Ausgabe 
24.2.1911 Erstes Blatt
 
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Nr. 4r

Die heutige Nummer umfafet 14 Seiten.

entgegenzuwirien. Infolge florieret Nahrungszufuhr wachsen und I Zweigverein des V. H. C. zu seiner Fastnachtsitzung, vermehren sich die Tiere auf der dem Meere zugekehrten Seite ginelle Schriftstück lauteiri

rascher als innere, so baß int Riff eine ringförmige Vertiefung, Ea n l oarrn g. Di ganz Gemay'vvm -inwlsl bie Lagune, entsteht, die das innere Strandriff vom äußeren Club wird on de Samsdoag vir de Fastenoacht,

Das vri

Form eines Atolls. . , ..

Ter Pflanzenwuchs aus den Kvrallemnseln ut spärlich und aeiqt in seinen höheren Formen hauptsächlich Kokospalmen, suarinen, hier und da auch Urwald. Tie Bewohner der Insel- gruppcn sind Papuas, Melanesier, Mikronesier und Polynesier, von denen namentlich die Polynesier durch gute Körperbildung überraschen. Durch die Vereinigung von Guano mit dem Äalksande sind mächtige Phosphatlager entstanden, die den Inseln auch wirtschaftliche Bedeutung verleihen.

Prächtige Lichtbilder gaben Gelegenheit, die Theorie nnt der Wirklichkeit in Einklang zu bringen.

** Eine eigenartige Einladung, die für unsere Leser von beionberem Intereste sein dürfte, erläßt der Offenbacher

Barrierruf d-eullich scheidet. Schreitet mm das Versinken der Insel immer weiter fort, so verschwindet diese schließlich nut ihrem vorgelagerten Strande im Meere: das Barrierriff dagegen wird von den lleinen Baumeistern bis an die Meeresoberfläche weuer- gebaut, hier und ba burch Aufschwemmung über das Meeresniveau erhöbt imd nun als AtoU bezeichnet. Zum Beweis für die Richtig­feit dieser Theorie tann gelten, daß man bei Bohrungen auf Atollen, selbst in Tiefen bis zu 200 Metern, nicht etwa vul- länisches Gestein, i'onbmt immer nur Koralletikalk gefunden hat. Ta aber die Korallentiere nur aus einer Tiefe von höchstens 80 Meter aufzubauen vermögen, so müssen die Korallenriffe all­mählich) in solche wesentlich höhere Tiefen versunken fern Auch findet man zur Bestätigung von Tarwitts Ansicht hier und da den vulkanischeti Kern inmitten eines Atolls noch vor. Wie aus der einen Seite abct^vulkairische Inseln ins Meer versinken, so werden sie an anderen Stellen auch oft weit über das Niveau des Meeres emporgehoben. So widerstandsfähig auch das marmor- f-arte Korallengestcin ist, so vermögen die Wogen im Laufe der Acit doch Auskehlungen am Strande auszuarbeiten, die nach erfol- ter Hebung oft weit landeinwärts noch sichtbar sind und ost sicher die ursprüngliche Strandlinie feststellen lassen. Besonders deutlich läßt sich diese Erscheinung an der In'el Makatea der Paumotu- gruppe verfolgen Erniedrigt man diese Insel um nur 25 Meter, so wirb sie schon zum größten Teil, innen vollständig, vom Meere überflutet, erscheint also bereits in der ursprünglichen

Woas ich noack sah' tvuollt, aach annern Leut, däi näit bei uh's Gemah gehihrn, ean kaa Deppegucker seih, dirfe met- gebracht wer'n. Diselbigte.

Kurze Nachrichten aus Kunst u.W i sse n sch a f t. Ter 3. Kongreß der internationale n_® esellschaft für Chirurg ie findet vom 26. bis 30. Sepbember d. I. in Brüssel statt. Mit dem Kongreß soll eine Ausstellung von Frakturen verbunden sein, auf der alles, was auf die Lehre und das Studium der Knochenbrüche Bezug hat, vorgeführl werden soll. Tie Ausstellung teilt sich in 4 Gruppen: 1. Pathologische Anatomie mpi'che und seltene Frakturen): 2. Radiographie, Zeichnungen, Gipsabgüsse, Moulagen: 3. Apparate für die un­blutige Behandlung: 4. Osteosynthese. In Leipzig ist der a. o. Professor der praktischen Astronomie und erste Observator an der dortigen Universitäts-Sternwarte Dr. phil. Bruno Peter im Alter von 58 Jahren geftorben. Die Verhandlungen des neuen Direktors dess Hamburger Stadttcheaters Dr. H. Löwenseld mit Felix v. Weingartner in Wien, der den Dirigentenpoften an dieser Bühne übernehmen soll, sind zum Ab- schlutz gelangt. Tie Unterzeichnung des Vertrags wird dieser Tage erfolgen.

. Ti ganz' Gemah' vom Duhlsbärfer Hihe- Club wird off de Samsdoag vir de Fassenoacht, also oft bc 25. Fewruar cangcloare, owends eam hälwer noih (81/?) c bisst eam Degenhardt ,eih Wirtschaft fe komme. So e paar verröckle Kerle wuonn do so allerhand Spass' ean Nannspuosse maa ienn aach c poar narrige Stöckelcher verzöh'n. Wäi se sah', ftmlls boarwoarisch schih wer'n. Gesunge, gebluose ean gegeilt suoll aach wer'n ean heannenoch wuonn se goar aach Noach gedahnze.

Wer sich vetmaskiern will, der suolls joa geduh, es macht sich besser ean sieht schihner aus, doach ies' näit groad batuh nihrig.

Also wäi geiaht, sahn aich, wer kahn Stuwwehoocker eas, ean wer kah Buottermelchblout huot, der douht gescheit, wann c fimmt ean guckt emol, bringt c wink Gäald eam Beul vir'sch Zappe vo' bene Spiller met ean väil gaure luoftige Laune.

E' Fast'enachtskavp' can bi Läirer, däi merrenah gesunge wer'n, müsse sich alle Manns- ean Weibsleut kaafe, boas toast sesomme nur 1;'2 Mark (50 Pfg.-, domet boaß bi Gemabkasf näit goar se hoätt metgenomme wirb.

Di Boijemähsterei.

3.Tie Pflicht zur Abnahme der Meisterprüfungen ist reichs- ) gesetzlich den vandwerts- und Gewerbekammern überwiesen worden. Es ist ihnen deshalb prinzipiell auch das Recht zur Abnahme dieser Prüfungen ungeschmälert zu belassen und darf durch bie . Verleihung irgend welcher Vergünstigungen an Fachschulen und ähnliche Einrichtungen nicht beeinträchtigt werden. Insbeionder.' , darf die Privilegierung von Fachschulen niemals soweit ausge­dehnt werden, daß den ^solventen dieser Schulen der Meistertitel . irrt Anschluß an die Abgangsprüiung erteilt werden kann.

Sollte gleichwohl gemäß S 133 Abs. 10 R.G.O. in gegebener Veranlasiung die Verleihung von Vergünstigungen an bestimmte Anstalten erwogen werden, so ist vorher der zuständigen Hand- wcrks- bezw. Gewerbclammer Gelegenheit zur gutachtlichen Aentzc- rung zu geben" , ..

Sehr aussührlich wurde über bic der Führung des TitelsB a u in eist e r" bezw.Baugewerks- m eiste r" verhandelt, damit dem Bundesrat praktische Vor­schläge für den Erlaß einer Ausführungsanweisung ge­mäß § 133 Abs. 2 der Gewerbeordnung in der Fassung vom 30. Mai 1908 gemacht werden können.

Zu dem dem Reichstag gegenwärtig vorliegenden Ent­wurf' eines Kurpfuschergesetzes beschloß der Aus­schuß, dahin vorstellig zu werden, das; das Gewerbe der Orthopädie-Mechaniker und Bandagisten usw. von den Vor- schriften dieses Gesetzes ausgenommen werden soll.

Auch mit dem Entwurf eines Gesetzes über den Pa- tentausführungszwang hat sich der Ausschuß be­schäftigt. .Hierbei wurde beschlossen, daß im ersten Absatz oes Art. I des Entwurfs die Zurücknahme des Patents ausgeschaltet und lediglich die Zwangslizenz beibehalten werden soll, wenn auch bei dem Angebot einer angemesse­nen Vergütung und (statt: oder) Sicherheitsleistung der Patentinhaber einem andern die Erlaubnis zur Benutzung der Erfindung verweigert.

Ter Ausschnß beschloß, auf dem diesjährigen Hand­werks- und Gewerbekammertage zu Düsseldorf die Frage der Konsumvereine erneut zu behandeln.

Tie beabsichtigte Gründung eines Haftpflicht-unb U n f a l l - V e r s i ch e ru n g s v e r b a n d e s der deutschen Handwerks- und Gewerbekammern ist soweit gefördert wor­den, daß nunmehr ein diesbezüglicher Statutentwurf dem Kaiserlichen Aufsichtsamt über das private Versicherungs­wesen zur Prüfung eingereicht werden kann, nach dessen .Begutachtung die Gründung erfolgen soll.

Zu dem Entwurf eines Versicherungsgesetzes für private Angestellte faßte der Ausschuß auf den Vorschlag seines Ausschusses für soziale Fragen fol­genden Beschluß: .

Der Ausschuß erkennt die soziale Berechtigung eines Prinzips der Versicherung der Privatangestellten an, ec kann indessen der durch den Entwurf eines Versicherungsgesetzes für Angestellte be­liebten Form eines Sondergesetzes nicht zustimmen, viel­mehr ist er der Ansicht, daß diese Versicherung tn den Rahmen der allgemeinen Invalidenversicherung eingefügt werden könnte." Der Schutz der Arbeitswilligen wurde vom Ausschuß erneut für dringend notwendig erachtet, zumal gerade das Handwerk am meisten unter der Streikbewegung zu leiden hat. Entsprechende Maßnahmen sollen dem Bundesrate empfohlen werden.

Des weiteren wurde noch verhandelt über das bevor­stehende Fortbildungsschulgesetz und über die Inkraftsetzung des zweiten Teiles des Gesetzes betr. die Sicherung der Bauforderungen usw.

Ter diesjährige Deutsche Handwerks- und Gewerbe- lammertaa soll in den Tagen vom 21. bis 23. August in Düsseldorf stattfinden.

Die Agitation im IDabltrcis Giehen-Sriinbcrg-Nidda.

Die nationalliberale Partei sendet uns folgende Zuschrift:

Am Dienstag und Mittwoch haben eine Anzahl Wähler- Versammlungen stattgchunden, die von nationalliberaler Seite einberufen worden waren und in denen überall der nationalliberale Kandidat Professor Gis ev ins sein Pro­gramm entwickelte. Es war das am Dienstag in Grim- berg, Göbelnrod und Rieder-Ohmen, am Mittwoch in Ech­zell, foungen, Trais-Horloff, Utphe und Inheiden. Es prachen in diesen Versammlungen außer dem Kandidaten die Herren Dr. Becker, Prof. Lulest und Dr. Brüß. Trese . Redner und zumal der national iberale Kandidat, sanden mit ihren Ausführungen in den Verfammlungen, die durch­weg sich eines starken Besuches erfreuen konnten, Aufmerk­samkeit und Beifall. Tie nationalliberalen Redner ver­mieden es durchaus, durch scharfe Angriffe auf die andern Parteien unnötige Verbitterung in die Bevölkerung hineiu- zutragen: sie bef'chränlten sich darauf, den nationalliberalen Standpunkt hervorzuheben und ruhig und sachlich die Grenz­linien gegen die anderen Parteien zu zeigen. Wo diese Diskussionsredner stellten, wurden deren Angriffe in ob­jektiver Weise widerlegt. Ten Vorsitz in diesen national- liberalen Versammlungen sührten z. B. in Echzell Herr Bürgermeister Reitz, in Hungen Herr Bürgermeister Fendt, in eu runder a Herr Amtsrichter Glaeser, in Rieder-Ohmen Herr Tr. Kißner. In den anderen Orten übernahmen Parteifreunde den Vorsitz in den Versammlungen.

Folgende Schlußworte zurVerstaatlichung der Produktionsmittel" sendet uns der bei der Aus­einandersetzung mit Herrn Krumm beteiligte nationallibe- rale Herr:

Herr Krumm hat klug getan, den Streit um die obige Frage aufzugeben, sonst würde er sich noch mehr in Wider­sprüche verwickeln, als dies bis jetzt geschehen ist.

In der Montagsnummer (9er. 43) warf er mir vor, nicht gesagt zu haben, daß die Einzelbetriebe in den letzten 12 Jahren so sehr zurückgegangen seien und behaup­tete bann, die Betriebe in Industrie und Gewerbe seien um 100 000 zurückgegangen. Dabei ließ er willkürlich die Handelsbetriebe weg, obwohl doch bei dem Urteil über bte Entwicklung unseres Wirtschaftslebens die G e s a m t betriebe ins Auge zu fassen sind. Seine einseitige Darstellung paßte ihm aber zu dem, was er beweisen wollte, die Angaben über die Gesamtentwicklung hätten aber das Gegenteil von seiner Lehre bewiesen.

Die Tatsache der Z u n a h m e der Gelamtbetriebe um , 278 800 ist aber nicht abzustreiten. Da fragt nun Herr Krumm unter Hinweis darauf, daß diese Vermehrung allein auf Handel und Verkehr falle:Halten Sie die Vermehrung der Zwergbetriebe im Handel für ein Zeichen der Gesuud- : heit?" Unter den 278800 neuen Betrieben sind aber 76 109 Betriebe, die 6 bis 50 Personen beschäftigen. Sind das l Zwergbetriebe, Herr Krumm? Und wenn die Einzelbetriebe so abgenommen haben, dann müssen die neuen 189 475 Kleinbetriebe (mit 15 Personen) doch Betriebe mit 2 bis : 5 Personen sein. Sind das alles Zwergbetriebe?

I Wer hilft aber denn s o schön mit an der - Zerstörung der kleinen Betriebe, der Ver­nichtung selbständiger Existenzen? In unserer 9 Stadt haben Ihre Genossen 4 Konsumvereine gegründet, - 1 Zigarrensabrit, sie besitzt einen Zigarrenladen. In der Umgebung von Gießen ist dasselbe geschehen. So haben Ihre Parteigenossen in Gießen und tn nächster Nahe eine Reihe selbständiger Kaufleute das Wasser abgegraben, und

Heber die Korallenriffe der Südsee.

Vortrag in! derGesellschaft für Erd- und Völkerkunde"^ Gießen, 24. Febr.

Vor genau zwei Jahren hatte Dr. E.'Wolf (Frankfurt a. M.) Gelegenheit, als Geologe und Zoologe an einer Expedition in die Südsee teilzunehmen, die ihm während ihrer zehn monatigen Dauer reichlich Gelegenheit bot, den Aufbau der dortigen Inselwelt zu studieren. Man unterscheidet bei den Südfeeinseln solche, die als Ucberceftc ehemaligen Festlandes anzusehen und, von anderen, die von eruptiven Gewalten aus dem (ridinnern heraus­gehoben worden sind, und endlich noch Koralleiiinseln. Vulkanische Inseln steigen in der Regel in mächtigem Steilkegel aus deut Meere auf und verraten ihre Natur schon weithin durch Rauch faulen, die au3 der Krateröffnung emporfteigen. Aus der deut­schen Iniel Sawaii, zur Samoagruppe gehörig, wurde von Apia aus die Besteigung eines solchen Feuerbergs ausgeführi, de^ erst in den zwei letzten Jahren entstanden war und bereits iLteil- wande von hundert Meter Höhe aufgeschüttet hatte. Tie weitaus meisten Inseln der Südsee verdanken jedoch ihr Dasein den kleinen Korallentierchen, die in Kolonien ihre Kalkausscheidungen zu Rissen von oft ungeheuerer Ausdehnung aufbauen und damit die <schin- fahrt äußerst gefäljrben. Glücklicherweise ist das Vorkommen dieser Lebewesen an eine Meereslemperatur von mindestens 20 Grad gebunden, so daß es auf dem Gebiet zwischen den Wendekreisen beschränkt bleibt. Merkwürdigerweise fehlen sie im Atlantischen Ozean vollständig, während sie den Stillen Ozean tun Australien allgemein beherrschen. Ihre Bauwerke unterscheidet man in Bar­rier- und Strandriffe, sowie in Atolle. Diese hielt man früher, ihrer ringförmigen Gestalt wegen, für Aufbauten auf versunkenen Kratern, bis es Darwin gelang, durch seine Theorie eine davon obweicksimde Erklärung zu geben, die in^ihren Grundzügen auch heute noch anerkannt wird. Vor dem Strand der Südseeinfeln findet sich häufig eine 50 bis 60 Meter breite Ebene, die vom Meere völlig blank gefegt ist und toten Korallenbau darstellt. Erst da, wo diese Ebene steil ins Meer abstürzt, finden ivir bie Korallen noch in Tätigkeit. In der Regel folgt nun nach außen hin ein breiter Kanal ruhigen Wassers, der durch ein Barrierriff, weit draußen im Meer, gegen den Wogen prall geschützt ist. Nach Darwin ist nun der ursprüngliche Aufbau der Korallentiere auf den Fuß einer vulkanischen Insel aufgesetzt, die aber langsam in der See versinkt, so daß ihren Gästen gerade Zeit verbleibt, dem Versinken durch Verstärkung des Kalkutckerbaues auf breiter Sohle

Dom geschastssührenden Ausschutz der Qanowerts- unö Gewerbekammettages.

Von der Handwerkskammer zu Darmstadt geht uns der folgende Bericht zu:

Der aeschäftsführende Ausschuß des Deutschen Hand­werks- und Gewerbekammertages hat am 17. Februar d. I. in Hannover getagt, nachdem in den Tagen vom 14. bis 16. außer zwei Sonderausschüssen seine ständigen Ausschüsse für das Unterrichtswesen, für Handel und Verkehr, für das Gewerberecht und für soziale Fragen beraten haben.

Von den Verhandlungsgegenständen seien folgende her­vorgehoben:

Im weiteren Verlauf der Beschlüsse des 11. Deutschen Handwerks- und Gewerbekammertages zu Stuttgart betr. die Fürsorge für die gewerbliche Jugend beschäftigte sich der Ausschuß mit Vorschlägen über Fürforgemaßregeln für die staatsbürgerliche und sittliche Erziehung des gewerb­lichen Nachwuchses. Diese Frage wurde indejsen noch nicht verabschiedet, oa noch einmal mit den Handwerks- und Gewerbekammern deswegen Fühlung genommen werden soll.

In gegebener Veranlassung beschäftigte sich der Aus­schuß weiter mit der Frage, ob das Gewerve der Elektro^ i n st a l l a t e u r e zum Handwerk zu rechnen sei. Diese. Frage wurde einstimmig bejaht. Tas Gleiche gilt für die Zugehörigkeit der Asphalteure zum Handwerk.

Die vom 11. Deutschen Handwerks- und Gewerbe­kammertag an den Ausschuß zurückverwiesenen Leitsätze betr. das Meisterprüfungswesen wurden nach den Vor«" ichlägen des Unterrichtsausschusses in folgender Fassung angenommen:

I. Durchführung des Meisterprüfungswesens:

Im Imeccsse dcS Wertes und der Bedeutung der Meister­prüfungen ist die tunlichste Zentralisation des gesamten Meister- prüfungswesens unbebingt erforderlich."

1.Die Zahl der Meisterprüfungskommissionen ist tunlichst zu beschränken: sie sind als ständige Kommissionen möglichst nur am Sitze einer Handwerks- ober Gewerbekammer niederzusetzen: Dabei ist so zu veisahren, daß einc bollfommcn unparteiische Tätig leit der Kommissionen gewährleistet wird."

?.Sine .^witrolle oer Prüfungen durch Vorstandsmitglieder, Beamte ober Beauftragte der Kammer liegt nicht allein im in­formatorischen Interesse der Kammer, sondern auch im Interesse Der Priifu ngskommissioneu sowohl wie der Prüflinge."

3.Bei der Besetzung der Prüfiuigskommissionen, und zwar bei der Uebertraguitg des Vorsitzes sowohl wie bei Ernennung der Beisitzer sind in erster Linie tüchtige und geeignete Hand­werker des Karnmerbezirks zu berücksichtigen, jedoch ist erforder­lichenfalls bic Ergänzung der Prüfungskommission durch Fach­oder Gewerbelehrer zu empfehlen." .... .

4.Regelmäßige Prüsungstermine sind für Ostern und Mi­chaelis festzulegen. Ausnahmen sind nur in außergewöhnlichen Fällen zulässig."

5.Die Beschlußfähigkeit der Mcrsterprufungskommusuincn ist nickt unter allen Umständen von der Anwesenheit aller Bei­sitzer abhängig zu machen."

6.Das Ergebnis der Meisterprüsungcn ist nach Graden bemessen nur protokollarische festzulegen. Im Meisterbrief selbst ist nur zu bemerken, daß die Prüfung bestanden ist."

7.Die Gebühremätze sind möglichst einheitlich zu regeln." II. Meisterprüsungen an Fachschulen:

1.Der Ablegung der Meisterprüfung hat möglichst all­gemein der Besuch eines besonderen Fachunterrichts vorauszu-

2.Durch Abänderung der Gewerbeordnung ist reichsrechtlich sestzuleaen, daß regelmäßig, die Zulassung zur Mcisterprüfiing^von der Vollendung des 24. Lebensjahres abhängig gemacht wird."

Erster Blatt 161. Jahrgang Freitag, 24. Februar Ml

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rweimal monotl. Land- fwj M W* W M M Chefredakteur: A Goetz,

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