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27.4.1911 Erstes Blatt
 
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Nr. 98 Erster Blatt M Jahrgang Donnerstag, 27. April M

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»i® General-Anzeiger für Cberheffen WSM

Annahme von Anzeigen Botationsörud und Verlag der vrühl'schen Univ.'vuch. und Steinbruderei K Lange. Redaktion, Lxpedttion und Druckerei: Schulftrahe Land" ^E.Hetz; für den m Ä Büdingen: Fernsprecher Nr. 50 cheschästsstelle vahnhosftrahe 16a. w^nteii: p. ged.

Die heutige Nummer umfahr 10 Seiten.

Die Uebersührung der Leiche Ledochowrtir.

In einer Zeit, wo der Reichskanzler Herr v. Bethmann- 5?ollweg sich scheut, das Enteignungsgesctz gegen die Polen anzuwenden und wo mehr als einmal schon das Gerücht austauchte, der .Kronprinz des Deutschen Reiches werde im Posener Kaiserschlosse Wohnung nehmen, um wenigstens mit dem polnischen Adel Frieden zu schließen, verdient die llebersührung der Leiche des in Rom 1902 verstorbenen Kardinals und früheren Erzbischofs von Posen-Gnesen, Grafen Ledochowski, nach Posen und seine Beisetzung im dortigen Tom alle Beachtung. An sich hätte ja Kar- duial Ledochowski, dessen Herz übrigens bald nach seinem Tode in Gnesen beigesetzt wurde, em Recht auf die Bei­setzung seiner Leiche im Dom zu Posen, da eine Kabinetts­ordre aus dem Jahre 1834 besteht, die dieses, obwohl der Tom sonst keine Begräbnisstätte ist, den Erzbischöfen ge­stattet.

Run ist aber Ledochowski gar nicht als Erzbischof von Losen-Gnesen gestorben, so daß die Erfüllung seines letzten Wunsches, die der Testamentsvollstrecker schon einmal vor >echs Jahren durchzusetzen versuchte, Schwierigkeiten be­gegnet. Freilich, wenn diese nur rechtlicher Natur wären, ließen sie sich, zumal es sich um den Wunsch eines Toten handelt, leicht heben Sie sind aber politischer Natur. Imn Gras Ledochowski, der, 1822 geboren, im Jahre 1866 öen erzbischöflichen Stuhl von Posen-Gnesen bestieg, hat sich dort der preußischen Regierung so unliebsam gemacht, daß er am 3. Februar 1874 verlostet wurde, um int Kreis- gesängnis zu Ostrowo eine zweijährige Gefängnisstrafe zu verbüßen. Er wurde während seiner Straszeit durch den Königl. Gerichtshof für lirchliche Angelegenheiten seiner ,-rzbi,chöslichen Würde entkleidet, dafür aber vom Papst ,um Primas von Polen und zum Kardinal ernannt und letzte, nachdem er 1876 aus dem Gefängnis entlassen war, von Rom aus feine deutsch- und preußenseindliche Agitation fort. Denn Ledochowski war, mag man ihm auch seinen Widerstand gegen die Maigesetze und Schulgesetze des Kultur­kampfs nachsel)en, der Führer der Nationalpolen, suchte die rhemals polnischen Provinzen von Preußen loszureißen und erging sich dabei in Beleidigungen und Ueberhebungen aller Art. So hat er seine Gefängnisstrafe und Entsetzung vom Erzbischofstuhl voll und .ganz verdient.

Trotzdem wäre es kleinlich, ihn noch nach dem Tode zu verfolgen. Aber gestattet man die Beisetzung seiner Leiche im Tom zu Posen, so würden die Polen darin eine Schwäche der preußischen Regierung erblicke^ die tynen nur neues Aufwasser geben würde. Gleichzeitig aber würden Sic Deutschen daraus erkennen, daß in der Ostmarkenpolitik glücklich wieder ein Umschwung eingetreten ist, nicht zum Nutzen des Deutschtums. TerNordd. Allg. Ztg." cnt> schlupft heute an vrägnailter Stelle in dieser Angelegen- heit das Geständnis, daß im Jahre 1905 bei den zustän­digen Stellen prinzipielle Geneigtheit bestanden habe, den Wunsch Ledochowslts zu erfüllen. Es täte uns leid, wenn man heute noch schwächer wäre, als im Jahre 1905.

DieNordd. Allg. Ztg." jchreibt: Wie mir hören, reichte der Posener Domherr Mcczczynsli als Testamentsvollstrecker des im Jahre 1902 verstorbenen Kardinals, des irüheren Erzbischofs von Posen, Grasen von Ledoäzowsli, dem Posener Obcrprä>idium

ein an den König gerichtetes Gesuch um Erlaubnis zur Beerdigung des Kardinals im Dom zu Posen ein Ter im Jahre 1902 in Rom verschiedene Kardinal sprach testamen­tarisch den Wunsch aus, daß sein Körper im Posener Tom, sein Herz int Gncscner Tom autbetvahrt werden solle. Nach der Kabinettsordre vom 21. Juli 1834 steht den katholischen Bischöfen das Ehrenrccht zu, sich in der Tomkirche ihrer Diözese bestatten zu laßen. Ta v. Ledochowski durch den Gerichtshof für hrdb lichc Angelegenheiten als Erzbischof von Gnesen-Posen abgcsevt worden war, ist sein Anspruch aus dies Ehrenrccht erloschen. Infolgedessen Bedarf die Bestattung im Posener Tom des Er­lasses einer Kabinettsordre. Solche ist von dem Testaments­vollstrecker des Kardinals im Jahre 1902 für die Bestehung des Herzogs im Gnesener Dom nachgesucht und vom König, ebenso wie in dem Fall des gleichfalls staatlicherseits abgesetzten Kardinals Don Köln, Melchers, erteilt morden Im Jahre 1905 unter­nahmen Freunde des Kardinals Schritte, um auch für die Be­stattung des Körpers im Posener Tom, die in aller Stille er­folgen sollte, die Genehmigung der Staatsregicrung nachzusuchen. Bei den zusländigen Stellen bestand prinzipielle Geneigtheit, das Gesuch zu befürworten: gleichwohl unterließ ber, Testaments­vollstrecker damals die Einreichung eines formellen Gesuches. Tiefes wurde jetzt dem Oberpräsidentcn von Pofen eingereicht; die Ent- scheidung darüber steht noch aus.

Der Bau einer elektrischen Ueberlandzentrale für Oberhessen.

R. B. Darmstadt, 26. April. Ter Finanzaus­schuß der Zweiten Kammer hielt heute noch in Gegenwart der Regierung, für welche Finanzminister Braun, Geheimrat Wil brand und mehrere Räte er- schieiten waren, eine eingehende Beratung ab über die Re­gierungsvorlage betr. die ErrichtungeinerBrikett-- sabrik aufoer staatlichen Grube zu Wölfers­heim und in Verbindung damit den Bau einer elektrischen Ueberland-Zentrale für Ober­st essen.

Finanzminister Braun und die übrigen Negieruitgs- vertreter erörterten nochmals ausführlich die Rentabilitats- frage und widerlegten an der Hand weiterer vertraulicher Mitteilungen die von mehreren Ausschußmitgliedern er­hobenen Bedenken dagegen. Es gelang den Regierungsver­tretern, die Ausschußmitglieder von der Notwendigkeit und Zweckmäßigkeit der Regierungsvorschläge zu überzeugen und abgesehen von einem Ansschußmitglied, das sich seine Ab­stimmung für die Vollberatung vorbehiett, stimmten sämtlicheübrigen Mitglieder (Abg. Molthan war nicht zugegen, ist aber ebenfalls dafür) für die Geneh­migung der Regierungsvorlage.

Die Zweite Kammer soll neuerer Entschließung zufolge bereits für Dienstag den 16. Mai zu einer Voll­beratung einberufen werden, um über den vorstehend er­wähnten Gesetzentwurf die Entscheidung zu treffen. Die Regierung erachtet die baldigste Entschließung darüber für dringend notwendig, damit bann sofort mit der Ausführung der neuen Anlagen begonnen werden kann.

Auch die Erste Kammer dürfte noch in der zweiten Hälfte des Mai zusammentreten, um diese Vorlage zu ver­abschied en.________________________________________________________

Aus der türkischen Kammer.

Konstantinopel, 2-1. April. Im Verlaufe der Hauptausspräche über das Budget des Ministeriums des Äeußern erklärte in der Kammer R i f a a t Pascha,

die Regierung plane den Bau verschiedener Bahnlinien, die für die Türkei vorteilhaft seien, dar­unter die Donau-Adria bahn Wenn die Bahn ar >eren Staaten, beispielsweise Serbien, nützlich sei, könne »ie Pforte nur zufrieden fein, doch bleibe die Donau Adri Bahn immer' eine Frage der Türkei: sie muffe jedenfall in einem türkischen Hafen enden.

Bezüglich Montenegros rerwies der Minister aui »er Pforte zugegcmgene Nachrichten, die erwiesen, daß die Malissoren trotz der gegenteiligen Erklärungen Montenegros bei den Montenegrinern Unterstützung fänden. Wenn die gegenwärtige Lage, ivelche nicht länger haltbar sei, fori» lauere, werde die Pforte Montenegro zur Verantwortung ziehen. Hoffentlich seien die Zusicherungen Montenegro ernst gemeint. Ter Minister stellte dann die Acndernng des Verhältnisses zu Bulgarien seit dem Amtsantritt de > Kabinetts Geschow fest, zu einer türkisch-bulgari scheu Entente brauche man aber Zeit......

Gegenüber den Vorwürfen Basris, die Türkei neige zu dem Treib und hin, betonte der Minister, die Türkei wünsche die gleiche freundschaftliche Haltung gegenüber alter Mächten zu befolgen. Rifaal Pascha und der Großwes,i widerlegten hieraus die Vorwürfe, daß bei der Abgrenzung zwischen Tunis und Tripolis ausgedehnte türkische Gebiete abgetreten worden seien.

Bezüglich der.P o tsdamer Begegnung bemerkte der Minister des Aeußern, nach Informationen der Pforte feien die deutsch-russischen Verhandlungen noch nicht be endet und es sei zu erwarten, daß Deutschland und Rußland, welche die Freunde der Türkei seien, diese von ihren eben wellen Beschlüssen über Persien, dessen Unabhängigen und Integrität für die Türkei sehr wichtig sei, verständigen werden. Schließlich erklärte Hakki, die Pforte wolle in Tripolis behalten, was unter ihrer direkten Verwaltung steht; darüber hinauszugehen, wäre Eroberungspolitik, du einen Streit mit Fran:reich herausbeschwören konnte Daran denke niemand. Das Wadai-Gebiot sei kein türkisches Terri­torium.

Die Kammer erteilte schließlich dem Großwesir und Minister des Aeußern mit 122 gegen 45 Stimmen ein Der trauen sv'o tum._______________________________

Ein Austausch von ZreunUichlciten zwischen öen Königen von Schweden und Italien.

Rom, 26. April. Bei dem Essen zu Ehren des Königs und der Königin von Schweden brachte der König von Italien einen Trinkspruch aus, in dem er u. a. bemerkte

Schweden hat in den vergangenen Jahrhunderten machtvoll dazu beigetragen, den Triumphzug Derjenigen Grundsätze unb Freiheiten zu beschleunigen, von denen Die Gedanken und die Gesetz' des micbercrftanbcncn Italiens sich leiten lassen Ganz Europa sieht in Schweben ein bedeutungsvolles Element des Gleichgewicht und des Friedens und einen mächtigen Faktor aus Dem yanicii Gebiet menschlicher Tätigleit und menjchtichell Geisteslebens.

Ter König von Schweden dankte und gab seiner Freude Ausdruck, das italienische Königspaar auf dem klassischen Boden Roms besuchen zu fönnen, mitten unter einem Volke, dessen Genie die Menschheit große und kostbare Fortschritte verdanke:

Ich freue mich, feststellen zu tonnen, daß die Bande der Freundsckzaft, die vor 50 Jahren zwischen meinem Volk unb dem Eurer Majestät geknüpft wurden, sich immer fester gestaltet habe».

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ie pädagogische, religiöse und wissen- - und Bildungsanstalten, für die

chaftliche Erziehungs

ystematische Ausbildung der schauspielerischen Technik skiz­ziert, für das Genie ein Vorteil, für das bescheidene Talent

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bringen. Im Interesse einer solchen idealen Forderung wird das Programm einer großen nationalen Theater- chule, welche vom Staate eingerichtet oder unterstützt Wer­ren müßte, ebenso wie

eine Notwendigkeit. Tie Reform der deutschen Bühne be­ginnt nicht bei den Möbeln, sondern bei dem Texte.

Das oberste Gesetz bleibt fort und fort Für unsre Kunst: Anfang war das Wort."

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poffart über die dramatische Kunst.

In der Festsitzung der Shake speare-G es ell- schäft bei der diesjährigen Tagung, der auch der Groß­herzog von Sachsen beiwohnte, hielt Generalintendant a. T. von Possart den FestvvrtragTer Stil der Darstel­lung und die Aufgabe der S ch a u s p i e l k u n st". Die Hauptleitsätze der Possartfchen Rede waren folgende: Da jedes dramatische Kunstwerk sein Leben gewonnen hat aus dem Kultureinfluß, unter toeldjeni fein Schöpfer stand, sind Charakteristik und Tiktton im Drama bedingt durch Zeit und Ort der Handlung und die Bedeuttmg des Kon- slills. der darin zum Ausdruck kommt. Idee, und Form müssen ineinander aufgehen. Tie Dialektik ist nicht nur ein Schmuck der Rede, sondern fie ist der lebendige Herz­schlag der tragischen wie der komischen Gestalten. Tie spezifische Art der Diktion eines Zeitalters und einer Ration (z. B. der Alexandriner, des klassischen französischen Dramas und der trochäische Vers der Spanier) leibet in den meisten Füllen unter einer Ucbertragung in ein fremdes Sprachgewand. Tie Tiktton der llebersetzer ist zu wenig objektiv, zu viel t»on ihrer eigenen Subjektivität fließt ein. Als Beispiele der Anpassung der Diktion an Charakter und jeweilige Gemütszustände wird auf die prosaischen unb rhythmischen Elemente in Egmont, Orest in der Iphigenie", Julius Cäsar und Heinrich IV. hingewiesen, samt einer interessanten Gegenüberstellung der Alba- Partien im Ton Carlos und derjenigen im Egmont. Als oberster Grundsatz für den Stil der Darstellung bleibt auch in der szenischen Kunst das Axiom bestehen, daß durch Verbindung von Wahrheit und Schönheit die höchste Wirkung erreicht wird. Wenn man jedes Trama nur als ein Kind des Jahrhunderts und im Stil seiner Zeit be­trachte! und genießt, getreu in der Tiktton und seiner äußeren Gewandung, so wird es auch dem modernen Ge­schmack nicht geringeren künstlerischen Genuß gewähren, als jedes andere kulturhistorische Werk anderer Künste. Es ist ein groß Ergötzen, sich in den Geist der Zeiten zu versetzen." Die Aufgabe der deutschen Schauspielkunst wird erst bann erfüllt fein, wenn der Stil des Dramas unb ber Stil der Tarstelluiig sich decken, Schönheit unb Wahrheit in beiden höchste Forderung. Der Schauspieler soll das Dichtwerk korrekt und charakteristtsch zu Gehör

Tie zu den Aufnahmen angewandten üitbigattiingcii wurden durch lichtaussaugenbe Flüfsigkeitszellen ;m Fernrohr erzielt. Am aus fälligsten erscheint ein ivlcrf beim Aristarch durch seinen Mangel an rotem Licht. Außerdem ergaben sich in den Mareflächen er hebliche Unterschiede vor allem im Vergleich der zarten L i ch l adern. Tiefe Lichladern senden hauptsächlich langwelliges Siebt, aber wenig oder gar leine ultravioletten Strahlen aus. Die Studien des Geheimen Rats Miet he lan en cs als möglich er scheinen, das man die einzelnen Gesteinsarten der Mondoberiläche nach ihrer Natur näher ettorschen kann. Die Untersuchungen werden fortgesetzt.

Mittel gegen d i e Cholera. Einen großen Fortschritt in der Cholerabehandlung hat der englifche Arn Leonard Rogers erzielt. Bisher starben in dem Cholera Herd Kalkutta, trotz sorgfältiger Behandlung, etwa 61 v. K der erkrankten Pattcnten: von Europäern sogar 80 v. H. D., Krankheitserreger ist sttt Jahren befannt; seine Lebensweise, die in ihm produzierten Gifte und die Erzeugung von Gegengiften int Tierorganismus sind zum Gegenstand sorgfältigster Untersuchungen gemacht worden und trotzdem das enttäuschende Ergebnis in e r praktischen Bekämpsuug der Krankheit. Erst die fleißigen systematischen Versuche Rogers haben eine Wendung zum Bei seren herbeigeführt: die Sterblichkeit ist unter den nach feinei Vorschrift behandelten Fällen auf 23,3 v. H., also auf beinah nur ein Tritte! der früheren lyeruntergegangeu. Und cc fit mit Sicherheit anzunehmen, daß weitere Forschungsarbeit Rogers no 1 weitere Verbesserungen bringen wird. Ties? in Europa noch un bekannte Behandlung der Cholera beschreibt Tr. H. Iinck, Arzt des K. Generalkonsulats in Kalkutta, in der neuesten Numm der Umschau, Frankfurt a. M. «Wochenschrift über die Fort f(brüte in Wissenschaft und Technik . Tie Arbeit Tr. Iincks wurde mit Rücksicht auf die große Wichtigkeit, die alle therapeutischen Be strebungen bei Cholera besitzen, und auf die bedeutungsvollen Er gebniffe der Rogerschen Maßnahme mit dem halben Umschau preis tür Medizin betrönt.

Einen merkwürdigen Theaterska nbrl hrt, wie man uns schreibt, die Tänzerin Rita Srcchetto in Parma veranlaßt. Die schöne Künstlerin hatte zwar auch in anderen italienischen Städten nicht gerade Triumphe gefeiert, indessen tov, man ihr doch sehr liebenswürdig cutgegengetommen, zumal sie in Rom von der Königin-Witwe piotcgiert wurde. In der Sto . des Coreggio aber wollte man nichts von ihrer Kunst Wine.!, Tas Teatrv Rttnach war nur mäßig gefülli, 1 die eilig.: Stimmung bei Beginn oer Pori!c!>,,g löste iip t \ einem n. tanzten Musikst Lis ' Begleiter am

Klavier apostrophierte das Publttum, es hals aber alles nicht., Denn bei den folgenden spanischen Tänzen protestierte man nori« lauter. Nun fiel der Vorhang, allein auch bas war den Leut ;

Der Plan einer Verlegung des Neckars Schon früher wurde wiederholt die Frage erörtert, ob es möglich unb angängig wäre, den Neckar statt bei Mannheim im Hes­sischen in den Rhein münden zu lassen. Der Fluß hatte früher seine Müiwung bei dem heutigen Orte Trebur und lief der heutigen Bergstraße nach. Im hessischen Regierungsblatt unter­sucht Professor Henkel mann (Bensheims die Frage aufs neue unb kommt zu dem Schluß, daß es gar nicht fo schwiettg durch- zusühren fei, den alten Neckar!aus wieder herzustellen, da das Ge­fälle von Ladenburg aus nach der Bergsttaße größer als gegen Mannheim zu sei. Ter Boden ließe sich leicht bearbeiten, da es sich um Tiluvial- und Alluvialschichten handelt. Tie Eben» roalbbäcbe würden in den Neckar geleitet werden können, da­durch wäre die Schiffahrt in jeder Jahreszeit möglich unb der heutige Teil des Neckars von Ladenburg bis Mannheim könnte als Arm bestehen bleiben. Der Fluß würde auch twch weiter nördlich an Tarmstadt vorüber zu leiten sein und die Entwässerung des Riedes wäre auf ideale Weise zu lösen. Nach Henkelmann wäre die Durchführung des Projektes von bedeutendem Vorteil für den Verkehr, das Landschaftsbild gewänne vieles unb eine Entwertung des jetzigen Neckargeländes sei nicht zu befürchten, da es heute tatsächlich keinen hohen Wert habe. Die Ausführung d,e,es Planes wird wohl nicht so bald in Aussicht zu nehmen lern.

NeueBerliner Untersuchungen desMondes. Sehr bemertcnswerte Büdaufnabmen des Mondes in Ultraviolett unb in Rot haben Geh. Rat Mi et he unb B. Seegert in Berlin-Charlottenburg während ber letzten Vollmondzeit gemacht. Tic Crrgebnifie versprechen wichtige neue Aufklärungen über die Beschaffenheit der Ebersläche des Mondes. So wurde ieitgeitellt, daß in der Tat, wie Prof. Wood vermutet hat, die einzelnen Tttle der Mondobettläche wechselnde Mengen ultravio­letten Lichtes im Verhältnis zum langwelligen Licht aus- fenben. Tie Menge des ultraoiolctten Lichtes verschiedener Eber» flächeiiftellen ist im Vergleich zu der roten Strahlung sehr ungleich.

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