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28/07/1911 Erstes Blatt
 
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Amtlicher Wetterbericht.

Öffentliche Wetterdienststelle Gießen.

Welterausslckten m Hessen am Samstag, Dem 29. Zull 1911- Merit heiler, trocken, sehr warm, ©ereilter.

Kleine Lageschronik.

. ^.^Lbere Lehrer Stolze, der am 9. Oktober 1909 den praktischen Arzt Dr. Krause in Vogelsang bei Elbing ermordete und beraubte und seitdem fluchtig war wurde am Mittwoch abend auf dem Bahnhof in Körlin V d. Persarcke ^"haftet und dein Amtsgerichtsgefängnis Belgatt» zugeführt.

Aus K a s s e l meldet man: Am Mittwoch nachmittag wurden in den Schrebergarten vor dem Leipziger Tor zehn Kinder vom Blitz getroffen Luc würben bewußtlos ins Kran- k^nhaus^gebracht. Man hofft sie sämtlich am Leben erhalten:

'tote in Kriegszeiten nachzukommen.

Wie verlautet, wird auch der vor fünf Jahren ein- gesetzte Höhere Rat der Nationalverteidigung demnächst in dem Sinne umaestaltet werden, daß eine 'dntyeimdje Tätigkeit der Streitkräfte zu Wasser und zu Lande erzielt werden kann.

In Paris geht das Gerücht, daß General Pau nicht, 'tote angekündigt, den Posten eines Generalstabschefs über­nehmen würde. Er mache geltend, daß er das Kommando nur während zweier Jahre führen könnte.

beiden'Kammern der Stände weder Regierung noch Pro­vinzialverwaltung an der weiteren Förderung des Unter­nehmens fehlen lassen. Nach der in der Zwischenzeit nun­mehr auch durch das Ministerium der Finanzen erfolgten Genehmigung des zwischen dem Staat und der Provinz ab­geschlossenen Vertrages ist die Pr o j ektb ear b eitun g sowohl hinsichtlich der vom Staat wie auch der von der Provinz zu errichtenden Anlagen bereits soweit geför­dert, daß schon in nächster Zeit öffentliche Aus­schreiben erfolgen werden, um die für die einzelnen Kate­gorien von Anlagen zuzugestehenden Einheitspreise zu er­mitteln, die alsdann für die endgültige Vergebung der Ar­beiten die Grundlage bilden werden. Inzwischen werden die zum Anschluß an das von der Provinz zu erbauende Netz bereiten Gemeinden bis fetzt 100 an der Zahl der Provinz gegenüber sich auch vertraglich zu verpflichten haben. Der hierfür in Betracht kommende Normalvertrag, der im Verein mit den zuständigen Kreisräten ausgearbeitet und vom Provinzialausschuß gebilligt worden ist und im Laufe des gestrigen Tages auch die ministerielle Genehmi­gung erfahren hat, wird in aller Kürze sämtlichen inter­essierten Gemeinden durch die zuständigen Kreisämter zu­gehen. In dem vorerwähnten Normalvertrag sind im großen und ganzen noch einmal diejenigen Bedingungen zusammengesaßt, zu deren Erfüllung sich die interessierten Gemeindevertretungen bereits in den hierüber gepflogenen Verhandlungen bereit erklärt hoben. Je schneller der Ab­schluß der Verträge durch die Gemeinde-Vertretungen er­folgt, desto eher wird mit Ausführung der Arbeiten be­gonnen werden können, da erst dann, wenn die genehmigten Verträge vorliegen, das im übrigen in kurzer Zeit fertig» zustellende Detailprojekt über die Führung der Linien für die Fernleitungen aufgestellt werden kann. Nach dem großen Interesse, das seither schon von den Gemeinden der Sache entgegengebracht worden ist, darf erwartet werden, daß die Gemeinden die Provinzialverwaltung auch in dieser letzten vorbereitenden Tätigkeit durch schnelle Arbeit unterstützen und damit dem Bestreben der Provinz, womöglich noch im Nachsommer eine rege Bautätigkeit entfalten zu können, Vor­schub leisten werden.

"TaaeSkalender für Freitag, den 28. Juli: Zirkus B l u m e n f e l d : Vorstellung. Anfang abends 8'/. Uhr.

<5)cridW»jaaL

Leipzig, 27. Juli. Das Reichsgericht ver­warf die Revision des Schneiders Kupka, der vom Schwurgericht Gleiwitz wegen Raubmordes zum Tode verurteilt worden ist. Kupka ermordete und beraubte im Februar in Zabreze die Händlerin Gittel Träger aus Chrzanowo.

ft Marburg, 27. Juli. Das Schöffengericht verurteilte -eure enten jungen Mann aus einem Nachbarorte, der feiner rüheren Geliebten, die ihm untreu Leworden war, einen Brief beleidigenden Inhalts geschrieben hatte, zu 100 Mark Geldstrafe.

- Merlin, 27. Juli. Die 10. Strafkammer des Land- gerichts I Berlin verurteilte den verantwortlichen Redakteur derWelt am Montag", Alfred Scholz, wegen Gottes- lasterung zu zwei Mona ten Gefängnis

** Der Zirkus Blumcnfeld, der erste und älteste Wanderzirkus Deutschlands, der kürzlich sein 100. Bestehen feierte, eröffnete gestern abend sein hiesiges Gastspiel mit einem in allen Teilen vorzüglich durchgearbeiteten Spiel­plan, der das Entzücken der Jungen und die Freude der Er­wachsenen bildete. Der Zirkus, der bei seinem hundertsten Jubiläum der Gegenstand besonderer Ehrungen war, ist trotz seines Alters den Anfängen der Zirkuskunst treu ge­blieben, für die tadelloses Pferdematerial in vorzüglicher Schulung das wesentlichste war. Das Ueberwiegen der Pfcrdedrcssur ist auch heute noch der große Vorzug des Zirkus Blumcnfeld, der deshalb aber die neuartigen An­ziehungskräfte der zirzensischen Unternehmungen nicht ver­nachlässigt, die sich in Ernst und Scherz um die teilweise herrlichen Tiernummern reihen. Direktor Blumcnfeld führt eine Anzahl prächtiger Schimmel vor, sowie einen herr­lichen Fuchs und mehrere Ponys und Hunde, die sowohl einzeln als zusammen ganz hervorragendes leisten und von dem Publikum, das gestern sehr zahlreich erschienen war, mit lebhaftem Beifall ausgenommen wurde. Tie jüngeren Herren Blumenseld zeigten drei Oldenburger Bullen, eine arabische Schimmelstute und eine deutsche Dogge in der hohen Schule, die ganz vorzüglich geritten wurde. Eine hervorragende Nummer des Programms ist das äußerst geschmackvolle Trio Holmes, drei Schleuderbrettakro­baten, die durch ihre Elastizität und ihre schmiegsame Eleganz außergewöhnlich erfreulich wirken. Der Hengst LordDou- g l a s von Herrn Otto S ch u m a n n in alten Gangarten der modernen hohen Schule geritten, zeigt eine ganz famose .Haltung. Die Fühlung zwischen Reiter und Pferd, das dem leisesten Truck sofort gehorcht, grenzt ans wunderbare. Auch die von Frl. Anetta in tscherkessischer Tracht gerittene Hohe Schule auf dem ungarischen Vollblüter entwickelte viel An­mut und Grazie. Von den vielen anderen Vorführungen, auf die wir noch zu sprechen kommen, sei noch die Drahtseil- lünstlcrin de Lossa, die lustige Spazierfahrt mit Hinder­nissen von Direktor Blumenfeld und die glänzenden Reiter- vorführungen der Gebr. Blumenfeld erwähnt. Den Schluß des Abends bildeten die historischen Ritterspiele aus dem Jahre 1380, die ein farbenprächtiges Bild mittel­alterlichen Lebens vor uns entrollen.

** Der Gabelsberger Stenographen-Verein Gießen (gegr. 1861) veranstaltete in den letzten Jahren regelmäßig eine Reihe von PceiSschreiben zur Förderung seiner Mitglieder in der Stenographie. In der gestrigen Monats- Versammlung wurde wiederum eine Anzahl Bücherpreise für preiswürdige Leistungen verteilt. Ausgezeichnet wurden die Herren: A. Reining, 5k. Langsdorf, K. Scheer, A. Frank, H. Fritsch, A. Wolff, K. Mandler, H. Heß. Vom Damenoerein: Frl. Louise Wink, Ottilie Schmidt, Maria Luch, Marie Kroh, Lina Brasch.

** Landschaftsbilder in den Eisenbahnwagen Ta unsere engere Heimat eine Fülle landschaftlich schöner Gegen­den aufweist, hat der Minister der öffentlichen Arbeiten durch besonderen Erlaß eine Prüfung der Frage angeregt, ob und in­wieweit eine Ausschmückung mit Bildern der drei ersten Wagen- abteile in v- und Eilzügen auf den preußisch-hessischen Eisen­bahnen angezeigt erscheint. Der damit beauftragte Ausschuß hat ich mit dem Bund Deutscher Verkehrsvereine in Leipzig in Ver­bindung gesetzt, welcher sich bereit erklärt hat, die erforderlichen Bilder kostenlos zur Verfügung zu stellen, während die Eisenbahn- Verwaltung für die Anbringung unter Glas und Rahmen Sorge zu tragen hat.

_o ** Abend st ern und Mond werden sich am heutigen 28. Juli einander nähern, doch bleibt der Mond diesmal ziemlich weit von dem Planeten entfernt. Abends um 10 Uhr, beim geringsten Abstand, befindet sich der sichelförmige Mond noch Grade nördlich von dem Planeten. Trotzdem verlohnt es ich. dem Schauspiel einige Aufmerksamkeit zu widmen, um so mehr, als Venus bald darauf, am 11. August, in ihrem größten Glanz strahlt, also schon jetzt ungemein lebhaft glänzt. Tie Schön­heit des Eindrucks erhöht noch der nahe weltlich von Venus funkelnde Regulus, mit dem sie am 6. Juli in Konjunktion mar, nicht minder der zu dieser Zeit dicht bei Regulus stehende Merkur, doch sind beide nur im Opernglas oder Fernrohr sichtbar.

Kreis Lauterbach.

~ Herbstein, 27. Juli. Bei der gestern hier statt­gehabten Wahl eines Beigeordneten, bei der, wie man e8 hier nicht anders gewöhnt ist, heiß gestritten wurde, ging Molkereibesitzer und GeniemderatSmitglied Josef Kübel'hier mit 185 Stimmen als Sieger hervor. Ter Gegenkandidat und seitherige Beigeordnete Theodor Ruhl erhielt 104 Stimmen. Dem Vernehmen nach joU die Wahl angefochten werden. ' ;

Aus Stadt und Land.

Gießen, 28. Juli 1911.

Aus der Sitzung der Stadtverordneten.

Die Stadtverordnetenversammlung ' mährte gestern trotz der großen Hitze nahezu drei Stunden -und die einzelnen Herren bemühten sich buchstäblich im Schweiße ihres Angesichts um das Wohl und Wehe unserer Stadt, das diesmal hauptsächlich von der Front der neu zu i.Errichtenden Oberrealschule abzuhängcn schien. Während ein Teil der Versammlung natürlich der Heinere unter der temperamentvollen Führung des Stadtv. Dr. Ebel vor allem vom Standpunkt der Kunst aus urteilte, war der a"bere Terl der Ansicht, daß bei der Dringlichkeit des Baues Me Kunstfragen beiseite gelassen und so schnell als möglich ^mit dem Bau begonnen werden möge. Bei der von Prof Sommer vorgeschlagenen Gcschmallsprobe zeigte es sich dann, das; die Mehrzahl unserer Stadlväter die Renaissance ^evorzugt und von dem Biedermeierstil nicht viel wissen inth rn^^bu.Punkte der Tagesordnung wurden dann glatt uiid ohne größere AuScinanoersetzungen erledigt. Da sich niemand gesunden hat, der die alte Klinik kaufen will, bleibt es hiermit vorläufig beim alten. Eine Anfrage wegen v er omenadelon z e rte wird lebhaft erörtert und WrneÄTS ^b-ra-lich- !i5ori,eUunS beim

Erstand an der Beteiligung an ben Manövern behinderten Offiziere dem Minister gemeldet werden müßten, nicht be­achtet werden. Man Hobe bis jetzt viel zu wenig Offiziere in Ruhestand versetzt, die sich bei den großen Manövern jtls felduntüchtig erwiesen hätten.

' Um in Zukunft wirksam die Durchführung der mehrfach er- Joafhtten Verfügung zu sichern, fordere ick Sie auf, an den nächsten Herbsttnanövern alle Offiziere teilnehmen zu lassen, die felduntüchtig erscheinen oder erschöpft sind. Selbst wenn ihr Truppenteil nicht an den Hebungen teilzunehmen haben, müssen sie in anderen Formierungen den Manövern beiwohnen und sie Vis zu Ende unter den gleichen Ausdauerbedingungen, wie. die tauberen Offiziere, mitmachen. Tas bezieht sich auf alle Offiziere, selbst auf die, die feinem Truppenkorvs angehören, also auch [auf die Mitglieder der Sonderstäbe, die Offiziere, die in den technischen Schulen angestellt sind, usw. Ausgenommen sind die dablmcister, die Offiziere, die neuerlich Verwundungen in den Kolonien erlitten oder Krankheiten daher mitgebracht haben, und die mit einer vorübergehenden Krankheit befallenen. Beson- »ders lenke ich Ihre Aufmerksamkeit au f bi e Ge­nerale. Tiese hätten noch mehr, als alle anderen, im Kriegs­fälle Berufspflichtcn zu erfüllen, die Rüstigkeit des .Körpers wie des Geistes und der Moral erfordern. Deshalb müssen alle .Ge­nerale, ob sie nun ein Kommando haben oder nicht,, falls ihre physische Kraft und ihre Berufsfähigkeiten Ihnen zweifelhaft er­schienen, dieses Jahr an den Manövern teilnehmen und. Sie haben auf diese ganz speziell hinsichtlich der Feldtüchtigkctt zu achten. Die Verpflichtung, die Ihnen obliegt, mir alle Ofti- ziere zu signalisieren, die den Felbzugs-Anforderungen nicht gc- 'wachsen wären, ist eine der gebieterischsten des Ihnen anoertrauten Postens. Ich zweifle nicht, daß Sie das Interesse dieser Maß­regel im vollen Umfange auffassen. Sie haben dabei v o nie dem kameradschaftlichen oder übertriebenem Wohl­wollensgefühle Abstand zu nehmen und sich von keiner anderen Erwägung, als der des Interesses der Landesverteidigung, leiten zu lassen ... Ich werde nicht zögern, Sie persönlich zur .Verantwortung zu ziehen, wenn Sie nickt die Offiziere angeben, die augenscheinlich unfähig sind, ihren Verpflichtungen in Friedens-,

Kreis Schotten. .

st. S ch o 11 c n, 27. Juli. Nachdem gestern abend' unter zahl­reicher Begleitung bis zur Stadt hinaus die Leiche des Otto Herget in dessen Heimatsort Kaulstos, wo heute die Beerdigung stattfand, überführt worden, wurden heute die Leichen der beiden anderen, bei dem fürchtbaren Unglück so jäh dem Leben und den Ihrigen ent- rissen, D. Rausch und K. Wolfschmidt, zur letzten Ruhe bestattet. Zwei Leichenzüae, wie sie unsere Stadt noch selten gesehen, bewegten sich nach dem 'Friedhof. Um 3 Uhr wurde D. Rauick beerdigt: Die zu Herzen gehende, tiefergreifende Grabrede hielt Dekan Munch. Herzliche Motte der Teilnahme wurden namens, deS Lehrerkollegiums der höheren Bürgerschule von Oberlehrer Zim­mermann dem Verstorbenen gewidmet. Kränze wurden ferner niedergelegt namens der obersten Schulbehörde durch Geheimerat Schönfeld, namens des Stadtvorstandes durch Gemeinderat Meiski, namens des Kuratoriums der höheren Bürgerschule von Dekan Münch, namens des Lehrerkollegiums der Volks­schule durch Lehrer Kröll und namens der Schüler der höheren Bürgerschule von einem Schüler. Um 4 Uhr fand die Bestat­tung des letzten Opfers der schweren Katastrophe, des K. Wolf- schmidt statt, an dessen Grabe Pfarrer Muhl er sprach. Der Verstorbene war nach feiner Pensionierung vom Postdienst als Kontrolleur der hiesigen Bezirkssparkasse anßestellt. Im Namen der Kasse legte Dekan Münch unter herzlichen Morten der Anerkennung und des Dankes für feine sehr gewissenhafte Dienstführung einen Kranz nieder. Namens des Kriegerverein- roirrbe von bem Vorsitzenden, Förster Schott, ein Kranz nieber- gelegt. Das furchtbare Unglück bat in unserer Stabt eine tiefe Erschütterung hervorgerufen. Auch die gerichtliche Untersuchung bat die Ursache des Brandes nicht mit Bestimmtheit fest­stellen können.

Schotten, 27. Juli. Heute gingen bem Müller Heinrich Nübl bie Pferbe burch; er würbe vom Wagen geschleubett unb erlitt Quetschungen an Beinen unb Hüften, so baß er ins stäbtische Krankerihaus ausgenommen werben mußte,

Hessen-Nassau.

F. C. Langenschwalbach, 27. Juli. Gestern abend! kurz nach 10 Uhr ereignete sich hier ein schweres Auto­mobilunglück. Ein von Wiesbaden kommenbes Automobil des Fabrikanten Franz Börner, Frankfutt a. M., Holbeinstraße 14, der mit seiner Familie in Langenschwalbach zur Kur weilt, fuhr auf einer abschüssigen Stelle gegen einen Baum, da die Bremse versagte. Tas Automobil überschlug sick und wurde vollständig zertrümmert. Fabrikant Börner erlitt eine schwere Verletzung am Kopf, bie übrigen Insassen, seine Frau einen Schlüssenbeinbruch, ihre Mutter schwere innere Verletzungen unb Fran Witwe Patrick aus Frankfurt a. M. Verletzungen am Fuß. Tie Verletzungen sämtlicher Insassen finb jeboch nicht lebensgefährlich.

F. C. Wiesbaden, 27. Juli. Der Vorsitzende des Renn­klubs Wiesbaden, Stadtverordneter Ehr. Kalkbrenner unb Bürger­meister Glässing, ber als Vertreter bcs Magistrats bem Vorstand des Wiesbadener Rennklubs angehört, wurden gestern vorn Gr o ß- herzog von Hessen in Darmstadt in längerer Arünenz entg­angen. Der Zweck war, dem Großherzog und der GroßheHvgin eine Einladung zu den diesjährigeil September rennen in Wies- baden-Erbenheim zu überbringen.

X Hanau, 27. Juli. In der heutigen Stadtverord­netensitzung ist dem zwischen der Stadt Hanau und dem Reichsmilitärsistus abzuschließenden Vertrage über bie Erbauung einer Kaserne durch bie Stabt Hanau für ein zweites, nach Hanau zu verlegenbes Eisenöahuregiment enbgültig zu gestimmt worben. Die Baukosten finb auf 2,1 bis 2,2 Millionen Mark veranschlagt. In Aussicht genommen ist die Verlegung des jetzt in Schöneberg bei Berlin garnisonierenden Eisenbahnregiments Nr. 2 nach Ha­nau, so daß sich bann mit bem jetzigen Eisenbahnregiment Nr. 3 eine Eisenbahnbrigabe in Hanau beftnben würbe. Mit bem Ver­trage wirb sich im Herbst b. I. ber Reichstag zu befassen haben. Nachbem er vom Reichstage genehmigt ist, wirb ber Kasernen- bau noch im Frühjahr 1912 in Angriff genommen werben.

Ilcbcrlaudzcntralc Obcrhesscn.

Wenn auch in der letzten ;jeit über die Arbeiten tut tefuhnuifl des geplanten großen EicttcizitLtS.Verior. gungsprojettes loenig in die Oeiientlichteit gedrungen ist o haben es doch seit der erst zu Anjang diesL Monats er. folgten KerabMediiiig dxr jtaatli»eu «oriagc durch die

Handel.

J ? JA0 r f. 27. Jul,. Die heutige Hauptversammlung des S ta dl m er k s v e rh a n d^e s hat die Anträge auf Erhöhung der Beteiligungsauoten sur ctabeiien, Wal,draht und Röhren Di- nächste Hauvtveiiammlung wurde aus Donnerstag den 31. August b. I, anberaumt.

Aus Hessen.

Zur Lanbtagswabl. Tie wirtschaftliche Vereini­gung beabsichtigt, bei ben diesjährigen Landtagswahlen in gast allen hessischen Lanbtagswahlkreiscn mit eigenen Kandi­daturen vorzugehen. Für Oberhessen werden bis jetzt ge­nannt: für Großen-Linden-Heuchelheim: Bürgermeister Oeun-Großenlinden, Lich-Laubach: Landwirt Fenchel-Ober­hörgern, Homberg: Mühlenbesitzer Brauer-Ober-Ofleiden, Alsfeld-Land: Gutsbesitzer Korcll-Angenrod, Echzell-Rei- ^chelsheim: Landwirt Breidenbach-Dorheim, Rodhetm-Roß- ckach: Rechtsanwalt Dr. v. Hellmoldt-Friedberg, Nidda: Landwirt Dorsch-Wölfersheim und Büdingen: Landwirt Bähr-Rohrbach.

Deutsches Aerch.

Kaiser Wilhelm hat den Sultan telegraphisch gebeten, eine V p ende von 20 000 Mark für bie burch bas Feuer in Konstantinopel Gesckstibigtcn entgegenzunehmen. Zur Linderung des großen Notstandes ist in Konstantinopel ein Hilfskomitee ge­bildet worden, dem auch die bedeutendsten deutschen Firmen 'jauch bie Deutsche Bank unb bie Deutsche Orientbank veigetrtten finb. Aus Deutschlanb selbst liegen bereits zahlreiche Anmeldungen von Beiträgen vor; um bie werktätige Hilfe zu 'erleichtern, finb bie türkische Botschaft in Berlin unb sämtliche türkische Konsulate Tvttschlands bereit, Beiträge für bas Hilfs­komitee anzunehmen.

Das amtliche Wolffsche Bureau verbreitet solqenbe Notiz:

In einer nichtöffentlichen sozialbem okrati schon ^Versammlung griff ber ftanzösische Sozialist Yvetot nicht itotr die beutsche Regierung in beschimpsenber Weise an, fonbern forbeste auch bie beutschen Wehrmänner bireft >üf,:im Kriegsfälle bie Waffen gegen bie eigenen ,Vorgesetzten zu kehren. Daraufhin würbe bie sofortige 'Ausweisung verfügt. Yvetot zog es vor, vor ber Vollstreckung deS Ausweisungsbefehls Deutschlanb zu verlassen.

Deutsche Kolonien.

f NusDeutsch-Sübwestafrika liegt eine neue tele- i'graphische Melbung bes Gouverneurs vor, nach der es bis jetzt noch nicht gelungen ist, über die a n g e b l i ch e n V o r - igänge auf bem 'Cap rivizipfel Aufklärung zu ! schaffen. Der Gouverneur hat jeboch für den Fall, daß sich die Gerüchte doch noch bestätigen sollten, alle Vorbereitungen treffen lassen, um die Unruhestifter nachdrücklich zur Rechen­schaft zu ziehen.

Letzte Nachrechten.

Ein Riesenbrand in Wien.

fr n 1^/n r2ti7\2Um &cur.te ??eni) brach in den ausgebehnten Holzlagern ber Norbbahn Feuer aus, bas in kurzer Aeit Tant ""nahm- Die Feuerwehren von

hnrm? Braube machtlos gegenüber unb be- aoer umliegenben Kohlen- unb Petroleum-

lager zu schützen Das Feuer würbe von einem entlassenen Sdwta auaeleat d-r siZ s-lbst der B-HÖri>- stE " finfdnnprn h1 nachts). Der Riesenbranb in ben

Holzlagern bes Norbbahnhofes breitete sich immer weiter aus Der gegenwärtig günstige Winb läßt hoffen, baß bie in ^r Mhe tttts säuret ^/^o^umlager, bie bereits größten-

verschont bleiben; bagegen befürchtet man, " ^ttausgebehnten Holzlager unb weitläufigen fallen" Norbbahn bem verheerenben Branbe zum Opfer

3^-. Die Telcgraphenverwaltung von irdi llt diesem Jahre einen unter-

i pVhn r m J-£ £«8 ra e n b e trieb Berlin luihpL ""b einzurichten. Die Versuche

haben Leistungen von 100 Worten in ber Minute ergeben. rHrritvIffr" (Nuhrj, 28. Juli. Ein breijähriges Kind tÄt ?f?ertVnl-en heißem Wasser angefüllten

Mutter des Kindes unb zwei Arbeiter Iprangcu zur Hifte nach. Von den vier Personen konnten nur h-nnfon ne t . bie ubttgen xr-