161. Jahrgang
Zweiter Blatt
Nr. 121
Erscheint täglich mü Dnsnahw.« bt5 Sonntags.
sich
Heiden reich stimmt dem zu, was durch Mstimmung einstimmig genehmigt wird.
In der Besprechung der Ans rage des Abg. Ulrich, die Liscn Vach er Nivcau^Uebergange der Bebraer Eisenbahn bctreiicnb, nimmt Abg. Orb «soz. das Wort und rügt, datz bicr Zuge fahren, ohne daß die Schranke rechtzeitig geschlossen rvorden sei. Jetzt, nachdem das Unglück gcschcl>en, sei ,a für rechtzeitiges Schließen der Schranken gciorgt nwrden. Der Redner acht näher aus die Ausführungen der Regierung ein und bedauert, daß die Bahn nicht gleich so ausgcrührk nwrden sei, das; überall Unterführungen möglich seien. Jetzt würde das Höherlegen der Bahn sehr schwer sein, lvas im Interesse des Publikums sehr zu bedauern sei. 5r erkenne an, daß vieles zwar besser geworden
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- strotze 7. Expedition und Verlag: e^5L Redaktion: Tel.-Adru AnzeigerGietzen,
Die „Sietzeaer $amlllcnbI3rtct" werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beig-legt, da» „Krelsbloti für den Krtli Gießen" zweimal wöchentlich. Tie „kandwirtschafllichta Seit» fragen" erscheinen monatlich zweimal.
Mittwoch, 24. Mai 1911
Rotationsdruck und Verlag der Vrühl'schen Universität» - Bilch- und Steindruderet.
9t Lange, Eießen.
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
hesshche Zweite Hammer.
R.B. Da rm stadt, 23. Mai.
Am Regierung! tsichc Iinauzminister Braun, Geheimrate ^r Becker, Lorbachcr.
" " 3n der um 10* - Uhr vom Vizepräsidenten Korcll cronnctcit Sitzung wirb ioiort in die Tagesordnung emgetretcn und dem Antrag des Ausschusses gemäß bie B.^hl des Abg. Fenchel im Wahlbezirk Hungen Litt, inst.'lic des Abg Möget) nir gültig cvtidrt, dcsglcictten die Wahl des Abg. M u n ch - ^.armttadt .an-- stelle des Aba Tr. Gläsfing. . .
rhn." Aussprache nimmt das vaus dann dcm Verlaus des Schlosses zu Homberg und dcrn Ankauf eines dienst- und Wohn- gebäudes iüv den Bczirlslaiiicrer in Homberg zu. ^.ic Geianu
sei, aber zufrieden geben tonne ni i >i.h damit noch lange nicht In diesem Sinne müsse gciorgt »erben. ,
Adg Ulrich ist auch der Meinung, da» die Verl»ltnuie nidit so bleiben können: bei einem vorgekommenen Brantn mutzte die Feuerwehr 8 Minuten vor der Schranke warten. Wie ge- führlich dies sei, ipendl für eine Industriestadt wie Chenbadi, dürfte ledermann emleuchten Auch die vorgelegten Abänderungs- plane des Preutz. Eisenbahn-Ministeriums feien io, datz eine Besserung lnermit nidit erreicht werde Er müsse entschieden gegen solche Ansitt'ten über Bauten Vcrimhrnng einlegen Er ist t?r Ansicht, daß die Erhöhung der Bahnstrecke letzt durch die Erweiterung der Stadt natti Süden veranlaßt, nnbedingl ersorderlich sei Die Regierung müsse daraus lumvirken, daß nun schleunigst Abhilfe geidiaficn werde Landespoliiciiiche RndildHen verlangen ganz nuidiicben, daß Offenbach nidit die Kosten hierfür tragen muß, sondern daß dies Sache der Eisenbalmverwalttlng in Tic Zlegierung möge recht bald die LandcSinteresscn zu wahren wissen indem sie darauf huiwirle, daß die Niederlcgung der Straßen th-rmieben wirb .ürinesfalls darf d,e Stadt Cifenbadi in idiwiengc Verhältnisse gebracht werden, indem man sic zwingt, «'offen zu tragen, für welche die Preuh. Eifenl-almvenvaltung auskommen ^ Alsdann wird in den 2. Ausschuß für den ausgeschiedenen -lbg. Tr. Gläfsing cinfrinimig der Abg. B e st gewählt und sür den ö. Ausschuß Abg. Kohler-Wor ms
Schluß der Sitzung 12 Uhr. Mchstc «itzung: Mittwoch den 24. Mai, 10 Ubi _____________________________________
hessische Erste Kammer.
R. B. Darmstadt, 23. Mai
Die 1. Kammer der Stände ist heute vormittag zu einer Vollsitzung zusammengetreten.
Von der Regierung waren anwesend: StaatSminister E Wald, Minister des Imiern v Hombergk, Geh. Rat Wilh. Best.
Präsident Graf v. Görtz eröffnet die Sitzung um 10* . Uhr Das Haus tritt sofort in die Tagesordnung ein: Beratung und Abstimmung über Rückäußerung bet 2. Kammer über die
LtzahlrechtSvorlagk.
Geh Iustizrat Tr. Schmidt- Gießen hat den Bericht des er* Weiterten zweiten Ausschusses darüber erstattet und beantragt, den Abänderimgsbesdilüssen der 2. Kammer mbetreff der drei Gesetzeniu ui>e zur Wahlrechtsvorlage zuzuslimmen schußbenchtei itattcr betont, daß den geringen Diffensen zwischen den Beschlüssen der beiden Hammern keine grundsätzliche Bedeutung zukomme. Er begrüße dies mit Freuden und bittet, den wenigen Abänderungen zuzustimmen. Mottiten alle die Wünsttic in Er füllung geben, mit denen wir diese einschneidende Neuerung in unserem Vaterlailde zu begleiten!
StaatSminister Ewald begrüßt den Bcsmluß des Wahlrechts auSschusses uno stellt dann eine Auslegung des Abg. Dr. Gläi sing ridiiig, die dieser m der 2. «ammer gelegentlich der Be ralung dci Wahlrechtsvorlage zu Art. 67, Abi. 6 der Versal sitng-.'Uikunde, bett, die Behandlung der Anleihen, gegeben bat Tie Abänderungen zu den drei Gesetzentwürfen, 1. bett, die Abänderung der Art. 67 und 75 der Verfasfungsurtunoc, 2. betr. bie Landstände, 3. betr. bie Wahlkreiseinteilung werden darauf tinfummifl genehmigt. Llmc Aussprache stimmt daraus die Kammer dem Beschlutz des anderen Hauses iiibetreff der Vorstellilng bei Mitglieder
der (Sroßh Hosmusik wegen ihrer (tzehaltsverhaltnifie zu und beschließt weiterhin dem Antrag des Ausschusses gemäß: Natt, den ergebnislos verlaufenen Verhandlungen mit der Stabt Darmstadt muß cv die 1. «ammer der Regierung anheim stellen, ob sie gewillt fei, erneut den Versuch einer Verständigung mit der städtischen Veitretung zu machen: dagegen richtet die 1 Kammer an die Regierung das Ersuchen, in Verbindung inU einer s’Un> derung der BeamtenbesoldungSorbnung auch eine Erl)ölning der aus der Großb Zwilliste zu bestreitenden Bezüge von voi- beamten und Bediensteten eiiischließlid, der Mitglieder bev Hoi- lh. ntcr*5 in Aussicht ;u nehmen. Ohne Aussprache stimmt daraus das HauS dem Beschluß der 2. Kammer über die Anträge Dr. Pagen- st e ch e r und Gestossen und Tr Schmitt und Genossen inbctrcti her Ausführung des Bürgerlichen Gesetzbuchs und dem Antrag Ulrich und Genossen betr. Verhastung zu.
Es folgt die Beratung der Rückäußcrungen 2. Kammer über den Gesetzentwurf betr. die Städteordnung. .
Geh. Rat Bett wendet sich hier gegen eine vom Ausichutz- rcfercuteii Landgericbtsvräsidrntcn v. Hangen g^ebenc Interpretation über die Frage der Beschreitung des Rechtswegs bei Zwangsvollstreckungen. __ .
Das Haus stimmt darauf den Abänderungsbeschlust en der 2. Slammer zu. _ .
Betreffs der Rttckäußeru'igen 2 Kammer über bie Sanb* flcmeinoeorbnuitg fand zunädift uodi eilte ^cnnalige -»us- schußberatung über die Frage des Rechts der Höchftbeileuerten statt. Rach Wiedercrö'iiiung der Sitzung wurde die Rcgicrungs- Vorlage nach den Beschlüßen der 2. Kammer angenommen des nkidien die weiteren von der 2. «ammer erledigten Vorlagen. Nachdem das Haus bann noch dem Verkam des SchloiieS Homberg zugenimmt, vertagte eS iitt; auf unbeinmmte Zeit
fei. Das haben wir nicht nötig. Dir können etwas leisten. Vor allem, irrt haben einen R u s vor anderen Städten, den sie nicht mehr überholen können Die Vermieterinnen des ganzen deutschen Reiches suchen int Gießener Anzeiger Dienstmädchen nach auswärts". Und die Dienstmädchen sind nur unser fdnva^ tbcrer Teil. Was man von Gietzen hält, beweist, daß Frau Hütten> berger unsere bekannte Fran Hiitlenberger neulich em Mädchen für eine Prinzessin, faioohl, für eine Prinzessin! suchte Nos nemo potett, uns kann «einer, d. h. übertrumpfen.
Also Geld w,e Heu! Es fragt sich nur, wie eS zu verwerten ist, um Gießen zur Fremdenstadl, zum Damaskus, Paris «Bersin, Hessens zu machen. Wir-selbst sind anspruchslos, bewegen uns am lieb Heu „im Schatten patnarichalifcher Gleichförmigkeit" Das kann man den Fremden nicht zumuten. Wir brauchen aho zu nächst unbedingt einen Saal bau, damit bie Fremden, die von «kin Sinbcn, Heuchelheim, Wieseck, sogar aus ,Preußen von Gleiberg, Dutenhofen und Ehringshausen hierherströmeii, um amüsieren können Zwei bekannte Mitbürger, die wir ein- lür allemal mit unseren größeren Finanzoperationen betraut haben, haben sich mit Wonne bereit erklärt, sich in die Baukoiten >u teilen- Es ist ihnen eine wahre Herzensfreude, daß enbiid) wkder Gelegenheit geboten wirb, von den, namentlich in der neuen Form für das Portemonnaie so unbequemen Papier lappen, weiche den Charakter verderben, los zu werben. Aber es mutz auch für den Sommer gesorgt werden und zu unserer <5rimde hat der Direktor des botanischen Gartens die An r-gung aufgegriffen, den Botanifchen Garten in einen «onzert □arten umzuwandeln Der Besuch ist jetzt erschreckend schlecht xie “tubenten gehen ungern Innern, weil Natt unserer poct timen b uritben Flora lauter lateinische Pflanzen dort gezogen werden. Ta- ist unerfreulich, auf der Schule bloß Sateimid) lateunidK Schrift lateinische Pflanzen! Himmeliakra! sind wir noch Teut'che.
ist der deutsche Sprachverein'.-' Mit den «'fnbermabdien Hal der Direktor, wie wir leibet fefnteilen müssen, iidi auch leit^ahr^-n übenror'en. Also im botanischen Garten kein Vknich. xas toll ander'- werden. Das Dinterhaus, in dem so wie w die Maner- bäume prächtig gedeihen, leider Niemand zum Nutzem, ,oll Cafe" werden. T-er ncuorgamsierte .«onzcrtoerein, bish-.r im Theater, dcm Eino, der Aula äußerst beengt, crgrent die Gelegenheit zu freiester Entfaltung und verlegt die «unierte in ben Botanischen Garten. Vielleicht kann icbon dreien Sommer Richard Strauß neue Snmohonie „Tie Kaffee'chlachf'^dor: ihre Uraufführung erleben. Der neu gegründete Verein „«awip ben Liebespaaren", die doch bie Voraussetzung unserer übrigen Lchutz- emridinmgcit sind, läßt im botaniiehen Garten 6ne Reihe^ Roien- lauben anlegen. Demi es ist zu hoffen, daß sich mit den Etemden allerlei zarte Verhältnisse anspinnen. Tas hebt ba <yTcmbe nun einmal, und es ist auch erwünscht, denn nnr erhalten von
unserem fudwestafrikanischen Heiratsburcau die betrübende Mitteilung, daß trotz aller Rührigkeit des Vornanbes noch keine Verlodungsanzeige gedruckt werden kann. Von sonstigen Ein- richNinoen Heben feit: Ter Ankauf der beiden .Hinematographen durch die Stadt. Hier sollen namentlich Bonührungen aus bei „Idhllik" des Gießener Gebens stattfinden, um Fremde für eine dauernde Niederlai'sung zu gewinnen. Ferner die Einrichtung eines Salle de danses nach Berliner Muster durch den Verein für Ethische Kultur. Der Eisvcrein hat weben das Grunbeis zu einem Eispalast gelegt. Ein Sncinftitut ist ^vorgesehen. Tic Bestände der' Universitätsbibliothek, meist alter Schund, Papyrus und bergt, gegen den man bekanntlich an kämpf en muß, werden an die neue Universität Frankfurt verkauft und dafür wirkliche Bildm.gslneratur, Serien guter Werke von Ear! '.'tau, Sherlock Holmes u. a. angefchofft. Für den Sommer soll die Wieseck idnffbar gemach werden, wo üc die Stadt 50 000 Mark aus- geworfen I>at Die Wieseck wird dann nut ihren erleuchteten Gondeln an Sommerabenden em ent ückendes Bild öarbieten. Tie beifii'ch-vreußifche Eisenbahngemeinfttiaft hat noch immer ihre zwei Seuen. Man kann zwar leidn ned) Gießen, aber schwer von Gießen fortkommen. Ta also viele Fremde gezwungen 'einjoer- den hier zu übernachten, hat em grauer Fabrikant innerer Stabt beschlossen, sein ün großen Garten gelegenes Wohnhaus und seine nur der Schädigung der Gefundheit dienende Tabaksfabrik niederzulegeii und em Riefenhotel neuesten Stils bauen zu lassen. Er will es dem Perkehrsverem zum Geschenk machen und in edlem *ürgerffnn haben alle Hotelbesitzer beschlo'fen, ihre Häuser zu Säuglingsheimen mit weiblicher >icnung cmjuriducn und selbst in das neue Hotel als Oberkellner und Portiers einzutretai.
Tie Polizei hat, damit Die Fremden sich hier wirklich wohl und nicht oercmiamt fühlen, folgende neue Verordnungen erlassen ' 1. Die Gießener haben Sonntags m Gießen zu bleiben und das törichte Herumlauicn in der Umgegend zu unterlassen, damit die ctaßi auf ine Fremden einen belebten Eindruck mach 2. Die Hälfte der Einwohner trägt abweWuino Sonntags eine Armbrnde mit der ’luffdjrift „Fremd", bannt jeber Fremde ficht, daß er nicht der einzige Gast ist. 3. Somit man Oie Gießener tn oen öffentlichen totalen mr wirkliche Fremde halt, behalten sie den Hut auf dcm Stopf. 4. Tie Hausbesitzer haben die Häuser zu beflaggen un£> brc Trottoirs zweimal mit Eau oc Cologne zu begreßen, um Gießen in einen immer belferen Geruch zu bringen. 5. Tie Sckmtzleuic sind angcwHnt, Zuwiderhandelnde ohne Gnade anzuzeigen. _
Ter Oberbürger meiner, oct conntags doch nichts zu tun hat, ut bereit zu jebem Zuge an der Dahn zu sein «mit Ausschluß des Bieberlieschensum Die Fremden zu empfangen und sic miL Taschengeld zu versehen.
Na, nun wollen wir doch 'mal sehen 1
An» Stadt und Land.
Gießen, 24. Mai 1911.
Berkausstag der Großherzogin.
Die Vorarbeiten für den Derkausstag I K. H. bet Großherzogin sind soweit abacsttUossen, das^ diese Womc schon mit der Ausführung der Eiiirichtung in Steins Garten begonnen werden konnte. Inzwischen Haden die Vorstands- bauten bei- einzelnen Berkaufsstänbe ihre Mitarbeiterttinett gewonnen unb viele fleißige Hänbc rühren sich in emsiger Tätigkeit. Auch die Großherzogin unterzieht sich mit ihren Hofdamen der mühevollen Anterti^ung von Hcindarbeiteit und Einkäufen aller Art Ten Käufern wird viel inler> essantes und auch manche Ueberraschung aeboten werden.
Es sind im ganzen neun Ver ka u s s stän d e^vorgesehen, die in den iimsangrcichcn Lokalitäten des Stein- scheu SaalbaueS und des Gartens eingerichtet werden. Tic Ausstallung der Stände erfolgt in verschiedenen Farben nach den persönlickscn Angaben des Großherzogs und wird einen äußerst reizvollen Eindruck machen. Mit der Ausführung des künstlerischen Arrangements wurde Architekt H. Meyer betraut, dessen Tekailpiäne die besondere Ancr- Tcnnung des Großherzogspaares fanden. Im großen Saal wird der V e r k a u f s st a n d der Großherzogin ein gebaut. Tie Ausstattung ist in Weiß mit Gold unter be fdicibciicr Verwenbnng von Grün gedacht Taran schließt sich int kleinen Saal der „Lila-Stand" der Fürstin zu Litt, Tas jeßige Büsclt im großen Saal wird in grünen ivarben ausgestaltet und wird hierin Frau Geheimrat Gail mit ihren Tarnen tätig fein An Stelle der Buhne erfolgt die Einrichtung des „roten Standes", dem Frau Präiidcnl Gungerich vorsteht. Hieran reiht sich der „blaue Stand" der Frau Bankdtrcktor Heichelheim, zurzeit vertreten von Frau Oberstleutnant Naumann. Tie übrigen Stände mußten ins Freie gelegt werden Ihre Anlage ist so getroffen, daß auch bei ungünstiger Witterung ausreichend Schuß vorhanden ist. Zu diesem Zweck wird auf die ganze Frontlänge des Gartens vor die vorhandenen Gartenl-allen unb dem Musiktempel eine etwa 50 Meter lange Vorhalle errichtet. Ter „gelbe Staub" der Frau Provinzialdircktor Ufingcr befindet sich dicht am Ausgang des Saales unb diesem schließt sich der „bunte Stand" ber Fran Oberbürgermeister Mecum an. „Tas Büfett" wird in der großen Mufikhalle untcrgebrachl; die angrenzende Garlenlanve und der Garten selbst werden für Sißpläßc zugczoacu Tic Leitung des Bufetts übernahm Frau Geheimrat Bicrmann.
losten bis zu 16 000 Mark sollen auö dem Shxuffd)illing von 42 500 Mark gedeckt werden.
Die RegierungsvorlaLC, betr. das Gesetz zur Abänderung der Gebührenordnung für die Großh. Notare vom 30. Dezember 1904, wirb nach dem Antrag bc3 Berickucritatters, Abg. ftöhlc r- WormS, ohne AuSspratt)c genehmigt.
Zu dem Antrag des Abg. Pennrich, v. BrciUano u. Gen, betr. die
Errichtung einet Nheinbriicke zwischen Bingen und Rüde?heim nimmt Aba. Pennrich zur Begründung das Won. Ter Redner sucht die Notivendigkeit nachzuweiscn, daß auf der zu errichtenden Rheinbrücke zwischen Bingm und Rudeshcmi and> ein juBwcg nötig sei. Irn Imeres'e Ausbaues des Vcrk.-Hrs niünc baraui gedrungen werden. Bcisercn Verlct-rsverhältniiicn^ uüiiic man Rechnung tragen. An Hand früherer ProtoloUc weist der Redner nadi, bau bie Rotwendigkeü längst anerkannt worden ict, denn hier sei der Rhein auf eme Strecke von 96 stilomcicr ubcrhaiUH nidit überbrückt. Tic Trajektverbindung genüge in heutiger Zeit nicht mehr Zur Wcihnadstszeit sei dies am empfinblichltcn bc merlbar, denn bann sei meistens burd) Eisgang ber Verkehr überhaupt so gut wie abgeidmitten. Der Redner druckt bann seine Freude darüber au-.-, bau die Regierung anerkenne, baß hier em Slaatsinlcrcssc vorliegc, aber damit fei noch nicht Genüge ge- ,'ttiehen Die Brücke hätte ja den größten üratcgi'dicn Wert, aber man Dur". Hcn, ber and>
wichtig genug ut unb das Zntcreiie der Bevölkerung un weit gihcndsten Maße für jid) not. Es habe auch bereits eine Beritt) tigung des ErsenbahnminiiterS mit ben Mainzer Bahnbehörden statt gefunden, nw rüber die Regierung orientiert sein müße: cs müsse klar werden, ob mit dem Projekt, wie es jetzt uorlicgc, bem Interesse der Bevölkerung aua> nnrNich gedient sei. Redner beantragt eine rcoattiondlc Aendenuig un AusschußberickH bah in gehend, daß evtl die Worte: „burd) Anschluß an btc von Rcrtt)s wegen geplante strategische Eisenbahn" dem Bericht hinzugeßigt werden.
Abg. v. Brentano stimmt mit den Ausführungen des Abg Pemirich überein und bittet um Annahme dessen Antrages. Tie Verbindung von links und rechts de-.> Rheines sei durchaus not- >c endig, mit der Brücke, bie nur für urategischc Zwecke dienen soll, sei aber der Bevölkerung noch nicht gedient. Wenn man den Rhein einmal überbrücke, so sei es gar nicht so surck»tbar schwer, aud) Gelegenheit für Fuß- und Fal-rweg zu iebaren. ^cr Redner ersucht den Finaniministcr Braun, hierfür Sorge zu tragen, wie dies einst sein Vorgänger Küchler bei ähnlidnr GelegcnheU getan habe. Bei Der Erö'fnung der Mölncr Brücke hat Der Preutz. Eisenbahnminillcr gesagt, baue man Brücken, so sollen diese auch dem allgemeinen Verkehr nützen. Das Miniltcrrurn solle daiur sorgen, daß die Brücke Bingen—Rüdesheim ebenso dem allgemeinen Verkehr diene.
Abg. Molt Han sührt aus, daß der Ausschuß alles erwogen habe, was zurzeit für unb gegen trorhanben war, aber letzt irclje Der Ausschuß auch auf bem etanbbunh der beiden Vorredner, daß die Bnicke für den allgemeinen Verkehr nutzbar gemacht werbe und nicht nur strategischen Zwecken dienen dürfe. Er empfiehlt Annahme dcS AussdmßantragS mit der Aendcrung des Antrags Pennrich.
Hierauf wirb ber Ausschuß-Antrag mit Dem Zusatz des Abg. Pcnnrid) angenommen.
Zu der Vorstellung ber Steinbrucharbeiter zu Asttchach, Ausbeutung von ck^ranusteinlagern im CbeiuvalD, führt als Bericht- crftaticr ber Abg. Pennritt) ou5, daß die Ansprückie der Ar- beiter sich inzwischen erledigl hätten, weshalb er beantrage, die Angelegenheit ebensalls als erledigt zu erklären.
Die $remöcnftaöt Giehen.
au der in Nr. US veröffentlichten Zuschrift, die das Selbstgefühl des Eingefeffenen gar zu breit ausstromen ließ, erhalten wir aus minder lokalpatriottschen .^reifen folgende zeitgemäße Satire:
ist cneidit! Nein, noch ntdu. aber es wird erreicht. Seit Gießen, gleich den größten Städten des Rriches leinen Blumcntag" gehabt bat, durch deßen glanzenden Verlauf Wir ü'nS Nizza mit seinem Vlumenkorso ungciabr einen halben^neuetP arab aeuähert Ixrben, seit wir Aus licht haben, einen ckllerhochiten Zerkaufstag zu erleben, was bisher nur bat an .^tuP®.^!.,etn unD Millionären reichsten Stabten möglich ivar, bat sich Gictzens eine ungeheure, begeisterte Stimmung nir ZnkunttSvlane bemach. t at die bis an die Reichsgrenze nack Lneu und Weiten und den' anderen, dcii meisten Gebildeten U^e^^en Hunmels- gegenben, in den brausenden Rui ans 31StihLn jinauctoju. Wir wollen nicht jurücEMeiben im Monfurrcn^fampr der stabte wir nehmen es auf mit ber Residenz Tarmitadt mit bem aolb-'ueit Mcenz, ia, wenn Berlin nidit m Breun n läge, "anbat wir E mi rü rüfen „auch mit Berlin!" Man ,oll aber Die d^Wir zablei^bie höchsten Steuern im Reich, wir saÖlen bLC höchsten Mcmununalllcuem, wir sind Mitglieder von einen zu 3—5 Mark mit crwünidHcr Erhöhung der Beitrage wir sablcn für jebe Wohlfahrtseinrichtnng in der Welt bis nach Afrika unb Indien unb für Die Hebung des TeußchtumS Mif bmt Mars unb anderen von England und Frankreich noch mchr als ^ntcrrifcnfvbärc bezeichneten Planeten. So ein xeinmal g fctzt wird, setzen wir, d. H. zahlen wir mit. '«^.ir icbiden von unserem „Viel zu Vielen" freudig Ea' dmingwckten ob rd 'Italiener Iranzoicn, -turfen ober Lbvr-JtocrtabteT, ob c_ Menschen oder Zepvclmkrcuzer sind. Tas macht uns alles, autzer der Freude Nidus! Wir haben Geld wie ^eu es kann mcht alle werben. Man mutz sich nur touiibern daß Finanzmmister gar nicht merkt, wie leidn er da - JWMme T - fizit bqeiligen könnte, wenn er einmal in ÄoUcnv
veranstaltete. Mit Freuden würde unier iprichwortlichcr Burger sinn in Staatsbürger-Sinn Umschlägen Wenn der Mmmer.einmal bei uns Blumen verkaufte, vielleidst Buketts,von Taujcni- gülbcnkaut, dem hübschen roten BUimchen
würbe lern Gießener spenden. Macht bei 31000 (nnwobnmi 3 Millionen 100 000 Mark bar. Was meinen Ex»ellenz ba3u. Also Geld ist da, aud) um bie Fremden herzulocken.
sagte der Verfasser des Ausrufs in der <-amStagsnummcr. Jian fevc ihnt sofort ein Denkmal! Ten uns etwa mit ihrem .cate zu nal)c tretende Stabten iveijen wir gleich die Anichulbigung zurück, als ob mit „loden" ein unlauterer Wettbewerb gemeint


