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eh. Ettingshausen bei Lich, 1. März. Die hiesige Gemeinde hat aus ihren Holzverkäufen ca. 28 000 Mk. erlöst. Zur Verteilung an die Ortsbürger kommen je 15 Mk. Gemeindesteuern werden mit Ausnahme von Wassergeld nicht erhoben.
Kreis Alsfeld.
§ Aus bcm Ohmtal, 1. MÄH. Ftt Seit Wies en - gründen des Ohnitales bildeten die Üanfwege der Mäuse ein unübersehbares Netz. In die Kreuz und Quer liefen die durchsressenen Mäusepfrüre, einen eigentümlichen .Anblick gewährend. Nun sind die Talwiesen schon fast zwei Wochen mit Hochwasser durchflutet. Alle Mäuseherbergen sind mit Wasser angefüllt. Was von den Mäusen nicht floh, mutzte ertrinken. Auch im Felde setzten die Gewässer der Mäuseschar zu. Nur in den Chaussee- b an kett en blieben die Mäuse erhalten. Hierin ist ihre eigentliche Hochburg. Unzählige Löcher in den Banketten verraten die Stärke des hier hausenden Mäuseheeres. Die Löcher aber nicht allein, sondern auch die allzeit sichtbaren Mäuse an den Straßen. An diesen Banketten, die immerhin eine begrenzte Angrifssstclle darstellen, müßte unbedingt eine Vertilgung der Mäuse stattsinden, sei es durch Vergiftung oder durch Ansteckung, andernfalls wird von den -Chausseebanketten aus die Verbreitung der Mäuseplage wieder aufs neue einsetzen.
— Wettsaasen, 1. März. Unsere Gemcindcvertre- tung beschloß die Erbauung eines neuen Schulhauses. Das alte Schulhaus soll verkauft werden. Die Platzfrage für den Neubau ist noch nicht erledigt. Man wählte hierfür den Langohrschen Garten, eine vortreffliche Stelle, aus, allein der Besitzer will sich vorderhand nicht zum Verkaufe des Geländes verstehen.
(-) Atzenhain, 28. Febr. Schwierigkeiten im Schulhausneubau, der hier schon im vortgen Jähre beschlossen war, entstanden durch die eigentliche Platzfrage. Die Baustelle, auf die das neue Schulgebäude kommen soll, war bereits festgelegt worden. Damit waren aber verschiedene Gemeinde mit Flieder nicht einverstanden; sie machten ihre Einwände beim .Krcisamt geltend. Diesem ist es fetzt gelungen, eine Einigung zu erzielen und dem Schirlhausneu bau die zweckdienlichste Stelle anzuweisen.
Kreis Lauterbach.
= AngcrZbach, 1. März. Der Gesangverein „Frohsinn" veranstaltete gestern abend in der Wirtschaft von Adrian Möller hier eine wohlgelungene Theatervorstellung, nachdem für die Angehörigen des Vereins schon am SamStag abend eine Vorstellung oorausgegangen war. Die unter Leitung des Vereinsoirigenten, Lehrer Sauerwein von hier, eingeübten Theaterstücke wurden so gespielt, wie man es unter ländlichen Verhältnissen wohl nicht besser verlangen kann. Der stürmische Beifall, der den Darstellern nach jedem Stück zuteil wurde, zeigte, daß das Publikum mit den Leistungen sehr zufrieden war. Schade, daß sich der Saal für eine solche Vorstellung als viel zu klein erwies. Immerhin kann der Verein auf seine Leistungen und seinen tüchtigen Dirigenten stolz sein, der sich das Unternehmen sehr angelegen sein ließ.
Kreis Wetzlar.
= Krofdorf, 1. März. Der Schützenverein Krofdorf beschloß, am 2. Juli ein größeres Preis- schießen, verbunden mit einer Festlichkeit, zu veranstalten. Zu der Festlichkeit sollen alle befreundeten Schützenvereine der Umgegend, sowie alle hiesigen Vereine eingeladen werden.
Hessen-Nassau.
w Frankfurt a. M., 1. März. Wie der Polizei- bericht meldet, schoß ein in der Mainzer Landstraße wohn
Hafter Kaufmann in der vergangenen Nacht in der Friedberger Landstraße auf die Passanten. Eine Person wurde hierbei schwer, eine andere leicht verletzt. Der Täter.wurde festgenommen.
w Wiesbaden, 1.März. In einem hiesigen Gasthof erschoß sich gestern abend die Kellnerin Auguste Luc art aus Dotzheim. Das Motiv zur Tat ist Liebeskummer.
vermischter.
, * Berliner Dialektscherze. In den Briesen Otto Erich Hartlebens an seine Freunde, von denen jetzt wieder ein neues Schock veröfscntlickü wird, findet sich auch die folgende vertrauliche Zuschrsit an Arno Holz, der in dem naturalistischen Drama „Familie Selicke" bekanntlich zuerst den Berliner Dialekt in phonetischer Reinkultur auf die Bühne gebracht hatte. ,^Zch weitz", schreibt Hartleben, „daß du dich für den Berliner Dialekt interessierst, ich weiß auch, daß dir das deutsche Drama nahe liegt — aber ob du schon einen berlinischen Satz mit Drama bilden kannst? Das weiß td; nicht. Aber ich kann es: Emil drama die Stiebeln zum Schuster. In diesem Sinne! Dein Otto Erich." Das ist schlimm genug. Aber noch etwas schlimmer ist die Zumutung, einen berlinischen Satz zu bilden, in dem die Worte „Kaviar" und „Kasimir" Vorkommen. Die Lösung lautet nämlich: „'ck haw' jar teene Zähne mehr, 'ck ha' sie mir alle ausziehen lassen." — Verfasser unbekannt.
Kleine Cagrschronik.
In Charlottenburger schoß der aus Wien stammende Schneider Zompla in seiner Wohnung seine Braut, die Wüwe Nejebze aus Wien, und dann sich selbch. Der Grund zur Tat ist unbekannt.
Am 1. März ist der Personenzug 253 zwischen Schenkenzell und Schiltach infolge eines Felssturzes entgleist. Die Lokomotive ist umgestürzt, doch ist niemand verletzt worden. Die BetriÄsstörung auf der Kinzigtalbahn wird voraussichtlich bis heute abend andauern.
In Saint Etienne stürzten vier zumeist von Arbeiter bewohnte Häuser ein; zwei Personen wurden getötet, eine schwer verletzt.
Handel.
Berlin. 1. März. Nach Mitteilung der Diskonto- g e sell s ch a ft werden die neu auszugebenden 30 Millionen Diskonto-Kommandit-Anteile mit halber Dividendenberechtigung für das Jahr 1911 von einem unter Führung des Hauses S. Bleichröder stehenden Konsortium mit der Maßgabe übernommen, daß 2500000 Mark zum lieber» nahmskurs zur Abfindung der früheren Inhaber der Firma Bamberger u. Co. in M ainz zu verwenden sind, während restliche 27 500 000 Mark von dem Konsortium zum Kurse von 166,50 Proz. gezeichnet werden. Das Konsortium übernimmt hierbei die Ver- vflichtung, alle durch die Kapitalserhöhung und durch die Ausgabe der neuen Anteile entstehenden Spesen bis zum Höchistbetrage von 2 Millionen Mark zu tragen und 18 888 000 der neuen Anteile den alten Kommanditisten, und 277 200 Mark den früheren Inhabern der Firma Bamberger u. Co. dergestalt zum Bezüge anzubieten, daß auf je nominal 10 800 Mark alte Anteile ein neuer Anteil zum Kurs vlon 172 Proz. bezogen werden kann. Die Einzahlungen sind wie folgt zu leisten: 25 Proz. zuzüglich des Agios am 26. Apvil, 50 Proz. am 26. Juni, und 25 Prozent am 16. September.
Märkte.
L. Friedberg, 1. März. Der heutige Schweine markt, der erste in diesem Jahre, war mit Ferkeln gut befahren, doch dursten nur Tiere aus dem Kreise Friedberg aufgetrieben werden und selbst solche von Händlern waren ausgeichlosscn. Zum Teil schöne Ware hatte man zu Markte gebracht, namentlich Tiere aus größeren Schwemezüchtereien. Biele Käufer waren erschienen, dennoch war der Handel nicht flott, da die Zeit zum Einlegen etwas früh ist, dann fehlten auch die Händler, welche einem Markte ein lebhaftes Gepräge geben. Auch btc Preise waren hoch. Ganz kleine Tiere kamen das Paar 25 Mk., größere 40—60 Alk. ohne das übliche Trinkgeld. Schon gegen Mittag war der Markt aufgeräumt. Der Krämermarkt war ohne jede Bedeutung und schon um 4 Uhr zu Ende. Ten 9lad)mittag sand im Hotel Trapp die Ziehung der P f e r d e l 011 e r i e statt. Die Lose ivaren bei den
hiesigen Händlern vergripen. Der Markt selber war mtt Sterben gut beschickt, namentlich standen in den städtischen Ställen kräftige Arbeitspferde. Auch der Handel war lebhaft, obgleich man auch hier über die sehr hohen Preise klagte.
F.C. Wiesbaden. Biehhos-Marltbericht vom 1. März. Austrieb: Rinder 39 (Schscu 24, Kühe 15, Bullen 0), Kälber 242, Schafe 31, Schweine 402.
Tendenz: Nmder, Kälber, Schafe und Schweine mittelmäßig, Preis Durch- pro 100 Pfd. schnillspreis Lebend' schlacht pt0 100 Pfund _ ntroto). ^cbenb» S4(a4ju
O chs en. von-vrSvon-blS
Vollfleischige, ausgemästete, höchsten
Schlachtwertes, höchstens 6 Jahre alt 48—50 87—91 49 89
Junge, fleischige, nicht ausgemäslete imb ältere ausgemästete .... . 44—46 83—84 45 83
Ungejochte ...... 47—48 85—88 47 dtz
Bullen.
Vollfleischige, ausgewachsene, höchsten Schlachtwertes........ 45-47 82—84 46 83
Vollfleischige, jüngere 40—44 75—80 42 77
öar 1 en, Kühe.
Vollfleischige ausgemästete Zärsen höchst. Schlachtwertes ........ 45—49 82—86 47 84
VoUstelichlge ausgemästete Kühe höchst. Schlachtwertes bis zu 7 Zähren. . 39—42 76—76 40 75
Sichere ausgemästete Kühe und wenig
gut entwickelte lüngereKühe u. Färsen 35—38 70—73 36 71
Mäßig genährte Kühe nnb Färsen . . 30—34 66 —68 32 67
Halber.
feinste Mastlälber 63-65 105-108 64 106
Mittlere Mast- und beste Saugkälber . 57—63 95-106 60 100
Ecrmgere Mast- und gute Saugkälber 53—56 89— 93 54 91
Schale.
Weidemastschase 42-00 84—00 48 84
Schweine.
Vollfleischige Schweine bis zu 2 Zentner Lebendgewicht 47—48 60—62 47 61
Vollfleischige Schweine über 2 Zentner
Lebendgewicht 47—48 60—62 47 61
Vollfleischige Schweine über 2'/, Zentner Lebendgewicht . ...... 45—46 58—59 45 58
Fleischige Schweine unter 80 kg Lebendgewicht 46—47 59—60 46 59
Limburg a. d. Lahn, L März. Fruch tmcrrkt. Durchschnittspreis pro Malter. iNoter Weizen (nassauischer) 16,50 Mk., weißer Weizen (angebaute Fremdsorte) 16,00 Mk^ Rom 11,60 Alk., Gerste: Futtergerste 0,00 Alk., Braugerste u0,00 Alk., Hafer Alk. 7,60 Erbsen 0,00 Mk., Kartoffeln 6,00—7,00 Alk.
Meteorologische Beobachtungen der Station Stehen.
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