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27/01/1911 Zweites Blatt
 
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Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen.

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tzkttchfalls durch em Berliner Morttagsblatt mit der Augeleg-en- heit in Verbindung gebrachte frühere Kommandant von S^elgolanb, her der Zivilgerichtsbarkeit untersteht, hat schort nach Bekannt- toerben der Gerüchte eine Untersuchung bei der Staatsanwaltschaft beantragt, die seine vollständige Entlastung herbeiführtc.

Bei dem Titel: Weiterer Ausbau der Marine­schule zur Mürwik erläutert Staatssekretär v. Tirpip die Forderung wie folgt: DieAusbildungdesSeeoffizier- Nachwuchses ist nach und nach auf eine neue Basis gestellt. Die rasche Entwicklung der Technik verlangt das. Die Marine- Verwaltung hat Altes weggc>oorfen und neue Methoden an deren Stelle gestellt. Durch Besichtigung privater I n st i t u t e hat die Marine gelernt, mit ivelchem Erfolge dort praktische Arbeit Und Anschauungsunterricht zur Ausbildung verwendet wird. Für die Marine sei das besonders wichtig, da die Ausbildungszeit sehr begrenzt sei. Ter Staatssekretär erläutert die Ziele dahin: Der Seeoffizier soll hinsichtlich des SchifssmotorS diesenigen Kennt­nisse haben, daß er sich gegebenenfalls ein Urteil bilden kann. Das wertere muß dem Betriebsleiter, dem Ingenieur an Bord überlassen werden. Hinsichtlich des Waffenwesens und der Waffen- technik Artillerie, Torpedo, Funkentelegraphie aber soll der Seeoffizier zum Experten erzogen werden. Hierfür ist ein hohes Maß technischer Kenntnisse erforderlich. Ein Mittel, diese zu erwerben, sind Apparate, Modelle und Gelegenheit zu prak­tischer ^Betätigung und Arbeit. Diese Erwägungen sind erst jetzt zur Reife gelangt. Daher erklärt er sich, daß die Halle mit Unter­richtsmaschinen erst in diesem Etat, nicht schon beim Bau der Marineschule gefordert ist. Der Titel wird bewilligt. Auch, der Bau eines neuen Dienstgebäudes für die ober st en Marinebehörde wird genehmigt. Dienstag Weiterberatung.

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AirchlZche Nachrichten

der evangelischen Gemeinde Büdingen.

4. Sonntag nach Epiphanias, den 29 Mannar- Vormittags 10 Uhr: Pfarrer G ö b e l. Januar. Vormittags 11'/« Uhr: Kindergottesdienst

Abends 5% Uhr: Pfarrer Schäler * Dre Amtswoche hat Pfarrer Schäler.

Katholische Gottcsdicnftordnuna.

Sübi!eOn:nÄen29-3a,'Uai:1911

Nidda: 8^ Uhr.

4Ruff. StaatianL t 6on|oiib^än

GerrchtssaaU

R.B. Darmstadt, 26. Jan. Im Prozeß Seelinge; von Lampertheim, der heute früh vor der hiesigen Straftarnmer I. seinen Anfang nahm, vertritt Staatsanwalt Tr. G r o ß die An- klage, während als Gebühren-Sachverstündige der Obersekretchr Käß vom hiesigen Ortsgericht und der Amtsgerichtsassistent E g - n er von Lorsch fungieren. Bei seiner Vernehmung verwahrte sich Seelinger lebhaft gegen die wider ihn erhobenen Änschuldigungen, wobei er,auf seine langjährige öffentliche Tätigkeit hinwies; er habe wissentlich niemals unrichtige Gebührensätze erhoben. Er habe erst nach langjähriger Arbeitsüberlastung angesichts seiner sehr angegriffenen Gesundheit sein Amt als Ortsgerichtsvorsteher und Standesbeamter niedergelegt. Bei der letzten Bürgermeister­wahl in Lampertheim hätten seine Gegner in ungemessener Weise gegen ihn agitiert und als fein Gegner Boxheim er bei der Wahl gegen ihn auftrat und gewann, habe er gern auf das Amt ver­zichtet, um so eher, als man ihm nicht einmal die vollen Bureau- auslagen vergüten wollte. Auch bei seiner Wiederwahl zur Zweiten Kammer im Herbst 1908 sei er von der Partei Boxheimer rn heftigster Weise bekämpft und angegriffen worden. Er habe neben der Tätigkeit für gebührerlpflichtige Akte noch sehr viel Nebenarbeit getan und sich dafür nur im guten Glauben eine gewisse Entschädigung angerechnet. Bei Vernehnrung der Zeugen betont zunächst Ortsgerichtsmann Weiß, daß S. höhere Ge­bühren berechnet habe, und auch die Zeugen Bürgermeistereigehilfe Wetzel und Bureaugehilfe Strauß Mafien den Angeklagten, wo- gegen sich dieser heftig verteidigt und den Zeugen Gehässigkeit und Patteifanatismus zum Vorwurf macht. Tie sehr eingehende Beweisaufnahme verlief größtenteils nicht günstig für den An­geklagten ; die meisten Anklagepunkte erfuhren durch die Aussagen der Zeugen m Verbindung mit den gutachtlichen Aeußerungen der beiden Sachverständigen eine weitere Begründung. Es scheint danach als ziemlich sicher festgestellt, daß Seeliiiger in verschie­denen, zur Anklage gestellten Richtungen endweder ganz- unbe- grundete, oder übersetzte Gebühren erhoben hat. Ties bezieht sich namentlich auf die Ehegelöbnisprotokolle, die trotz ihrer Auf- hebung seit dem Inkrafttreten des Bürgerlichen Gesetzbuchs gegen Gebühren ruhig weiter aufgenommen wurden: weiter wurde ein- wandsfrei behauptet, daß er Bei gebührenfreien Anfgebotsverhand- lungen bopere Auslagen, als ihm wirklich erwachsen, berechnet zu haben schemt. Em weiteres Gebiet der Gebührenüberhebung bildet tue Aufnahme von Kaufnotulen. Es war bei S., wie zahlreiche Zeugen bekundeten, anscheinend ohne Rücksicht auf die entstandenen on wc9en bc? Gebuhrentarff der Paufchalsatz von 4 Mark 80 Pfennig für jeben derartigen Akt üblich, sowohl bei Objekten vwi mehreren Hunderten, wie bei einem Objekt von 10 Mark Wert- Lehr bezeichnmde Vorgänge bezüglich derartiger Kauf- uotulen sollen sichnm Jahre 1898 abgespielt haben, als die Mann- I)erntet ^ttiengeielffchaft^ute-^nduftrie" die Anlage einer Fabrik m Lampertheim beabsichtigte und zu diesem Zweck durch einen Auftraggeber eine Reihe von Grundstücken an taufen ließ. Tiefe ftaufe wurden von der nachträglichen Genehmigung der Gesell-' schaft abhängig gemacht und das Projekt zerschlua sich fhätrr fItlt (Tt CTt K fn 11Ttp ßtphii fi-rPTt uicht zur Verwirklichung ge-

S b-Mchmt haben,.bie im ganzen auf

über 300 Mark gefchatzt werden; nad) Aussage einiger Icuaeu baßen Do£ diesen Gebühren erhalten

haben. Ter Angeklagte be)tritt mit Entschiedenheit auch bipfen 3=u$en gegemte jebe Absicht einer inkorrekten 6anbhmgäS xa nach der Gattin der ganzen in Frage kommenden Verhättnisse mne sehr emgehende Untersuchung auf die zahlreichen SE Falle notwendrg mchemt ,o schritt die Verhandlung hnche nur * lanmam fort Es gelang jedoch durch die ruhige umsichtige

' (ftthfi"1 i>cn größten Teil der Beweis- aufnahme zu Ende zu führen, worauf die Verhandlung nach fOTtg^SCbr°^nt hmtbe ete toirb ant Samstag früA Uhr

^SBolnitnu-^ctgc 5 Sulgar. Tab. M 1*/ Ankch. E.-B. . 1» bo. Tionopol-1 4 Jtalicnilche Rmte 04/ bo. 60 4/Deß. SilbN'R-nl- 41/ bo. MwSirnle

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Von den 21 Kandidaten bestanden 20, während der letzt« sich einer nochmaligen Prüfung unterziehen muß. Bei der heute hier vorgenommenen Jagdverpachtung der Frhrl. von Ritterschen Verwaltung, die etwa 150 Morgen groß ist, wurde der seitherige Preis um 60 Proz. Überboten. Wäh­rend die Jagd seither für 500 Mk. verpachtet war, wurden heute 805 Mk. geboten. Ein Frankfurter Metzger hatte das letzte Gebot. Der Zuschlag ist noch nicht erteilt.

L. F r i e d b e r g, 26. Jan. In den gewerblichen Kreisen unserer Stadt herrschte seither eine gewisse Aufregung über den Neubau unserer Gewerbeschule. Nun wird sich alle Erregung legen, da die Pläne für den Neubau ge­nehmigt sind. Es wird der Plan des Tipl.-JngenieurH Schmidt, des Hauptlehrers unserer Gewerbeschule, zur Aus­führung kommen und mit dem Bau selber baldigst be­gonnen werden. Hier und in der Umgebung gibt es zurzeit viele Erkrankungen an Jnsluen/»a, wie Erkran­kungen der Atmungsorgane bei der Jugend und namentlich bei älteren Leuten.

ch Nieder-Weisel, 26. Jan. Bei der heute vor­genommenen Beigeordnetenwahl wurde der seitherige Beigeordnete Winter wiedergewählt. Der Gegenkandidat Hahn erhielt etwa 70 Stimmen weniger. Die Agitation war auf beiden Seiten sehr rege.

-m. S ch w a 1 h eim, 26. Jan. Die Brunnenrest au- r a t i 0 n, die schon lange Zeit leer stand, sott ^etzt wieder in Betrieb kommen. Der zukünftige Pächter ist der frühere Bahnhofswirt Krämer in Grebenhain.

F. C. Melbach, 26. Jan. Der Gemeinderat faßte in seiner gestrigen Sitzung den Beschluß, an Kaisers Geburts­tag den Veteranen ein Ehrengeschenk von je zehy Mark zu überreichen.

'wubsrN^u>-d »ui findet man teilen te »räinfwic bei Messmer?

VISITKARTEN in jeder beliebigen Schriftart und Kartonsorte, wie Zirkeln aller studentischen Ver- arugun en liefen zu mäßigen Preisen die Brühl'sehe Univ.-Druckerei,

** Laundwirtschaftskilrm mer-Aus schuß. Am Mittwoch, 25. d. M., war der Landwirtschaftskarnmer-Aus- schuß für Oberhessen unter dem Vorsitz des Oekonomierats Kore l l - Angenrod im Felsenkeller zu einer Beratung versammelt. Als Vertreter der Regierung war Ministerial­rat Hölzinger und als Vertreter der Landwrrtschaftskam- mer der zweite Vorsitzende, Landtagsabg. Bähr und Generalsekretär Oekonomierat Leithiger anwesend. Nach Erstattung des beifällig aufgenommenen Jahresberichtes durch den Vorsitzenden wurde der Voranschlag für 1911 eingehend beraten. Lebhafte Aussprachen knüpften sich hierbei besonders an die Geldbewilligungen des Staates und der Landwirtschaftskammer an die vom Ausschuß unter­haltenen Jungvieh weid en, die Hutweidenmelioratronen und Privatweidenaniagen, ferner an die Tierschauen und die Einrichtung der Bullenstationen und Zuchtviebauktionen; auch die Zuchtungstnaßnalfmen zur Verbesserung oes Vogels­berger mit Frankenvieh und der Landschafe mit Cotswolds wurden einer Besprechung unterzogen. Nachdem alle Maß­nahmen und Veranstaltungen durchberaten waren, wurden folgende Mittel zur Förderung der landwirtschaftlichen Technik genehmigt: zur Förderung der Pferdezucht 8954 Mark, der Rindviehzucht 36 204 Mk., der Schweinezucht 5400 Mk., der Ziegenzucht 3670 Mk., der Schafzucht 800 Mark, der Geflügelzucht 3026 Mk., des Obstbaues 6109 Mark, der Bodenkultur 7100 Mk., und für sachliche und persönliche Verwaltungskosten 15 240 Mk. Ilm eine Deckung von Einnahmen und Ausgaben zu erzielen, mußten die Ortsschauen für Simmentaler und Vogelsberger gestrichen, einige kleinere Ausgaben für Bullenstationen und Schweine­zucht eingeschränkt und die Ehrenpreise für Geflügelaus- stel'lungen reduziert werden. Auch eine Erhöhung des Weide­geldes für Rinder von 35 auf 40 Mk. wurde mit Rücksicht auf die um IH2 Monate verlängerte Weidezeit, die um­fangreichen Verbesserungen der Weiden und die größeren Gewichtszunahmen beschlossen. Die Verhandlungen dauerten mit einet einstündigen Mittagspause von 10 Uhr vormittags bis 5 Uhr nachmittags und gaben den För­derungsmaßnahmen des am 1. April beginnenden letzten Wirtschaftsjahres der ersten Wahlperiode bestimmte Richt­linien.

* Frauenbildung. Man schreibt uns: Vor wenigen Tagen sind die Richtlinien, die bei der Neugestaltung des höheren Mädchenschulwesens in Betracht kommen, hier ver­öffentlicht worden. Sie tragen in ihrem ersten Teil, der sich mit der höheren Mädchenschule beschäftigt, dem allgemeinen Wunsche nach einer gründlicheren Ausbildung unserer weib­lichen Jugend Rechnung und werden deshalb dankbar be­grüßt werden. Denn mit zwingender Beweiskraft hat sich die Ueberzeugung Bahn gebrochen, daß eine Frau heutzutage auch ein größeres Wissen braucht als früher. In der An­nahme , daß weitere Kreise augenblicklich der Mädchen- fchulbildung erhöhtes Interesse entgegenbringen, haben die Frauenvereine unserer Stadt das Thema ihres nächsten Vor­trages diesem Gebiete entnommen. Am 1. Februar wird Frau Professsor Krukenberg aus Kreuznach im großen Hörsaale der Universität sprechen über denWert einer vertieften Bildung für die Frau und Mutter".

** Stad ttheater. Am kommenden Dienstag fällt die Abonnementsvorstelluna aus, es wird an diesem Tage SudermannsEhre" als Volksvvrstellung auf vielseitigen Wunsch wiederholt. Die erste Vorstellung des Stückes war ausverkauft und es soll durch die Wiederholung den zahl­reichen Theaterbesuchern, die damals keine Eintrittskarten erhalten konnten, nochmals Gelegenheit geboten werden.

** Der Ober hessische Bienenzüchterverein feiert am 16. und 17. Juli d. I. seine 50. Wandervex- fammlung. Man ist deshalb in den Kreisen der ober- hessischen Imker bestrebt, dieseJubiläumsfeier" besonders würdig zu gestalten. Als Ort der Feier ist Gießen be­stimmt. Die Vorbereitungen sind im Gange, und das Fest verspricht recht schön zu werden, da für alle möglichen Unter­haltungen gesorgt werden wird. Gleichzeitig wird mit der Wanderverfammlung eine Ausstellung lebender Völker, bienenwirtschaftlicher Geräte und, falls das Jahr 1911 ein besseres Honigjahr wird, als sein Vorgänger, eine Honig- ausstellung mit Honigverkauf verbunden werden.

Landkreis Gießen.

X Dreis a. d. L., 26. Jan. Die hiesige Pfennig­sparkasse hat sich auch im abgelaufenen Jahr gut weiterentwickelt. Nach dem von dem Rechner, Lehrer Walter, in der kürzlich abgehaltenen 5)auptversamm'lung erstatteten Jahresbericht wurden 1910 eingelegt 1727.28 Mk., abge­hoben wurden 980.35 Mk. Das Gesamtvermögen der Kasse beträgt 4645.23 Mk., das bei der hiesigen Spar- und Dar­lehenskasse angelegt ist. Der seitherige Vorstand wurde durch Zuruf einstimmig wiedergewäW. Gestern abend sprach im Auftrage des Oberl-efjifchen Obstbauvereins Obst- banmtechniker Wolf von Friedberg in der Bennerschen Wirtschaft dahier in anschaulicher, anregender Weise über die W i n t e r a r b e i t e n des O b st b a u m z ü ch. t e r s. Er empfahl u. a. besonders das Anstreichen der Obstbäume mit 20 Prozentiger, und das .Spritzen mit 10 Prozentiger Karbolineumlösung. Als die besten Spritzen wurden die Holderschen und Platzschen zur Anschaffung empfohlen. Der Redner betonte, daß die Anschaffung wenigstens einer solchen Spritze von Gemeindewegen erfolgen müsse.

Kreis Schotten.

O Laubach, 26. Jan. Im hiesigen Zweigverein des V. H.-C. wurde auf Anregung mehrerer Mitglieder eine Gesangs-Abteilung gegründet, deren Leitung Lehrer Döll übernommen hat. Bei Beteiligung von 25 Damen und Herren konnte ein gemischter Chor gebildet werden, der sich zum Grundsatz gemacht hat, das Volkslied zu pflegen und bei Vereinsfestlichkeiten und Wanderungen zum Vortrag zu bringen. Am hiesigen Gymnasium 'sind be­reits die schriftlichen Arbeiten des Maturums beendigt. Es haben sich der Prüfung 13 Abiturienten unterzogen.

Kreis Lauterbach.

± Herbstein, 26. Jan. Tie Verpachtung des Stadtwirtshauses an einen auswärtigen Pächter, die f. Zt. viel getadelt wurde, ist angeblick) infolge ftnan- ueller Sck)wierigkeiten wieder rückgängig gemacht und an den Metzger Pius Ruhl von hier, der zurzeit in Gießen eine Wirtschaft mit Metzgerei betreibt, zu einem jährlichen Pachtpreise ton 900 Mk. vergeben worden. Die Uebernahme der Wirtschaft erfolgt Milte Februar.

- . Crainfeld, 26. Jan. Tie Kreishaushai- t un g s schule wird nach ihrem beendigten Kursus zu Angersbach, am Montag, 6. Februar, einen sechswöchigen Kursus hier beginnen. Als Lokal ist ein Saal in der Hofmannschen Wirtschaft in Aussicht genommen

Kreis Friedberg.

-m. Friedberg, 26. Jan. Heute sand die Ab- gangsprüfung «n dem Lehrerseminar ihr Ende.

Art- StaOt rind Land.

Gießen, 27. Januar 1911.

Knote-Abend.

Wir erhalten folgende Zuschrift, deren Betrachtungen bon allgemeinem Interesse sein werden:

In den verschiedenen Textnotizen über den Heinrich Knote-Abend ist die hervorragende künstlerische Bedeutung dieses Konzertes wiederholt gewürdigt worden. Es sei mir gestattet, nad); auf einen weiteren Punkt hinzuweisen. In Gießen werden viele und gute Konzerte geboten; Ge- Isgenhetten, Sterne erster Größe wie Küote zu hören, sind ganfl seltene Ausnahmen; einen erstklassigen Tenor haben wir seit Iahten in Gießen nicht mehr gehabt. Dieser Umstand hat seinen Grund offenbar in den hohen Honoraren, die für derartige Künstler aufgewandt werden müssen und die man nicht zu bieten wagt. Der Knote-Riemann-Abend wird nun ein entscheidender Prüfstein dafür sein, ob Gießen x chuch musikalisch so wett sich gehoben hat, daß es auf Größen ersten Ranges Anspruch hat, ober ob Gießen für wettere Jahrzehnte zu den Kleinstädten gehören will, an denen die großen Künstler' vorüberreisen. Es handelt sich, hier um eine Frage, die ganz Gießen angeht: ist der Kuote- lAdend gut besucht, so ist das für alle, für die es wichtig ist oer Alldeutsche Verband, der nur ausnahmsweise und nur als Notbehelf Konzerte veranstaltet, pst dabei der Unwichtigste Faktor - ein Beweis, daß Gießen reif ist für Kräfte ersten Ranges: ist der Besuch ein schlechter, N>as vielleicht mancher nicht ungern sehen würde, so können die ausschlaggebenden Kreise dem mehr fordernden Publikum das jederzeit als Beweis entgegenhalten, Gießen sei für Veranstaltungen allerersten Ranges nicht musikverständig yenug. Und nun noch ein zwettes. Ein Künstler wie Knote ist ausverkaufte Häuser geivohnt. Nehmen wir gn, in der Universitätsstadt Gießen sei das Theater nur halb besetzt, so to.tr t) zunächst einmal Knote selbst ganz gewiß nicht wiederkommen; würde ferner Knote irgendwo erzählen, er habe in Gießen mit seiner Universität, seinem Militär, seiner Beamtenschaft, seiner Industrie, seinen verschiedenen Bildungsanstalten und seiner Kaufmannschaft vor lyalb leerem Hause gesungen, so wird dadurch nicht nur Gießen überall als auf der Höhe von Krähwinkel und Buxtehude stehend erscheinen, sondern es werden sich auch andere .Künstler von Ruf hüten, die Perlen ihrer Kunst in Gießen zur Schau zu stellen. Jkch möchte daher den Knote-Abend nicht nur als eine musikalische Frage, sondern als eine städtische Frage anseh en, und nur wünschen, jeder, dem das Ansehen unserer Stadt Gießen am Herzen liegt, möge das 'Konzert besuchen. Mit seinen billigen Preisen wendet sich das Konzert an die weitesten Kreise; auch in dieser Be­ziehung ist das Konzert ein interessanter Prüfstein. Es wird häufig über die zu hohen Preise der hiesigen Kon­zerte geklägt, die vielen Musikliebhabern den Besuch er­schweren. In dem Knote-Abend wird ein Konzert aller­ersten Ranges geboten, wobei sehr gute Sitzplätze schon für 75 Pfg., 1 Mk., 1.50 Mk. und 2 Mk. zu haben sind; ehr schlechter Besuch dieser billigen Plätze, oder eine Ab­wanderung der sonst mehr zahlenden Kreffo auf die billigeren Plätze würde zeigen, daß die bisherige Hochhaltung der Preise gerechkferttgt ist: werden sowohl die teueren wie die billigen Plätze gut besetzt, so ist damit das Bedürfnis nach guten Konzerten zu billigen Preisen bewiesen. Auck) iht dieser Beziehung ist es im Interesse der Allgemeinheit, wenn das Konzert gut be\näyt wird.

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** Prüfungskommissionen. Den Prüfungskom­missionen für die Prüfung der Aspiranten zum Staatsdienst im Medizin al fach und im Beterinärsach in Darmstadt gehören n. d. Darmst. Ztg. für das Jahr 1911 an: als Vor- sitzender Ministerialrat Geheimerat Dr. Dr.-Jng. Weber, Vorsitzender der Ministerialabteitung für öffentliche Gesund­heitspflege; als Mitglieder für die Prüfung im Medizinckl- fach.: die Geheimen Obermedizinalräte Dr. Neidhart und Dr. Hauser, Obermedizinalrat Professor.Dr. Hetsl,Medizinal­rat Dr. Bieberback), Direktor der Landesirrenanstatt bei Hevpenheim, und .Kreisarzt Medizinälrat Dr. Lehr in Darm- ftuot: für die Prüfung im Veterinär fach: Geheimer Ober- medizinälvat Dr. Hauser, Geheimer Obermedizinalrat und LandesgestütHveterinärarzt Professor Dr. Lorenz, Obermedi­zinalrat Professor Dr. Hehl, Schlachlhofdirettor Veterinär­rat Dr. Garth in Darmstadt und Kreisveterinärarzt Veteri­närrat Dr. Schneider in Offenbach.

** Ergebnisse der pharmazeutischen Vor­prüfung in Hessen. Im Jahr 1910 unterzogen sich 14 Apothekerlehrlinge der Vorprüfung. Als Prü- fungstermili kommt der Monat März für 7, Juni für 1, September für 5 und Dezember für 1 in Betracht. Die lAnsbildung genossen 7 in Starkenburg, 2 in Oberhessen Unb 5 in Rheinhessen. Auf die betreffenben Orte verteilen fte sich wie folgt: Darmstadt 4, Biblis 1, Reinheim 1, Rüssels­heim 1, Gießen 1, Lich 1, Mainz 3, Osthofen 1 und Pfedders­heim 1. Sämtliche Prüftinge bestanden beim 1. Ma 1. 2 er hi-etten die 9totcsehr gut", 5 die Notegut" und 7ge migertb". Zur Zeit der Prüfung standen von ihnen im Atter von 19 Jahren 1, 20 Jahren 4, 21 Jahren 2, 22 Fahren 5 und 23 Jahren 2. Ter Heimat nad; waren 7 Hessen und 7 Nichthessen. Hinsichtlich der Vorbildung besaßen 11 d Darmst. Ztg. 9 Manbibaten Prunareife uni) 3 das Reife zeugM.

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