Erster Blatt
Nr. 151
M. Jahrgang
Zrettag, 50. Juni 1911
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General-Anzeiger für Oberhessen
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fSb!?es!S&n^,n1« Kotalionrörnck und Verlag der vrühl'schr« Unio.'vuch- und Steinbntdtrei R. Lange. Rebaltion, Lrpeöilion und vruckerel: SAuIftroM 7. ’1)'
biG vormittag. 9 Uhr.Büdingen: Fernsprecher Nr. 50 Seschaslrftelle vabnhosstratze iba. A^nleü?> Beck.
Die heutige Nummer umsatzt 16 Seiten.
Zur Verbesserung der Rechtspflege.
Mon schreibt uns:
„Es regt, sich kräftig bi der fünfteniDClt Unter ter Jfl^rung des Präsidenten des Lberlcrndesgcrichts in Jena l)r. 'Born gen besteht seit kurzem ein Verein, der sich „R c d) t u nb W irtschaft" nennt und alle diejenigen — Juristen und Laien - zufaniutcnzuschlicßen tradnet, ^ic eine Reform unserer Rechtspflege wie unserer juristi schon Ausbildung für erwünsdrt Iwlicn und diese aus eigener Kraft herbeiführen wollen. Tie „Forderung zeitgemäßer Rechtspflege und Verwaltung" hat der Verein aus sein Banner geschrieben und lvill darauf lstuwirken, das; sich in Justiz und Verivalluug da 5 Recht nach den Bedürfnissen der Gegenwart entwickelt. „Gegenwartsjuristen" will er hercm- ziehen, die den Vorwurf der „Weltsremdheit" der Richter endlid) ganz und gar zerstören und die Brücke zivisdum Richter und Volk aufs neue sdflagen, die Briicke. die der Formalismus und die Buchstadeniurisprudenz feit langem abgebrochen haben. „Zeitgemäße Rechtspflege" aber heißt in dem Sinne der Führer des neuen Vereins eine verständige Verbindung modernen Freirechts mit Gesetzesbindung: sie erkennen als Grundfai; an, das; Rechtsprechung ohne bindende und unersd-ütterliche gesetzliche Grundlage ein lln ding ist, aber zugleid) betonen fic, daß die Gesetze nid)t lückenlos sind und der Rid)ter nickll etwa mit Hilfe von Logik und Konstruktion die richtige Entscheidung autvmatisd) finden kann — sondern daß der Richter die Freiheit haben muß, die Lücken des Gesetzes bei seinen Entscheidungen noch freiem rid)terlicheu Ermessen auszusüllen. 3o hat ja das sehr weit fortgeschrittene, am 1. Fann ar nächsten Jahres in Kraft tretende schweizerische Zivilgesetzbuch in seinem ersten Artikel den neuen bedeutungsvollen Grundsatz ausgestellt: „Tas Gesetz findet aus alle Rechtsfragen Anwendung, für die es 11 ad) Wortlaut oder Auslegung eine Be stimmung enthält. Kanu dem Gesetz keine Vorschrift entnommen werden, so fall der Richter nach Gewohnheitsrecht und, wo nud) ein solches fehlt, nach der Regel entscheiden, die er als Gesetzgeber aufstellen würde." Unser deutsches Bürgerliches Gesetzbuch entbehrt einer so modernen Vor- schrist, aber seine Paragraphen 157 uno 242 geben eine ähn liche Freiheii, da sie die Auslegung der Verträge und die Leistung des Sdjulbitcrß „nach Ttcu und Glauben, mit Rück ficht auf die Verkehrssitte" vorschreiben. Der lebensfähige, zukunflsreidle Gedanke, irr hierin liegt, i-‘t am schärfsten uno folgerichtigsten bi-her von dem Fcnacr rlberlandes- geridftsrat Tanz in feinem Buck) über „Tic Auslegung der Rechtsgeschäfte" zur Grundlage einer Rechtsresornl ge> macht worden. Tics aber ist and) der wesentliche Inhalt der neuen Vereinigung zur Forderung einer zeitgemäßen Rechts pflege: die wirtsckmftlicheu Bedürsnisse und Tatsachen, die llmstände des Falles, alles das, woraus der rechtsuchende Mann im Volke bei seiner Beurteilung Werl legt, soll mehr als bisher in den Richtersprüchen Berücksichtigung finden und Geltung erlangen. Mit einem Wort: Tas Leben besser als bisher kennen zu lernen, es mehr als bisher in seinen sachlichen Verzweigungen und Eigenheiten zu >vür digeu, gilt es, den Verkehr zu achten, der auf Grund der Technik und der Wirtschaft seine eigenen Regeln ausgebildet
Hal! T-enn für den Verkehr und das Wirtschaftsleben ist das Recht da, auf sie hat eS seine Ideale anzuwenden, nnd diese Ideale des Recht» können mir dann Ideale von vrak tischcr Brauchbarkeit sein, wenn sie auf die tatsächlichen Lebensäußerungen anwendbar find! Ties zu erreichen, ist fürwahr, wie Präsident Börngen es ;üngst in einem Vorträge ausfprach, eine vaterländische Tat: denn daß die Rechtspflege mit der Entwicklung des Lebens, des Verkehrs und des Volkes mitgebe, ist eine Ausgabe nationaler Wohl fahrt.
Es haben iid) denn and) bereits bedeutende Männer hier zusammengefunden. Tie Anreger der neuen Freirechts bcwegnng, der Rechtsanwalt Fudis in Karlsruhe und der Landgericktsrat Pozi in Bielefeld, haben bei der Gründung Pate gestanden: die „Jenaer Rick)tung" <Börngen, Tein Hardt, Tanz n. a. hat sich mit der Bozi Gruppe vereinigt und das Ganze auf eine breite Grundlage gestellt, der nun führende Männer in Leipzig und Berlin sich angesdilossen haben, von denen nur die Vorstandsmitglieder Reichsgerichtsrat Tr. Düringer (Leipzig, Geheimrat Prof. Tr. .Hellwig und Reg.-Rat Tr. Rathenau (Berlin > genannt seien. Ter Verein wird eine Zeitschrift hcrausgeben, zur Bearbeitung wichtigerer Fragen sind besondere Ausschüsse gebildet föorbcn, so der Ausschuß für Vorbildung und Ausbildung der Juristen, der Ausschuß für Fortbildung der Juristen, der Ausschuß für Gesengebungsfragen, der Ausschuß für Rechtsvflege, der Ausschuß für Verwaltung, der Ausschuß für Verbreitung von Rechtskenntnissen. Gerade dieser letz tere fud)t die Verbindung mit dem Volk: durch Vorträge und andere Mittel will er der „Redttsfremdheit im Volke" entgegenwirken, und her Verein sieht cs deshalb besonders gern, wenn aud) gebildete Laien ihm beitreten und dadurch ihre Zustimmung zu dem hier gesteckten Ziel und dem vor gczeichneten Weg zum Ausdruck bringen.
Ter hier vorgezeichnete Weg aber ist in der Tat geeignet, zu einer Verbesserung der Rechtspflege und zur Annäherung zwischen Reattswissenschasi und praktischem Leben, zwischen Richter und Volk zu führen. Tenn von extremen Forderungen entfernt, wird hier aus dem Schoße moderner Juristen feldst ein solches Ziel gesteckt, dessen Erreichung auf der Grundlage des heutigen Rechts möglich und in ver haltnismäßig kurzer Zeil erreichbar ist. Tic Allgemeinheit braucht nur das gesunde Streben dieser Selbstreformer ver ständnisvolt zu unterstützen zum Heile des Vaterlandes und zum gemeinen Besten." Tr. E.
Die Abreise des Aroi^Zirzerr aus England.
London Juni Tn. S < uIsche Kronprinzen- paar veravkniedelc sich 00m stöingspaar im Buckiugchtm- palaft und /führ zum Waterloobahnhof, von wo es die Rückreise nftrat. Auf dem Bahnhöfe befanden sich der S?crAog und 'Prinz Arthur von Eonnaught, der deutsche Bot- fd)afler und alle anderen Mitglieder der Botschaft, teils mit Tarnen, Earl Granville u. a. 'Ter Marineatlache, Korvettenkapitän v. Widemamt, und die Herren des Ehrendienstes begleiten den Kronprinzen uach Portsmouth.
In einem Abschiedsartitel für die scheidenden Gäste der Krönungsfeier sagt „Daily Graphic": Wenn es uns gestattet ist, einen Gast besonders zu erwähnen, drücken wir sicherlich das Empfinden eines sehr großen Teils der öffentlichen Meinung ans, wenn wir ausspreckfen, weldw Fr eud e
wir empfunden haben, bei» deutschen K r 0 n p r i 11 z und seine bezaubernde Gemahlin willkommen beißen zu dürfen Tic mannhafte und freundliche Art des Prinzen und die Liebenswürdigkeit und Anmut der Prinzessin nmdtten überall den glücklichsten Eindruck, der in den spontanen Choers der Menge auf den Straßen in herzlichster Weise »um Ausdruck kam. Des Prinzen kaiserlicher Vater und das beutfdK Volk werden sich fichcriidi freuen, das; sie in so gewinnender Weise vertreten worden sind Tie angenehmen Erinnerungen, die die kaiserlichen Hoheiten zuruck)assen, können nur die glücklichste Einwirkung auf die politischen Beziehungen zwischen Großbritannien und Teutsdfland auSüben.
politifdic lagcsfcbatu
lieber btn plötzlichen Schlutz des preutzischen Landtage? fdircibt man uns aus Abgeordneten kreisen: Tic Linke Ijatle inr Abgeordneten Hause gestern wiederholt die Behauptung ausgestellt, daß die Regierung mit den Mehrheitsparteien über den Lmidtagsschluß Verlstindlungcu geführt habe. Ties trifft nicht zu. Beabsichtigt war seitens der Regierung, vom Landtage nod) die rljeimidte Landgemeindeordnung, das rheinische Bullenhaltungsgesetz und den Entwiirf über die Prüfung von Rechnungen vcrabsdiieden zu lassen. Ties hätte bei ordmingsmäßiger Besetzung des Hauses nm gestrigen Tage wohl geschehen können, aud) das abgeanberte Wegereiingungsgesey hätte nod) am Racktmiltag vom Ab- georbnetenhaufe verabschiedet werden tonnen Ta aber die Eisenbahnsretkarten der Abgeordneten mit dem Schlüsse bet Session ihre Gültigkeit verlieren, so mären die Abgeordneten, die mehr als eine halbe TageSreife von Berlin cm fern t wohnen, bereits am Ticnstag abgereist. ES dürfte sich also empfehlen, in Zukunft die Bettimmungen über die Benutzung der Fahrkarten so abzuändern, baß sic wie beim Reichstage nod) drei Tage über den Sessionsschluf; hinanv Gültigkeit behalten.
Bis Mittwoch mittag war niemandem im Landtage authentisch bekannt, wann der Ldtlnß der Session erfolgen solle. Gegen Mittag kehrte der Ministerpräsident aus Miel zurück mit der allerhöchsten ttabinettsorder in bet Tasche Er ließ sid) sofort Vortrag über bic Ereignisse im Abge ordnetenbaus halten nnd kam zu der Ueberzeugnng, daß die nod) zu erledigenden Gesetze bei dieser Sachlage weder am Mittwoch noch am Freitag endgültig verabschiedet wer- den könnten Er ließ deshalb um '«2 Uhr dem Landtage bic Ankündigung von der Schlußsitzung zugehen Tic Ent- icheidung über bat Schluß per Scilton iit also zwifchen 12 und I x/i Uhr nachniiitags beim Staatsministerium gefallen Herrn von MTPd)e‘r war dieser Beschtuß kurz boi dem Einlauf des amtlichen Sd)reidens mündlich übermittelt worden.
Aus Liesse«.
R.B. Gesd)äft s kon lu r renz durch Ge»äng- nisarbeit Auf Anregung des heffischen Justizministeriums ist dieser Tage vom Finanzministerium ein Erlaß erschienen, der in den beteiligten (Geschäftskreisen nicht geringe Verstimmung hervorgerufen hat In dem an „sämtliche Behörden und Beamten" gerichteten Erlaß wird diesen empfohlen, ihren Bedarf an Briefumschlägen usw „tunlichst" vom Tarmfläbter Arresthaus zu beziehen, in»
Emsprud) der Hiinftlcrvcrciniguiifltn werde sich Mrum ha,ivt- fäcl'!td) gegen diese Ixnbtn Punkte richten Uni ähnlichen Miß- bcllinfcitcn bei Aiettdewerben um Tcnfmäkr uno. voriiibeugcn, ljat nun bei „Bu n d Deutscher Architekten" eme „Denkschrift zur Reform bei Aleltbewerbvgrund i a y e" ausgcarbenct, durch welche die bisherigen Mtinnahm.n bei Wettbewerben eine umfosiende Aenoeriuig criabrrn. Ans An regung Oes Bundes hoben nun folgende Vereine, die „Allgemeine Deutsche st u n st - G e n 0 s s e >1 s ch a s t", der „W c r k b 11 n d", der u n st g e w e r d e - Ve r e i n", die Bildhauer Vei • einigungen und die Architekten und Ingenieur Vereine eine Tagung veranstaltet, nm über die Tenführih zu derottn Die Vereine und zu der Ueberzeugung gelangt, daß eine Bei,eruuq t^.'S Vetrbeiverbsweiens einmal durch die neue Reform her Uniutb- iätze und zweckens euren die 3<bafmnq einer vorg«,ch!aqenen „ ä c r a t u 11 g 6 ft c H c für Wettbewerbswese n", die von dem allgemeinen Vertrauen txr Munnföroerübaitcn getragen nnro, erreicht werden kann. Man dürfe annebmen, daß die Lchai fung einer solchen BerotungssnUe demnächu erfolgen werde. «Tie Enticheidung über das Bismarckdentmal wird dadurch aber leider nichi miigehobcn werden Tic Red
Adelina Pat tis endgültig letzte Runtt* reife. Man meldet aus Reuyork, daß der bekannte Impresario Benfamin Harris mit bei Baronin von deberihröm, c 1. Adeline Pa111, in Unterhandlungen bcarinen sei, um ne .u einer ttuwlreise durch tne Vereinigten Sioabn zu ver. anlaneo Es soll die endgnlng letzte Ab'chiedsrei'e der großen Sängerin fein, die längst nicht mehr die Bühne betritt, 'ich afrr nur schwer vom Konzern aal zu trennen vermag Harris ver sichert, daß über die »öye des vonorars zwi'chen der Pottr und ihm bereits Einigkeit vor Hauben sei. Intereiiant wäre immerhin, etwas Räheres ub". c-reie vöhe zu hören, steine auberc Künstlerin ist aut Go ttvreliahrten mit io riengen Tiimmcn lx-,ablr worden wie Adelina Patti in ihrer Gionz,rit In Eurer' »nbiente sie ,m Laust von drei Jahren unaciahr anderthalb Millionen Mark Und in Neuhoik bot ihr der Imme»ario Avbea einst 1600) Mark für «eben Abend, an dem sie in her Metro- politam-Lper fingen würde, doch gab sie seinem gonkurrenten Macpherion, der ihr 20UU0 Mark zuncherte, den Vorzug. Jem ist bic Patti eine a cht u n 0 s c ch z 1 g 1 ä h r l ge ,lrau, und iveun ihre stimme thrr Lchönbcir auch noch nicht ganz eingebaut haben soll, so beruht die Ar:i hungskrait, die ihr Aame itfaembr. immer noü' ausübt doch wohl mehr anr der Aengstr der Menichen als auf ihrer Freude am Gesang
— stürze Nachrichten aus stunst uno Lrsseu- schair. Tic oij jnötige Zubelieier als Tr. rbv begeht a.n 2. Juli der stönigsvetgcr Matn-matiker UniDeriilät=profqioL touie 3a ah di un. Er ist am 1. Tezembet 183ö zu Königsberg i. Pr. geboten.
Wagners Leden in englischer Beleuchtung.
Ehrenplatz unter den Tenkmöl.rn schlechter Uebersetzungskunü sichern müssen. Für die Sorgfalt, mit der man bei der Auswahl des Uebetsetz rs vorgcgangen ist, ist es z. B. bezeichnend, daß he/ 2ar., in dem Äag.icr davon spricht, wie ernsthaft seine Zuneigung zu Minna Planer war, in der Uebersetznng lautet „ . . . . bciii meine Plane sic! sehr von Minna abhmg-cn", wobei al'o der Raine Planer einfach mit ..Pläne" übersetzt und der ganze Sinn des Tapes entstellt ist. Aber ba> sind Einzel betten. über die man mit einem Lääwln himveggelzcn könnte: „jchodi muß äxliDcriprud) erhoben werden gegen tue vielen Vcr zerrungcn und Verdrehungen, die der Originaltext in den Händen lieberietzcrs erfahren bat. Die Stellen z. B., in denen Riäuird
Wagner von der tiefen Erschütterung und dein unoerlöschlichen seelischen Eindruck spricht, den er beim ersten Abendmahl cmv'iug und der io groß war, baß er nie mehr dos Sakrament empfangen wollte, aus Iurelu. die'eit Eindruct abzuschwächen, wirb etnrad) in tein Sinne übersetzt: „Ter Schauder mit dem ich das Brot und den Wein enutting, nxn so unverlöschbar in mein Gedächtnis t'ingcqiabcn. daß id) niemals mehr die Mommumon nahm, um ba-5 nicht mit Leichtfertigkeit !) ;n tun." „xem 'd.öüjei des Pari'ifal solche Aeußcrungen m den Mund ju legen, und das zu einer Zeü, die der Riedi'rschrift des Textes zu dem großen Musikbrama. in dem er den hatten »um reiner christlicher Mnstik zum Ausdruck brachte, unmittelbar rorberging, baäinx- fteigt iich zu einer Beschmutzung des Andenkens an den Meister/
— Um das Bismarck--Rationaldenkmal. Die bc lau tuet wird, werden sich dernnadist die $ ün ft I c r b c r ei 11 i 0 u n g c n mir der Entsdzeidung des Bismarck-Deukmal-Aus'chunes bcschattigen und in Beratungen erntteten. wie ne »ich dazu stellen N'krden Es sei anzuiiehmen, daß von den getarnt en Vereinigungen, nämlich dem „Bund T e u t s ch c r A r ch i t e k te n", der „B er - 1 inc 1 Bildhauer-Bereinigung" und dem gciamten ' ^erbanb TentscherArchitekten-und ^ngeatenr- ucrcuic". ein scharfer E 1 n , pruch gegen die Entscheidung erfolgen werde. Tic drei Bereinigungen hatten bc- ammgt. daß nidu nur die preisgekrönten .stümtler, lojWcrn auch bic ui der Allgemeinheit als hervorragend bezciwnetrn Entwürfe in srn ritactcii D utoeivorb eiligewgen werden, uno oatz vor allen tor eimar.. au» «rflärr. DanraUid) m 8-^baorn ba- n ieder gntgeinadst u-erden wurde, was von den Preisrichtern verdorben nmrde. Durch die (iundnbung des '"«buNAlnd aber nur die von den früheren Preisrichtern gekiotcken Enwmrie Mw cnaercu Dettoeiverb verangewgen worden und du alten Preis M im» aud, .Ktmm« S'-d-m.«., er
•'rfi.-iuc um: ounstige Erledigung der Augelegenhir aber mcht m-rlich- »-
58ie in allen musikliebenden Ländern ist and) in England das Erscheinen von Richard Wagners Sclbstbiograpliie mit lebhafter Spaiiiiiliig erwartet worden, und voll Freude begrüßte man dieses Vermächtnis. Aber lutu, nachdem bic erste hohe Dankbarkeit für bic Herausgabe dieses Schatzes und bic ersten eiligen vlk- ertennungen vorüber sind, regt sich in den Kreisen ber englischen Wagnerncundc ein stetig ivachsendcs Mißbehagen, oas nch ictzt in Hellen Flammen der Empörung zu .'nlladen beginnt. Es- ■cigt iitv. daß d cugliidK Ausgabe von ..Mein Leben" m cjtd"- io minbeiwertigen, ungenauen und i'u'l’adi muicntucUcnl)#i lleberscx.uug hcrauSgebracht irotbcii ist, daß man von einer Verbat l o o r n u n g ivrechen kann.
Ihitei dem Titel „Eine erstaunliche Uebei>epung"^g'bt jatt P i 0 n 0 dv m der Tai'.g Mail an icitcnbet r idle der Eiitrunung barüber Ausdruck, daß man cm so lonbarcs^Derk itie Dagiter» Selbstbiographie in einer soläicn Ucbcrtragung b.'rauÄgc'jen konnte. „In Wagnerkieisen machen iid) die ersten An- . Lilien if? 1 onnncnben Sturme, uihlbar E» kann nicht tncnr lange dauern, und der Sturm wird nut seinem ganzen^ Zorne am das Haupt denamenlosen Fxevlers der „autorisierten" lleöer- > tzung nirdergchcn. Dieser unglückselige Mensch bat crn feyr lesbares Buch gebracht, das in einem 10 guten Englisch gciauiebcn ist, dos; er das einstimütige Lob des Heeres der B:tcher«fprecycr erntete, die m der ersten Hast urteilten ober keine Gelegenheit hatten, diese englische lieberujgmi<y mit dem deufchen Original teil zu DcrgkidKii. Tenn eine genauere Prüfung bei 'Ingelegen-- beit muß uHPtrniciölid) zu einem ganz anderen Urteil führen. Bon i ei ersten <jeite biß zu bei letzten enthalten die 310C1 Itait- Itcr.eu Bände kaum eine Seite, ani bei der urfpitz«gliche Leit sinngetren in englischer Sprache wiedergcgeben ist." Monobn billigt bem Uebcrseyei. gewiß das Redst zu, für mandic unübtnevbaren vu -briirtc der Wagitetschcn Spicdv ttstneutsprechendc eiiglndic Hmidncibiingcn au-in suchen, „aber er hat kein Recht, in dem Bestreben, ein fließendes Englisch zu schreiben, hd) nur den Dorten Dagners solche Freiheiten ;n erlauben, bic nicht nur beit bcabiid>riglcn Sinn stören tstd entstellen, sondern die togar geeignet sind, den Eharakter Wagners in ein falsches Lidst zu fei:eit. Er lat md't das Recht, den Meister, einen Rami von liefet Multur, tut Jargon der Straße, sprechen ;u lassen« Im in er niet;er werben in bicici erstaunlichen „aiitoriiierten lieberitBung" Riward Wagner Aenßerungen mitctgeidiobcu, bic man vergebens in der Lriginalfassung von ::n Leben" ludrt, Aeußeinngai, er ernsthaiie Didersprüli? in bep vorherg... uw'.', odei nach'olgen den Stellen 1 rvorrnsei. bic ein ungünstiges Vicht ar' ’.'innt Etzaeatlei ir er feit ober die reiner lln’imt ftnb " Und mm gibt ,'ionobi) auf» Geiadcwol'I eine Anzahl von 'v -im, die ^ttgemcinh^t göstellt haben, und ba die anderen
Tai mehr als erstaunlich und und bu-cr ci-u.'chen Auswbe ia,. » J Frage kommen. Ter
von Wagners eigener L'bcnsbcfchreibung zum mindeu.it einen Igukn Entwürfe 1.verhauvt nt . muji m j j


