einmalige Ga be
Zlusland.
Aus Wien hrirb gemeldet: Kaiser Franz Josef, der MN Montag mehrere besondere Audienzen erteilte, unternahm mittags einen Spaziergang im Schönbrunner Kammergarten und und wohnte am Abend einer Wohltätigkeitsvorstellung im Schönbrunner Schloßthoater bei, wo ihm das Publikum lebhafte Ovationen darbrachte.
Wie aus, Monaco gemeldet wird, erzielten bei den auf Grund der neuen Verfassung vorgenommenen Wahlen zum Nationalrat und Gemeindevertretern die Urheber der gegen diese Verfassung'gerichteten Bewegung die Mehrheit, unter den Gewählten befindet sich auch der Erbprinz Louis.
Das Ungarische Korr.-Bureau meldet aus L>er mannstadt: Die Enthüllung der Gedenktafel für P e t o e f i, die die Gemeinde Hermannstadt gestiftet hat, gestaltete sich zu einer V e r- b rü d eru n g s f ei er zwischen Ungarn und Sachsen. Die Kränze der sächsischen Mittelschulen wurden von Gyrnnasial- direktor Alberich mit einer schwungvollen patriotischen Rede nieder- gelegt. 93ei, der Festtafel feierte Bischof T e u t s ch das Einver- nehmen zwischen Ungarn und Sachsen, das sich in gemeinsamer Kulturarbeit zeige. Reichstagsabgeordneter Farkas drückte die Anerkennung Ungarns für das Bildungsbestreben und die Kultur- anstallen Sachsens aus. Reichstagsabgeordneter Schuller feierte gleichfalls die Eintracht zwischen Ungarn und Sachsen,
Gießen 200 Mark, Oberhessischer Geschichtsverein in Gießen 300 Mark, Zur Beschaffung warmen Frühstücks für arme Kinder der Stadtschulen in Gießen 300 Mark, Kreisrinderzuchtverein in Gießen 100 Mark, Kreisziegenzuchtverein 100 Mark. G. Als einmalige Gabe 1000 Mark, dem Alicefrauen- verein für die Haushaltungsschule mit Seminar für Hauswirtschaftslehrerinnen. Es wurden ferner bewilligt: 950 Mark
Aus KtaSt und Land.
Gießen, 25. April 1911.
* * Lehrerpersonalien. Uebertraqen wurde den, Lehrer Anton Atay zu Elsheim, unter Zurücknabme des Dekrets für Zornheim, eine Lehrerstelle an der Gemeinde- schule zu Appenheim.
* * Ernannt wurde der Johs. Fehl aus Freiensteinau zum Schreibgehilfen bei dein Finanzamt Darmstadt I.
’* Eine Sitzung des Provinzlal-AuSschusses findet am Samstag den 29. April, vormittags 9 Uhr, mit folgender Tagesordniing statt: 1. NekiirS gegen einen Polizeibefehl Gcoßh. Kreisamts Gießen bezüglich des Hof- glits Utphe. 2. Geiiielnderatswaht zu Ober- Erlenbach. 3. Klage des Ortsarmenverbandes Gießen gegen den Ortsarmenverband Griedel wegen Unterstützung des 9(. Schaum.
** Hauptversammlung der Bezirkssparkasse Gießen. Direktor Döring teilte nach Eröffnung der Sitzung mit, daß diesmal der Verlust zweier Geineindiwertreter zu beklagen ist, nämlich des Kommerzienrats Hepligenstaedt und des Gemeindeeinnehmers Seipp-Lollar. Ersterer gehörte lange Jahre dem Aufsichtsrat an. Der Vorsitzende wiomece beiden einen warmen Nachruf. Weiter ist abgegangen Bürgermeister Balser-Albach, an seine Stelle wurde sein Sohn zum Bürgermeister und Gemeindevertreter dec Befirl'sspariasse gewählt. Die Anwesenheitsliste ergibt, daß die Smdt Gießen mit 24 Stimmen und die Landgemeinden mit 40 Stimmen vertreten sind. Der Vorsitzende gab dann eine Uebersicht der Geschäftstätigkeit 1910 und legte die Rechnung von 1910 zur Einsicht vor, ebenso Bilanz, Gewinn- und Verlustberechnung und den Rechenschaftsbericht von 1910. Nach dem Verzeichnis über die vom Vorstand und Aufsichtsrat beantragten Unterstützungen wurden im ganzen 24 509 Mk. bewilligt. Zu diesem Punkte sprechen noch die Herren Schwalm- Lollar, Schulte-Großen-Linden, Romps-Langgöns, Mecum-Gießen. Die Versammlung gibt zu diesen Bewilligungen ihre Genehmigung. Unterstützungen aus dem Reingewinn wurden bewilligt: A. Für Krankenanstalten, Krankenpflege usw. 10030 Mk., davon erhalten u. a. Allg. Verein für Armen- und Krankenpflege in Gießen 1200 Mk., Verein für Krankenpflege daselbst 600 Mk., Milchlüche und Säuglingsheim daselbst 2100 Mk., Freiwillige Sanitätskolonne daselbst 100 Mk., Dekanatskrankenpflege des Dekanats Gießen 2100 Mk., Diakonissenstationen, Alten-Buseck 200 Mark, Beuern 200 Mk., Großen-Buseck 300 Mk., Großen-Linden 300 Mk., Heuchelheim 300 Mk., Klein-Linden 450 Mk., Leihgestern 50 Mk., Lollar 250 Mk., Rödgen 150 Mk., Steinbach 100 Mk., Watzenborn-Steinberg 100 Mk., Wieseck 200 Mk., Elisabethenstift in Darmstadt 200 Mk., Kinderheilanstalt Elisabeth- Haus in Bad-Nauheim 400 Mk., Anstalt für Epileptiker in Nieder- Rcrmstadt 200 Mk. B. Für Kleinkinderschulen 5100 Mk., Gießen, Bewahranstalt 1200 Mk., Elisabethschule 600 Mk., Allen- dorf a. d. Lumda 200 Mk., Alten-Buseck 250 Mk., Beuern 150 Mk., Burkhardsfelden 250 Mk., Dau bring en 200 Mk., Großen-Linden 250 Mk., Heuchelheim 250 Mk., Klein-Linden 350 Mk., Lang- Göns 200 Mk., Leihgestern 250 Mk., Lollar 250 Mk., Rödgen 200 Mk., Wieseck (zur Gründung) 500 Mk. C. Für Rettungshäuser und sonstige Anstalten 1550 Mk., Ret- tungshaus zu Arnsburg 100 Mk., Erziehungs- und Besserungsanstalt in Grafenhausen 100 Mk., Arbeiter-Kolonie Neu-Ulrichstein 200 Mk., Herberge zur Heimat in Gießen 400 Mk., Verein gegen Bettelei in Gießen 100 Mk., Nettungshäuserverband für Hessen und Hessen-Nassau 300 Mark, Tierschutzverein-Gießen 100 Mark, Sonntagsverein für Mädchen in Gießen 150 Mark, Verein „Wartburg in Gießen" 100 Mark. D. FürLehran st alten 4380 Mk. Kaufmännischer Verein in Gießen 800 Mark, Ortsgewerbeverein Lollar 1000 Mark, Aliceverein für Frauenbildung in Gießen 500 Mark, Haushaltungsschule desselben Vereins 500 Mark, Gießener Lesehalle-Verein 1000 Mark, für das Fröbel-Seminar in Gießen 200 Mark. E. Für Volks- und Jugendbibliotheken 760 Mark. 28 Orte des Kreises erhielten Beträge von 10—50 Mark. F. Sonstige Vereine 1520 Mark. Mathilden- stiftung für Oberhessen in Gießen 200 Mark, Lutherstiftung in
Deutsches Reich.
Die „Braunschweigischen Anzeigen" melden: Staatsminister v. Otto tritt am 1. Mai d. I.' in den Ruhestand. An seiner Stelle wurde der bisherige Minister des Innern, Hart- wieg, zum Staatsminister ernannt. Das Ministerium des Innern übernimmt der bisherige Präsident des Verwaltungsgerichtshofes Rad kau, dem der Titel eines Ministers verliehen wurde.
Die württembergischen Staatsbahn en nahmen im Verwaltungsjahr 1910/11 77 192 000 Mark ein, das bedeutet ein Mehr von 4 151 476 Mart gegen das Vorjahr.
In der Na ch Wahl imviertenBerlinerLandtags- wahlkreis wurden am Montag insgesamt 275 bürgerliche und 215 sozialdemokratische Wahlmänner gewählt. Die Sozialdemokraten gewannen in der zweiten Abteilung 16, in der driMri 5 Wahlmännerstimmen. Der freisinnig eKandidatKr ei t- l i n g wird demnach mit einer Mehrheit von etwa 50 Stimmen gewählt.
Aus Newhork wird gemeldet: In Gegenwart der Vertreter der Stadt, des deutschen Generalkonsulats und von einer nach Tausenden zählenden Menschenmenge fand am Sonntag unter den Auspizien der Vereinigten deutschen Gesellschaften in den Parkanlagen des Rathauses die Pflanzung zweier deutscher Eichen zur Erinnerung an den deutschen Vizegouverneur Leisler statt. Schuldirektor Walter- Frankfuri a. M. übergab die Eichen im Namen der Stadt Frankfurt a. M., der Geburtsstadt Leislers. Die Vertreter Newyorks und andere Redner feierten Leisler als Vorkämpfer demokratischer Prinzipien in Amerika. Professor Learned von der Uniüerfität Pennsylvanien erklärte, Deutschland sei für Amerika das kulturelle Vaterland.
Wie der „Sun" aus Washington meldet, ist der dortige Bertteter im Weißen Hause zu der Erklärung ermächtigt worden, daß Präsident Taft Feinen Brief an den Botschafter- Hill geschrieben habe, in dem er diesen aufgefordert habe, ab- jiibanfen, um die Ernennung eines politischen Freundes zu ermöglichen.
zur Prämiierung von Dienstboten, 350 Mark zur Prämiierung von Sparern, 1125 Mark zur Unterbringung skrophutöser Kinder in Bad-Nauheim. Der Voranschlag über die Lerwaltungskosten 1912 wird genehmigt. Ms Mitglied des Aufsichtsrats wird Louis Petri II.-Gießen an Stelle des Kommerzienrats Heyligenstaedt durch Zuruf gewählt.
* * Dienstjubi 1 äum. Frl. Minna Reh bei Frau Schulinspektor Gutberlet (Dammstraße 36) feiert morgen (Mittwoch) ihr 25jähriges Dienstjubiläum.
* * Sind die Wach- und Schließgesellschaften existenzberechtigt oder nicht? Von der hiesigen Wach- und Schließgesellschaft wird uns geschrieben: Diese Frage wurde vor ungefähr zehn Jahren, als die Einrichtung frisch ins Leben gerufen wurde, lebhaft erörtert. Selbstverständlich gab es wie gaite noch, aifh damals Leute, die diese Frage mit den Worten: „Bis jetzt war es nicht nötig, es ist früher gegangen, und so wird es auch weiter gehen," glattweg verneinten. Nun ist es ja ganz richtig, es kann sich jeder ausreichend vor Verlust durch Feuer oder Diebstahl versichern. Die Versicherungen bezahlen aber die durch Feuersbrunst usw. vernichteten oder gar zum Stillstand gebrachten geschäftlichen Verbindlichkeiten nicht. Und bei Diebstählen wie bei den Feuersbrünsten kommen auch leicht Menschenleben in Gefahr, die Gefahr wird durch keine Versicherrmg abgewendet, wohl aber durch die Wach- und Schließgesellschaftan. Man braucht nur die Tageszeitungen durchzulesen, wenn man sich ein richtiges Bild von dem machen will, was heutzutage alles passiert. Tatsächlich leben wir in sehr ernsten Zeiten, der Kamps ums Dasein wird in allen Berufen schwieriger, die Delikte aller Art häufen sich infolgedessen und der Wächter wird immer nötiger. Heutzutage muß man für eine Sicherheit das Beruhigungsopfer bringen. Wer in solchen Tagen sagen kann: „Ach was, die Bewachung ist unnötig," dem ist einfach nicht zu helfen. Jede Neu- erscheimmg aber hat einen gewaltigen Gegner zu bekämpfen: das Mißtrauen. Wenn man jedoch die ernsten Männer mit ihren Schlüsselbunden und Hunden bei Wind und Unwetter des Abends um 10 Uhr die Runde antreten sieht, bann hat man unbedingt das Gefühl, daß man sich auf sie verlassen kann. Die Wach- und Schließgesellschaften, sofern sie gut geleitet sind, füllen also wirklich eine Lücke aus und es steht außer Zweifel, daß sie allmählich unentbehrlich werden. Schon jetzt pflegt man von ihnen und chren
Transport wurde unterwegs von einer starken Bande angehalten. Tie Begleitung wurde entwaffnet und ein Soldat getötet. Die Bande erbeutete einen größeren Teil des Transportes. Bei Delvinon stieß eine dreißig Mann starke Ar- nautenbande mit Regierungstruppen zusammen: zehn Arnauten und drei Soldaten sind gefallen. .Beide Seiten hatten mehrere Verwundete.
Arabische Seeräuber.
Hodeidah, 24. April. Araber plünderten zwei Fahrzeuge in den Häfen von El Wessin und El Birk im Roten Meer, die mit Proviant für die Besatzungen in Assyr beladen waren. Ein türkischer Offizier und sechs Soldaten wurden mitsamt den Fahrzeugen gefangen genommen und ins Innere des Landes gebracht. Sechs ottomanische Kanonenboote wurden ausgeschickt, um die verloren gegangenen Fahrzeuge wieder zu erlangen mit dem gleichzeitigen Befehl, die Häfen zu bombardieren und die Städte zu zerstören.
Aus dem marokkanischen Ausstandrgebiet.
Dor Fez nichts Neues, das ist auch heute der Hauptinhalt ber letzten Meldungen. Der Hauptschlag scheint nach Eintreffen der Verstärkungen geführt werden zu sollen:
Tanger, 24. April. Aus Fez wird unterm 17. April gemeldet: Die Stadt ist ruhig und die Lage unverändert. Die Med Gamad verlangten als Lohn für ihre Unterwerfung die Absetzung ihres Kaids Bagdad i. Der Maghsen sagte die Erfüllung ihrer Forderung zu in der Hoffnung, daß sie sich unterwerfen.
Aus Rabat wird über Tanger vom 23. April gemeldet, Goumiers aus dem 'Schaujagebiet hätten am 17.April das rechte Ufer Burearegs besetzt, wo die Basis für die Konzentration sein soll. Die im Schaujagebiet gebildete leichte Kolonne steht in Buznika bereit. Die Meldungen des Hauptmanns Moreaux vom 21. April klingen wenig beruhigend. Der Konsularagent Boisset befindet sich mit einer Proviantkolonne bei Sukelarba. Sita- jebscherkaui wird versuchen, diese bis zur Kolonne Brärnonds weiterzuleiten.
Algier, 24. April. Der Damp f er „M o ulou g a" ist mit 1000 Mann an Bord nach Casablanca ab gegangen.
Die öffentliche Meinung in Frankreich.
Paris, 24. April. Die meisten Blätter billigen die von ber Regierung bezüglich des Marsches nach Fez beschlossenen Maßnahmen. Die „San t er n e" schreibt:
Wir, die wir seit 6 Jahren unaufhörlich mit aller Kraft die Eroberungs- und Abenteuer-Politik bekämpft haben, die wir noch immer beklagen, daß Frankreich seine Hand in das marokkanische Wespennest hineingesteckt hat, wir müssen zugeben, daß die Regierung durch die von ihr getroffenen Verfügungen eine unabweisbare Pflicht erfüllte.
Die „Slurote" sagt:
Selbst wenn die Kolonne Brsrnvnds einen neuen Erfolg davontragen sollte, dürfen wir die Hände nicht in den Schoß legen. Es handelt sich um die Sicherheit der in Fez eingeschlossenen Europäer und um die Würde Frankreichs.
Der „Evenement" erklärt:
Wenn das Parlament zusammen wäre, würde eS zweifellos mit großer Mehrheit den Beschlüssen des Ministeriums seine Zustimmung erteilen.
Jaurös setzt heute in der „Humani16" seine heftigen Angriffe gegen die Marokkopolitik fort, indem er unter anderem sagt:
Die marokkanische Bande und ihr Vertreter, der Gesandte Regncmld, können sich rühmen, daß sie es mit einer schwachen und verblendeten Regierung, mit einem Lande ohne Vorausblick und ohne Widerstaudskrast zu tun haben. Ihre schlimmsten Ränke, ihre verbrecherischsten Pläne gelingen, und sie haben es zuwege gebracht, daß die niedrigste Politik die Politik Frankreichs ist.
Eine englische Mahnung zur Vorficht.
London, 24. April. „Westminster Gazette" spricht die Ueberzeugung aus, daß die französische Regierung keine milttärische Okkupation Marokkos beabsichtige, erstens, weil diese internationale Verwicklungen herbeiführen würde, zweitens, wegen der inneren Schwierigkeiten, die oieser Operation entgegenstehen. Das Blatt fährt fort:
„Wir hoffen, daß die französische Regierung bedachtsam handeln Und soweit als möglich sich darauf beschränken wird, den eingeborenen Truppen französische Offiziere $u geben. Wir hoffen ferner, daß sie internationale Empfindlichkeiten schonen und ihre Nachbarn von jedem Schritt, den sie zu tun beabsichtigt, genau unterrichten wird. Die deutsche Regierung kann nicht gut Einspruch gegen die Maßregeln erheben, die für die Sicherheit der französischen Mission und der Europäer in Fez notwendig sind, aber sie wird sicher fordern, daß der Algeeiras-Vertrag in dem Geist ber Buchstaben eingehalten wird, und darin ist sie natürlich völlig in ihrem Recht."
Leistungen mit Achtung zu sprechen und je mehr sie in den bisherigen Leistungen ausharren, um so mehr wirr) sich die An° eriemrung und auch die Dankbarkeit des Publikums steigern Auch das „Gießener Wach- und Schließ-Institut" hat sich auf seinem Gebiete zweifelsohne hervorragend gewährt. Ter jetzige Inhaber des Instituts hat die Bezirke verkleinert, seine Wächter vermehrt, letztere mit Polizeihunden versehen und seinen Abonnenten eine so sichere Bewachung geschaffen, wie sie in wenigen Groß- städten zu finden ist. Das Institut darf 'heute als erftHaffigeS nützliches Sicherheits-Institut betrachtet werden. 9hm ist es Sache des Publikums, das hilfsbereite und notwendige Jnstttut zu uuier- stützen. Mit der Vermehrung der Abonnenten steigt die Möglichkeit, das Personal und damit die Sicherheit zu erhöhen, obgleich kein Anlaß zur Klage vorliegt. Tie geringe Ausgabe sollte fein Hausbesitzer scheuen, ebenso tonnten die Inhaber der Parterrewohnungen unter Beteiligung ber übrigen Einwohner Abonnenten werden.
Kreis Büdingen.
Büdingen, 24. April. (Schöffengerichtssitzung.) Die H. D. II. Ehefrau geb. G. in Orleshausen wird wegen Bedrohung zu einer Geldstrafe von drei Mark verurteilt. — Die Maurer H. und W. St., beide von Lorbach, werden wegen gemeinsamer vorsätzlick^er Körperverletzung unter Annahme mildernder Umstände zu einer Geldstrafe von je 10 M k. verurteilt. — Ter Landwirt O. H., der Geometergeh. F. B. K., der Maurer W. G. und der Maurer B. G. sämtlich von Bindsachsen haben gegen die wegen Ruhestörung gegen sie erlassene Strafbefehle Einspruch eingelegt. In der heutigen Hauptverhandlung wurden die Angeklagten der Uebertretung für schuldig erkannt und F. B. K., W. G. und B. G. je zu einer Geldstrafe von 5 9Nk. und der O. H. zu 3 Mk. verurteilt. — Der Kellner H. C. aus Lühe, ohne festen Wohnsitz, z. Zt. hier in Untersuchungshaft, wird wegen Bettelns zu einer Haftstrase von drei Wochen verurteilt. — In der Privatklage der M. L. von Wolf gegen die Witwe I. Z. und Ehefrau K. N. wegen Beleidigung wurde neuer Termin auf den 15. Mai 1911 angesetzt. — Die Privatklage des Wirts und Metzgermeisters B. W. III. von Büdingen gegen die O. L Ehefrau geb. Schm, in Ranstadt wegen Beleidigung wurde durch Vergleich erledigt.
• Bleichenbach, 24. April. Der hiesige 70 jährige Bürger Johannes Dönges V. wollte fernen beiden im Hof stehenden Pferden die Neste seines Vesperbrotes geben. Kaum kam er in die Nähe der Pferde, schlug das eine Tier aus und traf den alten Mann im Gesicht derart, daß das Gehirn ausfloß. Der jähe Tod des beliebten Bürgers erweckt ungemeine Teilnahme.
----- Diebach a. Haag, 24. April. Die Büdinger Gendarmerie verhaftete hier den Schneider B. M. aufl Oberstein a. d. N. wegen ZechbetrugS. Der Verhaftete gestand dann weiter zu, der Firma Diß u. Co. in Diedenhofen, bei der er in Arbeit gestanden hatte, 3 20 Mk. unterfchlagen zu haben. Mit diesem (Selbe hatte er vom 6. April an eine Vergnügungstour nach Luxemburg, Köln, Mainz und Frankfurt a. M. gemacht und alles verjubelt. Er wurde vom Amtsgericht Büdingen in Untersuchungshaft genommen.
Kreis Friedberg.
m. Friedberg, 24. April. In der letzten Sitzung der Stadtverordneten verursachte eine Mitteilung des Bürgermeisters Stahl lebhaftes Aufsehen. Als ber Stadtverordnete Langsdorf wegen eines Beschlusses der Versammlung über die Bereitstellung von Baugelände erinnerte, erklärte der Bürgermeister, der von ihm ausgearbeitete Ortsbauplan für die Gebend am neuen Bahnhof, der durch das Kreisamt dem Ministerium zur Genehmigung übersandt wurde, habe deutliche Spuren gezeigt, daß an ihm unterwegs von dritter Seite herumhantiert worden sei. Es seien sogar Veränderungen daran borgen.immen worden. Die Art der Veränderungen lasse auf bie Urheber bezw. deren Auftraggeber schließen. Sre seien nur unter den Grundstücksspekulanten zu suchen, die in der Geoend begütert sind. Er habe deshalb ein Schreiben an das Ministerium gerichtet, daß er nur dann noch weiter der gesetzlichen Vorschrift genügen könne, wenn er die Garantie habe, daß [eine Pläne nicht in die Hände Unberufener gelangen. Die Beschwerde des Bürgermeisters wurde von den Stadtverordneten einstimmig gebilligt.
Starkenburg und Rheinhessen.
— Darmsta dt, 24. April. Ein gefährlicher Betrüger und Schwindler wurde auf Veranlassung ber Staatsanwaltschaft hier in ber Person des 37 Jahre alten Agenten, ber sich auch Kaufmann und Reisender nennt, Josef Kahn, in der Nähe von Kassel zu Hause ist und hier feine Wohnung hat, verhaftet. K. war vor einigen Wochen loegen verschiedener Betrügereien, die er in Frankfurt a. M. begangen hat, dort feftgenonimen, aber gegen Kaution wieder entlassen worden. Nun hat sich aber, n. d. ,Tägl. Anz.*, durch die fortgesetzte Untersuchung herauSgestellt, daß K. bringend verdächtig ist, noch andere Schwindeleien begangen zu haben.
m. Offenbach, 25. April. Der seit Jahren betriebene Plan, Offenbach mit Isenburg, Sprendlingen und Langen, die zusammen 24 000 Einwohner zählen, durch eine elektrische Bahn zu verbinden. Tas Allgemeine Elektrizitätswerk in Berlin will nunmehr das Projekt unter Forifülwung der Bahn bis Arheilgen bezw. Darmstadt ausführen, wenn die drei Gemeinden 60 000 Zuschuß leisten. Die ganze Linie würde 2 Millionen Mk. kosten.
ch. Btngen, 24. April. Nachdem der städttsche Voranschlag für 1911 zum großen Teile Annahme gefunden hatte, stellte sich heraus, daß die Erhöhung der Au^i- schlagziffer der Gemeindesteuern von 120 auf 135 Prozent nötig fein würde. ES entwickelte sich eine lange Aussprache und schließlich wurde der Voranschlag in der Gestalt, in ber er sich nach der Sonderberatung darstellte, in einer ®efamfl> abftimmung abgelehnt. Es bleibt nun einer zweites Lesung vorbehalten, den Voranschlag nochmals durchzuberaten
Hessen-Nassau.
[] Marburg, 24. April. Eine der reichhaltigstei Altertüme r-Sam mlungen ist die des Hessische, GeschichtSvereinS im hiesigen Landgrafenfchloffe. Di Altertümer sind seit einiger Zelt geordnet in den große, Erdgeschoßräumen deS OstbaueS des SchloffeS untergebrachi und können täglich besichtigt werden.
□ Kirchhain, 24. April. Im Walde bei Langensteir wurde ein Mann namens Sack aus EmSdors beim Wildern, ertappt und nach heftiger Gegenwehr festgenommen.
w. Frankfurt a. M., 24. April. In der Krunach- straße 12 hat sich eine 3 0jährige Ehefrau mit ihrem neun Wochen alten Kino infolge nervöser Ueberreizung und der Besorgnis, daß ihr Kind krank sei, in der Badewanne ertränkt.
W. Wiesbaden, 24. April. Von einem in der Beausite stehenden leeren Straßenbahn zu ae löste sich gestern abend nach 10 Uhr die Bremse und oer Zug sauste führerlos das abschüssige Nerotal entlang bis zur Wilhelmstraße, eine der belebtesten Straßen. Während oer Motorwagen umkippte und zertrümmerte, fuhr der Anhängewagen auf das Trottoir der Wilhelmstraße, brach dort mehrere Bäume um und kappte eine Laterne. Merkwürdigerweise wurde bei dem Vorgang niemand verletzt, da der Straßenbahnzug auf dem rechten Meiss fuhr.


