Ans Stadt rind Land.
Gießen, 22. März 1911.
♦* Die Gietze^re^ Ruder-Gesellschaft 1877 E. L. eröffnet am Samstag, L April, ihre Rudersaison. Das Bootshaus an der Lahn ist von da ab täglich von 6 Uhr abends an geöffnet; Freunde des Rudersports sind stets gerne willkommen. Das schöne Bootsmaterial, das in Sief em Jahr durch einen neuen Rennachter und einen Rennvierer verstärkt worden ist, bietet reichlich Gelegenheit, den gesunden Rudersport auszuuLen. Der bewährte englische Ruderlehrer Mr. Arlett wird im Laufe des Monats April die Leitung des Trainings übernehmen; bis dabin üben die Mannschaften in Gigbooten unter Aufsicht der beiden Ruderwarte.
Landkreis Gietzeu.
X Kleiu-Liuden, 21. Wrj. Die Generalversammlung unseres Geflügel- und Kaninchenzuchtvereins beschloß, die Verba n d s au s st ellu ng oberhess. Kaninchenzüchter am 7. August in der „Deutschen Eiche" abHuhalten und damit eine allgemeine Geflügelschau zu verbinden. Dem oberhessischen Verband ist der Verein Watzenborn-Steinberg neu beigetreten.
Kreis Lauterbach.
5 Lauterbach, 2L März. Eine Feuerloschprobe wurde gestern nachmittag aus dem hiesigen Viehmarkt durch einen Vertreter der Feuerschutz-G. m. b. H. aus Gießen mittelst des Trockcnfeuerlöschers „Rapid" vorgeführt. Drei aufgeschichtete .Holzhaufen, die mit Teer und anderen leicht brennbaren Stoffen übergossen waren, wurden nach einander angezündet uni>, nachdem das Feuer den ganzen Holzhaufen ergriffen hatte, mit dem mehlartigen Feuerlöschinittcl überstreut. Sofort erlosch das Feuer auf den Stellen wo die Masse hinfiel, so daß in ganz kurzer Zeit der ganze Holzhcmfen nur noch aus rauchenden Holzstücken bestand. Dasselbe gesckiah an den übrigen beiden Holzhaufen und einer in Brand gesteckten Teertonne. Allerdings ist dieses Feuerlöschmittel nicht für große Brände, sondern nur im Entstehen begriffene Zimmerbrände uni) dergl. bestimmt.
5 Wernges, 2L März. Johannes Köhler von hier, der in der Neujahrsnacht den Konrad Möller hier durch einen Me sserstich schwer verletzte, wurde gestern am Schöffengericht zu Lauterbach mit sechs Monaten Gefängnis bestraft und sofort ein Haftbefehl gegen ihn erlassen. Die von üjm bei seiner Vernehmung vorgebrachtc Notwehr rourbe durch die Zeugenaussage widerlegt,
Kreis Friedberg.
dr. Friedberg, 22. März. Der Friedberger Geschichtsverein geht soeben an die Gründung von Ortsgruppen in der Wetterau und wird fortan in seinen alljährlichen umfangreichen Veröffentlichungen auch die Geschichte der Wetterauer Ortschaften eingehend berücksichtigen. Von fleißigen Geschichtsfteunden, meist Wetterauer Pfarrern und Lehrern, sind für die nächstfolgenden Bände der „Friedberger Geschichtsblätter" zahlreiche beachtenswerte ortsgeschrcytliche Abhandlungen eingelaufen mit dem Hinweis, daß das Volk nach Historie dürstet und daß gerade die Landbevölkerung dankbar jede Aufklärung über die Vergangenheit entgegcnninrntt. Der stattliche Band III (1911) der „Friedberger Geschichtsblätter" erscheint Ende April: sieben von den 18 darin enthaltenen Abhandlungen sind ausführliche Beiträge zur Geschichte von Bergen, Echzell, Heldenbergen, Hungen und Wohnbach. Der heimatkundliche Schulunterricht, die Tättgkeit des Vereins für ländliche Heimatpflege und die Bestrebungen der Volksbildungsvereine finben so in den vielseitigen Veröffentlichungen des Friedberger Geschichtsvereins eine wesentliche Stütze.
m. Bad-Nau heim, 20. März. Im Betrieb der Badedirektion hat das Jahr 1910 in allen .Abteilungen der Verwaltung eine sehr erhebliche Steigerung gebracht. Das .Elektrizitätswerk erzeugte 409178 Kilowattstunden: gegenüber dem Vorjahre bedeutet dies eine Zunahme von 89178 Kilowattstunden. Die Fernheizung der Dadehäuser, die durch den Fernheizkanal erfolgt, die Warmwasserleitung, Wäschetrwännnng, Niederdruckdampfheizung usw. machten einen Dampfverbrauch von 6 Mill. Kg. erforderlich. In der Dam p fw as ch an st alt wurden 950000 Kilogramm trockener Wäsche gewaschen. Als Höchstleistung wurden an einem Tag 9000 Kilogramm gefördert. Mit den vorhandenen Maschinen können 10 000 Kilogramm tägllch gewaschen werden und bei der Entwicklung des Bades durfte diese Leistung bald verlangt werden. Unsere Saline setzte an Koch-, Viech, Gewerbe- und Badesalz 34 200 Zentner ab, an flüssiger Mutterlauge war ein Bedarf von 102 500 Liter. Steinkohlen- und Naßpremteine wurden im Bereiche der Badeverwaltung 415 Doppeuvaggon — ca. 83 000 Zentner verbraucht. Für Kanalisationsanlagen wurden 45500 Mk. und für Bassinanlagen 52 000 Mk. aufgewendet. — Der Voranschlag der Stadt für 1911 weist in Einnahme und Ausgabe 967 556 Mk. auf. Die Haupteinnahmen und -Ausgaben sind: Gebäude 12 700 Mk., Ausgabe 22 500 Mk., Gaswerk 15 000, Apotheken 20 032 (7600), Stadt. Verwaltung 12 850 (59 000), Kirchliche Bedürfnisse 14 700 (14 700), Fuhrwesen 15 000 (15 000), Reinigungswesen 20 205 (31 700), Arbeiterabteilung 35 000 (35 000), Polizeiverwaltung 1880 (21200), Unterhaltung der Kanalisation und Müllabfuhr 5500 (15 900), Verbrauchsabgaben 12 000 (1200), Provinzial- und Kreiszuschuß 47 000, Kapitalzinsen 74 40Ö (96 800), Schuldentrlgung 12105 (31 500), Gemeindesteuer 340 000 (17 284), Besitzwechselabgaben 16 000 (480). Die Vermöaensrechuung stellt sich in Einnahme und Ausgabe auf 311680.75 Mk.
m. Ober-Mörlen, 20. März. Bürgermeister Gei- bel hat bei der Oberpostdirektion Darmstadt den Antrag gestellt, eine A u t o m o b i l - F a h r p o st einMrichten, die von Bad-Nauheim ausgehend die Orte Nieder-Mörlen, Ober- Mörlen, Langenhain—Ziegenberg, Fauerbach, Ostheim und vielleicht auch Nieder-Weisel berühren soll. Die Handelskammer Friedberg hat sich diesem Antrag befürwortend angeschlossen.
Kreis Wetzlar.
■ s. Wetzlar, 21. März. Das neue Amtsgerichtsgebäude ziert heute die große Flaggenstange mit aufgezogener Fahne, ein Zeichen, daß es seiner Bestimmung übergeben wurde. Wenn auch das Aeußere den Eindruck den Massigen erweckt, so wird beim Betreten der Jnnenräume dies ausgeglichen durch die weiten Gänge, die breit angelegten kreppen, die schlanken Säulen u. a. m. Im Interesse des Publikums ijt es zu begrüßen, daß auch die beiden Matafteiämter in dein Amtsgebäude unter- gebracht wurden. Nunmehr ist auch über das alte Kantongesängnis am Schillerplatz das Urteil gesprochen. Es wird demnächst von der Bildfläche verschwinoen, um für die angrenzende Franziskanerschule mehr Raum zu schaffen.
Hejjen-Nassau.
-(Marburg, 21. März. Tie Stadtverordneten genehmigten eine Abänderung der Einquartierungsordnung, nach der auch die Inhaber von 9)i ietswohnungen erforderlichenfalls Einquartierung erhallen werden.
Darmstadt, 21. März. Tie Klage gegen den Groß- Herzog, die von Seiten eineo Gutsbesitzers in Holstein eingereicht worden war, dessen Huno angeblich durch Verschulden des Großherzogl. Clstruffeurs s. Z. in Stiel überfahren worden war, wurde heule durch beit vom Senatsprüsidenten und ben vier längsten Mu gliedern Cbcric.ic .. rh v ü izten Gerichtshof
abgewresckn, da nach der Beweisaufnahme der Hund, der einen Wert von 300 Mark hatte, selbst unter das Auto lief und der Chauffeur nicht unvorsichtig gefahren ist.
Univevsitats-Nachrrchten.
hr. Marburg, 21. März. Tie venia legendi für das Gesamtgebiet der germanischen Philologie wurde von der philosophischen Fakultät der hiesigen Universität Dr. Wolf von U n - werth erteilt _________________________________
Höhenflüge.
Ein neuer Meerflug Ende Januar 1911 hat eine wunderbare und auch aus praktischen Gründen beachtenswerte Beobachtung ebradjt. Der amerikanische Flieger M c. Curdy überquerte am 30. Januar die Floridastraße vom Key West nach Havana. Drc Flugwette war nicht übermäßig groß, nachdem von einem anderen Flieger schon 585 Kilometer erreicht sind. Denn die gemessene Entfernung zwischen Aufflugs- und Zielstrecke betrug nicht mehr als 170 Kilometer. Auch wurde sie nicht ganz durchflogen, deshalb weil ein nicht völlig erklärtes '-Beilagen des Motors den Flieger nötigte, im Gleitflug schon etwa 15 Kilometer vor Havana ins Meer l-erabzugeben. Bedeittsam aber war eine optische Erscheinung, die Mc. Curdy wahrnahm, wie W. Krebs in der Halb- monatschrift „Natur und Kultur", Herausgeber Dr. F. I. Völler, München, Jsaria-Verlag, öarlegt, nicht zum mindesten um deß- willen, weil sie geeignet erscheint, den besonnener Ruhe und scharfer Orientierung besonders benötigten Führer eines dahinschießenden Flugzeuges zu überraschen und zu verwirren. Mc. Curdy begegnete der Erscheinung unmittelbar nach dem Aufflug von der kahlen Reihe der sandigen Florida Keys. Die Meeresfläche schien nicht unter ihm zu liegen, sondern ausgerichtet vor chm zu stehen. Die verfolgenden Torpedoboote und Zerstörer waren deutlich in gleicher Lage ans ihr zu sehen. Dabei waren, trotz der fast 400 Meter betragenden Flughöhe, alles auf ihnen, bis auf Einzelhetten, genau zu erkennen.
Diese, fälschlich von Mc. Cu r d y selbst und den nack; druckenden Zeitungen als Luftspiegelung bezeichnete Erscheinung ist der außer- ordentlick) hoch entwickelte Fall eines Vorganges, der als „Erhebung" bezeichnet und aus Strahlenbrechung in klarer Atmosphäre erklärt wird, Am bekanntesten ist er von der Besteigung einzeln tehender Bergriesen her, des Aetna, des Pico de Teyde, des Mistt, auch des Aconcagua. In ausgeprägteren Fällen kommt sich der Bergsteiger auf einem solchen beherrschenden Gipfel vor, als stände er inmitten einer Schale, deren Randteile sich rings erheben. An hochgelegenen Meeresgestaden führt derselbe Vorgang manchmal zum Erkennen ferner, sonst weit unter dem Horizonte liegenden Berge oder Inseln. So wurde am 20. März 1784 nach D a n g o s von Malta aus der Actnagipfel gesehen, so unvermutet, daß Seeleute und Fischer ausfuhren, um die anscheinend neue Insel in Besitz zu nehmen. Die Erklärung kommt hinaus auf die Strahlenbrechung innerhalb einer Atmosphäre, deren Dichte von der Erdoberfläche oder von einer nicht all zuhock) über ihr gelegenen Fläche an stärker als gewöhnlich ab nimmt. Das führt von Schicht zu Schicht eine Abänderung des Strahlenganges herbei, der nach oben hin wegen der abnehmenden Dichte vom Einfallslote abgebrochen wird. Er ergibt sich schließlich als ein nach der Erdober- läche hin hohlliegender Bogen, der, in das Auge eines in einiger Höhe ausgestellten Beobachters gelangt, dort den Eindruck erweckt, der gesehene Gegenstand läge wesentlich höher als in Wirftichkeit. Bei ganz starker Krümmung kann eine so betrackstete Fläche um 90 Grad gegen ihre eigentliche Lage auf gerichtet erscheinen. Kurz nach Sonnenuntergang und bald nach Sonnenaufgang, sind nach Pernters Werk über meteorologisck-e Optik die günftigften Witterungsbedingungen für diese Vorgänge der „Erhebung" gegeben. Orientierung darüber ist für ausübende Flugtechniker ohne Zweifel von großem Wert. Von ihr darf ein Beitrag zu vermehrter Sicherheit des menschlichen Fluges erhofft werden.
In den Zeitungen erschien unter der Ueberschrift: „Die Bergkrankheit im Flugschiff" eine Darstellung über den Absturz, durch den am 31. Dezember 1910 der amerikanische Flieger Hoxtey zu Los Angelos tödlich verunglückte. Die Darstellung ist aus dem Scientific American nach einem demnach wohl amerikanischen „FackMann" wiedergegeben mib nicht vor Januar 1911 erschienen. Sie erwähnt Beobachtungen eines Physiologen M ou- tinier über das törperlickst Befinden von Fliegern, nach denen in einer Höhe von mehr als 1200 Metern eine Steigerung des Blutdrucks, manckynal auch Kopfschmerz und Sck)lafsucht einzutreten pflegen. Die Erscheinungen der fogenannten Bergkrankheit seien überhaupt schon von mehreren Fliegern empfunden wordem Besondere Gefahr wird bei kurzen und heftigen Wendungen, „vor allem aber bei sehr schnellem Ausstieg oder Abstieg" gefunden. In der Sache kommt diese Darstellung mit den Ausführungen in dem Ikarus-Berichte zu „Natur und Kultur" von Oktober 1910 hinaus. Sie zielten auf die Cinschärsung einer den Vorschriften für Taucher entsprechenden, vorsichtigen Verlangsamung des Auf- und Abstieges ab. Diese warnende Mahnung sck>ernt demnach durch das bedauernswerte Ende des amerikanischen Fliegers, mein als sechs Wochen nack) ihrem Erscheinen, die denkbar schärfste Bestätigung erhalten zu haben. Jedenfalls aber darf die deutsche Priorität gegenüber jenem amerikanischen Berichte als gewahrt gelten.
Vermischte».
* Lamas auf der Lüneb arger Heide. Die preußische Staatsregierung beabjichtigt, gutem Vernehmen nach, auf wenig brauchbaren Ländereien Versuche mit südamerikanischen Lamas anzustellen. Als erstes Versuchsfeld ist die Lüneburger Heide ausersehen. Das Lama ist das genügsamste Tier der Art und außerordentlich nützlich. Es wird als Zieh-, Reit- und Schlachttier verwendet. Das Fleisch besitzt einen sehr zarten Geschmack. Von grobem Wert sind auch Wolle und Fett. Die Einführung dieser Tiere verdient die Beachtung aller, die sich für den Aufschwung der deutschen Viehzucht interessieren.
»Die Opfer der Berge. In wie beklagenswertem Maße mit der wachsenden Vorliebe für die Hochtouristik auch die Zahl der Opfer der Berge im Laute des letzten Jahrzehnts angenommen hat, lehrt eine kürzlich von den deutsch-österreichischen '.Ulpenoereinen ausgestellte Statistik. Ans ihr ergibt sich, daß im Kaufe des letzten Jahrzehnts nicht weniger als 890 Menschen im Hochgebirge tödlich verunglückt sind. Auf bie einzelnen Jahre verteilen sich die Zahlen wie folgt: 1901 öd Unglücks,alle. 1902 70, 191)3 76, 1904 72, 1905 56, 1906 93, 1907 85, 1908 lü8, 1909 144 und 1910 128. Ihrer Nationalität nach verteilen sich die Cpier des Bergsportes auf die einzelnen Länder: Deutschlands vom H., Oesterreich 24, die Schwerz 19, Italien 6, England 4 und Frankreich 3 v. H. v ,
* Das Segel zu Lande. Bei uns werden Segelwagen nur zu Sport zwecken verwandt. In manchen Gegenden der Erde, in denen man mit gewissen starken, regelmäßigen Wiudströmungeu rechnen darf, spielt dagegen das Segel zu Lande auch eine Rolle im Verkehr. In China z. B. ist das der Fall. Aus der Straße, die von Tientsin nach Peking fuhrt, sieht man häufig Schubkarren, auf die man Segel gefetzt hat, um sich das Vorwärtskommen zu erleichtern. Zur Winterszeit wird auch im Handelsverkehr der Segelschlitten auf Flüssen eifrig benutzt. Wer fühlt sich hierbei nicht an unseren europäischen Eisjachtsport erinnert? Wirkliche Segelgefährte finden wir aber auch in Südamerika. Hier sind es Eisenbahnwagen, einzelne Güterwagen, die man mit Segeln oec- ftebt und so durch die Lraft des Wmdes treiben laßt. Ties ge- ichieht auf einer bekannten und wichtigen Eisenbahnlinie, der Auloiagasta and Bolivia Nailway, die den chilenischen Hafen Autofagaua mit der Stadl Cruro in Bolivia verbindet.
Getreide-Bsvchenbericht
der Preisbe: . ir.schaftsrats
vom 14. bis 20. März 1911.
Der Gccrcidehandel l>at in den letzten Tagen eine etwas freundlichere Haltung angenommen. England, das sich seit Wockstm von größeren Aujck-aifungen zurückgehalten hatte, zeigte vermehrtes Interesse, und auch Frantreich nahm einige Erwerbungen in australischen und argentinischen Weizen vor. Die
Exportgebiete erhöhten darauf ihre Forderungen. Hinzu tont, daß Indien über ungünstiges Erntewetter klagte nnb daß in Nordamerika kaltes und trockenes Wetter Befürchtungen wegen der Saaten hervvrrief. Auch in Rußland ist cs wieder tälter geworden, und wenn dieses zunächst and) keinen Anlaß zu Besorgnissen gab, so verzögert sich dadurch immerhin die Eröffnung der Binnenschiffahrt. Besondere Wichtigkeit hat dieser Umstand für Gerste, denn die Vorräte üi den Häsen sind Inapp und es fehlt an Material, um bie laufenden Verbindlickstetten zu erledigen. Tie Folge davon ist, daß die Forderungen für diesen Artikel wieder merklich angezogen haben, aber auch für die anderen Getreidearten bewirkten andauernd flehte Zufuhren und das Beispiel des Gerstenmarktes eine Befestigung der Preise. In Deutsch land trug neben den Anregungen des Weltmarktes der Eintritt von Nachtfrösten in der zweiten Wochenhälfte zur Befestigung der Tendenz bei. Eine Besserung des Geschäfts machte sich zu- nächst nur am Rhein bemerkbar, während sich in Mittel- und Norddeutschland angesichts der erhöhten ausländischen Forderungen etwas mehr Interesse für das keineswegs reichliche Jnlandsangebot kundgab. GelegeMlich kamen wohl auch kleine Abschlüsse zum Export zu Stande, aber im allgemeinen sind draußen den Jn- latidsforderungen entsprechende Gebote schwer zu erlangen. Ebenso wenig rentieren aber Auslandsbezüge auf Basis der Berliner Lieferungspreise. Jedenfalls hielten sich die Rogeser im Liefe- rungsgeschaft infolgedessen mehr zurück, so daß Deckungen im Verlaufe den Maipreis um 1J i Mark steigerten, während Juli nun 1/2 Mark gewinnen konnte. Roggen war, durch Weizen angeregt, gleichfalls fester, zumal ein größerer Teil des Ladungs angebots an der Küste Aufnahme gefunden hat und für spätere Sichten nur spärliches Angebot vorlag. Auch sttitzten die höheren russischen Forderungen. Im Jnlande war der Absatz angesichts unbefriedigenden Mehlgeschäftes schleppend. Auch über den Absatz von Hafer wird allgemein geflagt während die Provinz an ihren Forderungen festhalt und Rußland mehrfach Rückkäufe
(4-
3)
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(+ 2) (+ L25), (- 0.00), (+ 0.20).
203 (+
197 (- 192 (—
195 (—
191 (- 197 (+
193 (— 192 (— 195 (—
196 (— 166 (4- 199 (— 198 (—
204 (—
Königsberg Danzig Stettin Posen Breslau Berlin 'JJiagbeburg Halle Leipzig Dresden Rostock Hamburg Düsseldor' Frankfurt a.M. Mannheim Straßburg Riunchen
2) Mai
147*/2 149 147 143 144
1471/.
148 150
146 149
144 155 155
1611/, 162 V, 167V,
178
Budapest April 199.80 (-ft 3.85); Paris Aiärz 220
Liverpool Mai 153.30 (+ 0.90), Chicago Mai 140.70
207 V, (—21/,)
205 (- )
218 (- )
folgt: Roggen
Hafer 160 (- > 155 (- ) 154 (-ft 2) 156 (- ) 155 (— 1 173 (- 1) 172 (- )
(■+*
Weltmarktpreise: Weizen: Berlin
oornahm.
Es stellten sich die Preise für inländisches Getreide am letzten Markttage in Mark pro 1000 kg je nach Qualität, wobei das Mehr (-l-)^bezw. Weniger (—) gegenüber der Vorwoche in Klammern () bligefügt ist, wie Weizen
Roggen: Berlin Mai 156.00 (— 0.25). Hafer: Berlin Mai 157.50 (-ft 1.25) Mk.
handel.
** Konkurse in Hessen. Heber das Vermögen des Inhabers der Firma Heinrich Jakob Lampe, hier: Christian Lampe in Darmstadt, Feldbergstraße, wurde am 9. März das Konkursverfahren >eröffnet, da die Firma John A. Gade, "Tabakhandlang in Bremen, den Antrag auf Konkurseröffnung gestellt und ihre Forderung glaubhaft gemacht bat und auch die Zahlungsunsähiglett des Schuldners seststeht. Rechts anwalt Dr. 6)ebner in Darmstadt wurde zum Kortkursverwalter ernannt. Konkursforderungen sind bis 5um 1. April bei dem Amtsgerttlst Darmstadt I ait3umclixm. — lieber das Vermögen des Kaufmanns L u d w i g Schmidt zu Reinheim, Inhabers der Firma Joh. Schmidt, ist am 11. März das Konkursversahren eröffnet worden. Reckstscmwalt Dr. Ecihard zu Reinheim ist zum Kontursverwalter ernannt. Konkursforderungen sind bis zum 1. April bei dem Amtsgericht Reiicheiin anzumelden. — lieber das Vermögen des Elektrotechnikers August Ebel in Mainz, Nackftraße 9, wurde am 9. März das Kontursverfahren eröffnet. Reckstsamvall Dr. Gaßner in Mainz wurde zum Kontursverwalter ernannt. Konkursforderungen find bis zum 3. Aprtt bei dem Amtsgericht Mainz anzumelden. — lieber das Vermögen des Paul Englert in Weiterstadt wurde am 17. Acärz das Konkursverfahren eröffnet. Amisgerichtstaxator Ernst Wolff in Darmstadt, Mühlstraße, wurde zum Koickursverwaller ernannt. Konkursforderungen sind bis 5um 3. April bei dem Amtsgericht Darmstadt II anzumelden.
** P 0 stnachnahmen. Um für die Privatindustrie die Herstellung der vor einigen Monaten eingefühcren braunen Nachnahmeformulare mit anljängenöer Zahlkarte weiter zu bereinfad>en, bat das Reichspostamt nachgegeben, daß die Zählkarte ohne die für die Eintragung der Konwmunmer sonst vorgeschriebene Schraffierung hergestellt werden kann, sofern die Kontonummer bei dem Drucke des Formulars gleich mit vorgedruckt wird.
Märkte.
fc. Frankfurt a.M., 21.Aiärz. Heu- und Strohmarkt. Angefahren waren 16 Wagen Heu und 2 Wagen Stroh. Rian notierte: Heu 8,00—8,60 Mk., Stroh (Kornlangstroy) 2,50 bis 2,70 Alk., Wirrstroh 0,00—0,00 Alk. Alles für 5u Kilo. Geschäft an'angs flott, später gedrückt. Die Zufuhren waren aus Oberhessen, den Kreifen Dieburg und Hanau.
|] Kirchhain, 21. März. Dem heutigen Schweinemarkt waren rund uuO Ferkel und Läufer zugefahren. Erstere wurden mit 25 - 40 Alk., letztere mit 50—80 Mk. je nach Größe und Qualität verkauft.
Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen.
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Mörz
Wetter
1911
Niederschlag: — 0,0 mm.
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Höchste Temperatur am 20. bis 21. März — -ft 13,5 ° 0, Niedrigste , , 20. , 21. , = — 0,3 “C.
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21.
2’" 745,4
12,3
6,6
62
ESE
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Sonnenschein
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9SI 746,2
7,1
6,7
88
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Bew. Himmel
22.
7" 746,9
3,5
5,4
92
N
2
4
Sonnenschein
schallt laut und frei und sie war am Tage vorher so überanstrengt worden. dass am Abend kein Ton mehr heraus kam. Ein paar Wybert- Tabletten haben die Stimme wieder rein, den Hals frei gemacht. Sie sind für niemanden zu entbehren, der viel und laut zu sprechen hat.
Eine Schachtel mit ca. 400 Tabletten kostet in allen Apotheken nur 1 Mark. Depot in liessen: Pelikan-Apotheke, Kreua2 S6»/e


