Die heutige Nummer umsaht 14 Selten.
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jrpfjcn ökonomischen Interessen, die es dort vertrete, mild ein müsse. Er habe gewartet in der Hoffnung aus ein
ländigung zwischen uns und Frankreich, nachdem aber, wie er jetzt höre, unsere Forderungen dcrartia lebende seien, daS eS augenscheinlich sei. dass die h
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halb Härten ro i r eine Zeitlang nicht weiter verhandelt, solange uns nicht das Geheimnis ocr Verhandlungen garantiert worden sei. Durch den
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Die vertraulichen Mitteilungen öcs Herrn v. Kiöcrkn.
Endlich erscheint der angekündigtc amtliche Bericht über die vertraulichen Mitteilungen deS Staatssekretärs, die nach amtlicher Tarslcllung so überzeugend gewirkt baden sollen, waS aber von । den Beteiligten bestritten würbe. 9?ad) dem biS jetzt sestgestellten Bericht Hal Staatssekretär v. Kiberlen-Wächtcr in der Sitzung vom 7. November über die Vorgeschichte des deutsch-fran zösischen Abkommens vom 4. November 1911 u. a. auSgesührl:
Im Jahre 1880. als auf Anregung Englands und aus Einladung Spanien- die Mabrib.r Konferenz statt and, habe Fürü Bismarck durch einen Immediatbericht an den Kaiser ein Ab' gehen von d.m bisher eingenommenen S andpunkt veranlaßt und die Aufiassung vertreten, eS könne Tcutickilanb nur erwünsdit sein, wenn Frankreich sich in Marokko böslich fcslsetze. Im Jahre 1889 höbe Chamberlain fine Absicht in Bezug aus Marokko gehabt. Enaland sollte Tanger, T utsdstanb einen tzascn an der atlan- ischen Küste erhalten. ES sei aber niemals zu formellen Verstand- ungen gekomm n. Im Jahre 1905, nach der Tanger-Reise deS deutschen Kaisers, habe £>crr Telcasss einen Versuch einer direkten Verhandlung gemacht, der aber mangels positiver Vorschläge zu einem Ergebnis nicht geführt habe. Tann habe Rouvier wiederum auf offiziösem und auch aut offiziellem Wege dem Wunsche na.' einer Bersiändi"'Mg Ausdruck gegeben. Damals. fei zum ersten Mal daS Dorr o n g o" gefallen Von unserer Seile feien positive Vorschläge verlangt worden, ohne daß sie zu einem Ergebnis geführt haben. Inzwischen hätten wir unS auf den Standpunkt feiige.'egt, ba(i Änderungen in Marokko nur mit Zustimmung der Signatar- möchte der Madrider Konferenz erfolgen könnten, um unS nicht eventuell zwischen zwei Stühlen zu setzen. Daher habe Fürst Bülow nicht weiter aus die französischen VerstöndigungSwünsdie eingeh.n können, die niemals von positiven Vorsd)lagcn begleitet gewesen seien. Bichon habe niemals einen Vorschlag gemacht. Inzwischen sei es zur Algecirasakte gekommen. Ungeachtet der- elben s.i der Einfluß Frankreichs in Marokko aber ständig ge-
v. Bethmann-Dollweg sd;on g macht hat.)
Aus bcutfdicr S itc habe man lange überlegt, was zu tun sei. Man hatte ein Ultimatum stellen können. Welchen Eindruck butte cS aber wohl gemacht, wenn der Reichskanzler im Reichs- Torf an der Grenze der Schauja mit unauSsprechlick>em Namen besetzt: deshalb hat Seine Ma csiüt dcr Kaiser den Krieg erklärt." Tic Lage für Deutschland sei deshalb schwierig gewesen, weil sie sich allmählich entwickelte und nie zu sagen gewesen sei, ..gerade mit dieser Mastregel in diesem Moment ist die AlgectraS-Akte verletzt und wir erheben Einspruch." _ Man sei also zu dec Ueberzeugung gelangt, dast es am klügsten wäre, abzuwarten, wie weit die französischen Maßnahmen gehen würben, um bei andauernder Verletzung der Algcciras-Ak.e die volle Aktionsfreiheit für uns ebenfalls Wieder in Anspruch zu nehmen. Als nun von deutschen Staatsangehörigen, insbesondere audi ans dem SuS - Gebict bei Mogador und Agadir, Klagen über Bedrängnis und Bitten um Schutz gekommen seien, habe man sich aus deutscher Seite gesagt. Frankreich sei keineswegs der Mandatar Europas, komme also keineswegs allein als Schutz- macht in Frage. Wir müßten für uns in gleichem Maste das Recht zum Schutze unserer Untertanen in Anspruch nehmen. Aus diesen Erwägungen heraus sei die Entsendung eines deutschen Schiffes nach Agadir erfolgt. Deutschland habe damit in erster Linie zum Schutze seiner Staatsangehörigen gehandelt, daneben auch, in einer gewissermaßen symptomatischen »anblung dem Vorgehen Frankreichs gegenüber, bad eigene gute Recht wahren wollen. Niemals aber habe bie Absicht bestauben, ein Stück von Marokko zu nehmen. Ties habe ber Staatssekretär auch einem bekannten Alldeutschen gegenüber ganz deutlich ausgesprochen. Leiber habe ber betreuende tzerr es ihm nicht geglaubt. Ter deutsche Botschafter in London antwortete unter dem 1. Juli, daß er mittags seinen Auftrag in Abwesenheit von Sir Edward Grey bei Sir A. Nieolson ausgesührt habe. Die erwähnte Mitteilung sei also am 1. Juli ber engliichen Re- gieruug überreicht worben. Tie englische Regierung sei bamald vor bem Eintreffen des Schiffes über die deutschen Absichten genau informiert worden. Nunmehr Hütten die deutsch-sranzösi- 1 dielt Verhandlungen eingesetzt, gleichzeitig aber hätten bie Fran- zofcn über die deutschen Abiichten die wildesten Nachrichten in die Presse lanziert, um gegen Teutschland Stimmung zu machen. Tics habe seinen Eindruck Nicht vcrsehlt, und insbesondere in London Mißtrauen gegen Teutschland hervorgerusen. Nach Pressenachrichten sollen damals in Paris und London gewisse Strömungen für bie Entsendung von Kriegsschiffen n a d) Agadir entstaiiden fein. Tas würde natürlich eine sehr gespannte Situation berüorgcruicn haben, bei der aber Trutschend, daS nur von seinem guten Recht Gebrauch gemacht habe, eventuell der angegnhene ^eü gewesen wäre. Toch sei ein solcher Schritt unterblieben, und bie deutsch-franzöuschen Ber- Handlungen in Gang geiommen. Es sei wiederholt gesagt worden, wenn Teutschland von vornherein den Gedanken eines Lanberweros in Marokko ausgeschieden hatte, so hätte cs auch der Entsendung deS Kriegsschiffes Nicht dedurst. Tas sei aber ein ganz falscher Standpunkt. Es hätte uns also in erster Lime daraus ankommen müssen, den guten Willen der Franzosen zur Verständigung fest- zustellen, und dasür sei die Entsendung des Kriegsschiffes ber belle Prüfstein gewesen. Während der auf die Entsendung des deutschen Knegsschisies folgenden deutsch-französischen Verhandlungen fei es auch nun zu Auseinandersetzungen mit der englischen Regierung gekommen. Auf die Mitteilung, bie ber Botschafter in London gemacht hatte, sei eine Anfrage von englischer Seite weder bei unserem Botschafter in London, noch hier m Berlin erfolgt. Erst am 21. Juli habe Sir E. Grey eine Unterredung mit unserem Botschafter herbeigeiührt. Tic Auffassung, die E. Grey inzwischen von unserer Haltung gewonnen gehabt habe, entgegen den von unterem Botschafter bei der Entsendung des Kriegsschiffes gegebenen Aufklärungen, hätte sich in dieser Unterredung widergesoiegelt. Tiefe Äunassung sei heroorgerufen worden durch bie Verbäch - tigungen, die bie französische, zum Teil auch die englische Presse und wob! auch einige Beamte tomeauenl gegen umere Politik erhoben hatten. Grey habe ben Wunsch ausgedrückt. Die Marokkofrage in nichtamtlicher Form mit bem Botschafter z u besprechen, da er seit der ersten Te- mardie des Boifchasters nichts mehr von ihm gehört habe. Er fürchte, es könnte ein Zuitand entstehen, wo eine Stellungnahme seinerseits in bcc Marollofrage von ernsterer Bedeutung sein werde, als eine folgende Aussprache im fetzigen Stadium, irr habe von vornherein fernen Zwei-et darüoer getanen, dast bei einer Regelung der Marottofrage .England ui Anoetracht der
rebung mit Grey hervorgehc, dast der Minister offenbar angenommen habe, dast wir uns in Marokko festsetzten wollten trotz der ihm bei Eut'cndung des „Panther" nach 'Jlgabu gemachten Mit* tcilung des Botschafters.
D i e Tepeiche über bie Unterredung traf am 2 2. Juli i n Berlin ein. Die Antwort darauf ging von hier sofort ab. Ter Botschafter wurde darin beauftragt, dem Minister zu sagen, wir hätten von Aniang an erklärt, uni er Schiff in Agadir idjuye lediglich dortige deutsche Interessen. Ten besonderen Anlaß habe u. a. cm Angriff der Eingeborenen auf eine deutsche Farm gegeben. Bisher sei nichts vorgefallen« was auf eine Aenoerung unserer Absichten schließen ließe. Es ict noch lein Mann an Land gcictzt worden. Daß England Instrutlu-'nen über unsere Abiichten, die offenbar ton uns feindlichen Seiten ausgingen, Glauben zu schenken scheine, bedauerten wir. Wir hätten niemals an die Schaffung eines Kriegshafens an der marokkanischen Küste gedacht und ivürden Niemals daran brufen. Tas seien Halluzinationen, auch hätten wir teine Absicht auf marokkanisches Gebiet. Wir müßten wohl verlangen, baß Frankreich cntWuCir tic Algecirasakte strikte innehalte, oder sich mit uns auscjnander- letze, wenn es fenes nickt tun zu können glaube. Tic Verhandlungen hätten begonnen; beide Teile hätt.n sich streng ne Wahrung d.'s Gehnmnnfes gegenseitig zugeiich.rt 2 ? >'< Verpflichtung hatten wir ernst genommen und nicht einmal unsere Bundesgenoffen informiert Frankreich habe cui anderes Verfahren eingc schlag en, und bedauerlicher Wnse nicht nur die Presse, sondern wie es scheine, auch seine Freunde teilweise mit Nachrichten versehen, die ungenau und unooll-
Regierung fie nickt annebmen könne, so liege die Ges nahe, daß die Verhandlungen ohne Ergebnis beendet ivi und damit trete dann wieder die Frage in den Vordergrund: Was tut denn Teutschland in dem aesdilo,lenen Hasen von Agadir und in seinem vintcrlandc? Er müsse Anfragen im Parlament gewärtigen und sei nickt in der Lage, eine auMärende Antwort zu geben. Wenn bie deutsch ranzösiscken Verhanblungen zusammendradien, w aS in A n- b c t r n cd t unserer Forderunge n i« d) I c i di t r r c t g - neu könne, so trete bamit sofort bie Agabirirage, bei der audi englische Interessen involviert seien, in den Vordergrund. Ta her glaube er, baß ber Zeitpunkt gekommen sei, wo auch En glaub in bie deutsch-sranzöiischen Verhanblungen mit hineiiigezogen werben solle.
Ter Botschafter habe erwibert, über ben Gang unserer Verhanblungen mit Frankreich fei er im einzelnen nickt unterrichtet. Er könne aber trotzdem nickt zugcden, daß unsere Fviderungcn selbstverständlick, wie der Minister sagte, unannebui ■ ber seien, da nir sie sonst nicht gestellt haben würden. TieS vorausgcsckickt, könne der Botsdiaster ihm seckstverständlidi nur eine pcnönlicke Ansicht entwickeln. Grey stelle den, wenn and) licht osiiziellen Satz aus, daß nun der Zeitpunkt gekommen ci, a trois zu verhandeln, da englische Interessen in Bctracl't amen. Er begründe dieses 'Jlniinncn damit, daß mir eventuell einen flnegdhafcn in Agadir bauen und das Hinterland ab chlicßen konnten. TieS seien Vermutungen, von welchen dem Botschafter nichts bekannt sei. Auf reine Vermutungen begrün', c fick) fein Anspruch. Falls englische Jntereifen b u r d) unter Vorgehen verletzt worden feien, möge bet Minister fie nennen. Ta er hierzu nicht in der L'age sei, wäre c5 wohl richtiger, abzuwarten, biS er nachweifen könne, daß ein englisches Jnleieiie ober Recht in Mitleibenschait gezogen sei. Ter Botschafter wiederholte, es bestehe bei unS nicht die ge- ES sei aber durch den Gang ber Ereignisse ber Zeitpunkt eingetreten, wo wir vor bic Nolivenbigkcit gestellt feien, uns über das Maroklogeschäst mit ben Franzosen zu üerftänbigen. Wenn, wie Greii anu.yau, uiiicrc Iorilutage auf anderem Gebiete für unannehmbar gehalten würben, so zeige bieS nur, baß Frank reich auf bie freie Betätigung seiner international nicht qncdaiinlc.t Ansprüche in Marok'io nicht soviel Wert -u legen jdjeine, als man hätte erwarten können. M a n müsfe bann a u d) ein sremdeö Kriegsschiff in einem marokkanischen Hafen mit in Kauf nehmen. Ein norbafrikanifches Kolo- uialrcieh von ber tripolitaniidien Grenze bis Scnegamuien mit einer Vormachtstellung in Marokko sei keine geringe caci’e. eng lanb fei von Frankreich in Aegypten abgefunben iu o r o c n , was und) leine ocuitge Sau-e iuar, wir aber mit nichts. Wünsche Frankreich, bau wir gleich Englanb, aber immer unter Wahrung der Handeisinteressen in Marotko in ben viutcr- grunb treten, |o müiie cs hierfür ein Aeauivalent bieten, welches k-cni gtüLcii Ziele, vus cs aniireoe, annuyenio gleichwertig fei. Wenn nicht, io würden ro i r unsere unabhängige Stellung in Marokko zu wahren wissen. Ter Mi» Nister scheine großen Wert daraus zu legen, daß wir ein Kriegsschiff nach einem geschlossenen .vakn Bdarokvos tniuiiot - und zwar gerade nad) Agadir, wo iwch im vorigen Herbst das Erscheinen eines franzosisaren lfriegsschifses zu 'Äm ragen u n lerer * icits bei ber französuchen Regierung Veranlassung gegeben habe, hierauf hatte der Botschafter zu bemerken, daß dec franzüiischc Grobcrungszug nach Fez im vorigen Herbst noch nicht cingcleitct gcroeien sei. Er könne dem Minister nicht verhehlen, daß er mit zwei Maßen zu messen scheine, em Maßsür Frankreich ein anderes für Teutschland. Wenn ihm an der Unverletzlidftcit des marokfanischen Gebiets! io viel liege, müsse er sich vor allein und zunächst an Frankreich um Aufklärung wenden.
Ter Mini ft er erwiderte, er würdekeineswegS einer Vergrößerung des deutschen Kolonialbesitzes im Herzen von Afrika im Wege stehen. Nur lönne et nicht verhehlen, daß durch die eigentliche Marokkosrag« M englischen Intercncn ernste st in Mitleidenschaft gezogen werben könnten. Er habe daher aufrichtig eine Verständigung zwischen Frankreich und Teuti'astand e^hoftt, nur für ben unerwünschten Fall, baß diese fehl schlüge, habe er schon jeßt klar aus- 1 prechen müssen, daß die Demarche in Agadir zu einer Aussprache zwischen und und England führen würde. Er glaube, daß die Situation an Schärfe verliere, wenn eine Aussprache zwischen un5_ ftattfnibe, ehe vor Agadir neue Tatsachen e.ntratcn, bie eine Stellungnahme Englands zu
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Der italienisch-tüttüche Krieg.
Nachdem berichtet worben ist, baß baS Wetter in Tripolis wicber schön geworben sei, folgen auch schon wieder Melbungen über neue Gefechte. Die Türken scheinen den Mut nocki nicht verloren zu haben; die amtliche italienische Berichterstattung weift von zahlreichen Angriffen des Fein deS zu melden, und man wird stillschweigend ergänzen können, daft die Türken und Araber den Italienern heiß zu schaffen machen:
Tripolis, 21. Nov. (Agenzia Stcfani.) Bei To bruk feuerten am 18. November die Batterien <nk zwei Schanzen a u f ein arabisches Lager in eine: Entfernung von 3800 Meter. Das Feuer aus der einer. Schanze verstörte vollständig das Telegraphengebäude un. eine in ber Näl>c lieaenbe Verschanzung, hinter dcr bi Araber sich anscheinend für einen Nachtangriff sammelten Tie Araber flößen, verfolgt von dem Schrapncllfeucr der Batterien. Noch Abgabe von 44 Schuft wurde das Feuc. eingestellt. Während dcr Nacht kam es zu einem lebhaften Kampfe bei Der na. Der Feind hatte sich unter dem Schuß derTunkelheitgenähert, wurde aber durch sehr lebhaftes Gewehr- und Mitrailleuscnfeuer sowie durch die bis zu einer Redoutc vorgebrachtcn Landungs- geschütze »urückgcworfcn. Von B e n g h a s i und h o ni s wurde nichts neues gemeldet.
Zur Unterstüßung der Armen in Tripolis lieft General C a n c D a von Anfang an Getreide, Reis, Brot und Kleider verteilen. Für die Verteilung unter den Arabern sorgt ein AuSschuft von Notabcln unter dem Vorsi^ has,un Mascha, für die Verteilung unter ben Israeliten ein Ausschuß unter dem Vorsitz bed Groftrabbiners. Täglich werden ungefähr 5000 Brote verteilt.
Bis jetzt find 260 000 Kilogramm Getreide unter die Araber und 6?000 Kilogramm unter die Juden verteilt worden. Sechs große Kes,cl find für die Zubereitung und die Verteilung öoh Reis auigcftcllt. Von 21W Baracken, die hergestellt wurden, sind bereits 500 verteilt. In dcr Stadt wurde der sanitäre unb hygienische Dienst organi.icrt und ein bakieriolog.sa)-cl)emi- schcs Laboratorium eingerichtet. Tie Straßenbeleuchtung, bic Slraßcnreinigung und die Kchrichtabsuhr ist geregelt. ES wurde ein Zivilgericht gebildet, der Nocariatsdicnst und die öffentliche Lrdnung wiedcrhergestellt. Tie bei ber letzten Uebcrschwemlnung schwer befchabig.e Wasserleitung vom Bu- mcliaita ist toieber in Stand gesetzt worben.
Gestern morgen 8 Uhr räumten Geniesoldctten ein östliches Schußfeld auf. Ein Leutnant auf Aufklärung entdeckte lagernde Araber. Die Italiener eröffneten daS Feuer und gingen dann mit dem Bajonett vor. Tie Araber flohen und ließen neun Tote zurück. Ter Feind griff um 11 Uhr das zweite Grenadierregiment an der Ostfront an; die Italiener erwiderten mit Gewehr- rind Mttraillcujenfeuer. Ärachmittags erfolgte abermals ein feindlicher 2X n griff. Tas italienische erste Gardcregiment machte einen Gegenangriff in zwei Abteilungen in der Front und der Flanle. Tic Araber mußten sich mit Hiittcrlassung von 20 Toten zurückziehcn. Tie Italiener folgten bis an die feindlichen Schützengräben. Sie hatten feine Verluste. Fünf Flug- fchiffe, die Erlundigungsflüge unternahmen, berichteten, der Feind habe feine Stellung wenig geändert. Die Flieger warfen Bomben und richteten dadurch große Verwirrung an. Auf das Zeichen eines hochgelassenen Trachcnballons bombardierte das Kriegsschiff „Earlo Alberto" das feindliche Zentrum und Henni.
Die auswärtige politii im engliichen Unterhaus.
Endlich rückt man jetzt in Loiidon offen damit heraus, daß der englisch-franzöiische Vertrag von !Ol>l geheime Klauseln enthielt, die Sir Grey harmlos als „erganzeiidc Bestimmungen" bezeichnete. Jedensalls war die Ausichal- tmig Teut|chlands lein Schritt im Interesse bei Weltfriedens ;
London, 21. Nov. Im englischen Unterhaus K Gras Ronaldshay (Unionist), ob. der zwischen nd und Frankreich im Iayre 1904 abgeschlossene Vertrag zwei geheime Klauseln enthielt, denen zufolge einmal Frankreich seine Zustimmung zur Aushebung der Kapitulationen in E g h p t c n g.ben solle, tvami immer Großbritannien mit andern davon berührten Machten in Unterhandlungen treten sollten, ob durch diese Ktatiscl ferner die Zone im 9!orden Maroklos festgelegt werde, die von Laraich nach der atlantischen Küste lause, innerhalb welcher die Aition Frantreichs ähnlichen Be,chränkungcn unterworfen fei, wie sie an der Mittelmeerküste gegenüber Gibraltar in Gültigkeit wären.
Ter Minister des Aeußern Grey erwiderte: Ter eng- lisch-franzö|ischen Tellaration von 1904 sind gewisse nicht veröffentlichte Artikel hinzugefügt, sie sind als ergänzende B c ft i m m u n g c n zu ben veröffentlichten Artikeln wichtig und werden fetzt dem Parlament vorgelcgt werden. ^Beifall.)
Grey erklärte, indem er eine Anfrage beantwortete: wenn nicht Rußland gestattet wirb, in der laufenden Saison wenigstens öOUUOO Tonnen Zucker nach dem Westen auszu- jühreu, so lünbigt die briti|che Regierung die Absicht an, sich von der Zuckerkonvention und der Zuia^akle 190V zurückziehen zu wollen, und zwar und) dem September im Jahre 1913, dem frühesten Zeitpunrt, wo es zurücklreten tonne. Tie englischen Vertreter der Zuckerkonscrenz, die jetzt Derlagt ist, erhalten eine entsprechende Anweifung.
Ur. 275 Erstes Blatt W. Jahrgang Mittwoch, 22. November 19U
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