Ausgabe 
28.6.1911 Zweites Blatt
 
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Mrtrorologische Beobachtungen der Station Sichen.

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Kreis Friedberg.

Zugunsten eines at einen Rein­

wehrt hatte.

Das vor einigen Wochen in Strai Landes-Krüppelheims abgehaltene Blum

L. Friedberg, 26.Juni. Der Streik der Zement- ar bei ter am Neubahnhof hier ist als beendet anzusehen. ES haben sich so viel nicht organisierte Arbeiter gemeldet, das; die Lücken ausgefüllt sind. Gegenwärtig wird die innere Einrichtung unseres Schlosses in Stand gesetzt. Die Uhren, zum Teil altertümliche Kunstwerke, werden durch ein hiesiges Geschäft nachgesehen. Einige Zimmer werden neu tapeziert.

---Bad-Nauheim, 27. Juni. Die Herzogm Max von Württemberg ist im Parkhotel und der Herzog

Handel.

§ Tagung des organisierten deutschen Kohlen- Handels in Heidelberg. Das Ergebnis dieser Tagung ist in solgendein miedergegeben: Der berufsmäßige Kohlenhandel lieht der Entwickelung der Kohlensyndikate und deren Unterverkauis- zentraleu freundlich gegenüber und konstatiert deren andauernde Rücksichtnahme auf die Lebensinteressen des soliden, arbeitsamen Handels. Ein fester Bestand gut geleiteter Syndikate bildet die Garantie für eine gesunde Entwicklung aui allen Wirtschaftsgebieten. Ein harmonisches' Zusammenarbeiten zwischen Kohlensyndikaten, Kohlengros;, und Kohlenvlatzhandel tritt immer nicljc in die Er­scheinung. Der indlistriette, aber auch der Haiisbrandkonium iit in Bezug auf Streiks und ziveckentsprechende Belieferung gesicherter denn je. Die Preisentwicklung darf außerordentlich normal ge­nannt werden und sind sogar Abschläge zu verzeichnen. Aus all diesen Gründen ist eine Erneuerung des großen Rheimsch-Weil- sälischen Kohleusyndikats ebenfalls nur zu wünschen. Von den Eisenbahnverwaltungen werden Erleichterungen bei Ermictungen der Kohleiilagervlätze gewünscht. Hohe Frachtsätze verteuern den Brennmaterial-Verbrauch. Ueber zu weit gehende Reklamen und Agitationen der städtischen Gaswerke beim Koksvertrieb ist Klage geführt worden. Kommunale Geiverbebetriebe sollen das selb­ständige Bürgertum im Handel nicht überholen und beschranken, zumal die höhere Leistungsfähigkeit dieser Betriebe durch die Steuern der Allgemeinheit gestützt wird. Die Gewährung zahlenmäßiger Heizwertgarantien ist abermals als technisch undurchführbar be­zeichnet worden. Die Vertreter des Kohlenbergbaues erklärten ein­mütig, derartige Garantien nicht iit Aussicht stellen zu können.

Nationaler Deutscher Rundsiug.

Hannover, 27. Juni. Tie Flieger Lange, Wien- cziers und Büchner werden voraussichtlich abrüsten und sich erst von Köln an wieder am Weiterfluge beteiligen.

Minden, 27. Juni. Thelen, der um 5 Uhr glatt ab­geflogen war, mußte drei Kilometer vor Bielefeld medergehen, weil sein M o t o r p l ö tz l i ch st e h e n b l i e b. Bei der Landung wurde Thelen aus der Maschine geschleudert, blieb jedoch glücklicherweise unverletzt. Tie Maschine lief noch eine Strecke ohne den Flieger weiter, überschlug sich dann und wurde erheblich beschädigt. König traf um 3,30 Uhr von der Landungsstelle in Stadthagen ein, verließ 3,5/ Uhr Minden, kehrte aber nach 20 Mimiken wieder zurück, da der Motor nicht ordentlich ziehen wollte. Schauenburg startete heute früh 3,38 Uhr ab Miuden, mußte dann wieder bei Rothen­uffeln im Wichengebirge landen, weil der Motor versagte.

Münster (Westfalen), 27. Juni. Hier sind heute früh Vollmöller und Lindpaintner eingetroffen. Vollmöller fuhr unt 4,20 Uhr nach Bielefeld ab und landete nach einem Fluge von 57 Minuten 5,23 Uhr in Mnster. Lindpaintner flog 3,47 Uhr nach Minden ab und traf 5,1 Uhr in Bielefeld ein, machte dort die vvrgeschriebene Landung, stieg um 6,2 Uhr wieder auf und erreichte nach einem Fluge von 58 Minuten um 7,04, Uhr glatt den Flugplatz Münster.

Paul Friedrich von Mecklenburg im Sanatorium Dr. Schmidt zur Kur abgestiegen.

Hessen-Nassau.

O Königsberg/ 26. Juni. Unser Städtchen geht in seiner Einwohnerzahl immer mehr zurück. In den letzten fünf Jahren hat die Schülcrzahl um mindestens 40 Schüler abgenommen, sie zählt zurzeit nur noch 79 Kinder. Infolgedessen wird die im Jahre 1895 errichtete zweite Schul­stelle wieder eingehen. Die in Aussicht genommene neue Schule, anfänglich für zwei Klassen vorgesehen, gelangt daher nur als einklassige Schule zur Ausführung.

Fritz Nowack

Wäsche-Fabrik und Kaufhaus tür Br aut-Ausstattungen

Märkte.

kc. Frankfurt a. M.» 27. Juni. Heu- und St roh markt. Angefahren waren 8 Wagen Heu und 2 Wagen Stroh. Man notierte: Heu 2,808,30 Mk., Stroh (Kornlangstroh) 2,70 bis 0,00 Alk., Wirrstroh 0,000,00 Mk. Alles iitr_50 Kilo. Geschäft schleppend. Die Zufuhren waren aus Oberheyen und dem Kreis Dieburg.

gewinn von 61525 Mark ergeben.

In Breslau wurde im Scheitniger Park das Denkmal für Eichendorff enthüllt. Die Sammlung für das Denkmal, das den Dichter als fröhlichen Wanderer darstellt, ist aus ganz Deutschland zusammengeflossen.

In Kotschangwitz (Ostpreußen) sind ungefähr 200 Kinder an Scharlach und Masern erkrankt. 15 sind bereits ge­storben.

In Rom wurde in' der Nacht ein M ann verhaftet, der eben im Begriffe war, eine geknebelte und an den Händen gefesselte Frau über die Brüstung der Engelsbrücke m den Fluß hin ab zu stürz en.

In einem Kinematographentheater zu Ports­mouth entstand Feuer, das unter der 2000 Köpfe zahlenden Zuschauermenge eine große Panik hervorrief. Frauen und Mäd­chen stürzten im Gedränge ohnmächtig zu Boden. Viele wurden s ch w e r v e r l e tz t.

In der Expedition der Druckerei von Staatspapieren zu Petersburg wurden 20000 Postmarken gestohlen.

Der englischeOberst Younghusbaud wurde während eines Spazierganges in der Nähe von Spa a < Belgien) von einem Automobil überfahren und ihm beide Beine gebrochen. Der Oberst ist hauptsächlich durch seinen Zug nach Tibet be­kannt geworden. z , . _ , .

Dem Fabrikbesitzer Karl Moskovi zu Fahr wurde wegen seiner außerordentlich erfolgreichen Betätigung au der Förderung und Hebung der deutschen Essig- und Senffabrikation sowie ferner 50 jährigen Zugehörigkeit zur Firma Th. Moskopf der Rote Adler­orden 4. Klasse verliehen

In der chinesischen Provmz Hunan hat eine Heber- schwemmung stattgefunden, bei der viele Menschen u m- gekommen (ind. Der entstandene Schaden i,t sehr groß.

Eingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter dreier Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Lich. Wer heute die Kirch en st raße passiert, der läßt unwillkürlich die Worte fallendas wird ja auch gar nicht fertig' und dies mit Recht. Schon seit 5 Wochen iit die enge Straße zur Kanalisation aufgebrodien, die ausgewvrscne Erde liegt Meter­hoch auf der Straße und die Pflastersteine kreuz und quer, -lic Straße ist also unter diesen Zuständen nicht zu begehen, und ganz besonders jetzt, wo es regnet, schmiert alles unter den nutzen. Aur allermeisten sind zu bedauern unsere in der Kirchenstratze wohnenden Landwirte. Wenn man zusehen muß, wie dreie Leute ein- und ausfahren müssen, da dauert entern Vieh und Menschen. Ist denn hier in Lich feine Ortsbehörde und fein L-tadtbaumeister? Beide sollten doch Hand in Hand gehen und dafür Sorge tragen, daß derartige Arbeiten baldigst und so schnell wie nur möglich fertig würden. Es läge ja freilich im Interesse des Unternehmers, wenn alle angefangenen Arbeiten ununterbrochen ausgeführt wur­den, aber seit 14 Tagen sieht man feinen Arbeiter mehr aus der Arbeitsstelle, und unter diesen Umständen werden noch Monate vergehen, bis die Straße wieder in Ordnung ist.

Verantwortlich für den politiscksen Teil i. 93.: R. Lange.

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* Schülerausflüge. Ein Familienvater und mehrer schreibt un§: Die Tagesausflüge unserer höheren Schulen sind in Sicht. Ta scheint der dringende Wunsch am Platze, sie möchten m ö g l i ch st b i l l i g eingerichtet werden: d. h. ohne längercEiscnbahnfahrten und ohne kostspieligere Speisungen. Die sozialen Gegensätze unserer Zeit mahnen, gerade die Jugend der besser gestellten Stände zur Einfachheit zu er­ziehen. Ihr selbst können wir kein besieres Gut inS Leben mitgeben. Die knappe wirtschaftliche Lage zwingt zudem heutzutage gar viele Familien aus dem Mittelstände zu Einschränkungen in jeder Beziehung. Alle diese Gründe lassen jenen Wunsch gerechtfertigt erscheinen. Frische und bescheidene Kinder werden in tüchtiger Wanderung durch die Wälder und über die Höhen der näheren und weiteren Umgebung, vielleicht mit kurzer Hin- und Rückfahrt an einen günstig ge­legenen Punkt unserer schönen Gegend, möglichst mit Selbst, bekästigung auS dem Rucksack und vor allem auch mit zeitiger Heimkehr gegen abend, Freude und Genuß, sowie Förder-- ng ihrer körperlichen und geistigen Gesundheit zur Genüge finden. Also erwünschte Abspannung aus der Schularbeit, kräftige Wanderung und fröhlicher Aufenthalt in der Natur, keine Ueberanstrengung,' bescheidenes und einfaches Gebahren in allem und damit Schonung des Geldbeutels der Eltern, das seien die Richtlinien der bevorstehenden Schulausflüge I Landkreis Gießen.

-m. Langd, 27. Juni. Der hiesige 2. Lehrer Krauß, haar wurde nach TraiS-Horloff versetzt und wird seine neue Stelle am 1. Juli antreten. Ungern sieht man den beliebten Lehrer von hier scheiden. Anderthalb Jahre hat er den hiesigen GesangvereinEintracht' geleitet und sich durch feine Betätigung bei allen Vereinsangelegenheiten große Ver- dienste um den Verein erworben. Auch der Kirchengesangverein verdankt ihm fein Entstehen. Der gegenwärtig in Trais- Horloff tätige Lehrer Wolf aus Nidda ist als Nachfolger bstrher versetzt.

Kreis Büdingen.

PA. Büdingen, 26. Juni. Die Vorbereitungen zu dem am 1., 2. und 3. Juli stattfindenden Gau-Turnfest und der goldenen Jubelfeier deS Büdinger Turn. Vereins gehen ihrem Ende entgegen. Zahlreich, etwa 2500 Mann, werden die Turner auS den benachbarten Gebieten eintreffen. Die Jesthalle geht ihrer Vollendung entgegen.

-lh- Eckartshausen, 26. Juni. Der hiesige Fuß* b Lil kl u b trug am Sonntag gegen den Fußballklub Ger- mcmia-Ortenberg ein Wettspiel aus und gewann mit 4:1. Im ersten Spiet in -Ortenberg tyatte Germania mit 5:0 Toren gewonnen.

-- Stockheim, 26. Juni. Der Plan über die Er­richtung einer oberirdischen Delegraphenlinie an dem Grenzwege zwischen den Gemarkungen Stockheim und Glauberg liegt bei dem Postamt in Stockheim von heute ab 4 Wochen aus.

XVon der Nidda, 26. Juni. Gegenwärtig machen sich zweierlei Schädlinge in Garten und Feld sehr be­merkbar. Der erste der Stachelbeerspinner. Nach­dem er schon vor einigen Wochen hier und da die Sträucher mit Raupen übersät hatte, hat er neuerdings so überhand genommen, daß nicht bloß alle Stachelbeersträucher, sondern auch die Johannisbeersträucher vollständig kahl stehen. Tritt starke Hitze ein, so fallen die Beeren ab, ehe sie reifen. Ein schlimmerer Schädling ist die Sch arm aus. Sie richtet an den Kartoffeln großen Schaden an, nicht weniger an Bäumen, die schon eine Reihe von Jahren gestanden haben. Diese sterben ab; sieht man nach der Ursache, so findet man die Wurzeln abgefressen. Der Stadtvorstand zahlt für jede gefangene Scharmaus eine bestimmte Summe. Hausgärten sind nur dann sicher vor ihr, wenn der Besitzer eine gute

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* Brennendes Bergwerk. Aus Kottbus wird ge­meldet: Der Tagebau tret GrubeClara 3" von den Braun- kohlenwerken Eintracht bei Neu-Welzow steht seit Samstag in Flammen. Die ganze Gegend ist in Qualm gehüllt. Der Talkessel bei Neu-Petershain brennt in großer Aus­dehnung. 5 Arbeiter, denen der Rückweg abgeschnitten wurde, konnten sich nur mit Mühe retten. Als der Wind umschlug, ge­riet die Löichmannschast in große Gefahr. Einige Spritzen sind verbrannt, andere wurden stark beschädigt. Auch der Kiefernwaldbestand geriet in Brand, doch gelang es, denselben einzuschränken. Der Betrieb der Eintrachtswerke wird aufrecht erhalten.

Kleine Tageschromk.

Nach einer Meldung aus Waldkirchen (Bayern) über- f i er in Vogloed ein Arbeiter die verwitwete Gürtlersfrau K e l l e r m a n n, die er mit Liebesanträgen verfolgte, in ihrer Wohnung und erschoß sie, nachdem sie sich verzweifelt ge-

Hochste Temperatur am 26. bis 27. Juni ----- + 14,6 ° J Niedrigste . 26. , 27. == + 9,7.

Riederjchlag: 4,1 nun.

Ich liebe den Lenz und die linden Lüfte, aber ich bin leider auch so wenig abgehärtet, daß ich kaum wagen kann, abends einmal ins Freie zu gehen ober gar im Freien ----- zu sitzen. So? Daun haben Sie aber fieber noch nicht die Sodener (Fays ächte Sodener Mineral"Pastillen» probiert. Wenn Sie davon Gebrauch machen, haben Sie kaum eine Erkältungsgefahr zu fürchten. Man kaust sie» für w 85 Pfg. die Schachtel in allen einschlägigen Geschäften. 2?er= lange aber ausdrücklichFans äckte Sodener". ss21/r>

Die schlimmsten Feinde der ttindcr sind die besonders im Sommer auftretenden Magen-und Darmkrankheilen. Den besten Schutz dagegen bietet eine rationelle Ernährung mit ,,Kufeke", welches dem Or­ganismus die zu seinem Ausbau nötigen Nährstoffe zufübrt und ihn dadurch gegen Krankheiten widerstandsfähiger macht. Die int Rufetc" enthaltenen Mineral- und Eiweißstoffe fördern die Kno­chen und Muskelentwickeltmg aufs günstigste. hv7/u

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