r»cficT)Mt werden, sobald diese vom Uulcrhause nb- gckOiit werden.
(Eine Lrllüruiig öes hansabunves.
Berlin, 28. 31111t. 9(u>> Anlass der Krisis ini Prä ifibiimi de - Hausabniibcs isi dieses gestern ziisainnn-ngctrc len und 1)M folaeudou P r ä s i b i a lb e s ch lu ß über die burdi den '.Huot rill de > Lanbrnts W 0 c t g c r geschaffene Lage Vereinbari:
Lag nm 28. 3mit INII uifnniiiiciinetrctcnc (Mrfamtbräfibiiim bed .Sjanfabiinbed flibi znniichsl feinem Bedauern über den Austritt des Herrn Vaiibrai ■ » D. illodnct Aufdruck. Zu diesem ver nithvorlium^vollcn schrill war imrb eiuniütincr Ansicht der unter zeichneten Präsibenlen 1111b Vizepräsidenten ein Anlass nichl fle* sieben. Die Prüsunn brr Sachlage imb deS BrieswcchsolS zwischen Herrn X'mibrnt <1 D. Roetqer nnd Herrn Wcbcinrrnt Rjeher ergibt, bass benrünbelc Zweifel über Inhalt unb Tragweite br<< einstimwiaen Präsidialbeschlnssrö bett, die Slelttmasnahmc des HansabnndeS 31t brn Wahlen nnd Stichwablen nicht besteben Foniitni, 1111b /.war sowohl nach bein Wortlaut des Beschlusses wie nach den «einer Iassnng rwranSgeaangenen Verlwnblnnaen ini Gefaintpräsidinin. Dieser BefclNnss. der mit Errnächliqima bci< Präfibinin-.. in den „Milleilnnaen" des Hansabnnbes vom 24. No nein bei 1910 nnb «eildew wiederholt äsfcnllich bekanw gemacht worben isl, lial das Prinzip sestgestelll, bas; der Hansabu.nd die Ausgabe non StichwahlParolen in allen Fällen den politischen Parteien 311 überlassen habe, 311 deren ausschliesslichen Inständig" leit sie gehört. Eine wirlschastliche Vereinigung, die Mitglieder aller bürgerlichen politischen Parteien umfaß!. dars sich unter keinen Urnsläiiben zur Ausgabe non Stichwahlparolen drängen lassen, falls sie nidif ihre Lebensinteressen gefährdep will. Eine AnSnalnne von diesem Prinzip znznlafsen, ist denn nnd), wie hiermit festgestellt: wird, seitens des Herrn Landrat a. D. Moetger weder bei der Beschlnsisassnng selbst, noch in den mehr alS sechs Monaten, die sei, jenem Präsidialbeschlnsse vergnngen sind, beanlragl worden. Die von Herrn Noetger beanstandete Ver- iifsenllichnna des im Anschluss an den Hansalag verbreiteten Werbe ansrnis entspricht zunächst formell dem diecht und der Pflicht des geschastssü.lirenden Vorsihenden nnb überdies einer ihm durch einstimmigen Präsibialbesctilnst vom 29. September 1910 aus brilrflid) erteilten Ermächtigung. Inhaltlich aber enthält dieser Werbeansruf, der die Bekämpsnng der einseitigen demagogischen Agrarpolitik nnd die Durchsehnng einer besseren Würdigung der gewerblichen Arbeit 311m b-iegenstanbe hat, nicht die geringste Ab- weichnng van dem bis dahin auch von Herrn Landrat a D. Noclger vertretenen Programm des Hansalnindes. Das Präsidium des Hansabundes ist sicl, bewußt, seine schwere nationale Aus gäbe, die aemeinsameu Interessen aller Kreise der Industrie und gteichermnsten des Handels, des Gewerbes, Handwerks nnb der Angestellten nach Maßgabe der Sahungen zu vertreten, bisher burdmefübrt ;» haben und wird dieser Pflicht bis zur endgültigen Erreichung ihrer Ziele auch in der I-olge unbedingt nachkommen, gez. Dr. Rießer, Nicht, Erasemann, Dr. Steche, Hirth.
21119 Hessen.
Die Zweite Kammer der Stände hcilt am Dienslag, l. Juni, vormittags 10 Uhr, ihre 110. Sitzung ab. Ans der Tagesordnung stehen hauptsächlich Anträge aus dem Hanse und Vorslelluugeu, darunter anch die Anträge, die aus eine Revision des Eisenbahn,U'memschafts- Vertrags mit Preußen abzielen.
Der Am ts g e r.ich t s u e ub an. in Wietzen. Eine Anfrage der Abgg. Grü 11 elvald und Reh au die Regieruug, betreffend den Neubau eines A in t s g e r i ch t s g c b ä it b e v i 11 El i e ß e n Hal folgenden Wortlaut:
.An den Herrn Justizminister richten wir solgende Anfrage:
Seil der Fassung des Beschlusses, welcher den Neubau eines Amtsgerichtsgebändes in Ehesten onorbuet, haben iidi die Wirkungen der 1111 vorigen Jahre erlassenen Prozestnovelle ergeben und es fragt sich, ob der kostspielige dienbnii legt noch einem Be diirsnifse entspricht. Es hat außerdem in Richter nnd 'Jlnnmlt • kreisen |id) die Ueberzeugung gebildet, das; ber Neubau, etwa 150 Meter entfernt vom Instizgebäude, in dem das Landgericht bleiben soll, unpraktisch ist. weil die Entfernung ber Sitmngs< räume voneinander den Verkehr der Gerichte miteinander er schwect und die Wahrnehmung der häufig gleid>zeitig zum Ausruf gelangenden Termine hindert, lebten Endes leiden hierunter nudi die Parteien. Ein Flügelanbau an das Instizgebäude wäre, wenn Überhaupt eine Vermehrung der Räume nötig ist, durchaus ans- reichend. Es liegt auf der Hand, daß hierdurch eine, große Ersparnis bewirkt werden könnte nnd wir richten au So. Exzellenz beit Herrn Iustizminister die Anfrage.
ob n i (b t Regier u n g und Stände den g e p l a n
l e n N e 11 b a 11 v 0 r e r ft nicht a u s führen, sonde r n die Frage, ob derselbe nötig ist, n0chmals in Erwägung fiehrn wollen •
Deutsches Uetch.
Bei der Landtags e r s a (; lv a 1) 1 in M n r b 11 r g er hielten Professor Bredt (freilonf.) 118, Lauer (Bündlcr) 18 und Professor Schücking ((ib.) 16 Stimmen. Ersterer ist somit g c w ä 1) l t.
In der B u u d e r a t s s i ß 11 n g am Mittwoch wurde die Vorlage betreffend den Handels- und Schiff s a h r t s v e r t 1 a a zwischen dem Leutscheu Reiche und Iapa 11 und die Vorlage betv. die vorläufige Regelung des skousulatsweseus mit Japan zugestimmt, ebenso der Vorlage betr. den Entwurf einer Verordnung über die Wahl treiSeiuteilung siir Elsaß Lothringen.
Auf uärhsteu DieuStag abeud haben die Sozial d emo traten für Gros; Berlin große Protest v cr s a in in 111 n g e u abzuhalteu beschlossen, gegen die Siel lnugnahme der MehrheitSparteien des Abgeordnetenhauses in der W a 1) l r e ch t s frag e.
.....- ■ .............. .... J.'—LL... J_____—
Der Ausstand der Seeleute.
A m st e r bitt 11t, 28. Juni Der lebte T e. 1 in i n zur W i e der au sn ahme der Arbeit bind? die Hafenarbeiter, mit denen Arbeitsverträge abgeschlossen find, ist heute ab gelaufen. Nur wenige sanden sid» ein; die übrigen verlieren die äingezabltr Sicherheitsleistung. Bei der Königi. Dampsschiffahrtsgesellschaft ruht alle Arbeit Hunderte von Hafenarbeitern durchziehen die Straßen. Eine Anzahl AuSständi.« > hielt die Straßenbahn im Hafenviertel au; dabei wurde bei Werkführer überfallen. Kavallerie, Infanterie und Potijeiabieitungen bewachen die Hasen zugänge und Lagerliäusei £lc Fuhrleute drohen mit dem. Ausstand, falls sie nicht eine Lohnerhöhung bewilligt erhalten. Sie fordern Antwort bis Samstag iiadpnittag Heute früh traten 120 Deutsche aus Hamburg zm Beuiannnng des Dampfers „Hol landia" vom 8öuigiich Hollanoisdieu Vlonb ein. Ans dem Dampfer, der sie an Bord der ,,Hottandia bringen sollte, wurde ein Sabotageakt verübt. Wasser drang in den Lagerraum ein und erreichte die Maschinen. Der Dampfer konnte infolgedessen nicht fahren und mußte durch einen anderen Dampfer erseht werden.
L 0 n d 0 u , 28. Juni. An bei M 0 n f e r e n z der Schiffs- eigentümei nahmen etwa hundert Reeder des Vereinigten Königreiches teil. Es wurde befdiloffen, eine mäßige Lohn - erhöh» n g in gewissen Häfen im Hinblick auf die gegenwärtige Lage im Schiffsverkehr zn gewa>>reu Ter Vereinigung der Reeder wurde empfohlen, feste. Normal sähe für die L blute in den betreffenden Distrikten aufznstellen, nnb bei Sdnfsal.iisfbdeiaiion wurde angeraten, ihre Tätigkeit and» auf Lvhnstreitigkeiten auszndebnen. Ferner wurde einmütig befdiloiien, die Anerkennung ber See- Manns und Heizerveietuigung abzuiehnen.
Liverpool, 28. Juni. Alle Ä>? annschasten der Schiffe der nenn bedeutendsten transatlantischen Linien ei lischt.
icr Cunard White Star verließen die Schisse ohne Kündigung.
Viertausend H n s e n n r b e i t e r traten heute morgen in den A 11 st a n b. Sie sordern Anerkennung ihres Verbandes und die Iiisichernng, das; weiterhin nur Mitglieder bc8 Verbandes beschäftigt werden. z ,
H » ll, 28. Juni. In einer gestern abend abgehaltenen Ver ämmlung ber Seeleute teilte der Führer mit, das; die Eisenbahn ei heute in den A u s st a n d treten werden. Der Führer ber Todarbeiter erklärte, eS bestehe Eirund, zu glauben, daß der Streik innerhalb der nächsten 24 Stunden beigelegt sein werde.
8. Deutscher Sewerksthasts-Aougrest.
Dresden, 28. Juni. III.
Die heutige Beratung wurde von dem Vorsitzenden Legten mit geschäftlichen Mitteilungen eingeleitet. Sodann wurde die Aussprache über das Thema ,,Arbeiterschuh und Arbeiterver- icherung" fortgeseht. (liebel 1 Berlins vom Verbände der Niireanangestellleu erinnert daran, daß sich bei der Reichöver- ichernngsorbunng Nationalliberale und Freisinnige mit der Reaktion verbunden hätten, um die Blockpolitik fortzusehen. Man habe sogar dcw Plural recht der Unternehmer geschossen, nm dem industriellen Sdiarsmachertnni Gelegenheit zu geben, den kleinen Unternehmer an die Wand zu drücken. Kremser iFranksnrl) Dom Iimmererverbaud beklagt das ständige Anwachsen der Unfälle auf den Bauten, nainentlid) auf den Tiefbauten. A r 11 s wald (Oberhauicit) bespricht die mangelhaften Schuhvorschristen und Schnheinrichtungen im Bergbau. Nach weiterer Aussprache werden die zu dem Thema vorliegenden beiden Entschließungen einstimmig angenommen, desgleichen eine Entschließung, die aus die Wichtigkeit der Wahlen der Krankenkasscnvcrtretcr hinweist. Der Kongreß geht dann zum nächsten Punkt: „Das Koali- tionSrecht in Deutschland und der Vorentwurf zu einem deutschen Strafgesetzbuch" über. Rechtsanwalt Dr. Heine m a n n (Berlin^ legte seinen Ausführungen eine. Reihe von Leitsätzen zugrunde, in denen es 11. a. heißt: „Der Vorentwurs beschränkt sicli niclst aus die Ausrechterhallnug der heute bestehenden gesetzlichen Vorschriften, die die Koalitionsfreiheit auf ein äußerst geringes Maß herabgebrückt haben. Er geht erheblidi darüber hinaus und enthält Bestimmungen, die an Arbeiterfeindlichkeit sogar die InchthauSvortage übertreffen und sick) als rücksickits lofeste Klassenjustiz darstellen. Dies gilt zunächst von den 88 184 und 185 des Entwurfs. Diese rauben das Koalitionsrecht allen Arbeitern, die im Betriebe einer Eisenbahn, der Post, einer Telegraphen , Fernsprech- ober Rohrpostanlage sowie einer zur osfeutt liehen Versorgung mit Wasser oder Beleuchtung dienenden Anstalt beschäftigt sind. Weiter kommen besonders, wenn and) keinesfalls allein in Betracht die SS 240 und 241 des Entwurfs. Diese Vorschriften wenden sid; nicht mehr gegen angebliche Auswüchse bei der Betätigung des Koalitionsrechts, sie bestrafen vielmehr die Ausübung des Koalitionsrechts als solche. Wird der Entwurf Gesetz, so bleibt den Arbeitern nichts anderes übrig, als stets zum fcliärssten Mittel, zum Streik, zu greifen, da Aenßerungen, die sich bei Vorverhandlungen anS der Natur der Sache ergeben und daher nicht zu vermeiden sind, als Nötigungen bestraft werden inüsseu. Aus diesen Gründen fordert der Gewerkschafts- kongreß bei der Revision deS Strafgesetzbuchs die Beseitigung aller die Ausübung des Koalitionsrechts erschwerenden Vorschriften des geltenden Rechts ans dem Strafgesetzbuch, dem Landesstrafrecht und den strafrechtlichen Nebengesetzen. Er protestiert ferner energisch gegen die neu vorgeschlagenen Bestimmungen, die die Koalitionsfreiheit aufheben, die äußersten Wünsche deS Scharfmacher- Iums verwirklichen und der Gleichheit vor dem Gesetze Hohn sprechen." Einleitend wies der Redner darauf hin, das; zwar Sozialpolitiker aller Richtungen das Kvalitionsrecht als zulässig, ja alS notwendig anerkannt hätten, daß aber dieses Recht in der Praxis durch die bürgerliche stiechtspredinug säst mimöglidi gemacht werde. Der Kongreß beschloß, angesidstS der Wichtigkeit des ThemaS jedem Redner unbeschränkte Redezeit zuzugestehen. Brunner iBerliitt vom Transportarbeiterverband vertrat eben falls die Meinung, daß bnrd) die neuen Bestimmungen die Ausübung des KoalitwnSrechtS nuinöglidi gemacht werde. Besonders die Angestellten der großen Verkehrsbetriebe, der Eisenbahnen, werden unter den neuen Bestimmungen zn leiden haben. Die Eiseiibahnverwaltnug fordert sogar, das; die Kutscher der bahn- amtlichen Rollfuhrspeditiom die em privates Unternehmen sei. nicht organisiert seien. Die Verhandlimgen mürben darauf auf morgen vertagt._______________________________________________
nationaler Deutscher Rundflug.
Bielefeld, 28. Juni K önig stieg heute morgen 4.15 Uhr in Minden auf, überflog bei schwerem Nebel den Teutobnrgerlvald und ereiebtre schließlich Bielefeld. Der Nebel madjte jede Orientierung unmöglich, so das; es dem Flieger nicht gelang, den Flugplatz zu finden. Er landete in der Schillerstraße, einer Vorstadtstraße Bielefelds, glatt.
Münster, 28. Kimi. Heute nachmittag herrschte starker Wind, der gegen abend iiodi zunahin, so daß Büchner, der heute noch die Etappe Münster—Köln znrücklesten wollte, sck;on um 5 Uhr nachmittags auf dein Flugplätze eine günstige Gelegenheit abwartete und sich begnügen mußte, um 8 Uhr 30 Min. den formellen Start' zu machen. Der Apparat wurde wieder in den Schuppen gebracht. Büchner versucht morsten früh, über Wesel und Neuß nach Köln zu fliegen. K ö n r g, der heute morgen in Bielefeld aus der Straße gelandet war, ftiea von seiner Landungsstelle nachmittags aus und überflog den Teutoburger Wald. Er mußte jedoch hinter den letzten Höhenzügen. wenige Kilometer hinter Bielefeld, niedergehen. Da er nun doch keine Aussicht mehr hatte, Münster vor 9 Uhr abends zu erreichen, um dort für die nächste Strecke Münster -Köln zu starten, muß er die beiden Etappen aufgeben. Er läßt deshalb seine Maschine abrüften und nach Köln bringen, von wo aus er wieder in Konkurrenz tritt. L i n d p a i u t n e r, der 6 Uhr 42 Min. von seiner Landungsstelle wieder aufgestiegen war, mußte zwischen Schermbeck und Erle, unweit der Bahn Münster—Wesel, etwa zehn Kilometer vor Wesel, abermals eine Landung vornehmen und kann voraussichtlidi also erst morgen früh Wesel erreichen.
M ü u st e r 1. Wests., 28. Juni. Ium Flug nach Köln sind heute früh gestartet: Lind P aiutne 1 4.08 Uhr, Vollmöller 4.13 Uhr. Lindpaintucr mußte bei Appelhülsen im Land- kreis Münster niedergehen, da sich der Zhliudcr an dein Motor etwaö gelockert hatte. Vollmöller verlor bei unsichtigem Witter die Richtung und landete deshalb bei Havixbeck, Landkreis Münster um sich zu orientieren. Bei der Landung wurde der Propeller leicht beschädigt.
Köln, 28 Juni. Die sportlichen Leiter beschlossen, in Köln des ungünstigen Wetters wegen einen besonderen Ruhetag eiuzulegen, an dem keine sportlichen Wettbewerbe stattsinden dürfen. Hierdurck) haben die Flieger Gelegenheit, die nodi fehlenden Strecken der Etappe Münster—Köln in Ruhe zurückzulegen, oder, wenn sie schon in Köln «»gelangt sind, dort für die folgenden Etappen anözuruhen. Der Weiterflug findet also statt Freitag früh erst am Samstag statt, das ganze weitere Programm verschiebt |iui infolgedessen ebenfalls uni einen Tag, so daß die Ankunft in Berlin wahrscheinlich statt am 7. erst am 8. Juli erfolgt.
Vereinigung Vnderus-Maflen.
Tic am .Dienstag in M affe 11 abßehaltcnc Auffi ch t S- ratk-Sitznng ber Borgbau - Aktiengesell - schäft Massen hat einstimmig einem ihr von den Bn- d e r u s f ch e n E i s c 11 lv e r f e n zn Wetzlar gemachten B c r- s ch m e l z 1111 g 8 v 0 r s cli 1 a g e z u gc ft i m m t. Darnach ivird die Bergbau Aktiengesellschaft Massen aus Grund der Bilanz vont -ü. Dezember 1910 mit Wirkung ab 1. Januar 1911 ohne Liquidation nut bei; Buderusschen Eisenwerken vereinigt. Die Diktionäre von Massen erhalten gegen Ein- liefernna bei* ausgeaebenen 7000 Stück 7 000000 Mk. Massen-Aktien 840o Stück -- 8 400000 Mk. als voll befahlt geltende Buderirs-Altieu mit Dividenbenberechtigung vom 1. Januar 1911 ab, so daß für ic 5 Massen Aktien 6 Bl;
derns A 'i:'ii ijcß. u tverden. Das jetzt 12500000 Mk. betragende Aktien.Kapital von Buderus ivird um vorgenannte <8400 000 Mk. AustausdttAktieu sowie ferner nm 1 100 000 Mk. neuer Aktien, bereu Erlös zur Bestreitung der Bcreiuiguugs- uud Kapitalerhöhungslosteu dienen sott, also um insgesamt 9 500000 Mk. erhöht, wonach es 22 000 000 Mark betragen wird. Bon der Masseucr Verwaltung treten vier Herren in den Aufsichtsrat von Buderus über. Die beiden außerordcittlicheu GcueralVersainmIiingeu, welche die Verschmelzung noch zu genehmigen haben, sollen am 20. Juli stattsinden. Die anfnehmenbe Alticngescllschaft BuderuS- sche Eisenwerke, Wetzlar verfügt über ausgcbchutc Eisen- sleingrubcn in den Bergrevieren Wetzlar, Weilburg, Dillenburg, Diez'und in ber Provinz Obcrhessen. 5 Kalksteinbrüche bei Wetzlar nnb Burgsolms liefe.ru die benötigte« Kalk steine; sie besitzt in Wetzlar 3 und in Burgsolms 2 Hochöfen, Von denen zurzeit 1 in Betrieb fick) befinden. Umfangreiche Gießereien besitzt sie in Wetzlar, Lollar und in Staffel bei Limburg n. d. Lahn. Außerdem betreibt sie in Wetzlar eine Zementfabrik, sowie in Wetzlar, Burgsolms und Lollar Schlackensteinfabriken. Die Arbeiterzahl beläuft sich einschließlick; Meister und Beamte auf 4431 Mann. Der Breuumaterialien-Verbrauch beträgt rund 190 000 t Koks uud etwa 20000 t Kohlen, ober ganz in Kohlen nmgercchnct 290—300 000 t. Die Grubenberechtsame der Bcrobau-Aktien ■ gesellschaft Massen haben eine Größe Von 23 Millionen Quadratmeter, also etwa von 11 Normalfcldcrn. Im Jahre 1910 betrug die Förderung 576 031 t Kohlen. Die Erzeugung an Koks stellt sich auf 178517 t und die Gewinnung an Nebenprodukten 999 t Ammoniak nnb 1522 t Teer. Tic Auteilzifscru im Rheinisch-Westfälischen Kohlen-Synbikat stellen sich auf 600000 t Kohlen, 215 000 t Koks nnb 72000 t Briketts für die neu errichtete Brikettfabrik. Die Arbeiterzahl betragt 2407 Mann. Nach sachverstänbiger Schätzung beläuft ftd) bei" Kohlcnrcichtum auf über hunbert Millionen Tonnen.
Geographisch liegt Massen zu Buderus günstig. Tic Entfernung beträgt 203 km, die noch eine Verkürzung von etwa 30 km erfährt, nachdem die schon im Sau begriffene Bahnstrecke Weidenau-Haigcr-Dittenburg fertiggestellt sein wirb. Zurzeit, beträgt die Koksfracht einschließlich Zechenfracht von Massen nach ben BuderuSschen Hauptverwcn- dilngsstellen 35.30 Mk. ober 2.30 Mk. für 10 Tonnen we> Niger, als von ben bisher liefernden Zechen.
Die nachfolgenden VerglcichSzahlcn geben ein Bild von den geldlichen Erträgnissen der beiden Unternehmungen.
ES betrugen:
Massen BudernS Ende 1010 Mk. -Ulf.
Aktienkapital 7 000 000 12 500 000
Hypoth. Anleihen 2 606 786 5 698 800 Betriebsmittel nach Zahlung der Dividende
für 1910 .......... 202 804 3 406 075
in % des Aktienkapitals 2,89 % 27,250 0
in °/0 deS Aktien- und AnleihekapitalS 2,11 °/0 18,72°/,,
Reserven............. 804 953 1414 551
in % deö Aktienkapitals 11,50% 11,82,%
Ergebnis in bat letzten 10 Jahren
1901 dis 1910:
Rohgavinn 9 079 269 22 282 761
ober jährlich im Durchschnitt ... 907 927 2 223 276
Abschreibungen........... 4 655 825 13 801 678
ober in % beS RohgewinnS . . . 50,17 0„ 62,07 0 „
Gezahlte Divibenbe 58,5 % 61,5
ober jährlich im Durchschnitt . . . 5,85 % 6,16 %
Auf Grund dieser Zahlen kann der innere Wert bei Aktien von Buderus und Massen als nahezu gleichwertig angesehen werden. Bei Beurteilung des den Massen-Aktiv- miren durch den Umtausch von 6 zn 5 gewährten Aufgeldes mutz nun berücksichtigt werden, daß Angebot und "Jiad; frage in diesem Falle für den Verkäufer günstig sind und ferner, daß infolge der bisher beobachteten vorsichtige« Dibide«dc«politik der .BitderilSsche« Eisenwerke der Kursstand der BuberuS-Akticu hinter ihrem 'inneren Wert zurückgeblieben ist. Durch die Verciuigung der beiden Werke erreicht Bnderus eine voltstäudige Unabhängigkeit vom Roh- stoss-Markte. Das Werk hatte bereits Eiseustein und Kalkstein in ausreichender Menge in den nahegelegenen Gc- wiunungSpunkten zur Verfügung. Hierzu tritt nun noch das bisher fehlende Material: der Brennstoff, so daß Buderus in der Folge alle für die Roheiscndarstellung erforderlichen Rohstoffe selbst gewinnt. Der Hauptnutzen der Vereinigung erwächst den beiden Unternehnlungen natürlich erst, nachdem die Erneuerung des Rheinisch Westfälischen Kohlen-Shndikats erfolgt ist, dadurch, daß Buderus daun feinen Selbswerbrauch Mafscu zuliringt, wodurch der Zeche eine erhebltchc Steigerung ihrer Fördernng möglich ist, worauf die feit Jahren durchgeführte planmäßige Ausgestaltung von Massen — in den letzten 6 Jahren wurden hierfür -1280000 Mk. aufgewendet mit Naturnotwendigkeit hinweist. Aber anch in der Zwischenzeit bis zum Ablauf des jetzigen Kohlen-Shndikats werden nennenswerte Boi teile der Angliedcrnng schon dadurch in die Erscheinung treten können, daß einmal die Verwaltung sich billiger gestaltet nnd daß ferner die noch weiter für Massen ge planten Betriebsverbesserungen unter und über Tage in einem schnelleren Tempo als bisher geplant durchgcsührt werden, so daß die. davon erhoffte Ermäßigung der Selbstkosten auch bei der jetzigen Förderung das Erträgnis günstig beeinflussen wird. Sollte wider Erwarten eine syndikai - lose Zeit kommen, so würde die Vereinigung den Vorteil haben, daß die Zeche mit der Hälfte der jetzigen Kohlen förticriuig sich aus den Lelbstverbraiich der eigenen Werke stützen könnte.
Stadt und Land.
Gießen, 29. Juni 1911.
"Tageskalender für Tonnevstag, 29. Juni. 8.21 b o n n c- m ent Stenge vt der RegimentSmusik in Steins Garten. Anfana s Uhr.
*
"Vorn Groß herzoglichen Hof. Der Groß herz og und die Großherzogin werden von ihrer Englanbreife zu den englischen KrönnngSfestlichkeiten heute nachmittag wieder zurückkehren. Das GroßhcrzogSpaar wird mit dem Schnellzug gegen 3 Uhr nachmittags über LLieSbadeu nach Groß-Gerau fahren und sich von dort nach Jagdschloß WolfSgarten begeben.
L. U. Land eS Universität. Bei dem bevorstehenden Jahr es fest der Land cSuniversität ist der Zugang zur neuen Aula für die Festteiluehiuer ausschließlich von dem Haupteingaug bcS KollcgicngebändeS in der LubmigstraßeßanS vorgesehen. Der Eingang von der Goelhestraße aus bleibt für die studentischen Fahnenträger und die Mitglieder des akademischen Gesangvereins Vorbehalten. Da die nene Anla für einen größeren Kreis Platz gewährt, find bei der Feier, die um 11% Uhr pünktlich beginnt, außer den geladenen


