Ausgabe 
24.2.1911 Drittes Blatt
 
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I ^r. Heims ErNänmg freudig überrascht worden

daß bisher überhaupt noch keine Sparsamkeit im Reichshausbali geherricht habe.

- Heim hat dann gesagt, man merkte bisher von Spar- lamkeit bei der Heeresverwaltung nichts. Von der anderen Seite aber wird mir von Tag zu Tag zum Vorwurf gemacht, das; ich gerade bei der Heeresverwaltung zu sehr auf Sparsamkeit drangt ' Wenn nun Dr. Heim lagt er merkt von Sparsamkeit nichts dann bin ich ihm dafür außerordentlich dankbar, denn diese Erklärung

°uf dem bisherigen Wege weiter zu gehen (Heiterkeit.) Ich hoffe dabei auf die Unterstützung dieses Hauses Wir wollen nicht eine öde oder negierende Spar- sondern eine kraftvolle zielbewusste Sparsamkeit am richtigen Platze. Tun wir das, dann werden wir auch durch Beifalls" nCUCn Anforderungen hindurchkommen. (Lebhafter

Damit schließt die Debatte.

Es folgen persönliche Bemerkungen.

Abg. v. Liebcrt (Np.) k

Der Abg. Noske hat gegen mich eine Schrift borgeführt, die ich 1904 geschrieben habe. Olle Kamellen 1 (Lachen links ) Sie rst also geschrieben, bevor ich in den Reichstag eintrat. Nachdem ul) m den Reichstag gewählt war, habe ich eine zweite Auflage biejcr Schrift erscheinen lassen und mich bemüht, der würdigen Persönlichkeit des Abg. Bebel, die ich hier kennen gelernt hatte gerecht zu werden. Weiter habe ich zu bemerken, daß da^ ^oldatcnbrcvicr, das ich hier vorgeführt habe, eine Broschüre ganz A^Eilrtarististhsn Inhalts ist, aber einen schwarzweißroten Um Mag tragt mit dem Reichsadler und der Inschrift.-Mit Gott für König und Vaterland". In der ganzen Armee ist vor dieser Schrift gewarnt worden, weil sie durchaus antimilitaristisch ist.

Dbg. Dr. Wiemer (Vp.):

D" Dbg. NoSke hat behauptet, meine Parteifreunde hatten sich in der Kommipion erst gegen die Vorlage gewandt und dann Tur ?^-^or[aee öesttmmt. Diese Behauptung entspricht nicht

Dr. Dergins Daldriao-DerieniropfeoDouai t

beseit. Kopfschmerz, Schlafl.nerv.Unruhe. äl.OOM, Pelikan-Apoth?

Neichsschcitzsekretär Wermuth:

.T{$ bon Swci Seiten provoziert worden bin, erkläre to('f?fa^nJu^tnan^t,Cr*.h:,<tIt^"9 bie Anforderungen, aus dem neuen mf l&faöen ba6 Finanzprogramm der nächsten Periode ^m^ÄO.nommen hat, und daß sie fest entschlossen ist, die dadurch borbSS^ 5>Cl^n Ausgaben auf der Grundlage der jetzt sich darb.etenden Deckungen ohne I na n s p r u ch n a h m e ne u c r

U c fuhren. Tas ist eine sehr schwere Vcrant-

mir fernek« £Ut ^ser Erklärung übernehme und nichts liegt °18, tol" Dr Heim sagte, bie Finanzlage im rosigen ?9rr um Vorspann für die Hceresvorlage

n Dr. Heim- Habe ich nicht gesagt!) Ich babe das auch in der Budgetkommission nicht getan; Herr Heim hat ia L0,cl8L ich hLtte m°>n° Ernj.unq-n hort mit 3 r a L' C h-bC-rx )en ~ad $a&e getan; das sind die Frage-

zeichen, die jeher Verantwortliche Rcichsschahsekretär jeder seiner Erklärungen berufsinäßig hinzuzufügen hat (Große Heiterkeit!) Otimm-r- ^ch^^^kretar wiederholt seine Erklärungen aus der er, wie er voraus erklärt, jedem Satze e,n aber hinzufugt. Er erklärt u. a. die Eisenbahneinnahmen haben tn den letzten Monaten eine recht günstige Entwicklung

-Cr Heiterkeit!) man* arefflnn rn ar,thmet,,cher oder gar geometrischer Pro.

sL r r?Dn bcr Zuwachssteupr erwarten wir trotz bf?CÄB.,I^cn Eunschranit-ngen, welche Sie die Geneigtheit hatten GrteräarJC%LÄU r bo? auI die Dauer nicht unerhebliche ^truge (Hort! hort! Zurufe: aber?)aber (Große Leiter- TaÄ fr bte Mre ist doch die größte Vorsicht geboten. Ina? La ffr?Tf,Tr we Garantie übernehmen, und das nur

? Mißverständnis, das zwischen den Darlegungen d? SCrCn V1 Jnb- nn.r entstanden ist, daß die Verhütung bonS h^U hnble <cm8earn.en ^hresich genau nach dem Tableau S Jnn o°nbcr Krieg-Verwaltung, die sich doch selbst ein machen muß, aufgestellt ist, aber auch von

VSinne als maßgebend be- r durchaus für jedes einzelne Jahr die Summen

GeübiE ^den Muffen. Dr tjabe ich mir erlaubt, hinzuzufügen: das, nämlich Helft die Verteilung auf die einzelnen 3a^re Vorbehalten, und unter der weiteren Voraussetzung, aber Ver' tec- kommenden fünfjährigen Periode s strengster Spariamkcit überall durchgeführt und '"korderungen erhoben werden, kann ich erklären, daß die 1 Fmanzverwaltung mit Bestimmtheit darauf rechnet, den An- i K!IrUn0Cn 2lr Heeresverwaltung mit den jetzt bewilligten Mitteln gerecht werden zu können. (Zuruf: Aber!) Aber

.. landwirtschaftsfreundlich

,^rtl bei den Sozialdemokraten) und ein anderer noch größerer Patriot erklärte, der Schatzsekretär sei auch nicht ?^'necfreundiich (Hört! hört.' links). Ter SchatzsekrLr bei dieser Gelegenheit in der Gesellschaft der Soz-a!d?mokratie "icht übel aus. (Heiterkeit.) Tas Zentrum wird p ^-rr)ef ber Vorlage zustimmen, aber ich wette mnt? hL8Stni aC d n Wahlkreisen dieser Herren wird

1 9 0 " ä r 0 b c des A b g. Heim verbreiten Äiusl^er b?rbäi?nil*fn?()Zerffänbi9e be§ Zentrums, General orbneteJ MU r,eßt merkwürdig schweigsam. Abge- ft fo?auu e'ne Friedens- und Abrüstungsrede

des Kriegsministers zu der b^erfaVrVna1 cpc i cj)t c f o r m des Militär straf- y r/'<^b/§ Beschwerderechts usw. ist beredt. tolr<irfcLnC ^ehrlosmachung Deutschlands wollen, ist eine alte Cadjc. Aber uns Sozialdemokraten behandelt man als Leute Verhalten als dieses der Militärverwaltung lagt sich nicht denken. Sie haben sich mit den Sozialdemokraten im Heere abzufinden.

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August Förster io fasen Md to,

Die Volkspartci unter der Führung Eugen Richters bat der Ouinquennatsvorlage ^ugestimmt. Genau so bandeln wir heute, und wir werden uns darin nicht beirren lassen weder durch An- L--7 buI* 'oW °u-»»* Stuecklen: Herr Erzberaer hat erklärt, er habe nicht vor -'tilitarborlagen, sondern von Steuervorlagen gesprochen. DaS ^n,n5hH einem Versammlungsbericht in seiner eigenen Presse hervorgeht, dre der Redner verliest.

Abg. NoSke:

bcS Herrn von Siebert ist nicht 1904, sondern 1906 erschienen, und die darin enthaltenen Beschimpfungen meines Parteigenossen Bebel werden noch heute durch den Buchhandel der- v4.C HEL»

ocr ^?g- b Lieben (Rp, persönlich):

^ch weiß nicht genau, wann die erste Auflage meiner Broschüre erschienen ist. Jedenfalls ist es geschehen, ehe ich in den Reichs, tag elngetreten bin. Es kommt doch darauf an, daß ich in der stueiten Auflage, in der ich Rücksicht auf die Verhältnisse im Reichs. Ä?« 1 $ ^nnen gelernt habe, genommen habe, eine andere

Auffassung vertrat.

über den 8 t die eine nament- liche )etn wird, wird auf morgen verschoben. Die übrigen Ä?ra^en ber ®orIa0e unb die dazu gestellten Resolutionen werden angenommen.

Freitag. 1 Uhr Militäretat

Schluß 7% Uhr.

C$71* tocTa^r OTb in welche Tasche? (Heiter-

«rt) Herr Bassermann sagte: Keine Ausgaben ohne Deckuna Früher wurden dem Zentrum schwere Vorwürfe aus dem Fest- Nteu. an diesem Prinzip gemacht Ein vollständiger Umschwung 3rU^r ?Sen r ""üblich immer nur rein Mrwhsche Erwägungen ausschlaggebend. Jetzt hat sich alles zum Standpunkt bc§ Zentrums bekannt. (Heiterkeit.) Die Redner des heutigen Tages haben alle nur gehofft. Tatsächlich ist die

Jn0x?frfflö0Äd völlig ungelöstl An cheinend ®rU?^£umfa^f!^pcI ^ch noch nach 1914 neben b« Zuwachssteuer beibehalten. (Hort, hörtl) Wo bleibt denn die

Erhöhung der M an n scha f ts löhne ?

Regierung igt immer nur V.rsprechen ein, die neue Lasten bringen. Ich behaupte, daß keiner von denen, die für summten, weiß, was sie kostet. (Hört, hört!) Die Aufstellung des Kriegsmimsters ist ganz unverbindlich. In der Budgetkommission war man einmütig der Ansicht, daß sie mehr als rwm uns vorrechnet. (Hört, hört!) Die erste Bewilligimg schafft den Zwang für weitere. (Ledebour XSoz.): Also lehnen Sie ab!) Warten Sie doch ab, seien Eie

.^?6 huldig, Sie sind doch nicht mehr so jung! (Heiterkeit.) zwischen Kriegsminffterium und Schatzamt s!.^bstehen. Denn der Kriegsminister hat Aufstellungen in der Lwniission verbreitet, von denen der Schahsekretär nichts wußte. (Hort, hort!) Wenn die Regierung etwas fordert, dann schildert sie die Finanzlage immer sehr rosig. Die Sache muß dann meist S*- *2- 7t^fe,9ern dieser Staatssekretäre ausgebadet werden. (Hort, hort 1) Aber auch die Nationalliberalen haben in der Kom- mipion förmlich nach neuen Ausgaben gelechzt. (Hört, hört!) Namen dürfen ,a nicht genannt werden. Wir hören nur immer vrnn Sparen, aber es kommt nie dazu. Warum bringt man uns reme Ersparnisvorlage? Die neuen Mannschaften müssen natür- Uch hauptsächlich vom flachen Lande gestellt werden (Sehr richtig! rechts und im Zentrum.) Das ist eine '

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/ct^t8 und im Zentrum.) Trotzdem behauptet der Hansa-Buud, die Hauptlast müsse die Industrie tragen. Die Dtenstbotennot auf dem Lande steigt durch jede neue Heeres- Forderung. Herr Stückten erkannte an, daß eine Ausschiffung der Engländer nicht zu befürchten ist. Warum nicht? Weil ein Heer und eme Flotte da ist. Trotzdem stimmen die Sozialdemo- traten dagegen. Das sind Jrrgänge! Die Sozialdemokraten hab«! eben kernen Smn für Logik. (Gelächter bei den Soz.) ^^Deckungssrage nicht gelöst ist, werde ich gegen die Vorlage

Abg. Noske (©08.).

^??Cr-taut be^ a-&9< b" Siebert: Wenn Herr v. Liebert hier Zitate über die Sozialdemokratie vorbringt, so muß man sich bei "ehr als bei federn andern fragen, ob von dem, was er bororingt, ber größere Teil ober auch nur ein Wort wahr ist (Lärmende Zustimmung der Sozialdemokraten.) Der Redner zitiert Stellen aus der Broschüre des Abg. v. Liebcrt und bemerkt aessen Zitierkunst ser innerhalb und besonders außerhalb des Hauses so bekannt, um nicht zu sagen berüchtigt, daß eine Grtoibc-

l0^ .Außerhalb'besbHausks habe erdlrek Unwahrheit über die Sozialbeniokratie gesagt. !(Pras. Graf S ch w e r in - L o w i tz r u f t d e n R e d n e r unter dem Lärm ber S o z i a l b e m o k r a t e n bann zur D,r dn u ng.) Der Vorwurf bes Mangels an Vaterlandsliebe oE - Q?e ^ge gegen alle möglichen Leute er­hoben. Als ui ber Budaetkommission der S ch a tz se k r e t ä r, 1CtkCte Erhöhung ber Remontepreise

ablehnte, ba erhob sicü einer ber hochpatriotischen Herren ganz ton ber rechten Seite des Hauses und erklärte, bet Schatzsekretär

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