garstig Volz nm dien, wenn er darüber kömmt. Er ist ein Phi--1 nomen von Geist, und ipt Grunde sind diese Erscheinungen in Deutschland selten . . . .Voltaire trat dem Shakespeare (einen | Torr tun können, kein kleinerer Geist wird einen größeren über winden! Emile bleibt Emile, und wenn der Pastor zu Berlin närrisch würde . . . Ich bin mu der unerschöpflichen Schwatz- taftigfeit dennoch Ihr treuester und ergebenster Schüler Goeioc . . So schließen diese vier engbeschriebeuen kostbaren Seiten, uns die Natur des jungen Goethe mit dem Licht seiner eigenen männlichen feurigen Seele erschließend. Au' unbekannte Weise ist dieser tadellos erhaltene Bries in den Besitz eines englischen Sammlers gekommen und wurde in der Autogravhenanklioii Vulh in London im Juni dieses Jahres versteigert Es ist der einzige von allen an Leier gerichteten Briefen, welcher der Weimarer großherzoglichen Bibliothek fehlt. Tas Wiener Anti auariat ühlhoicr und Ranichburg hat den bedeutsamen Bries erworben und ibn so einstweilen vor dem Schicksal bewahrt, durch kauslustigc Amerikaner über den Ozean entführt zu werden.
— Bismarckbrücke oder Bismarckdenkmal. Ter ziemlich allgemeine Widerspruch, den das geplante Bis- maradenlmal auf der Elisenhöhe bei Bingerbrück gesunden bat, ließ, wie bereits mehrfach mitgctcüi, den Gedanken an eine Bi.lnarckbrücke entstehen, die die beiden Städte Bingen und Rndcsheim miteinander verbinden soll. Schon feit Jahren machen die beiden Gemeinderveseit für eine Brücke Stimmuna, die sowohl dem Eisenbahn- als dem Straßenverkehr dtenen soll. Diesen Bemühungen soll nun, wie gestern schon mitgeteilt, endlich Rechnung getragen werden, indem das Reich 350 000 Mk. bereitgestellt hat, die für die Borarbeiten verwendet werden sollen. Wegen oer Stromoerhaltnisse wird es allerdings tauin möglich fein, ijeim zu bauen, obwohl Di. beiden Städte sich lebhaft dafür ins 3vug legen. Tic Brücke wird höchstwahrscheinlich weiter stromauiwarts erbaut werden. £b allerdings die Borschlage
eines in Wiesbaden lebenden Offiziers a. T. in Frage kommen, ist mehr als zweifelhaft, da die Erbauung dann auf etwa 15 Millionen Mark zu stehen käme. Er hat seinen Plan einer Bismarckbrücke, die das Denkmal auf einer Rheininsel vorsieht, bereits mehreren Behörden vorgelegt, aber diese haben noch keinen Entscheid getroffen. Es ist heute schon ziemlich gewiß, daß der Plan nicht zur Ausführung tommt. Auch der Ausschuß für das Bismarckdenkmal auf der Elisenhöhe hat sich bis jetzt ablehnend verhalten. Es wäre aber bedauerlich, wenn die Idee dadurch zu Fall käme, da doch das Bismarckdenlmal auf der Elifenlwhe fast nirgends im ganzen Reich gewünscht wird. Ter lebhafteste Widerspruch regt sich im Rheingau, wo man glaubt, daß Deutschland eine Stegesallee völlig genüge Ein Witzbold hat den Vorschlag gemacht, für jedes Ausschußmitgiied des rheinischen Bismarckde>ikmals ein Tenkmal zu errichten, damit kein Berg rechts und links des Stromes ohne „bc- suchenswerten" Aussichtspunkt sei. , . on.
— Tie Pariser Schauspielerin Lantelme im Rstein ertrunken. Rach einem aus Emmerich am Rhein in Paris eingetroffenen Telegramm ist Madame Lantelme, eine der hervorragendsten, wegen ihrer Sdwn*
Schauspielerinnen, die zuletzt am Theater Renaissance die Titelrolle m der „Gcunine" gespielt . alte, im Rhein ertrunken. In Paris erregt die Nachricht vom Tode der Schauspielerin in der Gesellschaft große Teilnahme, da die Bcrunglückte zu den gefeiertsten Pariser Bu.inensternen zählte und als Gattin des früheren Zeitungsmagnaten Edwards auch eine gesellschaftlich hervorragende Rolle spielte. Tas Ehepaar hatte Anfang Htrli auf feiner eigenen Jacht „'Äimec" eine Bergnügungstonr nach Holland angetreten und reifte dann rheinauswärts nach Köln.
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Nr. U4 Erster Blatt W. Jahrgang Donnerstag, 27. Zuli syst
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General-Anzeiger für Gberyefsen £»&
RotationsbrtH und Verlag 6er BrüblfAen Univ.-Vuch' und Steinöruderei R. Lange. Nedaltlan, <Erpe6Uion und Drudcrel: SAulKraSe 7. sani-^f^ürb^ bü votmüiags 9 Uhr. vüüingen: Zernfprccher Nr. 50 Geschäftsstelle Bahnhofstraße lbr. Anzeigenteil: H. Beck.
Vie diplomatischen Spannungen.
Der trage dahinziehende marokkanische Bach ist nun doch endlich in ein interessanteres Bette und in reißendes Gefall gekommen In Paris und London schäumen die Äoaen. Wenn nicht alle Anzeichen trügen, wird jetzt in London darüber entschieden, ob die bisher vorbereitete französisch-deutsche Abmachung abgeschlossen werden soll oder nicht. Ter französische Botschafter, Premierminister As- quith, der im Parlament heute Rede stehen soll, StaalSfefrc tär Grey und — Lord Mitdiencr halten Beratungen ab Das Hingt also nach einer Krisis, umsomehr, da auch der König in die Unterhaltung hereingezogen wurde. Auf der andern Seite läßt man das Rentersche Bureau zur Beruhigung blasen und verkünden, daß England die Verhandlungen nicht stören wolle. Man sieht demnach in London ein, daß die letzte Rede des Schatzkanzlers Beunruhigung und den Ein druck erweckt hatte, als beabsichtige England, sich m di, Verhandlungen einzumischen. Natürlich hatten diese Ei regungen auch auf die Börse eingewirkt.
In Berlin bleibt man nach wie vor ruhig, und die deutsche Presse stellt sich erfreui se einhellig auf die Seite der deutschen Regierung. Der Kaiser ist aus der Heim kehr begriffen und hat schon Vorträge des Vertreters des Auswärtigen Amtes und des Generalftabes gehört. Selbst das „Berliner Tagebl." hat erklärt, daß, wenn man in London einen scharfen Ton belieben solle, dies in Berlin nicht etwa Bestürzung berbortnfen würde. Wir verzeichnen folgende Meldungen:
Erregung in London.
London, 27. Juli Bor Abgabe der Erklärung des Premierministers Asquith über die politische^ Lage wird morgen, so schreibt das „Berl. Tgbl.", an Sir Edward Grey die Frage gerichtet werden, welche deutschen Mrieae- schisse feit Dem 15. Juli in Agadir waren, ob ein britisches Kriegsschiff zum .Schutze britischer Interessen nach diesem Hafen gesendet werde und ob dort wirklich deutsche Matrosen lanbctcn. Premierminister Asquith sprach heute im Attswärligen Amt vor und konferierte eine Stunde mit Sir Edward Grey. Weiter suchte heute nachmittag der erste Lord der Admiralität Mac Henna, der französisch Botschafter und Lord Kitchener Sir Edward Gr en aus. Mehrere Boten verlehrten heute vormittag eifrig zwischen deut Buckinghainpalast und der Towningstreet. Ter Konifi hat feinen B esuch d er Rennen zu G vo d- wood definitiv abgesagt. Die „Evening News" meint, die Absage des Flottenbesuchs in 'Jtorrocgcn lönnte einen friedlichen Schritt bedeuten, um Deutschland nicht durch die Gegenwart eines Geschwaders vor feinen Toren einzuschüchtern, aber sie könnten auch einer Zuwartepolitik dienen, da Eramarti), wo die Flotte bis zum Freitag bleibt, der beste Platz sei, einen erfreu Schlag zu führen. Dasselbe Blatt hofft aber, die Rückkehr des Kaisers von Ror- iDcgen lonne von der deutschen Regierung als Gelegenheit benutzt werden, den Ton ihrer früheren Forderungen zu dämpfen. Der Kaiser würde dann in den Augen der ganzen Welt als Verteidiger des Friedens erscheinen, und das solle sein Hauptehrgeiz sein.
London, 26. Juli. Wie das Reuter-Bureau erfährt, ist infolge einer Aenderung in dem Programm der Bewegungen der 1) c i m a t v a 11 a n t i f d) c n Flotte vor einigen Tagen beschlossen worden, den Plan des Besuchs der atlantischen Flotte in den schwedischen und norwegischen Häfen fallen zu lassen. Es wird erklärt, daß diese Aenderung keinerlei Beziehungen zu den jüngsten Ereignissen in Marokko habe.
Englische Erläuterungen.
London, 26. Juli. Wie das Rentersche Bureau burd) Erkundigungen in diplomatischen Kreisen erfährt, ist fein
neuer Faktor aufgctaudit, der den Verlaus der jetzt zwisckien Frankreidi und Deuts di land im Wange befindlichen Verhandlungen über M a roffo stören könne. Das Gebiet der Besprechungen hat keine Erweiterung erfahren, und itungen zwischen den Ministern im Aus
wärtigen Amte nidit abznleiten, daß die britische Regierung in irgendeiner Weise eine Intervention in Erwägung zieht, um einen direkten oder aktiven Anteil an den gegenwärtigen Verhandlungen mit Deutschland zu nehmen Es wird bc tont, daß die Erklärungen der Minister und ihre Antworten auf Anfragen im Unterhause nur beweisen, daß d i e Regierung die gesamten Fragen mit größter Aufmerksamkeit beobachtet, und die gestrige Kon erenz im Auswärtigen Amt, welcher der Botschafter Bertie beiwohnte, war auf den Wunsch der leitenden Mitglieder der Regierung zurückztiführen, fid) aus erster Hand über die Faktoren des Problems und den Fortschritt der Bcrhand hingen unterrichtet zu halten Es ist zu bemerken, daß die Erklärung des Premierministers im Unterlaufe, als Deutschlands Aktion in Agadir bekannt wurde, sich <huf die
in in Mvrokkv bezog und auf die
Absicht der britischen Regierung, alle britischen Int . i irofTo zu scy i n, bte beritt d werden könnten empfindet keinen Zweifel, daß, wenn irgend e i n e 'L ö s u n g außerhalb M a r o k k o s g e s n n d e n wird, die Frankreich befriedigt, sie sich für d ie britischen Interessen nicht als schä b l id) erwe isen wird. Es ist völlig unrichtig, anzunehmen, daß die britische Regierung in irgendeiner Weise den Verhandlungen eine Schranke zu setzen suche, abgesehen von oen Erwägungen, die in der Erklärung des Premierministers nn Unterlaufe auseinandergesetzt worden sind.
Tie Erregung an den Börsen.
Das ,.Berliner Tageblatt" schreibt.
„Tie Beruhigung der Gemüter, von der schon gestern die Pariser und Londoner Meldungen berichteten, hält a n. Wie aus dem Handelsteil ;.i ersehen ist, in auch die Börse in London und Paris, die gestern vormittag in fast panikartiger Stimmung war, in den Rachmiltag'stunden sich zu einer außerordentlich ruhigen Auffassung der Lage pekehrt. Aehnlich Wie anscheinend die deutsche Regierung in Berlin, ljat auch die französische Regierung den leitenden Finanziers mitgeteilt, daß zu einer übergroßen Nervosität fein Anlaß sei. Tie Erregung nn den Börsen in London und Paris war diesmal hauptsächlich durch einen Artikel der „Kölni'^en Leitung" ver .'acht worden, in dem man eine ofsizöse Kundgebung sah. In diesem Artikel war die Frage der Kompensationen als eine Machtsrage bezeichnet, die in Europa zum Austrag komme.
Tie Franzosen in Agadir.
Paris, 26. Juli. Nach einer Meldung des „M atin" aus Agadir vom 21. Juli befinden sich dort gegenwärtig zehn Europäer, und zwar sechs Deutsche, zwei Engländer, ein Franzose und ein Spanier. Drei Franzosen, die am 17. ds. angekornrnen war^n. feien wieder abgereist, ilcbcrall sei den Franzosen eine offenkundig feindselige Aufnahme bereite: worden. Tie Deutschen, von denen zwei an Bord eines französischen Kriegs- sdiiffes von den Manarifdien Inseln eingetroffen feien, bc nähmen sich durchaus, als ob ie in Agadir zu Hause seien.
Tie Heimkehr des Kaisers.
Bergen, 26. ^uli. Der Kaiser ging gleich nach dem ersten Frühstück an Bord des Begleitichms „Kolbcrg" und hörte dort die Borträge des Vertreters des Auswärtigen Amtes, des Chefs des G c - neralstabs und des Generalintendanten der Königlichen Schauspiele. Tie „Hohenzollern" nahm inzwischen Kohlen. Tas Frühstück nahm der Kaiser mit einem Teil des Gefolges bei dem deutschen Konsul M o h r Um 1 Uhr erfolgte die Rückkehr an Bord der „Hohenzollern", die morgen früh
zwischen 3 und 4 Uhr Anker aufuchmcii und in See gehen wird. Tie Ankunit in Swinemünde erfolgt voraussichtlich am Freitag zwischen 5 und 6 Uhr iiadmullags.__________
(Ein Bcfud} öcr Königin Wilhelmine in Brüssel.
Brüssel, 26. Juli.
Königin Wilhelmine von Holland ist in Begleitung ihres Prinzgemahls zum Besuch des belgischen Hofes am Mitt-« Woch mittag 1 Uhr auf beut Nordbadnhof in Brüssel ongc- kommen und vom Königspaar der Belgier empfangen worden. Das belgische Königspaar begleitete die Gäste nach dem ff tobt» schloß, wo daS Frühstück eingenommen wurde.
Qu dem Galadiner, das abends zu Ehren der Königin der Niederlande im Stadtschlosse stattfand, waren außer dem Prinzgemahl und dem Gefolge die bclgiidicu Minister, das Präsidium der Kammer und des Senats, sowie das diplomatische Korps geladen. König Albert brachte einen Trinkspruch auf daS Wohl der Königin Wilhelmiua und Familie aus. Der König drückte seine Freude über den Besuch aus, der Zeugnis ablege von dem gegenseitigen Vertrauen, das die Beziehungen Belgiens zn Holland fördere. Er wünsche, daß die beiben^ arbeit • i’amen Völker sich immer mehr des gemeinsamen Strebens der Solidarität, die burd) die zahlreichen Interessen gc« schaffen wird, sich bewußt würden. Er erinnere sich gerne und wünsche der Königin und dem holländischen Volke alles Glück. Die Königin Wilhelmina dankte für den freundlichen Empfang, den das belgische Volk ihr bereitet Labe, und drückte ihre Freude über die Wiederherstellung der Königin der Belgier aus. Sie werde alle Milte! fördern, die auf die Verstärkung der frcundschastlichen Gefühle beider Völler abzielten und geeignet seien, das gegenseitige Vertrauen zu festigen. Die Königin lobte die WerUätigtcit des belgischen Volkes, dessen Kultur in Holland stets bewundert werde, und traut auf das Wohl der belgischen Königsfamilie.
Um 5l. > Uhr empfing die Königin Wilhelmina die belgijdjen Mitglieder des holländisch-belgischen Einignngs- komitees.
Dentjche» Ueieh.
Die „Vossische Zeitung" meldet aus Elberseld: In der von über 1OUO Personen besuchten H a n s a b u n d b c r s a m m- luiig ipraa) Geh. Regierungsrat Tr. Tuisbcrg über die Gründe Der Hansabundkrifis Ter Zemralverband sollte rechts ziehen. Wenn der Zentratverband ernst fl2itonnr.cn fein wollte, hatte er feine Beschwerde erst den Ausschüssen vorlcgen müssen. Tr. Ries er brauche lern Wort zurüdzuuelmicn. Tic Schisss- vlankc, an der btc Bohrn ärmer nagten, fei zerstört, das deutsche Hansaichiss aber bleibe flott.
Ausland.
In Paris veranüaltelen am Ticnstag abend hundert juilflC Revolutionäre eine Kundgebung gegen btc Behandlung Der Doluiid-tn Häftlinge und versuchten, i n das Justiz Ministerium einzudriugen Es gelang der Polizei, iic zu zerstreuen. Bier wurden verhaftet.
Aus Lissabon nirb gemeldet: Tic konstituierende Versammlung nahm mit 81 gegen 76 Stimmen die Aushebung aller portugiesischen Erben und Ehren- z e i d) c n an.
InSkutari raub eine großeKuudgcbungzuGunstcn des bisherigen Lbcrkonimandierenden Torgut 2 ch e i f e t Pascha statt. Tie Versammelten beschlossen, d'.c Regierung zu ersuchen. Die Abberufung Torguts in Albanien ruct- ganglg zu mache«, da sonst Verwicklungen entstehen tonnten. Man haoe volles Vertraue« zu dem Vorgehen Torguts.
Präsident Taft hat das G e g c n sei t i g ke i ts ab komme n «i 11 Kanada unterzeichnet.
Tas Kabinett von e n c z u e l a ist z u r ü ck g e t r c t e n und ein neues Kabinett mit Tr. Gonzalez Guimau als Minister des Aeußcrn ist gebildet worden.
Ein Brief des jungen Goethe.
Wien ist, wie die Neue Freie Presse schreibt, augcnblidlid) im Besitz eines kostbaren Briefes. ES ist ein Brief des jungen Goethe an seinen Leipziger Lehrer A. F. Leser. Er trägt das Taium: Frankfurt, 14. Februar 1769. Kaum zwanzigjährig war Goclhc, als er diefen merkwürdigen und inhaltsreid'en Brief schrieb. Kurz nach seiner schweren Erkrankung war es, die ihm der Leipziger Lebenstrubcl gekostet bat. Auf einem Luartbogen feinen Papiers, das trotz seines hohen Alters nur in em zartes tilienbeingelb ab getont ist, sehe« wir vier Setten nut der tadellos deutliche« Schrtst des Tichters gefüllt. Tie Schrift, wohl noch unter der Schwäche der übcritcuiDcnen Krankheit leidend, zeigt keine jugenbheben Merkmale Sie ähnelt Der Schrift Des alten Goethe. Es ist eine schon ganz ,.ausgeschriebene" Scbri’t.
IbiDcrlciinbat zeigt sic m Diesem Briefe eine gewisse nervöse Hast, die die regelmäßigen Linien Der Buchstaben mandnmil in Unordnung bringt. Da stellt sich hier und dort ei« Buchstabe steil auf, während seine Nachbarn in der schiefen Positur bleiben, die die Handschrift Goethes sonst immer beibehält. Auch in der Orthographie und Interpunltioit merkt man die Flüchtigkeit erregter Jugend. Goethe meldet dem verehrten Leipziger Lehrer, daß seine völlige Wieberherstetlung noch immer nicht emgetreten ut. Er nennt sich einen „Gesangenen bei Krankheit", obgleich „mit Der nächsten Hoffnung, bald erlöst zu sein". Tas neue Jahr bar ihm die erste Aussicht in das Lebe« geöffnet, und es scheint ihm, als ob „der Winter feiner Natur nut diesem Winker einerlei Evoque haben sollte". Er tröstet den Lehrer. „Frankreich und Spanien fänden Astronomen «ach Kalifornien, den Spaziergang der Venus zu betrachten. Wenn Sie an muh denken, so denken Sie wie Frankreich an die Astronomen. Nennen Sie mich keinen Weggegangenen, nennen Sic mich einen Verschickten. " Er verspricht iviederzukommen wie ein irrender Ritter, der von den Abemeuern Rechnung geben will, die er bestanden hat. Zum Schlüsse des Briefes schwingt sich der Jüngling aus dem Persönlichen in den heißen literarischen Kamvi des Tages auf. »Lessing! Lessing!" — rüst er ^ius. „Wenn er nicht Lc>-«g wäre, ich möchte etwas sage«. Schreiben niag ich nicht wider ihn. Er ist ein Eroberer u«D wird in Herrn Herders Wäldchen


