen heute im Konzert faal des Zoologischen Gartens die Beratungen des 15. Deut scheu TuriitageS, welche der Vorsitzende, Geh. Saniiätsrat Dr. G ö tz , mit begrüßenden Worten eröffnete. — ES wurde fodann in die Tagesordnung cingctretcn unb ber Jahresbericht bekannt gegeben. Ter Bericht betont die unermüdliche Arbeit der Deutschen Turnerschaft unb weist darauf hin, daß in erster Linie die Sorge für die aus der Schule entlassene Jugend den Turnern am Herzen liegen müsse. Im Anschluß hieran wird die Entwickelung ber Deutschen Turnerschast geschildert, die am 1. Ja- nuar 1911 9691 Vereine mit 1003 609 Mitgliedern umfaßte. Frauenabteilungen bestehen in 1690 Vereinen mit 58 477 Mitgliedern. Im Auslande bestehen 45 deutsche Vereine. Zum Reichsheer hat die Deutsche Iurnerjd)aft 35 912 Mann gestellt.
Der Vorsitzende gedachte sodann der in den letzten Jahren verstorbenen Turngenossen, woraus die Ersatzwahlen vorgenommen wurde». An 33 Vereine wurden aus der Dr. Ferdinand Gotz-Luftung 11 000 Mark, außerdem für einzelne Vereine hypo- thekansche Darlehen bewilligt. Ter .stassenbestand der Deutsdien Turnerschast ist folgender: Hauptkassc 83 562.28 Mark, Ad-
einc Demonstration abgehalten, der alle Teilnehmer in Hemdsärmeln beiwohnten. Ein Chicagoer Redalteur telegraphierte daraufhin zurück: „Bitte Unfallsliste fd)idcn . .
vor kurzem wurde eine große Monsterversammlung zu Denver abgehalten, der Tausende Delegierte von allen Städten des Westens benvohntcu. Ein Gebet eröffnete die Feier, an das sich ein tausend stimmiger Gesang auf folgende» Text schloß: „Stadt Oklahoma! 64 205! Loost Okloljoma!" Als man aber in Omaha diese imposante Veranstaltung wicderlwlen wollte, da halte man die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Denn der Geistliche, der das Gehet sprach, war cni Mann von Pueblo, und er schloß: „Unb nun, o Herr, erstehen wir deinen besonderen Segen für die große unb mächtige Stadt Pueblo, deren Bevölkerung in diesem Jobr 66 723 Seelen beträgt. Amen. ' Pueblos Ehrgeiz ist nicht mehr und nicht weniger als das Pittsburg des Westens zu werden. Daher das Motto, unter dem die Booster von Pueblo feduen unb siegen: „Achtet auf unfern Rauch". Pittsburg gilt nämlich für die räudigste Stadt der Welt, und das läßt Pueblo nicht schlafen. Sie haben eine Eowboobande von 52 Mitgliedern mit Fahnen unb Reklamen aller Art durch die ganze» Bereinigten Staate» geschickt, um Pueblo bekannt ;u machen. Noch eifriger beun Boosting ist Taloma. Ihre ntchl sehr schöne, aber dafür desto irirffamere Nationalhymne lautet: „Loost Taeoma! Tag und Nacht, rot »u du ar deckest, wenn du schreibst, leg deine ganze Seele darein. Loost Tacoma!" „Tu sollst Tacoma lieben", dies Motto ber Stadl ist ein so verbreitctes^Schlagwort, das ein Bries, der nur die Orlsbezrichniing, „2ie 2labt, bie ich lieben soll", trug, sogleich nach Tacoma befördert wurde. Der Eigentümer einer Farbenfabrik dieser Stadt hat allen Mitbürgern umsonst rote Farbe zur Verfügung gestellt, damit sie überall in den Vereinigten Staaten groß anschreiben können: „Taeoma, das Emporium der Erde". Das ging so lange, bis an Lokalpatriot die Flammenschrift einer Herde Rinder auf» Fell schrieb, die einem Mann von Spokane gehörte, der dann einen bedeutenden 'Schadenersatz einforderte. Taeoma schickt alljährlich Aepsel in den ganzen Bereinigten Staaten umher, die die Inschrift tragen: „Kommt aus Tacoma. von weit her. Komm näher. Du sollst Tacoma lieben." Seinen Lokal- patriotismus hat jüngi't ein Bewohner der Hauptstadt von Montana mit dem Tode bezahlt. Es herrscht ein 2Dort, den Namen der Heimatstadt aus de» höchsten Gipseln anzuschreiben. Als Butte- Ecky 50000 Einwohner erreichte, schrieb ein Mann diese Tatsache an die höchste Felsenwand des berühmten Cheyenne Canon. Während er die großen rote« Buchstaben hinmalle, verlor er das Glcid>- gcroian und stürzte in den Abgrund, noch mit dem letzten Atemzug rufend: „Booft Butte-City!"
Die maul- und Llauenseuche in Bettenijaufen.
Zu unserer Noti^ in Nr. 168 vom 20. d. M. schreib: uns das M r c i -3 d c t e r i n ä r a m t:
Tie Feststellung der Maul- und Klauenseuche in Bcttenhauscii unmittelbar nach dem daselbst abgehaltenen Bauernieste hat viel Aussehen erregt. Sie gab vielsach zu der Annahme Veranlassung, daß die Seuche burdj eben bieses Fest borthin verschleppt worbcn sei. Bei genauerer Prüfung verliert aber diese Annahme sehr an Wahrscheinlichkeit Die Jnkudationsdauer der Maul- unb »lauen- feudie, b. i. bie Frist, die zwischen ber Ansteckung unb dem Au: brutb der Erkrankung verstreicht, beträgt in der Regel 4 Tage im Minimum 3, im Maximum 6 Tage. kürzere Fristen kommen zwar vor, bilden aber eine große Ausnahme Ta die Krankhcits- erschrinungen an dem zuerst erkrankten Tiere in Bettenhausen bereits am Dienstag »ach dem Feste beobachtet wurden, müßte man eine Jnkubatwnsdauer von kaum zwei Tagen amiehmen, ivenn man die Ansteckung auf den vorhergeljcndcn Sonntag zurück- führen will. Tieie Annahme ist zwar nicht unmöglich, aber doch sehr unwahrscheinlich. Dazu kommt noch, daß in dem Gedoste deS Landwirtes Tietz, bei dem die Seuche zuerst ausgebrochen ist, am Sonntag vor der Feststellung zwar Besuch verkehrt ist, der aber, wie bie inzwischen vorgenommenen Erhebungen er» geben haben, aus Orten war, die weder verseucht waren noch.inzwischen verseucht worden find.
Ls ist darnach nicht wohl anzunehmen, daß der Seuchen- ausbruch in Bettcmhaufen mit dem Fest daselbst in Verbindung zu bringen ist.
2hi» f’hiO'i itnö Land.
Gießen, 29. Juli 1911.
Linschreibbrics.-lutomat.
Gegenwärtig stellt bie Post an verkehrsreiche» Acmtern Automaten auf, die zur Einlieferung von Einschreibbriefen dienen. Ter Apparat soll durch seine einfachen Gbmdi- tinmcn und jein schnelles Arbeiten das durch die Handschrift liche Ausstellung des -Scheins und den Eintrag in das Annahmebuch verursachte Warten am Schalter ersparen. Nach dem Oessnen einer kleinen Tür an der Vorderseite des Automaten schiebt der Ausgeber den Einschreibbrief in eine schlitzartige Oeffnung, schließt die Tür und dreht eine »urbel zweimal herum, worauf auö dem Automaten der Einlieferungsschein in eine Schale herausfällt. Ti es ec Schein tragt außer der Bezeichnung der Postanstalt den Tag der Auflieserung und den Ausdruck R., d. h Rckornrnai, biert --- Eingeschrieben, sowie als Jdentitatszeichen dieselbe Einschreibnummer, wie die iiizwischen unter Verschluß gelangte Sendung.
Tie Briefe können etwa 15:25 Zentimeter grog und bis 1 Zentimeter stark sein und müssen, falls sie nicht als unfrankiert behandelt werden sollen, mit den erforder liche» Freimarke» beklebt sein. Eine Aufschrift an brr Außenseite des Automaten weist barauf besonbers hi» Die »osten bes Apparates betragen zirka 750 Mark
Die technischen Einrichtungen bes Automaten und Die Vorgänge bei Benutzung desselben find folgende: Wird bie an der Vorderseite des Automaten befindliche Tür, welche bie Emwurfsöfsnung Derberft, geöffnet, so verriegelt sic den Betätigungsmechanismus unb macht ein Trehen ber kurbel unmöglich. Turch bas Einschieben bes Briefes in bie schlitzartige Oeffnung wirb ein Gesperre ausgelöft, das bie Drehbewegung zweier Transportwalzen, sowte ber Drurfwalzcn für bie Quittung unb bereit Abtreunvorrich nmg freigibt. Durch das Schließen der Tür wird ber Bi tätigungtzmechaniSmus freigegeben. Der eingeschobene Brief iommt'zwischen zwei Walzen mit Typensatz zu liegen. Leim zweimaligen Drehen der .kurbel werben bie beiden Walzen bewegt und dadurcl) dcr Brief mit dem Ein schreib-
alljährlich als Gäste die Leinestadt besuchen. Bisher gab eS, mit Ausnahme einer kleinen dürftigen Kapelle auf bem Pere Lachaise tein Gotteshaus, in dem die gläubigen Mohammc- bancr ihre Andachten abyalten konnten. 'Jhtn hat die Pariser mohammedanische Kolonie die nötige Summe aufgebracht, um in der Hauptstadt Frankreichs eine stattliche Moschee zu errichten. Aucl) der Sultan Mohammed V. hat sich an Dem Unternehmen beteiligt, und der Bausumme bereits 4000 türkische Psund überwiesen. Die Pläne find in .Arbeit, und bald wird Der Bau beginnen.
* Richtige Selbsteinschätzung. vor kurzem wurde in dem Städtchen Liebstadt in Ostpreußen eine evangelische »icdje neugeweiht, die vor hundert Jahren von Franzosen zerstört worben war. Ter Einweihung folgte ein» Festmahl, bei bem ber Generalsuperintendent Dr. Braun aus Königsberg ein Hoch auf den Kaifer ausbrachte, das er nach der „Elbinger Ztg." mit folgenden Worten einleitete: „Id- hege ganz unbegrenzte Verehrung für unseren Kaiser, und darin wurde mir nacheifern, ber Gelegenheit hat, wie ich, ben Reichtum seines Innenlebens kennen zu lernen. Diesem Manne gegenüber sind wir alle, verzeihen Sie, meine Herrschaften, den etwas harten Ausdrurf, Schafsköpfe, so groß ist meine Bewunderung seines Geistes, der alles auffaßt und umfaßt und verarbeitet! Alles was er wahrnimmt, versucht sein Geist umzusetzeu und seinem Volke nutzbar zu machen." In der Versammlung fand sich niemand, der dem Herrn Generalsuperintendenten wegen der „Schafsköpfe" widersprochen hätte.
— Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissenschaft. Tie 50 jährige Toklvrjudctteicr begeht am 2. August der Ordinarius der aiwrgamichen, analytischen und lechnischen Chemie an der Unweriilcu Stratzburg i. Ei,'., Professor Tr. Friedrich Rose. — Äpothekcrtag. Am 20. und 21. Augu'i lagt in Freiburg i. B. die fünfte Hauptversammlung des Vereins zur Wahrung der wirrfchajUichcii Interessen Temichcr Apo- lhcler (E. B. Leipzigs, der enui 80 v. H. aller deutscher Apo- lhekcnvorf'tände umsatzl. Nach dcc Tagung des Wirrschattsoer- bandes beginnt die Hauptversammlung oes Demschcn ADOlhelcr- Vcrnns. — Ter „Umschau" zufolge hat der amerifanudic Milliardär John Murray 85 Mcklionen für ein int Neuyorker Zentralpark zu erbauendes Meeresmuseum gestrnet. :.'cehrere
Expedckionen sind berecks unter Leitung von bei Hinten aineri- taniidien Tiesseeforschern umerwegs, um Material für das Mulcrmr zu beschaffen.
»***> ein
ediger Tb- LSS-
Lustiges vom amcrilanifchen £olalpatriotismus.
„Boosting" — das ist ein '5Dort, mit dein sich die Bewohner so mancher kleinen amerikanischen Stabt mit einem nur bei Yankees erklär!id>cn Feuereifer widmen. „Loost", das in die Form des amcrifaiii|'d)cii Lokal Patriotismus, der dringende, alles beherrschende Wunsch, das Heimatörtd-en „in die Höhe zu bringen". Lustige Stückchen von dieser kirchturmDolitik der SdMbbürger au-3 ben vereinigten Staaten erzählt Arthur T. T o l l i n g im Ltranb Magazine.
Im Jahre 1898 mürbe ber erste „Boosters Club" zu Spokane im Staate Washington gegründet, Mitglied mürbe die ganze Ae vollerung des Ocrtd)ens, und Das Evangelium,^das nun nadi allen Windrichtungen verbreitet wurde, lautete: Spokane ist das Zentrum ber Vereinigten Staaten und die herrlidistc -sdioDiung Gottes des Allmächtigen. Tas erste Gebot für alle Mitglieder aber ivar: „Keinen Tag vorüber gehen zu lasten, ohne etwas i» Wort oder Tat für den Aufschwung der Stadt,getan zu haben". Tiese Gründung sand unzählige Nachfolger : im Osten, Norden und Süden der Vereinigten Staaken schossen die Boosters Eluvs wie Pckze empor, und ricseM>ifl ivaren iie Anstrengungen, mit Er- bitterung wurde der Wettstreit geführt. Tie erste Tat dieses amerikanischen Lokalpatriotismus ist stets die, einen ?lussch»ß zu erridften, der den swlzen Namen „Handelskammer", „Vereinigung der Lefsenttickkeit", oder „Liga der Stadtfteunde" trägt. Tas Abzeichen dieses Rates, dem iidi sogleich eine Tnmcmgrupve anschließt, ist ein Knopf, mit einem auiiäligcn Motto, so z. B. „Wacht über Takomas WadiStum", oder cuie Schleife mit ber Inschrift „Sooft Seattle", usw. Tie Veranstaltungen, die nun organisiert werden, bcstehe» elwa in einer „Zylckiderhut- und Hemdeirbrust-Parade". Eine solche veranstalteten Die Boomns von San Franzisko als die Gefahr ausiauchte. Die große Pa- narnakanal-Ausstelluilg von 1912 werde in Neu-Orleans frattiin» Den. Man stelle sich vor: Tausende von würdigen Bürgern einer Stadt marschieren in langen Reihen durch Die «kraßen, jeder mit einem möglichst großen Znlindcrhut, nut einer möglicbn drecken Hemdbrust und einem Fähnchen in der Hand: auf Zylinder, Hemd brust und Fahne in großen roten Buchstaben etwa Die Worte: „Boost Seattle". Ta;u in regelmäßigen Avständen das Stotto brüllend, für das sie wirken, leben und sterben wollen.
Die Henidenbrustparadeli wurden übertrumpit von der „Hcmdsärmelparade", Die zu Ehren des „Stierauges Des Westens", der Stadl Winnipeg, veranstaltet wurde. Bewiesen werden soUte damit, daß Winnipeg and) im Winter ein gutes Minna habe. Und so Der einigten sich denn alle Bürger und Freunde der «tobt am N eujahrstage zu einem Auszüge in Hemdsärmeln über den der Telegraph folgende Munde in alle Zeitungen Llrnerikas trug: „Um ben Glau. . zu zerstören, daß Wckiniveg eine vorstadk d:: de e >«rnrdc L.urigen Tages
~ Dresden, 2L. Juli.
Der heutigen letzten Sitzung ging, gestern im Ausstellungs- Palast ein Empfangsabend zu Ehren der Teilnehmer am 15. Deutschen iunii.rg voraus. — Ten wichtigsten Gegenstand ber heutigen Schlußsitzung bildete bie Unsa l lver sichern n g s- frage. Ter Berichterstatter Winter Mdesheim) legte Leit- lätze für bie Satzungen der von ihm empfohlenen Uiifallveruche- rungslasse für Die ganze deutsche Turnersdiast vor. Es sollen hier- iiacli bei Unfälle» Uiiterstütz»ngen von 50 Pig. bis l1 > Mark vro Tag, bei Todesfällen infolge Un.alls Barbcträge von 500 bis 1000 Mark, bei GanzinvaliduL von_ 1000 bis 2009 9Jlarf gewährt werdeii. Ter Redner empfahl^ SelbsiDersicherung. a.er Sckfatzmcister Rechnungerat Atz rott Steglitzi wandte iid) gegen den Antrag: von dem Kreis 13 wnrde die Gründung einer UntcrfriiV4ingyfaffc beantragt; in besonders schweren Fällen, In- Validität und Tod, habe bie de »Ische Turnerschaft einzutrcten. Tiefer Antrag iaud nach kurzer Debatte Annahme.
Es folgen hierauf die W a hl en. Tie fa^ungsgemä,; aus- scheidendeii Mitglieoei, 1. Loriitzcnder Geh. San-Rat Gotz, Geschäftsführer Prof. Dr. Ruehl (Stettin), Prof. Keßler (Stuttgart) und Geh. Mcd.-Rat Partfch (Breslau) wurden unter lebhaftem Beifall wiebergewählt.
Zur I ii g e n b f r a g c führte F i f^ e r .Neuß) aus, baß ihr cntfdjiebcn für die Zukunst größere Sorgfalt als bisher zuge roenbet werden müsse. Turd) ein eigens zu schassendes Organ soll Die geistige Vcibindnna zwi'chen ben Jugenoabteilungen nnb der bcutscheit Turnerschast liergestellt werbe». Tie dazu gestellten Anträge wurde» dem Ausschuß überwiesen.
ta achmittag6 6 IV enwald fest ird gebeten. Jer Vorstand^ 116 er Giesse: 6mittae8 4U6r,N« f ausflui ebigshöhe
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