Ausgabe 
27.4.1911 Erstes Blatt
 
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Der Aufstand in Marokko.

Sanger, 26. April. Aus Etksar wird unterm 24. April flemeldet: Die Beunruhigung im Gharbgebiet ist rm Zunehmen begriffen. Ein Eingreifen der Truppen in Elksar könnte allein den Aufstand verhindern. Wenn dieser erfolgen sollte, würde er den Verpflegungsersatz für die Kolonne Bremonds gefährden und Fez gänzlich von Tanger abschneiden. Der Sckerif von Wessan, Mulay Ali, reiste von Tanger nach oem Gharbgebret ab, um zu versuchen, «die Ruhe wiederherzustellen.

Die Ernennung eines Oberstkommandierenden der französischen Truppen in Marokko ist von der französischen Regierung, wie es heißt, nicht ins Auge gefaßt worden. Die nach Marokko abgesandte Brigade Kolonialtruppen wird General Ditte kommandieren. Die vom Generäl Toutse konzentrierten Truppen an der algerischen Grenze sollen in Marokko nur eingreifen, wenn die Ereignisse, es erfordern.

Die heutigen Meldungen sprechen von einer Bedrängnis des Majors Brömond und der Hilfskolonnen:

Paris, 26. April. Aus Tanger wird gemeldet, daß Major Brsmond infolge der unaufhörlichen Angriffe der Scherardaleute mit seinen Truppen am 22. April den Weg nach Fez eingeschlagen habe. Als der VizekonsuL Boisset, der mit einer ProviantLolonne am Sebusluß eingetroffen war, dies erfuhr, kehrte er nach A l k a s s a r zurück. Nach einer von einem französischen Unteroffizier dieser Truppe stammenden Meldung, sei diese vollständig von feindlichen Stämmen umgeben und leide an Muni­tionsmangel. Im Ministerium des Aeußern ist eine Bestätigung dieser Nachricht bisher nicht eingetroffen.

Tanger, 26. April. Es bestätigt sich, daß Major Bremond den Rückmarsch nach Fez wieder aufgenvm- men hat. Boisset ist nach Suk el Arba zurückgekehrt. Hauptmann More aux hat den Leutnant Jeannerod mit 150 Mann nach Suk el Arba geschickt, um die Vereinigung der Kaids in "dem Charbgebiet zu proklamieren.

Aus Heften.

Die hessische Gesandtschaft in Berlin.

Aus Darmstadt wird amtlich gemeldet: Der Großherzog hat am 26. April d. I. den Ministerialrat im Ministerium der Finanzen, Geheimerat Dr.-Jng. Maximilian Freiherrn von Biegeleben, mit Wirkung vom 1. Mai an zum außerordent­lichen Gesandten und bevollmächtigten Minister am Königlich Preußischen Hofe, den stellvertretenden Bevollmächtigten zum Bundesrat, Minister des .Innern Friedrich von Hombergk zu Vach als Bevollmächtigten zum Bundesrat des Deutschen Reichs ernannt, sowie die Erteilung des Kommissoriums als stell­vertretender Bevollmächtigter zum Bundesrat vom 1. Mai ab an den außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister am Königlich Preußischen Hofe Geheimerat Dr.-Jng. Maximilian Freiherrn von Biegeleben genehmigt.

Dazu schreibt dieDarmst. Ztg." noch: Die Vertretung der Großh. Regierung im Bundes rat gestaltet sich nach den erfolgten neuen Ernennungen m der Weise, daß der Minister des Innern von Homberg? zu Vach ^zellenz zu den beiden anderen Ministern als Hauptbevollmächtigter hinzutritt. Ter neue Gesandte Freiherr von B i e g e l e b e n ist mit den Funktionen eines stellvertretenden Bevollmächtigten betraut wor­den. In derselben Stellung verbleibt Geheimer Staatsrat Krug von Nidda, der schon seit längerer Zeit im Bundesrat tätig ist, wiederholt mit Vertretung des Gesandten in Berlin und zuletzt seit dem Tode des Freiherrn von Gagern bis zur Neu­besetzung der Gesandtenstelle mit Führung der Geschäfte der Ge­sandtschaft beauftragt war. Als stellvertretende Bundesratsbe­vollmächtigte verbleiben ferner Geheimer Oberfinanzrat Dorn­seiff und Oberregierungsrat Dr. Weber, welch letzter bis auf weiteres in Berlin verbleibt.

Deutsches Reich.

Im Reichshaushalt für 1910 sind die Einnahmen aus Zöllen, Steuern und Gebühren auf 1441,5 Millionen Mark veranschlagt worden. In Wirklichkeit ist der Anschlag um etwa 40 Millionen Mark übertrosfen worden.

Ausland.

In den Anordnungen über den bevorstehenden AufeN!-- halt des Kaisers Franz Josef in Ungarn sind einige Aenderungen vorgenommen worden. Der Monarch wird .nicht.

nicht recht: sie wollten ihr Geld absitzen. Da parlamentiertt' die Tänzerin der Moderne selbst mit dem Publikum, und ihrer Grazie gelang es, den Salonton wieder herzustellen.

Die deutschen Künstler in Südamerika. Wie der Rat der schönen Künste in Santiago dem Hauptaus- schuß der Allgemeinen deutschen Kun st aus st el- lu n g mitteilt, hat er «anläßlich der Preisoerteilung bei der letzten internationalen Kunstausstellung in Santiago beschlossen, alle aus­ländischen Künstler außer Wettbewerb zu stellen. Doch wird er, veranlaßt durch seine Ueberzeugung, daß die eingesandten deutschen Werke als eine deutliche «Veranschaulichung der hohen künstlerischen Kultur Deutschlands zu betrachten sind, an alle Künstler, die an der Ausstellung teilgenommen und dadurch zu ihrem Ge­lingen beigetragen haben, Erinnerungsmedaillen ver­teilen. Außerdem hat der Rat beschlossen, mehrere Werke aus der deutschen Abteilung für das Museum der Schönen Künste in Santiago anzukaufen. Sie sollen hier dazu beitragen, einen be- sondereir Saal für die deutsche Kunst zu bilden.

Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissen­schaft. Der Dichter Willibald Alexis wird an Stelle des zerfallenden Grabdenkmals in Arnstadt in Thüringen ein neues würdiges Grabdenkmal erhalten, herausgearbeilet aus einem er­ratischen Granitblock der Mark B r a n d e n b u r g, die der Dichter so oft verherrlicht hat. Schöpfer des Denkmals ist Bildhauer M a tz d o r f in Köthen. Die Enthüllung findet am 29. Juni d. I., am 113. Geburtstag des Dichters, statt. Aus Rostock wird uns geschrieben: Der Professor der Geographie an der Universität Rostock Dr. W. Ule ist zur Teilnahme an der deickschen Südpolarexpedition für das Sommersemester 1911 beurlaubt; mit seiner Vertretung wurde der G ö t t i n g e r Privat - dozent Dr. Prmust Wolken Hauer beauftragt. In Köln ist am 25. d. M. der Geheime Sanitätsrat Professor Dr. Eduard Lent, einer der Führer der deutschen Aerzteschaft, im 80. Lebens­jahre gestorben. In Dresden starb der Dozent für Volkswirtschafts- und L-andwirtschaftslehre an der dortigen Tier­ärztlichen Hochschule, Oekonomierat Professor Dr. Otto Rau­bold, Generalsekretär des Landeskulturrats im Königreich Sach­sen. In Immen st adt ist am 23. d. M. der ordentl. Pro­fessor für Pastvraltheologie, Homiletik, Litergik und Katechetik an der Universität München erzbischöfl. geistl. Rat und päpst­liche Hcrusprälat Dr. Andreas Schmid im Alter von 71 Jahren gestorben. In der Stadtkirche zu B r e h n a wurden, nach einer Meldung der Vossischen Zeitung aus H a l l e a. Saale, sechs Gemälde aufgedeckt, die mit Mauerkalk verstrichen waren. Sie stellen Bilder aus dem Leben der Jungfrau Maria, Johannis des Täufers und Christus dar und müssen schon mehrere hundert Jahre alt sein. Ersterallgemein er Rassenkongreß Vom 26 bis 29. Juli 1911 wird in der Londoner Universität der Erste allgemeine R a s s en ko n g r e ß stattfinden. Der Kongretz soll die Ausgabe haben, die westlichen Rassen mit den vrrentauschen in engere Berührung zu bringen. InMailand wurde der Direktor der Lombardischen Bank in seinem Amts- ztmmer ermordet aufgefunden. Die Polizei stellte fest, daß als Täter zwei Manner in Frage kommen, die zu einem Mädchen, das den Drrcktor kurz zuvor besucht hatte, in Beziehung stehen.

wre ursprünglich beabsichtigt war, die ganze Zeit in Ofenpest verweilen, sondern zumei stin der staubfreien gesunden Luft eines ungarischen Landsitzes. Infolge dieses Entschlusses hat der Kaiser dem König von Serbien, dessen Empfang in Ofenpest bereits angefagt war, mitteilen lassen, daß er zu seinem leb­haften Bedauern in dem gegenwärtigen Augenblick auf eine Zu­sammenkunft verzichten müsse. Der Empfang des Königs Peter wird vielleicht später stattfinden.

Aus Paris wird gemeldet: Infolge des Beschlusses der Ostbahngesellschaften hat das nationale Syndikat der Eisenbahnangestellten einen Aufruf erlassen, in welchem es in schärfiter Weise die Weigerung der Eisenbahngesellschaften gegen dic Wiederanstellung der entlassenen Eisenbahner tadelt und an­kündigt, daß im ganzen Lande Widerspruchsversamm­lungen veranstalten werde.

In Kronstadt rvurden 18 Personen der sogenannten Mili- tawrganisation, einer sozialrevolutionären Partei, angehörend, verhaftet. Weftere Verhaftungen stehen, so heißt es, in Petersburg bevor.

Heer und Flotte.

Wiesbaden, 26. April. Aus Anlaß des Todes des Vizeadmirals Mensing ließ der Kaiser durch ein Tele­gramm dcs Chefs des Marinekabinetts, Vizeadmiral v. Müller, von Achilleion aus den Hinterbliebenen sein aufrichtigstes Beilüd aussprechen. Auch Prinz und Prinzessin Heinrich von Preußen sandten ein Beileidstelegramm. Weitere Telegramme, sowie Kränze zu der morgen in Wiesbaden erfolgenden Beisetzung gingen vom Großherzog von Oldenburg und Fürsten zu Schaumburg-Ltppe ein.

Aus Stadt uiio Lnuö.

Gießen. 27. April 1911.

* * Auslandsreise des hessischen Großherzog S- paareS. DaS hessische Großherzogspaar gedenkt am 16. Juni eine längere Auslandsreise zu unternehmen. Die Dauer der Reise und das Reiseziel sind noch nicht bekannt.

* In Audienz empfangen wurden vom Groß- betrog Ollern u. a.: Kreisamtmann Dr. Seyferth von Alsfeld, Professor H. Win der st ein von Bad-Nauheim, Telegraphendirektor Hafermehl von Gießen und Pfarrer Döring von Muschenheim.

"LehrerPersonalien. Bestätigt wurde der von dem Fürsten zu Löwenstein-Werthenn-Rosenberg auf die Lehreritelle an der kath. Schule zu Habitzheim präsentierte Schulamtsaspirant Heinrich Jos. Weigand aus Neuhof (Preußen).

* * Die Evang. Konferenz für Hessen gedenkt ihre Hauptversammlung am 6. September in Friedberg abzuhalten. Sie beginnt mit einer geschlossenen Mitglieder­versammlung, in der außer Erledigung des geschäftlichen Teiles das Tema:Trennung von Staat und Kirche in Hessen, insbesondere mit Beziehung auf die kirchliche Vermögensverwaltung" erörtert werden soll. Nachmittags 4 Uhr wird dann in öffentlicher Versammlung ein Vortrag über eine Weltanschauungsfrage folgen.

* * Vom Staatsschuldbuch. Die am 15. Mai älligen Zinsen der m das Hessische Staatsschuldbuch ein­getragenen Forderringen werden bei allen rn Betracht kommen­den hessischen Kaffen und bei den Reichsbankanstalten vom 1. Mai ab gezahlt. Vom gleichen Tage ab wird die Staats­chuldenkasse die durch die Post oder durch Gutschrift aus Reichsbank-Girokonto zu berichtigenden Schuldbuchzinsen überweisen.

* * Nachweis der Befähigung zur Uebernahme eines KirchenamteS. lieber den Besitz der nach den Artikeln 1 und 4 des Gesetzes über die Vorbildung und An- tellung der Geistlichen vom 5. Juli 1887 zur Uebernahme eines Kirchenamtes notwendigen Eigenschaften haben den Nach­weis erbracht die kath. Geistlichen: Phil. BooS auS Gau- Bickelheim, Franz Brückner auS Gernsheim, Augustin Como aus Straßburg, Franz Hützel aus BüdeSheim, Aug. Schlett auS Darmstadt, Adam Weis auS Heppenheim und Aug. Werum aus Gonsenheim.

* * Ernannt wurden die Regierungsbauführer Adam Becker aus Wörrstadt, Franz Gauß aus Darmstadt, Adolf Gnauth aus Gießen, Gg. Klapdor aus Ruhrort, Karl Laux aus Frankfurt a. M. und Karl Wiesenbach aus Nidda zu Negierungsbaumeistern.

* * Vom Blumentag. Der Ertrag des Blüm en tags wird dort verwandt, wo er eingeht. Den einzelnen Kreisen wird also nichts entzogen. Was sie aufbringen, kommt ihnen wieder zugute. Möglich ist dies, weil die Großh. Zentrale in fast allen Kreisen Zweigstellen hat (keine Zweig­vereine: Beiträge werden in diesen Zweigstellen nicht er­hoben). Wo die überall von der Zentrale beantragten Zweigstellen noch nicht errichtet sind, werden die Beträge aufgehoben, bis die Einrichtungen (Beratungstellen, ärA- iche Beratungen usw.) bestehen. Der Ertrag des Blumen­tags kommt selbstverständlich and), allen den Einrichtungen zugute, die auf dem Gebiet der Mutter- und Säuglingssur- orge bereits früher bestanden und die sich im Lause der etzten Jahre fast vollzählig der Zentrale angeschlossen Men. Daß schon vor dem Bestehen der Zentrale prüf diesem Gebiete gerade von gemeinnützigen Vereinen viel getan worden ist, ist bekannt und von der Zentrale selbst armer wieder betont worden. Es sei nur an die seit langem gestehenden Haus Pflegevereine, Vereine zur Beihilfe für Wöchnerinnen, Beratungsstellen usw. erinnert. In vielen Kreisen ist beschlossen worden, daß am Blftmentag die Häuser geflaggt und die Läden geschmückt wer­den sollen.

* * Arbeiter-und An gestellt env er treter in »er hessischen Ministerialabteilung für Landwird- chakt, Handel und Gewerbe. In den nächsten 3 Jahren verben folgende Personen aus Oberhessen von der Mini- terialabteilung bei der Beratung wichtigerer Fragen, die >ie Verhältnisse gewerblicher Arbeiter im Sinne des Titels VII der Gewerbeordnung zum Gegenstand haben, LUgezogen werden: Wilh. Frey, Zigarrenarbeiter bei der Firma S. Bock u. Co. in Gießen, wohnhaft in Wiesech, Jak. Ritsert, Lackierer bei der Maschinenfabrik Hey- igenstaedt il Co. in Gießen, Emil Guckel, Webemeister !iei der Firma C. Grünewald und Sohn in Alsfeld, Erwin Burmester, Ingenieur bei der Firma Eugen Kaufmann in Gießen.

m. Vom V. H.-C. Zu der am 28. Mai in Laubach tattfinbenben Hauptversammlung hat der Zweig verein )oherodskopf,zu dessen Vorsitzenden Lehrer Karl Linck, Rudingshain, anstelle des zurückgetretenen Bürgermeisters Fuchs-Breungeshain, gewählt wurde, den Antrag gestellt, > alljährlich am 1. April in der Feuerschale des neu­errichteten Bismarckturmes auf dem Taufstein ein Bis­marckfeuer abgebrannt und auf dem Hoherodstopfklubhaus ein Bismarckfest abgehalten werden soll. Die Ar­beiten an dem neuen Erweiterun^s bau des Klub­

hauses schreiten rüstig vorwärts, so daß der NieubW bis zum Beginn des Herbstes fertiggestellt sein dürfte.

** Zwei Gießener in Fez eingeschlofsen Unter den Deutschen, die nach unserer gestrigen Mitteilung in Fez eingeschlossen sind, befinden sich auch zwei aus Gießen stammende Herren, nämlich die Herren Gebrüder Schultheis. Es sind Söhne des früheren Teilhabers der ehemaligen Firma Mettenheimer u. Schultheis hier

** Vogelsberger Rindvieh. Zu unserem bor< gestrigen Bericht über die Hauptversammlung des Kreis. Ninderzuchtvereins für Vogelsberger teilt uns der Vor­sitzende dieses Vereins, Regierungsrat Dr. Merck, mit daß er über das Ergebnis der Kreuzungen des Vo­gelsberger Rindes mit dem Frankenvieh kein Urteil ausgesprochen, auch keinen Erwartungen über diese Züchtungsversuche Ausdruck gegeben habe, da das Gesamt­ergebnis der fraglichen Kreuzungen in dem Bestände der Zuchthöfe und Zuchtstationen bisher noch nicht bekannt ge­worden und ein abschließendes Urteil darüber jetzt noch nicht möglich sei.

** Der lan gersehnte Frühjahrsregen, der namentlich auch von den Landwirten erwünscht wurde, ist gestern abend endlich eingetreten, so daß jetzt, vorausgesetzt daß kein Kälterückfall erfolgt, mit einem raschen Vor^ wärtsschreiten der Vegetation in Garten, Feld und Wald gerechnet werden kann.

** Grabsteinfund. Bei Abbrucharbeiten in der Hof- reite Sonnenstraße Nr. 3 wurde heute morgen eine aus dem Jahre 1674 stammende Sandfteinplatte gefunden, die unter einem Wappen die Inschrift trägt, daß unter diesem Stein die Freiin Margarethe Sybilla von Lonsdorf, geb. von Hoff, bestattet sei. Die Platte wurde offenbar, als der früher in jener Gegend befindliche Friedhof bebaut wurde, als bequemes Baumaterial bei einer Brunnenanlage bei nutzt. Schon früher wurden dort ähnliche Funde gemacht.

10 0 0 Mark Belohnung. Am 21. April wurde, wie wir berichteten, zwischen Ilbeshausen und Herb^ stein auf dem Bahngleis der Strecke StockheimLauterbach der kurz nach 2 Uhr nachmittags in Herbstein ankommende Zug dadurch gefährdet, daß vorsätzlich ein Balken über die Schienen gelegt wurde. Die Eisenbahndirektion in Frankfurt hat auf die Ermittelung des Täters eine Be­lohnung von Eintausend Mark ausgesetzt. Die hiesige Staatsanwaltschaft ersucht um Vornahme von Ermittelungen und Benachrichtigung.

** Preußische Klassenlotterie. Die Erneuerung der Lose zur 5. Klasse spätestens bis zum 2. M a i abends 6 Uhr der Lose 4. Klasse spätestens bis zum 2. Mai abends 6 Uhr geschehen sein. Auch müssen die Freilose zur 5. Klasse gegen Rückgabe der Gewinnlose 4. Klasse bis zum vorerwähnten Termin eingeforbert sem. Es liegt im Interesse des Publikums, die Erneuerung nicht bis zu ben letzten Tagen hinauszuschieben, da sonst der Andrang zu groß ist und eine übermäßige An­strengung der Lotterieangesteltten, sowie längeres Warten bed Publikums verursacht.

** I n Amerika verstorbene Hessen. Apotheker Bernhard G. Am end, 90 Jahre alt, aus Darmstadt in Rew- york. Er war in Gießen ein Schüler Liebigs und brachte es in Amerika zu großem Ansehen und bedeutendem Vermögen. Christian Krausch, 76 Jahre alt, aus Birklar in Newyork. Frau Marg. Rothenberger, geb. Happel, 77 Jahre alt, aus Mannheim in Brooklyn. Konrad Rock, 84 Jahre alt, aus Mainz in Lebenon.

Landkreis Gießen.

A Inheiden, 26. April. Seine diam antene Hochzeit beging das Ehepaar Joh. Gg. Reitz II. Ter Jubilar zählt 81 Jahre, die Jubilarin 80 Jahre. Trotz dieses hohen Alters sind beide Eheleute körperlich und geistig noch sehr rüstig. Der Grobherzog übersandte sein Bild und das Konsistorium ließ durch Pfarrer Bräunlin eine Bibel überreichen. Der Jubilar war lange Jahre Mitglied des Gemeinderats und gehörte 37 Jahre dem Kirchenoocstand an.

Kreis Büdingen.

K.A. Büdingen, 26. April. Am Montag abend hatte Oekonomierat A n d r ä die M ä d ch e n, die sich für den Blumen-- verlauf gemeldet hatten, jetzt im ganzen 42, im Hotel Stern ver­sammelt. Auf die 5 Bezirke der Stadt wurden die Verkäuferinnen eingeteilt und die Verkaufsstunden bestimmt; ebenso die ernannt, die den Bahnhofsdienst übernehmen. Am Samstag, 6. Mai, wer­den vom Komüee die Körbchen mit Blumen gefüllt und zubereitet. Der Verkauf in den Straßen und Häusern beginnt 1/212 Uhr und dauert mit einstündiger Pause von 12 Uhr bis 7 Uhr abends. Terbunte Abend" beginnt um V2 9 Uhr im Fürsten Hof und bringt einen kurzen Vortrag über den Zweck der Veranstaltung, thea­tralische, musikalische und aridere Darbietungen einheimischer Kräfte und Vereine. Im Hotel Stern befindet sich am 6. und 7. Mai die Geschäftsstelle des Komitees, von der aus der Blumentag ae- leitet wird. Die Verkäuferinnen und ihre Familien sollen sich ferne unnötigen Kosten machen. Es genügt voLständia, wenn sic ihr sommerliches Kleid anziehen. Es haben sich in letzter Woche noch eine Anzahl Vertrauensmänner in kleinen Gsneinden des Kreffes zur Mithilfe bereit finden lassen.

Kreis Lauterbach.

= Lauterbach, 26. April. Zufolge landesherrlicher Be­stätigung vom 23. April 1910 ist das Familienfideikom- miß der sämtlichen Freiherrn von Riedesel zum Zwecke des Ersatzes für veräußerte Fideikommißgrundstücke durch Grund­stücke in den Gemarkungen Angersbach, Frischborn, Landenhausen, Lauterbach, Rudlos, Stockhausen, Wallenrod, Eichelhain, Engelrod, Frnensternau, Grebenhain, Lanzerrhain, Nieder-Moos, sirösberts, Ober-Moos, Rixfeld, Rebgeshain, Altenburg und Liederbach er­gänzt worden. Die Wahrung der Fideikommißeigenschast in den Grundbüchern ist erfolgt.

Kreis Friedberg.

G. Friedberg, 26. April. Im Hotel Trapp hier tagte kürzlich der Arbeitsausschuß des Verbandes der hes­sischen freiwilligen Sanitätskolonnen vom Roten Kreuz, um das Programm für den Kolonnentag in Fried­berg endgültig festzusetzen. Von den 9 zum Ausschuß gehörigen Herren waren erschienen: Der Inspekteur Generalarzt Dr. Linde­mann-Darmstadt, die Kolonnenführer Lotheißen-Darmstadt, Hein­rich-Mainz, Wolf-Offenbach, Gramlich-Friedberg, die Kolonnen- ärzte Korsch-Offenbach, Schäffer- Gießen und Zang-Friedberg. Der Kolnonentag findet bestimmt am 21. Mai statt. Die Ver­handlungen beginnen vormittags 10 Uhr im Saalbau und werden bis 1 Uhr mittags dauern. Die Begrüßung wird durch den Vorsitzenden des Landesvereins vom Roten Kreuz, Generalleut-' nant Korwan-Darmstadt erfolgen. Alsdann folgen mehrere Vor­träge und schließlich Erledigung einiger Verbandsangelegenbeiten Alsdann ist Pause zur Einnahme des Mittagessens. Die Herren vom Landesverein und die Führer und Aerzte werden im Hotel Trapp speisen; die übrigen Kolonnenmitglieder, etwa 1500, sollen auf die Friedberger Gaftwirtschaften verteilt werden. Um 3 Uhr nachmittags beginnen die Uebungen am Güterbahnbof, Hanauer- ttaße. Nach den Uebungen findet eine Kritik durch Generalarzt Dr. Lindemann-Darmstadt statt. Nach dieser wird ein einmaliger Vorbeimarsch unter Führung des Inspekteurs vor Generalleutnant Korwan ausgeführt. Von 6V2 Uhr abends ab ist kameradschaft­liches zwangloses Zusammensein im Saalbau mit Konzert.

Friedberg, 26. April. Schon seit längeren Jahren Hot ich ein Komitee gebildet, das eine Eisenbahnlinie Fried­berg Ranstadt herbeiführen will, dem auch die Regierung Wohlwollen entgegenbringt. Durch die finanziellen Verhältnisse ist aber an die Ausführung dieses Projektes vorerst niftst zu denken.