wird heute öffentlichen flaggt; die geschloffen.
Arr» Stadt und Land.
Gießen, 27. Januar 1911.
Kaisers Geburtstag
hier in der herköinmlichen Weise gefeiert. Die und auch zahlreiche Privatgebäude haben ge- Schulen und die meisten öffentlichen BureauS sind
Lustschiffahrt.
Das Luftschiff „Ersatz Deutschland"
. Ueber das Luftschiff „Ersatz Deutschland", das in nächster Zeit zu Düsseldorf zu Passagierausflügen ankommen wird, werden letzt folgende Einzelheiten bekannt: In erster Reihe interessiert die Neue Passagierkabine zum Aufenthalt für die Reisenden. Es rst bei dem Bau des neuen Luftschiffes vor allem Wert auf Stabilität und Sicherheit gelegt worden. Besonders die Mo- tore, die insgesamt 360 PS leisten, sind eingehend geprüft worden, bevor sie in Verwendung genommen wurden. Das Luftschiff hat zwei Gondeln, von denen die vordere einen Motor und die Hintere zwei Motoren erhält. Die Länge des Luftschiffes beträgt 146 Meter, der Durchmesser 14 Meter und der gesamte Rauminhalt 19 000 Kubikmeter. Die Luftschiffhalle in Düsseldorf hat mehrfache Verbesserungen während der letzten Monate erfahren. Die Verbesserungen betreffen in erster Reihe die Sicherheit der Einfahrt und Ausfahrt des Schiffes. Zu diesem Zweck wurden Windschirme errichtet, mit denen das Luftschiff bei der Aus- und Einfahrt vor plötzlichen Windstößen geschützt lst. Andere Verbesserungen beziehen sich auf kleine Nachteile, die im vorigen Jahre während der Passagierfahrten festgestellt worden sind. Ueber den Beginn der neuen Passagierfahrten sind augenblicklich noch feine festen Bestimmungen getroffen worden, hundert angehörige Balaam-Stück.
Außergewöhnlicher Pas sagierflug.
Paris, 26. Jan. Nach einer Blättermeldung unternahm der Flieger Sommer heute vormittag mit fünf Mitreisenden an Bord seines Zweideckers einen Flug von Douzy nach Romilly und zurück. Es ist dies da§ erste Mal, daß mit einem Aeroplan ein solcher Flug bewerk- telligt wurde.
3ur »afferseler Mi.
Vier der Jahrzehnte sind int Sturmesbrausen Verweht wie Ranch, verrauscht im eiv'gen Raum, Seit uns der beil'ge Streit, voll Blut und ©raufen Tas Reich gebar gleich einem Märchenrraurn, Ein Wunder uns und allen Völkern draußen, StiegS aus der Schlachten wildem Wogenschauiw Daß es in ungeahnter Morgenschöne Das Ruhmesmerk der Heldenbrüder kröne.
O, welch ein Reichtum ueugebornen Lebens Ist dir erblüht, o deutsches Vaterland, Tie hehren Ziele deines heißen Strebens, Für das die Väter mau dereinst verbannt, • Ter goldne Freiheitstraum, für den vergebens Viel edles Herzblut glühend war entbrannt, Tes Vaterlandes sturmgeborne Einheit, Wie strahlet sie in sonnenvoller Reinheit!
Doch wie viel blühend Leben mußt' erbleichen Im Streike um Gerrnanias Ehr' und Macht, Wie viele Brüder mußten blühend neigen Tas Haupt im Schalten dunkler Todesnacht, Welch eine Schmerzensiülle ohnegleichen Ward in Millionen Herzen hell entfacht!
O, schnöder Frevelmut nur mag vermessen Des heil'gen opserschweren Streits vergessen!
Doch steh' — gar holder Früchte reiche Fülle Entsproß der Einheit junggepflügtem Feld, Des Adlers Schwingen wuchsen m der Stille, Aui starkem Fels ward uns das Haus gestellt, Und drüber waltet ein gerechter Wille, Voll hohen Geists ein König und ein Held, Für Deutschlands Ehr' allzeit die Hand am Schwerte, Und doch der starke Friedenshort der Erde.
Ob manchmal auch in wetterschwüler Stunde Ter Wolken Schleier drohend sich geballt, Ob auch erscholl manch ernste Sorgenkunde, Die Herzen schreckend schier mit Allgewalt, Das Reich steht fest auf slarkgesügtenr Grunde Wle auch der Wogen Brandung es umwallt, Ein treuer Wächter in gestählter Wehre Schirmt kraftvoll uns den Frieden und die Ehre.
So stehst gefürchtet du — doch weltgeachtet, Germania im großen Völkerrat, Weil nur nach wahren Friedenszielen trachtet Dein edler Herrscher rastlos früh und spat. Weil gütig — wo ein Herz in Kummer schmachtet, Erbarmungsvoll mit mildem Trost er naht. Weil allzeit segnend er mit Herz und Händen Znm Heil der Menschheit alles möchte wenden.
Drum laßt voll Dankes auf zu ihm uns sehen Der's Reich und schützt mit starkem Frtedensschwert, Und ob in ernsten Zeiten auch wir stehen Und manche Rot das deutsche Herz beschwert, — Laßt nur des deutschen Geistes Spur uns gehen Und deutsche Art un§ wahren unversehrt, Dem Kaiser treu in Pflicht und Gotlvertrauen, Dann wird Germania die Sonne schauen.
Die militärische Feier wurde gestern abend durch einen Zapfenstreich eingeleitet, der sich von der städtischen Kaserne nach dem Ludwigsplatz zur Wohnung des Regiments- sührers Oberstleutnant Heuer und von da zurück nach der Kaserne bewegte. Das große Wecken heute vormittag nahm denselben Weg. Um 8 Uhr vormittags wurde von der Stadtkirche ein Choral geblasen. Um 9% Uhr fand in der katholischen und um 10% Uhr in der evangelischen Stadtkirche Festgottesdienst statt. Bei letzterem hielt Pfarrer Ausfeld die Predigt. Gegen Mittag folgte Parade auf Oswalds Garten mit anschließender großer Paroleausgabe. — Am Nachmittag veranstaltet das Ossizierkorps ein Festessen im Offizierskasino, während die Mannschaftsfeiern am Abend in verschiedenen Lokalen stattsinden.
Stärkenburg und Rheinhessen.
ch Bingen, 26. Jan. Tas Hotel „Englische r Hof" ist zmn Preise von 93 000 Mark von Reck.tSamvalt Strauß hier erworben worden. Es besteht die Absicht das Hotel mit sämtlichen Nebengebäuden niederzureißen und an der Stelle wo gegenwärtig die Bierhalle sich befindet ein Wohnhaus zu erbauen. Ter größere Teil des Geländes soll dann als Bauterrain verwertet werden.
** Post-Perfonafnachri'chren. Der Kvntg von Preußen hat anläßlich des Preußischen Krömmgs- und Ordensfestes dem Postdirektor Blaß in Darmstadt den Roten Adler- Orden 4. Klasse und dem Ober-Briefträger Johannes Müller in Mainz das Allgemeine Ehrenzeichen verliehen.
** Tie Freikarten der hessischen Abgeordneten tönnen, wie eine .Amtsblatt-Verfügung der Eisenbahndirektion Firankfurt a. M. an die beteiligten Betriebsund Verkehrsinspektionen, Bahnhöfe und Zugbegleitpersonale mitteilt, auch nach jedem anderen Orte als Darmstadt, sofern dieser Ort an der der Freikarte ausgeschriebenen Strecke liegt, benutzt werden.
^Schwurgericht. Der Beginn der ersten Schwur- aerichtspemode ist auf den 6. März festgesetzt worden. Zu Vorsitzenden wurden ernannt für Ob er Yess en Landgerichtsrat Wiener, für Rheinhessen Landgerichtsrat Hattemer-Mainz, für Starkenburg Landgerichtsrat Dr. Wolf.
w. Mainz, 26. Jan. Die Diakonissin Rottberq aus Darmstadt stürzte sich hier in den Rhein, angeblich weil sie von Darmstadt nach Homburg v. d. H. versetzt worden war. ' •'
Die Pest in China.
C Harbin; 26. «jan. Das Stadtgebiet ist von dem heff* ®°Tort Pudjanajan und den anliegenden Tönern 15 Werst weit durch Polizeiposten abgesperrt. Am 24 Januar waren wegen Peswerdacht 1252 Personen unter Beobach'tuu^A- r?" den letzten 24 Stunden waren 38 bsfalle an Pest zu verzeichnen. Wie aus Peking ensck?e/e?der^S^Äs^ Pest im Innern Chinas mit erlwrectenoer Schnelligkeit aus. In ft U f rfn i n f i e n mb der Swche m der Vergangenen Woche angeblich L776 M-nschM erlegen Der mtemationate Gerichtshof ton Tientsin W ferne Sitzungen unterbrechen müssen da die Wirfiter V™- Pest geflüchtet seien Auch aus ^ingflüÄ^ ropaer Dem B. T zufolge gehen in der nächstenS äÄÄää“ 000 vlS
S)ie Beamten und die Bürgerschaft vereinigten sich zur Feier des Tages zu einem Festessen im Saale des GesellschaftsvereinL. Dabei brachte der Rektor der Landes- Universität, Geh. Justizrat Prof. Dr. Biermann das Hoch auf den Kaiser mit folgenden Worten aus:
Verehrte Festversammlung! Vor wenigen Sagen begingen fcnr in festlicher Stimmung die Feier der Erinnerung an die Gründung des Reichs, und lenkten unfern Blick zurück in eine Ruhmvolle und erhebende Vergangenheit. Wir freuen uns heute der Gegenwart, mbem wir den Geburtstag des Kaisers feiern
Von den 40 Jahren, die seit der Gründung des Reichs ver- ’nt^'r grölst die größere Hälfte der Regierungszeit Kaiser Wilhelms II. an. Und niemand wird leugnen wollen, daß in dm em Zeitraum das Ansehen des Deutschen Reiches nach außen das alte gefestete geblieben ist, und daß der Wohlstand im Innern und zivar bei allen BevolkerungsNassen gesttegeu ist. Kein gerecht Deutender wird aber auch übersehen, in welchem Maße dieses Ergebnis dem Wirken Kaiser Wilhelms zu danken ist, der fast von Ansang an iein eigener Kanzler gewesen ist und es heute mehr me je zuvor ist, der voll von Interesse auch für die fernst liegenden iDmge, und beseelt von dem redlichsten Streben in sie einzudringen eme ungemeine Lebendigkeit des Geistes mit rastloser Arbeit vereinigt. Und darum dürfen wir uns wohl auch der Gegenwart freuen.
Aber freilich, wer sie mit der Vergangenheit, mit der Zeit in der das Reich gegründet wurde, vergleicht, wird ihr vielleicht doch nicht den Preis zuerkennen. Tenn so fest die äußere Reichs- emheu begründet ist, die innere Einheit, das Gefühl der Ku- gehorlgleit zu einem gemeinsamen großen Ganzen und die Bereit- wuligleit, stch ihm uwerzuordnen, seinem Wohle Opfer zu bringen ist nahezu verloren gegangen. Und harter Kämpfe wird es bedürfen, Kämpfe, wie sie das politische Leben Deutschlands noch nicht geiehen hat, soll mit der äußeren Reichseinheit die innere wieder vereinigt werden, mid wenn wir heute der Hoffnung Ausdruck geben, daß dieses hohe, aber vielleicht noch ferne Ziel erreicht werden möge, so wünschen wir damit dem Kaiser an fernem Geburtstag das, was auch ihm am meisten am Herzen
M H ! Seine Majestät der Deutsche Kaiser Wilhelm II hoch, hoch, hoch.!
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7 Tageskalender für Freitag, 27. Jan. Stadt- tljeatcv: p-eflvorstellung zu Kaisers Geburtstag: „Minna von Barnhelm". Anfang 8 Uhr.
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** SP.Y b c "Sv er lei hu n g. Der Großherzog hat dem Geh. Obermediznialrat, Hosveterinärarzt Professor Dr. ■ ~ L e u z, 5um 25. Januar d. I. das Dienstehren -
kekcheu für -o Hofdienstjahre in Gold verliehen.
. vV3 e~ I? n„ti lien. Uebert ragen wurde dem Joh. Schröder zu Bensheim etne Lehrer- fteltc au der Gemeindeichule zu Budenheim. Erledigt ch eine mit einer cvang. Lehrerin zu besehende Schul- iftelle zu E b c r stadt (Kr. Darmstadt .
Kleine Tageschronik.
.zwischen dem deuten Redakteur der
Ionen getötet und
Der Führer und ein Rangierer wurden aet öt- \ 8
nub fechs Wagen rourt.en aertrümmeti 9 Die Lokomotive MMUM-ZR
Kreis Friedberg.
x,~a dfNauh eim, 26. Jan. Eine öffentliche Kaisers- geburtstagsfeier veranstaltete heute nachmittag die hiesige ^^"^-«chule iRealschule). Außer Teklmnalionen und Ehorgeiangen kam ein Schülersestspiel: „Die Huldigung der Lrtande von W. Schönfelder, zur Aufführung. Die Festrede hielt Oberlehrer llnverzagt. Er sprach über den zug in die Champagne 1792 und die Ereignisse in Hessen und den angrenzenden Gebieten.
Vie Bluttat in der potrdamerftrahe vor dem Schwurgericht.
S. u. H. Berlin, 26. Jan.
Vor dem Schwurgericht des Landgerichts II fand heute die Verhandlung wegen der Aufsehen erregenden Bluttat statt, der am 6. November v. I. im Hause Potsdamer Straße 33 der Tarnens chneider Tetzke und seine Frau zum Opfer gefallen sind
Die Anklage richtet sich gegen den erst 20 jährigen Gärtner ^rppe, der wegen schweren Diebstahls schon vorbestraft ist. Die entsetzliche Bluttat Beging er, um sich die Mittel zu einer Mucht ms Ausland zu verschaffen. Durch seine Schwester Ida, die be.l dem Ehepaar Tetzke gedient hatte, fannte er einigermaßen ^rhaltnisse. Er drang vom hinteren Eingänge aus durch die Küche ein und erbrach dann zunächst den Schreibtisch im Eßzimmer, in dem er viel Geld vermutete. Er fand aber nichts und ^3 daher in seiner Wut an, alle Behälter zu zertrümmern, ^mi Schlafzimmer erbeutete er bie goldene Uhr der Frau. In diesem Augenblick hörte er, daß das Ehepaar zurückkehrte. Er löschte den Lichtstumps aus, eilte in den Flur, in den eben die Frau Tetzke eingetreten toar. Sie erhielt von dem Einbrecher sofort einen Schuß in die Schläfe, so daß sie blutüberströmt- zusammenbrach. Inzwischen war auch der Ehemann Tetzke in der Wohnung angelangt, der von Tippe sofort einen Schuß über den Mund und einen tnbte Wirbelsäule erhielt, der den Tetzke sofort tötete. Darauf öffnete Tippe wieder die Tür und floh aus dem Hause. Er fuhr eine Strecke mit der Straßenbahn von dem Tatort weg und kehrte bann mit einem anberen Wagen nach bem Hause in der $ot3bamer _ ©irafce 33 toieber zurück, wo sich inzwischen eine 6?oße Menschenmenge angesammelt hatte. Er mischte sich unter die Neugierigen unb ließ sich Einzelheiten von der Auffindung des Toten und der schwerverletzten Frau, bie am nächsten Tage im Krankenhause verstarb, erzählen. — Bereits am nächsten Tage wurde er verhaftet, und zwar auf bie Setunbungen eines Gärtners yteins hin, ben er zu einem Einbruch zu überreden versucht hatte — Tippe legte bald ein Geständnis ab und gab auch bie Verstecke ber Uljr unb seiner Einbrecherwerkzeuge an, will aber das Ehepaar Tetzke nicht vorsätzlich, sondern aus Furcht und Überraschung erschossen haben. .....•
•xLcrcn^z tt: Das Schwurgericht des Land
gerichts Berlin II verurteilte heute den Gärtner Paul Tippe wegen vorsablicher Tötung der Tetzkeschen Eheleute, begangen bei Ai^ubung eines schweren Diebstahls, um sich der Er- ttischn Tat zu entziehen und außerdem wegen lä istveimal zu lebenslänglichem
UA Emmi Jahr Zuchthaus uni> zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte.
In bcr^cneraltofan'mäng U“ SeHi! “r
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Kreis Büdingen.
= Nidda, 26. Januar. Für die gestrige Gemeinderatswahl war eine lebhafte Agitation gemacht worden. Nicht weniger als sechs Wahlzettel, auf denen teilweise gleiche Namen vorkamen, wurden angeboten. Es wurden gleich im erften Wahlgang gewählt das frühere Gemeinderatsmitglied Heinrich Lupp, neu gewählt (an Stelle seines Vaters) Friedr. Drost II. und (an Stelle des wegen der Wahl seines Sohnes zum Bürgermeister zurückgetretenen Landtagsab. Erk) Louis Stein II. Unter den sonst noch Vorgeschlagenen befanden sich Landwirte, Rentner, Geschäftsleute und Rechtsanwälte.
. Büdiugen, 26. Jan. Die Feier des Geburtstags des Kaisers am Wolfgang-Ern st- Gymnasium fand heute nachmittag 3 Uhr unter zahlreicher Beteiligung von Angehörigen der Schüler, des Lehrkörpers und sonstiger Gäste statt, unter letzteren war auch das Fürstliche Haus durch den Prinzen Alfred zu Bsenburg-Büdingen und die Prinzessin Freifrau von Thungen vertreten. Der musikalische Teil, Klavier und Geige kam durch die Obersekundaner Lange und Kämmerer, ben Obertertianer Doctor, bie Untersekunbaner Höhn und Wießner, sowie bie Oberprimaner Haake und Lutze wirkungsvoll zum Vortrag, wahrend der Chor, der „Wald, du bist so wunderschön" zum Vortrag brachte, aus Schülern aller Klassen unter Leitung des Lehrers Ruth bestand. Tie Deklamationen, in bie sich Schüler ber Unterjefunba, ber Untertertia, ber Quarta unb Sexta teilten, braajten Gebichte zu Gehör. Die Szene aus Paul Heyses „Kol- berg sand durch neun Schüler der Untersekunda verständnisvolle Darsteller In seiner Festrede wies Lehramtsassessor Dr. Hin- r i 0) s auf das Blühen unb Gedeihen des Deutschen Reiches unter ber Regierung unseres Kaisers und den Aufschwung des Volkes feit der vor 40 Jahren erfolgten Neugründung des Reiches, sowie ferner aus die Errungenschaften der Neuzeit auf allen Gebieten hm, deren Einwirkung auf das Gymnasium der Redner c,l'1Vljer5 herporhob! Der Redner trat dem Bestreben auf Ausschaltung einiger frember Sprachen aus dem Lehrplan des Gymnasiums als der Förderung der allgemeinen Bildung entgegen und 1^100) sich namentlich für bie Beibehaltung des Griechischen aus;
trefflichen Zügen zeichnete Redner die griechische Geschichte, Poesie, Baukunst und die staatliche Einrichtung Alt- Griechenlands und ihren Einfluß auf die Kultur anderer Länder, Qr’t? rrr5 ^^0^Überlieferung auf Deutschland, um schließlich der nö,a r9 /ntgegenzutreten, daß die Ziele des humanistischen Gymnasiums durch die aus allen Gebieten des Wissens und snJ? vollzogenen Umwälzungen überwunden seien. Ättich bie m^2ä)tsU9'r Kaiser Gegner des Griechischen sei, stellte
Redner durch Vorführung von Tatsachen unb Aeußerungen bes Äcnferö über ferne Gymnasialzeit in Abrede. Mit dem Wunsche, *^nt -Üer noch eine lange, segensreiche Regierung be- ^den sein möge schlotz Dr. Hinrichs seine Festtede. Ter allgemeine Gesang „Heil btr im Siegerkranz" beschloß die Feier.
„. Heinrich-Knvte-Abend. Man schreibt und: Einige Urteile über ben Pianisten des Abends, E. U., als Liszt- spreler werden vielleicht interessieren. „Ernst Riemann ist nicht mir vollwertiger Musiker, sondern vor allem tiefgründiger Klavierpoet. Die nicht in allen Teilen gleichwertige Paraphrase über ,,Dies rrack von Fr Liszt wußte er ergreifend zu gestalten und die Schauer des Weltgerichts mit entsprechenden Farben in Sönamu „arnb Rhythmus zu malen. Die technische Seite bes Spiels steht der überreichen Empfindungsskala ebenbürtig gegenüber. Das glatte, gesangreiche Arpeggienspiel, ber wirbelnbe, tonvolle Triller, bie staunenswerte Repetitionstechnik und vor allem der mit allen Schattierungsmöglichkeiten rechnende Anschlag sind Vorzüge dieses Künstlers, denen man in ber pianistischen Betätigung anberer leider sehr selten begegnet." (.,Fränk. Cour.") „Neben Knote, dem dankbar und enthusiastisch Gefeierten, wirkte ein Klavier- spieler Mit, dessen Kunst unb Programm mich lockten. Der Pianist heißt Ernst Niemann, unb nach seiner Knote-Mitwirkung möchte ich ihn für ben begabtesten unter ben jungen Künstlern unserer Stabt halten. Er entzog dem Blüthn^r-Flügel, ohne ihn zu mißhandeln, mit stählerner Faust bas .Aeußerste und im Aenßersteu doch Schönste an Klang. Und er goß diesen Klang m lerne glühende, von kräftigster poetischer Anschauung zeugender Auslegung des mächtigen Lisztischen Gedichtes. Auch die Rhapsodie mit allem ihr zukommenden virtuosen Flimmer behängt, enthüllte fernem stürmischen, bis zur Seele des melancholisch kapriziösen Geschöpfes vordrängenden Werben ihr Innerstes. Die Oberflächlichen sehen immer und ewig in Liszt bloß ben bien» benben Techniker; bie Tiefen nur erfassen ben brausenden Geist, der diese merkwürdigen musikalischen Gebilde in höchster Ekstase schuf. Riemann gehört, so bezeugte es sein Musizieren, zu der zweiten Gruppe. Heil ihm und uns." (Beil^ d. Augsburger Abendzeitung.)
** Freiwillige für unser Regiment. Jungen Leuten, die beabsichtigen, bei dem Infanterie-Regiment „Kaiser Wilhelm" Nr. 116 in Gießen in diesem Herbst als Freiwillige einzutteten, wird dringend geraten, sich den Meldeschein vor der Musterung zu besorgen, weil ihnen nachher Schwierigkeiten entstehen. Die Meldung auf dem NegimentsMeschäftszimmer kann an federn Dienstag vormittag erfolgen.
** Maul- und Klauenseuche. Neue Ausbrüche der Seuche sind gemeldet aus N i e d e r m a ß e n, Kreis Hamm- Land, Regierungsbezirk Arnsberg; H ö h scheid, Kreis Solingen, Regierungsbezirk Düsseldorf; Bassenheim, Landkreis Koblenz; Rör chiugen, Kreis Diedenhofen-Ost, Lothringen; Mag- deburg (Schlachtviehhof); Schlachthaus zu Göppingen (Württemberg); dort wurde unter einem Schweinetransport aus Heftern9' Verla$en Mannheim, Maul- üni> Klauenseuche fest-
Landkreis Gietzeitt
Stauf enber g, 26. Jan. In der letzten Verfamm- lüng der Ortsgruppe des Ob er hessischen Oft bau-Vereins Iprach Obstbaulehrer Wolff-Friedberg vor äußerst zahlreich erschienenen Zuhörern über bie Ansprüche der einzelnen Obstarten und über bie Notwendigkeit ber regelmäßigen Arbeiten an unseren Obstbäumen, wie Rinben und Kronenpflege, richtige Tungrmg und Bekämpfung der vielen Schädlinge und Pilze.


