Ausgabe 
23.3.1911 Zweites Blatt
 
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Dvttttissetzuttg erngeschrLnN, büfj die Vmckchttften des Seuchen- gesatzes über die Anzeigepflicht auf die betreffenden Krankheiten ausgedehnt werden.

Der Kolonialhaushalt im Budget-Ausschuß.

Der Bndgetausschub erledigte heute zrmächft den Voran Wag für das Schutzgebiet Togo. Zur Bekämpfung der Schlafkrankheit ftnb 100 000 Mark in den Voranschlag eingestellt.

Beim Voranschlag für Südtoestafrika entspinnt sich eine lebhafte Geschäftsordrrungsazissprache über einen Antrag auf Ein­setzung eines Unterausschusses von sieben Mitgliedern für die Prüftmg aller auf die Gewinnung und den Verkauf der D i a m a n- ten bezüglichen Maßnahmen und die gesamten bergrechtlichen Verhältnisse in Südwcstafrika.

Schließlich wird die Erörterung der Diamantenfrage zurück- gestellt: ein Zeirtrumsmitglied erklärt, daß es diese Frage im Plenum gründlich behandeln werde. Der Staatssekretär macht Mitteilungen über das Veterinärwesen in Südwest, das sehr reformbedürftig sei. Ein Vertreter des Reichsgesundheitsamts ist noch Südwest entsandt worden, aus Grund seines Berichtes soll die Neuregelung erfolgen. Bei dem Nachtrag für Südwest- afrika bemängelt der Berichterstatter die große Zahl neuer Be­amten. Von fortschrittlicher Seite wird dem zugestimmt und u. a. der Bezirksamtmann in Waterberg beanstandet. Der Staats­sekretär erwidert, daß sich der Bezirk zu besiedeln beginne, und der Bezirksamtmann daher unentbehrlich sei. Der Nachtrag­voranschlag wird en bloc angenommen. Beim ordentlichen Vor- anWag wird von Mitgliedern der Linken die Streichung eines Bezirksamtmamrs gefordert. Ein konservatives Mitglied wider­spricht; der Staatssekretär bezieht sich auf den Bericht des Gou­verneurs Seitz. Er persönlich lege entscheidendes Gewicht darauf, daß Justiz und Verwaltung getrennt bleiben.

Von sozialdemokratischer Sette wird angeftagt, ob den Eingeborenen jetzt gestattet sei, Großvieh zu halten. Der Staatssekretär erklärt, daß ein direktes Verbot nicht be­stehe, sondern nur das Einverständnis des Gouvernements er­forderlich sei. Auf den Eingeborenenreservaten könne Bich ge­halten werden.

Die Zivilverwaltung, ebenso die Nachforderungen der Em- gebvrenen-Kommissare werden genehmigt. Auf Anfrage führt der Staatssekretär aus, daß die kleinen und mittleren Be­triebe in keiner Weise beschränkt werden, sondern sich im Gegen­teil in neuerer Zeit infolge der Zunahme des Mais- und Tabak- bcms besser rentteve.

Donnerstag Wetterberatung.

Die elsaß-lothriuglsche Verfassung.

Der Ausschuß für die Verfassung von Elsaß-Lothringen^ er­ledigte heute zunächst einige noch ausstehende Abstimmungen über die Zusammensetzung der Ersten Kammer: die drei Arbetterstimmen werden dabei angenommen, dann aber wird in der Gesamtabstimmung der ganze § 6 wegen seiner Lücken­haftigkeit und Verunstaltung aogelehnt, so daß bis zur zweiten Lesung irgendwelche Bestimmungen über die Zu- sammensetzilng der Ersten Kammer nicht vorhanden sind.

8 7 handelt von der Zweit en Kamm er; die Besttmmung der Vorlage lautet:

Die Zweite Kammer geht aus allgemeinen und direkten Wahlen mtt geheimer Absttmmung nach Maßgabe eines Wahlgesetzes hervor.

Hierzu liegt ein Antrag der Reichs Partei vor, der auch von dem dieser Fraktion angehörigen Elsässer untersetzt wird, wonach die Plural stimmen in die Verfassung ausgenommen werden füllen. Im Gegensatz hierzu beantragt die V o l k s P a r - tei, das Zentrum und die Sozialdemokraten das allgemeine, gleiche und direkte Wahlrecht. Die Volkspartei beantragt Wetter dazu, die Einführung der Verhältniswahl. Der Redner dieser Partei führt aus, daß das Proportionalwahlrecht die Gleichheit erst herstelle, die Kämpfe um die Wahlkreiseinteilung erspare, die Stichwahlen und Nachwahlen unnötig mache und die einzelnen Berufe am besten zum Ausdruck bringe. Der Vertreter des Zentrum s spricht gegen den Proporz und verlangt genauere Darlegung des Proporzsyftems, seine Vorbedingung sei die fertige Durchbildung des Parteisystems, diese aber sei in Elsaß-Lothringen nid# vorhanden. Darüber, ob die Pluralstimmen in die Verfassung aufgenommen werden sollen oder nicht, könne erst später geredet werden. Der Redner der Reichs Part ei spricht für die Auf­nahme des Wahlsystems in die Verfassung und verwahrt sich gegen den Vorwurf der Arbeiterfeindlichkeit im Hinblick auf die Ab­lehnung der Arbcttervertrettmg. Der Wortführer der Sozial- d e nr o k r a t e n tritt für den Proporz ein und wundert sich über die Aenderung der Ansicht des Zentrums. Bon nationallibe­raler Seite wird die theovettfche Erörterung über Wahlrechts­systeme abgelehnt, es rocrben aber Gründe für das Prvporzver- fahren auch von dieser Seite gettend gemacht. Der Proporz mache das Verhalten der Parteien zu einander friedlicher. Gegen ein Plural-Wahlrecht an sich sei nichts einzuwendeu, es habe aber auch wenig praktischen Zweck.

Staatssekretär Delbrück wiederholt seine Erklärung, daß die Regierung weitere Konzessionen nicht machen werde. Wenn man den Proporz einführen wolle, sei es richtig, es im Verfassungsgesetz zu mache::: gegen dieses System spreche aber der Mangel an festgefügten Parteien im Reichslande. Das Ergebnis könnte eine Verlängerung des Parteichaos sein, lieber die Bestimmungen der Reichsverfassung gehe die Regierung unter keinen Umstänoen hinaus. Der Wortlaut oes 8 7 entspreche dem per Reichsverfassung.

Die auf die Gleichheit des Wahlrechts bezüglichen Anträge werden allseitig zurückgezogen, um nicht an dieser Stelle die Fragen des Wahlgesetzes zu entscheiden. Durch Stimm­enthaltung des Vorsitzenden des Ausschusses wttd der Antrag auf Einführung des Proporz verfahrens mit Stinrmen- gleichhett, 12 gegen 12 Stimmen, abgelehnt. Für den Pro­porz stimmen alle Liberalen, mit Ausnah-nte des Vorsitzenden des Ausschusses und die Sozialdemokraten sowie der Vertreter der Antisemiten. Der polnische Vertreter ist nicht anwesend. § 7 wird hierauf in der Regierungsfassung angenommen, ebenso § 8, der die Legislaturperiode auf fünf Jahre festsetzt.

§ 9 handelt vom Wahlprotest und Wahlvrüfung. Von der Volkspartei wird die Verweisung der Wahlprüfungen anstatt an den Kaiserlichen Rat an das zu gründende Ober­verwaltungsgericht gewünscht.

Die Nationalliberalen beantragen als Prüfungsftelle einen Senat des Oberlandsgerichts. Von sozialdemokra­tischer Sette wird dagegen die Prüfung durch die Kammer selbst verlangt, da die Mißstände dieses Verfahrens in Landtagen we­niger hervortreten als im Reichstag. Das Zenttum schließt sich dieser Auffassung an. Der Anttag der Sozialdemokraten wttd gegen 10 Stimmen abgelehnt und hierauf der An­trag 25aff ermann, der die Prüfung an den Senat des Oberlandesgerichts verweist, einstimmig angenommen. Im übrigen wttd § 9 mit unwesentlichen Aenderungen ange­nommen, unverändert die §§ 1013, die parlamentstechnische Be- ftimmungen enthalten.

§ 14 lautet: Die Mttglieder des Landtags schwören bei ihrem Eintritt in die Kammer Gehorsam der Verfassung und Treue dem Kaiser. Die Ausübung der Mitgliedschaft wird durch die Leistung des Eides bedingt.

Die Sozialdemokraten beantragen Streichung des Paragraphen: auch die Volkspartei verlangt die Besei­tigung des Eides. § 14 wird mit 14 gegen 10 Stimmen angenommen.

Unverändert angenommen tveÄcn § 15: Oeffentlichkett der Verhandlungen des Landtags, deutsche Geschäftssprache, Straffrei heil wahrheitsgetreuer Verhandlungsberid)te, § 16 Jnitiativs- antrags- und Jnterpellationsrecht des Landtags und § 17: Jeder- zeitige Redebefugnis der Minister und Kommissare.

Die Abstimmung über § 18 über das zur Gülttgkeit eines Beschlusses erforderliche Sttmmverhältnis absolute Stimmen Mehrheit, Anwesenheit von mindestens 18 Mitgliedern in der Ersten, der Mehrheit der Mttglieder in der Zweiten Kammer wttd bis zur dritten Lesung ausgesetzt. Die folgenden Paragraphen 1922, Immunität der Abgeordneten usw werden aitgeiwmmcn

DanKexZLsg MüncheLLtung,

Der Ausschuß für die Schiffahrtsabgabeu

beschloß mit großer Mehrheit, durch eine entsprechende Ein­schaltung festzusetzen, daß über die Fahrwassertiefe des Rheins zwischen Konstanz und Straßburg die beteiligten Staaten einen Vertrag vereinbaren sollen. Ferner wird hinzugesügt, daß die Mittel des Rheinverbandes auch Verwendung finden sollen zur Kanalisierung der Lahn auf 1,80 Meter Fahr- rn a s s e r t i efe f ü r Schiffe bis 4 5 Meter Länge wenig­stens insoweit, als die Schissahrtsabgaben auf dem Rhein infolge des neuhinzuttetenden Lahnverkehrs wachsen. Ferner wurde ein Antrag des Zentrums und ein solcher der Sozialdemokraten auf Kanalisierung der Mosel von Metz bis zum Rhein bei einer Wasserttefe von 2,50 Meter mit großer Mehrheit angenommen.

Kreistag öes Kreises Büdingen.

= Büdingen, 21. März. Am 18. März tagte im Kreis­amtsgebäude der Kreistag unter dem Vorsitz des Kreisrats Boeckmann. Zunächst wurden die im Herbst abgehaltenen E r - gänzungswahlen zum Kreistag bestätigt und sodann mehrere Wahlen vorgenommen, und zwar: a) für die Veran- lagungskommission der Einkommen st euer I. A b - teilung. Bezirk Büdingen: Kaufmann Hanner und Ge­richtsvollzieher i. P. Heutzenröder-Büdingen, Rechner Gröninger- Düdelsheim, Bürgermeister Nos-Wolf, Kauftnann Groth-Wenings (wieder-) und Heinrich Tob. Lehr I.-Altenstadt (neugewählt) als ordentliche Mitglieder und Kaufmann Abr. Sick)el-Büdingen, L-hrer Diehl-Bleichenbach und Bürgermeister Lehr-Eckartshausen (wieder- gewählt) als Ersatzmttglieder. Bezirk Hungen: Heinrich Dies- fenbach I.-Berstadt (wiedergewählt). Bezirk Nidda: Apotheker Aiünch- und Kommerzienrat Cloos-Nidda, Kaufmann Lenz-Orten- berg, Heinrich Muth V.-Gettenau (wieder-) und Bürgermeister Schleicher-Dauernheim (neugewählt) als ordentliche Mitglieder und Bürger-meister Erk-Nidda und Beigeordneter Sckpnidt-Echzell (neu- gewählt) als Ersatzmttglieider. bl für die K ö r k o m m i s s i o n: Beigeordneter Schmidt-Echzell, Beigeordneter Geiß-Büches und Beigeordneter Eifert-Wenings (neu-) und Bürgermeister Kock)- Stockheim (wi<ä>ergewählt). c) für die Pferdeaushebungs­kommiss ion: Bürgermeister Erk-Nidda als Ersatzmitglied (neu- gewählt).

Tie nächsten Punkte der Tagesordnung: Kreiskasserech- nung und Verwaltungsbericht für 19 0 9 fanden rasche Erledigung.

Eiche 1909 ist bei einer Einnahme von 372 454,91 Mk. und einer Ausgabe ton 358 205,78 Mk. ein Rschnungsrest von 14 249 Mark 13 Pfg. verblieben. Das Kapttalvermögen bezifferte sich auf 24 278,84 Mk.; die Schulden auf 150 446,57 Mk. Es waren 390 Kilometer Kreissttaßen gemeinschaftlich mit der Provinz zu unterhalten mit einem Kostenaufwand von 149 437,81 Mk.

Der Kreisausschuß hielt in 1909 18 Sitzungen, in denen 484 Gegenstände verhandelt wurden, worunter 27 mit mündlichem öffentlichen Verfahren.

Aus dem sodann beratenen und genehmigten V o r a n s ch l a g für 1911 ist zunächst zu bemerken, daß die Kreissteuern auf dem vorjährigen Stand von 170 000 Mk. verblieben sind. Dies war jedoch nur möglich durch die Anordnung, daß künftig die Gemeinden die Hälfte der Aufwendungen für Geisteskranke, Idioten und Epileptische der Kreiskasse zu ersetzen haben (1/2 von 25 580 Mk.): der Aufwand hierfür ist infolge Vermehrung der Zahl der Pfleg­linge und Erhöhung des Pfleggeldes von 400 auf 500 Mk. gegen 1910 um 9580 Mk. gestiegen. An sonstigen größeren Aus­gaben sind zu verzeichnen: Verzinsung und Tilgung der Kapital- schuld 10 333 Mk., Besoldungen 26 407 Mk., Diäten und Ge­bühren 5750 Mk., Bureau gegenstände, Formularien, Druckkoftcn rc. 3250 Mk., Kreisfeuerlöschwesen 1375 Mk., Kreisstraßenunterhal­tung 174 100 Mk. (wovon 47 750 Mk. vom Staat und 61 120 Mk. von der Provinz usw. ersetzt werden, Kreisarmenpflege 4200 Mk. O/2 wird vom Staat ersetzt); 12000 Mk. für Zwangserziehung (wovon vom Staat V2 und von den Gemeinden 74 mit zusammen 8950 Mk. zum Ersatz kommen), Provinzialsteuern 50 250 Mk., Beitrüge zu gemeinnützigen Zwecken 1100 Mk., für landwirtschaft­liche Zwecke 1780 Mk., Entschädigung für an Milzbrand, Rot­lauf usw. gefallene Tiere 5400 Mk. (der Staat ersetzt Vs), Woh- nnngsdesrnf^tton 1850 Mk. (1210 Mk. gehen an Gebühren usw. wieder em).

Außer den Kreissteuern sind an wesentlicheren Einnahmen rarr zu verzeichnen: Gebäudebesichtigungsgebühren 1500 Mk. und Gebühren für Projektierung, Leitung usw. von Bauten der Ge­meinden, Kirchen usw. durch das Kreisbaupersonal 2000 Mk., Kapttalzmsen 1440 Mk. (wovon 415 Mk. zur Verteilung an Kriegs­teilnehmer kommen), Erlös aus Gras (2400 Mk.) und Obst (6000 Mark) von den Straßen, Reckmungsrest 14 212 Mk.

Da aus der Kreisöasse bis Ende 1909 5118,67 Mk. an Kosten der Fleischbeschau vorgelegt worden sind (Beschaugebühren abzüglich Sch^chtgebüliren), so ist vom 1. April 1911 ab eine weitere Er­höhung der Schlachtgebühren eingetveten (Pferde 2,50 Mark, Großvieh 1,70 Mk., Kleinvieh 70 Pfg., Ziegen 30 Pfg.), mit der jene Ueberzahlung in einigen Jahren zum Verschwinden gebracht werden soll.

Die ordentliche Revision der Bierdruckapparate wird vorerst durch die Gendarmerie vor genommen und nur mit der Abnahme neuer Apparate ein technischer Revisor betraut werden. Kreisstraßenneubauten sind für 1911 nicht vorgesehen; der Umbau bei Wippenbach wttd Mangels Mitteln erst in 1912 aus geführt; ebenso ist die Walzung und Kleinpflasterung der Bahnhofstraße zu Büdingen zurückgestellt. Zur Vertilgung der Feldmäuse an den Straßen wurde ein Kredit eröffnet. Der VoranstAag schließt in Einnahme und Ausgabe mit 364 725,13 sNark ab.

Nachdem noch ein mit der Firma Ohl abgeschlossener Vertrag über das Walzen der Straßen genehmigt worden war, wurden noch einige Mitteilungen gemacht. Hiernach ist die mit der Landes- Hypothekenbank beabsichtigt gewesene Hilfsaktion für Mock­stadt als gescheitert zu betrachten, da von den beiden an die Kreistagsgenehmigung vom 17. Dezember 1910 geknüpften Bedingungen (Garantieübernahme von V« durch den Kreis Fried­berg und Vorgarantie von Frankfurter Philanttopen) die erstere nicht erfüllt worden ist. Eine Vorlage für Einrichtung einer Wan der koch schule ist erst in einer späteren Tagung zu er­matten. Der Ausführung des Projekts einer Kreissammel­wasenmeisterei haben sick» Schwierigkeiten in den Weg gestellt, da besonders auch der Staatszuschuß nicht mehr zur Verfügung steht. Einem Antrag des Fürstlichen Amtmanns Bähr-Rohr- bach auf Beseitigung ton Baumpflanzungen an der Straße Büches- Düdelsheim wurde keine Folge gegeben.

3um Unglück öes BallonsDüsseldorf".

Krefeld, 22. März. Auf Grund der Aussagen des Fahrbegleiters Schröder und der Zuschauer, nach Prüfung des Fahrtbuches und der Barographenkurfe und nach Besichtigung der Ballonhülle stellt sich die Katastrophe wie folgt dar:

Der BallonDüsseldorf 4" von Krefeld mit sechs Sack Ballast erreichte unter ständigem Steigen über 2000 Meter und ständigem Rechtsdrehen über Nymwegen-Arnheim die Zuidersee östlich von Harderwyk. Der Führer Kays er­faßte den Entschluß, die See mit seinem Ballast von 31/s Sack zu überfliegen und Friesland, nicht wie anfangs gemeldet Amsterdam, zu erreichen. Der Wind drehte in 2000 Meter Höhe nach Norden. Da die z-u über­fliegende Meeresstrecke in dieser Richtung nur 60 Kilo­meter betrug und Kayser die Strecke Krefeld bis hier, 140 Kilometer, zurückgelegt hatte, ohne die Hälfte des Bal­lastes zu verbrauchen, so war der Entschluß, mit 3*& Sack Ballast die 60 Kilometer zu überfliegen, durchaus wohl überlegt. Fast drei Stunden ging die Fahrt weiter. In­zwischen hatten sich unter dem Ballon Wolken gesammelt, Die die Orientierung ersc^verden. Richtigerweise entschloß sich Kayser, hinunterzugehen, um sich orientieren SU Awrett, Es trat dsLei ejjie Mr starke ÄLtüchÜÄNN

des Glases ein, so daß der Ballon bis auf die See durchs fiel. Hier wurde nun der noch vorhandene Ballast ver­braucht und das Schleppfeil gekappt. Dadurch erhob sich der Ballon wieder bis 1600 Meter Höhe. Da aber trat östlich der Insel Wieringen ein zweites Fällen des Ballons ein, das eine Schleifenfahrt mehrere Kilo­meter weit in westlicher Richtung zur Folge hatte. Utto 4 Uhr 16 Min. war das Festland bei Enyksluis er­reicht, wo Schröder gegen den Steinwall geworfen, be­wußtlos liegen blieb. Kayser fuhr allein wei­ter, rief aber Schröder zu: Ich komme gleich zu Hilfe. Er führte deshalb auch sofort ordnungsgemäß die Lan­dung durch wie dies die Besichtigung der Reiß, leine ergab. Der Ballon setzte auf einer Wiese vor dem Polder auf, doch wurde der Ballon durch einen plötzlichen Windstoß ins Wasser getrieben. Kayser versuchte, den Korb zu verlassen, versank aber schon nach kurzer Zeit. Schröder ist gänzlich unversehrt gestern in Krefeld eingetroffen. Die Leiche Kaysers wird morgen Donners» tag beigesetzt werden.

ßaiiöel.

= Messinghausen, 22. März. Die hiesigen Kalk«, werke Muffert & C0. gingen mit ihrem gesamten Grund­besitz, Oefen, Kalkbruch und Dttihle durch Kauf an die Saver­tan d i s che Kalkindustrie, G. m. b. H., Messing hausen Über.

Märkte.

Tendenz: Rinder, Kälber, Schale

Redend- sa>lache- pro 1U0 Pfund

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4749 85-89

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Lebendgewicht

47 -48 6062

47

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gewicht

4647 5961

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Wetter

108

102

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67

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8791

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39

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Junge, fleischige, nicht ausgemäilete und ältere ausgemäslete llngejochte

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Schweine. Vollfleischige Schweine bis zu 2 Zentner

Schlachtwertes dis zu I Jahren. . 4043 Weitere ausgemäslete Kühe und wenig

gut entwickelte lüngereKühe u. Färsen 3539 7075

Lebendgewicht . 4748 6062

Vollfleischige Schweine über 2 Zentner

Vollslelschige Schweine über 21/, Zentner

Lebendgewicht . 4546 5859

Fleischige Schweine unter 80 kg Lebend-

L. Friedberg, 22. März. Da in dem Gehöfte eines Vieh. Händlers in Bad-9tauheim vor kurzer Zeit die Ataul- und Klauen- leuche ausgebrochen tfi, auch einige nahe Orte unseres Kreises im Beobachtungsgebiete liegen, so durfte der heutige Viehmarkt nicht a b g e h a l t e n werden. Der Warft zählt sonst zu den belebtesten Ferkelniärkten des Jahres. Aiü dem Krämermarkte waren gar keine auswärtigen Käufer erschienen.

F.C- Wiesbaden. Viehhoi-Marktbericht vom 22. März. Auftrieb; Rinder 6d i Ochs en 21, Kühe 42, Bullen 00), Kälber 298, Schate 28, Schweine 546.

Vebenb* schlacht» «ewlchl

Ueberflanb: Rinder geringer Ueberstand, Kälber, Schafe uni) Schweine langsam geräumt.

Limburg a. d. Lah«, 22. März. Fruchtmarkt. Durch- schiiittspreis pro Matter. Roter Weizen (nassauischer) 16,50 Mk^ weißer Weizen (angebaute Frenidsorte) 16,00 Alk., Korn 11,60 Mk., Gerste: Futtergerste 0,00 Mk., Braugerste 00,00 Mk», Pas« -Mk. 7,75 Erbsen 0,00 Atk^ Kartofselu 7,00-8,00 Mk.

Bullen.

Vollfleischige, ausgewachsene, höchsten Schlachtwertes 4245

Vollfleischige, jimgere 3841 ttärien, Kühe, tzollfleischige ausgemästete Färsen höchst.

Schlachtivertes 4650 'doUfleischige ausgemästete Kühe höchst.

-Mäßig genährte Kühe imd Färfen . . 3034 66-68 Kälber.

Feinste Atastkälber 6466 106-110

-Mittlere -Mast- und beste Saugkälber . 5963 98-106

Geringere Ri ast- und gute Saugkälber 5358 8996 Schale.

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Gottesomlst m Oer Synagoge (Süd-Anlage),

Samstag den 25. März 1911:

Vorabend: 6.80 tthr.

Morgens: 9.00 Uhr.

Nachmittags: 3.30 Uhr. JugenbgotteSdieust.

Sabbatausgang: 7.35 Uhr.

□sraemittye ttettgionrgeftüschast.

Sotter-len st.

Sabbatleier am 25. März 1911.

Freitag abend 6.20 Uhr.

Samstag morgen 8.30 Uhr. Predigt.

Samstag nachmittag 3.30 Uhr.

Sabbat-Ausgang 7.35 Uhr.

Wocktengottesdienst: Morgens 6.45 Uhr, abends 6.00 Uhr.

__________1--------Ü-L2J ............ LJ_JMM

Meteorologische Beobachtungen der Station Slehtn.

Höchste Tenrprratur am 21. bis 22. März 4-

Dliebrigfte , , 21. , 22. , = +

Niederschlag: 0,0 mm.

März

1911 I

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der Lust

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Grad der BewSNtung in Rebntcl her stchtb. tzlntmeiLfl.

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