Ausgabe 
24.11.1911 Erstes Blatt
 
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Hof Montreutl-Betlay <Tep. Maine-et-Loire). Jn- folge Auftretens tzeS ThouetfluficZ brach d:r Bahndamm ein. Ein vorüberfahrender Zug stürzte ins Basser. Tie Zahl der Opfer ist groß, doch ist diese noch unbekannt. Ter Lokomotivführer und der Heizer sind tot

Sau mut, 23. Nov. lieber bal Unglück wird weiter gemeldet: AlS der von Angers nach PoitierS fah­rende, mit Fuhrgästen dicht besetzte Zug bei Montreuil Porüderfuhr, stürzte die Brücke von 54 Meter Länge in­folge des Hochwasser- ein und riß die Lokomotive sowie alle Dogen biS auf drei in den Fluß. Zahlreiche Rei­sende suchten sich durch Schwimmen zu retten oder Däm­merten sich an die aus dem Wasser ragenden Bäume. Un­glücklicherweise hatte daS Hochwasser alle Boote fort­geführt, so daß die Rettung sehr erschwert wurde. Etwa 30 Personen sind umgekommen, etwa 10 Reisende retteten sich auf den einzigen nicht im Hochwasser des ThouetslusseS versunkenen Wagen.

Angers, Nov. Ein Sonberzug mit 50 Pio- nieren und sschS Booten ist in Monrrcuck angekommen. Sofort wurden die Rettungsarbeiten b goimcn und eS gelang, elf Personen, die sich auf daS Tach eines WaAgons gerettet I-alten, mit Lebensmitteln zu versehen. Später ist eS den Soldaten gelungen, die elf Rasenden, die sich auf daS Tach eines Wagens gerettet hatten, in Sicher­heu zu bringen. Auch einer der Retter ist ertrunken.

Angers, 23. Nov. Tie Untersuchung des Eisenbahn­unglücks bei Montreuil ergab, daß das Hochwasser den Brückenpfeiler unterwüblt halte, der nach dem Joch zu zusammenstürzte. Die Milte deS ZugeS bilbctcn mehrere Guterwagen. In dem Zug besanden sich etwa 50 Reisende, von denen etwa 30 ertrunken sein sollen.

Paris, 23. Nov. Zu dem Unglück auf der ver­staatlichten Westbahnlinie berich ijt dieLiberte", daß die Ingenieure schon seit zwei Ja.-ren aui den baufälli­gen Zustand bet Brücke über den Thouetfluß ijingciuiefen und wiederholt ihre Befürchtung wegen einer Katastrophe ausgesprochen haben.

Paris, 24. 91od. Nach einer amtlichen Mitteilung sind 22 Personen verunglückt.

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Ueber ein schweres Eisenbahnunglück in der Nähe von Montreuil, bei dem ein großer Teil eineS ZuaeS der West- dahnlinie ins Vesser stürzte und etwa 25 Kahrgäste er- tranken, erhalten wir folgende Meldungen:

Saumur, 23. Nov. Ein schwerer Eijenba.hn- Unfall ereignete .sich heute morgen um 7 Uhr im Bahn-

r.Hrn babe mtl der Begründung, daß ihr vor dem Maturum > Stb,feine« «Malern de»r«ll> ,-d^Iel- werde feen solle den Leuten den Gefallen tun und der Straße raten anderen Namen geben . n

^abtn Petri hält eS für verständlich, daß bte Leute bie Bezeichnung der slraße alsGasse' nicht haben wollen. Ur sch agt vor, statt bejrnstrafe" zu sagen.

Cbeibuinermenier Mecum ist geaen diesen Vorschlag, (tone" alS Ztraßenbezeichnung sei altderj-ebracht und ehr- nürdig In üoln heiße die vauvtgeschäftSstraßeGasse", in <*axn> u. a. Städten habe man ebenrolß für wichtige Straßen biC BezeichnungGasse". Tie Mitteilung übet die Straßen- t-rnennung sei schon verschickt und wenn man fest den Beschluß 2nbere, wurden wohl wegen anderer Gassen Eingaben kommen.

Sladw Grünewald hält eS für richtiger, einen früheren tJlr&lutj aufzuheden, als die Anwohner einer Straße zu schädigen. Jedenfalls iei bie# wichtiger als die Erhaltung der Bezeichnung .Gasse". Vielleicht könne manMühiwca" f----

Tie Stadtv. 43 Inn und Wallenfels si

vermischte».

* Ein Kampf |roii we n u#u vl c u t cn und Ein­brechern spielte sich am Tonncr-Mag abenb in der Schützeil ftroLc in Berlin ab. Gegen 11 Uhr nahm ein Hofschuhmawer. meister ein verdächtiges Geräusch in seinem Laden wahr. Als er die nach dem Laden führende Tür öffnete, sah er sich einem Einbrecher gegenüber, der Miene machte, aus ihn los-Uichlagen. Ter Ucberrascvte hatte so viel (Skuic»gegciuvart, dst Tur sofort wieder abzuschließcn. Er alarmierte die Polizei. Tie Beamten begaben uch nach dem Laden, konnten <L-cr gegen den Einbrecher, der verzweifelten Widerstand leistete, nichts auSrichtm. Sie sperr ten den Laden wieder ab und holten Verstattung. Neun Polizisten Drangen dann von neuem in den Laden ein, fanden den Di cd aber vorerst nicht. Es gelang endlich, ihn im Melier festzunehmen, wohin er sich geflüchtet hatte. Er verweigert jede Auskunft.

* DaS Vermächtnis eines Zeitungsmannes. In feinem Testament hat bet in diesen Tagen verstorbene ameri­kanische Zeitungsunternehmer und Besiber derWorld", I^osef Pulitzer, eine Reihe ansehnlicher Schenkungen gemacht. Sein stammerdiener erhäU 400 000 Mk. und der Eolumbia-Univcrsität sind zur Gründung einer Journalillenschule 4 Millionen Mark überwiesen worden. Wenn sich die Schule nach dreijährigem Bestehen bewährt, fallen ihr aus dem Nachlasse Pulibcrs noch weitere 4 Millionen zu. Ein Teil der Zinsen dieses Kapitals dient zur Stiftung von jährlichen Preisen und Auszeichnungen an verdienstvolle Zeitungen, Journalisten und Schriftsteller. So soll jedes Jahr die Zeitung, die dem Lande und der Oes^entlichkeit am beiten gedient hole, eine goldene Medaille im Werte von 2000 Mk. erhalten. Ein jährlicher Preis von 2000 Mk. ist für den Ver­sauet des besten Leitartikels, der in einem amerikanischen Blatte veröffentlicht ist, ausgesetzt. Jur die beste Reporterleistung sind ebenfalls 2000 Mk. Prämie vorgesehen. 4000 Mk. werden jährlich auSgesetzt für die besten Vorschläge zur Entwicklung der Journalistenichule. Die drei fleißigsten und begabtesten Schüler der Schule, die am Schlüsse des Jahre- das Examen mit be­sonderer Auszeichnung bestanden haben,, erhalten je 6000 Mk für eine Reise nach Europa zum Studium des europäischen teilungswesens und der sozialen Verhältnisse der alten Welt, etner find folgende, jährlich zur Verteilung kommende Preise vorgesehen: je 4000 Mk. für den besten amerikanischen Roman, das beste amerikanische Theaterstück, die beste amerikanische Bio-

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(Schluß folgt.)

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ffö In , 23. Nov» Luftschiff ,,L> Z. 9", baß um 730 Ilh» in Friedrichshafen aufg/fiicgen war, ist um 3,25 Uhr glatt vor der Halle gelandet.

Gotha, 22. Nov TieSchwaben" panierte um 10,50 Ahr Apolda, um 11,20 Uhr Erfurt und erschien kurz vor 12 Uhr über Gotha. Um 12 Uhr erfolgte bei strömendem Regen die glatteLandung vvr der Lnftichifshalle, in die fit bann über- geführt wurde.

eine andere V.-»eichnunz.

Ztadtv Krumm meint, man solle Schluß mit der Sache machen. Er fei gegen eine Aenderung, da bie anberen Gas en bann ebenfalls kommen würden. Wenn man ändern wolle, solle man bie 2irafK .Lefiingstraße" wählen.

Tie Sladtoo. Jug Hardt, Petri und Heichelheim E ebenfalls für eine andere Benennung, worauf bet Bor- ende ein Preisausschreiben für mög.ichst hochtrabende aßennamen vorschiägt.

Stadtv. Tr. Säimmenauer ist gegen alle Aenderungen von Strabenbennungen al- überflüssia und geschmackSverirrcnd.

Tie Lache geht an die Dorsch.agSrommisiion.

Bauz suche.

Fritz Kalbfleisch will an ber Straße zum neuen Fried­hof ein Wohnhaus und ein Nebe.rgrbLude errichten, bie beide atniger ale zwei Stodroecfe haben sollen Nam dem Antrag Der Baudeputation soll bie Zustimmung mit Rücksicht auf da- Sitafeenbilb versagt werden, waS genehmigt wurde.

Stabte. SB i n n regt den Criaß einer LrtSsatzung an, um in jener Gegend die Bauart zu regeln.

TaS Baugesuch deS Albert Höß, bet in ber Tiezsttaßc tinen weniger als zwei Stockwerke hohen Anbau erridücn will, Dird genehmigt, ba cs sich nicht um einen selbständigen Bau handelt anb die Tiezstraße als Nebenstraße anzusehen ist.

Zwei Baugesuche von Belitz und Büttner für bie Mar­burger Straße außerhalb des Bebauungsplans sollen abgelehnt !verden, well bie Ableitung des Regenwasser» von ben fraglichen fltambMden nicht möglich fei

Ter Vorsitzende weist daraus hin, baß die Entwässerung oct oberen Marburger Strafte nur durch einen Kanal nach ber Lahnunterführung bcs Wismarer WcgcS möglich sei. Z. Zt. könne oer hohen Kosten wegen hieran nicht gedarht werden.

Tie Stadtv. Tt. Ebel, Löber und Plank sind für Genehmigung des Gesuches im Interesse ber Schaffung billiger Wohnungen und des Nordostviertels. Stadtv. Petn verweist (rauf, daß anderwärts noch genügend Bauplätze für blll.ge Wohn- ufer vorhanden seien, z. B. in der Schwatllach. Tic Stadtvv. _imon, Grünewald und Krumm sind für nochmalige Prüfung der Angelegenheit, die auch beschlossen wurde.

Tie Gebt. Kahl erhalten die Erlaubnis, an der Frank­furter Strafte 149161 eine Einfriedigung aus Hol» anzu- brinjen.

Tcm Postasfistenten Herget wtrd bte Errichtung etneS GartenhLuSd-ens im Alten Few gegen den üblichen Revers ge-

Tier. Ten

bee Binder: ,liilb und Wilde im Herten YHiifa*', bat Hari Hagendeck mit einer ebenso inierelfaiuen wie aeheimiuAoouen Aul- aave betraut. Er bandelt ftdi barnm, daß Srtomburat cm dem ^lussterden c.etveibici L.er. daS m nur nock» iebr ivemaen Exemplaren im Innern Hiderias noifommt, lebend nach Eurona brmqi. edioinbutqt ist loebcn von eniei i-oiercebmon »urück» aetonnnen; e» i't ihm aelungen, al» erster Eutvpaer m oerfchtedeite bisher unerioiictite Teile die er höchst iiueieilaiiten Sicpnblit zn fommen, nnd sogar weit bie t»S verz der auch beute noch so ae- lürmteten L'ager des fueaeritoen Stammet der Golah euijiidrinaen. L'eiber mußte diese erste Exveditlon mlolge der ja bekanntlich m Viberta so schweren Ne.ie>i-eit tmterbromen werden. Tie biii er noch geringen Slndentimgen über die Ergebnisse der Aufstudmrg ?e6 TiercS enlitannnen einer Unterredmig nut cdioinbnrat m Anlwerven, das boiftae Zeitungen gleich noch der Ankunft de« r'orid)imqerci|enben gebracht hoben. x'*e0eiila(l1 i i es Teber, baß cdwmbmgt nickt nur auf der Fährte be» Tieres geivejeu ist, sondern es auch in nächster Nähe vor stch gt at hat und es nut oem äußeren llmitand der emtretenöen stiegenzeit ziizuschrell'etr ist, oav die L-oiexpeditloir noch zu leatem werteren gienbaren Erget" ms ae übu hat. Slart Hageuveck tet jeßt eine neue Expedi.ton unter der Fühiiurq SdionumigM, dte ungelüor ur 1» Tagen auf- brcrtirn soll und Dann hofientlich nicht ohne dieses mysteriöse Tier ziirückkehren wird Ein hochtmeie..ante» Ereignis am Dieter ernen

leise ist uhrtgeiis bie Enideckniig eme« tätigen Krater« uu Van De der M ana r>! o l a h geivelen, der durch die Negeiizeit ge- bämp I, euien Nessel im Umfange von mehreren Quadratkilometern in dichte Tumpiwotken baute.

dl. Der trauernde Erpel. Deifviele für die rührende Zuneiguim, Die manchmal zwischen einzelnen Tieren herrscht, fuhrt eine ttaiteiiische lanDivirlschaitliche Zeitung an. Em Erpel, Der an zivel Tagen nacheinander tunf feiner Weibchen verloren hatte, die allesamt tur Vcben inr Die Rüdie lallen mußten, begann anfgcicgt m ai.cn Winkeln und Ecken nach ihnen zu suchen. Nachdem er stch enDlich uberzeiigt hatte, bau sie nicht mehr zu sindett wären, letzte er lieft uieDergeschlageu au Den Nand Dee Teiche« und nahm nicht mehr Die genngiie Nahrung zu stch, bie er sei es an ge­brochenem Herzen, sei eS au schiväche infolge seiner Trauer starb.

Kleine Eagrrchronik.

In einer Sitzung des Landrales ber Pfalz ivurbe, wie bk Pfälzische Presse" meldet, nach dem Bericht des Vorsitzenden des Älbellsausichusses für die Errichtung einer Ueberlanb- zentrale in der Pfalz und nach kurzer Unterredung ba» Projekt in namentlicher Abstimmung nach dem Ausschuftantrag einstimmig angenommen. Tanach gelangt bte Pfälzische Ueber landzentrale in drei Bauperwden mit einem Aktienkapital von 24 Millionen Mark zur Ausführung. Ter KrerS beteiligt sich baron mit 3,J Mlllionen Mark.

TaS lyroü veumu) v. Ülcists am kleinen Wannsee wurde am Busstag trotz dcS ungünstigen Wetters von vielen Sun oerten andächtiger Pilper besucht. Die Ruhestätte deS Tichters war einfach aber würdig geschmückt.

In KSnigShütte wurde in der Nacht zum Mittwoch in bie Barbarakirche eingebrochen. Tie Diebe drangen durch ben Turmeingang ein, entwendeten einen großen und einen Leinen vergoldeten Kelch und verstreuten die Hostien auS dem Tabernakel. D?r Versuch, die Lpserstöckc zu erbrechen, mißlang.

In Wilhelmshaven erregt die Verhaftung dreier Schutzleute namens Klaue, Hempel und Jaenicke großes Auf­sehen. Alle drei sind Mllitäranwärter und dienten bei der Ma­rine. Sie gestanden ein, an sechs schweren Diebstählen und anderen Verbrechen beteiligt zu sein.

Ter 37jährige Emil Siegel, Direktor der Allgemeinen Deut­schen Kommisiionsbank A.^j., zugleich EeschäftSsührer der Svna- gogcnbaugefciUd)aft in Wilmersdorf, ist seit lUiontog flüch­tig. Nach den bisherigen Ermittelungen bat er der Synaaogen- baugesellsct-asl etwa 50U00 Mark und der Deutschen KommiisionS- bank etwa 100 000 Mark unterschlagen. Die geschädigten (Gesellschaften werden aber trotzdem keine Anzeige gegen ihn er­statten, da der Schaden yedeckt werden soll.

Unter der Beschuldigung, dem österreichischen Ge­nera Ist ab wichtiges kartographisches Material überliefert zu haben, wurden acht Polen des Landesverrats angeklagt.

Aus MartinSbruck (Tirol) wrrd gemeldet: Eine über eine Schlucht führende Steinbrücke stürzte kurz nach der Fertigstellung zufammen. .Die Arbeller konnten sich rechtzeitig zurückziehen.