Arbeiterbewegung.
Ausständige Straßenbahnarbeiter in Saarbrücken
Saarbrücken, 28. Sept. In einer zahlreich besuchten Versammlung beschlossen heute nachmittag die St ratzen- bahnar beiter einstimmig, morgen früh wieder in den Aus - st a nd zu treten, da die Tirektion der Straßenbahn im Saartale den nach eintägigem Ausstand der Straßenbahnarbeiter am 22. August abgeschlossenen Tarifvertrag nicht gehalten hat und zum 1. Oktober eine Dienstordnung zur Einführung bringen will, durch die die Betriebssicherheit gefährdet erscheinen muß.
wandern und Reisen, Bäder und Sommersrischen.
— Bad-Nauheim, 28. Sept. Am Samstag, 30. September, findet das letzte S i n f o n i e - K o n z e r t unserer K'nr- 'kapelle unter Leitung des Professors Hans Winderstcin statt, der sich an diesem Abend für diese Saison verabschieden wird. Außer seiner vielfach gewünschten Wiederholung von Schuberts herrlichen „U nvollendeten" H-moll-Sinfome bringt der Abend noch eine „Quasi-Novität", nämlich die berühmte, aber selten zu hörende „Abschieds-Sinfonie" von Haydn, bei der im Schlußsätze ein Musiker nach dem andern das Orchester verläßt, his zuletzt der Dirigent mit dem ersten und zweiten Violinisten allein aus dem Podium zurückbleibt, lieber die Entstehung dieses seltsamen Werkes gehen die Meinungen auseinander. Die zutreffendere dürfte folgende sein: Die Musiker der Privatkapelle des Fürsten Esterhazy, bei dem Haydn damals als Kapellmeister angestellt war, begehrten einen Urlaub, den der Fürst beharrlich abschlug. Darauf komponierte Haydn diese Sinfonie und brachte sie zur Aufführung. Als die letzten Musiker das Podium verließen, soll der Fürst Esterhazy Haydn zugerufen haben: „Ich habe Sie verstanden, der Urlaub ist bewilligt!" Tas Programm dieses letzten Sinfonie-Abends bringt außerdem noch „Les Pre- ludes" von Liszt, die „Meistersänger-Paraphrase" (Walters Preislied- und die „-Tannhäuser-Ouvertüre".
Vermischtes.
'Auch eine Teuerung. Während das indiche Volk durch die diesjährige Mißernte einer neuen furchtbaren Hungersnot entgegen geht, treffen die englischen Behörden voll Eifer ihre Vorbereitungen, um den bevorstehenden Besuch des englischen Königspaares in Indien mit prunkvollen Festen zu feiern. In Delhi soll die große Zeremonie des Turoar mit besonderem Prunke stattftnden und schon haben sich Hunderte von schaulustigen Gästen aus England angesagt, die dieses farbenprächtige und malerische Bild mit ansehen wollen. Freilich werden diese Feügäsle, die wegen eines Schauspiels die Fahrt von England nach Indien nicht scheuen, Geld in ihren Beutel tun müssen. Findige Hotelbesitzer haben bereits bei Delhi eine ganz neue Stadt erstehen lassen, um die Freniden unterbringen zu können, Aber in dieser Stadl der Gastlichkeit herrscht auch die Teiicrinig, unt) der Aufenthalt in Delhi wird während der großen Festlichkeiten nicht gerade billig feilt. Im Eourzon-House ist der Pensioitspreis auk 16) Mk. für den Tag festgesetzt, Wein nicht inbegriffen. Im Cecil Hotel, so weiß das Journal des Döbats zu erzählen, verlangt man zwar nur 120 Mk. Pension für den Tag, aber die Chancen, hier unter» jitfommen, sind gering, fast alle Zimmer sind bereits bestellt. Für die einfachen Leute, anspruchslose Junggesellen, steht der Curzon Bachelors Camp bereit; hier kann man sogar schon für 100 Alk. täglich Bett und Essen bekommen. Wahre Schleuderpreise aber iverben im Kudsick Garden geboten; hier will der Wirt sogar den Gast gegen Zahlung von 90 Alk. für den Tag gegen die Gefahren des Hungertodes schützen. Zn diesen kleinen Tagesspesen treten ober noch dfe Pensionspreise, die man für die in Indien unentbehrliche Dienerschaft zu entrichten hat. Für die Unterkunft und Ernährung eines englischen Kammerdieners wird der aus gute Bedienung Wert legende Fremde täglich 40 Mk. bezahlen. Eingeborene Diener sind natürlich billiger. Für alle, die diese seltene Gelegenheit, Indien in den ersten Phasen einer wachsenden Hungersnot zu sehen, benutzen wollen, sind einige Winke nützlich: der Reisende muß sich nach Landessitte Bettzeug und Kissen selbst mit- iring^h und ebenso das nötige Waschgeschirr.
* Ein Gemütsmens ch. „Was ich höre, der Pumpmeier hat ein ganz armes Mädchen geheiratet?" — „Ja, das hat er bloß getan, um seine Gläubiger zu ärgern!"
* Inder Sprech stunde. „Leiden Sie auch an Durst?" t-r „Nee, Herr Doktor, dazu lass' ich's nie kommen!"
Sandel.
Essen a. d. Rühr, 28. Sept. Das rheinisch-westfälische Kohlcnsyndikat teilt seinen Mitglieder-Zechen durch Rundschreiben mit, daß infolge der ab 1. Oktober ds. Js. eintrctenden Beteiligungserhöhung an Koks einerseits und des Ausfalls verschiedener Lieferungen an Hochofenkvks andererseits cs nicht möglich sein werde, seinen Koks produzierendeü Mitgliedern am 1. Oktober die Abnahme von mehr als 60% der Beteiligungsziffer in Aussicht zu stellen. Tiefer Rückgang in der K o k s b e s ch ä f t i g u n g wird die Absatzschwierigkeiten in Kohlen, die durch die äußerst mißlichen Schiffahrtsverhältnisse ohnehin verstärkt werden, noch erhöhen. Angesichts dieser Sachlage wird der durch den Synditäts- vorstand beantragte und von der Zeck-enbcsitzervcrsammlung für Oktober festgesetzte Beteiligungsanteil an Kohlen aller Voraussicht nach nicht erreicht werden.
Kirchliche Nachrichten.
Evangelische Gemeinde.
Sonntag, den 1. Oktober, 16. nach Trinitatis. Gottesdienst.
In der Stadtkirche.
Vormittags 9V3 Uhr: Pfarrassistent Schor lern liier.
Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Malthäusgememde.
Psarrassislent S ch o r l e m m e r.
In der Fohannestirche.
Vormittags 9'/, Uhr: Pfarrer L e ch t o l S h e i m e r.
Beichte und heil. Abendmahl für die Lukas- und Johannes- gemeinbe. Anmeldung bei dem Pfarrer jebJr Gemeinde erbeten.
Vormittags ll1/« Uhr: Kinderkirche für die Lukasgememde.
Pfarrer B e ch t o k s h e i m c r.
Abends 71/, Uhr: Versammlung der konfirmierten männlich e n Jugend der Lukas- und Iohannesgemeinde.
Fre tag, den 6. Oktober, nachmittags 5‘/2 Uhr: Versammlung der konfirmierten w e i b l l ch e n Jugend der Iohanncsgemcinde.
Ter Konsirmandenuiiterricht wird in allen. Gemeinden am Sonntag, den 8. Oktober ei öffnet, und am Montag, den 9. Oktober, begonnen werden. Tie Anmeldungen daz»> werden am Mittwoch den 4., und Tonnerslag, den 5. Oktober, jedesmal vormittags von' 11 bis 1 Uhr und nachmittags von 4 bis 6 Uhr, bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.
Tie Kinder aus der Militäracmeinde sind bei Pfarrer Schwabe (Kirch st raße >), auswärtige Schüler des Gymnasiums und des Real- gymnasilims bei dem Pfarrer der Lukasgememde (Liebigslraße 56), solche der Ober-Realschule bei dem Pfarramt der Markusgememde (Kirchstraße 5) anzumelden.
Formulare zur Anmeldung sind bei den Schiildienern, sowie auf der Amtsstube des Gesamt-Kiichenvorslandes (Kirchstraße 1) zu haben. Tie Ellern werden aebeieit, mit ihren Kindern zur 9111- meldung zu kommen und dabei das 2. Blatt ausgefüllt mit- zubringen.
Am Sonntag, den 8 Oktober, beginnen die Adendgottesdienste um 5 Uhr, auch 'wird an diesem Sonntag in allen Goltesdiensteii die alljährliche Kollekte für die evangelischen Gemeinden in Oesterreich erhoben werden.
Natholische Gemeinde.
Gottesdienst.
Samstag, den 3 0. September 1911:
Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beicht.
Soiiutag, den 1. Okt., 17. Sonntag nach Pfingsten.
Rofcnkranz-Fest.
Vormittags von 6'/, Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht.
o um 7 Uhr: Tie erste heil. Messe.
, um 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion.
„ um 9 Uhr: Hochamt mit Predigt.
„ um 11 Uhr: Heil. Messe mit Predigt.
Nachmittags um 6 Uhr: Predigt; darauf Rosenkranz-Andacht mit Segen.
Montag, Dieiistag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag und Samstag abend um 61/, Uhr ist Rosenkranz-Andacht mit Segen.
Freitag um 7 Uhr ist Segensmesse.
Israelitische Religionsgemeinde Gottesdienst in der Synagoge (Süd-Anlage).
Samstag, den 30. September 1911:
Vorabend : 5.45 Uhr.
Es starben an:
Meteorologische Beobachtungen der Station Eichen.
Sept.
Wetter
8?
1911
Z
tiO
CO
84
93
96
SW SW WSW
27.
27.
4
2
2
10
3
3
10,7
9,1
7 9
Regen
Bew. Himmel Sonnenschein
151
H,1
8.5
vom
2.—15. Jahn
। 50,5 i 51,9 •50 ■>
28
28
29
Morgens: 8.30 nyr.
Nachmittags: 4.00 Uhr
Sabbatausgang: 6.55 Uhr.
Israelitische Neligionsgesellschaft. Gottesdienst.
Sonntag, den 1. Oktober 1911:
Morgens 5.00 Uhr, nachmittags 2.30 Uhr.
Montag, den 2. Oktober 1911: B e r s ö h u u n g sfe st.
Vorabend: 6.10 Uhr Predigt.
Morgens 5.55 Uhr.
Festesanögang 6.45 Uhr.
Hoch'le Temperatur am Dliebrigite .
Wasserdichte Wagendecken
liefert prompt und billig (5117)
Ludwig Lazarus
Asterweg 53. Fernsprecher 505
Mchentl. Uebersicht derToderfälle i. d. Stadt Gießen.
37. Woche. Vom 10. bis 16. September 1911. Einwohnerzahl: angenommen zu 31,300 linkt. 1600 Mann Militär).
Sterblichkeitsziffer: 34,82 "/„,
nach Abzug von 6 Ortsfremden 25,1 u/v.
Kinder
Septdr. = + 17,5 eC.
„ = + 10,6 eü.
Summa: 21 (6) 13 (o) 5 i (1)
A n m.: Tic in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.
c /a o « £ S B =•-
Zusammen: Erwachsene: im
1. Lebensjahr:
Niederschlag: 0,4 mm.
9
bis 28.
„ 28.
Die größte Gefahr des Autosports liegt nicht so sehr in der Möglichkeit eines Unfalles, als in der Wahrscheinlichkeit ernster Erkältungen. Namentlich Damen und dieser Gefahr ausgesetzt und sie sollten darum aus eine Autofahrt stets auch eine Schachtel Sodener «x- Mineral-Pastillen «Fans ächte) mitnebmen. Die Pastillen r6r^ schützen die Schleimhäute deö Mundes und des Halses gegen die Einwirkung der rauhen Lust und des Staubes, und sie beseitigen schnell auch jede vorhandene Reizung. Die Schachtel kostet 85 Psg. Man achte aber stets darauf, das; man keme Nachahmungen erhält.________________ss211»
Wagendecken.
angeborener
Schwäche Diphtherie
2
1(1)
—
2
1(1)
Tuberkulose der Knochen
1
1
—
—
Herzkrankheiten
5(1)
4(1)
—
1
Gehirnschlag
1
1
—
Plagen- und Tarm- katarrh
4
1
3
—
Krebs
2(2)
2(2)
—
—
Selbstmord
2
2
—
—
sonslrgen Todes- tlrsacheir
3 (2)
2 (2)
—
1
S o
P
o
<2 «1
er
2 R.
er Q
L- 3 £ S" ö tz
Gl
er 2 R.
s
to
P a
e
s
a co «v
w a p a a co
a «
er er»
S> g tsT.o’S
2
c=a
CO l$U
p
ö- W- p s
n e* a
S —
Cf
<=*e , 2.^-2
s-AZ
, 2
5. — S: 'S)
WS"
= SS ZZ. ro ro
- « S°2 £
e M
C2‘ ro ro
«5 S. 2.0=2 er a -
■ c
2/
’s? s
•a
&a 2
24<=r er
§ a
P 2 C a 35^ s &Z ast-
bO-er
CCC:
a
e'Q'g!
r^^a =•
2 'F'qy "
5 £2= a
2.= ®"«
■P I-T ro 'S»’ 3p|2
•=>
2-53
p 7: ~
era
9 25
cDc; • er
S 2.a
7?^
ro
er p
S
5'
o = - a e. Ä ~ ♦ " er p
o ®»3
□ 72
—S
er « p
KS
p
2 rs
Eil r°
- r1 S- =>
Cb
» -
Gl
■e
5
e
p-. rz
=> ■
#-*. =
p %
&■ 2*
^p"' "
p ■=»'ä| 2 "o
c* cu 00 2 rt 'S1
Ql S es k-' iT er
a a <a
2 er
3 - e
— _,Or2
— P
5 r/r? n*
— e 3
"f s-il »
•• er'S0 a
2
’ 2 =
R 2 , .Q.P
co
s» 3
3-
p a a _ 2
ro X — CP
acon evo w
ö« »- o
p a •JU
s I a 00
- a a a. a co er du s
2 uv
Gl 612 p a
o w 8Q
= P ^,cp
Ci to
o o
o o;-- «u* n ■er -c 27- cp
o I
• a e o
cs Cn
<-
_ CO ro er =
G) ■e
Ox CD
• c 2 K'Z«
o o1
•a p ro n er —•
00
o
o
o o
FT 04
p K c
fts 2. co — oSf 5 p a
ro Ö
1 a c-
e c
c c
c c
2/o" cu a o x a co — <
CT O £
Les o c e C'c*.
er o ZI —»er a: “»
S, er ~
S3 D O s o
er p
C,. —. -I co
O Soft 5’s' c
2 ÄZL
s»
er S p
SZZ. p a e »—< c=> er 2 »SV 22; :
a co cu
er 5
<1
er- n
<S* o
■e
i-* o
Dich
8r. 25 ecschen'i^ Soin'ta^' vierm°* fiegtnct.!0? fcsss
Adresse »ir Anzeiger
Jnnü^c?0 für die his vormilla
Dieser ■ Sparnningci Marokkos w in einen K’ zu besorgen kündigten maten aufs men, und eigenen u maßgebend^ Höchst sorg! denke nicht den später vermuten, wird, unse zu befrage: Lptimismn sein, braue lauter Fm polis war in Rom ei ist kaum zi Gier nach litti hat d Liberale u sich in bas zustand sich heute
Wirs erwerbso gen. S dachten ■ Amunst faßte m Mstgliei Friedens AN. Sc bereu K Mite. < 1899, der in der bi tilern ne ossenkuni reich, da Versprech brachten, für seine aber err wurde un Deutschlnc haben mit
"icht s
?>u. 1(1 Bat
so.
..„.Heute sttlk in de m der Tat scher Zustir und lvird Schivierigke zosischen Ve heute noch n ^freilich ^st". Ma Mdet natur Tilgung in ^en siü) an Aster h-azc greife gejn, gfwfig <>() C James, d Un9 in der n8h' Ob os n ber , pten der 53 L-Nedanisä ff Ü* dai>
ö« Aschen
W 6,5 i«
standen 101
l "“H cx'r iiche^ Md halte. >lbi


