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24.4.1911 Zweites Blatt
 
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Es erhielten Bücherzuwendungen in

den

Zunahme an Stellendesetzungen weiter angehalten hat Zahl der besetzten Stellen gegen das Vorjahr merklich

1910/11

1909/10

als

daß die und die

1910/11 mehr weniger

Aus Stadt und Lano.

Gießen 24. April 1911.

Die Versorgung unserer Bevölkerung mit Fleischnahrung

und unterstützt. Jahren:

Kleinvieh im (Sanken 20845 19442 355 1758

Die Pferde schtachtungen gingen von 172 auf 160( Rosse Wurüd, was an sich nicht zu bedauern ist. Nach vorstehender Tabelle, die auf amtlichen Zahlen beruht, srnd allein an Großvieh 401 Stück weniger verbraucht worden. DaS Mehr

gestiegen ist.

Bei den ungelernten Arbeitern kommt natürlich die allgemeine Hebung des Arbeitsmarkts am klarsten zum Ausdruck, besonders jüngere Leute konnten auf den verschiedensten Arbeits­gebieten untergebracht werden.

Nicht zum wenigsten beginnen jetzt die Landwirte ihren Bedarf an Arbeitern für den Sommer zu decken, wobei die Nach­frage nach jungen Leuten besonders groß ist, während ältere erst in zweiter Linie gesucht werden. Den Arbeitsnachweisen war es nicht möglich, die Nachfrage annähernd zu decken, da ein großer Teil der sich Meldenden nicht einstellungsfähig ist, weil er den Anforderungen der Landwirte in bezug auf Kleider usw. nicht entsprechen konnte oder weil die Arbeiter bessere Lohn- und Logisbedingungen stellten, als'die Landwirte gewähren wollten.

Auch auf dem weiblichen Dienftbotenmarkt ist in fast allen Städten eine stetige Steigerung der Frequenzziffern zu verzeichnen, wenn auch wohl noch einige Zeit vergehen wird, bis auch dieser Teil des Arbeitsmarktes von den öffentlichen Arbeitsnachweisen genügend beherrscht wird.

Von den Organen des Mitteldeutschen Arbeitsnachweisvev- bandes wurden, soweit Meldungen von den kommunalen bezw. Kreisarbeitsnachweisen und Herbergen zur Heimat Vorlagen, 11827 Stellen vermittelt (gegen 9931 im gleichen Monat des Vorjahres), darunter: Rüdesheim 1, Westerburg 2, Corbach 3, Gernsheim 3, Marburg 4, Witzenhausen 4, Schlüchtern 5, Wil­dungen 6, Biebrich 7, Eltville 7, Seligenstadt 7, Marienberg 12, Wildungen (Herberge zur Heimat) 14, Diez 16, Kreuznach 20, Kreuznach (H. z. H.) 22, Herborn 27, Weilburg 27, Fechenheim 31, Oberlahnstein 34, Fulda 36, Darmstadt (H. z. H.) 41, Wetzlar 44, Hanau 50, Bingen 66, Frankfurt (H. z. H.) 97, Limburg 104, Gießen 131. Friedberg 147, Offenbach 330, Worms 411, Darmstadt 508, Mainz 768, Kassll 1281, Wiesbaden 1749 und Frankfurt 5812.

hat sich nach den Zahlen der Schtachtungen im städtischen Schlachthof gegen das Jahr zuvor, das auch schon nicht günstig war, erheblich verschlechtert. Es wurden ge­schlachtet:

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an Ochsen ist nur scheinbar, denn ihm steht ein großer Aus fall an Stieren gegenüber, der nicht ganz, darauf zurück zuführen ist, daß im letzten Jahre dafür teilweise dic qualitätsrercheren Ochsen verzehrt worden find. Wir hatten nämlich vor dem 1. April 1910 für Ochsen eine höhere Schlachtgebühr und höheres Oktroi als für Stiere und deshalb wurden um zu sparen, leichtere Ochsen als Stiere bezeichnet. Mit Beginn des letzten Rechnungsjahres ist das Oktroi auf Fleisch und Vieh gefallen, und auf alle Gattungen Großvieh wurde eine einheitliche Schlachtgebühr eingeführt. Da niemand mehr ein geldliches Interesse daran hat, wurden die Viehgattungen in 1910/11 richtig bezeichnet. Die Mehr schlack tungen von 355 Schweinen läßi nicht den Schluß zu, daß der Konsum von Schweinefleisch im letzten Jahre größer gewesen ist. Wer die Verhält­nisse im Fleischergewerbe kennt, weiß, daß das Gegenteil der Fall ist. Die Metzger haben nämlich, weil die Schweine­preise in den letzten Monaten erheblich herunter gingen, außergewöhnlich stark auf Vorrat geschlachtet; es würde dies in noch viel stärkerem Maße geschehen sein, wenn unsere Kühlhallenanlage schon jetzt int Betrieb wäre. Hier­zu kommt noch ein Ausfall an Kalb- und Hammelfleisch und zwar rund 1750 Stück.

** Volksbibliotheken in Hessen. Die Gesell­schaft für Verbreitung von Volksbildung hat im Großherzogtum Hessen in den letzten fünf Jahren 1132 Volksbibliotheken mit 23 974 Bänden begründet

sich erfreut über die ihnen erwiesene Ehrung. Gegen Mend machten einige Schüler des Frankfurter Flugsportklubs auf der Euler- Lernmaschine des Klubs mehrere Flüge um den Platz.

* Darmstadt, 21. April. Am Mittwoch abend fand im Kasino des Leibgarde-Jnfanterie-Regiments dos Äbschiedsessen für den kommandierenden General des 5. Armee­korps b. Strantz, bisher Kommandeur der 25. Hessischen Division, statt. Es nahmen teil: der Minister des Innern v. Hombergk zu Vach, der kommandierende General des 18. Armee, korps v. Eichhorn, Oberstallmeister M. Riedesel Freiherr zu Eisen.» bad), die Generale v. Oertzcn, Hahn, Rveldechen, v. Enckevort, Gras von Pfeil und Klein-Ellguth, Provinzialdirektor Fetz, ein Teil der Offiziere der Jnf.-Regt. 115, 116, 117, 118 und 168, des Garde-Dragoner-Regts. Nr. 23, des Leib-Dragoner-Regts. Nr. 24, des Großh. Artilleriekorps Nr. 25, des Feldartillerieregiments Nr. 61, des Trainbataillons Nr. 18, der Divisionsstab und die Stäbe der Infanterie-, Kavallerie- und Feldartillerie-Brigade.

R. B. Darmstadt, 23. April. Der hessische San* deslehrerinnen-Verein hat gestern hier seine erste Hauptversammlung abaehalten. Zunächst fand eine vertrauliche Beratung über die geschäftlichen Angelegen­heiten statt und um 11 Uhr hielt Frl. Schmidt-Mainz einen Vortrag über die Frage einer Reorganisation der Mädchen-Fortbildungsschule. Die Vortragende fordert, daß sich an den für Knaben und Mädchen gleich verbindlichen Volksschulunterricht ein mindestens dreijähriger, den ge, steigerten Bildungsbedürfnissen entsprechender Fortbil­dungsschulunterricht für beide Geschlechter anschließen soll. Der Unterricht an den Mädchen-Fortbildungsschulen müsse dahin gehen, die Allgemeinbildung zu erweitern, den Be­ruf zu fördern und den künftigen Hausfrauenpflichten Rech­nung zu tragen. Die Klassen müßten sich in eine kauf­männische, eine oder mehrere gewerbliche, eine für Dienst­boten, eine für Tagelöhnerinnen und Fabrikarbeiterinnen und eine für landwirtschaftliche Arbeiterinnen gliedern. Be­freit sein vom Unterricht sollten nur Mädchen sein, die bis zum 16. Jahre eine höhere Mädchenschule besucht oder einen 12jährigen Handels- oder Haushaltungsschul-Unter­richt genossen haben. In dem von Frl. Pöpperling- Alzey erstatteten Korreferat stellte die Rednerin den Grund­satz auf, daß die Fortbildungsschule für Mädchen im Hinblick auf den Volkswohlstand, wie auf Volksgesundheit und Volks- sittlichkeit gefordert werden müsse und zwar obligatorisch und im organischen Zusammenhang mit den oberen Klassen der Volksschule und deren Lehrkräften. Neben der Er­weiterung der Allgemeinbildung müsfe das Hauptgewicht auf die Vorbereitung für die Tätigkeit in Haus und Familie gerichtet sein. Bei der Einrichtung von Parallelklassen; solle auf die verschiedenen Berufs arten der Schülerinnen Rücksicht genommen werden. Der Unterricht müsse theo­retisch und praktisch ausgestaltet werden, letzteres durch Handfertigkeitsarbeiten und Tätigkeiten für die Hausfrau und Mutter in der Familie; auch gesellige Zusammenkünfte oder Ausflüge, sowie eine besondere Bibliothek für die Schülerinnen erachtet die Rednerin als gute Forderungs­mittel. Im Anschluß an d^e Hauptversammlung fand ant Nachmittag eine öffentliche Versammlung statt, in der die Leiterin des hiesigen Hofmännischen Instituts, Frl. von Szczepanski, einen Vortrag über:Staatsbürgerliche Erziehung" hielt.

w. Darmstadt, 22. April. Heute morgen flog Prinz Heinrich von Preußen in 40 Minuten in einer Höhe von 150 Metern 51 Kilometer. Der Prinz startete um 7 Uhr 44 Minuten auf dem Truppenübungsplatz auf einer Euler- slugmaschine, um einen Stundenflug zu absolvieren. ?luf oem Platz übten zu dieser Zeit etwa fünf Regimenter. Der Prinz hielt sich in einer durchschnittlichen Höhe von wentg. stens 150 Metern und durchflog zehn Runden. Die Luft war etwas dunstig und die Flugmaschine war manchmal eine ganze Zeit lang nicht mehr zu sehen. Nach 40 Minuten und vier Sekunden brach an einem Zylinder eine Dentil- steuerstange, aus welcher Ursache sich der Prinz zur Landung entschloß, welche mit einem Gleitflug schulmäßig und normal mitten unter den exerzierenden Soldaten erfolgte. Wenn es dem Prinzen auch nicht gelang, die Stunde auszufliegen, so war er doch von dem glatt abgelaufenen Gleitflug so befriedigt, daß er sich für die fehlenden 20 Atinuten viel­fach entschädigt fühlte. Als amtliche Zeitnehmer fun­gierten Hauptmann Kage und Oberleutnant Real.

-o. Mainz, 21. April. Ein Zusammenstoß der Dampf st raßenbahn mit dem Postpaketwagen erfolgte heute abend kurz vor acht Uhr auf der Großen Bleiche bei der Hauptpost. Die Dampfbahn kam von Bretzel heim und traf den vom Postamt zum Bahnhof fahrenden, hoch mit Paketen beladenen Postwagen, ;oen zwei Pferde Logen, daß der Postwagen direkt umstürzte urfi) seine La­dung auf der Straße zerstreute. Der Kutscher fiel herab auf das Pflaster, und zog sich eine unbedeutende Verletzung am Arm zu, auch den Pferden passierte nichts weiter. Der Vorfall verursachte eine längere Verkehrsstörung, eine ganze Reihe elektrischer Wagen kam zusammen, bis die Straße wieder passierbar war. Der Postwagen und eine Anzahl Pakete erlitten Beschädigungen.

= Mainz, 24. April. DerHessische Gau ver­band gegen den Alkoholismus" wird am 30. April hier seinen 3. Gautag abhalten. Vormittags wird in den von der Regierung zur Verfügung gestellten Räumen des früheren Justizpalastes (Klarastraße) eine Ausstellung über den Alkoholismus durch Geh. Regierungsrick Dr. Dietz aus Darmstadt, Vorstand der Landesversicherungs- anstalt, eröffnet werden. Die Ausstellung, die 8 Tage laug offengehalten wird, hatte überall, wo sie bisher gezeigt wurde, einen überaus starken Besuch aufzuweisen. sonderes Interesse dürfte der nachmittags imFrankfurter Hof" stattfindenoe öffentliche Vortrag mit anschließender freier Aussprache überWeinbau, Landwirtschaft und Alkoholfrage" in Anspruch nehmen. Der Vor­tragende, Landwirt und Geschäftsführer der Obstverwev- tungsversuchsanstalt in Eßlingen, v. Gizycki, wird über eine neue zweckmäßige und vorteilhafte Verwertung von Trauben und anderem Obst Aufschluß geben.

ch. Bing en, 22. April. Die Stadtverordneten- versammlung setzte heute die Beratung des Voran­schlags für 1911 fort. Nach dem Voranschlag beträgt die Schuld der Stadt 8 026 725,13 Mark, das Vermögen 11400 972,70 Mk. In dem Vermögen ist ein Kapitalver­mögen von 2 490 350 Mk., ein Wert von Gebäuden von 3 487 800 Mk., von Gütern int Hafengebiet von 2 381481 Mk., von Feldgütern von 266 470 Mk., von Gütern von Stif­tungen von 35 500 Mk., von Waldungen von 1 435 000 Mk., von nutzbaren Rechten von 1080 000 Mk u. a. enthalten. Die für 1911 vorgesehenen Einnahmen und Ausaaben be­ziffern sich auf 1232392,69 Mk. Die von dem Landtags- abg. Pennrich beantragte Vesitzwechselabgabe, die 5000 M einbringen soMe, fand keine Gegettliebe. Zum Ausgleich der Rechnung wird eine kleine Umlagenerhöhung notig werden.

Hessen-Nassau.

hc. Marburg, 21. April. Dr. Phil. Herrn!. Jacob-- sohn, Privatdozent in München, hmrbe zum außer ordern?

dern bestand, auch weiter zur Mfrechterhaltung des Friedens, zum Fortschritt der Menschlichkeit und zum Glück und Wohl­ergehen des italienischen und englischen Volkes beitragen. In diesem Augenblick, der der Stolz und die Freude für die ita­lienische Nation ist, erhebe ich mein Glas auf das Wohl Ew. Majestät, Ihrer Majestät der Königin, der Königin-Witwe und der gesamten Königlichen Familie und spreche den heißesten Wunsch aus, für das ewige Gedeihen des Königreichs Italiens.

Die Lage der tlibcitsmarftes im März MI.

Frankfurt a. M., im April 1911.

Gemäß der int Frühjahr entsetzenden Vermehrung der Arbeits- kütigkeit hat sich die Lage erheblich verbessert.

In der Meta Hindu st rie geht die Hebung über die üb­liche Frühjahrsverbesserung weit hinaus. Besonders meldet Frank­furt a. M. starke Nachfrage nach Arbeitskräften in den Branchen ber Bauschlosser, Spengler, Installateure und Elektromonteure. Tie Zahl der Arbeitssuchenden stieg gegenüber dem Vormonat weit weniger als die Zahl der offenen Stellen und die der be­setzten Stellen. Letztere haben fuf) bei der städtischen Arbeits­vermittlungsstelle in Frankfurt a. M. z. B. gegen den gleichen Moitat des Vorjahres um etwa ein Viertel ..gehoben und es gelang nicht, alle Stellen mit Arbeitskräften zu besetzen. Besonders absorbierte die Fahrradbranche viele Arbeitskräfte und führte teil­weise sogar Nachtarbeit ein. Ein ungünstiger Moment weist dagegen für Frankfurt a. M. die Elektrizitätsindustrie! auf. Die Zusammenlegungspolitik hat zur Stillegung einzelner Fabrikationszweige geführt. Diese Entwicklung scheint »u weiteren Arbeiterentlassungen zu führen. Die als Ersatz in Älussicht ge­stellte Vergrößerung der bestehenbleibenden Abteilungen ist bisher Noch nicht eingetreten. Da die Arbetterentlassungen einzeln vvr- genommen werden, treten sie nicht drastisch zu Tage, doch sind bisher davon über 1500 Personen betroffen worden. Trotzdem konnten sie das Gesatutbild der Arbeitslage des Industriezweiges nicht trüben. Gut waren die Former, Gießer, Gelbgießer und Eisen­dreher beschäftigt. Aehnlich günstig wie aus Frankfurt a. M. lauten die Berichte aus anderen Orten, insbesondere aus Mainz, wo größere Neubestellungen belebend wirkten. So bestellte dort bei einer Waggonfabrik die Heeresverwaltung 360 Stück Feld­bahnwagen, wie sie zur Beförderung der Munition von den Festungen nach den Forts gebraucht werden. Von den Wagen werden in jeder Woche 50 bis 60 Stück fertiggestellt. Auch sind größere Aufträge an Neubauten und Umbauten an Eisenbahn- Motorwagen und Straßenbahnwagen zu verzeichnen.

Aus der Lederindustrie kommen dagegen ungünstige Nachrichten, besonders aus der in Offenbach ausschlaggebenden Lederwaren- und Reiseartikelfabrikation. Die Lage ist schlechter als im gleichen Monat des Vorjahres und ebenso schlecht wie im Vormonat. Bei außergewöhnlichem Ueberangebot an Arbeits­kräften wurde noch die Arbeitszeit teilweise herabgesetzt. Günstig schneidet dagegen die Schuhfabrikation Offenbachs ab, was bei dem Osterfeste, sowie den Konfirmationen und Kommunionen natürlich ist; teilweise wurden Ueberstunden gemacht.

In der Industrie der Holz- und S ch n i tz st o f f e ist ein lebhafter Aufschwung zu bemerken. Frankfurt, Wiesbaden, Mainz Und Kassel melden starke Nachfrage nach Schreinern, besonders Möbelschreinern, Küfern, Parkettlegern, Holzdrehern, Glasern und Rahmenmachern. Auch Wagner, Tüncher und Tapezierer werden viel verlangt. Die Nachfrage nach Arbeitern konnte in Frankfurt und Wiesbaden nicht gebecEt werden.

Im Baugewerbe setzte der Frühjahrsaufschwung ein. Durch Streikbewegungen wurde der Ärbeitsmarkt in Wiesbaden gestört, wo die in den Betonbaugeschäften tätigen Zimmerer, Zementierer und Bauhilfsarbeiter wegen Lohrtdifferenzen die Ar­beit einstellten. Sollte die Arbeitseinstellung längere Zeit an­halten, dürften einige hundert Personen davon betroffen werden.

In der Tabakindustrie klagen die kleineren und mitt­leren Unternehmer. Ungünstige Nachrichten kommen aus Ober­ode, Griesheim, Bad Orb und Klein-Krotzenburg. Arbeitsein- schränkungen werden gemeldet durch eine größere Betriebs­einstellung, die an hutck^rt Arbeiter traf.

Das Gast- und Schankwirtschaftsgewerbe erlebte seinen Saisonbeginn. Doch wurde' wie üblich, durchweg junge Leute verlangt, wodurch es schwer wurde, die ansässigen älteren verheirateten Leute unterzubringen, die vielfach nur mit Aushilfs­stellen vorlieb nehmen müssen, oder arbeitslos bleiben, wenn sie nicht bei zunehmendem Alter in andere Berufe übertreten wollen. Außer Frankfurt a. M. meldet besonders Wiesbaden,

in fünf Jahreu 1152 Bibliotheken 23.-'74 Bande.

Die Gesellschaft gibt gegen mäßige Jahresbeiträge Wanderbibliotheken und Eigen büche re ien un Werte von 60200 Mark ab. Die Wanderbibliotheken können alljährlich bei völlig freier Wahl neuer Bestände aus dem Katalog der Gesellschaft umgetauscht werden. Die Eigenbüchereien werden in vier Jahren freies Eigentum der Gemeinden. Einträge sind zu richten an die Gesellschaft für Verbreitung von Volksbildung, Berlin NW. 21, Lübecker Strafe Nr. 6. Von der Geschäftsstelle werden orientierende Drucksacken kostenfrei versandt.

** Ruf zum Turnen. Mik dem Schluß des letzten Schuljahres ist für manchen Knaben die schöne Zeit vorbei, in der er mit gleichalterigen Schulkameraden die freie Zeit beim Spiel verbringen konnte. Jetzt kommen die Lehr­jahre, in denen der weitaus größte Teil des Tages in der Werkstatt, der Fabrik, der Schreibstube oder im Laden zu­gebracht werden muß. In dieser Zeit, die für die Ent­wicklung des menschlichen Körpers so bedeutsam ist, ist es doppelt wichtig, daß die jungen Leute nach der meist ein­seitigen Berufstätigkeit dre Feierabend stund en richtig, d. h. ihrer Gesundheit dienlich! Kiusnützen. Es ist deshalb eine ittliche Pflicht der Eltern und Lehrherren, dahin zu wirken, ) ihre Pflegebefohlenen durch körperliche Hebungen ihre Kraft und Gesundheit sich erhalten und stählen. Mögen alle den Satz beherzigen, dessen Richtigkeit schon im Altertum erkannt tooroen ist:Nur in einem gesunden Körper kann ein gesunder Geist wohnen!" Die Gelegenheit, Körper und Geist zu stählen, bietet sich heute in allen der deutschen Turnerschaft angehörenden Turnvereinen (in Gießen der Turnverein von 1846 und der Männerturn­verein), die es übernommen haben, junge Leute im Alter von 14 bis 18 Jahren als Zöglinge auszubilden und sie einmal an Zuckt und Ordnung zu gewöhnen, zum anderen aber auch, sie oen gefährlichen Lockungen schlechter Gesell­schaft zu entziehen. Wie vorteilhaft diese turnerische Aus­bildung für oas spätere Leben und namentlich für die mili­tärische Dienstzeit wirkt, haben viele schon am eigenen Körper erfahren. Wir empfehlen daher den jungen Leuten sehr den Eintritt in die auf vaterländischer Grundlage stehenden deutschenTurnvereine. (Siehe Anzeige des Männer- Turnvereins.)

** Der neue Eilbestelldienst der Reichs- p o ft, der lam 1. April d. I. zur Einführung gelangt war, hat im Publikum nur wenig Anklang gefunoen. Die neue Einrichtung wird im allgemeinen nur wenig benutzt, weil sie einesteils ziemlich teuer ist, andererseits die Schnelligp Feit bei der Beförderung von Briefen zu wünschen übrig läßt. Telephon und Rohrpost werden die neue Einrichtung nicht recht aufkommen lassen, die vom Reichspostamt auch eigentlich nur eingeführt worden ist, um eine Handhabe zu bieten, gegen die Messenger-Boy-Jnstitute vorzugehen.

Kreis Lauterbach.

Lauterbach, 22. April. Gestern nachmittag wurde von Unbekannten ein 3y2 M e ter langer Balken quer über das Geleise der Nebenbahn st recke Lauter­bach Stockheim nahe bei Station H er b stein ge­legt. Das Fahrpersonal des um 2.41 Nachm. in Lauterbach fälligen Zuges bemerkte die Gefahr rechtzeitig und konnte den Zug zum Halten bringen. Ob der Balken in verbreche­rischer Absicht auf das Geleise gelegt worden ist, oder ob es sich um einen Bubenstreich handelt, konnte nicht fest- gestellt werden. Jedenfalls hätte leicht ein Unglück passieren können, wenn das Hindernis nicht rechtzeitig beobachtet und der Zug zum Halten gebracht worden wäre. An der­selben Strecke sind in letzter Zeit wiederholl Steine auf das Geleise gelegt worden.

Kreis Friedberg.

-m. Dorheim, 21. April. Am 11. November 1910 war es ein Jahr, daß unser seitheriger Bürgermeister als Bürgermeister und Ortsgerichtsvorsteher wegen verschiede­ner Unregelmäßigkeiten und sonstiger Verfehlungen vom Amte suspendiert wurde und bis heute ist noch nicht ab­zusehen, wie lange unsere Gemeinde noch verwaist bleibt. Seither fanden immer noch Untersuchungen mannigfaltiger Art statt. Dorheim gehörte zur ehemaligen kurhefsischen Enklave mit Bad-Nauheim, Schwalheim, Dorheim und Rödchen. Eigentümlicherweise kamen gerade in diesen vier Gemeinden im Verlauf der letzten zehn Jahre vielfach Unzuträglichkeiten vor.

Starkenburg und Rheinhessen.

w. Darmstadt, 21. April. Der Großherzog und die Großherzogin, Prinz und P r i n z e s s i n H e i n r i ch von Preußen verweilten heute wiederum längere Zert auf dem Flugplätze. Prinz Heinrich unternahm in einer Höhe von 6070 Metern einen Rundflug, wobei er eine Strecke von zehn Kilometern zurücklegte. Der Großherzog ließ sich insbesondere eine neue Euler-Flugmaschine mit Opelmotor vor- sühren, welche Herr Euler selbst steuerte. Herr Euler benutztedie Gelegenheit der Vorführung einer ganz in Hessen erbauten Ma­schine, um dem Großherzog und den anderen hohen Herrschaften in einer kleinen Ansprache von der Maschine aus für das ihm erwiesene Wohllvollen zu danken. Die Herrschaften waren sicht-

1906

176

Bibliotheken

3209 Bände,

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