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Aus Stabt u%ib Cetto»
Gießen, 26. Januar 1911.
** Skadttheater. Zur Aufführung von „Minna von Barnhelm" ojn Freitag sei noch bemerkt, daß 'die beiden Gäste, Frau Bohrhammer wie Frl. Gothe die Rollen der Minna und Franziska erst jüngst an den Hoftheatern zu Kassel und Darmstadt erfolgreich gespielt haben. — Für die Wiederholung von Karl Schönherrs „Glau b e und Heimat" am Sonntag abend gibt sich nach dem außerordentlichen Erfolge der Premiere so lebhaftes Interesse kund, daß Interessenten gut tun werden, sich bei Zeit Plätze zu sichern.
** Der Frauenbund der Kolonialgescllschafb
Lairowirtschaft.
** Die z weite Pferde- und Fohlenversteige, ru ng hessischer Landwirte findet am 21. Februar in Darm- stadt statt. Anmeldungen dazu werden, bis zum 4. Februar entgegen genommen. Zm vergangenen Jahre wurden bei und kurz nach der Versteigerung insgesamt 40% der erschienenen Pferde veraust. Für dieses Jahr ist ein noch besserer Erfolg zu erhoffen. Tie Pferde sollen in einer langen, .schmalen Vorführungsbahn, die auf beiden Seiten von Tribünen umgeben wird, vorgeführt werden, um jeden Interessenten die genaue und ungestörte Besichtigung des Pferdematerials zu ermöglichen. Anmeldeformulare und Programme sind durch die Landwirtsschafts- kammar in Darmstadt erhältlich, die auch die zum freien Eintritt berechtigten Kataloge vom 5. Februar ab gegen Einsendung von 20 Pfennig versendet.
Nach einer Mitteilung des Amtsblattes der hessischen Land- Wirtschaftstamm er hat die Deutsche Landwirtfchasts-Gesellschast beschlossen, mit Rücksicht auf die Verbreitung der Maul und Klauenseuche, das Klauenvieh (Rinder, Schafe, Schwein^ Ziegen) von der Ausstellung der Deutschen Landwirt- schafts-Gesellscha ft auszuschließen. Zum Ersatz soll von der Teuffchen Landwirtschafts-Gesellschaft angestrebt werden, durch verstärkte Propaganda und der Vermehrung der Preise eine umfangreiche Beschickung der übrigen Abteilungen, besonders mit Pferden, landwirtschaftlichen Erzeugnissen und Geräten herbeizuführen. Ein Reit- und Fahr-Wettstreit mit hohen Preises wird den Züchtervereinigungen und Einzelzüchtei'n Gelegenheit geben, deutsche Gebrauchspferde vorzuführen. Auch wird die Kolonial-Ausstellung umfangreicher als ursprünglich geplant war, ausgestaltet werden.
(Ein Vorspiel zur Uaisergeburtstagzfeier.
Zu einem Konflikt zwischen den städtischen Behörden ist es in Bad Kösen aus Anlaß der Vorbereitungen zu der offiziellen Kaisergeburtstagsfeier, die die Stadt veranstaltet, gekommen. Der Stadtverordnetenvorsteher General von Hey bekämpf erklärte, er werde sich an der Feier nicht beteiligen, weil der Bürgermeister Kretschmer wieder die Festrede übernommen habe. Der Bürgermeister mit seinen frömmelnden Tendenzen habe im vorigen Jahre eine Buß- und Moralpredigt gehalten und dadurch die Feststimmung aller Teilnehmer ans da? empfindlichste gestört. Bei der bekannten religiösen Betätigung des Bürgermeisters sei zu befürchten, daß er auch diesmal den Festakt empfindlich stören iverde. Bürgermeister Kretschmer, der übrigens Reserveoffizier ist, betonte, daß seine vorjährige Rede mit dem Schlußsatz: .Deutschland für Gott durch Gebet und Arbeit!" allerdings viel Anstoß erregt habe, aber er werde jede offizielle Gelegenheit dazu benutzen, sich als Bekenner Jesu zu zeigen. DaS Verhalten des Stadtverordnetenvorstehers stehe in vollem Gegensätze zu der Rede, die der Kaiser in Mürwick gehalten habe: „Wir leben in einer Zeit, wo alle Autorität schwindet. Da muß man kräftig sein und den ReligionSstandpunkt wahren." Vorbildlich für seine dieSjähröge KaisergeburtStagS- rede werde ihm die Rede des Kaisers in Mürwick sein. Die Stadtverordnetenversammlung lehnte daraufhin einstimmig die Beteiligung an der offiziellen Feier ab.
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Die Zchlafirankheitskonserenz.
London, 25. Jan. Die Schlafkrankheitskonferenz beendete ihre Arbeiten. Für den Bau und die Wetterführung begonnener Eisenbahnen hält es die Konferenz für wichtig geplante Strecken auf das Vorkommen von Glossina pal- pahs zu untersuchen und Karten der von diesem Insekt befallenen Gebiete anzufertigen. Eisenbahnen dürften solche Gebiete nur auf kürzester Entfernung kreuzen mit der Maßgabe, daß dort Stationen, Halteplätze und Gebäude nicht errichtet werden. Bei der Anwerbung der Bahnarbeiter ist zu berücksichtigen, daß Kcankheitsüber- tragungen vorgebeugt wird. Es wird empfohlen, zu beiden
Lichtungen in einer Breite von ^00. bei Flußübergängen von 1000 Yards herzustellen und e,n5 ’«„±‘9C Überwachung auSzuüben und daß bei Personen- und Guterwagen soweit möglich alle Oeffnungen mit fliegendichten Gazevorhängen versehen sind. Ta ^^lcheli'Uch bie Glossma palpalis an der Kongo-Sambesi- Was)erfcheide nicht vorkomme, sollte die Rhodesia-Katanga- Effenbahn m zwei Abschnitten gebaut iverden, um die Möq- lichkeit der Uebertragung des Insekts von einem Gebiet ins andere zu vermeiden. f
Die Verzweiflung des Kranken.
Von allen Krankheiten sind am meisten verbreitet, die tückischsten und folgenschwersten, die Erkrankungen der At- mnngsorgane.
. Mit „ein bißchen Husten" fängt es an, wer achtet aus ein „bißchen Husten"! Dann wird der Schlaf schlechter: Schleim aus, der Kopf ist benommen, der Appetit schlecht, die Gesichtsfarbe fahl, das Vfiigt' krankhaft glänzend, man fühlt sich unfähig zur Arbeit, hat Atembeschwerden, ist betrubt-brs zur Verzwerfelung — und erfährt dann schließlich, day man an inner schon weit vorgeschrittenen Erkran- kung der Atmungsorgane leidet, die den ganzen Körper in Mitleidenschaft gezogen hat.
9hm wird alles mögliche getan, um der Krankheit Ein- halt zu gebieten, Geld spielt keine Rolle mehr, es wird alles Kodiert. Wer ftch's leisten kann, geht nach Davos, um dort dünne, sehr sauerstoffreiche Luft zu atmen! .. ~ leider — nicht zeder in Davos leben kann, haben
die Aerzte zu .oanerstoff-Jnhalationen gegriffen und aus eisernen Flaschen dem in eine Saug-Maske gesteckten Patien- T Das Verfahren ist umständlich,
teuer und eine Quälerei für den Kranken, aber mau hat zweifellos Erfolge gehabt.
si-^k?bIl ^ber ist es gelungen, aktive Sauer- £*?IVr'l?V-I 11 o n e n zu bewerkstelligen ohne ohne Maske^ überhaupt ohne seden Apparat, auf billigste Weise durch die Klär rPrc6S^leimer,§ aromatischen Estorf-Inhalationen (patentamtlich der Suuerstoff aotiv in statu nas- cendi emgeatmet wurd.
Sa«eu ergeben, daß die Inhalation von 9 rVttn^»SaUQrftoff Ef Asthma, ftatarrlje der Lungenlerden, Influenza und lvurrderbar wohltuende Wirkung aus- uJ,b unverkennbar ist schon tnä Jt Gefühl der Befreiung
fra W in ^uen Inhalation.
bntP-H ^Ien Leidenden jetzt die Möglichkeit ge-
rat ihr aEttOcn Sauerstoffs o hn 6 Appa-
n rind wieder gesund zu werden.
Lerdemde einen Versuch machen, zu- ^ir^ÄnNfA^b^such Nichts kostet. Man schreibe ü)tteXr? 5m ieR?n bte- ^Niner Chemische Fabrik' Ehar-, hputo* a^a^- 182' der man ferne genaue Wresse unhfrA9? mftn erhältum gehend gratis^ nnL&rö foAtne Probe-Inhalation zugesandt, > i?s e s bi°?s hne Kosten von der Wirkung ÖX «pXVLV* Z^rtteVs überzeugen kann. h, öogere Nicht! Jeder Ta^g ist wichtig! (Genaue Ge- h« artlich.e Gutachten ufro. liegen
Hinterländer Ksendahnprojette.
<Tf Gießen, 26. JcrnüÄV.
Die Jnteressenten-Bersammlung, die ein vorläufiges Eisenbahn-Komitee Wetzlar — WaLgirmes — Naunheim 1— Bubon rüder Hof — Königsberg — Hohensolms — Mudersbach — Gladenbach — Biedenkopf für gestern nach Hohensolms in das Gaschaus Führer eingeladen hatte und die sehr zahlreich besucht war, nahm einen eigenartigen Verlauf. In der Einladung zu der Versammlung waren die Interessenten an der geplanten Bahnverbindung zu einer Besprechung des Projekts eingeladen worden und diese Art der Einladung veranlaßte auch zahlreiche Vertreter der industriellen und gemeindlichen Interessen des Biebertals zum Besuch der Versammlung, um dort ihre Eisenbahnwünsche vorzutragen und eine Vereinigung der beiderseitigen Bestrebungen zu erreichen.
Aber es kam anders, als sie dachten. Der Vorsitzende der Versammlung, Bürgermeister Kern-Naunheim, verlas einfach eine Eingabe, die die Handelskammern zu Wetzlar und Dillenburg am 24. Dezember 1910 an den preußischen Eisenbahnminister gemacht hatten, in der nach einer Schilderung der seitherigen Bestrebungen, eine Süd-Nord-Eisen- bahnverbindung durch den langgestreckten Kreis Biedenkopf zu erhalten, eine solche von Wetzl ar ausgehende Bahnlinie verlangt wurde. Daß seither diese Wünsche in der Hauptsache dahin gingen, eine solche Bahn von Gießen ausgehen zu lassen, wurde in der Eingabe ganz nebensächlich gestreift und damit abgetan, daß mit der Erbauung der Kleinbahn Gießen—Bieber diese Bahnlinie aussichtslos geworden sei. Die Eingabe zählt dann alle industriellen und wirtschaftlichen Möglichkeiten auf, die die vorgeschlagene Linie rentabel machen können, ohne jedoch irgendwelche zahlenmäßige Unterlagen zu geben. Diese zu beschaffen, sollte die .Aufgabe eines heute zu bildenden Teilkomitees für die Strecke Wetzlar—Mudersbach sein, während für die Nordstrecke zwei weiter zu bildende Teilkomitees in gleicher Weise wirken sollten.
Es wurden dann sofort Vorschläge zur Wahl des Komitees gemacht, deren einseitige Benennung — mau nannte nur einige Vertreter für die Orte zwischen Wetzlar und Hohensolms und drei Wetzlarer Herren (Bürgermeister von Zwengen, Handelskammermitglied Schmidt und Handelskammer-Syndikus Dr. Metger) — sofrt erkennen ließ, daß für die Interessenten aus dem Biebertal nichts getan werden sollte.
Trotzdem versuchten diese mit anerkennenswerter Energie eine Einigung herberzuführen und zunächst unter Anschluß an das Wetzlarer Projekt eine Flügelbahn von dieser Linie etwa von Königsberg nach Bieber zu erreichen, die dann späterhin mit leichter Mühe nach Bieber bezw. Gießen verlängert werden könne. In diesem Sinne sprachen Kalkwerkbesitzer Gabriel- Abendstern, Pfarrer V ö m e l - Rvü- heim, Lehrer Clüs-Rodheim, Bergwerksverwalter Süß- Rodt^rm uud andere Herren. Es gelang ihnen auch, ihre Wünfche vorzutragen, trohdein der Vorsitzende sie unter Hrnwers auf den Angeblich allein auf der Tagesordnung stehenden Punkt „Komiteewahl" davon abhalten wollte. Auch die Behauptung des Bürgermeisters Kern, daß die Biebertalbatw, die noch 66 bezw. 99 Jahre Konzession habe, vorher nicht vom Staate erworben werden könne, konnte von Herrn Gabriel dcchin ividerlegt werden, daß 15 Jahre nad) der Betriebs-Eröffnung die Bahn vom Staate gegen eine Abfindungssumme übernommen werden könne. Ebenso wenig nützte der Hinweis, daß die Rentabilitätsgrundlage, die jetzt erst für die Bahn Wetzlar—Gladeuback) festgestellt werden soll, beim Anschluß des Biebertals ohne weiteres gegeben sei, da z. B. allein die Gtummschen Bergiverke jährlich 40 000 Tonnen Erz nach. Neunkirchen verfrachten.
So wurde denn der Vorschlag der Vertreter des Biebertales, zwei Mitglieder des Komitees aus dem Biebertal zu nehmen, abgelehnt und auf Vorschlag des Herrn Schwar- zentraub Bubenrod nur ein Vertreter, und zwar Bürgermeister Wagner-Fellingshausen, aus jener Gegend gewählt. Der Vorsitzende meinte, das Biebertal könnte ja ein besonderes Komitee wählen, das fein Projekt betreiben solle und durch Herrn Wagner könne man ja in Fühlung miteinander blerben. Aber nach) Aeußerurvgen des Bürgermeisters von Zwengen zu schließen, wird dies wenig helftn. Denn Wetzlar hat mir Interesse au einer Süd-Nordbahn mit dem alleinigen AusgangsMnkt Wetzlar und wird in dem Komitee gegen das von dem Biebertal angestrebte Projekt wirken.
Die aus dem Biebertal anwesenden Inter essen- ken hielten unter diesen Umstünden alsbald nach Schluß der Versammlung eine Besprechung ab, in der sie die selbständige Betreibung ihrer Eisenbahn- wunsche beschlossen. Zu diesem Zweck wird schon in der nächsten Woche in Rodheim eine Versammlung stctttfinden.
auf eine normalspurige Bahnverbindung mit Gießen hrnzielenden Wünsche der Biebertalorte genießen nach !lleußerungen der Vertreter des großen Dorfes Erda in einem großen Teil des Hinterlandtreises Sympathie, da den dortigen Bewohnern mit Rüch'icht auf die Universitäts- rlrrnken mehr an einer Verbindung mit Gießen liegt, das ihnen auch als Handelsstadt mehr bietet, als an einer solchen mit Wetzlar-.
An der Stadtvertretung von Gießen und der nr.!.c mln m e r Gießen wird es nun sein, diese rlS'T "Es Biebertales und der angrenzenden Gebietsteile tatkräftig zu fordern, damit die drohende Zurücksetzung eines emporblühenden kaufkräftigen Hinterlandes von Gießen Mid der Berlu,t eines weiteren jetzt noch wirtschaftlich nach Gießen hinneigeilden Gebietes vermieden wird.
hatte Professor Tr. Sievers zu einem Vortrag gewonnen über „Tie Einführung in die Geographie unserer Kolonien", der in dem Geographischen Jnftittit statffand und ziemlich gut besucht war. Ter Vortragende verbreitete sich über Entstehung, Größen- vcrhältnisse, Bewvhnerzahl, Schiffahrtslinien, sowie über den Wert Unserer Kolonien oder, wie man sie besser nennt, unserer Schutzgebiete. Das Teutsche Reich ist erst seit ungefähr 25 Jahren in die Reihe der Kolonialmächte eingetreten, indem cs damals die Erwerbungen des deutschen Kaufman'rT Lüderitz als unter deuffchem Schutze stehend erklärte. Auf Deutsch-Südwestafrika folgten nacheinander die Erwerbungen der übrigen. Schutzgebiete: Togo und Kamerun durch den Afrikaforscher Tr. Nachtigall (Juli 1884), Südseeinseln durch die Finna Herrnsheim uno Komp., Godefroy u. Sohn und die Deutsche Haiidels- und Plantagen- Gesellschaft der Südsee (November 1884), Deutschostafrika durch Tr- Ptters, Grafen Pfeil und Dr. Julke (1884, 85 und 86), die Marianen und Karolinen (1898), die Samoainseln (1899). Kiaut- schou auf Schantuug in China ist kein eigeMliches Schutzgebiet, son- dern nur auf 99 Jahre gepachtet. Unsere Gesamtkolonien sind ungefähr fünfmal so groß als das Deutsche Reich und schätzungs- weye von etwa 12,6 Millionen Menschen bewohnt. Davon entfallen auf die afrikanischen Kolonien 2 350000 Quadratkilometer mit 12,2 Millionen Bewohnern und zwar auf Ostafrika 1 Million Quadratkilometer mit sieben Millionen, Kamerun Vs Million Quadratkilometer mit 3V> Millionen, Südwestafrika 823 000 Quadratkilometer mit nur 200 000 und Togo mit 87 000 Quadratkilometer (so groß als Bahern und Württemberg zusammen) mit lhs Millioneii Einwohnern. Am dichtesten bevölkert ist Togo, wo 17 Menschen auf einen Quadratkilometer kommen. Für die Auswanderung kann am ersten in Betracht kommen Deutsch- südwestafrihr, da dieses Land schwach bevölkert und die llimatischen Verhältnisse für Europäer günstig sind, während Teutschostafrika und besonders Kamerun ernste Bedenken für Gesundhett und Leben der Einwanderer in sich schließen. Tie schwach bevölkerten Kolonien der Südsee, die zusammen nur einen Flächenraum von 243 Quadratkilometer ausmachen (also noch nicht so groß sind als die Provinz Oberhessen) gelten als recht fruchtbar; es fehlt aber an den nötigen Arbeitskräften, da Javaner und Vlalayeu schwer zu haben sind und die Chinesen wegen ihrer Unt-ugenden gefürchtet werden. Tie Verbindung mit unfern afrikanischen Kolonien wird durch die Woermannlinie und die Ostaftikalinie hergeitellt. Eine Reise nach Kamerun nimmt etwa wer ^Wochen in Anspruch, eine verhältnismäßig lange Zeit, da die Schiffe alle Häfen anlaufen. Viel länger jedoch dauert die Fahrt nach den Südseeinseln, denn hier sind die Entfernungen ungleich größere. Ter Wert unserer Schutzgebiete ist aus den Ausfuhrprodukten ersichtlich. Westaftika erzeugt Palmkerne, Palmöl, Kautschuk, Elfenbein, wenig Holz, Mais, Kakao (Kamerun), Kolanutz, Baumwolle, etwas Vieh (Togo). Aus dem ostafrika- nischm Gebiete werden Kautschuk, Elfenbein, Sisalfaser (eine Art Hanf, drei Millionen Mark), Kopra (getrocknete Kerne der Kokosnuß), etwas Kaffee ausgeführt. Südwestaftika ist ein Grasland. -Me Viehzucht ist allerdings noch nicht in dem Maße Vorständen, wie in anderen Ländern gleicher Breite, beispielsweise in den englischen Kolonien und in Argentinien. Bedeutend aber wird diese, Kolonie durch den Bergbau. Jetzt schon werden jährlich Tut )echs Millionen Mark Kupfer und eine Million Mark Blei Sinnen. 9?eu hinzugekommen sind die Tiamantenfelder, deren
ag letztes Jahr allerdings noch gering war, rund 50 000 Mark, mit der Zeit aber sicher bedeutend höher wird. Da, wo das Waffer durch artesische Brunnen erschlossen wird, kann Ackerbau getrieben werden, der natürlich zur Voraussetzung die nötigen Arbeitskräfte hat. Auf den Südseeinseln sind neben Kakao auf Samoa und Kautschuk auf Neu-Guinea noch Kopra und Steinnüsse (zur Knopffabrikation) zu nennen. Baumwoll- und Tabakbau haben sich des feucht-tropischen Klimas wegen nicht besonders, bewahrt. Bedeutend sind die Phosphatlager auf Nauru und den Palavmseln. Die lehrreichen Aussührmigen, wofür die Vor- fttzende dem Vortragenden den Tank der Zuhörer aussprach wurden zum Schluß durch Lichtbilder illustriert.
** Bäderzug Berlin —Gießen —Bad-Nauheim — Wiesbaden. Die Einlegung eines Bäderzuges mit 3. Klasse
v-$.er Zug soll über Kassel-Gießen gehen und eine direkte Verbindung nach Bad-Nmiheim—Homburg—Wiesbaden haben. Er wird in Berlin um 10 Uhr vormittags abgehen.
** Erweiterung des Fern sprechbercichs. Zum Sprechverkehr mit der Schweiz sind folgende Orte neu zugelassen: Weiiftelden, Ermatingen, Kreuzlingen, Aarau, Baden Bern, Biel, Brugg, la Chanse-de-fonds, Delsberg, Genf, Laufen (Jura), Lausanne, Lichtal, Luzern, Mariaftein, Olten, Pruntrut, Rheinfelden, St. Gallen, Schaffhausen, Winterthur, Zofingen Zürich. '
Mittwoch ! Z Uhr wird im all mackmo heuchelh! Md Feld, auf wei
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-^Groß-Felda, 25. Jan. Vor weniger! Jahrzehnten zeichneten sich unsere Orte durch eine jeden Orte eigentümliche Hausindustrie aus. Wurde in dem einen Ort Messer- schmiederei getrieben, so herrschte in einem anderen die Leinweberei, in einem dritten das Nagelschmieden n. s f Wr Die Entwickelung des Gewerbes durch den Maschinenbetrieb hat diese Hausarbeiten lahm gelegt. Nur iwdi kleine Reste verraten den ehemaligen Bestand der Hausgewerbe. In unserem Ort stand ehemals das Nagelschmieden in großem Schwung. Noch vor zwanzig Jahren wurde hier während des Winters die Nagelschmiederer von ca 70 b's 80 Manu betrieben, heute gibt es deren kaum noch zwanzig Mat dem Eingehen dieser Hausindustrien geht manches lötüd alten Volkslebens verloren.
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**J3oftbienft an Kaisers Geburtstag. Am 27. Januar, Kaisers Geburtstag, sind die Postschalter nur in demselben Umfange wie an Sonntagen geöffnet, auch findet nur eine Bricf- bcstellung und feine Paket- und Geldbestellung statt. Telegramme werden von 1—8 nachmittags auch beim Postamt 2 angenommen.
Kreis Alsfeld.
V. Mücke, 25. Jan. Die Glätte des Schnees im Verein mit seiner Höhe zeitigt häufige Sch li t t e nu n f ä l l e. Ein hiesiger Schlitteubesitzer toollte auf dem Heimweg von Lardenbach zustrecken und fuhr querfeldein. ' Das Pferd ging durch. Der Schlitten brach auseinander. Mit dem halben Schlitten und einer Schlittenhufe kam das Pferd heim. Die andere Hälfte des Schlittens schob der Besitzer nach Lardenbach. — Auf dem Wege nach Stockhausen begegneten ffch zwei Schlttten. Um Schutz gegen den Wind zu haben, spamite eine Insassin des einen Schlittens den Schirm auf. Die Pferde des anderen Schlittens scheuten, rannten gegen die Bäume an der Straße und die Deichsel des Schlittens brach entzwei. Die Insassen mußten aus st eigen und dem Schlitten nachpilgern. — Ein Schlittenbesitzer fuhr nach O. Unterwegs begegnete er einem den- ’eiben Weg Wandernden. Er lud ihn ein, rnitzufahren. „Deaß D' m'r oawer lvangsarn fuhrscht", mit biejen Worten bestieg der Vorsichtige den Schlitten. An der scharfen Kurve, mit der der Weg nach dem Orte zu biegt, fliegt der Schlitten um, der Mitfahrende in den Chausseegraben. Mit den Worten: „Etz lößt D.' mich laafe!" stapfte er durch den Schnee weiter.
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