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25.2.1911 Erstes Blatt
 
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vermischte»

?n daran gehindert. Er verließ selbst, in Zivil gekleideten Käme-

Markte.

teilen und Winterschuldirettor Courtin sprach überneuere I Stück hochträchtige Kühe nnd R bewährte Saatgutsorten" für die Frühjahrsbestellung. Zum mettenbe Kühe und Rinder 270

Schlüsse kam die herrschende Mäuseplage zur Sprache.

ch. Werlburg, 24. Feür. Der hier abgehaltene Vieh- mar kt war gut befahren, denn der Zntrieb stellte sich auf etwa 1000 Tiere, darunter üver 400 Stück Großvieh. Der Geschäftsgang geringere 4. Qualität 7274 Mark, fette gemästete Rinder erster erzielt. Der Zentner Schlachtgewicht kostete: Fette gemästetie Ochlen 1. Qualität 8587 Mark, fleischige weniger gemästete 2. Qualität 8183 Mark, mittlere 3. Qualität 7678 Mark, girengm 4. Qualität 7274 Mark, fette gemästete Rinder erster Qualität 8284 Mark, fleischige weniger gemästete 2. Qualitäi 7880 Mark, mittlere 3. Qualität 7476 Mark, geringere 4. Qualität 6769 Mark, fette gemästete Kühe 1. Qualität 81 bis 83 Mark, fleischige weniger gemästete 2. Qualität 7678 Mark, mittlere 3. Qualität 7074 Mark, geringere 4. Qualität 6668 Mark, fette Kälber 1. Qualität 8284 Mark, fleischige 2. Qualität 7880 Mark, fette Schweine 1. Qualität 6466 Mark, fleischige weniger gemästete 2. Qualität 6062 SDlcrf. Für das Paar Fahrochsen erster Sorte tvurden 9501050 Mark, zweiter Sorte 800850 Mark, dritter Sorte 650750 Mark, da^ Stück hochträchtige Kühe und Rinder 280450 Mark, fräsch- .'TrTmv ' 430 Mark, jüngere Rinder 120

bis 230 Mark, das Paar Ferkel 2430 Mart, ältere 4060 Mark bezahlt.

Amtlicher Äetterdericht.

Verlauf der Wüterung seit gestern früh: Hoher Druck lagert über Süüeuropa, während im Norden fortgesetzt tiefe Zyklonen vorüberziehen. Daher ist das Wetter bei uns meist un­beständig und regnerisch, doch macht sich eine leichte Aufheiterung und geringe Temveraturabnahme bemerkbar. Auf der Vorderseite eines neuen Tiefs werden wir wieder neue Trübung bekommen, doch werden wesentliche Niederschläge kaum eintreien. Später haben wir wieder mit leichter Aufheiterung zu rechnen.

Welteraussichten in Hessen am Sonntag dem 26. Febr. 1911: Wechselnde Bewölkung, Nachlassen der stürmischen Winde, feine erheblichen Niederschläge, Temperatur wenig verändert-

S ch n c e b e r i ch t. Hoherodskopf: Schibahn vorzüglich.

Gießener Strafkammer.

Gi.eßen- 24. Febr.

Nach einem fröhlichen Abend

verließ ilt der Nacht vom 11. auf 12. Dezember 1910 der Wirt 2L O. von hier in animierter Stimmung mit einigen Gästen sein Lokal. Bald hatte man einen Zusammenstoß mit Straßenpassanten und gleich darauf auch mit Beamten des Sicherheitsdienstes. Die Aufforderung der letzteren, sich innerhalb der gesetzlichen Grenzen zu halten, wurde mit einer llnslut beleidigender Ausdrücke be­antwortet. Die Tat fand ihre Sühne vor dem hiesigen Schöffen­gericht, von dem p. a. der Wirt wegen Beamtenbeleidigung zu zehn Tagen Gefängnis verurteilt wurde. Er focht dieses Urteil an und bat, die Freiheitsstrafe in eine Geldstrafe umzuwandeln, da sich ergab, daß der Angeklagte noch nicht bestraft ist, auch onst diensttuenden Schutzleuten stets in entgegenkommender Weise begegnet und an dem betreffenden Abend nur unter dem Einfluß des genossenen Alkohols gehandelt hat, so gab das Berufungs­gericht seinem Antrag statt und erkannte auf fünfzig Mark Geldstrafe.

Zum zweiten Male

wurde sodann in die 'Verhandlung gegen den Kaufmann F. F. W. aus D. eingetreten, der früher nut dem Kaufmann I. K. hier ein Fabrilationsgeschäft betrieben hat. Es kam zu Differenzen und man einigte sich dahin, daß W. gegen eine Abfindungssumme von 30 000 Mark ausscheiden sollte. Von diesen 30 000 Mark war die erste Rate mit 10 000 Mark innerhalb kurzer Frist zu be­zahlen: im Falle der Nichtzahlung dieser 10000 Mark sollte W. statt K. das Geschäft übernehmen. W., der bamit gerechnet hatte, daß K. die 10000 Mark innerhalb so kurzer Frist nicht würde aufbringen tömien, wurde, eines Tages durch Zahlung der 10 000 Mark uberrafcht und mußte aus dem Geschäfte ausscheiden. Er gründete kurz daraus ein Koilkurreuzgeschäsc in D. in Gemeinschaft mtt dem seitherigen Prokuristen der Firma. Nach dem Weggang pes W. zeigte es sich, daß die von ihm geführten Notizbücher, sowie äratlidje Kommissionsbücher und die von W. an die Firma erllatiden Neiseberickste fehlten. Während auf die Notizbücher weniger Gewicht gelegt wurde, bedurfte es erst der Klageerhebung, um den W. zur Herausgabe der von ihm mitgenommenen Kom­mt' üvnsbücher zu bewegen, .'luf die Sluncrbcnntg, die zur Iu- ventur gehörigen Reiseberichte ebenfalls oerauszugeben, crßärte W-, daß er dieselben in einer plötzlichen Aufwallung verbrannt

Kreis Alsfeld.

X. Alsfeld, 24. Febr. Der Stadtvorstand be­willigte in feiner gestrigen Sitzung für die Kriegsteilnehmer von 1866 und 1870/71, die ein Einkommen unter 1100 Mk. versteuern, eine einmalige Ehrengabe von je 20 Mk. Die­selbe Summe erhalten die Witwen der Kriegsteilnehmer, die ein Einkommen unter 700 Mk. versteuern. Weiter wurde diefakultativeTrichinenschaufür den städt Schlachthof beschlossen, die am 1. April 1911 in Kraft treten soll- Die Pläne für die Erweiterung des hiesigen Bahnhofs, die durch die Erbauung der Nebenbahn Als­feld-Niederaula notwendig wird, kommen in den nächsten Tagen zur Offenlegung. Der Personenbahnhof bleibt an der seitherigen Stelle, jedoch wird das alte, ganz unzu­reichende Empsangsgebäude niedergelegt und durch einen Neubau ersetzt. Die Eisenbahnverwaltung ist bereits mit dem Geländeerwerb für das Projekt beschäftigt. Es ist zu wünschen, daß nun die Bahnhofsfrage, die die hiesigen Gemüter in große Erregung versetzt hat, endgültig entschie­den ist, da eine lebhafte Bewegung für und gegen die Bahnhossverlegung eingesetzt hatte.

Kreis Friedberg.

rn. B a d - N a u h e i m, 24. Febr. Ungefähr 50 Zimmer­leute, die bei den Betonierungsarbetten an den neuen Trinkkuranlagen beschäftigt sind, haben die Arbeit nieder­gelegt. Sie verlangen anstatt 54 Pfg. 58 Pfg. Stunden- lohn und neunstündige Arbeitszeit. 32 bei der Aus­schachtung der südlichen Frankfurter Straße (neuen Güter­bahnhof) beschäftigte Erdarbeiter haben die Arbeit ein­gestellt. Sie verlangen 40 Pfg. Stundenlohn, seither wurden 35, 36 und 37 Pfg. bezahlt. Vor 14 Tagen zog ein junges Ehepaar von Frankfurt hier zu. Seine groß­artige Wohnungseinrichtung und nettes Auftreten genügten, um den Leuten bald ein gewisses Vertrauen entgegen zu bringen. Die Herrlichkeit hatte schnell ein Ende. Gestern und vorgestern erschien die Polizei, durchsuchte die Wohnung, nahm vor allem den Ehemann und dann fast sämtliches In­ventar mit; gleichzeitig wurde ein mit dem Ehepaar in Ver­bindung stehender Freund in Frankfurt verhaftet. Es stellte sich heraus, daß die Einrichtung des Hauses aus lauter E i n- ir uchsdiebstählen in Frankfurt herrührte. In dem Lager befanden sich hauptsächlich Silberwaren, Pelze, Manufaktur­waren und alles mögliche und zivar in solcher Menge, daß die Polizei vier Wagen zur Abholung nötig hatte.

Startenburg uno Rheinhessen.

-o. Heppenheim, 24. Febr. Hier berief das Kreis­amt und der Winzerverein eine Versammlung wegen >er. Wurmbekümpsung ein. Die Winzer erschienen in Massen, als aber Kreisrat von Hah-n kaum mit der Dar­legung der von der Behörde vorgefchlageneri Maßnahmen begonnen hatte, erhob sich lauter Widerspruch, der sich zum Tumult auswuchs, so daß Landwirtschaftslehrer Dr. Wetz einen Vortrag nicht halten konnte und die Versammlung ergebnislos auseinander gehen mußte.

Kreis Wetzlar.

habe. W. hat sich dieserhalb wegen Urkundend ernichtung fat 'epinne des § 274 Z. 1 St.G.B. zu verantworten. W. gibt an in Ucbereinffimmung mit der Beweisaufnahme, er habe dic>e Reiseberichte kurz vor seinem Ausscheiden aus dem-Geschäft mit in seine Privatwohnung genommen, um sich Auszüge daraus zu fertigen. Als er dann öernommen habe, daß er aus dem Geschäfte ausscheide, so gibt W. weiter an, habe er die Reise­berichte verbrannt, damit K., der ihn schlecht behandelt, nichts Schriftliches mehr von ihm in Händen habe; er habe die Reise­berichte für wertlos gehalten. Dagegen wurde festgestellt, daß diese Reiseberichte im vorliegenden Falle einen nicht unerheblichen Wert für den K. besaßen. Dieselben enthielten nämlich vor­wiegend Mitteilimgen über persönliche, geschäftliche und pekuniäre Verhältnisse der Künden: sie gaben Ausschluß über den Verkehr mit Inhabern und Angestellten der zu besuchenden Firmen. Er­wägt man, daß K. ausschließlich in dem Geschäft tätig war, während W. vorwiegend sich auf Reifen befand, so ergibt sich, daß K. als nunmehriger Alleininlwber der Firma nach Wegnahme der Reise­berichte seinem Kundenkreise nahezu fremd gegenüberstand, während der Besitz dieser Berichte bezw. die Kenntnis des Inhalts in der Hand des Konkurrenten eine äußerst gefährliche Waffe gegen K war. Sämtliche Sachverständige bekunden, daß diese Reiieberichte für K. von Bedeutung gewesen seien, im konkreten Falle noch mehr, als es vielleicht in anderen Geschäften der Fall sei. Nimmt man SU diestm Erwägungen die Tatsache, daß W. diese Reiseberichte im Zorn verbrannte, als er erfuhr, daß er selbst ausscheiden müsse und diese Berichte nun in die Hände seines seitherigen Kom­pagnons kämen, so kann es keinem Zweifel unterliegen, daß ihn bei der Vernichtung dieser Urkunden die Absicht leitete, bem K Schaden zuzufügen. W. wurde des Vergehens gegen § 274 Z. 1 St.G.B. schuldig befunden und zu 150 Mark Gelbstrafe verurteilt Bet der ersten Verhandlung der Sache hatte das Gericht schon in der Wegnahme der Urkunden aus dem gemeinschaftlichen Geschäfte eine rechtswidrige Aneignung erblickt und den Angeklagten wegen Unterschlagung zu 150 Mark verurteilt. Dieses Urteil war auf die Revision des Angeklagten aufgehoben worden. Nach gesetz­licher Bestimmung konMe damit eine höhere Strafe oder eine andere Strafart als Geldstrafe nicht ausgesprochen werden

Wetzlar, 24. Febr. Der Landw. Verein des Kreises Wetzlar hielt heute nachmittag im Gasthof Kessel eine sehr gut besuchte Hauptversammlung ab. Landrat Dr. Sartorius machte einige Mitteilungen über )as für den Sommer in Aussicht genommene Tierschaufest. Infolge der Seuchengefahr ist allerdings dasWetzlarer Ochfenfeft", wie auch der Frühjahrszuchwiehmarkt noch in Frage gestellt, jedoch ist für letzteren die Genehmigung beantragt. Um eine größere Beteiligung der Geflügel­züchter anzuregen, ist dem Kreisvevein eine Unterstützung von 100 Mk. bewilligt worden. Für die Lotterie sollen auch diesmal 18000 Lose vertrieben werden. Es folgten odann Vorträge überRationelle Haltung des Geflügels im Winter", über die Gasmeister Knopf berichtete. Kreis­tierarzt Dr. Zürn wußte feinen Zuhörern über diewich­tigsten Krankheiten der Haustiere" praktische Winke zu er-

Letzte Nachrichten.

Spielhageu f.

Charlottenburg, 25. Febr. Der bekannte Roman­schriftsteller Friedrich Spielhagen ist heute vormittag im Alter von genau 82 Zähren gestorben. Er ist am 24. Februar 1829 zu Magdeburg geboren.

Eine Kabinettskrifis in Frankreich?

Paris, 24. Febr. In der Kammer verlangte Abg. Paul M e u n r e r eine Vervollständigung der Gesetzgebung, um eine ^abNerung der Kongregationen zu ver­hindern. Malo y warf dem Ministerpräsidenten Briand vor, daß er den Klerikalen Zugeständnisse mache und die Wiedererrichtung einer Kongregation in St. Etienne begünstige. Briand er widerte, es seien bezüglich der Eröffnung freier Schulen zahl reiche Klagen angestrengt worden. Die Kongregationen, die im Boden Franireichs so starke Wurzeln geschlagen hätten, könnten nicht in einigen Neonaten verschwinden. Sie würden auf alle Weife versuchen, sich wieder zu etablieren. Niemand habe das Recht, der Regierung einen Vorwurf zu machen. Wenn zwischen der Mehrheit und der Regierung eine Stimmung herrsche, die es der Mehrheit unmöglich mache, der Regierung ihr volles und ganzes Vertrauen zu schenken, so möge die Mehrheit die Gelegen­heit ergreifen Tie Regierung sei nicht gewillt, sich ständig durch tleinliche Intriguen und grobe Unterstellungen verletzen zu lassen. Malvy brachte eine Tagesordnung ein, in der er volle

* Aus der Rerchshauptstadt. Durch den starken Sturm, der auch am Freitag wieder herrschte, wurde in allen Stadttellen Schaden angerichtet. An der Lazarnskirche lösten ich Aelle von dem Dach des Turmes und stürzten aus die Straße hinab, ohne jedoch Personen zu verletzen. Durch umstürzende Trümmer des Bauzaunes eines Neubaues wurde ein 10 jähriger Knabe erheblich verletzt. Am Kriminalgericht drohte die Kupserbedeckung emes Pfeilers herabzustürzcn. Um Unglücksfälle au verhüten, wurde die Feuerwehr herbeigeholt. Arn Belle-Altiance Platz wurde ein Mann in eine Autodroschke geweht und erheblich verletzt. Ein im Norden von Berlin ausgekommenes Gerücht, dag em Sparverein, der größte feiner Art in Berlin, in Zahlungsschwierigkeiten geraten sei, hatte zur Folge, daß sich eine größere Menschenmenge vor dem Bureau des Vereins an» ammelte, um Rückzahlungen zu erhalten. Zur Aufrechterhaltung

r9 mußten Schutzleute herbeigeholt werden. Bis zmn Schluß der Kassenstunden gingen die Rückzahlungen glatt von statten. Dann wurden die Schalter in aller Ordnung geschlossen. Ein abends nach Hause zurückkehrendes junges Mädchen wurde aut der Treppe von einem jungen Burschen angehalten. Der Aw greiser hielt dem Mädchen den Mund zu unb riß ihm unter Drohungen die Börse aus der Manteltasche.

- an r Eiligkeiten mit Marineoffizieren führten in Wilhelmshaven zu einem peinlichen Auftritt. In einer von Marineoffizieren besuchten Bar kam es zwischen einem Leut­nant und einem Handlungsreisenden zu einem Wortwechsel, im Verlause dessen der Handlungsreisende dem Osiizicr einen Schlag rns Gesicht versetzte. Der Leutnant wollte den Schlag er­widern, wurde aber von Zivilisten daran gehindert. Er verließ dann mtt einem ebenfalls, rote er selbst, in Zivil gekleideten Kame­raden das Lokal, kehrte aber bald darauf in Uniform zurück und verlangte die Starte des Reisenden. Als dieser sie tierroetgerte, uchle er seine Wohnung aus und legte wieder Zivil an und bc- wassnete sich mit einem Revolver. In die Bar zurückgekehrt, gab er auf den Reisenben mehrere S ch ü f f e ab, bie aber fehl gingen. Dagegen würbe eine Bardame durch drei Schüsse leicht verletzt.

beruhe auf falschen Voraussetzungen,daß mir von Len Rüstungen der anderen Mächte abhängen und der Annahme, daß wir dadurch auch ein Gegeneinanderrüsten verhindern könnten". Bezüglich des Wunsches, daß endlich mit den Rüstungen ein Ruhepunkt gewonnen werden möge, erklärte der Minister, daß er jeden praktischen Erfolg ver­sprechenden diesbezüglichen Antrag sympathisch aufnehmen und fördern werde. Von einer Abrüstung, trenn sie über­haupt möglich und durchführbar sei, werde nicht viel ge­wonnen, wenn die Waffen aus Erz ruhen sollten, möge man aucb von den Waffen des Wortes einen vor­sichtigen Gebrauch machen, sonst werde eine Atmosphäre des Hasses und der Feindschaft neuerdings großtzezogen. Der Minister ging auch auf die handels- polittsche Lage ein und sagte, man dürfe es Deutsch­land nicht verübeln, daß man ihm als Konkurrent im nahen Orient begegne.Wir stehen mit Deutschland in einem regen wirtschaftlichen Verkehr und haben durch unsere Verträge erreicht, was in der Handelspolitik als höchstes Ziel gilt, nämlich die Stabilität. Da Deutsch­land gleichartig wie wir exportiert und zwar unter gün­stigen finanziellen uno industriellen Bedingungen, ist diese Konkurrenz nur natürlich. Graf Aehrenthal bezeichnete die Unternehmung zu einer Ausgestaltung der Handelsverträge mit Amerika als außerordentlich wünschenswert.

Aus Brüssel wird gemeldet: Der zur Untersuchung der Ursache des Brandes in der Weltausstellung eingesetzte Ausschuß stellte fest, daß das Feuer jedenfalls durch Unvorsichtigkeit eines Besuchers entstan­den ist, keinesfalls aber infolge der Feuergefährlichkeit oder der Entzündung ausgestellter Gegenstände. Der Bericht stellt ferner die Unznlan glichkeit der Lösch- mittel fest.

Der französische Senat nahm unter Zubilligung der Dringlichkeit das internationale Abkommen zur Unter­drückung des Mädchenhandels an, das von drei­zehn Staaten, darunter Deutschland, geschlossen worden ist.

Das englische Heeresbudget für 1911/12 be­lauft sich insgesamt auf 27 690000 Pfund, was eine Ver­minderung um 70 000 Pfund bedeutet. Der Kriegsminister Haid an e führte in einer Denkschrift aus, daß die jetzige Belebtheit des Handels die gewöhnliche Wirkung dahin aus­übe, den Rekrutenerfatz aus einigen Kreisen zu verringern. Er setze voraus, daß die volle Etatsstärke am 31. März vorhanden sein werde. Es ist Vorsorge getroffen worden, anstelle des Transports durch Pferde in großem Maße den Transport durch Automobile einzuführen. Dies schließe die Registrierung des privaten Autvmvbiltransportwesens ein. Das Budget enthält eine Forderung für Lenkballons und Flugmaschinen von 85 000 Pfund und sieht die Um­wandlung der Ballonschule in ein Luftschifferbataillon vor.

Der türkische Marinemini ft er schloß mit den englischen Werften Armstrong, Wicknos und Brown einen Vertrag ab Kr den Bau von zwei Panzer­schiffen vom Dreaönough tstyp. Tie Schiffe wer­den ein Deplacement von 18500 Tonnen erhalten und 1800000 Psund kosten, ohne die Armierung, über die noch nicht entschieden ist.

Aus Saigon wird gemeldet: Der Torpedoboots- z er stör erTa k o u" ist am Dienstag bei schwerer See bei der Insel Poubo Conbore gescheitert.

Aus Washington meldet man: Der Text des Ber- träges mit Japan ist bekanntgegeben worden. Er umfaßt 18 Artikel. Der erste räumt Bürgern der vertrag­schließenden Lander gegenseitige Rechte ein. Der Vertrag wurde durch Japan angeregt, das versprochen habe, die Auswanderung wie bisher zu kontrollieren.

Steuereinschätznngsansschuß bemerkt der Vorsitzende, es stehe nichts im Wege, auch außerhalb des Gcmeinderats stehende Personen zu wählen; gewählt wurden Gernefnderat Hofmann, Bau­unternehmer: Deibel nnd Schneidcrmftr. Göttlich, als Ersatzmänner Gemeinberat Ringlcb und Schuhmamermstr. Psasf. Die Anferti­gung von Wald karten wurde als notwendig erkannt und ge­nehmigt, zumal die alten Karten vom Jahre 1846 datieren. Die Anträge des Gemeinderat Romer riefen eine lebhafte Be­sprechung hervor und wurden schließlich unter Hinweisung aus die spätere Veränderung ber Straße an der betrefsenben Stelle ab­gelehnt. Das Gesuch bes Gemeinberats Römer um Belassung der Einfriedigung wurde abgelehnt. Er soll bie Vorgärten nach Vorschrift unb Zeichnung mit Holzspalier ober eisernem Staket emfriebigen. Zum Schluß lagen noch verschiebene Rechnungen zur Unterschrift vor.

Ans Staöt UiiO Land.

Gießen, 25. Februar 191L

** Tageskalender. Stadttheater. Samstag abend 8 Uhr: Faust, 1. Teil, 2. Abend. Sonntag nachmittag 3V2 Uhr: Prinz Blondel; abends 7y8 Uhr: Benefiz für Regisseur Hermann Norden: Die goldene Ritterzeit.

Evang. Bund. Famllienabend in Steins Garten: Vor­trag von Oberlehrer Schmoll: Freiherr vom Stein. Sonntag abend 8i/4 Uhr in Steins Garten.

Karnevalistische Unterhaltung des Turnvereins. Sonntag nachmittag 4 Uhr in der Turnhalle.

Kinematograph: Täglich Vorstellung. Biograph: Täglich Vorstellung.

** Lehrerpersonalien. Uebertrageü wurde bem Schulamtsaspiranten H. Mühl aus Gau-Köngernheim die Lehrer­stelle an der Gemeindeschule zu Dannenrod. Entlassen wurde die Lehrerin an der Gemeindeschule zu Viernheim, Margarete Roßkopf auf ihr Nachsuchen. .v '-i i -

* Kauf mann sg er ichts wähl. Man schreibt uns: Zu der Kaufmannsgerichtswahl hielt der Kreis­verein Gießen vom Verbände Deutscher Hand­lungs-Gehilfen Leipzig im Hotel Großherzög eine öffentliche Versammlung ab. Der Berichterstatter Herr A De Hing er aus Mannheim, führte in sachlicher Weise die Bedeutung der Kaufmannsgerichte vor, besprach bie sozialpolitischen Ziele ber Hanblungsgehilfen-Verbände und kam zu den Schlußfolgerungen, daß der Verband Deutscher Handlungsgehilfen zu Leipzig in allen sozialpolitischen Fra­gen auf dem rechten Wege ist, die Wünsche ber Angestellten in maßvoller Form zum Austrag zu bringen. Zum Schlüsse seiner Rebe trat ber Referent warm für die Liste 1 des Verbandes Deutscher Handlungsgehilfen Leipzig ein, der unter Ausschaltung jeder politischen unb religwsen Ten­denzen nur für Verbesserung ber Lage bes Handlungs- gehilfenstanbes unb bamit des gesamten Handels eintritt. Die auf der Liste 1 vorgeschlagenen Kandidaten würden allen Anforderungen bie an einen Kaufmannsgerichts-Bei- sitzer gestellt, werben, entsprechen und verdienen das Ver­trauen aller Handlungsgehitsen, ohne Rücksicht auf die Ver­bandsangehörigkeit. Die sich anschließende lebhafte Aus­sprache zeigte, daß die Versammlung mit diesen Ausfüh­rungen einverstanden war. Mit einem Schlußwort in dem verschiedene Anfragen beantwortet wurden, schloß der Abend.

** Vom Kinomatograph wird uns geschrieben, daß vorn 25. Februar bis 3. März dort ein Prachtsilm, die bekannte OperetteDer Graf von Luxemburg" zur Vorführung gelangt.

Landkreis Gießen.

! Lollar, 24. Febr. Heute fand hier die e r ft c öffent­liche Gemeinderatssitzung statt. Nach Durchsicht Der» Ichiedener Proben wurde die Haferlicferung zu dem Preis von 16,25 Mk. für den Doppelzentner an Ehr. Simon Witwe hier vergeben. Die K a nalisierung im Ort wurde für richtig besunden und genehmigt. Nach verschiedenen Einwendungen und Aenderungen un Pachtvertrag rourbe der Steigerturm zu dem Preis von 10 Ml. auf 6 Jahre an Otto Kutfchec vermietet. ^ur--, r-' a £ 11 o m m i f f i o n der Reichstagswahl wurden gewählt als Voriitzender Bürgermeister Schmidt, Stellvertreter tvcmcinocraf schmitt, als Protokollführer und dessen Stellver­treter, du Gemeinderäte Hofmann und Gerlach, als Beisitzer bie Gemeinberate Erdmann, Ringleb, Forbach und Römer. Zum

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