boten anzu kaufen. Die Derlosung finbct also tote früher, im 18. Oktober t I, bei günstiger Witterung auf den: Marktplatz, bei ungünstiger Witterung im Rathause statt.
X Au S dem Kreise Schotten, 27. Sept. Rach- dem nun Eichelsdorf auch eine Wasser! eitung erhält, sind alle Orte des Niddatales und seiner bcnach- barten Gemeinden, selbst bad sehr hoch gelegene Storndorf, mit dieser zeitgemäßen Neueinrichtung versehen. Nur da:- etwa 500 Einwohner zählende Ober-Schmitten hat noch keine Wasserlcituna. Doch hofft man, daß die Gemeindeverwaltung auch bald einen diesbezüglichen Beschluß fassen wird.
Starkenburg und Rheinhessen.
R. B. Darmsladt, 27. Sept. Der Neubau der zweiten Oberrealschule (Liebig-Schule) ift beule vormittag in Gegenwart zahlreicher behördlicher Bertrtter seiner Bestimmung überwiesen worden. Oberbürgermeister Tr G l L k s i n g rcnej daraus hin, daß die Errichtung deS stattlichen Neubau- im Iobannismerlel notwendig wurde, al-vor zwei Dohren die Schüler- zahl der Oberrealfchulc auf 900 anwuchs. Tas Gebäude umfaßt 18 Klassenzimmer und 8 den praktischen und naturwissenschastlichen Hebungen gewidmeten Räumen und erforderte einen trvstcnaufwanL von 570 000 Mark. Ter Chef der Schulabteilung, Gcheimerar Tr. Puffert, dankte den städtischen Vertretern für die Errichtung des neuen Gebäudes und gab dann einen Ueberblick über die rapidc Entwickelung de- Darmstädter Oberrealfchulwesens. Nichts sei verkehrter, als au glauben, daß die Regierung den humanistischen Anstalten nicht mehr das frühere Interesse entgegendringe. Wäre daS der Fall, so würde man ja den Ast absägen, auf dem man sitze. Tie Regierung habe aber die Pflicht, auch den Lberreal- schulen die Möglichkeit zu geben, die Ziele, die sie sich gesteckt haben, zu erreichen. Tie neue Schule sei mit dem Namen eines der größten Söhne der Stabt geschmückt worden, durch den ihr auch die Richtlinien gegeben seien. Dem neuen Direktor bringe die Regierung daS Vertrauen entgegen, daß er die Beziehungen zwischen Schule und Elternhaus zu verbessern sich bestreben werde; man solle jfom auch von der andern Seite volles Vertrauen schenken. — Direktor Tr. Dorfeld entwickelte dann in großen Zügen die Ziele und leitenden Gesichtspunkte für die neue Ober- realfchule, die vor allem beutfdie Männer erziehen und Persönlichkeiten und Charaktere bilden solle. — Tie stimmungsvolle Feier ivurde durch Gesänge deS SchülerchorS mit Orchesterbegleitung eröffnet und geschlossen.
M. Offenbach, 27. Cept. Bei der Stadtverordneten» Versammlung wird vom VersastungSauSschuß beantragt, daß der Bürgermeisterei zur Bekämpfung der Teuerung 80000 Mk. zur Verfügung gestellt werden, die in erster Linie zum Ankauf billiger Kartoffeln verwendet werden sollen.
— Worms, 27. Sept. Infolge der immer noch herr- ichenden starken Nachfrage nach Platzen zu den Luther- e st spiel en hat sich der geschäftsführende Ausschuß ent* chlossen, nochmals zwei Vorstellungen einzuschieben und zwar am Freitag, 29. und Samstag, 30. September. Bei diesen beiden Vorstellungen ermäßigen sich die Preise teilweise erheblich. Ta aus diese Weise eine größere Anzahl bilHßcrc Plätze geschaffen werden, wird jedermannLlelegen- beit gegeben, gegen ein sehr billiges Entgelt das gewaltige Drama Devrient- auf der Wormser Bühne noch zu eben
Hessen-Nassau.
w. höchst a. M., 27. Sept Ein tödlicher Unglücks- fall ereignete sich gestern nachmiitug im benachbarten Unter- I i e b e r b a d> dadurch, daß der sechs Jahre alte Sohn des Ar- Leiters Heibert sich an einen Milchwagen des Lwigutes Ober- Iieberbach anhängte, dabei zu Fall kam und unter die Räder geriet. Diese gingen ihm über den Hals und brachen ihm daS Genick.
w. Wiesbaden, 27. Sept. Ter Landeshauptmann a. T. Otto Sartoriu», Qrbrenpt&iibent der LandwirtsckaftSkammer und deS Verein- nassauischer Land- und Forstwirte ist Henle im 80. Lebensjahre gestorben.
Schwurgericht.
th. Gießen, 28. Sept. Straßenraub.
Gestern verhandelte das Schwurgericht gegen den Kutscher Johann Muth von Hitzkirchcn wegen Raub. Die Anklage vertrat Staatsanwalt Dr. Bbill, die Veineidigung führte Rechtsanwalt Tr. Katz. Es sind zur Verhandlung neun Zeugen, fünf von der Anklagedebörde und vier vom Verteidiger geladen. Ter Angeklagte ist 31 Jahre alt, vorbestraft wegen Sachbeschädigung, Bedrohung, TiebttahlS sowie Unterschlagung. Er soll am 17. November 1910 aus dera f s c n e n L a n d ft ra ß e zwischen dem Bahnhof und dem Crt Groß-Karden den 64 Jahr? alten Maurer uitb Kriegsmvaliden Johann Busch mit Gewalt daS Portemonnaie mit 20 Mark Inhalt abgenommen haben. Ter Angeklagte bestreitet beit Raub und schildert den Vorfall wie folgt: Er habe an dem betreffenden Nachmittag in Vilbel in der Wirtschaft von Will den Busch getroffen, b:r den Gästen mehrere Glas Bier bezahlt habe. Er habe sich mit ihm an» gefreundet und er bäht ihn eingeladen mit nach Groß-Karben zu kommen. Man fei gegen 9 Uhr in Groß-Karb.n angcfommai und nach dem Ort zu gegangen. Unterwegs habe es Differenzen gegeben, und es fei zu einer kurzen Rauferei gekommen. Der Angeklagte will nach dem Bahnhof zurückgegangen und nach aranf- furt gefahren sein. .
Der Maurer und Invalide Konrad Busch III. von Groß- Barben bekundet, daß sich am Tage bet Tal der Angeklagte in Vilbel in einer Wirtschaft ihm zugesellt habe. ES kann so gegen 7 Uhr abends gewesen fein: er lud den Muth, den er vorher nicht kannte, zu einem Glas Bier em. Als er dann später die Zeche bezahlte, muß am Tische Muth geieben haben, daß er Geld im Beutel hatte. Ter Zeuge nimmt aur fernen Eid, daß er den Angeklagten nicht nach Groß^starden em geladen^ habe. Muth habe erklärt, er fahre auch dahin. Dort wollte er Lchlat- und Zehrgeld haben und als er dies ablehnte, wurde er zu Boden geworfen und ihm mit Gewalt die Hand au-5 der -tai^e gezogen, in der et sein Portemonnaie trug, das Muth ihm abnahm. Darauf flüchtete Muth mit feiner Buue, etwa 20 Mark. Ter Zeuge versichert, daß er völlig nüchtern, war. uw re« fragen des Verteidigers erzählt der Zeuge, daß er am Mittag m Frankfurt gewesen, aber nicht eingekehrt sei. ,
Der Beigeordnete Hera et, der un Jtnege Korporal ichanS- führer des Busch gewesen ist, stellt ihm ein günittgeS Zeugnis aus. Er saß in der Wirtschaft am selben Tftch, hat aber nicht gehört, bae Busch den Muth zum Mitgehen au'gnordert lat.
Staatsann'alr Dr. Brill pläbierte für schuldig bes Verbrechens des Raubes und überließ es den Geschworenen zu befinden, ob dem Angeklagten mildernde Umstände zuzubilligen ftten.
Ter Verteidiger, Rechtsanwalt Katz, wies darauf hm, daß für die Schuld des Angeklagten nur ein Zeuge, nämlich der 64 Jahre alte Busch, aufgetrettn sei. Dieser sei angetrunken gewesen und das rechtfertigt gewiß den Zweifel an feiner xar- stellung. Es stehe Aussage gegen Aussage. Segen Straßenraubes sei daher aus nicht schuldig zu erkennen. Wegen schwerer Körperverletzung sei er zu heitreren.
Nach kurzer Beratung sprachen die Geichworenen den An- geklagten wegen Straßenraubs schuldig, billigten ihm aber milbanbe Umstände zu, worauf der Gerichtshof auf eine Gefängnisstrafe von drei Jahren nebst bem Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Tauer von fünf Jahren erkannte. vievIullatvonMedermörlen vor dem Schwurgericht.
th. Gießen, 28. Sept. 1911.
Leute vormittag begann vor dem bieiigen Schwurgericht bte Verhandlung gegen die Geschwister Wolt und den schloß« Erbe, die am 6. Juli b. I. in Nieder-Mörlen den Raubmord
an ber 60 Fahr« alten Frau deS Fabrikarbeiter- Dalt her beganatn haben.
An geklagt fonb der 22 Jahre alte, wiederholt wegen Raub. Diebstahl, Unterschlagung ulw. vorbestrafte, in Frankfurt c M geborene Schlosser Friedrich W, 1 h. Job. Erbe sowie der 17 Fahre alte, unbestrafte, in Nieder-Mörlen gebotene Schmied Heinrich Hermann Dolf. Sie sollen gemeinsam :
1. in der Nacht vom 3. zum 4. Huli b I in Nieder-Mörlen in der Schmiedewerkstätte deS Ludwig Keßler einen (hnbrueb#- diebstabl verübt haben, wobei ihnen ein Dietrich, 4 Schlüssel und ein Meißel in die bände fielen:
2. am 6. Juli d. 3. die Georg Valter Ehefrau geb König in Nieder-Mörlen vorsätzlich getötet und die lat mit lieber- legung auigeführt haben:
3. einen Gelobettaa von 350 Mk , 2 silberne Uhren, etwa 30 Postwertzeichen i 10 Bfa. sowie eine An'ahl Zigarren weg- genommen haben und durch Oie angewendete Gewalt den Dod der Frau h-rbcige'ührt haben.
Fern« ist angeNagt: Tie Schwester des Wolf, Latha- rind Wolf von Nieder-Mörlen, 18 Jahre alt, unbestraft Sie soll im Juli d. I. in Franklurl a. M. den Angeklagten, Erde und ihrem Bruder, in der Straftat gegen Frau Walter durch fh'ai ober lat wissentlich Beihilfe geleistet und weiter Sachen an fich gebracht haben, von denen sie wußte oder den Umständen nach onnehmen mußte, daß sie mittels strafbarer Handlung erlangt waren, nämitch einen Teil des von Erbe und Wolt geraubten Geldes.
Ter Gerichtshof besteht aus Landgericht Seat Brüel als Vorsitzenden und den Landgerichtsräten Schmohl und Schnitzipahn als Beisitzern.
Tie Anklage wird vom Oberstaatsanwalt Hofmann vertreten. Tic Berteibigung führt für den Hauptangeklagten Erbe Rechtsanwalt Kaufmann, für den jungen Wolf Rechtsanwalt Kochs und für dessen Schwester Rechtsanwalt Hornberger ES sind 27 Zeugen zu hören. Als medizinische Sachverständige sind Medizinalrat Tr. N e b e l - Friedbera unb SanitdtÄrat Tr Becker- ortebberg zur Verhandlung erschienen.
Der Andrang zur Vcroauo.uug ut icijc narf, vor Eröffnung der Sitzung find Die Plätze des Zuhörerraums vollständig gefüllt.
Ter Angeklagte Erbe macht den Eindruck eine- energischen, intelligenten Menschen Er Uägt-euten kurz geschnittenen Schnurrbart und verfolgt mit Spannung, wa- im Saal vorgeht, fceinrufr Wolf ist der TypuS eine- jungen herrenlosen, mchtSsagenden Menschen vom Lande, der niedergeschlagen zu fein scheint unb sich schämt. Katharine Wolf ist eine hiübiche Blondine: sauber Idjroareen Kostüm gekleidet, betritt sie trch.nenden AugcS bu Anklagebank.
Angeklagter Dolf erklärt, daß sein Baftr noch al- Taglöhnei lebt und wegen Trunksucht ennnünbigt sei. Bor 5 Jahren fei bic Mutter gestorben und er kam zum Bürgermeister zur Erziehung Nach Beendigung b{t Schulzeit sei er bei dem Schmied Walter in die Lehre gekommen unb habe während der Lehrzeit 1—2 Tage im Hause der ermordeten Frau Walter zu tun gehabt. Einmal habe er den Wallersckjcn Eheleuten von feinem Meister eine Quittung vorgelegl und habet bat der Angeklagte wahrgenom- men, wo sie ihr Geld aufbewayrden. Ter Angeklagte schildert, wie er, von seiner Schwester veranlaßt, als Schrniedegeselle nach Frankfurt gegangen sei, wo angeblich eine Stelle frei fei, die er nicht bekam unb er hat fiaj bann ohne Arbeit fcrumgetricben, nachdem er durch seine Schwester Erbe kennen gelernt batte. Dorübcr- gel.enb sand Wolf Arbeit in Lßcnbach. Tie Schwester hatte ihre Stelle Ende Mai verloren, we.l sie Erbe und ihren Bruder be- berbergt halte Fm Juni halten die drei Angeklagten keine Arben, sie nächtigten in einem von Erbe gemieteten ßimmer in Sachsenhausen zusammen unb da- Geld wurde alle. Zuerst versuchte man mit Erfolg von Nieder-Mörlen Mittel zu bekommen Tte Großmutter gab angeblich tum Maui eines Anzuges 50 Mark und Oi-r Vormund gab dieselbe Summe erbe bat alle diese Beträge zum Aufheben bekommen. Auch der Erlös eines gemeimam gestohlenen Fahrrades ging an Erbe über. Am 1. Huli war wieder kein Geld vorhanden und man [am auf die Idee, f,ch durch eine Gewalttat aus der Not zu helfen
Ein gewisser Männche, ein Freund des Erbe, machte den Vorschlag, in einer Frankfurter Bank cinzubrechen. Erbe hatte stet- gesagt, „man müsse roafl machen" und frug, ob denn in Nieder- Mörlen nichts zu holen sei, worauf der Angeklagte Wolf auf den Rechner Möbs hinwies, der allein im Häufe wohne und leicht zu bestehlen fei, weil er ein alter schwacher Mann sei
Etwa 14 Tage vor der Mordtat begab sich Erbe uiid Wolf nach Niedcr-Mörlen. Er kam allem nach Friedberg Erbe und feine Schwester kamen hinterher nach Nauheim, wo man sich traf. Man wollte in der Nacht bei Mobs einen Einbruch begehen, doch muöfV man von der Tut ablaffen, weil der Hofhund laut anfcblua. Erbe erklärte, daß man die Sache später machen müsse, er wolle bann den Hund vergiften, inzwischen sollte Wolf ermitteln, wo Möbs fein Gelb habe. Zu diesem Zwecke ist der junge Wolf am nächsten Tage zu Möbs gegangen; er hat seinen Vater mitgenommen und wollte angeblich 50 Mk. geborat haben zu einem Anzug, um zu erkunden, wo der Mann sein Geld hätte. Möbs ließ sich aut die Sache nicht ein, und er und die Schwester rieten den Erbe von der Tal als zu gefährlich ab. Dagegen machte die Schwester den Vorschlag, bei WaltherS einzubrechen. Sie frug in Gegenwart von Erbe: „W a s m e i n st T u H e i n - rich. wenn wir bei Königs Bcttche was machen." Sie wies darauf bin, daß die Waltherfche Wohnung abseits vom Torfe liege und daß man von hinten leicht ungesehen in das Haus kommen könne. Sie wies auch darauf hin, daß der Mann tagsüber nicht zu Haufe fei. Er pflichtete dem Plane der Schwester bii und bemerkte, er roiffe im Haufe Bescheid, auch wo öie Leute ihr Geld haben. Man erwog nun ernstlich den Plan und Erbe erfiärte wiederholt, wenn jemand käme, würde er kalt gemacht. Am 3. Juli erklärte Erbe, man müsse Werkzeuge haben, und Wolf will den Vorschlag gemacht haben, sie hex seinem ehemaligen Meister zu stehlen.
Am Abend desselben Tages begaben sich Erbe unb er nach Friedberg und von da nach Nieder-Mörlen. Man erbrach in der Nacht die Verlstatt dcö Lehrmeisters und entwendete daraus die eingangs erwähnten Dinge. Hierauf begab man sich nach dem Frauenwald und legte sich dort zur Ruhe. Gegen Morgen war eS zu kühl, man erbrach em BienenhäuSchen an der Ufa und sand darin einen Unterschlupf. Hier ließ man den gestohlenen Meißel ;urüd.
Am Morgen des 4 Juli gings nach .yrannurt zurück mit dcm festen Vorsatz, am nächsten Tage bet WaltherS zur Tat zu schreiten. Erbe, Wolf und feine Schwester kamen am 5. Juli abends, nach Nauheim, kehrten Dort in einer Wirtschaft ein und machten sich um Mitternacht auf den Weg nach Nieder-Mörlen. Sic legten sich in den Wiesen m der Nähe der Waltherichen Hos- reite nieder. Als der Morgen anhrach, gingen fit alle drei in den Frauenwald. Tie Schwester sollte dort m einem TempelHen so lange warten, bis Erbe unb er gekundschaftet hätten sie nähetten sich vor. hinten dem Grundltück bis zum fcamgrabtn, wurden aber durch eine des Dege- kommende Fiau Derdxudü unb lehrten zur Schwestar zurück, der man sagte, der Walther tei jiocfa zu Haute. Erbe ging bann nach Bab-^.aubv.m zu, um aus einer Wirtschaft Bier m'w. zu holen. Wolf gibt zu, batz a inzwischen zur Ziegelei bet Bad-Nau beim ging, um zu leben ob Walther schon dort sei. Man ttat gegen mittag im Wald wieder zusammen und wartete den Nachmittag ab. Kurz na* 4 Uhr begab man sich wieder über die Wieien, die dicht mtt Cbftbäumen bestanden find, an die Waltherfche Horreite. Tie Schwester war im Ft-uenwaU> zurückgeblieben.
(Tie Verhandlung dauert fort)
(Ein schwerer Automodllunsall in Paris.
In Parts ist am gestrigen Mittwoch ein Automobil- omnibus bei der Brücke von Archeoöche in btc Seme gefallen. Es sollen 20 Personen tot und ver-
Jsir erhalten folgende Trahrnachrichten:
Parisi 27. Sept Ter in die Seine gestürzte Auto-
mobilomnibn- kam in rascher Fabrt über den Pont bt' l Archevsche, alö ihm ein anderer Automobilomnidu» ent« aegenkam, bem er auSweichen wollte. Dabei riß der Wagen- lenfer da- Steuerrad befug herum, fo daß her Cmnibu# auf den Bürgersteig fuhr. Die Brüstung durchschlug und in die seine stürzte Sofort tmirbe ein Hilf so nft eingerichtet, und die aus bem Wasser gezogenen Per> ..eu wurden ins Krankenhaus gcbrackft. Unter den Toten befinden fich brri Kruder, ferner der Wagenlenker und der Schaffner, jo daß genauere Feststellungen über den Hergang des Unglücks nicht möglich find. Tie Namen von zwölf Toten und Verwundeten sind bereits ffftgepeltt. sie sind sämtlich Einwohner von Paris. Eine riesige Menschenmenge umsteht die, Unglücksstelle.
Paris, 27. Sept Gegen 7 Uhr fliegen Taucher nieder, fanden den Wagen aber leer. Neun Tote und zehn Ler- ii’unbeic wurden in- Krankenhaus gebracht. Man de- f ft reblet, daß vier Personen von der Strömung fortget rieben wurden
ein Dammbrud) in veutjch Lhina
Berlin, 27. Cept. Ter Ijiefigen Ineftiou der Cchantling- Eilenlahn-Uötftllswa'l wirt' aul Tsingtau gemelhet, daß intolße weiterer beftigei Regengüsse em neuer Teiajvmch am 2a(iiiliiü ftaitgchinben bni und hny durch die daraus sich er.ucßendeii Wasser- ei iui di v null un unb zjitotschuang t efctäbigt wurde. Tie Betriebkuiiterdiechung wird eine Woche nicht übersteigen.
Vermischtes.
• Eine Stiftung Carnegie- sür Italien. Andrew Carnegie bot ivm ftönigo von Italien 750000 Tvllar- zur Sdwirung einer chitumi in Italien an, bte Den Zweck Hoheit fall, für Taten b t» Hclbenm ute- im bürgerlichen Leben Pr<iie au-zusetzen Tie snitung würbe durch königlichen Erlaß vorn 25. September genehmigt, ebenso der Berwaltung-rat.
Kleine Ca-cschronik.
tJ« 6« Uli tlsfl *4 ** 1A ■»
Mey Seine Eltern giMkn, daß er geraubt inorben ih, um Löftgeld berauSzuschlageil. Ter Vater setzte bereit» eine Belohnung aus.
In Tüi sei dort ist da- von ber Stabt für 430 000 Mk errichtete Lebigenheim, zu dcm bur* bic Kaifer-Vilhelm- und Kafserilt-Augustc-Viktoria-Stistung anläßlich brr Silberhochzeit des ttaiservaare- tm Jahre 190b ber Grund gelegt wurde, durch den Cberbürgcrmeificr ferner Bestimmung übergeben worben. Die Sladt schicßl zu bcu Bclricl»Ski)stcn idbrlid) bOOO Mk. zu
In Heidelberg hat der Stadttat vier Frauen »u Mitgliedern städtifcher Ausschüsse eranannt.
-- . , !!.-_____L'L’J!.11. . " _ ------- , . '■
QandcL
Rom, 27. Sept. Durch Erlaß bei Cchahniinister« wirb bn Diskont vom 28. September ob von b auf bx */• erhöbt.
Amiiichcr wetterdcricht.
Oef fentliche Wctterbien st stelle Gießen.
WeUcrniiSsichteu in fcelien am Freitag, den 29. Ceptbr. 1911: Wechselnd bewölkt, geringe Niederschläge, etwal kühler, nördliche Winde.
Letzte Nachrichten.
eilt Ultimatum Italien- an die Türkei.
Pari», 28. Scpt. Nach Meldungcn aul No» wurde ba8 tülkische Transportschiff Terna beobachtet, wie tl im Hafen von Tripolis Truppen und Waffen landete. Italien richtete deshalb an die Türkei ein Ultimatum, in dem tl binnen24StondenAnfklarung verlangt. Zwei Tiviftoven der italienischen Flotte liegen vor Tripolis und werden sofort Truppen landen, wenn die Antwort der Türkei unbefriedigend lautet.
Rom, 28. S:pt. Tie „Tribuna" sagt: Ter türkisch, üalienische Konflikt bedingt nicht für Italien eine Aendc- rung seiner Balkanpolttik. Tic Integrität der Türkei in Europa wie in Asien sei für Italien von allergrößtem Interesse. Jene Balkanelemente, welche glauben, Jta- licn werde ihre Pläne unterstützen, irren sich; Italien habe alles Interesse daran, baß der Konflikt nicht aus den Balkan übergreife.
Köln, 28. Sept. Die Vollversammlung der Kölner Ha n d e l s l a m m e r beauftragte einstimmig den Abgeordneten Euler, im R e i ch -5 l a a den A n t r a g zu stellen, daß eine Gesetzesbestimmung erlassen werde, nach welcher Per- fönen unter 21 Jahren kein Gewerbe felbftänbig betreiben Dürfen.
ivö Porti
Sie kommen nicht fo hoch hinauf
In der Gun ft des Publikums ule
Palmin (Pflanzenfett) und Palmona (Pflanzen- Butter-Margarine), die fich jeden Tag mehr ein- bürgern fowohl als Koch- und Backfett wie auch als Brotaufftrich. - Das beweisen am betten die /Sfcx Mbllofen Nachahmungen, die gewiß ein be- rT^ redtes Zeugnis ablegen für die vorbild» liehe Qualität unlerer Produkte.
H.Scblinck <1 Cie.H.=G.
NB. Palmin fetzt auch „weich“ (fdimatzäbnlidi) zu haben.


