Ausgabe 
29.7.1911 Erstes Blatt
 
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eilen, die die diesjährige Probe aus/

lein viele.

lehnung nahegelegt.

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nur aus des Ab-

Ausland.

Die türkische Regierung setzte 5000 Pfund für den Ban einer Straße von Skut ari nach Tuzi aus. Außer- dem srnd andere Straßenbauten geplant, die als Konzessionen an die Albanesen hmgestellt werden.

Deutsches rlerch.

Der Kaiser sandte dem Generaldirektor Ballin von der Nordlandreise aus Bergen folgendes Telegramm:

Der DampferCincinnati" der Hamburg-Amerika-Linie, Kapitän Schuelke, verließ soeben den Hafen von Bergen, indem er um die zu Anker liegende JachtHohenzollern" herumdampfte. Zwischen beiden Schiffen war nur ein Abstand von 150 Metern, ebensoviel zwischen derCincinnati" und dem Land. Tas Schiff drehte tadellos fast auf der Stelle. Ich habe dem Kapitän durch SignalBravo, vorzügliches Manöver" meine Bewunderung und Anerkennung ausgesprochen. Durch dies hervorragende Ma­növer hat Kapitän Schuelke bei allen Zuschauern bei uns an Bord und vor allem bei den Norwegern am Land das Ansehen der Hambnrg-Amerika-Linie in das hellste Licht gesetzt. ,

DieHohenzollern" mit dem Kaiser an Bord traf nebst Begleitschiffen am Freitag um 6.20 Uhr im Hafen von Swinemünde ein. Es ist herrliches Wetter. Tie Besatzung des deutschen Schulfchiffs der deutschen Schul- fchiffsvereineGroßherzogin Elisabeth" nahm in den Masten Paradeaufstellung. Tie nach vielen Tausenden zählende Menschenmenge begrüßte den Kaiser mit Begeisterung.

Airche und Schule.

Die beiden Verteidiger Pfarrer Jathos, Pfarrer Traub und Prof. Baumgarten, haben fol- föin gerichtet ^°"Mschen Obertirchenrat in

Hochwürdigen Evangelischen Oberkirchenrat bitten die unter» zerchneten Verteidiger des Herrn Pfarrers Jatho um Auskunft Dtnbx!L,\n.rae?e be§ Komglichen Konsistoriums in Koblenz: \eri0e2 ^arrcr Karl Jatho in Köln" zu- bezw. in welchem Sinne dieselbe ver­standen werden soll. 9tach allen bisherigen Darstellungen des dre vom Evangelischen Oberkirchenrat unwider- Äs entkMeMtor kin T' t ?? bCm T11 L-rlchr- seines lirhp LS?JL 2ltcI unangetastet. Die Ursprung.

K Aberkirchenrats hatte in § 14 ausdrücklich den Worten' Pb unb.ril »och betont mit ben Mta- ÄZ "LSn?nsIö'Le ÄZl'L =res 8®6SSS wurde namluh die AnsteUungsfähiateit in einrr ü s r?9 cvangelstchen Laiweskirche unmöglia, machen. TesÄ bitten wtt

Königliche Koniiltorinni in Uvblenz aiiwei^i zu wollen' rnuzuteilen, daß er im Besttz seines Titels

Aus SmSt und Land.

Gießen, 29. Juli 1911.

** Tageskalender für Samstag den 29. und Sonntag den 30. Juli: Zirkus B l u m e n f e l ö: Samstag und Sonntag, nach­mittags 4 und abends t>74 Uhr große Borltellungen.

Volkslieder tag des mitteldeillfchen Sänger- blindes aus der .Liebigshöhe". Loimlag nachniiltag 4 Uhr.

Biograph: Neuer ^pttlplan.

K c n e m a l v g r a p p: ^v-v« i ^vielplan.

* _

** Erhöhung des Milchpreisc 8. In der gestrigen Versammlung der Niilchhändlcr und Milchprodiizenlen wurde m Anbetracht des durch die knappen Futtervcrhältnisse be­uchenden Niilchmangels, sowie infolge des Umstandes, daß durch die in den Nachbarstädtcn bereits vorausgegangene Preiserhöhung unserer Umgebung immer mehr Milch entzogen wird, beschlossen, deii Milchpreis für Gießen vorn 1. August 1911 an auf 2 2 Pfg. für den Liter zu erhöhen.

_, ** Voltsliedertag des Mitteldeutschen Sänger verbau des. Jicsolge mehr.acher Anfragen sei mitgeteilt, daß zu den: morgigen Volksliedertag des Niittel- deulschen Sängerverbandes jedermann Zutritt hat. (Näheres f. Anzeigeteil der heutigen Nr. d. Bl.)

** V. H. C. Die Zweigvereine Frankfurt, Hanau und Offenbach vom Vogelsberger Höhen-Club unter­nehmen Sonntag, 30. Juli, eine Nheiufahrt. Mit einem Souderzuge geht es 6.35 Uhr üorm. von Sachsenhausen nach Mainz. Hier werden bje Ausflügler, von der Regi- meutsmujik des 27. Art.-Negts. in Empfang genommen und bann geht es mit Souderdampfer nach Boppard. Von hier wird auf den Vierseenplatz gewandert, und nach kurzem Aufenthalt bringt der Dampfer in vierstündiger Fahrt die V. H. C.er wieder nach Mainz zurück, von wo um 10 Uhr die Rückfahrt angetreten wird.

** Der Zirkus Biumeuseld reist am 31. Juli früh 41/2 Uhr mit Souderzug nach Alsfeld weiter.

"Aufsehen erregte gestern nachmittag eine Dame in einem Hofenrock, der übrigens recht nett ausfah. Das Publikum war erfreulicherweise wesentlich zurückhaltender wie in anderen Städten und schaute der Lame nur nach, ohne sie sonst irgendwie zu belästigen.

** Unfall. Gestern nachmittag gegen 6 Uhr raste ein scheu gewordenes Pferd mit einem Bäckerwagen von der Stephanstraße in die Bleichstraße. Hier fiel der Wagen um, aber da er nicht besetzt war, geschah glücklicherweise kein weiterer Schaden.

** Grober Unfug. Eine ältere Dame wurde in einer Badeanstalt kürzlich dadurch heftia erschreckt, daß sie hinter der Treppe des Zellenbades einen Mann gewahrte, der sich dort eingefchwommen haue. Ob der Mann nur einen unpassenden scherz machen wollte oder schlimmeres beabsichtigte, konnte nicht sestgestellt werden. Der Gatte der Dame hat eine Belohnung von 30 Mark auf die Ermittelung des Mannes ausgesetzt. Es wäre drmgeiw zu wünschen, daß alle Vorkehrungen getroffen wurden, um in Zukunft solche Zwischenfälle unmöglich zu machen da )on|t namentlich bei schreckhaften ober nervösen Leuttn cm ma.it wieder gut zu malendes Unglück eintreten könnte.

. ** So nderzüge Wegen des starken Personenverkehrs wird vom 1. August bis 15. September d. I. zu dem Schnellzug Nr. 4b, der mittags 1,30 Uhr von hier nach Berlin fährt, ein Nachzug von (ließen nach Sangerhausen gefahren dec Gießen nm 1,40 Uhr verläßt. Er führt Durchgangswagen nach Halle und Leipzig.

Landkreis Gießen.

= Klein-Linden, 28. Juli. Der hiesige Gesang- vereinHarmonie" hielt auf dec Burg seine General­versammlung ab. Auf der Tagesordnung standen: Nechnungs- ablage, Vorstandswahl und Beschlußfassting über die 25jährlge Jubelfeier tm Jahre 1912. DaS Vermögen des Vereins ist auf 100 Mk. gestiegen. Bei der Vorstandswahl wurden ae- wählt: Als 1. Präsident H. Wahl, 2. W. Klein, Rechner Fr. Jung, Schriftführer Karl Jung; die übrigen Vorstands- Mitglieder wurden wiedergcwählt. Bei der Besprechung über das nächstjährige Jubelfest wurde einstinnnig beschlossen, ein zweitägiges Fest auf dec Pfingstweide zu veranstalten, wozu alle Gesangvereine der Nachbarschaft Einladungen erhalten sollen. Als Tag der Abhaltung wurde der erste Sonntag im Juli bestimmt.

a. Hungen, 28. Juli. Wassermangel im Vogelsberg. Die Wafferverforgung ist sehr schwierig geworden. Viel- l,, ) inan faum noch das nötigste Trinkwasser: ein Bad tonnen sich nur Begüterte leisten, sofern noch Wasser vorhanden ist. Das Volkswohl erfordert, daß auch auf mehr Badegelegenheiten geschaffen werden: au die Vache ist fein Verlaß. Tie großen Mengen Wasser die aus Oberhesten verkauft und abgeleitet sind, machen sich letzt als starker Verlust bemerkbar. Es gibt jedoch noch genug Wafjer in Oberyessen, das imtzbar zu machen ist. Wenn auch das Hochmoor auf dem Vogelsberg jetzt ausnahmsweise staubtrocken liegt, so fliesten noch, der Brünn­

halten, sind gut, sie zu verwerten ist mindestens so wert­voll, als eine Gegend mit elektrischem Licht zu versorgen.

Grünberg, 28. Juli. Das Gesckhiftshaus des Kauf­manns Moll ging für 45000 Mark in den Bentz eines Herrn Mathias aus Frankfurt über.

Lauter, 28. Juli. Noch vor 40 Jahren befand fich fein Kirschbaum der besseren Sorten in der Gemarkung L a u ter, während jetzt die Einwohner ansehnliche Beträge aus Ulrichen erzielen. Auch die Gemeinde hat dank der einstmaligen Fürsorge des früheren Bürgermeisters Feldmann 1000 Mark aus Kirschen erlöst.

Kreis Büdingen.

8. Büdingen, 28. Juli. Am 7. und 8. Oktober findet in L i n d h e i m eine Au § stellung für Erzeugnisse be§ Acker- und Obstbaues für die Bezirke Büdingen, Lindheim und Wenings statt.

O Nidda, 28. Juli. Die in letzter Nacht zahlreich vorübergezogenen Gewitter brachten bei gewaltigen elek­trischen Entladungen erst heute früh 5 Uhr ein wenig Regen, aber keine Abkühlung. Bei dem letzten Wetter heute früh 7 Uhr schlug der Blitz in die neben der Sparkasse etwas hochgelegene Villa des früheren Möbelfabrikanten, jetzigen Rentiers NingShausen, ohne zu zünden. Auch in der Um­gebung der Stadt schlug der Blitz mehrfach ein. Ein soeben, abends, über unsere Stadt ziehendes Gewstter bringt endlich ergiebigen Regen.

+ Bad-Salzhausen, 28. Juli. Bei der gestern hier stattgefundenen Gemeinderats-Ersatzwahl wurde an Stelle des zum Großh. Beigeordneten bestätigten Gastwirts Röper Untererheber Schmidt neugewählt.

+ Unter-Schmitten, 28. Juli. Die Ehefrau des Maurermeisters Rau von hier wurde heute abend von dem in Nidda um 6.20 Uhr abgehenden Zuge überfahren und sofort getötet. Die Verunglückte wollte während eines heftigen Gewittersturmes in der Nähe der Stafselschen Papierfabrik wahrscheinlicheinem herab­fallenden Aste ausweichen und kam dabei auf die längs dec Straße laufenden Bahnschiene. Vermutlich hat sie infolge des Sturmes den herankommenden Zug nicht gehört. Es wurden der Anfangs der sechziger Jahre stehenden Frau beide Beine oberhalb der Kniee abgefahren, außerdem hatte sie schwere Schädelverletzungen. Der Ehemann der Frau ist durch den Schrecken auch heftig erkrankt und mußte ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

0. Orten berg, 28. Juli. Auf die große Hitze der letzten Tage folgte in dcr Nacht vorn Donnerstag auf Freitag cm heftiges Unwetter. Trotzoern war die Hitze am Freitag nicht viel geringer. Gegen Abend zog wieder ein Gewitter über die hiesige Gegend. Die Ernte schreitet rüstig vor; Korn und Gerste sind bald eingebracht und ziem- lich gut ausgefallen Die ©rummeternte wird mäßig werden.

Kreis Alsfelb.

Alsfeld, 28. Juli. Eine Kreisackerbau- und Obstausstellung für den Kreis Alsfeld soll vom 30. September bis 1. Oktober hier abgehalten werden. An Prepen stehen für Ackerbau 500 Mark, für Obstbau 900 Mark- zur Verfügung.

Kreis Schotten.

a. Schotten, 28. Juli. Infolge der Seuchen­gefahr wird der Rindvieh- und Pferdemarkt am Montag, dem 7. August, nicht ab geh alt en, der Schweinemarkt am 8. und K r a m m a r k t am 9. Augu/k indet statt. Das ist für Schotten und den Viehzucht treiben- >en Vogelsberg ein harter Schlag. Es wird im Vogels- berg auf diesen Markt gezüchtet und abgesetzt, mit dem Er­lös deckt der Landwirt die an diesen Termin gesetzten Ge- äUe usw. Und gerade jetzt bei den schlechten Futterverhätt- nissen wäre mehr wie sonst zum Verkaufe gestellt worden: die Lahmlegung des Handels und Fernbleiben des Verkehrs bedeutet auch für Schotten einen Ausfall. Die beiden andern Tage sind nicht so bedeutend wie der erste, besonders der Krammarkt hat seine frühere Bedeutung als Vogelsberger Messe und Volksfest zum Teil eingebüßt. Wahrscheinlich :n der Voraussetzung, daß der Pferdemarkt nicht stattfindet, haben bayerische Händler letzter Zeit in hiesiger Gegend und der Wetterau die Fohlen ziemlich alle aufgekauft.

Kreis Friedberg.

= Bad-Nauheim, 28. Juli. Bis zum 27. Juli ünb 24 275 Kurgäste angenommen, wovon an genanntem 4,age noch 8435 anwesend waren. Bäder wurden bis rum 27. Juli 288 152 abgegeben.

r Qb/91nui)C,m' 28- Juli. Dec berühmte Schach, meister Miefes wird am nächsten Montag im Bad-Nau- Üeimec Schacherern im Tenms-Cafö eine Vorstellung im Blind spiel geben. Bei dieser schwersten Form des Schach, piels, die eine gewaltige Aufgabe an das Gedächtnis stellt steht dec Blmdspielec, abseits sitzend, die Schachbretter seiner amtlichen Gegner nicht.

e ! 28. Juli. Die Stadtverwaltung U ^.neh'mgung der Stadtverordneten»-!. sÄ/S größeren Seit, und Spielplatz am Rande "le9ec.^ Er soll teils tn den Wald, teils in das Wte,engelande fallen und allen Verhältnissen größeren Badeortes Rechnung tragen. Mit Beginn des Herbstes wird man den Platz Herrichten lassen Ob­wohl das eine Wasserwerk dem Bedarf gerecht wird, hat trieb gesetztt^^ auch das alte Wasserwerk mit in Be-

rine sichere Grundlage für die Sicherung der Mittelmeerftaaten zu bilden, sondern das vermöchte nur das internationale Recht. Die französischen Diplomaten werden entrüstet ausrufen, um so entfernte Dinge, um die Frage der Meerenge von Cadiz-Gibraltar handle es sich gar nicht! Wer aber miterlebt hat, wie sie in Tunis vorgingen und was sie aus Biserta gemacht haben, der wird über die Folgen derfriedlichen Durchdringung" keinen Augenblick im Zweifel sein: die jetzt schwebende Marok- kofrage ist die Meerengenfrage!

Französische Leiden.

Paris, 28. Juli. Aus Agadir wird demEcho de Paris" vom 20. d. M. gemeldet, daß der Kaid Gellult den Eingeborenen verboten habe, den daselbst eingetroffenen Franzosen und Engländern Grundstücke zu ver- fauf en; den Deutschen dagegen würde Mombassa eine freundliche Aufnahme bereiten.

Paris, 28. Juli. Aus Fez wird vom 27. d. M. gemeldet, daß zwei französische Geschäftsleute auf dem Wege von Sefru vollständig a u s g e p l u n d e r t und ihrer Barschaft im Betrage von 10 000 Franks be­raubt wurden.

88 80 ^fanlerie-Regimenttr 716, 117 118 Reaimen^Nr^ 3 die ULW

9?r' Teile der Feldartillertt-Negimen- eck Anfang Är ^*1 Kastel und Amöneburg findet das Pionier-Bawi0$L1'1 ne nrefleril>c(4?11 cÜ1 e Hebung durch aa» ^.wnier-rvataillon Nr. 21 unter Oberleitung des Obersten CÖefiS?$fii 35 »Bataillon hat die Ausgabe, das Fort

«Phnt updnSoe 5 . und zu sturmen unter Anweisung aller zu morgen ^erfolate^dp^^u^^ 1)eutl3.e^ FcsMngstampfiüjjrung. Heute 1 in.rgen cifolgte der Sturm auf die Festung, nacbd'm füb die 1 .Truppen durch Lauf- und Schützengräben geuugejw

toutbe der bisherige Tircltor Gustav Wolf I aewäkut' wahrend Otto Wol, I zum Tirektor bestimmt wuL ^ '

Starkenburg uns Nheiuhcstcn.

es gttter^n " bei Ue&19e becc »roßen Sitze unirb:

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Gewitter und Hitze.

In der gestrigen und in der heutigen Nacht gingen in Oberhessen nach langer Pause heftige Gewitter nieder, die an manchen Orten auch die langerwarteten starken Regen- giisse gebracht haben. Leider haben die Blitze an manchen Orten erheblichen Schaden angerichtet, indem große Frucht­vorräte vernichtet wurden. Eine wesentliche Abkühlung ist aber anscheinend nirgends erfolgt. Wir haben seither fol­gende Nachrichten erhalten:

Büdingen, 28. Juli. Heute morgen gegen 2 Uhr ging ein sehr heftiges Gewitter in unserem Talkessel nieder, das um 6 Uhr nochmals zurückkam. In der Kohlenhandlung Link schlug der Blitz in die Telephondrähte und in der Kohlenhandlung Schulz wurde das Dach teilweise abgerissen. Die Wässer aus dem Norden und Westen bet Stadt drückten einen Teil der Parkmauern ein und strömten dann die Obergasse und Erbsen­gasse hinunter, eine Menge Sand mit sich führend, der heute mfttels Wagen weggeräumt werden mußte. Heute abend gegen 6 bis 7 Uhr ging wieder ein weniger heftigeres Gewitter nieder mit kurzem, aber starken Regen verbunden.

V 0 n h a u s e n, 28. Juli. Bei dem heute morgen nieder­gegangenen Gewitter brannte die gefüllte Scheune des Landwirts Fr. Kempf nieder. Auch im Wohnhaus wurde geringer Schaden angerichtet. Die Feuenvehren von Lorbach und Diebach waren zur Stelle.

Mittel-Gründau, 28. Juli. Hier schlug der Blitz bei Landwirt W. Euler und im Schulhause ein, aber ohne zu zünden.

h Marburg, 28. Juli. Heute stieg die Hitze an manchen Stellen wieder bis auf 34 Grad Celsius. Gegen 6 Uhr zog ein Gewitter, welches hier einen erfrischenden Regen brachte, über das Lahntal.

Diedenhofen (Lothringen), 28. Juli. Hier schlug heute nachmittag bei einem schweren Gewitter dec Blitz in einen Neu­bau. Ein italienischer Arbeiter war sofort tot, ein zweiter, der vorn Blitz getroffen wurde, st arb nach einer Viertelstunde; ein dritter wurde betäubt, erholte sich aber bald wieder.

ßcet und Flotte.

Reserveoffiziere und Sozialdemokatie.

Der Kriegsminister hat, wie diePost" mitteilt, am 8. ^un 1911 folgende Verfügung erlassen:

Ein Offizier des Beurlaubtenstandes hat vor der L-ttch- wahl zu einer parlamentarischen Körperschaft zur Wahl eines Mitgliedes der sozialdemokratischen Partei öffentlich ouigejor» dert und sich auch sonst in diesem Sinne agitatorifch betätigt. Dem Offizier ist daraufhin der Abschied erteilt worden/

Der neue Chef deS französischen Generalstabes.

R a m b 0 u i l l e t, 28. Juli. Im M i n i st e r r a t unter­zeichnete Präsident Fallier es die Dekrete, durch dte em höherer Rat für die Landesverteidigung ein­gesetzt wird. Er setzt sich aus den Ministern des Krieges, des Aeußern, der Finanzen, der Marine und der Kolonien zusammen und steht unter dem Vorsitz des Ministerpräsi­denten. Dem Rat wird eine ständige Studienabteilung beigegeben, gebildet aus drei höheren Offizieren, und zwar aus den Chefs der militärischen Operationsbureaus tn den Ministerien des Krieges, der Marine und der Kolo­nien. Ter Gen er al st ab der Armee und der technische Ausschuß des Generalstabes werden künftig von einem General abhängen mit dem TitelChef des allgemei­nen Generalstabe s", der in K r i e g s z e i t e n den Oberbefehl über die Hauptarmce fuhrt. Der oberste Kriegsrat bleibt bestehen und besteht aus den komman­dierenden Generälen der Armee. Ter Posten eines Vize- vräfidenten des Kciegsrats wird durch Schaffung des Ehefs oes allgemeinen Generalstabs unnötig und wird abgeschafft. Der Posten des Chefs des allgemeinen Generalstabs wird General Joffro übertragen. Der Generalstab der Armee bleibt unter der unmittelbaren Leitung des Generals Dubail. Jeder Armeekommandant hat ständig zu seiner Verfügung seinen Generalstabschef und einen Vertreter des Generalstabs der Armee.

Weiter wurde beschlossen, daß den großen Flotten- Manövern, die am 4. September beginnen werden, eine Flottenschau voraufgehen soll, die Präsident Fallieres abhalten wird unter Teilnahme der Mitglieder der Re­gierung.

Aus Paris wird gemeldet: General I 0 f f r e, dessen Ernennung zum Ches des Generalstabs der Armee am Freitag erfolgte, war bisher Generalinspetteur der Militär­schulen und erfreut sich in den Kreisen der Armee großen Ansehens. Er ist 59 Jahre alt und hat demgemäß noch sechs Jahre aktiver Dienstzeit vor sich. Mehrere Pariser

konservative Blätter sprechen die Ueberzeugung aus, daß der amtlich angegebene Grund, au§ dem General Pau den ihm angebotenen Posten abgelehnt haben soll, einen Vorwand bilde. Die Regierung habe offenbar Furcht vor den Radikalen, bet denen General Pau Kleritalismus verdächtig fei, dem General selbst die