Ausgabe 
25.1.1911 Erstes Blatt
 
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Die heutige Nummer umsatzt 12 Seiten.

Au; 6rm hessiichen zinanzausschutz.

Verziehen

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torstrasse 17

ttWtp.

Gestalten, gerade, schlicht, unmittelbar aufs Ziel gerichtet, ohne

alle Abschweifungen.

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und erzielte nanicnti .

:i Augenblick des

Ins, als sich

die Hand zum schwur ergeben will, liite tiefe Ergriffenheit. Fräu­lein Scholz, das int letzten Augenblick die Rolle gewechselt hatte

Des Kaisers geharnischte Reiter brausen rasselnd durchs Land, um die Lutherischen wie rolle Hunde über die Grenze zu l)etzen. .Hinter den jagenden Pferden dampft das Feld non Blut, vor ihnen her fliegt die Angst und das Entsetzen. Wo sie hinkommen leeren sich die Häuser, entvölkern sie die Dörfer, denn zwischen CManbc und Heimat bleibt den Bauern die schwere Wahl und sie entscheiden sich mit blutendem Herzen für den Glauben und lassen die Heimat. Auch Christoph Rott, der unhcldische Held des Dramas. Als er das unschuldige Blut der, sterbenden Sand- ücrgcrit auf dem Boden seiner Stube rinnen siebt, da treibt c5 ihn seinen so lange geheim gehaltenen Glaub.'N an dieungeänderte Augsburger Konfession" offen vor dem Reiter des Kaisers zu

kennen.

Der Vermehrung der .Ersten Kammer um drer aus dem wcrktägigen Bolt zu nehmenden Mitglieder gegen- über steht die 'Vermehrung der Mitglieder der Zweiten Kammer, von denen fünf auf die fünf größten Städte ent­fallen, drei auf das Land. Auch hier berührt die rn dem Au-schuß der Ersten Kammer eingenommene -Stellung (S. 14 des Berichtes) sympathisch. Der Ausschuß hat sich danach die gegen die Vermehrung der Abgeordneten er­hobenen finanziellen Bedenken nicht zu eigen gemacht, weil er die Bemessung der Zahl der Abgeordneten tn erster 2hüe als eine Angelegenheit der Zweiten Kammer selbst betrachtet. Ebenso erklärt er die Vermehrung der städtischen Vertreter um fünf als berechtigt, da die Städte hierdurch einen der Bedeutung des städtischen Lebens und der städtischen Steuerkraft entsprechenden gesteigerten Anteil am parlamentarischen Leben erhalten.____________________

Die Aufführung wurde der Bedeutung des Werkes, das als Buch bei L. Slaackminn in Leiozig erschienen ist, unter Direktor Stein goetters Leitung nah volltommen gerecht und das ist umsomehr anzuschlagen, als im letzten Augenblick eine Um­besetzung notwendig wurde, die ihre Ursache in Frau Baumeisters Erkrankung hatte. sefor anzuerkenmn ist es, daß man die Aus­stattung, nach einer Anzeige der Tirektion, im bescheidenen Hinte, gründ hielt, es wird aber trotzdem wohl niemandem ein Mangel ausgefallen sein, und man lönnie von einer vorzüglichen Aufführung reden, wenn das Ternvo im ersten Auszug etwas beschleunigter g- wesen wäre. Im übrigen aber war sowohl das Gesamtspiel als auch die Einzelleistungen von einer erfreulichen Rundung und Genauigkeit. Herr Bo kos gab dem Ehristoph Rott die herzhafte Innigkeit und die t di lichte Wärme des sich selbst getreuen Mannes

So ist auch das ganze Stück: eine äußerste Begrenzung aller Mittel, feine Abschweifung, die nicht nottoenbig begründet wäre, fein Schritt vom Weg nach dem Ziel, und doch eine lebendige Fülle von Natur und von verhaltener Kraft. Ein Drama das an August Rodins gegantischen Bildwerke erinnert: die Stunft des Wesent­lichen, die von allem Ueberilüssigen absieht. Das ganze aber ist ein Seelendrama, ein Märtyrerdrama, das den letzten Triumph verschmäht, vielleicht um der geschichtlichen Wahrheit willen, aber darum in letzten Grunde nicht befriedigt. Ehristoph Rott läßt das Beil sinken, dazu bedarf es eines inneren Kampfes, der in der kürzesten Zeil alle Empfindungen durchläuft. Dieser Kampf wird aut lein er Bühne zur Geltung kommen tölmen, eine Klippe, an der Sudermanns Johannes gescheitert ist, der den gegen Her ödes gezückten Stein fallen läßt. Man denke sich den Teil, der die " Armbrust sinken ließ, um Geßler zu schonen, an den Götz ober andere Helden, die durch ihre Tatkraft Helden geworden sind. Die stillen Helden des Verzichtes erscheinen uns auf der Bühne zu leicht als Schwächlinge, die wohl groß sind im Ertragen jeden Leids, denen aber letzten Eitdes der Mut zur kühnen Tat fehlt. Ehristoph Rott ist mehr der Held für die Kinderstube, wo er als aneiferndes Beispiel dient, oder für eine Legende, als für uns. Trotzdem hat Schönherr in ihm einen Menschen von erschütternder Echtheit und schmerzvoller Tragik geschaffen, aber man wird den Gedanken nicht los, daß eine empörte, zugreifende Hand, beit armen Tirolern mehr genützt hätte, als alle sklavische Unter­würfigkeit.

Grcfzener Stadttheater.

Glaube und Heimat

Tragödie eines Volkes von Karl S ch ö n h e r r.

Gießen, 25. Jan.

Karl Schönherr ist kein Neuling auf der Welt der Bretter, obgleich er hier gestern zum erftenmale zum Wort kam. Die Bildschnitzer, S o n n e n w e n d t a g und vor allem M u 11 c r Erde haben aus dem unbekannten Wiener Arzt, der sich nur erst durch ein Bändchen Dialektgedichte in engerem Kreise hervor­getan hatte, schon vor Jahren einen berühmten Mann^gemacht. Allerdings sind seine Werke immer wieder rasch vom Spielplatz der reichsdeutschen Theater verschwunden und and) die preis­gekrönte Mutter Erde hat sich nicht allgemein durchzusetzen ver­mocht. Plötzlich war er wieder in aller Munde. Am 17. De­zember v. Js. wurde Glaube und Heimat am Deutschen Volks- tHeater in Wien zum erftenmale aufgeführt und am 18. las man von einem beispiellosen Erfolg des neuen Stückes, das ganz Wien erfaßt und erschüttert hatte. Seitdem hat es einen wahren Trinmphzug über die deutschen Bühnen angetreten und überall, wo es seither aufgeführt wurde, hat es mit Ausnahme von Düsseldorf einen fast beispiellosen Erfolg aufzuwei'en gehabt. Dieser Erfolg ist aber in erster Linie in dem mit gLüdlidier Hand gestalteten Stoff zu suchen und erst in zweiter Linie in der Dichtung selbst, die ihre Kraft und erschütterttde Macht aus^dem Lebensgehalt des-lauteren Christentums nimmt. Politische Strö­mungen mögen in Oesterreich nicht unbeteiligt gewesen sein, benn manchem mag es auf die Seele gefallen sein, was Oesterreich daran verloren hatte, daß Ferdinand der Katholische .tausende tüchtige und treuer Bauern mit Feuer und Eisen aus seinem Laitde vertrieb, nur weil sie sich zu derAugsburger Konfession" be­kannten. Die Tragödie dieser Bauern schildert Schönherr mit knorriger Wucht an dem Schicksal des Bauern Christoph Rott.

f die obige ZUm Kurse

der Anschuldigungen Professor v. Soxleths gegen Geheimrat Wagner ein Disziplinarverfahren eingeleitet worden. Weiter sei auch bezüglich) mehrerer der erhobenen Vorwürfe die Staatsanwaltschaft mit der Sa^e befaßt worden. Bevor diese Untersuchungen und-^wei inzwischen eingeleitete gerichtliche Ver­fahren nicht zum Abschluß gelangt seien, könne die Regierung feine entscheidende Stellung zur Sache einnehmen. Die Regierung habe das feste Bestreben, schleunigst volle Klarheit zu schaffen und sie werde nicht verfehlen, später in der Kammer in Beant­wortung der Anfrage des Abg. Tr. Osann eine ausführliche Darstellung des Sachverhalts zu geben. Der so schwer Angegriffene stellte jede Schuld in Abrede. _

Weiter wurde ausgeführt, daß solche Zuschüsse, wie sie von der Deutschen Landwirtschaftsgesellfchaft für die Anftelluiig wifien- schaftlicher Forschungen an die Versuchsstation Geh. Rat Wagners zur Verfügung gestellt wurden, auch fvohl allen anbcrcit Verftichs- ftationen zugewcndet würden. Die Darmftädter Versuchsstation fei zwar ein amtliches Institut, habe aber auch in gewissem -sinne einen privaten Charakter, und über die ihr in dieser Eigenschaft zu Forschungszweden übergebenen Beträge fei der Deutschen Land- uirtschaitsgefellfchaft Rcchenfchaft abgelegt worden, ncr Staat labe also damit gar nichts zu tun und von verschiedenen Ab­geordneten, die s. 3t. über diese Hergabe von Geldern zu Ver-

rmgfter Bedeutung.

Eine weitere Differenz findet sich tn bett Vorschlägen für die Vermehrung der Mitglieder der Ersten Kammer. Die Vermehrung selbst wurde von allen Mitgliedern gut- aehcißen. Die Differenz liegt in der Zahl. Regierung und 2. Klunmer wollten je zwei weitere Vertreter von Handel unb Industrie einerseits und Landwirtschaft anderer­seits, einen Vertreter des Handwerks und einen Vertreter der Arbeiterschaft, die alle vom Großhcrzog auf die Dauer des Landtags berufen werben sollten. Tie etwaigen Be- rufskörperschaften sollten ein .Vorschlagsrecht haben. Ter Ausschuß stellt die drei ersten Gruppen auf gleichen Fuß und gibt jeder einen Vertreter. Vertreter der Lohnarbeiter- schaft zu berufen, schlägt er nicht vor, einmal wegen der Unsicherheit in der gesetzlichen Gestaltung der berufsstandt scheu Vertreter das Arbeitstammergesetz scheint allerdings noch in die Ferne gerückt zu werden er erkennt aber auch kein vorliegendes Bedürfnis dieser Vermehrung für die Erste Kammer ait üud verweist darauf, daß die neuen Verfassungen in Baden und Württemberg eine solche Einrichtung nrcht

1.

unterPreis

bekennen, sein Schicksal ist ihm gewiß, aber unerschrocken I>cbt er den Nacken und bekennt. Er wird gehen wie die anbereu, feinen angestammten Grund und Boden wird er verlassen, :ein Haus verkaufen mit allem Zierrat und Gerät, mit allem Linnen und allem Lieben, mit allem was ihm teuer und heilig war. Arm und elend werben sie mit ben anberen über die Grenze ziehen, er und sein Weib und sein Sohn, der Spatz. Ter alte Großvater will allein zurückbleiben, er ist so eng nut der veimat verwachsen, daß er sie nicht lassen kann. Aber er will auch fernen Gott nicht lassen; vor dem letztenSchnapper" wird er ihn be­kennen Ein Märtvrer für seinen Glauben, das kann er nicht mehr fein Aber vor dem letzten Swnapper . . . Ter Reiter des Kaisers zerstört seine liftige Hoffnung: die toten Ketzer werden auf dem Schindanger verscharrt. Ta rafft auch er fich auf, um über der Grenze fein Grab zu suchen. Aber der Prmungen ist nicht genug. Ter Kaiser ist ein strenger Herr und feine wiener sind glaubenseifrig. Und so bestimmt das Gesetz: -Ltc Unmündigen bleiben zurück, damit sie wieder zum rechten Glauben befefjil nerben Schwer ist es, sein Kind zu verlieren, über die Matzen fd wer der Christoph Rott kämpft gewaltig mit sich doch es fei' Aber der Spatz, sein ttotziger Sproß, ist ans härterem Stoff al« der Vater: ein Sprung von der Brücke macht ihn frei. Xa nullt auch dem Vater das Blut ... er packt ben Retter mit klammernder Faust, er ringt ihn nieder, er hebt das Beil, um ihm den Schädel zu spalten uni) tut es nicht sein Glaube fordert Vergebung der Schuld, unb mehr noch: Verfohnung. Er reicht dem wilden Reiter die Hand, der von so viel Glück über- ivältigt, feilt blutiges Schwert zerbricht.

In diese einfache und schlichte Tragödie schieben fich nock) viele andere Menschen. Ter Sandperger, dessen Frau für ihren Glauben gestorben ist, wird fast wahnsinnig im Kampf zwifchen Glaube unb Heimat, aber die Heimat läßt ihn nickst los. Er kehrt entsetzt zum katholischen Glauben zurück, obwohl er weitz, bar, ihm fein Gewissen und derumgehende" Geist seines Weibes die Hettnat zur Hölle machen werden. Neben ihm steht der Engelbauer, der die verlassenen Höfe auftauft, damit seine vielen Kinder einen eigenen Grund haben, unb der unberührt von ben Kämpfen ber Auswanderer- willig und stolz den Breis bezahlt. Ein Mann, der g(üdlid) ist in ber etwas selbstgefälligen Sorge für seine Nachkommenschaft. Als Gegensatz zu diesen Menschen mit dem festgewurzelten Heimatgefühl, das junge Landstreicktervaar, das gern über die Grenze geht, denn drüben finden sie vielleicht em Plätzchen, das ihnen Heimat und ihrem werdenden Kinde^ Besitz wirb. Und dann wieder ber Peter Rott, den es aus der Fremde wieder zur Heimat treibt und immer wieder treiben wird und der doch nicht von seinem Glauben läßt. Lauter einfache, unverästelte

Zur heWchrn Wahlrechtsvorlage.

Auch bei den Beschlüssen bezüglich des Gesetzentwurfes die Landstände betreffend, sagt der Verfasser des Ausschutz- berichtes, daß der Ausschuß den Beschlüssen und Abände­rungsvorschlägen der 2. Kammer weitgehend gefolgt, an manchen Punkten unter Zurückstellung eigener Bedenken, da er von dem Bemühen geleitet gewesen sei, das Zustande^ kommen der Vorlage zu fordern. Es läßt sich liamentlich erkennen, das; der Ausschuß der Ersten Kammer sick) so wenig als möglich in die Gestaltung der 2. Kammer (un­gemischt hat. Im Falle Aussterbens einer standcsherr- I ich en Familie wollte die Regierung nach Art. 1 Zisf. 2 das Vertretungsrecht durch den Großhcrzog auf eine Ag natenfamilic übertragen wissen. Die 2. Kammer strich btestm Satz, obwohl, wie der Herr Berichterstatter sagt, es nach dem Ausschußbericht der 2. Kammer hier weniger prin zipielle Gegnerschaft als abwartende Stellungnahme vor- lieqt. Der Ausschuß der Ersten Kammer hat sich auf den Boden der Regierungsvorlage gestellt. Die Frage ist Zweifel los vom praktischen Standpunkte abgesehen von den etwa in Frage kommenden Personen infolge der Selten­heit der Fälle selbst für einen etwaigen Gegner von gc-

Jn einem weiteren Punkte hat der Ausschuß seine ab- i weichende Ansichtint Interesse des Zustandekommens der : Vorlage", wie der Bericht sagt, ausgedrückt durch Zustim- l mung zu der auf Antrag Osann angenommenen Bcstmi mung, daß zur Ausübung des Wahlrechts neben dem drei- f jährigen Wohnsitz nur einjährigen Besitz der heststchen Staatsangehörigkeit verlangt.

Derselbe Beweggrund veranlaßte den Ausschuß auch, dem Beschluß der Zweiten Kammer betreffend Verleihung einer 2. Stimme an die Wähler über 50 Jahre zuzustim men. Er betrachtete das 50. Lebensjahr als eine will lürkiche Annahme. Einen Ausbau des Pluralwahlrechtes wie in Sachsen (Bem. d. Verfassers ein ähnliches Plural­wahlrecht gibt es auch in Belgien) hielt man für nicht er rcidfbar. Um der Mehrheit der Zweiten Kammer cnt- gegenzukommen, nahm man deren Beschluß mit einer kleinen redaktionellen Aendcrung an.

In der Frage der Stichwahlen lag früher eine Diffe­renz zwischen der Ersten und Zweiten Kammer. Tie Erste Kammer hatte im Plenum das sog. romantfdje^fahren beschlossen, wobei bei der Stichwahl die einfache Mehrheit entscheidet, hier aber nicht wie bei unseren Reichstags- stichwahleii nur die zwei höchstbestimmten Bewerber, fam dem beliebig viele zur Wahl stehen. Dieses. Verfahren war auch von der Regierung und dem Ausschutz der Zwei­ten Kammer angenommen. Tas Plenum der Zweiten Kam­mer entschied jtcfy aber nach verschiedenen Vermittlungs­versuchen für das Reichstagsstichwahlrecht. Um auch wer entgegenzukommen, hat ber Ausschuß den s. Z. von der Ersten Kammer einstimmig gefaßten Beschluß abgegeben und ist dem Wunsche der Zweiten Kammer bcigetrctcn.

In einer die Stadt Gießen betreffenden Frage hat sich der Ausschuß auf einen für Gießen erfreulichen Standpunkt gestellt, in dem er sich für oen mit - 3 Mehrheit bei Art. 3 gefaßten Beschluß, der Stadt Gießen, die zwei Abgeordnete bekommen soll, Klein-Linden hinzuzufugcn, angc- schlosseu und nicht für den bei der Wahltreiseinteilung ge­faßten, nämlich Wicseck du Gießen anz schließen.

In Artikel 15 hat sick; der Ausschuß der Regierungs­vorlage angeschlossen anstatt dem Beschluß der 2. Kammer beizutreten.' Nach diesem Artikel sollen icinc Reihe von Staatsbeamten (Amtsrichter, Gerichtsschreiber, Kreisräte ui'iv.) in ihren Amtsbezirken nicht wählbar sein. Ter Aus- schutzbericht besagt, daß man nicht eine dann liegende ."arte Dettcniic, aber andererseits der Regierstng doch zugebest könne, daß die Wählbarkeit solcher Staatsbeamten gewisse Nachteile und Gefahren für ihre persönliche Stellung mit sich bringe. Ter Beschluß wurde jedoch nicht einstimmig gefaßt (mit 7 gegen 2). In einer weiteren Reihe von Punkten Wahloerfahren, Vorschriften über die Hand­habung der Ordnung im Wahllokal u. bergt. t)at, der Ausschuß seine abweichende Meinung zurückgestellt unb. ist ben Beschlüssen ber Zweiten Kammer im Interesse des Friedens beigetreten. Ebenso hat er die von der Zweiten Kammer beschlossene Wahltreiseinteilung a:'s eine die Zweite Kammer in erster Linie angehende Sache angenommen. Der Bericht bringt noch eine größere Anzahl rein redaktioneller Aenderungen, die darauf hinausgehen, hier und da größere Bestimmtheit des Ausdrucks zu schaffen.

So zeigt der Bericht des Ausschusses namentlich in den Fragen, die die Wahl der Landstande, die Art der Wahl direkte statt indirekte, die Zahl der Abgeordneten und deren Verteilung auf das Land, die Verleihung des Wabl-

rechts und den Verlauf des Wahlakts selbst, der durch eine Reihe von Bestimmungen den Charatter des streng ge­heimen erhält, eine sehr weitgehende Uebereinstimmnng der drei gesetzgebenden Faktoren. Bestehende -^Nierenzen werden sickswohl ausgleichen lassen. Wenn nid)t alle Zeichen trügen, wird der jetzige Landtag zu einem positiven.Er gebnis kommen, das die hessische Wahlrechtsfrage so regeli, daß, wenn auch nid)t jeder mit allein einverstanden ist, der weitaus größte Teil unseres Volkes mit den getroffenen Bestimmungen im wesentlichen zufrieden sein wird, -tav lanqe qcheqle Verlangen, die die Wälflermalsen bevor- mundende indirekte Wahl durch die direkte zu erictzen, wird so endlich erfüllt werden, nnb bas darf von unserem ooltc mit einer gewissen Befriedigung empfunden weiden.

R B Darmstadt, 24. Jan. In zwr 1 umfangreichen Be­ratungen am Vor- und Nachmittag, die si ch'ois abends < Uhr ausdehnten, wurde heute vom F i u a n z gu s s ch u tz der zioetten Stamm er gemeimam mit der Regierung hie Haus Hal t s b c > a tu na fortgesetzt. Der Vorm tlagssi ung wohn en StaatsmiUl icr Ewald und Minister des Jnnerii v. Hom bergt unb eine Anzahl andere Negierungsvertreter, der Nachmittags)lyung Herr v H 0 m b e r g f. Gcheimeräte Tr Becker, B e st, S u f j c r t, Weber und Biegeleben, Geh. Oberforstrat Walther, Oberfinanzrat Rohde u. a. bei. Die Beratung wandte sich zuerst den Kaptelii des l a n d w i r i s ch a f t l ch e n H a u S h a li t s zu Im Kap. 71, Landwirtschaftlicher Dispositionsfonds, weroen für Au«ftellungszwecke 3000 Mark angefordert und gutgeheitzen. Beim Kap. 75, Förderung einzelner Zweige der Landwirt,'chast, wurde bei Position Landesgeftüt die Klage vorgebracht, da,; die Provinz Oberhessen mit zu wenig Hengiten bestellt sei, wahrend Rheinhessen bereit im lkeberflutz habe. Ter Regierungsvertreter stellte eine Regelung dahin in Aussicht, daß eine wenig in An­spruch genommene Station in Starkenburg aufgehoben und nach Oberhessen verlegt werden könnte. Bei der Beratung des Kap. Landwirtschaftliches Unterrichts- und Versuchswesen, kam benn auf eine Anfrage von Ausschußmitgliederii ber, bekannte Streit zwischen bem Münchener Professor v. S 0 x l e t h nno bem Vorsteher der hessischen landwirtschaftlichen Vermchsstation, Geh. Hosrctt Professor Tr. Wagner zur Erörterung, eter Minister v. Hom bergt gab Namens der Regierung die Er­klärung ab, es sei von der Regierung sofort nad) Bekanntwerden

sind von den Sw. bibaren Kauflvlle und ins der Zahl dnE jbrei Jahre zuMst nähme dieser Wahl w r 1911

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