Ausgabe 
26.5.1911 Erstes Blatt
 
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Verordnung in Kraft gesetzt werden.

Die Vertagung des Reichstags.

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i e Reichstag ein GeseyciUwurs zu, nach dem die Miig lieber d e s l waren an Loren cm r.'eutnain unv n.u-i ^cncgal'auitzcn: Ver-

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quenz weiter fördern.'

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Reichstage- int Oktober und November, falls sich der Reichs- log versammell. aus der Rcichskasse eine außerordentliche Aufwandsentschädigung von insgesamt 7UU IX r. erholten sollen.

Berlin. 24. Mai. Dem Reichstage ging ein Antrag zu. " ' ' Oktober

gesagt hat:Wäre die Lache unglücklich ausgegangen, es hätte mich den Kopf kosten können." Als Ranke im Herbst 1870 in Wien mit Thiers eine längere Unterredung hatte,

Das neue hessische Zischerelgesetz.

Der von den beiden Kammern der Stände verabschie

Ausland.

Aus Os en pest wird gemeldet: Der frühere Mi- nisterpräsidenr Baron B a n j f y ist gestorben.' Im Abgeordnetenhause widmete der Präsident dem Ver­storbenen einen Nachruf. Die Führer der Opposition Ap- ponyi und Iusth hoben die .Verdienste und großen Cha­raktereigenschaften des Toten hervor. Iusth pries den Ver­storbenen als Vorkämpfer des Liberalismus und der Demo- lratie. Tic Sitzung wurde zum Zeichen der Trauer ge­schloffen.

Ter Zu st and Monis' ist. wie aus Paris vom 25. d. M.j gemeldet wird, weiter zuiriedenstetlend.

Nach der tm PariserAmtsblatt" veröffentlichten Statistik hatte Frankreich im Jahre 191U 774 358 Geburten und >03 777 Todesfälle, so daß der Ueberschuß der Geburtew 70 581 beträgt. Im Jahre 1909 betrug dieser Ueberschuß nur 13 424.

Tas französische Kolonialministerium erhielt die Nachricht, von einem kürzlichen Gefecht an den Grenzen des oberen Senegal. Ein Detachement von Eingeborenen, das am 12. Mar! von Kifa in östlicher Richtung entsandt worden war, ist von Räuberbanden bei Zirafiet, 75 Kilometer südöstlich von Kifa,f überfallen worden. Die Verluste auf französischer Seite

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muß zwischen ihnen wohl auch viet von dem Kanzler ge­sprochen worden sein, denn Ranke registrierte sich das Urteil des Franzosen:In Bismarck sieht er den Staats- mamn von größtem Geist, von größter Begabung. Er be­wundert ihn vollständig, er sagt kein Wort des Tadels." Erst 1879 entschließt er sich dazu, ein eigenes Urteil über Bismarck iriederzuschreiben und nennt ihneine Herrscher- natur, vielleicht die erste durch Natur, Elgenschaslen und Ehrgeiz dazu befähigte feit Niapoteon I.". Tie kraftvolle Energie und feste Haltung Bismarcks in den par- lamentarischeit Kämpfen erfüllte ihn mit Bewunderung und Zuversicht. Nun erkannte er klar, welch hohe Bedeutung die geschichtlichen Vorgänge seiner Um- und Mitwelt für den Forscher besitzen, wie in ihnen die Hauotelemente alles geschichtlichen Lebens sich leibhaftig adspielen. In einem Schreiben an den Fürsten legt er diese Gedantengänge dar und schließt mit dem stolz bescheidenen Ausruf:Der Historiker kann von Ihnen lernen, Durchlaucht." für seine Srubicn sei ihm die innere und äußere Ruhe, bre der Fürst zu behaupten wisse, unentbehrlich.

Selbstgefühl, das die großen Entscheidungen in den Deut­schen überhaupt hervorgerusen, teilt sich einem jeden deui- l«h mit." Zugleich aber bekennt der Meiner der Historie freimütig, daß der Geschichtsschreiber und der Politiker auf zwei getrennten Sedieren schaffenDer Historiker kann niemals zugleich praktischer Politiker sein", sagt er.

Denn der hiüoriiche Gedanke hat nur Wert in )einer All­gemeinheit. in dem Licht, das er über den iiaui der Welt­begebenheiten breitet; der praktische Staatsmann dagegen muß auf der Grundlage cmec allgemeinen Anschauung doch vor allem den vorliegenden Moment ergreifen: er muß den Forderungen des Momentes gerecht werden und den Staat, dem er angehört, auf seinem Wege mit Konse-

Hanfc und Bismarck.

Dor 25. Mai, an dem ein Viertelsahrhundert ver­stossen ist, seit Leopold von Raute neunzigjährig aus einem von fast übermenschlichen Leistungen müllten Leben dahin schied, ruft uns die Gestalt dieses größten Geschichtsschrei­bers in die Erinnerung, den die Deutschen je gehabt haben, und wir denken auch jener wundersamen Fügung, daß der genialste Historiker der Zeitgenosse des gewaltigsten Staatsmannes gewesen ist, der feit Jahrhunderten Deutsch­land^ Geschicke gelenkt. Ranke und Bismarck gehören unter einem höheren Gesichtspunkte innig zu einander; sre sind beide Verkörperungen jener sieghaften Mächte geschicht- heben Wirkens, die im 19. Jahrhundert so gewaltig zum Ausdruck tarnen. Tee Historiker war gleichem der Jo­hannes, der dem großen Vollbringer und Vollender vorauf- aing und den Weg bereitete, der in lichtvollster -rarstel- lunq die Ideen und Gewalten der Vergangenheit aunieigcn ließ um der Gegenivart einen Spiegel vorzuhalten, der in seinem reichen Schaffen ahnungsvoll vorauf deutete auf den, der alles zum glücklichen Ende fuhren werde. Rankes alter Glaube an die entscheidende Wirkung de.- gottbegnadeten Individuums in der Geschichte fand in Bis marck die seltsamste und herrlichste Bestätigung.

Wann Ranke zuerst die polttncbe Genialität Bismarcks erkannt hat, ist nach den Angaben seines Biographen G u g - lia ungewiß. Sck)vn währeiid der Konttiktzeil, aL? i.-- marcks Größe sich erst langsam entfaltete, Nnd jic zu lammenqetTDffen, aber Ranke hat sich in bictcr Zett über den neuen Leiter der Politik Preußens nicht gaiuBcrt. Wie unvergeßlich auf Ranke ein einzige-.' ^.oit t^marcf-' wirken tonnte, das zeigte sich bei einem Tuxcr zu ^.lnsaiig des Jahres 1866. Ranke braute die Gerüchte zur ^prach^ die über ein beginnendes Mißverständnis mit t qterreia? umliefen, und aus der lakonischen Antwori. des --Minister­präsidenten:Lesterreich betragt siä' schlecht , ahnte er den kommenden Krieg und wußte völlig da-? ungeheure Wagnis Bismarcks zu würdigen, der selbst ipäter öfter»

gesamte türkische Presse druckt ihr Befremden über die Veröffentlichung des russischen Schrit­tes durch die Petersburger Telegraphenagentur aus.

Konstantinopel, 25. Mai Ta die aus Malihotit verdrängten Rebellen mit Verstärkung zurüütebrten, wurden auch die türkischen Truppen durch zim i Bataillone verstärkt Nach einem h c s t i g c n Ka rn p f zogen sich die Rebellen mit einem Verlust von etwa zwanzig Toten zurück. Das Kriegsministerium ordnete die telephonische Verbindung aller Posten an der türkisch- montenegrinischen Grenze an.

bete Gesetzenttvurf über die Abänderung des Fischerei- gesetzes vom 27. April 1881 ist nunmehr im Regierungs­blatt veröffentlicht worden. Er, ist veranlaßt durch Uip zuträglichketten, die sich aus dem Artikel 48 des seitherigen Fischcreigesetzes im Laufe der Zeit ergeben haben. Dieser Artikel bestimmt, daß sich eines Fischereifrevels nicht schul­dig macht, wer in schiffbaren Strömen und Flüssen mit der einfachen Hanoangel fischt. Mit der Pervoll lommnung der Angelgeräte hat sich die Annahme, als ob durch dieses Angeln der Fischerei in größeren Flüssen kein nennenswerter Schaden zugefügt werde, als unhaltbar erwiesen. Außerdem mar nicht immer zu verhüten, daß neben der zugelassenen einfachen Haitdangel verbotene Ge täte benutzt wurden. Diesen Unzuträglichketten sucht das neue Gesetz dadurch zu steuern, daß es entgegen den Bestrebungen, den Artikel 4S zu beseitigen die Ausgabe bezahlter Fischerettarten vorsieht, von deren Besitz die Be­fugnis zum Angeln in schisjbaren Strömen und Flüssen durch andere als die Berechliaten, weiter aber der Gleich mäßigkeit halber auch die Befugnis zum Fischen über Haupt in öffentlichen Gewässern durch Nichtfischereibereck tigte abhängen soll. Tic Fischereikarten werden von den Kreisänttern höchstens bis zur Dauer eines Jahres aus- gestellt; für sie ist eine Abgabe von 3, 8 und 15 Mark vor­gesehen, je nachdem der Nachsuchende seinen Wohnsitz oder dauernden Aufeutl)alt in Hessen, in einem anderen deut­schen Bundesstaat ober außerhalb des Reiches tjat. Bei einer Gültigkeitsdauer von weniger als drei Monaten er­mäßigen sich diese Sätze auf 1, 4 und 10 Mark. Die Karte darf für die nicht schiffbaren Geivässer, sowie für die so­genannten Altrheine, nur mit Zustimmung des Fischerei- berechtigten ausgestellt werden; in den schiffbaren Strömen und Flüssen (mit Ausnahme der Altrheine) bedarf es der Zu stimm nng nicht. Die sogenannten Mtrheine sind^ des­halb ausgenommen, weil sie die Brntstätten für die Fische bilden, deshalb besoiiderer pfleglicher Behandlung bedürfen. Unter gewissen, in der Person des 'Nachsuchenden liegen- ben Voraussetzungen kann die Ausstellung der Fischerei- karte versagt werden. Für Zuwiderhandlungen gegen diese Vorschriften sind Straibcftünmungcn vorgeiehen. Die bis- her gültigen Vorschriften über die Ausstellung von Er­laubnisscheinen durch die Fischereibercchtigten und Fischerei- Pächter werden damit aufgehoben. In dem Gesetz ist noch vorgesehen, daß das Ministerium des Innern Form und Inhalt der Fischereikarten näher zu bestimmen hat und Vorschristen über die Beschaffenheit der einfachen Hand angel erlassen kann. Diese Vorschristen werden zurzeit vorbereitet. Sobald sie erlassen sind, wird das Gesetz durch

Eine russische vrohnote an die Gürtei.

Tie alte Türkei hat die bitteren Pillen der russischen Trohnoten, wie sie seit dem russisch-türkischen ftTiege gang und gäbe waren, immer tapser heruntergeschluckt, teils weil der Sultan der Bevölkerung nicht fidjer war, teils, weil es an Geld zur Kriegführung fehlte, teils auch, weil man sich der russischen Hecresmacht nicht gewachsen fühlte. Es muß unter dem Gesichtspunkt, daß bei allen europäischen Machten das Bedürfnis'ch Frieden obwaltet, und daß Rußland über kurz ober lang mit einem Kriege gegen Chiim zu rechnen haben wird, höchst auffällig und seltsam erscheinen, daß es an die Türkei eine Trohnote gerichtet hat, die wahrscheinlich durch den historisd)en Bundesgenossen Rußlands auf dem Balkan, durch Montenegro, ver­anlaßt wurde, und die von der Türkei verlangt, sie solle bei der Bekämpfung des Albanesenaufstandes ihre Trup­pen von der montenegrinischen Grenze zurückziehen, da ihre Anwesenheit dort eine ernste Gefahr für den Völker­frieden bedeute. Diese Behauptung ist insofern richtig, als nur zu leicht Grenzzwischenfälle zwischen Montenegro, das feine Grenzen besetzt hält, und den ihnen nahestehenden türkischen Truppen einlrelcii können, wird aber insofern der dortigen Lage gar nicht gerecht, als die türkische Re­gierung auf diesen Kriegsschauplatz geradezu angewiesen ist, nnll sie den albanischen Aufstand an der Wurzel treffen. Zudem trägt die russische Note eigentlich den Eharakter eines Ultimatums, indem sie in kategorischer Form ver­langt, daß die Türkei chre durchaus friedlichen Gesinnun- gen gegen Montenegro erkläre. Wäre diese Forderung nock) in die Zeit des alten türkischen Regimes gefallen, so hätte man sie in Konstantinopel unzwciselhasi erfüllt. Heute aber, wo die Türkei sich in jeder Hinsicht konsolidiert hat und in ihr ein Nationalismus erwacht ist, bei dem die Offi­ziere die treibenden Elemente waren, wird man fick) in Konstantinopel diesen Kommandoton schwerlich ohne wei­teres gefallen lassen.

Konstantinopel, 25. Mai. Der russische Bot­schafter hatte gestern nachmittag mit dem Minister des Acußecn eine Unterredung, um den von der Petersburger Tele- graphenagentur angekündigten Schritt zu unternehmen. In Re- gierungskreisen bewahrt man über den genauen Inhalt der Unter» redung Stillschweigen, doch betont ein nach der Unterredung erlassenes liommnniauä des Ministeriums des Aeußeru, daß der ireundschaftliche Geist und Sinn, selbst der Wort­laut der Unterredung keinesfalls mit der Meldung der Petersburger Tclcgravhenagcntur übereinstimmten. Im Ministe­rium des Aeußeru verlautet, der russüchc Botschafter betonte, daß Montenegro infolge der militärischen Vorbereitungen der Türkei Befürchtungen hege und eventuell einige Gegen­maßregeln tressc, die cs ttnanziell schwer empfände. Er habe daher die Pforte ersucht, Rußland in die Lage zu setzen, Mon­tenegro zu beruhigen. Der Minister des Aeußeru soll gcaiit- nrortet haben, das; Ratschläge betreffend Wahrung der Ruhe und Neutralität in Ectin, e wirksamer wären.

Die Depesche der Petersburger Telegraphenagentur ries in parlamentarischen und Regierungstreuen Unwillen hervor. Es verlautet, der Minister des Aeußeru sprach bem ruimdjen Bot­schafter sein Befremden über die vorherige Veröiieiulichung der 'Hlittcdung aus, ivorauf der Botschafter fein lebhaftes Bedauern

ausdrücktc

Konstantinopel, 25. Mai. Sicheren Nachrichten zuiolge wollte der russische Botsckaiter gestern dem Minister des Aeußeru das Aide-Memoire über seine Erklärungen übergeben. Der Mi­nister lehnte die Uebctnahmc ab, um dem Anschein einer Noten- Übergabe auszuweichen und versicherte dem Botschafter, bie null- ....... --- ---- -- - - - . n

länidwn Maßnahmen der Pforte bezweckten einzig und allem die zur Vertagung des Reichstages bis jum 10. Unterdrückung des Malissorrcnauinandcs. Die Pforte denke nie die vermiiuugsinawge Zummmung zu ^teiüii^ Feri-er^ ging dem daran, irgend iemand ohne cr.ui ,r.: n. ? __ ____

Die gewaltige Individualität des Staatsmannes er-- chien dem greisen Historiker als etwas Inkommensurables,' n ihrer dämonischen Größe nie ganz zu erfassen. Als! daher den 89jährigen die <>lartcnlaubc aufforderte, zum 70. Geburtstag Bismarcks ein Charakterbild von ihm zu.! chreiben, lehnte er ab und entwickelte nur in seinem er ft] nach seinem Tode veröffentlichten Entwurf die allgemeinem historlfchen Grundkcäfte, die Bismarck in feinem Wirkem genutzt. Nach Rankes Tode aber schrieb Bismarck an seins Söhne Worte, die die tiefe Gemeinsamkeit ihrer Weltan­schauung offenbart.Ich bin", erklärte er,mit Ihrenv Herrn Vater aufs imugjtc verbunden gewesen durch die- Uebereinftimmung der politischen Gesinnungen."

Die Offenbacher Thealersrage.

Aus Crienbad) wird uns geschrieben: Tic seit beinahe-, vier Jahren ickwebendc Theatersrage scheint jetzt endlich,einer fürs alle Teile befriedigenden Lösung cntgegenzugehen. Es stehen sich jetzt zwei Theateroroiekte gegenüber, von denen das vom^Bau-l inspcltor Weil ausgearbciletc den Umbau des alten Stabt» lbeaters in der Kirchgaf'c vorsieht, während der Schöpfer anderen Professor Hugo Eberbardt ist, der aus dem Häuser- onabiat der Frankfurter-, Kai,er-, Bahnhof- und Luisenstraßc einen T heaterneubau errichten will, zu dessen Verwirklichung! Die lz.rüuoung einer Theatergefellschaft im Werke ist. Man wird 'ich jetzt über die Frage schlüssig werden müssen, welcher vonk beiden 'Plänen der vortnlhaftestc ist Bauinspcttor Weil hat je&tl einen Bericht über seinen Theaterumbau und dessen Finanzierung: berau-gegeden, der auch den Stadtverordneten »u^cttellt roorben1 ist. Der Bericht enthält in großen Zügen die geschichtliche En: - nehung und Entwickelung des StaDtgartcn», der ehemaligen Schlei'm'chen Liegenichaft, dessen Uebergam an die Stadt am 1. Choher 1902 erfolgte. Der Llaufprei- betrug einschließlich aller ivebäude die Höhe Der auf dem Grundstück seitens der Spar­kasse lastenden Hypothekenschuld von 193500 Mk. Tas alte StaDttbeater war bereits 1772 von einer zu diesem Zwecke ge­bildeten Aktiengesellschaft begründet roorben. an . ;t n Spitze Peter 33 er narb und Johann Kanmir Krafft standen. Da aber Du' baulichen und fonüigcn Verhältnisse des Theaters den An-, forberungen nicht mehr entiorachcn, so wurde am 30. August 1906

Nr. 122 Erstes Blatt Ibh Jahrgang Zrettag, 26. Mai 1911

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ESr General-Anzeiger für Oberheffen

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wieder ein Gesecht in Marokko.

Paris, 25. Mai. Aus u asablanca ivird unterm 24. Mai gemeldet: General Ditte, mit einer ESkadron Chasseurs d Asrique aus dem Marsche nod) Rabat, wurde bei Dar el Araussi von einer beträchtlickien Anzahl M a- rof Inner a it g c g r i f f e n. Er hatte fünf Tote, da-, runter ein Leutnant, und vier Verwundete, unter letzteren befand sich ein Hauptmann.

Der Rücktritt der Präsidenten viaz.

London, 26. Mai. Nach einem Telegramm auS der Hauptstadt von Mexiko erfolgte der Rücktritt des Präsi­denten Diaz gestern nachmittag 4 Uhr 45 Minuten. Mit diesem Zeitpunkt ist die provisorische Präsidentenschaft auf den Mttnstcr des Aeußeren itt'ergegangen. In den Straßen >er Hauptstadt wogte eine dichtgedrängte Volksmenge. Ge­walttätigleit en sind nicht vorgekommcn.

Dcntjches Heidt*

Der Kaiser öegab sich am Mittwoch nachmtttag von Potsdam nach Berlin zum Reichskanzler und nahm <un Donnerstag vormittag im Neuen Palais bei Potsdam den Vvrlrag des Chefs des Zivilkabinetts entgegen.

Im Reichstag wurde eine Novelle zum Z Ü nb - toarenftcuergejetz cingebracht, die nach der Begrün­dung der Industrie die llcbcnuinbung der vorhandenen Schwierigkeiten erleichtern soll. Bisher sollte, nach § 3 des Gesetzes, eine Erhöhung der Steuer um 20 Proz. eintreten für Zündwaren, die in Fabriken hcrgcftellt wer- den, welche entweder erst nach dem 1. Juni 1909 betriebs­fähig hergerichtet sind, oder welche ein Iahrescrzeugnis, das nachweislich das Turchschnittserzeiiguis der letzten drei Jahre übersteigt, erzielten. Durch d,c Novelle soll jene fünf jährige Frist in eine zel; njahr i ge verwan - holt werden. Außerdem sollen die Moutingcnte, soweit erforderlich, verhältnismäßig, iebod) unter geeigneter Be­rücksichtigung der kleinen und mittleren Fabriken herab­gesetzt werden.