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27.9.1911 Zweites Blatt
 
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Nr. 221

Zweites Blatt M. Jahrgang

(itfddnl Uefi» mH «u8na!)me bei Sonntag«. A

Twetffccitt SaBtlimblälUr werden dem I | SX y g| | |g ) g 4g H

.Anzeiger» viermal wöchentlich beigeleqt. bat J 1 E « g L A/Ä g g. y B l|B L. > KrtliMatt für bte Kreis »ictzen" »wei.nal QJS v "T v v v

wöchentlich. Dielaebwlrtlchaftllchte 3eU» e «N

trage," erscheinen monatlich itveinioL (oCHCrOl*Anzeiger für Oberhejfen

Mittwoch, 27. September |9U

Rotaitonfbrud und Vertag der Vrübliche« Univerfuäti 8ud>* und Sieindruckerri.

St. Lange, (Biepnu

Rcbakiion, Expedition und Tnitferel: Schuf- firafje 7. Crocdit.an und Verlag: 6L

Rebaftion.^om 112. Tel.-Adro AnzeigerEieben,

politische Tagerscliau.

Teuerung und Lebea.-mitlelhandel.

Ter Verband deutscher kaufmännischer Genossenschaften schreibt uns:

Tie allgemeine Teuerung steht heute im Mittelpunkt deS FnterefjeS. Ter Vorwurf, die Teuerung im wefent- lichsien mitverschuldet zu haben, wird gegen den Lebens­mittelhandel erhoben. Man vergibt ganz, baß im Gegen­teil der Lebensmittelhandel, speziell der Moionialmarcn- 1 anbei, unter der Teuerung ebemo leidet, wie Die übrigen Eerussstände Tic allgemeine Preissteigerung wird auch für ihn in seinem eigenen Hausbalte suhlbar: dazu kommt, daß der Umsatz in seinem Geschälte zurüctgeln und der prozentuale Gewinn an den im Preise gestiegenen Artikeln geringer wird. Toch der Kicinhanbel wird fick, bannt ab- Hnben müssen, bau er unter ber Teuerung ebenso zu leiden hat wie die übrige Bevölkerung. Ex mu,j außerdem nach, dructlich bemüht bleibe», diese Steigerung nach Möglich­keit abzujchwächen. Ties kann er u a durch eine befierc Organisierung seines Einkaufes tun. Tie Vor­teile des gemeinschaftlichen Einkaufs sollten gerade zu der jetzigen Zeit der Teuerung alle Lebensmutel-Händler, speziell die Kolonialwaren-yänblcr, veranlassen, sich zu Einkaufsgenossenschaslen zusammenziischllcßcn, um die durch Groß-Einlauf billiger bezogenen tßaren cm sprechend preiswert an die Bevölkerung abzugeben Ter xolonialtvaren-Hanbel würde sich ein ganz beonberes Ver dienst um die Volkspersorgung erwerben, wenn er auf diese Weise mit dazu beitrüge, die Teuerung in erträglichen Grenzen zu halten.

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Höhere Töchter" als Derkäuferitinen.

In ihrem amtlichen Organe hat vor kurzem die Halb erst äd ter $ a n b c l ö l a in in c r cs als durchaus wünschenswert hingeitellt, daß sich junge Mädchen auch aus den besseren Ltanden weil mehr als bisher dem Berlaufe- rinncnjtanbe widmen möchten. Wenn man auch in gewissen tzandlungSgehilsenkreiscii, die die weibliche Arbeit im Maup mannsstande bekannt lick) grundsätzlich verwerfen, dieser An­regung nicht sympathisch gcgcnubcrstcht, so ist sie, wie uns derVerband deutscher Waren- und Häuf- Häuser, e. V." schreibt, doch aus verschiedenen Gründen burchauS beachtenswert.

Ter Stand ber Vcrläuferinnen ift, so schreibt brr Verband, weil iich ihm meistens nur junge Mabchcn aus den unteren - landen zuwrndcn, im ganzen leider zurzeit nicht auf der Höhe, worunter naturgemäß auch bic Geschälte leiden, in denen iic tätig sind. Wirb dagegen in den gebildeten Mreisen mit den Vorurieilen, die noch gegen den stand der Verkauicrinncn herrschen, gebrochen, wenden lich mehr als bisher junge Mädchen aus jenen Mreuen die,em star.be zu, so wird -wersellos dessen ganzes Niveau halb gehoben. Tenn auch bic anderen Verlausennnen würden sich bestreben, cs den gebildeteren Kolleginnen möglichst gleich zu tun Und dieser Wetteifer würde dein ganzen Stande, wie auch den G. schäften und dem Publikum nur zum Vorteile g.reichcn 'st keineswegs z u befürchten, baß durch den Zufluß junger Mädchen au6 gebildeten Kreisen bte Löhne und G e - Halter der Verkäuferinnen gedrückt iv e r d e n iu n r» ben. Fm Gegenteil! solche »raste, die durch ihre Er­ziehung und durch das Nkilicu, in dem sie ausgewachsen sind, einen guten Geschmack, gute Umgangsiormcn und größ.re Gewandtheit tm Verkehr von vornherein nutbringen, würden gut bezahlt wer­ben. Auch ber sog.verschämten Vlrnmt" m mandre» besseren Kreisen würbe durch eine weitere Erschließung des Tätigkeitsl.'ldes alS Verkäuferin abgehoffen. Es ist ferner Klbftvmtuiiblidi, das; auch dem bessereit Publikum sehr damit gedient sein wird, mcnii eS beim Einkauf mit gebildeten jungen Tarnen zu tun hat.

sind militärische NachtragSforderuugen für 1911 zu erwarten?

In ber Presse hieß es jüngst, bem Reichstage würben noch int Herbste Nachtragsvoranschtäge zugeh.n, bic Mi tel zum Bau von Augfahrzeugen und erhöhte Mittel für bic

Reue Zcuerbach-Lrinnerungcn.

Ter Verlag von E. A. Seemann in Leimig Derönenilicbt soeben eine hübsche Mappe mit acht wohlgelungcnen farbigen Wiedergaben von Meisterwerken Anselm Feuerbachs, die iichcrUch viele Freunbe finden imrb. Eine wertvolle Ergänzung dieser Marpe bilden bte Erinnerungen an Anselm Feuerbach, die ber Maler 91 u g u ft Wolf in einer Beüage veröffentlicht. Soli, ein Babener von Geburt, der letzt, fast TOiähng, in Venedig an­sässig ist und in weiteren Streuen besonders durch seine Kopien aller Meisterwerke für den Grafen Swack bekannt geworden ist, hatte schon als kleiner Zunge den damals noch jugcnbhdxn Feuer­bach gelegentlich gesehen, dann sich nm ihrem gemein'amen Gönner, dem Grasen Swack, viel über den Stünftlcr unterhalten, und als er Ende ber siebziger Fahre im Palazzo Tolnn in Venedig wohnte, hörte er eines Tages, baß Feuerbach den großen Saal des Palastes gemietet habe, um ein Deckengemälde für die Wiener Akademie zu malen. Allein obwohl ihm der Meister nun fo nahe war, gelang es Wolf doch nicht feine Dekaiintschait zu machen

Feuerbach lebte so zurückgezogen, baß es ganz unmöglich war, sich ihm zu nahem ober^gar ihn zu besuchen Selbst bet Haus­herr des Palastes, der Signor Brufa, wurde höchstens bis zum Korridor eingelassen, wenn es mal etwas Notwendiges zu beivrechen gab. ö-euerbad) ermutigte wahrlich keinen, »ch ihm zu nähern. AIS Wolf eures Abends mit ferner Jamilie tm Garten des Palastes faß, wollte Feuerbach das Haus verlaffen, und obwohl es eigent­lich schicklich gewesen wäre, seine Hausgenossen zu begrüßen, viel­leicht auch ein Wort mit ihnen zu wechseln, io war doch feine Scheu, Menschen zu begegnen, so groß bau er sich an ber Janrilie Wolf vorbeischlich. Ludwig P a) f t n t erzählte damals Wolf eines Tages ärgerlich, er habe gestern bei Bauet den Feuerbach fipen sehen, und als er herzlich von seinem Tische lieh zu ihm icöcii wollte, hätte Feuerbach ruhig gemeint:C bitte, wir können auch von einem Tische zu andern uns hinüber unterhalten."

TtoeaUebem trat Wolf in dieser Zeit ^enerbach naher es geschah auf eine recht drollige Weif, kam da nach Venedig ein Landfchaftsmaler namens X.' ;r, nm dem Feuerbach von Rom her intim und nut dem auch Wolf bekannt war. Ta die beiden oft von Feuerbach gesprochen hatten, bot Lenz eines Tages Wolf an, ihn 3ii dein Meister mitzunehmen. Nach einigen Bedenke-i beschloß Wolf, dasUnternehmen" zu wagen. Len; llovue, die Tür öffnete sich und Feuerbach begrüßte Wolf mit solcher Herz­lichkeit, baß er ihn mit Dankesworten geradezu ubericbüttete . . . er hielt ihn nämlich für einen Mann, der ium einen guten Tischler empfohlen hatte . . Trotz dieses anfänglichen Mißoern^ud- nifses traten sich die büiben .Hcimatgenossen doch so nahe, daß Feuer­bach in lebhafter Weise Wolf sein riesiges Titanenbild zu er^

Naturaloerpflegung der Truppen info'.g' der Teuer uig ver langen würben.

Wie wir aus Berlin hören, trifft dies nicht zu. Mittel zur weiteren Ausgestaltung ber Flugwaffe wirb der Haushalt «ur 1912 forbern, unb die bewilligten Mittel für bic Natural Verpflegung durften trotz ber teuren Preise ausretchen, ivenn es auch schwer fallt, zu bcn bisherigen Preifen Naturalien einzulaufen. Ttc Lieicrungen finb aber zu festen Sätzen vergeben, so baß unter ber Teuerung die Lieferanten leiden, die zu d.n jetzigen Preiscii bei spateren Submissionen nicht mehr liefern können. Spater wird man bic Mittel deshalb erhöhen müssen.

Großadmiral von Koester an Herrn von Tirpitz!

Großadmiral von Koester, der verdiente Leiter des Teuischen Flottenvereius, hat auf einer Versammlung der Kasseler Flottensreunbe Anlaß genommen, an ben S t a a 14 f c l r c t ä r des Reichs marineamt, G r o ß a b m i r a l von ! i r p i tz, sowie an ben Reichskanz- k a n z l e r einen Appell zu richten, ber großen Wider Halls sicher ist. Herr von koestcr hat vor bem kurhessischen Provinzialverband des Teutschcn Flotteuvercins erneut die Ausführung der bekannten Nürnberger Entschließung gefordert, nämlich den Ban von jährlich einem Pan­zerkreuzer mehr ins Auge zu fassen, um so schneller aus die Zahl von zwanzig brauchbaren Panzerkreuzern zu kommen. Auf die vielfacheii Angriffe, die diese Ent­schließung erfahren habe, wolle er zur Klarstellung be­merken, daß das Zlottengcsetz sich lediglich mit den direkten Kriegszwecken bicncnbcn Schiffen bejchaftigte, baß also Schiffe, die in der Liste ber Schul und Spezialschiffc ge­führt werben müßten, wie z. B. Kreuzer, bie im Auf- klärungs- unb AuSlandsdienst keine Verwenbung mehr fin­den lönncu, nicht in ben Rahmen dieses Gesetzes hinein- gehörten, baß es ihm weiter aber ganz unmöglich er- scheine, daß diese so ivohlbegrunbetc und wohlvoroereitete Nürnberger Einschließung, bte sich in jedem Punkt nut dem schon vor drei Fahren aufgestclltcii Flotlcnprogramm des Teutschcn Flotte iwcreius decke, von der Reichsrcgicrung unbeachtet gelassen unb übergangen werben könnle. Mit erlobener Stimme hat Herr von Koester weiter auSgesührt:

Fch möchte von biefer Stelle aus an die ucrantmorihdicit Staatsmänner, vor allem an ben r:taatssclr.tär des Rcichs- im Reiche herrschenden tiefgehenben Besorgnis um bie Unabhängigkeit unserer Nation bei dem Bau- Programm verharren wollen, baS meines Erachtens diese Selb- ständiglcit zu üchcrn iucqI imitaubc ist. mochte au ben Reick-stag, bei schon einmal ut Iriuscher Zei^ unbefugten sremdeir Einspruch burdi bic debattclosc Annahme beS MarmchaushalieS bcamwortcie, bic Mahnung richte», daß er auch jetzt, als etnr keiner letzten Taten, der Tolmctfch des bcutfdKn Volke- fei unb dessen Willen zur Wahrung seiner Selbständigkeit durch die For beruiig der i djj, e 11 c r c n Durchführung des Flotten gesetzes im Sinne der Nüriiberger Eiitschlui ung bekunde. Tas deutsche Volk wird, benen bürten wir gewiß fein, in seiner Mehr zahl einen solchen Beschlus- mit Freuden begrüßen. Denn aud) fernerhin müssen wir ein Volk in Waffen bleiben, wenn wir uns unsere Stellung unter ben Welimad len i.i Ehren wahren unb bic wirlschaillichc Zukunfl unseres Volkes sichern wollen "

Es banbclt sich bei biefer Nürnberger ^nlschließung, wie erinnerlich sein wirb, um bic wal.rlich bescheibeue Forbcrung, bic nur noch als Schulschiffe berwenbbaren Kreuzer ber Henhaklaffe unb bic uralte 1888 auf Stapel gelegteKaiserin Augusta" anstatt in ben sechs Fahren 1912 1917 (n)ie ber Bauplan bcs Flottengcsctzcs oor- l'chreibt in ben nächsten brci Fahren zu bauen; ab 1912 also bis 1914 jährlich einen großen Kreuzer mehr auf Stapel zu legen Ter im Flouengcsetz fcftgelcgtc unb vom Reichstag genehmigtesollbeftanb", welcher, ab­gesehen von ben Linienschiffen, 20 große Kreuzer vor^ schreibt, ist mit bem Marinectat für 1911 offiziell als erfüllt" erklärt worben. Feboch ist biefe Zahl nur auf

bem Papier oorbanben unb iptr machen, ioznsagen, und selbst eiwas vor, wenn mir unter EinreMnuna chrnmrbigrr, zum Teil ober volhg ungevanzerter Krisgsiahrzsuge uns unseresSollbestanbes" von20 großen Kreuzern" er» freuen! Es gibt bock' luabrlidi zu denken, wenn selbst bas blcsiahrigc oiiizielle Weißbuch der brittidifn Admiralität, welche un Verfolg unb zur Begründung ihrer neueren ge­waltigen Flollcnrustungen doch eher Anlaß batte, bic beutsche Manne starker oarzusteuen, als sie tatiachlick» ist, es ablehnt, bie Deutsche Sclbfttäusckmng muzumachcu. und int Gegensatz zu unterem Reickismanneamt Die Zahl un­serer großen Kreuzer auf 14, nicht aber auf 20 angibt.

wieder eine Entführung im Baifait

Konstantinopel, 2<> Sept. Ter grieck, ifche Vizekonsul von Kirkilifse, Der ui Begleitung eines Kawassen sich auf einer FagDpartie befand, wurde am 22. September von Räubern ent führt. Ter Kawasse wurde getötet Ter Vizekonsul wurde gegen Zah­lung von L ö s c g c l b f r e i g c l a ff c n.

85. Versammlung deutscher Naturforscher und Aerztc. u.

Karlsruhe, 26. Sept.

Fu ben fortaefetztei» Vcrhaiidiiingen der einzeln.» VlbteiUingrit tc6 Teul'dicn Natnnorichcr- und A.rzietagcs wrack» in der Ab­teilung für innere Medizin Stabsarzt Tr. Ernst Kuhn ^Mchnzl überYluloiiiolulatunstbcrapic bei L u n g c n t n b c r k u l o j c". Fn der Abteilung für K i n d e r h rn l l u n o e erstattete Professor P r a u - n i tz ^Graz einen Vortrag über die

Sommersterdlichkeit bet Säuglinge

Tie Ergänzung der ailgemeincil Statistik durch bie inbii'ibuah- iurfiibf, die Verhält in sie eines jeden verstorv.-ncn Kindes b.ruck- Üd hgenbe. bat bte Bedeutung der Wohnung für bas Wohl und Wche des Säuglings '.iczeigt, eme Anschauung, bic erst ton vielen Seiten 1,utig bclampit wurde, nunmehr aber all­gemeine Anerkennung finbet, wenn man auch nocki nicht barüber einig ist, ob bic Wohnuiigsverhälinisic, WohnungsUima in erster Linie, direkt oder uitnrclt Die hohe Säugliiigssterblichkeit hervor- fcnngen Tas WohnungSUuna, seine Abhoiigigken vom Klima' des CrteS und bem Bau ber Häuser wirb beimvckien unb hervor-i gel oben, baß bas Wohnungsklima nod» viel zu wenig erforscht, bau es anberchcit» durch zweckmäßige Behandlung der Wohnung >'lung. Schutz vor Bestrahlung- in ausgedehntem Maße günstig beeinflußt werden kann. _ <

Dasselbe Thema vom Standpunkt der Ernädrungsfragcn und der pathologisch-klimschen Fragen aus behandelte Prof Riet -> schel Dresden . Ticwr führte aus: Tie Sommerfkrbhd)fcu ter Säuglinge kommt dadurch zustande, daß zu den vielen Schäb- lichkciten, bte die Säuglnigssterbltchketl bedingen, im Sommer ein neues schädliches Moment hinzntrüt: die Hitze. Tic Sommerhitze kommt für ben Säugling wesentlich als hohe Woh- nungstemperatur in Betracht, nur in anuergcroohnlidxm fVdllrn' tann burd) Bestrahlung bie Hitze schädlich wirken. Iic Wvh- nuugstemperaruren tonnen tu Proleiaricrwohnungen fekbst in ülhltn Sommern sehr heiß hin unb ubrridrrriten oft die Mapimal- außeiilemperamren. Das Problem der Sommcr-Säughngsftcrb- lid/feit liegt also tm wesentlichen in ber Frage: in ioeldxr Weile wirkt bte hohe WohnüngStemperatur am bas Kind? Für eine direkt id)äoiid)c Wtrlung der Hitze aut das Kind spncht der Umstand, daß echte Wärmcstauungeit bei Säuglingen zur Beobach­tung kommen. Ttc mit Krämp'en, Bewußtlo'igkcit, T'hverthcrmie rasch tödlich ocrlauicnbcn Todesfälle int Sommer und echte Warme- ftauungcu ^Hitzschläge' Erbrechen unb Durchfall können völlig schien, hoch werden iic meist beobachtet Es können auch gesunde Kinder, ja selbst Brustkinder, unter diesen Erscheinungen zu Grunde gehen.

Fi» der Abteilung für Chirurgie sprach der bcFannie Krebssorscher Geheimer Hosrat v. Czerny (Hnbelberg, über die Therapie bcs ttrtdseS.

Er erklärte, daß er nicht in der Lage sei, etwas Neues über die Therapie des Krebses zu lieiern Es je. zweifellos, daß es das ficherste fei, den Krebs so früh als möglich zu ruagnoftojicrcn und durch Lveratwn zu heilen. Ticflicgciidc Krebse, bic nicht operabel finb, entziehen sich bet Therapie Wir können in solchen Fällen nichts tun, als bic Schmerzen lindern. Alle Sta-

Hären begann. Allerlei Umstände brachten cs mit sich, baß dcr Besuck» sich nicht wiederholte, dec Titancnsturj wurde beendet, Feuerback» reifte ab, unb daß er später wieder nacy Venedig zurück gekehrt war, das war weder Wolf noch sonst einem fernes Kreises dekanni.Eines Tages am Morgen des 4 Fanuar 1880, um 11 Uhr vormittags, kommt mein Freund, der Maler Reichard, in mein Atelier gelaufen und ruü:Feuerbach i st tot! Eben sagt mit Bankier Beiimcncr, daß er im Hotel Luna gestorben ist." Nachdem mich Reichard wieder vctlasfen hatte, ging ich erregt ins Hotel Luna, um Näheres zu erfahren Ein Kellner führte mich »n fein Zimmer. Fn einem Himmelbett lag Änfelm Feuerbach mit onenen Augen fast w,c lebend. TaS schöne lockige Haar, ein wenig ins Graue spielend, umgab bic edlen Züge Zn seinen Häupien hing eine große Phoiograpbic der Amazon^nichlacht. Fnzivifchcn war das Zlinmermädd?en hinzu getreten unb berichtete mir, he hätte wie gewöhnlich am Morgen Feuer gemacht, ber Herr Professor hätte aber noch geschlafen, unb da labe sie gedacht, er hätte ja gestern abend 'ich noch zwei Flaschen roten Wem aufs Zunmer kommen lassen, die doch fast geleert auf dem Tische standen. Erst als sie um 10 Uhr und dann noch einmal wieder kam, wäre ibt das Geschehene Har geworden."

Dolf schildert dann noch bic Leichenfeier, die zwei Tage später in ber evangelisch-deutschen Kirche stattsand und der neben allen deutschen Künstlern und Kunstfreunden auch fämklichc italienische Maler dcr Stabt beiwohnten Tann wurde Feuerbachs Sarg in bic Gondel getragen, eine zweuc Gonbel führte bic Kranze, unb in dcr brüten nahmen Reichard, ein ihm oerwanbier Mufilct unb Woli Platz las waten bic einzigen, öie bem armen Anfclmo bas Tolcngcleitezuni Babn- h of e g aben. Feuerbachs Mutter übermittelte Wol' fpaitr bie Bitte, ben Nachlatz ihres Sohnes zu ordnen und >ur bic liebet- fenöung bet Habe nach Nürnberg zu Jörgen. Fn Begleitung des deutschen hon "ule betraten Wol' und Reichard »ach Loiung der Siegel das Atelier, das sich in einem Gatten bei San Giorann: Evangdista befand, und bic bciccn Maler blieben ro;c gebannt vollendeten Bilde, bem jetzt in der Berliner Nallonalgalcrie bcsindlichenx o n $ e r V neben Es 'anden sich im Atelier nocki vier fertige, abar von ben Kerlrat'men genommene und achtlos, gdruckt, m bie Ecke geroor'enc, lebensgroß- dekorative Figurenbipier, die urforünglich ben Tüanenstur; iciilid) umgeben sollten, eine große noch underührte Lemwand, gefüllte Siu.un^ r.iarc:», eine Menge von Stonen und bas ein'achste Mobiliar Mil Ausnahme des mcrtlofcn Hausrats r.>.:rbc alles nach Tcui'ch- lanö gcicyickt, und zur Erinnerung ai f i in dcr Frc.nb: Üorbencn .Ncistcr tebi . August Wcl eine noch unbenutzte

Palette und bas weiße (Hcnxinb, mit bem Feuerbach bas Modell seiner Fphigenie bcapiert batte,

Tas unsichtbare Luftschiff Ein eigen­artigesverbessertes Lustschtss" hat sich ein Ersinder, Baron Abam Roen ne, für Englanb patentieren lassen: ein' Lustschiff, bas in einer Entfernung von etwa 1U00 Meter. unsichtbar sein wirb Tie Hülle bteses verbesserten Luft­schiffes fall aus EhromiNium bergeftellt werben, einem Metall von so glanzenber Lberslachc, baß eS Dblhg bie! gleichen Eigenschaften hat wie cm Spiegel. Ta bas Metall stets bic Farbe seiner Umgebung reflektieren wirb, hell ober bunlel, ganz ber Atmosphäre sich anpassend, so nnrb bas Luftschiss nicht erkennbar sein. Um zu Perhinbern, baß ber untere Teil bes Lustschifts eine Wiederfpiegelung Der ErDe zeigt, soll ein besonderer «tel angebracht werden. Der über Die ganze Länge Des Schiffes sich hrnziehl und nach unten spttz ^uläuft, io Daß feine Lberslache porhon- Den ift, in Der bie Erbe sich wieberspiegeln könnte. Aber ber Ersinbcr will sein Luftichiff nicht nur unsichtbar, son- bern auch unhörbar machen, unb er sinnt jetzt auf Ver- besserungen, burd) bic fein unsichtbares Schilf auch zu einem geräuschlos megenben wirb. - Schön: unsichtbar unhörbar Pielleicbt auch unfahrbar.

Kurze Nachrichten a u 8 Kunst unb W i ssen- schakk. Eine Gcsami-Ausgabe der Werfe Ernst o o >i Wiloen- bruchs, bie Proleß'or Tr. Berthold Liymanii berausgili, dc'indct sich im Grotc'sche» Verlag, Berlin, m Vorbereitung. T,c eisten drei Väiide foilen tm Herbst ausgegeben werden. F-n gleichen Verlage werde» um dieselbe Zert ein »euer Roman von Foleph La»'' ,Lox aeterna- »nd eme Erzählung aus dein cee»m»»5lebe» von Gustav ÄreiifienScr Umerg^ug der Anna Hollman»' ericheinei:. Jn 3 Henau (Bade - starb am 2-3. ccpleml tt dcr Aillestainemler, ord. Pro'eüor an der Ibiioerfuai GreilSwald Geh. Ronüitonalrat Tr. lheol. Samuel C e uli im Alter von 65 Fahren Fn Straßburg u Elf. ist am ns. d. Dl. der vrev'" or in ter dortige» phckcwt Fakultät, Tr. Wilhelm Eloetta im Alter vo» 53 Zahrcn gestcrW.^ Tie Ersmufsühru.ig desRoienkavultlersim Koninglichen Lpernhaus in Berlin in ent gültig auf c? : 'moci

icrgcetzl n-orbm. Ty Siadtrerordn-ien von Tu iiclborf b<ic :offen, 1912 1 inc : ba i . usstctlung ju x. -- kanuühva. Die aud) et. h^gicrn .: Einrichtungen umfaßen soll.