Erstes Blatt
161. Jahrgang
Mittwoch, 20. Dezember I9fl
Gietzener Anzeiger
monatlich 75 ÜU okrttf«
Pf.; durch
General-Anzeiger für Gberheffen
Rotattonrdnick tmö Verlag der vrühl'schen Unio.-Vuch- und Steinöruderet R. Lange.
Redaktion, Lrpedition und D ruderet: Zchulstraße 7.
bis vormsttaqs 9 Uhr.
Büdingen: Fernsprecher Nr. 269 Seschästsstclle vahnhofftratze 16a.
dir l;ofl Tlt.S.— viertel» jiihrL autidiL <*rüefla. 3cilenprei6: lofallbi% imSivärti 20 iflenntq. Lhefredakteur: ?l Goetz. BeraniwoNlick für den politischen Teil: August Gorq. für .Feutlle- ton', ,lPeniu|(tle4e und .®eucbi6|aalN: R. Neu»
Sand': E.Heß: für den Anzeigenieü: H. t’ecf.
Nr. 299
Ter «iefjenet Nrrzelgn erfcheini täglich, außer CoiiulaaS. - Beilagen: vtermal roöd'cinlttf) OjehenerZamlHenbläNer, xrviunal mödicnil.Kreis« bialt füröcn Kreis Gicfjcn (TienLiag und Freitag); zweimal moimil. Landwirtschaftliche Seitsragen ^erniprech • Änschliisie: für die Redaktion 112, Verlag u. Exvediiwn 51 Adresse für Depeschen:
-luzctger «letzen.
iJürlirti i'lt. 2-90; durch .ldhole- il 3n>etghcüm monatlich So W.: durch
Die heutige Nummer umfaht 16 Seiten.
Die Eröffnung des hessi'chen Landtages.
Als heute mittag die große Uhr im Sitzungssaal,! der Zweiten Kammer auf 12 stand, sah man nur noch wenige Volksvertreter. Tie erschienen ivareii, waren zumeist Neu- gewählte, die schon jetzt durch Pünktlichkeit zeigen lvollten, wie ernst sie es mit ihren Mgeordnetenpflichten nehmen. Erst alltnählich füllte sich da-? Hans. Es mar das alte Bild, das sich immer bietet, wenn die Mitglieder eines Parlaments sich nach langer Trennung Wiedersehen: Händeschütteln und lebhafte hörbare Begrüßung Eie tönncii umso fröhlicher sein, als ja die WeihnachtSferien bevor- sieben, und sie bald wieder daheim fern werden bei Dcib und Kind, fern von aller Politik.
Gleich der erste Tag war nicht ohne Humor. Ter verschwunden gewesene Abgeordnete I outz sitzt still auf seinem Platz in den hinteren Reiben. Als der Einweisungskommissar Ministerialrat Weber bekannt gibt, daß die Einladung für Joutz als unbestellbar zuruckgekommen sei, horcht der, von dem die Rede ist, auf. Da er sich nun aber ohne form ell e Einladung doch im Saale auf hält/ macht man ihn schonend auf das Inkorrekte seines Verhaltens aufmerksam. Er will sich aber nicht entfernen, und mit lauter Stimme, so das; es auf der Iournalisten- tribüne klar verständlich ist, weift er darauf hin, daß er im Besitze einer Einladung des Grob Herzogs sei. Das hälft ihm aber alles nichts: an der Abstimmung zur Präsidentenwahl darf er sich doch nicht beteiligen. Seine,: Platz behauptet er aber trotzalledcm.
Ein anderer heiterer Moment crgao sich, als der Alterspräsident Schönberger den Wun,ch aussprach, daß der neue Landtag mehr für Land und Leute tun möge als der alte. Schönberger scheint sich in feiner Rolle als Prstsi- dent nicht ganz wohl zu fühlen. Er spricht nur sehr leise, so daß ihm ein paarmal „lauter" zugerufen werden muß.
Don den 58 Mitgliedern der Zweiten Kammer waren >.") anwesend: eS fehtte also nur ein einziger, nämlich feu Abg. Ucbel, da Pennrich und £rb verstorben sind. Es dürfte eine Seltenheit sein, ein Parlament so vollzählig beisammen zu sehen.
Wenn morgen um 10 Uhr die Herren wieder versammelt fein werden, wird da? Bild sich etwas feierlicher ausmachen, da um 12 Uhr im Großher-oglichen Schloß die Eröffnung deS Landtages ist und die Thronrede durch den GrotzhetAvg verlesen werden wird.
br. Darmstadt, 19. Dez.
Der 35. hessische Landtag ist deute mittag 12’> Um zu einer konsliluicrendcn Sitzung zusammengerreten. Das Haus ist gut beseht, anroei'cub sind 55 «Abgeordnete. Arn Regierungs-ische sitzen die Ministerialräte Weber und öüficrt.
Geheimeral Weber eröfjncl die Sitzung. Bei Namens- aufrui ,cl;lt nur der Äbg. U c b c i. Bezüglich des verichwunoen ge- wcfeiten Abg. I o u v teilt Geheimcrat Weber mit, daß die Ein- lcwung als unbestellbar zurücktain mit d.rn Vermerk, daß 92ad)- jorschungen ergeben Hütten, bau der Abgeordnete niust mehr st inen Wohnsitz in Hessen habe. Aber der Abg. Joutz hat sich eingestellt. An der Abstimmung zur Präsidentenwahl aber darf er nicht teilnehmen.
Gel>eim.rat Weber übergibt dann das Präsidium dem Alterspräsidenten Schönberger ?)2atL). Dieser beruft die Abg. Finger Mail.) und Damm (VolkSp.) zu UrkundSversonen. Er gedenkt dann der beiden vernorbenen Abgg. Pennrich (Jtr.) und Orb (Soz.). Tic Abgeordneten haben pch von ihren Sitzen erhoben. Eö wird bann zur
Wahl des Präsidiums geschritten, die durch Zettelabgabe erfolgt. Gewähtt fcirb als enier Präsident der Aog. juocrbürgermeiiler Tr. Kohler- Worms (Natl.) (47 Stimmen, 8 weiße Zettel >, als zweiter Präsident der Abg. Oekonontierat More 11- Angenrod (25b.,
(47 Stimmen, 8 weiße Zettel), und als dritter Präsident der Abg. Tr. Schmitt- Mainz sZtr.) (47 Summen, 8 weifst-
Di weißen Zettel stammen von • i a i ■
demokraten, di. dadurch ihre Mißstimmung Ausdruck gaben, daß man es unterlassen hatte, auch ihnen wie den anderen Parteien davon Mitteilung lu machen, daß die genannten drei Abgeordneten für das Präsidium vorgeschlagen worden seien. Hierdurch sind von vornherein unliebsame Reibungssläd>en entstanden, die besser hätten vermieden werden sollen.
Vor Uebernalnire des Präsidiums durch den neuen Präsidenten Tr. Köhler spricht der Alterspräsident noch die Hosfnung aus, daß der neue Landtag mit der vermehrten Abgeordneten',ahl nrbr und besser für das Wohl des Volkes und des Landes sorgeti möge, als es der bisherige getan hatte. Das Haus nimmt diese kurze Rede mit großer Heiterkeit auf.
Nun übernimmt der neue Präsident Tr. Köhler das Präsidium. Er dankte für das Bertrau.-n, daß man ihm durch seine Wahl entgegengebraebt habe. Er möchte aber nickt unterlassen, den Dliek aller auf den Mann zu lenken, der elf Jahre l-indurch das Präsidium der .'lammet inncgelyabt habe Es fei b'daucrlich, daß gei'ehwächte Gesundheit Herrn Geheimerat Haas eS unmöglid) madw, von neuem nut der gewohnten Rüstigkeit und Energie seines aLen Amtes zu walten. Er forad) bann im Namen aller den Dank für die aufopfernde Tätigkeit des Geheimerat Haas auS. tLebhafleS Bravo.) Er selbst werde nach besten Krä ten bemüht fein, bi: Geschäfte vorurteilslos zu erledigen. Stets w rbc er beftr bt sein, bic Nedefreil-eü und die Ehre des Hauses nad) Möglid)keit zu bewahren.
Um l1/* Uhr vertagt sich daS HauS auf Mittwock; vormittag 10 Uhr.
♦
Zu gleicher Zeit hielt auch
die Erste Kammer
ihre konstituierende Sitzung ab. Zum ersten Präsident wurde wieder Graf v. Schlitz, genannt o. Görtz, vom Groß! erzog ernannt. Als zweiter rein, dritter Präsident wurden mieder- gewählt der Für st zu Solms- Hohen solmS-Lick und Frdr. Heyl zu Herrnsheim. Fürst Psenbur^-Bir- st e l n und Freiherr R i c b c f e l zu Eibad) wurden als Sekretäre gewählt.
Anträge.
Von der nationalliberalen Partei liegen eine Anzahl Anträge resv- Anfragen vor. Ein Antrag des Abgeorbn. Tr. Osann und Genoßen betreffend Geschäftsordnung der Zirc.ttn Kammer lautet:
„Wir beantragen, daß eine Kommission zur Reform der Geschäftsordnung der Zweiten Kammer gebildet w.rd, welche sich insbesondere mit de: Frage de: Behandlung der G-setzcs- vorlagen und Interpol.ationen in der Zweiten Kammer beschäftigen soll."
Ferner ein Antrag des Abg. Schott und Genossen betr. Uebernahme ter Heroübcrwachungskosteu bei b.r Rcblausb^mp jung durch den Staat. Ein Antrag Köhler und Genvs en betrifit die Revision der Allgemeinen Bauordnung: ein anderer Antrag Best und Genossen betritt Lor.chii.ten iur die Seuchenpolizet uiu) hat solgenden Wortlaut:
„Tie Umcr3£Uyncuii bcakt.uü-.., ote kainmer »volle beschließen, Grostherzogtiche Regiermtg zn ersuchen: 1. Unter Zuziehung von bäuerlichen Sachverstand.gen eine Ge.sttzesvottage einzubringen, durch rocld>c bic Vorschriften für die Seuchm- volizei fttr das ganze Land einheit.ich geregelt rocr.c.i. 2. Sofort Verbuche und Prüfung des durch Herrn Professor Bernhard Hoffmann in Stuttgart empfohlenen Mittels vix B e- kämpfung dcr Dlaul - und Ktauenscuche mit Eugu- sorm vornehmen zu wollen."
Eine Anträge der ubgg. ~r. Osann und Lang lautet:
zr3ft der Regierung befannt, daß wette Krc.-e Der Eisen- bahnarociter unLr b.r Teuerung der Lebensver- häitnifse außer^rdtti^ich zu leiden haben? Wüt die Regierung niu.t bei dem Ei.ttioahtil.'.inist.rluin in Berlin, oDtr bei der Estcnbahtchir.küon m Mainz aus eine Lohnerhöhung hinwirken?"
Luu niedere Anfrage der Abgg. Tr. Osann und Genossen heißt:
,Lst die Regierung bereit, der Kammer bariLcr Auskunft
zu geben, ob und wie die Bauamtsaspirant en, welche ihre Kündigung er ballen haben, ander weite llnterfunft gesunden loben?" Eine dritte Anfrage der flbgg. Tx. Osann und i^nossen lautet: „3ft der R.gierung bekannt, daß fid) Klagen über die Hebe b?r tierärztlichen Unter fuckungtzkosten anläßlich der Maul- unb nienfeudxe und nrsckiedene Berechnungen in einzelnen Bezirken ergeben haben ? Empfiehlt r< Hdi nicht, dicse K osten ixn Diehbesitzem abzunebmen und auf die Staatt'kassc zu übernehmen?"
Eine andere Anfrage bcfdiüftigt sich mit dem Bau derUeber- landz en traten , bei dem b:r Heinere und mittlere Handwerkerstand sick an den Arbeiten brr Installation uno. nidit in wünschenswener Weise bei eiligen kann, weil die Großbetriebe gerade diese Arbeiten auch für sich in Anspruch nehmen. 5ot»nn liegt ein- Anfrage vor, ob es der Regienuig bekannt sei, daß für bic Lokomotivführer in der -es s. - preußischen Eisenbahn gemein schäft btc Ticnskzcit eine übermabig lange ist. Tie Regierung wird bab-*r bringt, ob sic nickt Ver- anlaihtng nehmen wolle, bei her Eijenbaliudirckion Mainz babin Sd>ritte ju tun, daß eine übermäßige Tieiistzeit der Lokomotivführer nicht mehr forkomme.
Auck eine Anfrage über Wohnuna-geldzu schuß der Reichtzbeamteti liegt vor, die folgenden Wortlaut bat: „Ist bic Regierung bereit, darüber Auskunft zu geben, mir weit die Verhandlungen bewglid) des Wohnungsgrldes der ReichSbeamteu und damit auch der heß'.-prcußisdxi: Eiicubahiibeamten im Bundesrat bezüglid) der Stellung der Stabt Tarmstadt in den Wohnungs- tarif gediehen sind?"
rb. Darmstadt, 19. Dez. Die Fraktion der fortschrittlichen Volkspartei hat bic (Anbringung folgenden Antrags beschlossen: „Tie Regierung wird enuckt, eine Gesetzesvorlage einzubringen, durch treldx die '^kfhmmungen über das Pluralwahl reckt sowie die das allgemeine Wahlrecht beschrankenden Mautekn beseitigt werden."
In der ersten 21 ä n b e f a m m c v hat ba5 al- Vertreter des vandelsstaiides neuernannte Mitglied, Geh. Koinmerzienrar Tr. Bamberger, bei der Großh. Regierung folgende^Anfrage cingcbrad)!: „Ist Großh. Regierung bereit, über den Stand» der Beil-andlungen negen Erl>iuung einer Eisenbahnbrücke über den Rhein im Rheingau mit Amdstuß an die ftratc- gisd-e Bahn Gau-Algeshei m—M ü n st e r a. St. Auskunft zu erteilen? Unb welch: Maßnahmen sind in Aussicht genommen, um bic DerkehrSinteressen Hessens zu wahren?"
Zur Erönuung deS 35. Landtages
hat der Großl-er^ogliche Cber-dnemonienmciftcr, i V der Ober- kammerherr Freiherr Riedesel zu Eisenbach folgendes Programm festgewtzt:
„Mittwoch, 20. I. M, mittags 12' • Uhr, wird der 35. Landtag von Seiner Königlicbcn Hohnl dem Grobherzog erofmet werden. Zu diesem 9lftc ver'animeln sich im Großherzoglicken Schlosse um 12 Uhr: die Mitglieder der ersten Aamincr: in bin Assemblee- zimmern: die Mitglieder der ziveiten Kammer: in den russischen Zimmern: die Mitglieder des LtaatSministcrium-: in dem Fahnensaal: bic Hoßtaaten und Adjutanten: in dem Rampensaal »-
Tte zweite Kammer wird durch den als Zeremonienmeister diensttuenden Kammerherrn Frbrn. ’2L von Starck in den Thronsaal eingeiührt. Nachdem diesilöe ihre Plätze eingenommen hat, erfolgt die Einführung der ersten Kammer durch ben Cber- Zcremonicnmeister unb hierauf biejenige bet Räte der Ministerien durch den als Zeremonienmeister diensttuenden Kammerherm v. Werner. Tie erste Kammer erhält ihre Plätze zur rechten, die zweite Kammer zur linken Seite des TbroneS, bemfelb.’n gegenüber^ bie Räte der Ministern nehmen die Platze zur linken «eite des Thrones ein, in dem Raum zwilchen demselben uno ben Zitzen dec Avgeordneten zur zweiten Kammer. Seine .Königliche Hohen ber Großherwg begeben sich auf die Meldung deS Ober-Zeremonien- mcisters, daß die Einführung brr Versammlung Rattgtiunben habe, in den Thronsaal.
Nack) gehaltener Thronrede verliest der Staatsminister auf Befehl seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs die Eidesiortnel uno fordert diejenigen Mitglieder der beiden Kammern, wilchc ben lanbitänbigcn Eid noch nia»t gclei.ct haben, jur iSibce.eiuung auf. Tie Mitglieder treten auf den Namcnsaulruf einzeln vor ben Thron, leisten bas Handgclöbnis, sprechen mit ausgehobener Rechten: „Ich schwöre" und begcjcn sich auf ihre Plätze zu nick. Nach ber Eidesleistung cnlart ber Ltaatsminlster auf Befehl Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs den Landtag für eröffnet.
Gieszencr Stadttheatev.
Das tlciuc Lchotoladeumäbchcu.
Von Paul Gavault, Deut>ch von G. v. >schöntl)<tn.
Gießen, 20. Dez.
Das kleine Schokoliidentnädchen i)t ein verzogenes, eigenwilliges Frauenzimmerchen, wie sie unS von den französischen Lustspielschreibern seit einigen Zal reu mit Vorliebe gezeigt werden. Auch die übrigen Personen des Stückes siiid nach den berühmten Mustern gearbet.ct, die wir alle miteinander langst zur Genüge kennen. Neu in aber der für einen Franzoseil o,t erstaunliche Ernst, mit der er seine Figuren bewegt, bis er den König matt geatzt hat. Es ist nicht die Art des gewöhnlichen ^cl-wantes, häufig Hingen echte Lustspieltöne hinein, und mu ein Hciu wenig gutem Willen rann man das ..ci.ere Lprel der ^uyne als eine lebensechte Geschiepte ansehen.
Ein Heiner Beamter, der gutmütig genug ist, einen talentlosen und darum sehr von «ich eingenommi.neil Lulct nebst seinem Modell in seinem einsamen Junggc|ellen^etm vor Paris zu beherbergen, wird spät am Aoeno von einer jungen Tome geweckt, die mit i. rem Kra aoagen eine Panne erlitten hat. Ta im ganzen Ort kein Gasthaus ist, mutz er auch sie wohl oder übel bei sich ausneymen, obivohl^ am anderen Morgen sein Schwiegervater und sRr.e ^raut^tom- men wollen. Dieser ehrbare Herr, dem die junge ^ame den schönen Beinamen „tolpel.njte Spießer,eele" gwl, ist natürlich aufs peinlichste berührt, als er die beiden Lumen wahrnimmt, und mit der ohilmuch.igeii Tochter aus den Armen verlaßt er empört das sündhafte Haus. 2er Heine Beamte ist deshalb ebenfalls empört und erteilt dem ^cholo- lodenmäocheii, das durch seine Taktlofigleit das Um ei. an- gerichtei hat, eine schar,e Zurechtweisung. Taruber ist daS Heine Mädchen, das seither immer nur mit Liebkosungen überhäu.t wurde, so er,reut, daß es den Grobmn zu HRruren beschließt und es mit des Malers und einer :.ia.-rerade
-
ratet ebenso selbstverständlich sein Modell und eiujagt dem
Pinsel, um Tireltor in des M ilionärs Schokolodensabrik zu werden.
Tie Darstellung war in den einzelnen Rolfen sehr schön und gut, litt aber teilweise an einer Äenchleppung des Tempos, das wesentlich jiolier Hütte sein müssen. Es scheint :edoch weniger die Schuld der Regie als eine gewisse Un- licher. eit in der Textveherrschuiig gewesen zu sein. Zm übrigen war die Darstellung, von Rncm zu späten Austritt abgesehen, wirluug-e-v0ti unb beisallswürdig. Fräulein de Bruyn entwiaelte als Schokoladenmabchen Schneid uno Temperament, und gi. g mu munterer Laune er.cügreich aufs ga::ze. Herr Norden als ihr gut.r Papu schuf eine giüditue Figur voll köstlichsten Humors. 2lls der kleine Beamte Taul 'Jtonnano zeigte sich Herr Grosser von seiner besten Seite. Er bot ein seines, lebensooUes Men,chenbild. Herr Goll gab den armen Mul.r mit dem Riesentalent in einer schönen Ma^te und mit einem prüch- ligcm LelMgcn, das in jedem Zug gelungen war. Herr Bo Ick als toipc^a te Spietzersec.c war eben all- von schönster, sorg uiLger Durchoüdung. Sc^r ne:, war auey or^- lein Schmidt als Muu^ll uno Fräulein Zunglmig a.s Fulie. Äon den übrigen Darstellern jino nach Herr Stroder als He.tor uno Herr Hilbert als Toupe. zu erwähnen. Tie Regie führte Herr Bakof. N.
Die £iebl;aber=21us5abe bes Wilhelm vusch-AILllmr ist wieder neu erschienen und vom -e-iiagc von Fr. Ba ser- mann in München auf den WeihnachtsUjch gelegt woroeiu Ta gehört die.er humoristi.chc Hausschay tatsächlich hin. Tas große Buch vereinigt aue die glänzenden Geschichten, die Meister Busch der Welt gesa.-ilt bat, und uit 1X0 unverg.c.ch.ich'en Zeichnungen, vol. Laune und Humor, geben den rdstlichen u.etm^eien bi. ...len^nglb. .. ^ri.^c unb Wirkung. Buschs Humor ist railer ’daycg.:.. I.u und ber Rest nichr mehr zu gebrauche..' ist, wie cs ton der frommen Helene unseligem Ende heiße, bleibt man kind
lich heiter. Tie Schulwc^e und Schaber,lackstreiche, die wir alle liebten und als eine Rotwendigteii anertennen, erhielten von Wilhelm Busch noch eine iunstlerischc Weihe. Fn der Kürze liegt bei chm des Witzes Würze. Unb so überrascht er uns durch immer neue luftige Einfälle, er- finbel oie tomischen Gestalten, die, wie in einem Herbarium gepreßt und aujbewahrt, immer weitere Generationen er» göhen. Auch unsere junge Generation darf den erst seit einigen Zähren toten Meister nicht vergessen. Taher ist bas Liebhaber-Album gerade auch zum Weihnachtsfeste heranzuholen. Es enthält alles, was den Ruhm Buschs begründet hat, im ersten Buch „Die fromme Helene", „Plisch und Plurn", sowie „Pater F-ilucius", im zweiten Buch ben famosen „Tobias Knopp", im dritten „Bilder zur Iobsiode", „Die Ha-arbcutel" und „Balduin Bäh- lamm'. Tas 4. Buch folgt bann mit „Ter Geburtstag ober die Partikularistew', „Fipps der Affe", „Maler Kleck- sel", „Tideldum". — Immer wieder ist Wilhelm Busch derselbe teuere Charakterdarsteller, wenn wir ihn nicht einen Dichter nennen wollten, ber er doch auch ist. TaS Lieb» aber-Album ist ein Familien-Hausschatz im besten ... mpel kommen kann, da er für Alt uns Jung eine Quelle immer neuer Freuds und Erheiterung ist. ^ie gediegene Ausstattung des Albums, ber starke Einband, machen es zum Festgeschenk gleichfalls besonders geeignet.
•
kf. Heu- Tee. Holländifcken Teezüchtern ist eS, wie bcricklet wirf, gelungen, aus reu einen Tce derzuneUen, der die fünflhd;e Rilchcrn^tnuna junger Rinder, Pferde und etbaic zu ersetzen vcr- mai. Tas ueiranl wird iconn teieiiei, indem man eine Hand- ooü 'einucs Hen m einen Top' wirf«, der etwa einen truec kochenden Woi:eiS enthalt. Rach einer halben etunbe ist der Aii'gnß nedrauch-'ä i.i und wird den vieren warm barqereickt. Tiefer Tee in, wie die ^machten einiger debeutender LpSzialiiten uer- ftchern, tmnanbe, ten jwi e i Tieren vom 10. Ucbenciage an Vie - ücknahrnng : is :ur päiüe zu ericyeii und rann in icbcnt ciaDimn btt Ei.nviaiung u. r.c cdjaöen angeiccnoct roerbciu


