Brände.
B l! r n 26 Juli. In vergangener Nacht brannten zwei gegenüber dem Bahnhof gelegene hölzerne Gebäude mit Vcr- ™-li.l?bubcn nicbcr- Zwei Angestellte, ein 18 Jahre altes Mädchen namens Rosa Zimmermann und der Zuckerbäcker Au g u st Keppler aus Mainz sind u m g e k o m m c n.
0rl d, 26. Juli. Beim Br ande eines bäuerlichen zmtoeienS tin ^.orse 4! olges Nürzte die Brandmauer ein, wobei eine ^"izahl y c u er iveljrleutc und 9t c 11 u n g s nt a it n I ch a f t e n verschütte! wurden. (Sin Landwirt war sofort tot, ein zweiter und dessen Sohn wurden tödlich verletzt. Auch f •»e 111 f bcf art ben Rettungsarbeiten beteiligte,
erlitt schwere Verletzungen. .
. Ans Stafct nnd LnnS.
Gießen, 27. Juli 1911.
— Der Groß Herzog empfing u. a. den Oberlehrer Dr. Ehrhardt von Grünberg; ferner in btsonderer Audienz den Königlich preußischen außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister Frhrn. v. Jenisch.
— Lehrerpersonalien. Uebertragen wurde am 22. Juli d. Js. dem Schulamtsaspiranten Karl Müller aus Kirch-Göns die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Billings.
** Das Verordnungsblatt für bi e evang. Landeskirche des Großherzogtums Hessen Nr. 8, ausgegeben den 19. Juli 1911, enthält folgende Dienstnachrichten : Ernannt wurden: Pfarramtskandidat Högy zu Ruppertsburg zum Pfarrverwalter in Dolgesheim, Pfarr- amtskandidat Dey rich zu Darmstadt zum Pfarrverwalter in Butzbach (zweite Pfarrstelle). Hofprediger Pfarrer Ernst Quack zu Schönberg wurde zum Pfarrassistcnten in der Pfarrei Gronau bestellt und ihm die Pastoration der Gemeinden Schönberg und Wilmshausen übertragen. Die Schlußprüsung im Juni 1911 haben bestanden: Johannes B e y r i ch von Hohenlauft zu Darmstadt, Arnold Bröckel- mann von Bremen zu Laubach, August Eckhard von Hohen-Sülzen zu Darmstadt, Lic. Samuel Gengnagel von Basrur zu Darmstadt, Heinrich Heß zu Pferdsdorf (Thüringen), Richard Högy zu Ruppertsburg, Bernhard Mangold zu Darmstadt, Heinrich Simon zu Eichloch, Karl Stumps zu Darmstadt, Martin Walldorf zu Dolgesheim, Ernst Weidner zu Herchenhain, Siegfried Werner von Udenheim zu Mdda. Aufforderung zur Bewerbung. Zur Wiederbesetzung werden ausgeschrieben: die evangelische Pfarrstelle zu Erainfeld, Dekanat Lauterbach; die erste evangelische Pfarrstelle zu Wimpfen, Dekanat Zwingenberg; die evang. Pfarrstelle zu Reint)eim, Dekanat Reinheim^ die evang. Pfarrstelle zu Ensheim, Dekanat Alzey; die evang. Pfarrstelle zu Hopsmannsseld, Dekanat Lauterbach. Sämtlichen Riedeseln Freiherren zu Eisenbach steht das Präsentationsrecht zu.
** Das kriegsstarke Reserve-Jnfanterie- Reg im ent des 18. Armeekorps, das zu einer 14tägigen Uebung icruf dem Truppenübungsplatz Darmstadt zusammengezogen war, ist gestern aufgelöst worden, nachdem es am Dienstag durch den kommandierenden General Exzellenz v, Eichhorn besichtigt worden war.
’• Der Zirkus E. Blumenfeld Wwe., der kürzlich die Feier seines hundertjährigen Bestehens beging und aus diesem Grunde ein besonders glanzvolles Programm zusammengestellt hat, eröffnet heute abend in seinem großen und eleganten Zirkuszelt ein nur auf vier Tage berechnetes Gastspiel. Der Sonderzug traf in Stärke von 56 Axen heute früh um 8 Uhr 40 Min. hier ein und sofort ging die Entladung und der Aufbau vor sich, so daß in ö Stunden alles vollendet dasteht. Der Zirkus Blumenfeld ist als eines der leistungsfähigsten Unternehmen seiner Art bekannt, und der Zirkus bestätigt seinen Ruf durch das Jubiläums-Programm in der nachdrücklichsten Weise. Das Unternehmen verfügt über ganz hervorragendes Pferde material. Aus dem ersten Teil des Programmes ist besonders die hohe Schule der drei Oldenburger Bullen, einer arabischen Schimmelstute und einer deutschen Dogge zu erwähnen, die zusammen von den Herren Gebr. Blumenfeld dressiert wurden. Auch die Freiheitsdressuren des Direktors A. Blumenfeld und ein Reit-Akt zeigen, daß die Leistungen auf einer hohen Stufe der Vollendung stehen. Einige sonstige Darbietungen, unter denen vor allen Dingen die der Schleuderbrett-Akrobaten Trio Holmes genannt werden müssen, vervollständigen den ersten Teil des Programmes in der glücklichsten Weise. Der zweite Teil wird von den historischen Ritterspielen auS dem Jahre 1380 auSgefüllt.
** Konbitorgehilfen-Verein Gießen. Wie in den meisten größeren Städten, so hat sich auch hier ein Äonbitorgehilfen-Verein gebildet. Dem jungen Verein, der am 31. Mai b. I. gegründet worden ist, sind bis jetzt dreivtertel der hiesigen Gehilfen beigetreten. Am kommen-
Die Streitigkeiten in der Glasindustrie beendet. In der Mitgliederversammlung des Arbeitgeberschutzverbandes Deutscher Glasfabriken aus Schlesien, Sachsen und der Lausitz, die im .Handelskammerhause zu Görlitz stattfand, wurden nach mehrstündigen Verhandlungen zwischen dem Arbeit- geberschutzverbande Deutscher Glasfabriken und dem Zentralver- bande der Glasarbeiter und -Arbeiterinnen Deutschlands in Berlin die Differenzen beigelegt und der Aussperrungsbeschluß aufgehoben.
Amsterdam, 26. Juli. Die Vereinigung der Hafenarbeiter beschloß mit geringer Mehrheit die W iederauf- nannte der Arbeit.
ben Sonntag hält ber Konbitovgehilfen-Verein aus. bem Windhof seine Grünbungsfeier ab. Verbunben i|t die Feier mit Tanz unb einer reichhaltigen Verlosung von Gegenstänben aus der Branche.
** Die Bäume in unseren Straßen haben auch sehr unter ber anhaltenben Trockenheit zu leiben, ba so gut wie nichts geschieht, um bem Mangel wenigstens einigermaßen abzuhelfen. In anberen Stabten sorgt bic Stadt dafür, baß ben Bäumen in ber heißen Jahreszeit genügenb Wasser zugeführt wirb, inbem sie ben Boden teilweise aufreißen unb bie Rinnen täglich mit Wasser füllen läßt. In Gießen aber zieht man es vor, bie Bäume absterbcn zu lassen, wie ein Gang burch bie Kaiser-Allee schon zeigt. Auch bie Schulstraße u. a. Teile leiben unter ber Vernachlässigung.
** D i e Jagb auf Rebhühner unb Hasen scheint in diesem Jahre einen guten Gewinn zu versprechen. Die Hühnervölker, bie schon sehr große Kücken aufweisen, sinb ungewöhnlich .stark entwickelt unb auch bie Hasen jinb infolge ber trockenen Witterung sehr gut entwickelt.
Landkreis Gießen.
+ Großen-Linden, 26. Juli. Der Turnverein Großen- Liuden schreibt uns: In Ihrer Nr. 172 von gestern veröffentlichen Sie einen Artikel, der sich mit der Gründung der hiesigen Turu- gcmcinbe befaßte. U. a. war auch darin gesagt, daß diese Gründung durch die im Turnverein bestehenden Zwistigkeiten hervorgerufen worden sei. Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie den genannten Artikel dahin richtig stellen wollten, daß der Vorstand gelegentlich der Generalversammlung im Einverständnis sämtlicher Mitglieder des Turnvereins die Ausstoßung eines Mitgliedes veranlaßte, das durch unaufhörliche Verhetzungen Unzufriedenheit innerhalb des Vereins zu verursachen suchte. Dieser Herr ist selbswerftöndllch auch der Urheber ber Gründung der Turngemeinde. Tie Absicht der Turngemeinde der Deutschen Turnerschaft beizutreten, wird wohl nie zur Ausführung gelangen, da die Deutsche Turnerschaft nur dann einen zweiten sich bildenden Verein aus demselben Ort aufnimmt, wenn dieser mehr als 3000 Einwohner hat: außerdem muß der zweite Verein mindestens zwei Jahre bestanden haben. Beide Voraussetzungen treffen hier nicht zu.
= Lich, 26. Juli. Heute vormittag fand ein zur Sommerfrische hier weilender Herr auf dem Fußweg von Lich nach Burkhardsfelden, etwa in der Mitte des Wegs im Licher Stadtwald auf dem sog. Schlagweg die noch frischen Reste einer zerrissenen Brieftaube, welche einen Fußring mit einem Zeichen und der 'Jhimmci 0320g 329 trug. Tie linke Schwinge trug auf ber ersten Flügelfeder bic Zahl 203, auf ber fünften bic Zahl 475 unb ein Pasthorn- zeichen.
Kreis Lauterbach.
a. Grebenhain, 24. Juli. Wassernot überall, auch hier versagte bie Wasserleitung, da bie Bahn an einem Tag 10 Tenber aus unserer Leitung füllte, weil bic Wasserstation Hartmannshain trocken liegt; außerdem entstand ein Rohrbruch.
Kreis Schotten.
st. S ch o 11 c n, 26. Juli. Ter DritLeder beim Brande am Montag abend am Bahnhof Schwerverletzten, der Metzgergehilfe Otto Herget, ist heute morgen 3/44 Uhr ebenfalls seinen Verletzungen erlegen. Der ebenfalls verletzte Stationsvorsteher Frey mann soll außer Lebensgefahr sein. Die Beerdigung der beiden erst Verstorbenen, Dr. Georg Rausch und Karl Wolfschmidt erfolgt am 27. Juli nachmittags um 3 und um 4 Uhr, während die Leiche des Otto Herget heute in seinen Heimatsort Kaulstos bei Gedern verbracht wurde.
Kreis Friedberg.
B. Friedberg, 26, Juli. Ein größeres Fischsterben wurde auch in ber Ufa und ber Wetter beobachtet. Mit Stempelgebühren für bie Karten sind bie Fischereiberechtigten beglückt worden, für bie Erhaltung ber Fischbestänbe geschieht gar nichts.
— Bad Nauheim, 26. Juli. Die Sultanin von Baroda (Indien) ist heute nachmittag mit großem Gefolge zur Kur hier eingetroffen.
l. Butzbach, 26. Juli. Dieser Tage entwich ein jähriger Arbeiter Steigerwald von Ober-Morschel aus dem hiesigen Zellengefängnis. Steigerwald, der wegen schweren Straßenraubs mit 2x/2 Jahren Gefängnis bestraft wurde, hatte bie Strafe noch nicht lange angetreten. Er war ber Abteilung für Außenarbeiter zugeteilt. Der Genbarmerie gelang es, ben Flüchtling zwischen Nieber-Mörlen unb Nieder-Weisel festzunehmen.
Gericytsjaal.
— Was einem Redakteur geschehen kann. Ein mehr als sonderbares Strafmandat gegen einen verantwortlichen Redakteur beschäftigte das Schöffengericht Dresden-Kötz- schcnbroda. Im April d. I. erschien in dem „Coswiger Tageblatt" eine Anzeige folgenden Inhalts: „Welch edle Seele bilft einer alleinstehenden, geb. jungen Frau und Mutter dreier Kinder, die Lurch langjährige Krankheit ihres Gatten gänzlich zugrunde gerichtet und verarmt ist, sofort mit einem Scherflein aus büterster Not?" Es folgt Namensunterschrift der Einsenderin. Ter verantwortliche Redakteur des Tageblatts hatte keinerlei Bedenken gegen die Aufnahme des Inserats. Unmittelbar nach dem Erscheinen des Inserats erschien nun, wie wir der „B. Z." entnehmen, in der Redaktion des „Cosiviger Tageblatts" ein Polizeibeamter, um den verantwortlichen Redakteur nach seinen persönlichen Verhällliissen zu befragen, und wenige Tage später erhielt er wegen Bettelns einen Strafbefehl über einen Tag Haft! Der Redakteur hätte durch bi: obige Anvomc im bewußten und gewollten Zusammenwirken mit der Einsenderin und Auftraggeberin fremde Personen um milde Gaden angesprochen .' Der nicht wenig überraschte Chefredakteur beantragte gegen diesen Strafbefehl sofort gerichtliche Entscheidung. Die Staatsanwaltschaft ließ denn auch die Anklage wegen „Mittäterschaft am Betteln" fallen, beantragte aber Bestrafung wegen Vergehens gegen die Armenordnung. 2luch hierauf ging das Gericht picht ein, sondern erkannte auf Freisprechung. Das ist zu luftig, als daß es etwas anderes sein könnte.
Die Reform ber höheren Schulen in Preußen. Mit Bezug auf bic zahlreichen Erörterungen über bie Reform ber höheren Schulen ist bie „Norbd. Alla. Ztg." auf Grunb von Informationen an zustänbiger Stelle in der Lage, mitzuteilen, daß bic Nachrichten über grundsätzliche Aenberungen des höheren Schulwesens und über die Berufung einer Schulkonferenz nicht begrünbet sinb.
Mrche Schule.
Der Zwischenfall in der Luisenkirche in Charlottenbnrg.
Berlin, 27. Juli. In mehrstünbiger Sitzung befaßte sich gestern nachmittag bas Konsistorium der Provinz Branbenburg unb bes Stabtkreises Berlin mit ben bekannten Vorgängen in ber Luis en kirche in Charlottenbnrg am letzten Sonntag, wo Offiziere bic Mannschaften zum Verlassen bes Gottesbienstes veranlaßt patten. An der Sitzung nahm auch ber Militäroberpfarrer Goens teil. Den Vorsitz führte Professor Stein- Hausen. Das Ergebnis ber Verhandlung wirb vorläufig noch geheim gehalten, doch ist eine Entscheibung noch nicht getroffen worden, ba bic Untersuchung noch schwebt. Pastor Krantz würbe von bem Konsistorium um umgehende Gin* fenbung der Sonntagsprebigt, bie ben Anlaß zu bem peinlichen Zwischenfall gegeben hat, ersucht unb wirb heute bem Verlangen nachkommen.
Das „Berliner Tageblatt" melbet: Das Schreib en bes Pastors Kraatz, worin bieser bie Eröffnung bes Verfahrens gegen bic Offiziere beantragt, lautet:
„Dem Hochwürdigen Königlichen Konsistorium unterbreite ich folgende Eingabe. Am 23. Juli vormittags 10 Uhr hielt ich in der Luisenkirche den Hauptgottesdienst ab. Zugegen waren u. a. mehrere Offiziere mit Mannschaften, denn die Charlottenburger Garnison bot bei uns Gastrecht. Ich predigte über den Text: Kapitel V, 35/42. und legte in dieser Predigt meine Stellung zum Falle Jatho dar. Als ich dreiviertel Teil meiner Predigt gehalten hatte, erhoben sich die Offiziere, gingen lärmend die Treppe hinunter und ließen die Soldaten abrücken. Die Gemeinde wurde in nicht zu beschreibende Aufregung versetzt, beruhigte sich aber, weil ich meine Predigt unterbrach, bis die Soldaten mit lautem Gepolter fort waren, und dann ruhig weiter • predigte. Die Entrüstung über diese Störung des Gottesdienstes 'ist eine allgemeine. Ich selbst kam in die Gefahr, einen Schlaganfall zu bekommen, zumal ich erst vor kurzem : von einer, durch den Arzt mir verordneten Kur zurückgckommcn bin. Selbst wenn man mit dem Inhalt meiner Predigt nicht einverstanden war, durfte man in dieser Weise ben Gottesdienst nicht stören. Die vvn mir gehaltene Predigt sende ich dem Königlichen Konsistorium in den nächsten Tagen ein. Ich bitte das Königliche Konsistorium, die Namen der betreffenden Offiziere feststellen zu lassen und erhebe hiermit gegen die Herren Anklage wegen Störung eines öffentlichen Gottesdienstes,"
Sturtenvuig und Nheinhesscu.
! Mainz, 26. Jilli. Infolge der? großen Hitze macht sich hier ein starker Eismangel bemerkbar, der selbst dadurch nicht gedeckt wird, daß täglich große Mengen Eis von Frankfurt zugeführt werden. — Der D-Zug Köln- Mannheim, ber um 3.16 Uhr hier fällig ist, mußte wegen eines Maschinenschadens bei Heidesheim auf freier Strecke liegen bleiben. Eine von Bingerbrück herbeigerufene Ersatzmaschine brachte ben Zug gegen 5 Uhr in ben hiesigen Bahnhof. Die Züge konnten daher zwischen Ingelheim und Budenheim nur eingleisig verkehren, wodurch der ganze linksrheinische Fährbetrieb um nahezu brei- viertel Stunden gestört würbe.
Hessen-Nassau.
[] Aus bem Kreise Marburg, 27. Juli. (Unwetter.) Nach ben heute aus bem westlichen, südwestlichen, südlichen unb südöstlichen Teile des Kreises einlaujenben Meldungen hat bas Unwetter, das gestern abend die seit Monaten herrschende Trockenheit ablöste, neben bem erquiefenben Regen, ben es brachte, auch vielfach unberechenbaren Schaben angerichtet. Der heftige Sturm riß nicht nur bie Aeste und Zweige ab, fonbern es würben hunberte von dicken Bäumen aus ber Wurzel gerissen. In manchen Orten, z. B. in Hachborn, würben bie meisten Dächer abgebeeft unb bic Fensterscheiben zertrümmert. In Ronhausen würbe ein Häuschen burch einen umstürzen- ben Baum völlig zusammengeschlagen, im Salzbödetälchen, bei Beltershausen, Moischt unb anderen Orten gabs strichweise Hagel, ebenso richtete ber Sturm auch in ber Amöneburger Gegenb großen Schaben an. Am schlimmsten gings enblich in ber Nähe Marburgs, bei ber Neumühle, zu. Dort fiel im Walbe oberhalb ber Steinbrüche ein Wolkenbruch, ber halb bie ganzen Ortschaften unter Wasser setzte unb Menschen unb Vieh in Gefahr brachte Die ausgetrockneten Bäche bort würben zu Strömen unb rissen Steine Unb Baumstämme mit fort. In Wolfshausen Roth, Wenkbach, Argenstein unb Fronhausen waren bie Dorfstraßen überflutet, vielfach mußte bas Vieh aus ben Ställen gerettet werben. Währenb bes Unwetters ging in Schrock bie am Ausgange nach Roßdorf zu stehenbe Scheune bes Lehrers Kräuter in Flammen auf; mehrere Male schlug auch ber Blitz in Kornhaufen ein.
X. Hanau, 26. Juli. Die städtischen Körperschaften haben die Aufnahme einer Anleihe von 400000 Mark bei der v. Stummschen VermögenZverivaltiing zu 4 Proz Verzinsung und 1,8 Proz. Abtrag beschlossen.
zv Wiesbaden, 26. Juli. Seit Moistag nachmittag ist ber hier an der höheren Töchterschule angestellte Seminarlehrer Fritz Werner verschwunden. Da sein Hut unb Stock am Rheinufer gefunden wurde, so nimmt man an, baß der seit einem Vierteljahr erkrankte Lehrer Selbstmord verübt hat. , v
w Siegen, 26. Juli. Von einem Transport Schweine, der gestern hier eintraf, waren 41 Tiere infolge der Hitze verendet. ;
Universitäts-Nachrichten.
— DerneueKuratorberUniversitätMarburg. Wie in Posen verlautet, soll der Oberregi^ungsrat bei der dortigen Regierung, Hassen pflüg, zmn >rürator der Universität Marburg in Aussicht genommen fein. jJcan nimmt hier an, daß dieses Gerücht den Tatsachen wohl cntsrneck>en wird, da Hassenpflug - ein Sohn des lruheren hessischen Ministers Ludwig Hassenpflug — mit den Verhältnissen in Marburg wohl vertraut sein dürfte. In der Kuratorftelle wird er Nachfolger des verstorbenen Wirllichen Geh. Lber-Reg.-Rats Dr.. Schmidtmann.
Arbeiterbewegung.
Ein großer A rb c i t c r a u s st a n d in Mannheim.
Mannheim, 26. Juli. Wie die Verwaltung der badischen Anilin- und Soda-Fabrik mitteilt, haben seit gestern nachmittag etwa 8 00 Mann unter K o n t r a k t bru ch die Arbeit n i e d c r g c 1 e gt. Tie Gesamtzahl der Ausständigen beträgt zurzeit 1013 Marrn,
, • Arbeiterunruhen in England.
Cardis f, 26. Juli. Bei dem gestern in Williamstown in den Ely gruben ausgebrockenen Tumult war die Polizei gezwungen, mitKnüttelngegendieGruben- arbeiter vorzugehen, um die Schüsse und Steinwürfe zu erwidern. Auf beiden Seiten wurden Leute verletzt. Die Ordnung wurde erst wieder hergestellt, als Militär zu Hilfe kam und die Ruhestörer mit aufgepslanztem Bajonett zurücktrieb.
Vermischtes.
* Die Hitze unb bet Weinbau. Dje letzttägige yrhe beginnt bem Moselweinbau schädlich zu werden. Die jungen Beeren verkümmern zum Teil. In der Gemar- fung W i n n rügen rechnet man mit einem beträchtlichen Ernteausfall. ’ *
Wor an man einen guten Gärtner erkennt. Cm vornehmer alter Herr war vor einiger Zeit genötigt, einen neuen Gartner emzuste len. Eines Morgen? stellten sich ihm, Ptpffunn ^irU.9°sfCr ."World" erzählt, zwei Anwärter auf die s°°L ’ ?er eine war ein sehr anständig gekleideter Mann, wahrend der andere nach feinem Auftreten wie nach seiner äußeren Erscheinung viel weniger einnehmend war. Nach aan; kurzem Ao^bnr wahlle der alte Herr den zweiten Gärtner. Ein Freund, der gerade bei ihm zu Besuch war, und bei der Szene zugegen
' "L C' kkrst-un-u über bie WM unb W-
ipn. „Hat der Mann denn schon einmal bei Ihnen gearbeitet*" - „N-m." erwiderte fein Wirt, „keineswegs Ich bX roetet
K".axs
«SA» & ÜMSÄ Sie ibn an 2 ’2" de" Knieen gestickt sind, dann stellen Sie ihn nrieberTeg!^ ^"boden ^stickt ist, dann schicken
Kleine Tageschronik.
am Ä Her @ = Wittersturm ^mg
überS^t Wasser; zahllose Keller wurden
weqs , Qm 3'ipr !rtr?peUCr^C^r^ai ihrer ganzen Stärke unter» Plätzen ^d?r ^^onapark und an verschiedenen
Bäumen unb ba.5 Unwetter erheblichen Schaden an
ein im x angerichtet Der Blitz schlug sechsmal
branntet Tter9artLn wurde eine alte Linde getroffen, die lichterloh als eTaJ°cinem9nnrf^n!ann- Schlager wurde am Dienstag, Blik n/tnt t fahrenden Lastkahn arbeitete, vom
.■on& gelotet, .^en; neben ihm stehenden Besitzer des Zahns


