Ausgabe 
24.3.1911 Erstes Blatt
 
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gu dem Zwecke, den Abschluß eines Uebereinrom- mens zwischen Großbritannien und Deutsch­land über die zwischen den beiden Ländern schwebenden Fragen zu beschleunigen. ,

Sir Edward G r e y erwiderte: Der deutsche Kaiser wird dem König auf dessen Einladung einen Privatbesuch abstatten. Eine andere Erklärung über die Angelegenheit vermag ich nicht zu geben. Ich wünsche die Atmosphäre in diesem Augenblick zu einer, wie ich sie nennen möchte, heiteren zu gestalten, denn die türkische Regierung hat gewisse Vorschläge gemacht, die sie als vertraulich betrachtet sehen möchte und die in diesem Stadium als vertrauliche angesehen werden müssen, weil sie für die beiden Negie­rungen unmöglich zu Verhandlungen führen, wenn schon vom ersten Augenblick an, was zwischen üynen vorgeht, veröffentlicht wird. Es ist zu früh, zu sagen, welches die Folgen der Verhandlungen sein mögen. Ich wünsche ein ehrliches Abkommen zu sehen, denn wenn ein Abkommen erreicht wird, das die Türkei, uns und Deutschland befrie­digt, würde es auf alle Fälle jede mögliche Ursache politischer Reibung entfernen. Wenn das Abkommen ein solches sein soll, das die öffentliche Meinung Großbritanniens befriedigt, so muß es sicherstellen, daß der britische Handel nach Vollen­dung der Bagdadbahn nicht Disferential-Abgaben unter­worfen wird und daß wir nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis in den Stand gesetzt werden, die Bugdad- bahn oder ihre Abzweigungeil als Arterien des britischen wie jedes anderen Handelsverkehrs zu betrachten.

Zum Schluß führte Sir Edward Grey aus: Er glaube zricht, daß das englisch-russische Abkommen der Unabhängig­keit und Integrität Persiens nachteilig gewesen sei. Seine Wichtigkeit liege darin, daß es ein Rivalisieren der beiden Mächte in Teheran verhindere. Ein Zusammen­gehen und ein gutes Einvernehmen zu den Nachbarn Perffiens sei für die Unabhängigkeit Persiens absolut not­wendig^___________________________________________________

Deutsche» rrnch.

Der Kaiser, die Kaiserin, Prinz Joachim und Prinzessin Viktoria Luise sind am Donnerstag abend nach Wien ab g ereift.

Aus Sch werin wird gemeldet: Da mit den Ständen eine Einigung über die Äenderung der bestehen- den Landesverfassung nicht erreichbar ist, ver­zichtet der Landesherr auf die am 18. November 1910 herausgegebene Vorlage und behält sich betreffs der wei­teren Behandlung der Verfassungsresorm freieste Ent­schließung vor.

In der in München erscheinenden Wochenschrift für religiöse KulturDas neue Jahrhundert" vom 19. März findet sich ein Aussatz, in dem es u. a. heißt: Baron Mathies habe, wie er einem kirchlich hochstehenden Herrn auf Ehrenwort versicherte, nicht die geringste Weisung von Rom erl)<lltett, dem König von Sachsen gegenüber etwas gut zu machen. Er habe lediglich auf Zeitungsnotizen hin an den Nnntms Fruhwirth und den Prinzen Max von Sachsen ein Schreiben zur Weiterbeförderung an den König von Sachsen gerichtet, mit dem dieser sich zufrieden er­klärte. Demgegenüber betont dasDresdener Journal" nochmals, daß der apostolische Nuntius in München den Monsignore Mathies im Auftrage des Papstes nad) München zitiert habe, ihm dort wegen seines Verhaltens gegenüber dem Sinnig von Sachsen mündlich die schärfste Mißbilligung des Papstes eröffnete, daß Mathies hierauf die in seinem Buche begangene Beleidigung selbst gemißbilligt habe und daß er versprach, das begangene Unrecht wieder gutmachen und die beleidigende Stelle seines Buches in der Neu­auflage zu streichen und sich in Zukunft vor jeder Ehr- kurchtsverletzung gegenüber dem König zu hüten. Wie diesen Tatbeständen gegenüber Mathies auf Ehrenwort versichern konnte, daß er von Rom nicht die geringste Weisung er­halten habe, sein Unrecht wieder gut zu machen, sei un­verständlich. Wenn seine ehrenwörtliche Erklärung nicht noch in die Zeit vor seiner Zitierung nach München falle, so müsse ihn sein Gedächtnis im Stich gelassen haben.

AuS Hamburg wird über die angebliche Spionen- Angelegenheit gemeldet: Trotz der bestimmten Er- flirruitg, daß die Behörden im Interesse der Sache zurzeit nicht in der Lage sind, über Einzelheiten der Angelegenheit zu äußern, fahren einige deutsche Blätter fort, denen sich auch englische Zeitungen anschließen, Mitteilungen darüber zu bringen. Diesem Treiben gegenüber muß nochmals mit aller Entschiedenheit betont weroen, daß solche Nachrichten, abgesehen von einigen schon bekannten nebensächlichen Punk­ten, auf freier Erfindung beruhen. Sobald ohne Gefähr­dung der Untersuchung weiteres mitgctcili werden kann, wird dies der Öffentlichkeit von den Behörden nicht vor­enthalten.

zti&siaiic.

Stolypin wurde, wie aus Petersburg gemeldet wird, am Donnerstag vormittag in Zarskoje Sselo vom Kaiser empfangen. Er nahm sein Abschiedsgesuch zurück.

Aus Staöi unv LauS.

Gießen, 24. März 1911.

" Tageskalender iür Freitag, 24. März. Stadt­theater:Der Raub der Sabtnerinnen/ Anfang 8 Uhr.

Das Befinden der Zarin. Vom Großh. Hof- marschallamt wird derDarmst. Ztg." mitgeteilt: Die im ,Bcrl. Tagebl.E gebrachte und von anderen Blättern wieder- gegebene Notiz über dieReisepläne deS russischen Zaren' ifl, soweit sie von der Absicht der Zarin berichten, die Bäder in Homburg zu nehmen, da ihr die Nauheimer Bäder nicht so gut bekommen seien, wie die Aerzte angenommen hätten, falsch. Sollte sich der Besuch der Zarenfamilie in Deutsch­land für diesen Sommer verwirklichen, so wird die Zarin die Kur in Bad-Nauheim gebrauchen.

** Ju st izperson alten. Der Großherzog hat den Rechtsanwalt Justizrat Herrn. Metz in Darmpadt zum Notar mit dem Amtssitz in Darmstaot als ^Lachso.ger des Notars Geh. Justizrats Dr. Schüler, den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Darmstadt I, Fritz Hoos, zum Land­richter bei oem Landgericht der Provinz Starkenburg, den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Bad-Nauheim, AmtS- gerichtsrat Friedr. Schulz, zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Darmstadt I und den Staatsanwalt am Land­gericht der Provinz Starkenburg, Dr. Gust. Maurer, zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Bad-Nauheim ernannt.

** DieEinteilungderamer ikanischen Kon- sularbezirke in Hessen ist abgeünbert worden. Der Amtsbezirk des Generalkonsulats in Frankfurt a. M. er> streckt sich nunmehr auf das Großherzogtum dessen mit

Ausnahme der Kreise Bensheim, Worms, Heppenheim und Erbach; letztere gehören zu dem Amtsbezirk des Konsulats Mannheim.

** 4,' as E for enA'*!*^. fürMitgliede ^freiwilliger Feuerwehren wurde verliehen durch Entschließung des Groß­herzogs Friedr. Seibert und Peter Schuld zu Hungen.

** Zur Gründung eines Hess. Schlosser- meisterverbandes findet am Sonntag, 26. März, zu Mainz eine Versammlung statt. Der vorläufige Ausschuß (die Herren Heinzerling-Darmstadt, Hammerstein- Worms, Schwarz-Maiuz, Steinert, Schaub und Nilsen- Offenbach, Kreiling-Gießen) sagt in der Einladung: Es ist uns allen bekannt, daß in der gegemvärtigen Zeit kein Stand so bedrückt ist, als der des >)anbwer!ers. Aus liefern Grunde sehen wir uns veranlaßt, einen hessischen Schlossermeisterverband ins Leben zu rufen zur Wahrung und Förderung unserer kvirtsü-aftlichen Interessen. Ein Einzelner von uns kann heutzutage nichts mehr ausrichten, nur große Massen können dies bewirken! Deshalb herbei, alle Kollegen unseres tzesseulandes! Aus jeder Stadt und aus dem flciniten Ort wollen wir euch bei uns haben; jeder einzelne sorge dafür, daß sich der letzte Mann uns anschließt. Fort mit dem gegenseitigen Konkurrenzneid, trage jeder zur Existenz und Hebung unseres schölten und vielseitigen Gewerbes bei. Folge jeder unserem Rufe und omme zu obiger Versammlung. Ihr seid uns aufs herz- ichste willkommen!"

**VortragüberdieBrüsselerAusstellung. In dem gestern abend in der Unioersitätsaula von dem Kaufmanniidjeii Verein und Ortsgewerbeverein veranstal- teten 9. öffentlichen Vortrag führte Prof. Brockmann- Offenbach die Besucher an der Hand zahlreicher Lichtbilder durch die im vorigen Jahre stattgefundene Brüsseler Weltausstellung, die injolge ihrer ganzen Anlage und Eigenart einen entschiedenen Fortschritt im Ausstel- ungswefen bedeutete. In dem ersten Teile lenkte der Redner die Blicke der Zuschauer vor und in die Ausstellungs­räume der verschiedenen Nationen, die sich in der Vorfüh­rung ihrer Erzeugniste der Kunst und der Gewerbe ein Stelldick)ein gaben. Gleich am Haupteingang fällt die 260 Meter lange mit einem Eckpavillon gezierte Haiipthalle Belgiens auf, an die sich das Haus der Stadt Gent anschließt. Die wohlgelungene Nachbildung des Löwenhofs der Al- lambra verdient besonderer Erwähnung. England war mit Aufbietung allen möglichen Raffinements bestrebt, allen andern Völkern den Rang abzulausen und hat in der Tat Schönes geleistet. Auch Frankreich hat alles aufgeboten, konnte aber gegen England nicht aufkommen. Hervorragen­des leistete es nur in Konfektion. Einen Wald von Marmor- iguren, immer dasselbe wie früher, bot Italien, während Dänemark und Holland recht beachtenswerte Leistungen zeig­ten, wie denn das Atelier Rubens allein schon den Besucher entschädigte für die ausgewendete Zeit, Mühe und Auslagen. Die von Amerikanern, Engländern und anderen Völiern leschickte internationale Maschinenhalle konnte keinen An- pruch auf besondere Berücksichtigung machen, da sie keine besonderen Sehenüwnrdig leiten aufzitweisen hatte. Daß für Restaurants und Vergiiügungsloiale hinreichend gesorgt war, soll nur nebenbei erwähnt werden, ebenso die Tat- ache, daß die Münchener Bierhalle und Alt-Düsseldorf von Angehörigen aller Nationen fleißig besucht wurden. In dem zweiten Teile zeigte der Vortrageirde die nach dem großen Brande vom 14. August 1910 übrig gebliebenen Trümmer­haufen der belgischen, englischen und französischen Abtei­lung. In wenig Stunden war dem verzehrenden Clement die nach Millionen zu bemessende Arbeit von vielen tausend fleißigen Händen zmn Opfer gefallen. Die übrigen Aus­führungen waren der deutfchen Ausstellung ge­widmet, die nach dem übereinstimmenden Urteil Sachver­ständiger am besten unter allen beteiligten Nationen ab» geschnitten hat. Das deutsche Ausstellungsgebäude, das neben dem imposanten Bau des Holländischen Hauses sich äußerlich sehr bescheiden ausnahm und tatsächlich einer Dorf- kirche nicht unähnlich sah, zeigte in feinem Innern eine solche Fülle hervorragender Leistungen, einen solchen Fortschritt in Kunst und Industrie, daß wir allen Grund haben, stolz zu sein auf diese Tatsache, umsomehr noch, als unsere bedeutendsten Firmen wie Krupp-Essen, Siemens u. Halske-Berlin und andere fehlten. In der Tat erregte die Kraftmaschinen­halle mit der 10 000 pferdigen Bergmaimturbine und der lOOOpferdigen Lanzlotomobile, die neuzeitigen Arbeits­maschinen, die große Lochpresse von Schieß-Düsseldorf und die große Blockschere der deutschen Maschinenbaugesellschaft in Duisburg ungeteilte Anerkennung und Bewunderung. Als Clous der Weltausstellung ist die selbstspielende Geige, an der man 25 Jahre arbeitete und die einen Wert von 6000 Mk. repräsentiert, sowie das als gelöst anzusehende Problem des Fernsehens, der Fernphotographie, zu nennen. Auch in der Kunst steht Deutschland zurzeit obenan und Hal die unbestrittene Führung. Kein Land hat in dem kurzen Zeitraum von 40 Jahren auch nur annähernd die Erfolge zu verzeichnen, wie das in Deutschland der Fall ist. Den sachkundigen Ausführungen des Redners wurde am Schlüsse der verdiente Beifall zuteil.

Ein neuer Touristenweg von Gießen. In den letzten Monaten ist vom Zweigverein Gießen ües Vogelsberger Höhenklubs in Verbindung mit dein Laubacher Zwcigverem eine neue Markierung geschaffen worden, die dazu bestimmt ist, Gießen direkt mit dem Vogelsberg zu ver­binden. Die Linie führt durch eine touristisch noch ivenig bekannte Gegend und bietet so viel schönes, daß sie wohl verdient, in weiteren Kreisen bekannt zu werden und sicher bald zu einer Lleblingswanderung der hiesigen Tounstenwelt werden wird. Das zeigte sich deutlich bei der letzten VeremL- wanderung deS Gießener Zweigvereins in diesem Jahre, an der etwa 50 Wanderinnen und Wanderer teilnahmen und die bei dem herrschenden Frühlingswetter bestens verlief. Sie begann am Ausgangspunkt der neuen Markierung am alten Friedhof und geht, zunächst auf bekannten Pfaden, über die Hochwart nach Annerod. Von dort gebt es weiter erst durch Feld und bann auf hübschen Waldwegen, die reizende Landschaftsbilder zeigen, bis kurz vor Steinbach, das fiel) von dieser Seite her besonders malerisch barfteUt. Aber­mals nimmt der Wald den Wanderer auf. Der Weg führt weiter nach Albach, wo nach 2^ Stunden eine Raft wohl­verdient erscheint. Ter weitere Weg führt durch teilweise noch recht unberührten Wald hügetauf und hügelab durch hübsche Schneisen und verborgene Fußpfädchen an murmelnden Waldbächen vorüber. Teilweise gestatten Lichtungen hübsche Einblicke in die Landschaft, bid kurz vor Münster der Wald verlaßen wird. Eine herrliche Rundsicht bietet sich dem Wanderer beim Austritt auB dem Walde. Vor uns liegen mehrere Dörfer (Münster, Wetterfeld usw.) zu unseren Füßen. Im Hintergründe erscheinen die sanften Linien deS Vogels- bergeS, links fügt sich baS Hochliegende Grimberg in bas

Bild wirkungsvoll ein und rechts schließt der in die Ebene reichende Blick die Rundschau ab, die zu den schönsten in unserer näheren Umgebung gehört. Bis Bahnhof Münster geht die Gießener Markierung, während von da durch den Ort Münster und Wetterselb bie Laubacher den gelben Strich auf weißem Grund markiert haben. In Laubach begrüßte bei dem Zusammensein imSolmser Hof der Vor- sitzende deS dortigen Zweigvereins, Oberlehrer Geißbart, die Gießener Gäste, in deren Namen 'Redakteur Heß er­widerte. Später hatten die Gießener Wanderer noch Gelegen­heit, dem Dekorierungsfest deS Laubacher Zweigvereins wenigstens in seinem ersten Teile beizuwohnen. Auch hierbei wurden zwischen beiden Vereinen herzliche Begrüßungsworte gewechselt, wobei im Namen des (Siebener Zweigvereins Stadtv. Löb er sprach. Von den Laubacher Herren wurden neun mit dem Wanderabzeichen geschmückt. Gesangsvorträge deS gemischten Chores, Musikvorträge usw. ließen die Zeit rasch vergehen, zumal die Gießener schon gegen 8 Uhr die Heimfahrt antreten mußten.

"Im Kunst verein hat der Verein Mainzer Malerinnen mit einer schönen Kollektion von 52 Werken seinen Einzug gehalten. Frida Best, Maria Dessinger, Berta Lewino, Therese Probst, Maria Schoedler und Elisabeth Weihrich sind hier im Kunstverein keine unbekannten Künst­lerinnen, denn schon öfters rouröe von ihnen vereinzelt die hiesige Ausstellung beschickt. Daß ihre Arbeiten hier immer gern gesehen werden, beweist, daß auch schon manches Bild hier verkauft wurde. Die diesmalige 9lu8|"leUung umfaßt Oe(- und Temperagemälde, Radierungen und farbige Zeich­nungen aufzuweisen. Um den Gesamteindruck dieser Sonder­ausstellung nicht zu beeinträchtigen, wurden außer ihr nur einige Aquarelle von Marie Schultze-Frankfurt und drei Ge­mälde von Heinrich Giebel-Marburg der Ausstellung em- gereiht. Die Ausstellung, die seit Mittwoch geöffnet ist, wird rege besucht.

** Stadttheater. Mit dem 1. April läuft die Auf­führungsmöglichkeit für die populäre Operette »Der fidele Bauer" ab, da an diesem Tage das Musikmaterial an den Verlag zurückgegeben werden muß. Es ist nun angeregt worden, das beliebte Werk in einer letzten Ausführung weitesten Streifen zugänglich zu machen und deshalb hat sich die Direktion des Stadttheaters entschlossen, für Mittwoch den 2 9. März eine nochmalige Vorstellung des »Fidelen Bauern* zu Volks Vorstellungspreisen anzusetzen. Allerdings muß dann ein ausverkaustes Haus erhofft werden, um die hohen Aufführungskosten zu decken.

" Von der Lesehalle. Die Stadtoerordneten-Ver» fammlung hat, wie wir berichteten, in ihrer Sitzung vom 2. März dem Lesehalleverein das Torhäuschen am Theater zur Verfügung gestellt. Die Wirksamkeit der öffentlichen Lese­halle war seit Jahren gehemmt durch räumliche Not. Jetzt wird eS möglich sein, die Anstalt auszubauen. Der Vorstand beabsichtigt, der Mitgliederversammlung Anfang April über die geplanten Einrichtungen Bericht zu erstatten.

"Die Regatta deS Süddeutschen Ruder- oerbandeS finbet am 1. Juni in Gießen unter Leitung des Ruderklub Hassia statt. Der frühe Termin hat den Verein veranlaßt, schon jetzt mit den Vorarbeiten zu beginnen. Der Regatta-Ausschuß ist eifrig an der Arbeit, die Regatta zu einem glanzvollen Sportfest zu gestalten, während fleißige Hände mit der Instandsetzung deS Bootsmaterials und Fertigstellung einer neuen Bootspritsche beschäftigt sind. Zwecks gleichmäßigerer Ausbildung der Mannschaften wurde em Achterboot von dem Mainzer Ruderoerem angekauft, während zur Bestreitung des Gießener Stadtpreises ein neuer Rennvierer bei der Bootswerft Lürßen in Bremen in Auf­trag gegeben ist. Obschon der Verein im vorigen Jahre 7 Ruderer zum Gießener Regiment und zur Marine ab­gegeben hat, sind noch genug geschulte Kräfte vorhanden, um sämtliche Rennen besetzen zu können. Mit den UebungS- führten wird bei günstiger Witterung schon Ende März be­gonnen. In diesem Jahre werden zum ersten Riale der Limburger Ruderklub von 1907, die Flörsheimer Rude» gesellschaft und der Ruderklub Undine-Rüsielsheim in Gießen starten. Der Süddeutsche Ruderoerband besteht aus 11 Ver­bandsvereinen, denen sich demnächst noch der Ruderklub Germania-Kastel anschließen wird.

** Verse ndung von Paketen während derOster- 5 eit. Die Versendung mehrerer Pakete mit einer Postpaket­adresse ist für Die Zeit vom 10. bis einschl. 15. April weder im inneren deutschen Verkehr noch im Verkehr mit dem Ausland ausgenommen Argentinien gestattet. Nach Argentinien können auch in dieser Zeit mehrere, jedoch höchstens 3 Pakete, mit einer Postpaketaöresse versandt werden.

** Maul- und Klauenseuche. Neue A u s b r ü ch e der SeujcfK sind gemeldet aus dem Stadtbezirk Nürnberg.

Landkreis Gictzen.

-h. Hungen, 23. März. Als heute abend der Schmied- meister und Landwirt Friedr. Kohl Heyer seinem Pferde frische Streu einwerfen wollte, wurde er von dem sonst treuen Tiere so unglücklich an die Stirne geschlagen, daß eine schwere klaffende Wunde entstand. Der Verletzte kam dann unter daS Pferd zu liegen, wobei ihm dieses auf die eine Hand trat und ihm auch noch andere Verletzungen beibrachte. Ein Arzt mußte die Stirnwunde vernähen.

Kreis Büdingen.

X Nidda, 22. März. Gestern abend gegen 11 Uhe sah man plötzlich in der Richtung nach Wallernhausen einen mächtigen Feuerschein. Rian dachte sofort an einen aus- gebrochenen Brand. Bei näherem Zusehen war es ein von den Einwohnern von Wallernhausen angezündetes Freuden­feuer über den Sieg des Abgeordneten Dr. Werner. Zu­gleich donnerten die Böllerschüsse und erklang dieWacht am Rhein-. Die Freude war um so größer, als man auf den Sieg des Sozialdemokraten Beckmann fast sicher rechnete.

Kreis AlSseld.

? Alsfeld, 22. März. -Lieiivtag abend hielt der Alsfelder Musikverein sein 3. Konzert ab. Als Solistin war Frau E. Möller-Alsfeld (Violine) ge­wonnen worden. Von dem 30 Mann starken Symphonie- Orchester des Vereins wuroe zur (Eröffnung die 9. Sympyouie in E-dur von Mozart gesprelt. In bem darauffolgenden 5. Violinkonzert in Adur von Mozart zeigte bie Solistin ihr vorzügliches Können. Auch bie Romanze in F-dur von Beetl)vveu und Mozarts Rondo in E-dur waren präch­tige Leistungen. Der Verein ließ der jungen Künstlerin als Zeichen oes Dankes und der Anerkennung einen präch­tigen Lorbeerkranz überreichen. Sämtliche Solonummer«