KLer 47 987 in Oberhessen ititÖ 50138 in Rheinhessen zur Vermögenssteuer veranlagt sind.
9 Finanzämter weisen einen allerdings durchweg geringfügigen Rückgang in der Zahl der Vermögenssteuerpflichtigen auf; von den übrigen Finanzämtern hat Worms I den größten Zugang mit einem Mehr von 164 Pflichtigen zu verzeichnen. Dementsprechend ist auch unter den Städten des Landes die größte Zunahme in Worms eingetretcn, in welcher 157 Personen mehr als im Vorjahr zur Vermögenssteuer veranlagt sind. Im übrigen hat sich auch in 2 Städten, nämlich in Friedberg und Bingen, die Zahl der vermögensslcuerpslichtigen Personen gegenüber dem Vorjahr vermindert, während sie in der Stadt Alzey mit 1062 Pflichtigen die gleiche wie im Vorjahr geblieben ist.
Tic gesamte durch die .Hauptveranlagung für 1911 festgesetzte Staatsstcuer 'Einkommensteuer und Vermögenssteuer) beläuft sich auf 17 925 715,24 Mk., was gegenüber dem Vorjahr ein Mehr von 372 773,25 Mk. oder eine Zunahme Um 2,12 Proz. bedeutet. Dabei bringt Starkenburg insgesamt 7 979196,02 Mk. oder 289 756,35 Mk. mehr als int Vorjahr, Ober Hessen insgesamt 3 583 416,21 Mk. oder 86 025,06 Mk. mehr und Rhein- Hessen insgesanit 6363 103,01'Mk. oder 3008,16 Mk. weniger als im Vorjahr. .
Entsprechend dem Rückgang ihrer Einkommen- und Vermögenssteuer bringen 7 Finanzämter, nämlich Beerfelden, Bingen, Homberg, Mainz III, Ober-Ingelheim, Osthofen und Wörrstadt weniger Gesamtsteucr als int Vorjahr. Der Rückgang schwankt dabei für diese Finanzämter zwischen einem Weniger von 1317,15 Mk. und einem solchen von 8556,15 Mk. oder von 0,44 Proz. und 3,2 Proz. und kann somit keineswegs als unbedeutend bezeichnet werden.
Auch die Städte Mainz und Bingen bringen ttach ihren Ergebnissen der Einkommen- und Vermögenssteuerveranlagung für 1911 ein Weniger au Gesamtsteuer gegenüber dem Vorjahr, und zwar beläuft sich dieses Weniger für Vlainz auf 7305,73 Mk. Steuer (=-- 0,27 Proz.) und für Bingen auf 3137,04 Mk. (= 1k3 Proz.). Unter den übrigen 8 Städten des Latches hat dagegen b?n absolut größten Zuwachs Offenbach aufzuweiten, das im Jahr 1911 insgesamt 104 087,84 Mk. mehr Steuer als im Vorjo.hr erbringt, hiermit übertrifft sie weitaus die übrigen Städte; so bringt z. B. das an zweiter Stelle stehende Bensheim, das in relativer Beziehung mit einem Mehr von 6,98 Proz. die größte Zunahme zu verzeichnen hat, gegenüber dem Vorjahr nur ein Mehr von 10 470,54 Mk. Steuer und Darmstadt ein solches von 8381 Mk. (= 0,34 Proz.), während Worms sogar nur ein Mehr von 76,75 Mk. (= 0,007 Proz.) aufzuweisen hat.
Der Kaifer in Stettin.
Stettin, 29. Aua. Heute vormittag begann auf dem ÄtoEotoer Exerzierplatz oiegroßeParadedeszweiten Armeekorps. Ter Kaiser ritt mit den Fürstlichkeiten und der gesamten Suite die beiden Treffen ab und nahm darnach den Frontrapport der Kri e g er v erein e, von denen er einen Teil der Fronten abritt, entgegen. Hierbei svrach der Kaiser zahlreiche Veteranen an. Es war nur ein Vorbeimarsch befohlen. Der Kaiser führte das 2. Grenadierregiment, die Königin von Schweden ihr Regiment. Großen Jubel erregte es, als das Kürassierregiment Königin mit der Kaiserin an der Spitze anrückte, hinter welcher der Kronprinz folgte. Der König von Schweden führte die Terfflinger-Grenadiere zu Pferde. Nach der Parade hielt der Kaiser Kritik ab und nahm militärische Meldungen entgegen. Nachdem der Kaiser die Front der Sani- tätskolonncn abgeritten hatte, setzte er sich an die Spitze der Fahnenkompagnie des Grenaoierregiments Nr. 2 und der Standarten-Eskadron des Grcnadierreg^m.mts zu Pferde und führte die Feldzeichen des Armeekorps nach dem Königlichen Schloß nach Stettin zurück. Unterwegs bildeten Truppen, Vereine und Innungen Spalier.
Wie der Kaiser das 2. Armeekorps ehrte.
Stettin, 29. Ang. Heute abend 7 Uhr fand bei dem Kaiserpaar im königlichen Schlosse Tafel für das 2. Armeekorps statt. Ter Kaiser hielt dabei folgenden Trinkspruch: I
Eurer Exzellenz möchte Ich nochmals von ganzem Herzen Meiner Freude als oberster Kriegsherr Ausdruck geben über den hervorragenden Stand, in dem Sie Mir heute das pommersche 2. Armeekorps vorgeführt haben. Es hat voll und ganz den Erwartungen entsprochen, die Ich von dem Korps hegte auf Grund Meiner langjährigen Verbindung mit ihm und Meiner Kenntnis des Verhaltens seiner Truppen. Unter besonderen Auspizien ist die heutige Parade Ihres Korps verlausen: das Korps hat die Ehre gehabt, unter den Augen Ihrer Majestäten des Königs und der Königin von Schweden an dem Denkstein vorbei zu defilieren, den pommersche Sotdatentreue dem großen Kaiser fefetc zur Erinnerung an seine letzte Heerschau aus diesem Felde. Mit Stolz hat das Füsilierregiment Königin Viktoria von Schweden, die Enkelin des großen Kaisers, an seiner Spitze reiten sehen. Und wir wissen alle ganz genau, wie ihr altpreußisches Soldaten herz höher geschlagen hat, wie sie die Fahnen hinter sich rauschen hörte uird die Tambours die Musik dazu schlugen. Das Grenadierregiment zu Pferde hat die Ehre gahabt, hinter seinem Ches zu defilieren, dessen Namenszug es.jetzt für alle Ewigkeit trägt. Ihre Majestät die K a i s e r i n und Königin hatte die Gnade, das ihrem Herzen nahestehende Regiment mit seiner unvergleichlichen Geschichte heute wieder persönlich zu führen uitd Meine Schwiegertochter ihre ^Dragoner. Das sind Ehrenbezeugungen, die das Korps n i ch t v e r g e s s e n möge, und Ich hoffe und wünsche, daß das Korps in derselben Art wie es in der Parade sich gezeigt hat, rm Manöver in feldmäßiger Ausbildung von neuem bestehen wird und daß das Korps stets eingedenk sein möge der Dielen Beziehungen seiner schönen alten Regimenter, deren Geschichte bis in die Anfänge der preußischen Königsgeschichte hinauf- reicht und deren Entwicklung mit derjenigen des Königshauses zusammenfällt. Ich erhebe Mein Glas auf das Wohl des pom- merschen Armeekorps. Das pommersche 2. Armeekorps Hurra! Hurra I Hurra!
Der Abschied des schwedischen KöuigSpaares.
Stettin, 29. Ang. Um 10 Uhr 45 Min. begaben sich der König und die Königin von Schweden nach der Liegeftelle des schwedischen Panzerschiffes „Os- kar II," an der Hakenterrasse. Der Kaiser, bte Kaiserin, sowie sämtliche anwesenden Prinzen und Prinzessinnen gaben den schwedischen Majestäten das Geleite. Die Verabschiedung war überaus herzlich. Nach 11 Uhr verließ das schwedische Panzerschiff den Hafen.
3ur Marottosrage.
Kiderlen-Wachter wieder in Berlin.
29- Aug. Staatssekretär v. Kiderlen- W a ch t er ist heute vormittag in Berlin eingetroffen.
Botschafter Cambon.
Paris, 29. Aug. Der Botschafter C a m b o n, der sich morgen nach Berlin zurückbegibt, wird vor seiner Abreise noch eine^Besprechung mit dem Ministerpräsidenten Caillaux haben, ^m Laufe einer Unterredung, die der Botschafter gestern mit dem Minister de Selbes hatte, erhielt er die Weisungen betreffs der zu Ende dieser Woche in Berlin wieder aufzunehmenden Verhandlungen. Ter „Matin" erklärt gegenüber anderslautenden Meloungen, daß diese Weisungen nicht schriftlich erteilt worden sind.
Müller-Meiningen über die Marokkopolitik.
In einer vom Amtsrichter Dr. Hogfelo in ^altunaen ernberusenen Versammlung, die zur Marottosrage Stelluna nahm, sprach der Reichstagsabgeordnete Dr. Müller-
Meiningen sich sehr scharf gegen die Zurücksetzung Deutschlands aus. Er wandte sich gegen das Flugblatt der Berliner Parteileitung der Sozialdemokratie und erklärte sein Einverständnis mit einer baldigen Einberufung des Reichstags, jedoch erst nach Vorlage eines absolut nötigen Weißbuches. I
Er schloß, wir seien nicht kriegslustig, und es wäre tief beklagenswert, wenn die drei fortgeschrittensten Kulturvölker der Erde aufeinanderschlagen sollten. Aber wenn der Krieg uns auf gezwungen werden sollte, dann werde das deutsche Volk einig seinen Mann stehen.
Darauf wurde, nach der „Nat.-Ztg.", folgende Drahtung an den Reichskanzler als Entschließung einstimmig angenommen:
„Tie in Bad Salzungen zahlreich versammelten patriotisch Gesinnten bitten den verantwortlicknm Leiter der Reichspolitik, die deutschen Interessen in Südwest-Marokko kraftvoll zu wahren."
Ein französisches Manöverbild.
Paris, 29. Aug. Der Berichterstatter des „Temps" meldet über die gegenwärtia bei Verdun stattfindenden Manöver, daß insbesondere oie Leistungen der Militärflieger großen Eindruck gemacht haben. Die Photographien, welche diese heule morgen über Toul aus einer Höhe von 1200 Metern und bei einer Stundengeschwindigkeit von 100 Kilometern ausgenommen hätten, sowie ihre Mitteilungen über die bei Toul getroffenen Maßnahmen riefen bei ihrer Genauigkeit allaemeine Bewunderung hervor. Was die Photographien anlangt, muß man sich fragen, was im Kriegsfälle geschehen würde, wenn eine Armee über die andere solche besitze? Im übrigen, fügt der Berichterstatter hinzu, lasse ich es mir nicht nehmen, daß in diesem Falle Toul eigentlich Metz bedeuten sollte. Bemerkenswert ist auch die Tatsache, daß alle drei Flugzeuge ihren Weisungen zufolge über einen Ballon Hinwegsliegen, welcher infolgedessen oem Manöverthema gemäß als vernichtet angesehen wurde.
Die russisch-japanische Zreundschast.
Petersburg, 2d. Äug. Aus Anlaß des Telegrammwechsels zwischen dem Kaiser von Rußland und dem Kaiser von Japan führt die'amtliche „Rossija" aus:
Alle durch den Krieg bedingten gegenseitigen Ansprüche sind endgültig ausgeglichen und ohne Hilfe eines Schiedsgerichts erledigt. Besondere Schwierigkeiten waren mit der Regelung der Frage der Hospitalschiffe verknüpft, die für die russische Regierung grundsätzlickte Bedeutung hatte und zwar infolge der besonderen Stellung, die das Rote Kreuz in Kriegszeiten einnimmt. Für die japanische Regierung war die Regelung der Frage schwierig, weil die Prisengcrichte die beiden Hospitalschiffe „Angara" und „Drei" als gesetzliche Prisen anerkannt haben. Bei dieser Frage ist insbesondere der Wunsch der beiden Regierungen hervorgetreten, einen entgegenkommenden Ausgleich zu finden. „Angara" wird Rußland ausgeliefert werden und „Örel" für 150000 Pen von Japan erworben werden. Nunmehr, schließt die „Rossija", sind die letzten Streitfragen aus dem Wege geräumt und zwar zu Bedingungen, die nicht nur beide Teile befriedigen, sondern auch ein Zeugnis gegenseitiger Freundschaft geben.
2lud L?e?jen.
-s- Bischofsheim b. Mainz, 28. Aug. Der Wahlkampf für die Landtagsmahl hat begonnen. Es gilt in dem Wahlkreis Bischofsheim-Nüsselsheim um eine Macht- probe zivischen der fortschrittlichen Volkspartei und dec Sozialdemokratie. Die erste Versammlung der »Fortschr. Vp.* fand am 26. Aug. zu Bischofsheim statt. Der Kandidat dieser Partei, Bürgermeister Hünerkopf (Bischofsheim), sprach über das Thema: „Der alte und der neue Landtag". Vor allem protestierte der Redner gegen die neue Wahlkreiseinteilung, die sehr nach Willkür und zum Schaden der fortschrittlichen Volkspartei ausgefallen sei und kritisierte das Verhalten der Nationalliberalen bei dem Zu- standebringen des neuen Wahlgesetzes. Pfarrer Kore 11 (Königstätten) knüpfte Ausführungen an den Satz der hessischen Verfassung an: „Alle Hessen sind vor dem Gesetze gleich". Er bezeichnet diesen Satz als „illusorisch". 2)111 scharfen Worten wies er das Begehren des Zentrums (die Einführung dec Konfessionsschule) zurück und sprach die Hoffnung aus, daß es den liberalen Parteien gelingen möge, die Sunultanschule zu erhalten zum Segen der Kirche und Schule.
Ein „kurzer Abriß der Geschichte und Verfassung des Großherzogtums Hessen" ist im Breslauer Verlag von Ferdinand Hirt erschienen. Tas 16 Seiten starke Büchelchen ist von Prof. K. Henkelmann, Oberlehrer am Gymnasium in Bensheim a. d. B., abgefaßt. Die kurze, präzise Fassung, die doch alles wesentliche enthält, wird beim Gebrauch für manchen seine Vorzüge haben.
Ausland.
Eine neue Abänderung des § 188 der Statuten der kaiserlich-russischen, Familie wird bestimmt, daß fortan kein Großfürst und keine Großfürstin mit Personen, die keinem regierenden oder ftandesherr- l i ch e n Hause angehören, die Ehe eingehe.
Auf dem M a r 11 e tri Ären naymcn oie Hausfrauen eine so d roh ende Haltung gegenüber den Händlern an, daß diese sich genötigt sahen, die Butter- und Eierpreise um ein bedeutendes zu verringern. Aus verschiedenen Orten werden große Straßenkundgeb ungenderHausf rauen gegenüber den teuren Lebensmittelpreisen gemeldet.
Wie in unterrichteten türkischen Kreisen verlautet, erscheinen die englisch-türkischen Verhandlungen bezüglich der letzten Strecke der Bagdad-Bahn und die übrigen damit zusammenhängenden Fragen aussichtslos. Es sei ein Abbruch der Verhandlungen zu befürchten.
(Ein Lebenszeichen von Richter.
Jena, 29. Aug. ^jei oen An gehörigen Richters traf heute nachmittag ein Telegramm von Richter selbst aus Cosana vom 29. August 11.20 Uhr datiert in französischer Sprache ein, mit Edward unterzeichnet. Richter fragt nach dem Aufenthaltsort feiner Fra und erbittet Antwort an die angegebene Adresse nach Saloniki.
2lus Stafct und Land.
Gießen, 30. August 1911.
** Erledigt ist eine eüang. Schul stelle zu.'M etzlos, mit der Kantordienst verbunden ist. Dem Inhaber fann eine Ortszulage verwilligt werden.
** Blüten und Früchte. Einen seltenen Anblick bietet ein Zwergobstbäumchen am Hause Goe'flhestraße 69. Es hat gleichzeitig Früchte und Blüten.
** Der Herbst naht! Tie Natur hat ihr Spät- sommerkleid angezogen, das Heuer mit Herbstsarben durchsetzt ist, und die Tageshelle hat schon merklich abgenommen. Tie Tagesspanne, die zu Johanni (24. Juni . 16 Stunden 37 Minuten betrug und am 1. August noch 15 Stunden
30 Minuten umfaßte, ist zu Ende des Monats auf nur 13 Stunden 40 Minuten gesunken. Mithin beträgt die Differenz der Tageslänge in den 31 Augusttagen schon nahezu 2 Stunden, 1
Landkreis Gießen.
8. Wieseck, 28. Aug. In der heutigen Gemeinde- ratssitzung wurde zur Besetzung der mittleren Kanzlei und Unterbeamtenstellen bei den Kommunalbehörden nsw. mit Militäranwärtern dem Beschlüsse des Kreisausschusses, der dahin lautet, daß der die Rechn er stelle übernehmende Beamte oder Militäranwärter eine Kaution von 10 000 Mark zu stellen habe, vom Gemeinderat einstimmig zugesttmmt. Ferner hatten sich zu der zu besetzenden Stelle einer Krankenpflegerin mehrere gemeldet. Hierzu wird der Bürgermeister beauftragt, einen Kontrakt auszufertigen und sodann mit den betreffenden Personen in Unterhandlung zu treten. Das Schinderhaus auf der Urselum soll, da es überflüssig ist, auf den Abbruch verkauft werben. Zur Herstellung der Brauhausgasse wird der Bürgermeister beauftragt, vorerst das Gemeindeeigentum festzustellen, und sodann mit den Anliegern wegen Tragung eines entsprechenden Kostenanteils zu unterhandeln. Zum Finanzausschuß wurden die Gemeinderäte Luh, Weller und Becker und zum Bauausschuß die Gemeinderäte Völzel, Deibel und Oßwald gewählt. In nicht öffentlicher Sitzung wurden die Kosten zur Verbringung des O. Sch. in eine epileptische Anstalt durch den Gemeinderat genehmigt.
— Leihgestern, 29. Aug. Am Sonntag hielt der Turnverein »Frisch auf* sein Abturnen ab. Nach dem festlichen Umzuge durch die Ortsstraßen begann man auf dem Turnplätze mit Riegenturnen, anschließend Kürturnen. Herr Karl Schmidt, der das Amt als Turnwart schon neun Jahre ununterbrochen mit immer gleichem Interesse bekleidet, hatte alle Anordnungen aufs beste getroffen. Gegen Abend begab man sich nach dein VereinSlokal, wo sich eine Tanz- belustigung anschloß.
f. Lauter, 29. Aug. Die Kirchweih erfuhr heute morgen einen jähen Schluß. Kurz vor 2 Uhr ertönte F e u er- lärm. Es brannte das La gerhauS des Fabrikanten Godosar auf dem Georgenhammer. An eine Rettung des Gebäudes und des Inhalts war nicht zu denken und die Feuerwehr mußte sich auf Sicherung der Hauptgebäude beschränken. Von auswärtigen Feuerwehren war die zu Wetterfeld eingetroffen, kam aber nicht mehr in Tätigkeit.
KreiS Büdingen.
X Nidda, 29. Slug. Die Beerdigung des Rechners Louis Zell gestaltete sich zu einer großartigen Bezeugung von Liebe und Anhänglichkeit an den Verstorbenen. Selten war eine solche Beteiligung Leidtragender hier zu sehen. Pfarrer Werner hielt nach vorausgegangener HauSaudacht auf dem Friedhof die Gedächtnisrede und zeichnete das Bild deS Ent- ichlafcnen in Haus und Amt. Zugleich legte er einen Kranz nieder namens der Kirchen- und Hospitalkasse, Bürgermeister Erk legte einen Kranz nieder namens des Stadtvorstandes und Oberamtsrichtec Roemheld namens der BezirkSsparkasie. Auch der Gesangverein Sängerkranz spendete einen Kranz.
F. C. Bad Salzhausen, 29. Aug. Mitte Seplember wird hier die Grundsteinlegung zu dem ersten deutschen Kaufmanns-Erholungsheim vollzogen werden. Dem Akte wohnen voraussichtlich der Finanzminister Dr. Braun, mehrere Ministerialräte, der Kreisrat des Kreises Büdingen und dec Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Kaufmanns- Erholungsheime, Sitz Wiesbaden, usw. bei.
Ortenberg, 28. Aug. Die hiesigen Backer haben beschlossen, infolge des hohen MilchpreiseS die Brötchen nur noch für 3 Pfennig abzugeben und keine Zugaben mehr zu gewähren. Gleichzeitig ivird das Antasten von Backwaren aus hygienischen Rücksichten verbeten.
Kreis Lauterbach.
n. Rieder-Stoll, 29. Aug. Am Sonntag wurde hier unter Teilnahme zahlreicher Gäste das Lauterbacher D e k a n a t s - G u st a v - A d o l s - F e st gefeiert. Im Nach- mittagsgottesdienste im überfüllten Kirchlein predigte Pfarrer Beller-Wahlen; er legte den Zuhörern die Mitarbeit im Gustav-Adolf-Verein eindringlich ans Herz. Pfarrer Zinn-Herbstein wies sodann nach, wie infolge der Freizügigkeit in Hessen in vielen einst ganz katholischen Dörfern blühende evangelische Gemeinden entstanden sind, die aber zum großen Teil noch auf brüderliche Handreichung angewiesen seien. Nach einer kleinen Pause "begann auf dem schattigen freien Platz an der Kirche die Nachfeier, wobei noch Dekan Schmidt-Schlitz und Pfarrer Höhne-An- gersbach Ansprachen an die große Feftaemeinde hielten. Gustav-Adolf-Feslschriften fanden willige Käufer. Tie Fest- lollekte in Höhe von 74 Ml. wurde geteilt zwischen den Diasporagemeinden Herbstein und Bretzenheim. Erstere erhielt 40 Mk., letztere 34 Mk. Mit herzlichen Dankeswvrten konnte sodann der Ortspfarrer das Fest beschließen.
Kreis Schotten.
A Vom Vogels berg, 29. Aug. Den Anschluß an die projektierte elektrische Zentrale zu Wölfersheim haben nicht nur zahlreiche Orte der Wetterau beschloffen, sondern auch die Gemeinden des Vogelsbergs wollen die Vorteile dieses Kulturfortschrittes nicht entbehren. So haben bis jetzt außer mehreren Dörfern Grünberg, Schotten, Ortenberg, Gedern, Laubach und Hungen den Anschluß an Wölfersheim genehmigt.
Kreis Friedberg.
L. Friedberg, 29. Aug. Die Entlassung am Evang. Prediger-Seminar wird diesen Herbst nach zweijähriger Unterbrechung wieder öffentlich sein. Sie findet um.-18. Sept, statt. 5 Kandidaten werden entlassen, 9 bleiben das 2. Semester in der Anstalt und 11 werden neu eintreten, so daß der Bestand des Seminars 20 Kandidaten fein wird.
Starkenburg und Nheinhessen.
rm. Weiterstadt, 29. Aug. Ein Sittlichkeitsverbrechen wurde heute früh an einem 18 Jahre alten Mädchen verübt, als es in daS Feld gehen wollte. In der Nähe des Gehaborner HofeS im Walde begegnete dem Mädchen ein Radfahrer, anscheinend ein Maurer, dem es »Guten 'Morgen* wünschte. Er kam aus der Richtung von Darmstadt. Der Mann machte einen Umweg und legte sich in einen Graben. Als das Mädchen wieder in seine Nähe kam, übersiel er es, schlug ihm in das Gesicht und riß es nieder. DaS Mädchen wehrte sich mit aller Kraft, doch gelang es dem Burschen, cs zu vergewaltigen. Man fand cs stark verletzt und ohnmächtig. Dec Bursche suchte das Weite. Bisher gelang es nicht, ihn zu erivischen.
Hepen-Nasfau.
) ( Marburg, 29. Aug. Bier Einwohnern aus Eoioe, die mit unendlicher Mühe den fast 30 Zentner schweren sog,


