Die heutige Nummer umsaht 12 Seiten.
Be
räumte.
flicidie gegenüber bat.
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schichtlichen Leistungen und seiner geschrchtlrchen Million, die c* ihm verbietet, eine kleinliche und beschränkte Pvlttit I
Der vorstoh der Konservativen gegen vethmann-hollwea.
Aus Berlin wird uns geschrieben :
~ Berlin. 23 Mär-.
Bez« g»pret»: monatlich 7b M., viertel-
vorrag'endc Leuchten gelten können, bat wahrhaftig keine Ursache, mit souveräner Geringsämtzung auf die „kleinen Parteibeamten der Sozialdemokratie herabzublicken! Docli haben ja gerade 2mB- liberale von der Theodor Barth-Gruppe über die frcifirmtgert Benrtsveremsgrößen so ost und so uiidarmher^ig bie sMirischc Geißel geschwungen, baß w i r uns d,e Jronu.erung des M->sse,chcn Größenwahns billig ersparen können. Das ^b er follte „Berl Taqebl." immerhin schon wißen, daß gerade bei ber Jnlftcnung iozialdemokratischer Kandidaten die Wahlkreise selbst cm Mab von Souveränität genießen, wie kaum in irgend einer anderen Partei, daß also die angebliche Mhangigkeit der Kandidaten von der „Leitung" nichts ist, als törichtes Nachplappern reichsverband-
Zur Stichwahl in Sietzen.
2a wir die interessanten Auseinandersetzungen zwischen dein „Berliner Tagebl." und dem „Vorwärts" über das Ergebnis der Gießener Stichwahl nutgctcift haben und den Angriff auf die „Bcckmänncr" in der fozial- deniokratischen Partei, glauben wir es den Lesern schuldig zu sein, auch die Antwort des Vorwärts zur Kenntnis zu bringen Tas sozialdemokratische Zentralorgan schreibt: , . , .
Sckon daß das „Berl. Tagebl." darüber jammert, dal; in Giesen-Nidda keine Komprominkandidatur zwischen Freisinn und Nationalliberalen zustande gekommen sei, nimmt sich nicht gerade besonders heldenhaft aus, zumal man lich dach erst vor wenigen Tagen auf die Werbekraft des „entschiedenen" Liberalismus so viel zu gute getan hat.
Nach der Mitteilung vom Angriff auf die „Beckmänner" fährt der „Vorwärts" fort: ,, , ,
Solclien Unsinn sollte doch das „Berl. Tagebl.' lieber die Herren Fischbeck und Wiemer verzapfen lassen! Wir würden c.s für geschmacklos halten, den Genossen Deckmann gegen das Geschwätz des Blattes in Schutz zu nehmen. Aber selbit wenn !das dumme Gerede von den „Beckmünnern" gerechtfertigt: | wäre, so säße gerade der Freisinn derart im Glashause, daß er
ICunft, Wissenschaft und Leben.
— Fannv Lewald. Eine „realistische" Schriftstellerin, die in ihren Werken einen kühlen, „männlichen" Verstand verrat, Mtinnlick^ Gestaltungskraft ihr eigen nennt und durch ihre Arbeiten einen sehr großen Einfluß aus ihre Zettgenoßen geübt bat, war A-annn Leroald, die am 24. März 1811 in der etabt ber reinen Vernunft bas Licht ber Welt erblickte. Ihr Vater war ein jubmter Kaufmann. Tie ersten Romane, die sie schrieb, als ue ichon em „spätes" Mädchen rohr, trugen das Gepräge der ostvrcutzUchen Be- wegungsiahre und waren zum Teil Sclbstbclenntnuie. In ihrem 17. Lebensjahre roar sie, aus Liebe zu emem jungen Lhwlogen Christin geworden, aber sie selbst hat m ihrer Lebensgejchichtc erzählt, daß ihr Glaubensbekenntnis bei ber staute cm „pfultcr »on schwunghaftem Jesuitismus" gewesen sei, beim sie glaubte nicht an die dwifllidxnr Dogmen. In dem Roman I e n n Y lchudmcke sie ihre Kämpfe und beljanbeltc das Problem der juduck-ckrutlichen -Mfch- ehen Schon in gereiftem Alter, 1845, verlieb fie Königsberg, um nach Italien zu reifen. Sie trug cme unglüclllcke Siebe ju ihrem Veiler, dem belannten Politiker Limon im .verzen, unglücklich, weil Simon die Gräfin Ida Hahn-Hahn anbetete. In Italien roid? diese Leidensck)aft zugunsten einer neuen zu Adolf ^tahr, mit dem sie sich nach Trennung seiner ersten Ehe m Rom vermahlte, ^hr Glück und die heitere farbenreiche Umgebung gab nun auch ihren Werten ein wärmeres Aolorit. Das zeigte sich in ihrem Italienischen Bilderbuch und ihren späteren Reisewerken. Zwilchen bicie Werte die das Zeugnis ablegen, daß ihre Verfaßerin eine originelle, scharfe Denkerin roar und eingehende ’etubien getrieben hatte, schob sie einen Roman „Diogenes", der die Werke ihrer glücklichen Nebenbuhlerin, der Gräfin, parodierte. Aber nickt nur benonlidjer Groll, auch ehrliche Abneigung gegen die Weltanichauung der wideren bat ihr dabei die Feder geführt. Bald folgte der gc|±,id)t- liche Roman „Prinz Louis Ferdinand" und dann kamen nach verschiedenen kleineren Erzählungen ihre Hauptwerke „Wanblungen und „Von Geschlecht zu Geschlecht". Es fmb liberale ^endenz- tonuuro. Die Tendenz tritt in ihren späteren fahren zurück, mdjl nur in den kleineren Arbeiten, von denen „-r,as Mädchen von Heta' am volkstümlichsten geworden ist, sondern auch in den Romanen, die man geradezu Künstlerromane nennen kann. Ihren Wohnsitz hatte die Lewald mit Stahr in Berlin genommen, wo fie einen literarischen Salon hielt. Bis zu ihrem chndc am o. .luguft 1889, dreizehn Jahre nach dem Tode ihres Gatten, bei wat tigtc fie sich schriftstellerisd) und fand immer einen großen ^ejcrfrci5.
— Das öebbclmufcum in Wesselburen. lieber das vor einigen Tagen im Heimatsorte des großen Dramatikers eröffnete Museum mad# die „Neue Hamb. Ztg." jl a. folgende
Mitteilungen: „Ein größeres, saalartiges Zimmer ist ganz gefüllt mit Schänken und Vitrinen, in denen Hebbel-Erinnerungen, falber geordnet und etikettiert, ausgelegt find. Schriftstücke von der Hand des Dichters aus der Wesselburener Zeit beginnen die dironologi'che Folge der Hebbel-Erinnerungen. Eine Brieftasche Hebbels, bic letzte Feder .ein Gänsekiel: Hebbel benutzte nie eine Stahlfeder), eine Visitentarte mit eingeprcßtem, nicht gedrucktem Namen, Photographien aus dem frebbelgarten, Abbildungen von Elise Lemings Grab auf dem Ohlsdorser Friedhöfe, Originalausgaben von Hebbels Dramen und Gedichten in seltener Volljtändigkeit, zeügenöjsisdja Kritiken, die sehr lehrreich sind für die ästhetische Wertbildung (meist von x>errn Theodor Bieder in Hamburgs gesckjenkt), neue Hcbbclbückjer und Hebbelausgaben, ein kojtarster Schatz von Ongi- nalbrieseii, das Protokollbuck der Kirchspielvogtei Wesselburen, von Hebbels Hand geführt, zahlreiche amtliche Schreiben und Doku- mente, von Hebbel ausgefcrtigt: Zeitschriften mit Erstdrucken Hcbbclscher Gedichte und Dramen, zeitgenössische Bilder und Litlw- graphicii berühmter und bekannter Zeitgenossen Hebbels an den Wänden sind in diesem Raum ausgestellt. Die Schriftstücke aus der Kirckstpiclschreiberzeit des jungen Hebbel liegen ausgebreitet aus dem großen, rissigen, dünnbeinigen Föhrenholztisck, an dem der junge Hebbel in Wesselburen frohndete. Man gewinnt ber der Lektüre dieser Testamente, Proklame, Protokolle, Vorforderungen entgegen der allgemeinen Ansicht die Ueberzeugung, daß Hebbel hier eine treffliche formale Schule durchzukosten hatte, die ihn zugleich mit allen Kreisen des realen Lebens in Berührung bradrtc. Eine strenge und lästige Schule, aber für das Technische des zu- tünftigen großen Ticljters durchaus nicht ohne wohltätiac Bc- deutting. Eiii Modell des Geburtshauses Hebbels, mit Garten, nach dem Neuster alter erhalten geblichener Häuser derselben Art und nach den Angaben Ortskundiger hergestellt, hübet den lieber gang zu einem ärmlich-traulichen Stübchen, das in die Wohnung des Kindes Hebbel versetzen soll. Teeschränkchen, Lade, die Türen zu dem „inmokteii" Bett im Alkoven, Pfeifentresor mit den lang- sticligeii'holländischen Tonpfeifen, alter Tisch, Wandspiegel, Stühle mit eitlen aus geflochtenem Reth, das Schreibzeug des Hebbel- sreundes Z. Fr. Mundt, ein unter den Amtspapieren Hebbels ausgefundener lOOjäbriger Kalender und anderes Mobiliar führen in das häusliche Milieu der Wesselburener Zeit des Tickters. Professor Krumm aus Kiel, der am Samstag die Einweihungsrede hielt, betonte die Gediegenheit der Sammlung, den Charakter des Museums als Heimats- und Hebbelmuseum, das Erstaunliche, daß hebbclbegeisterte, nicht gelehrte Männer aus der Bürgerschaft Wesselburens so Hervorragendes geschaffen haben. Diesem Urteil wird sich jeder Besucher des HebbelMiseums in Wesselburen gern anfcyieBen,"
Rutzland und die Abrützungssrage.
Petersburg, 23. März. Der Finanzausschuß sprach bei bet Beratung des Marinebudgets den Wunsch aus, bic Marine- Verwaltung möge die F l o 11 e nkom m an d o s n untere ich e i nschr cinkew, da die Zahl im Verhältnis zu den auswärtigen Flotten allzu hoch sei. Obwohl die Vertreter der Marineverwaltung nur eine unbedeutende Einschränkung zulassen wollten, beharrte ber Ausschuß bei dem Wunsche, den ein Mitglied, das jüngst bic materielle Lage der Marineverwaltung untersuchte, begninbete.. Ferner wünschte ber Ausschuß die Einschränkung ber Dius gaben für Reparaturen unb Neuarmierung, die öO°,o ber für ben Sau neuer Sösts sc erbetenen Kredite ausmachten, und iprad) )ich für bic Wiederherstellung der von ber Rcichsduma eingeschränkten Kredite für die schwarze Meer Flotte in ber Von ber Marrne- verwaltung geforderten Höhe aus. Was die Neubauten betriftt, so beabsichtigt der Ausschuß, falls die Ncichsburna das SchiNbau Programm stblehnen ober die Kredite für Neubauten beschneiden sollte, vor einer Meinungsverschiedenheit mit der Reichsdumck nicht zurückzuschrecken. Damit wird der bereits begonnene Ban ber Kriegsschiffe nicht ausgehalleii.
Dem preußischen Abgeordnetenhcmse laß heute vor ginn der dritten Lesung des Staatshaushalts ein von allen bürgerlichen Parteien unterstützter Antrag vor, der trotz aller Zweckdienlichkeit äußerlich so harmlos aussah, daß niemand sich von seiner Beratung einen großen Tag erwartete Denn dieser Antrag forderte die königliche Staatsregierung nur auf, künftig den Landtag so zeitig einzu- berusen, daß die größeren Gesetzesvorlagen vor Weihnachten in erster Lesung beraten und an Ausschüsse verwiesen werden können, sowie ferner Sorge dafür zu tragen, daß diese Vorlagen sämtlich dem Landtag bei seinem Zusammentritt zugehen. Und doch fand die Mutmaßung, daß die konservative Fraktion eine Aufrollung der elf aß lothringischen V e r f a s s u n g s f r a g e im preußischen Abgeordnetenhause beabsichtige und diesen An trag dazu benutzen wolle, wie sie gestern schon auftaachte, als die konservative Fraktion am Vormittag eine vom Dunkel des Geheimnisses umgebene Sitzung abhielt, ihre volle Bestätigung: der ungekrönte König von Preußen, Herr v Hehdebrand, zog gegen Herrn v. Bethmann Hollweg mit dem ganzen Temperament seiner Persönlichkeit vom Leder, weil nach seiner Meinung die preußische Regierung den Einfluß Preußens im Reiche geschwächt habe, als sie im Einverständnis mit den übrigen Bundesstaaten den Elsaß-Lothringern drei Stimmen im Bundesrat ein-
Was der Herr von Klein-Tschuntawe eigentlich mit seinem Vorstoß gegen Herrn v. Bethmann bezweckte, gipfelte natürlich darin, ihm sein Mißfallen auszudrücken und ihm, auch in Anbetrackjt der Deckung des Haudelsminislers Dr. Shdow in der Frage des Beitritts der .Handelskammer zum Hausabund und der Einführung der Feuerbestattung in Preußen, ein „Joachimke, hüte Di!" zuzurufen Herr v. Bethmann.Hollweg, an dem man seit einigen Wochen die Beobackjtung machen muß, daß er immer mci,r in sein Amt hineinwächst und auch dem „blauschwarzen Bloa" gegenüber seinen Mann zu stehen weiß, hat zur Begründung des Standpunktes der kaiserlichen und preußischen Regierung Worte gesunden, die überall, auch da wo man dem Reichslanbe gegenüber noch große Vorsicht für angebracht hält, große Beachtung finden werden. Tenn der preußische Ministerpräsident stellt fest, daß die Fortentwickelung der elsaß-lothringischeii Verhältnisse in der Richtung einer größeren Selbständigkeit nicht nur im Interesse der Reichslande, sondern auch des Reiches selbst läge, das Elsaß-Lothriiigeil im Jahre 1871 nicht erworben habe, um es dauernd als „Festungsrayon" zil behandeln, sondern um es politisch, kulturell und wirtichaftlickj so eng wie möglich mit dem deutschen Vaterlaude zu verschmelzen. Dazu soll bic Verfassungsreform, dazu soll insbesondere bic Gewährung der drei BuudesratSslimmen an Elsaß-Lothringen bienen ' Und wenn hier behauptet würde, daß Preußen dabei Opfer gebracht hätte, die seinen Einfluß schwächten, so handelte es sich nur um zahlenmäßige Opser. Preußens Einsluß beruhe aber nicht aus der Additton und isub- traktion von Bundesratsstimmen, sondern aus seinen ge-
ferifeben Schwindels! .
Wie man in den Wald hineinrust, so schallt es wieder heraus; auch der „Vorwärts" läßt jede gerechte Zurückhaltung vermissen und tut so, als ob er die Jntellrgenzf v e r löTberc.__
Der Modernisleneid im elsätzischen Landerausschutz.
Straßburg, 23. März. Im Landesausschuß für Elsaß-Lothringen 'fragte in der heutigen Morgenfitzung an läßlich der zweiten Lesung des Voranschlags für die Universität Straßburg der liberale Abgeordnete Georg Wolf an, ob die Professoren der Universität Straßburg deii Antimodernisten-Eid geleistet hätten und wie die Regierung sich zu dieser Frage stelle. Der Kurator der Universität, Exzellenz Back, erklärte, daß die Neuerung in der migenehmen Lage sei, sich nicht mit dieser Sache befassen zu müssen : die Professoren an der Uniucrjitot Straßburg hätten den Eid nicht geleistet und pr wäre von ihnen auch nicht gefordert worden.
Mehrere ZentrumSabgeordnete erblickten ut her Rede des Abgeordneten Wolf eine. Störung des konfessionellen Friedens und warfen weiterhin der Universität vor, sie lasse sich bei der Besetzung der Stellen von anti-elsaß- lothringischen Tendenzen leiten; um die Abneigung des Lande'--ausschusses dagegen zum Ausdruck zu bringen, wurden zwei außerordentliche Professuren für Strafrecht und klassische Philologie aus Antrag eines Zentrumsabgeordneten abgelehnt.
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' »üdingen: Srvnfpr.d,« Nr. 50 Leschasl-pell- »ahnh-lftratze 16a. a„s„atn.^ h.
England und die Bagdadbahn.
London, 23. März. Im englischen Unterhaus fragte Noel Buxton (liberal! an, ob an den deutschen Reichskanzler eine besondere Einladung ergehen werde, den Kaiser bei seinem Besuch in London zu ve.gleiten
— @ tif t u n g e n jur das Germanische Museum in Nürnberg. Tas Germanische Museum in Nürnberg war vor einiger Zeit in Unterhandlungen wegen Ankaufs ber benachbarten Beckschen Fabrik getreten, deren Gelände zu Erweiterungsbauten notwendig gebraucht wurde. Ter Kaufpreis sollte 1 200 000 Mk. betragen unb bic Museumsleitung war dabei zum größten -led auf freiwillige Spenden angewiesen. Diese sind denn auch in solcher Hohe cingefommcn, da,; neben den gesetzlichen Gebühren bereite 868 000 Mk. bezahlt werben konnten. Unter ben einzelnen Spcn- bern i'inb 2 'Stifter, bic nickst genannt sein wollen unb bic 100 000 unb 40 000 Mk. Ijergcgcbcn haben, llcbcrhaupt ist es ein erfreuliches Zeidjen, bas; es unter ben hohen Einzclbtträgcn zwischen 10 000 unb 50 000 Mk. eine ganze Reihe gibt, bereu Spenber ihren Namen verschweigen.
— Ein internationaler Kongreß für moralische Erziehung. Die Vorbereitungen zu bem großen internationalen Kongreß für moralische Erziehung, ber im August bes [nnrmenben Fuhr cs im Haag zusammentreten soll, haben bereits begonnen, unb bic Tagcsorbnung für sieben Sitzungen ist in ben Grunblinicn festgesetzt. Im Mittelpunkt werben bic Votträge unb Verhandlungen über Charakterbildung stehen. Auch der Wert der körperlickcii Ausbildung und die Bedeutung des Sportes und ber im emotionalen Wettkämpfe für bie moralische Erziehung sollen Gegenstand der Erörterungen sein. Wertvolle Ausschlüsse unb Fingerzeige ermattet man von ber Unrcrsuckung des Einflusses, ben bas Familienleben unb bie Geselligkeit auf bas Heranwachsende Geschlecht ausüben: man hofft dabei, daß vor allem Mutter ihre Errahrungcn mftteilen werben. Zn besonderen Sitzungen wird über bic Erziehung und Charakterbildung ungewöhnlicher Kinder — blinder, lahmer, tauber und körperlich zurückgebliebener — verhandelt, wie auck über ben Wert unb Einfluß ber sogenannten Besserungsanstalten. Für ben Kongreß finb als öffentliche Sprachen Englisch, Deutsch, Französisch unb Holländisch vorgesehen.
— Von einer Perle des Humors vor Gericht weiß eine englische Gesellschaftö'eitsckrift zu erzählen. Vor dem Richter Sir John Day, der augensckjeinlich eine Abneigung gegen die 91erste hatte, kam ein Fall zur Verhandlung, wo ein Arzt einen Herrn auf Bezahlung einer Rechnung Von 170 Guineen für Behandlung seiner Frau verklagt halte. Der Arzt sollte Nachweisen, daß diese außerordentlich hohe Forderung berechtigt sei, unb ber Richter fragte: „Wie oft haben Sic die Dame währenb ihrer Krankhett besucht?" — „170 mal", lautete bie Antwort. „£ebt sie noch?" fragte ber Richter weiter, unb als ber Arzt: ,La, gewiß" antwortete, meinte er: „Das wundert mich außerorbcnt--, lich,"
$u machen. Gegensätze zwischen preußischen I Bart^^de? Fm'dlbeck ^>üpsck, Mugban^und Wiemer^ als. her-
Interessen aber gäbe es nicht, fie slreßen zusammen, wenn » v ... >«««•* iwit mnhrfwüm f
Preußen bestrebt ist, bie Macht, die es hat, und vermöge deren das Deutsche Reich gebildet worden ist, unversehrt ausrechtzuerhalten, n>as auch trotz der drei Bundesrats- stimmen Elsaß-Lothringens geschähe, ba diese nur m zwei oder drei Fällen, wo bie Stimmenkomblnativn im Bundesrate auf des Messers Schneide steht, die;2lbftimmunq um ein kleines zuungunsten Preußens verschieben konnten.
Große Fragen im Reiche, die nicht durch eiu einftirninigcs Votum des Bundesrats gelöst würden, gäbe es nicht, ^m einzelnen fülxrte der Reichskanzler aus: _
Herr v. Hcydebrand hat jid) in feiner Rebe am ben ^tanb- vnnkt gestellt, den bic Konservativen bereit? "'. Reichstag stets vertreten haben. Ick muß dieser Auffafsung m aller Entickicdcn- heil widersprechen, dagegen hat lich Die bcutidjc ^nch-Partei nn Reichstag stets bahin ausgciprochcn, baß bic Erteilung von Bunbesralsstimmen an Eliäß-Lothnngcn zur Borausjetzung für bic Verabschiebiing des Ostscycntrounes gemacht locrbcn muiie. Ick Kami daher öen Standpunkt, ben Herr v. Zedlitz wer pcrtretcn hat, nicht verstehen. Tie Wumche Elfaß-Lothruigens nach einer Beteiligung im Bunbcsrat iiiib vollaui DerltanDliuL xid> bc bauere c\ baß bie Redner im Hause nickt nui die Bedeutung Elsaß Lothringens als Fcstungsglacis gegen Frankreick haben fetzen wollen. Wir müssen Elsaß Lothringen in roirtschattlichcr Mio kiitturellcr Hinsickt feit an das dcutichc Reich.amcklieycn. Wenn ElsaiTLothnngeii am Bundesrat teilnimmt, fo scheint mir bien Teilnahme geeignet zu sein, die Verschmelzuiig Eliatz-Lothringens mit dem Reiche zu erleichtern. Alle Parteien des. Rclchvtags, bic bic Verabidjicdung des Gesetzes wollen, zeigen, fich zur Er teiliing von Bunbeseatsstimmen bereit. Sic Lofung, bic bic oerbünbeten Regierungen nui Antrag Prcutzens vorgefchlagen haben, ist derart, daß sie sowohl den Wünschen Eliaß-Lothrmgeiis eiltspricht, als aiick Preußen genehm ist. Wir wollen in Preußen feine Hcinlidj rechnende Politik treiben Grone Fragen des Reiches werben nickt nach Reckenerempetti gelöst. Die drei stimmen, bic Elsaß Lothringen im Bundesrat erhalten soll, werben bic Stellung unb ben Einfluß, bie Preußen im Bundesrat hat und haben muß, nicht untergraben Ich leime feinen befonbereu ©cgeniafc zwischen dem Reick) und Preußen. Ihre Jnteresfen fließen zu- lammeir, aber nur bann, wenn Prcul.en beftrebt ut, die Mackt, bic cs hat, unDcrfcbrt aufrecht zu erhalten. .Bewegung.' >.cS halb soll mm kleinliche Bedenken beiseite Iahen. 3n bicicm Sinne hat auch Bismarck bic Bunbesratssti mm c n beurteilt. Wenn Preußen bei dieser Gelegenheit einen ediritt voran macht, bann erfüllt es bic Aufgaben unb Pflichten, bic cs dem


