Ausgabe 
3.8.1911 Zweites Blatt
 
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Meteorologische Beobachtungen der Statlon Giehe«.

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August

1911

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tlebeiibgeividji.......

Fleischige Schweine unter 80 kg Lebend, gewicht .... .....

St äl v er. Feinste Mastkälber

Vollfleischige Schweine bis zu 2 Zetttnee Lebendgerolcht

Vollfleischige Schweine über 2 Zentner Lebendgewicht

Vollfleischige Schweine über 2'/, ZeiUner

Mittlere Mast- und beste Saugkälber . 5355 89-92

Geringere Acast- und gute Saugkälber 4851 8086

Geringere Saugkälber . .... 4448 7480

1905 gegründet worden. Tas inj. trug 1 Million Mark und ist im Juni von l3/< Millionen Mark gebracht worden, denden von 6, 7, 7, 7, 7 Prozent verteilt.

Färsen. Kühe.

Vollfleischige ausgemästete Färsen höchst.

Schlachtwertes 4852 8692

LoUsteijchlge ausgemästete Kühe höchst.

Schlachtwertes bis zu 7 Jahren. . 4044 7780

Aellere ausgemästete Kühe und wenig

gut entwickelte jüngere Kühe u. Färsen 3539 7075 Mäßig genährte Stühe und Färsen . . 2734 6068

Markte.

x.6. Wiesbaden. V iehh o'-Marktberi cht vom 2. Aug. Austrieb. Rinder 60 (Ochsen 16, Kühe 44, Bullen 00), Kälber 341,

Söhnchen zu achten. Als man schließlich nach dem Kleinen suchte, fand man seine Leiche in dem Gartenbrunnen.

s) Marburg, 2. Aug. In Bad Wildungen, wo er zur Kur weilte, starb der Gutsbesitzer und Bürgermeister Heinrich Scherer aus dem nahen Dagobertshausen. Der Verblichene, der ein Alter von 87 Jahren erreichte, gehörte lange Jahre dem Marburger Kreistag und Kreisausschuß an.

)) Cigaretten.

Etwas fürjie?

Salem Aleikum

Gqarette des Feinschmeckers!

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Preis: 34,4. 5,6, 8,10 Pf£<LSt

0 rientlab. uCi^areitenFabrikyenldze' Jnh. HugoZietz, Dresden.

Scha ie. Weidemastschafe . . . Schweine.

Han-et.

§ Eine nevc Bankkrisis in Rh einland-W e st- alen. Mir haben schon kurz davon Notiz genommen, daß der

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Sanatorium Lindenfels

zwischen Darmstadt-Heidelberg, 400 m hoch herrl. gelegen. (86%

Landwirtschaft.

AomLandwirtschaftskammer-AusschußfürOber- Hessen.

Ausbruch und Verbreitung der Maul- und Klauen- settchc in der Provinz Oberhessen nötigten den Landwirtschafts- kammer-Ausschuß zu verschiedenen Aenderungen in seinem Arbeits­pläne. Zunächst mußte die landw. Krcisschau in Gießen für dieses Jahr aufgegeben und auf nächstes Jahr verschoben lverden, ferner mußten die Zuchtviehcmktionen ausfallen, die Pferde-, Rind­vieh- und Ziegenschauen zurückgestellt werden und andere För­derungsmaßnahmen auf dem Gebiete der Viehzucht vorläufig tzrnterbleiben.

Ein Import von Simmentaler Bullen aus der Schweiz konnte auch nur Ende August mit dem Vorbehalte in Aussicht genommen werden, daß das Ankaufs- und Durchfuhrgebiet in der Schweiz wie seither vollständig seuchenfrei bleiben und der Seuchenstand in der Provinz sich nicht verschlimmert.

Die Ackerbau- und Obstausstellungen z u Bad- Nauheim, Lindheim, Alsfeld und Schotten sollen veranstaltet werden, wenn nicht durch Seuchenausbrüche in den Veschickungsgchieten die Gefahr einer Seuchenverbreitung durch die Ausstellungen zu befür ästen ist.

Der Vorstand hat als Ersatz für die ausfallenden Veranstal­tungen einige andere .Maßnahmen ungeordnet, von denen als die wichtigsten folgende erwähnt sein mögen: Unterstützung des gemeinden, eisen Saatgutbezuges im Herbste und kommenden Früh­jahre; Prämiierung unkrautfreier Felder, Zuschuß zur Herausgabe des oberhessischen Obstsortinrentes, Verleihung von Aufzuchts- Prämien an Frankenkreuzungen, Durchführung einiger Ergänzungs­einrichtungen auf den Jungvichweidcn, Errichtung einer Zucht­station für Emdener Gänse, Verleihung von Prämien an anerkannt Nchtige Schäfer mit langjährigem Dienstverhältnis usw.

Die Störung in der Verfolgung gesteckter Ziele ist sehr un- ftngenehm, jedoch durch die Verhältnisse geboten.

vüchertisch.

Schweiz er he ft der Süddeutschen Monats- hefte. .Das Augustheft der Süddeutschen Monatshefte (Süd­deutsche Monatshefte ®. m. b. H. München) ist tote alljährlich seinem Hauptinhalte nach der Schweiz gewidmet. Erzählungen von Grethe .H^ann Ku rz, Alfred H u g g c nberg er, Briefe Zschokkcs an Westenberg, Abhandlungen von E. A. Loosli Florian Melcher C. A. Bernoulli, Christian Tarnuz- iter, Hermann Schoop und neue Mitteilungen über Richard Bigners -briebschencr Aufenthalt gestalten wohl das diesjährige Schweizerheft zum reichhaltigsten, das die süddeutsche Zeitschrift bem Nachbarlande gewidmet hat. Von dem übrigen Inhalt nennen rotr G a n g Ij o f e r d Lebenserinnerungen, einen Nachruf auf Mottl von Walter Braunfels, des Frankfurter Pfarrers Johannes Kubel Aeutzerungen über den Fall Jatho, Hermann Schnells ^ubentum und moderne Kultur" und einen Aufsatz von Prof

'/Hagenbeck als Erzieher", worin der be­kannte Weltrecsende Stellung ninrmt zu dem vom deutschen Kaiser beförderten Proickt eines Tierparkes für Berlin.

WollenSie etwas feines raudien

dann empfehlen wir Jhnen:

den 26 jährigen Angeklagten jedenfalls zu jenen Millionärssöhnen, die von Kindheit an mit schrankenloser Freiheit und märchenhaften Taschengeldern verwöhnt werden und die in dem Gefühle jener Allmacht, die so oft mit riesigem Reichtum verbunden ist, alle Schranken der Ethik vergessen.

Seit den aufregenden Tagen des Thaw-Prozesses bilden diese Erscheinungen für Amerika eine Quelle wachsender Besorgnis, und in der Oeffcntlichkeit mehren 'sich die Stimmen gegen die Multimillionäre, die in ihrem Eifer nach Vermehrung ihres Be­stes in ihren Geschäften völlig aufgehen und sich um ihre Kinder nicht kümmern. Die Geistlichkeit hat von den Kanzeln gegen die Eltern gewettert, die ihre Kinder ohne Erziehung aunvachsen lassen und io Verschwender züchten, die schließlich eine Gefahr für die Mitwelt werden. Die Nachforschungen nach dem Vorleben des jungen Beattie zeigen das gleiche typische Bild: seitdem er als Kind Geld in die Finger bekam, begann er ein wildes, ungeregeltes und im Grunde sinnloses Verschwenderleben. Die Verheiratung Beatties kam nur zustande, weil man durch die Ehe den zügel­losen Charakter des jungen Millionärssohnes zu bändigen oder ru bessern hoffte. Mer es kam natürlich bald zu Reibungen zwi­schen den Gatten, die junge Frau rvars dem Manne immer wieder sein zügelloses Leben vor, und für die Verhältnisse ist es bezeich­nend, daß die Gattin einige Wochen vor der Geburt ihres ersten Kindes das Heim ihres Mannes verließ und zu ihren Eltern zurück- kehrte. Das kleine Kind war gerade fünf Wochen alt, als dann der junge Vater die Mutter ermordete. Man nahm ursprünglich an, daß die Leidenschaft für eine verschwenderische Geliebte die Triebfeder der gräßlichen Tat gewesen wäre. Auf Grund der jetzt abgeschlossenen Nachforschungen aber hat die Polizei ihre Ansichten geändert: alle Anzeichen deuten darauf hin, daß Beattie seine Frau nur ermordet hat, um sie daran zu hindern, den Vlan einer Scheidung durchzuführen. Denn er mußte annehmen, daß im Falle der Scheidung sein Vater ihn verstoßen und ent­erben würde. Eine Woche vor der Mordtat weilte Mrs. Beattie in Richmond bei Verwandten, sie beabsichtigte, am 19. Juli wieder in ihr Elternhaus zurückzukehren. Die Polizei veröffentlicht einen eingehenden Bericht über den Hergang der grausigen Tat. Beattie suchte am 18. Juli, am Tage vor ihrer Heimreise, seine Frau in Richmond auf und lud sie zu einer Automobilfahrt ein. Die junge Frau lehnte das ab, aber die Mutter, die die Tochter nach Richmond begleitet hatte, redete ihr zu, in der Hoffnung, daß die Fahrt vielleicht zu einer Versöhnung des jungen Paares führen könne. Beattie fuhr dann fort und erklärte, er werde am Abend toiederkonunen, um seine Frau zur Fahrt abzuholen. Man er­wartete ihn auch, aber er kam erst um 10 Uhr, als Frau Beattie sich bereits angeschickt hatte, zur Ruhe zu gehen. Sie kleidete sich jedoch wieder an und bestieg mit ihrem Manne das Automobil. Tie polizeilichen Nachforschungen haben nun ergeben, daß Beattie in der Zeit zwischen 8 und 10 Uhr mit seinem Automobil fortfuhr und 15 Meilen von der Stadt entfernt auf der Landstraße sein Gewehr am Wegrande verbarg. Er merkte sich die leicht kennt­liche Stelle an einem Baumstümpfe, !mb als er dann nach zehn Uhr mit seiner Frau wieder hier ankam, hielt er den Wagen« an und stieg mit ihr aus. Dann packte er im Dunkeln Has Ge­wehr, richtete in der Finsternis die Müirdung der Waffe bis auf 30 Zentimeter auf den Kopf der jungen Frau und schoß sie nieder. Den Leichnam setzte er dann in den Wagen, brachte ihn der Mutter der Ermordeten und dem 5 Wochen alten Kinde und erzählte nun das Märchen von einem unbekannten Mörder, der Mrs. Beattie niedergeschossen habe, worauf auch die Polizei sofort mit Bluthunden Spuren suchte, aber keine fand. Die Haltung des jungen Mörders int Gefängnis zeigt den gleichen eisernen Gleichmut, den er bereits bei der Voruntersuchung zur Schau trug. Er hat der Polizei jede Antwort verweigert und blieb auch bei Anwendung desdritten Grades" noch standhaft. Äiglich emp­fängt er eine Menge von Briefschaften, die er in aller Ruhe er­ledigt, dabei raucht er Zigaretten und spielt auf seiner Guitarre. Dem schr«klichen Tode seiner Frau gegenüber zeigt er die größte Gleichgültigkeit, und auch die nun erhobene Anklage wegen Awrdcs schien ihm nicht den geringsten Eindruck zu machen.

Tie Verteidigung hat sich natürlich bereits entschlossen, toegen Entartung und Irrsinn Schuldlosigkeit zu beantragen, aber die Ge­schworenengerichte in den Südstaaten sind in diesem Punkte hart­höriger als die Geschworenen im Norden der Union und lassen sch durch psychiatrische Gutachten gewöhnlich nicht davon ab-- halten, einen Mörder für seine Tat auch büßen zu lassen.

Märkische Bankverein A. G. in Gevelsberg wegen UnteHUag* ungeu des früheren Direktors in Schwierigkeiten geraten ist. In einer außerordentlichen Hauptversammlung ist raut die Liqui­dation der Bank in Vorschlag gebracht worden. Der Aufftchtsrat glaubt die Gläubiger vollständig befriedtgen zu können, dagegen ist ein Teil des Aktienkapitals gefährdet Die Bergisch-Märkische Bank hat aus Anlaß dieser Affäre in Haspe cme DeposttenLllssq eröffnet, während die Mittelrheinische Bank in Haspe die Ge­schäfte des Märkischen Bankvereins übernehmen und von dort aus die Liquidation durchführen wird, «ter -8anföeretn ist Ende ~ sprüngltche Aktienkapital be­im i. )08 auf die jetzige Höhe Es wurden Dich-

vermischte».

*WrederKaiserseinenSoldatcngehorcht. Aus Swineinünde wird tuns von dem Aufenthalt des Kaisers olgender verbürgte Vorgang berichtet, der beweist, wie der Kaiser in jeder Lebenslage die strengste Beobachtung militärischer Vorschriften auch dann zu schätzen weiß, wenn ie ihm selbst Unannehmlichkeiten bereiten. Am zweiten Tage seiner Anwesenheit in Swinemunde fand ein See- Aießeil statt, das einige größere Einschränkungen des Verkehrs.an dem Strande notwendig machte. Der Kaiser ging am Morgen um V29 Uhr mit dem General v. Scholl und einem Gefolge von mehreren Offizieren spazieren und kam dabei auch auf die Westmole. Hier war es des See- chreßens wegen nicht gestattet, weiter zu gehen. Als der Monarch mit seinem Gefolge zu den beiden Posten kam, )ie dastanden, um dem Durchgangsverbot Gehorsam zu verschaffen, untersagten ihm die Posten das Weitergehen. Es ist ungewiß, vb sie gewußt haben, wen sie vor sich haben. Der Kaiser gab shch jedenfalls nicht zu erkennen, uchte nur und leistete der Aufforderung der Soldaten Folge. Als er einige Hundert Schritt zurückgegangen war, passierte ihm genau dasselbe. Auch hier standen zwei Soldaten als Posten, um jeden Verkehr zu unterbinden. (Siner der beiden Posten muß 'wohl den Monarchen erkannt haben, denn in streng militärischer Haltung meldete er, > hier der Durchgang wegen der Lebensgefahr keinem Menschen gestattet werden könne. Auch diesmal gehorchte )er Kaiser wieder lachend Und machte zu seiner Umgebung )ic Bemerkung, daß seine Soldaten doch verteufelt auf dem Posten seien Und ihre Instruktion vorzüglich int Kopf hätten. Da ihn die Leute nicht weiter gehen lassen wollten d müsse er eben, wie er hinzufügte, hier bleiben, bis er Durchgangserlaubnis erhielte. Er lud seine ganze Um­gebung zum Hinsetzen aus den Rasenplatz ein, wo alle eine längere Zeit bei dem Genüsse einer Zigarre den Schieß­übungen aus der nötigen, durch die poften gebotenen Ent- ernung zusahen.

Höchste Temperatur am 1.

Niedrigste , 1.

Gießener Strafkammer.

)( Gießen- 1. Aug. Verbrechen wider die Sittlichkeit.

Der 30 Jahre alte, verheiratete Taglöhner K. B. von Staufen­berg befand sich am Abend des 8. Juli l. I. 'allein in seiner Woh­nung, als das elfjährige Töchterchen eines dortigen Metzgers kam, um im Auftrage ihres Vaters Fleisch abzuliesern. Er be­nutzte die Gelegenheit, um sich an dem Kinde unsittlich zu ver­greifen. Diese verwerfliche Tat büßt der Angeklagte heute mit ächt Monaten Gefängnis.

DerSchneideralsDetektivunddieverschwundene Jungfrau.

Die achtzehnjährige Tochter eines ehrsamen Handwerkers ans Rödgen war seit etwa Jahresfrist bei dem Inhaber eines größeren Geschäftes in Bad-Nauheim als Dienstmädchen in Stellung. In der schönen Badestadt sah sie nun die vornehmen und reichen Leute, die nicht zu arbeiten brauchten, sondern nach Lust umherreisten Itnb sich das Leben viel vergnüglicher gestalteten als so ein armes Dienstmädchen. Da ergriff sie die Sehnsucht, einmal eine Reise zu tun, sie erhob ihren rückständigen Lohn und fuhr mit dem nächsten Eisenbahnzuge auf und davon in die weite Welt hinaus, lohne jemanden zu sagen wohin An das spurlose Verschwinden des Mädchens knüpften sich bald allerlei abenteuerliche Gerüchte. Man fürchtete, daß sie das Opfer eines Mädchenhändlers ge­worden sei. Von diesen Gerüchten erfuhr auch der Schneider-- tzeselle E. T. aus Hamburg, der bei einem Meister in Bad-Nau- Heun tätig war. Der hatte schon viele Romane gelesen; besonders hatten ihm Kriminalgeschichten gefallen. Er war so begeistert davon, daß er sich mit dem Gedanken trug, Nadel und Scheers im Stich zu lassen und auch ein so schlauer und.geriebener Detektiv zu werden, wie sie in den Romanen geschildert werden. Eines Tages erschien er bei den Eltern des verschwundenen Mädchens. Er zeigte seine Karte vor, auf welcher unter seinem NamenGeh. Detektiv" stand und auf deren linker Seite leine Photographie laufgeflebt war. Er erzählte den erschreckten Eltern, daß ihre Tochter nach Budapest gebracht worden sei, um dort in ein Freiwenhaus verkauft zu werden. Der Preis für ein solches Mädckfen betrage etwa 12000 bis 15000 Mark. Hinter der Sache stecke der bei ihrem seitherigen Dienstherrn beschäftigte Chauffeur, der Ungar sei. Wenn das Mädchen befreit werden solle, sei Eile geboten. Er habe schon vier Mädchen unter eigener Lebensgefahr befreit. Zur Reise nach Budapest benötige er indessen 180 Mark Reisegeld. Bei einem zweiten Besuche las er den Leuten einen angeblich amtlichen Leumundsbericht über den Chauf­feur vor. Es war darin gesagt, der Chauffeur sei ein äußerst ehrlicher und gewalttätiger Mensch: er habe vor seiner Ber­atung mit einer anderen Person in wilder Ehe gelebt, habe iber mit drei Kindern sitzen lassen. Er habe auch "drei. Mäd­chen nach Budapest verschleppt, deren Aufenthalt dort noch nicht ermittelt fei; er habe 4, 6, 12 Wochen und 8 NLonate Gefängnis erlitten usw. An der Sache war natürlich kein wahres Wort. Die geängstigte Mutter aber wollte sich schon die 180 Mark Reisegeld für den Detektiv leihen, als eine Postkarte einer Ver­wandten eintraf, worin diese mitteilte, daß sich ihre Tochter wohl­behalten bei ihr in der Nähe von Bad Kissing-en befinde. Die Mutter reifte sofort hin, um ihre Tochter zu holen. Der Detektiv reifte mit, damit das Mädchen auch sicher nach Hause komme. Darauf wandte sich der Detektiv an den Chauffeur. Er forderte ihn auf, ihm 80 Mark an baren Auslagen für seine Reise zu zahlen, andernfalls werde er die Gerichte mit der Sache befassen. Der Chauffeur bestellte ihn auf den nächsten Tag in feine Woh- famg. Der Detektiv versah sich, wie es sich eben für einen Detektiv ziemt, mit einem Revolver, den er sich vom Hausburschen lieh und wurde in der Wohnung des Chauffeurs verhaftet. Er hat sich heute wegen versuchten Betrugs, versuchter Erpressung Und verleumderischer Beleidigung zu verantworten. Tas Urteil lautet auf zehn Monat Gefängnis. Erwähnt sei noch, daß der Angeklagte gleichzeitig noch ein Gesuch an den Groß­herzog gerichtet hatte, worin er dem hessischen Staat seine Dienste als Detektiv anbot. Das Gesuch aber war abschlägig beschieden worden. Den Leuten dagegen erzählte er, er habe aus dem Staatsdienst ausscheiden wollen, der Großherzog habe aber nicht eingetoilligt, da man bei der bevorstehenden Hier Herkunft des Zaren auf seine Dienste nicht verzichten könne.

Ein Bienenliebhaber.

Seit Jahren wurden die Imker nr Grünberg dadurch beun­ruhigt, daß fortgesetzt in ihren schmucken Bienenhäuschen Dieb­stähle vorkamen. Bald war es ein ganzer Brenenstock, bald waren es Waben, bald sonstige der Imkerei dienende Gegen­stände, die nächtlicherweile entwendet wurden. Endlich gelang cs, den Dieb in der Person pes Webers A. G. abzufassen. Er leugnet entschieden, einen der ihm zur Last gelegten Diebstähle begangen zu haben; er will die bei ihm vorgefundenen Sachen vielmehr vom großen Unbekannten gekauft haben. Das Gericht verurteilte ihn aber wegen eines schweren und zweier einfachen Diebstähle zu sechs Monaten Gefängnis. Wegen zweier weiteren Fälle wird er auf Gnmd nicht ausreichender Beweise frei gesprochen.

Die (Entartung der amerikanischen lNillionärssöhne.

Die Anklage gegen den jungen amerikanischen Millionärssohn Henry Clay Beattie aus Richmond, der seine jungei Frau wahrend einer Automobilfahrt ermordete, ist abgeschlossen und bringt einen neuen furchtbaren Einblick in die Entartung, die man gerade bei den Söhnen amerikanischer Multimillionäre so oft beobachten muß. Die Polizei und die Staatsanwaltschaft zählen

Schafe 3a, Schweine 359.

Tendenz: Rinder, Kälber, Schafe und Schweme mittelmäßig.

Preis Durch.

pro 100 Pfd. schnittspreiS t'ebe^£ta*t' pro 100 Pfmrd

Ochsen. von-ki-von-bi»

Vollsieischige, ausgemästete, höchsten

Schlachtwertes höchstens 6 Jahre alt 4951 8893

Junge, fleischige, nicht ausgemcistete und

ältere auSgemäftete ..... - 4448 8587

Ungejochte..... ... 5053 9096

Uebersland: Rinder Ueberftanb, Kalber und Schafe geräumt, Schweine langsam geräumt.

ch. Bingen, 2. Aug. Die rheinhessischen Obstmärkte sind durchweg gut befahren. Tie Preise sind Dabei tut allgemeinen zuruckgegangen. Für den Zentner Edelpflanmen (Reine- flauben) wurden 10-13 AU., Aprikosen 2027 Mk., Pfir­siche 2025 Ak., Mirabellen 20 Mk., F r ü hbirne n 12 bis 14 Mk., Frühäpfel 1216 Mk., Frühzwets chen 16 bis 20 'Ulf. und Pflaumen 6 13 Mk. angelegt.

fc. Frankfurt a.M. Schweinemarktbericht vom 2. Aua. Aufgetrieben waren 1307 Schweine. Vollfleischige Schweine von 80 bis 100 kg Lebendgewicht 50.0052.00 Alk., Schlachtgewicht 64.0066.00 Alk., vollfleischige Schweine unter 80 kg Lebendgewicht 49.0050.50 Mk., Schlachtgewicht 63 - 65.00 Mk.; vollfleischiqe Schweine von 100120 kg Lebendgewicht 50.0052.00. Alk. Schlachtgewicht 64.0066 Alk.: vollsleischige Schweine von 120 bis 150 kg Lebendgewicht 50.0.)52.00 Mk., Schlachtgewicht 62.0064 Alk.; Fettschweme über 150 kg Lebendgewicht 00.00 bis 00.00 Mk., Schlachtgewicht üO.OO00 Mk. Sauen 0000 Mk. Geschält mittelmäßig, verbleibt Uebersland.

Limburg a. d. Lahn, 2. Aug. Fruchtmarkt. Durch, chnittspreis pro Malter. Roter Weizen (nassauischer) 17,00 Mk., weißer Weizen (angebaute Fremdsorte) 16,50 Mk., ftorn 12,25 Mk., neues Mk. 12.00, Gerste: ruttergerfte 00,00 Mk., Braugerste 00,00 Alk.. Hafer Alk. 9,00, ürbsen 0,00 Alk., Kartoffeln, neue, 10-12,00 Mk._________________________________

Airchliche Nachrichten.

HrraettUsche Ueligioll-gesellschast. Gottesdienst.

Sab bat sei er am 5. August 1911:

Freitag abend 7.40 Uhr.

Samstag vormittag 8.00 Uhr.

Nachnnttags 4.00 Uhr.

Sabbat-Ausgang 8.55 Uhr.

Wochengottcsdienst: Morgens 6.00 Uhr, abends 7.30 Uhr.

Verantwortlich fürAus Stadt und Land" i. V.: K. Neurath.

Müller'sche Badeanstalt.

a H erwärme der Lghn am 3. Au g u ft: 210 R.

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