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unb khn der am Bode» liegenden Frau um den Hals gc» Otlingen, um >c> p n . nichein zu erivccken, als habe i.e Selbstmord durch Erhängen begangen. Bei diesen Mani- Du Unionen hab« er aber fu seinem pröfeten sdnetfen bemerk:, bag die 3ran bereits Dt nxir. Er >ei vollkommen kopttoS geworden und habe gar nicht gewußt, road er beginnen solle, schließlich sei ihm der Gedanke gekommen, sich der Toten zu entledigen. Er habe iie in einen Laschekorb gepackt und diesen in dem Wagen seiner Zwillingskinder nach der Bahn gebracht. Dort habe er Wagen und ftorb nach Äüilrin befördern lassen, wo er mit ben örtlichen Verhältnissen sehr vertraut fei, weil er dort seine 12- jährige Dienstzeit bei einem 3n[anicriercgimcnt abgdriftrt babc. Nack seiner Ankunft in Äüftrin, die zu später Abendstunde erfolgt sei, sei er mit dem unheimlichen Gepäck zur Lderbrücke gefahren, und von dieser aus habe er die Leiche seiner Frau i n b i e C b e r versenkt. Mu dem ersten Frühzuge sei er bann von ftüftrin nach Dahlem zurückgesahren. von seiner nächtlichen Abwesenheit habe niemand im Lause, auch nicht sein 12 jähriger Sohn, etwas gemerkt. Die meisten Leute hätten geglaubt, daß bie Frau ihn nun endgültig verlassen habe.
Cb die T Erstellung, bie Sternbeck von der Ermordung seiner Frau gibt, bett Tatsachen entsprtcht, muß bie weitere Untersuchung ergeben,. Die Polizei zweifelt daran. 5ie glaubt, baß rr der Srau durch mehrere wuchtige Stfiläge mit einem scumpsen schweren egen stand die Schädel decke zertrümmerte und sie dann, als sie noch Lebenszeichen von sich gab, mit dem Strick erdrosselte.
Der Mörder war seit Jahren beim Berliner Magistrat beschäftigt, und »war in der Steuerverwaltung. Er bezog ein Qkbalt von 8900 Mark pro Fahr. Tie Ehe sott sich von Anfang an sehr unglücklich gestaltet haben Zu der Vernehmung hatte man auch den 12 jährigen Sobn des Mörders vorgeführt Bei dem Wiedersehen mit seinem «linde brach Sternbeck in Tränen auS, vernichte aber einige Male dem Knaben zuzuflüstcrn: „Du darfst nichts sagen".
Das Zpihentuch der Herzogin vor Gericht.
4- Weimar, 26. Juli.
Unter großem Andranae des Publikums fand heute vor der »wetten Strafkammer des Großherzoglichen Landgerichts Weimar die Verhandlung gegen den Schriftsteller Dr. Julius Wernsdorf gi) statt, der unter der Anklage der versuchten Erpressung und
bigutig steht. Der Angeklagte fungierte als Rechtsbeistand der nitt Brinken in einem Ztvilstreitversahren, das diese gegen die verwitwete Herzogin Marte von Coburg-Gotha führte.
Die Baronin hatte der Herzogin eine wertvolle Spitzen- toilettc geliefert, war aber weaen des Kaufpreises mit ihr in Differenzen geraten. Schließlich er [tritt die Herzogin ein Endurteil dalnn, daß die Baronin die Toilette zuruckzunehmen habe unb im übrigen mit ihren Ansprüchen abgewiesen wurde. Als Rechlsbeistano der Baronin richtete nun b:r Angeklagte an den Vertreter der Herzogin, Baron Mengdcn, einen Brief, in dem er für den Fall der nickt gütlichen Einigung mit einem Eklat drohte. In diesem Briefe wird das Moment der Erpressung erblickt. Aurer- dem soll der Angeklagte in einem Schriftsatz die Richter des Oberlandesgerichts Jena schwer beleidiat haben, indem er sie eines „Cliauenverbreckcns der Justiz" beschuldigte.
Der Angeklagte, ein 49iähriger Mann, der bereit- wegen Beleidigung mit 1 Jahr 9 Monaten Gefängnis vorbestraft ist, erklärt bei seiner Vernehmung, es habe ihm durchaus fern gc- legen, bie Mitglieder des OberlandeSgerichts Jena zu beleidigen. Ter Vorwurf der Rechtsbeugung richte sich nur gegen die an dem Zivilsttcitverfahrcn beteiligt gewesenen Rechtsanwälte, namentlich den ehemaligen Rechtsbeistand der Baronin Brinkcn, den Rechtsanwalt Hacnsell (Jena). Im übrigen stehe er auf dem Standpunkt, daß der Baronm Brinkcn schweres Unrecht getan sei und werde den Wahrheitsbeweis hierfür führen. Als Rechtsbeistand der Baronin fei er auch befugt gewesen, den fraglichen Brief an den Baron Mengdcn zu schreiben, der durchaus nicht den Charakter eines Erpresserbrieses trage, sondern nur eine gütliche Einigung anbahnen tollte. — In der Beweisaufnahme erklärt Rechtsanwalt Hacnsell i Jena), daß er als Rechtsbeistand der Baronin Brinkcn mit der Gegenpartei einen Vergleich abgeschlossen habe, wodurch der Streit aus der Welt geschasst wurde. Er habe sich zu diesem Vergleich für berechtigt gehalten, da die Prozeßlage für die Baronin sehr ungünstig stand. Keinesfalls habe er sich von der .Gegenseite irgendwie becinslusscn lassen. Tie
Baronm Brink en. eine elegante Tarne in mittleren Jahren, die zunächst unter Aussetzung her Bereit: 'una vernommen wird, behauptet entschieden, dem Recht-bmstanv vacnsett niemals Vollmacht gegeben zu haben, einen bet artigen Vergleich abzuschließen. Sie fn zu einer Einigung nur auf der Grundlage bereit ge wesen, wenn ihr bie Spitzentoilette abgenommen unb dafür mindestens 14 000 Mark gezahlt werden In diesem Sinne habe sie auch an Rechtsanwalt Hacnsell geschrieben. Dieser erklärt ans Vorhalten, daß ihm ein solcher Brief niemals ui gegangen fei. Auf Befragen durch den Angeklagten gibt Baronin Brinkcn zu, sie habe einmal die Absicht geäußert. Den Recht-anwalt Haensell meber- zusckneßen, wenn sic mit ihren Ansprüchen auSfallc — Der nächste Zeuge, Justizrat Hoffmann (Berlin, ebenfalls Recht-- beiftanb der Baronin Brinkcn, erklärt an der Hand seiner Akten, daß er den Älagcanlpruch der Barontn für durchaus aussichtsreich gehalten habe. Er sei empört gewesen über bie Idee, daß seine Mandantin die Toilette zurücknehmcn solle. Alß er die Nachricht erhielt, daß ein Vergleich abgeschlossen sei, habe er sofort telegraphisch um Aufklärung gebeten. Er müsse Der Baronin Recht geben, daß sie durch da- ganze Verfahren sehr wohl habe erregt werden können.
Ta ein wichtiger Zeuge, OberlanbeSgerichtSrat S a m w e r . erkrankt ist, beschlietzt der Gerichtshof, die Verhandlung bis Freitag zu vertagen und inzwischen den erkrankten Zeugen kommissarisch vernehmen zu lassen.
Eingesandt.
(Für Form und Inhalt aller unter vieler Rubrik stehenden Artikel übernimmt bve Redaktion dem Publ-lum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
Gießen, 28. Juli 1911.
Rach der letzten Einsendung über die Abhaltung bet Lromenabe- konzerte, die offensichtlich einen fDhlitätmnfifer nun Verfasser hat, scheint es tatsächlich ♦eftguftehen, daß durch eine besondere Verfügung die Abhaltung der Gießener Prornenabekonzerke untersagt worden ist. Gegen diese Verfügung muß daS Bürgertum nach wie vor entschiedenen Einspruch erbeben. Daß für den schlechten Besuch des einmal im Jahre stattfindenden DobltätigkeitSkonzertes zu Gunsten des Jnvaiidendank die ganze Bevölkerung durch den Wegfall bei beliebten Promenadekonzerte sozusagen gestraft werden soll, klingt >g geradezu unglaublich, und eS wäre zu begrüßen, wenn der Herr Ober ft öffentlich die Unrichtigkeit dieser Angabe f e ft ft e 11 c n ließe. War doch bisher für einen guten Erfolg des WobltätwkeitSkonzerteS sehr wenig getan worden. Weder durch genügende Bekanntmachung, noch durch eine günstige Festsetzung der Roberte. Sehr willkürlich erscheinen uns auch die übrigen Ausführungen des einseitig interessierten Einsenders. Niemand wird den fDhlitärmufifern günstige Erwerb-verhältnisse mißgönnen, aber die Promenadekonzeile sind an etwaiger Unzufrieden-eit bei Militär Musiker über ihre ErwerbSverhältnisse unschuldig. 2er Ein- seuder hätte sich bie weitläufige Erörterung bieser belikaten Sache bei bieser Frage ersparen können.
Ter hiesige Burgeioerein, bet schon so manches Eisprictzliche geleistet l at, würde sich ein Verdienst erwerben, wenn er (selbstverständlich nach Aufhoren der großen Hiye. Tie Red.) diese Angelegenheit zu einem ersreulichen Lude führen würde.
Ein Freund der Prömenabekonzerte.
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Heuchelheim, 26. Juli.
Bezugnehmend auf den Artttel in Nr. 167, betr. Wasserleitung in Heuchelheim, sind wir der Meinung, baß die cinslußrcichen Bürger nicht zum Schaben, sondern zurn^ Nutzen der Gemeinde hanbcin, tnoim |ü nicht im Galopp in neue schulden hineinrcnncn. , ,
Unsere Gemeinde hat einen solchen Reichtum an gesundem Wasicr, wie nur eine im Str eis. Hat doch bie Freiwillige Fcucr- iveljr die Probe gemacht, um einen Brunnen auszupurnpen, uno trotz angestrengter Arbeit von einer Stunde den Wasserspiegel von 2,50 nicht unter 1,70 Meter gebracht. Unb solche Brunnen sind viele im Torfe, sogar bis 7 Meter, unb das heißt man Wassermangel? (Tavon war in dem Artikel gar nicht die Rede. Die tRcb.i Es scheint uns, baß der Artikelschreiber überhaupt von den Verhältnissen unserer Gemeinde keine Ahnung hat. (!) Wir haben bereits eine Gemcmbcschuld von 155 000 Mark. Weiter Nehcn wir in dem Feldbereinigungsvcrsahren, welches voraussichtlich weit über 100 000 Mark kommt. Tann kommt der Neubau einer Brücke im Dorfe. Und zuletzt das Schmerzenskind, die
LreiSstroße nach Ni ein-Linden und Allenborf, die schon längst nörig war. Wer bann noch nicht Lasten genug bat, brr mag die SBaf> er Leitung bauen. Leu er sagt der Artrleljchrciber, bie ^fürgtr tänen F-urckt vor Mehrbelastung. Ach nein, her <nti hruime Bürger bezahlt seine Abgaben gern, auch wenn er feine iflimumf- zulage unb <rrbelung:urlaub bckonmtt, beim wer am meitben über jeden Pfennig Abgaben räso.'i-.ert, trotzdem er über andere Leute in mdu ganz feiner Weise uncr'.t, nnrb der Artlkttschreiber wohl wissen. Weiter spricht er von der Mehrheit der Wasfer- Intungflfrnmbe. Nun gut, mir wollen anmal die Probe machen, aber um btt Zahl der Hausbesitzer. BerrtssS der Mäu'eplage itagen wir: Hatten wir in Heuchelheim allein Mäuse? Und nxrr schon je Wa'iermangel da Darum iwrrrn die Brunnen im alten Tors, die noch in der alten rückständigen Seit gebaut wurden, ohne Äüusc, und 23<ji)crmungd? Atitwon Weil sie noch maiii» und gediegen gearbeitet wurden unb nicht umer der Bau'peiulauon gelitten hoben Zum Schluß möckpen wir hem Artikclichrtiber bei den Hcuchelhcimei Wafscrverdüttmfien den Wablspruch unsere- LtammvaterS Landgraf Georg I. von Hessen empfehlen Er lautet: Was man mit Bast binden kann, dazu braucht man kein Eisen. Mehrere Bürger.
Auf die gefunddeitlichcn Mißstäiide dieser Briinnen in heuchel heim, die Medinnatrat Haberkorn naickdrücklich bervorgehnben hat, geht der Omaner die'c- Eingesandt es nickt cm, obwohl gerade hieraus der Nachdruck gelegt war. Dafür gebt der Verfasser um so ausführlicher auf die anderen, nur ganz nebenbei ermähnten Dinge ein. Trotzdem wird er nicht behaupten können, baß Wasser, m dem die toten Mäuse zu Dutzenden herum'chwamm.-n, neiunb fei
Die Red.
ICircblidic 2Iadirichtcn.
Lvangellsche Seineinbe.
Sonntag, den 30. Juli, 7. nach 2tinitalil. Kollekte für die innere Mission.
6ott<ibienft.
In der rtadtkttche.
vormittags 8 Uhr: Piarrer v. Echlo ffer.
Zugleich Ehnstenlehre für bleNeukoiifirmierten auS der Matthäus- gemeinde.
Vormittags S'/, Ubr: Pfarrafststcut Schorle mmet.
In der Iohanncrttrchk.
Vormittag- 8 Uhr: Pfarrer Bechtolsheim er.
Zugleich Thristenlehre für bie Netikonftrmirrten auS bet Liikas geineinbe.
Vormittags S'/, Uhr: Pfarrer AuSfeld.
Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die JahanneSgemeiude.
Pfarrer A u S \ e l b.
Die Bibelbesprechung fällt aus.
Katholi|d)e Gemeinde.
6ottt$öicn|t.
Samstag, beu 20. Juli 1011:
Nachmittags um 5 Uhr uub abends um v Uhr: Gelegenheit zur heil. Beicht. , W1,
3 o iin tag, beu 30.1uli, 8. 6 o n n t a q nach Pftngstrn. Vormittags von 67, Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht.
, um 7 Uhr: Tic erste heil. Messe.
, um 8 Uhr: Austeilung ber hl. iLommuntou.
, um 9 Uhr: Hochamt mit Predigt.
, um 11 Uhr: Heil. Messe mit Predigt.
Nachmittags um 2 Uhr: Christenlehre: darauf Andacht für die Abgestorbenen.
Freitag vormittag um 6 Uhr ist ScgenSmesse.
Zsraelitijche Hcligionsgcmcmöc. tu der ^pnaaoge (Süd-Anlage!.
EamS tag, den 2 9. Juli 1911:
Vorabend: 7.45 ttyr.
Morgen«: 8.30 Uhr.
Nachmittags: 4.00 Uhr Schriflerklärung.
SabbatauSgaug: 0.10 Uhr.
Verantwortlich für „Aus Stadt unb Land" i.V.: K. Neut a r h.
Müller'fche Badeanstalt.
Wasserwärme der Lahn am 28. Juli: 22° R.
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