•• Todesfall.
Daneben spielen die Gefahren für die Sittlichkeit imb die Hygiene eine zahlenmäßig untergeordnete Nolle. Jedenfalls kommt ihnen im Nahmen der hier zu lösenden Aufgabe nicht die Bedeutung zu, daß sic für die Auswahl der Kontrollbehördc den Ausschlag geben könnten.
Die hessische Regierung hat der Zweiten Kammer eine Vorlage betreffend die Bekämpfung der Rebschädlinge zugehen lassen, durch die den Gemeinden bezw. den Winzern für die Bekämpfung der Rebschädlinge eine Staatsbeiyilsd gewährt werden soll. Zu diesen Zwecke wird ein Betrag von 24 000 Mark gefordert.
General der Artillerie z. D. Paul v. Zalinitzki, s. Zt. Oberst und Kommandeur des Großh. Artilleriekorps Nr. 25, ist am 18. ds. Mts. in Dresden im
6 .aus Darmstadt, und der Bassist, Herr Otto S ch w e n d y als ganz hervorragend genannt zu werden. Die -brchtrgwit, mit dar-hier, namemlich Frau Schmidt-Illing, ihr umfangrreiches Sttmmaterial, stets weich und angenehm klingend, Iprelend beherrichen, ift bewundernswett; beider.Vortrag ist, ohne störendes Pathos, beseelt, offen und einfach, die Aussprache klar. .Ewzuckende Töne fand Frau Schmidt besonders in der Arie „Gr nahm den Raub" unb in dem Schlußduett „O holder Fttede". Herr Schwendy ift uns kein Fremder mehr; Frau Schmidt- cm bis zwei Jahren unsere Nachbarin im nahen -^annstadt ist, hoffen wir bald auch einmal im Konzert- saal 3u Horen. Die Altistin, Frl. Lion aus Frankfurt a. M., beeinträchtigte die Wirkung ihrer bisweilen sich zu beachtenswerter und an sich sympathischen Stimme- durch unschönes Tremolieren und einen eigentümlich bedeckten Vortrag der manche Aone geradezu unrein erscheinen ließ. Der Tenorist' Herr Koh mann aus Frankfurt a. M., dessen mächttges Organ cn^_J'n ^em siegreich entfalten konnte, bot in manchen Partten, namentlich des 2. und 3. Aktes, glänzende Leistungen ^orcr Stelle auch sein Vortrag an einem störenden Pachos und einer gewis,en Unklarheit der Tongebung litt. Dem Orchester endlich, dem unermüdlichen Streichquintett sowohl wie bM Blasern, gebührt uneingeschränkte Anerkennung; sie boten an Seinfeu und Klangschönheit Vortreffliches. Auch der geschmackvollen Flugel-<Cembola--Begleitung durch Herrn.Assessor V lum e na u sei eui verdientes Lob gespendet.
Niemand von den zahlreichen Hörern wird sich dem mäch- tigeu Eindruck der Aufführung entzogen haben; und mancher hat ^ber vrel eicht auch wieder die Erfahrung bestätigt gefunden, daß ufluhrungen auch abgesehen einmal von dem Eindruck des Werkes selbst, schon dadurch io lies und nachhaltig wirken, weck nichts den Hörer aus seinem Konnex mit dem Werk reißt weck alles dazu angetan ist, die durch die Musik hervorgerufene Stimmung zu nähren und zu vertiefen; nicht zum wenigsten, weck sich die Ergrlssenheck von Mieiie zu Miene, lautlos unter den Hörern verbreitet, nicht ihren lauten und so häßlichen, störenden Ausdruck im Klatschen sucht. Und, haben schon em Dirigent, ein Chor, ein Orchester, die Solisten, in solcher Aufsuhrung es nicht ganz genau empfunden, ob das Werk und ihr Anteck daran gezündet herben oder nicht? Es geht also <mch so; ia es geht besser so. Nun ist ja der äußere Beifall Mi Konzertsaal wohl nicht ganz zu entbehren; aber eines tonnte vielleicht — und das ist der Ausgang und Zweck dieses ^oralrschen Anhangs" — doch auch hier erreicht werden, was “ü9-1 °ute Srtte ist: Beifall nur da, wo er nicht au^einandcrrewt, nicht, ia, es ist bisweilen wirklich Wir werden tm nächsten Konzert am 5. März das .I)ü5cn; ,wars einmal mit dem Versuch, den S>un.to aiiszusprechen, daß zwischen
den Orhen eines Ouattetts, Quintetts oder einer Sonate, kurz unterbleck' en ^iöge v UC^ ?a &an^ bilocnüen Werks, Klatschen untervteiben möge? Ich meine, es muß nur einmal an- tr).' rp Hrttllt n u Hl rrnrfi .in tt.ir,, < mehr missen wollen. Das wäre bann auch noch em bleibender Erfolg des heutigen Abends.
-HL
Deutsches Resch.
Aus Berlin wird berichtet: Am heuttgen Donnerstag beginnen die Tagungen des Hansabundes mit einer Konferenz der Industriellen und Handwerker, auf welcher der Landtagsabgeordnete Ra Hardt über die gemeinsamen Interessen von Industrie und Handwerk referiert. Daran schließt sich eine Sitzung des Direktoriums des Hansabundes unter dem Präsidium des Geheimrats Prof. Dr. Rießer.
Die „Nationallib. Korresp." schreibt: Der Zentralvorstand der nationalliberalen Partei wird am 19. März zu seiner üblichen Frühjahrssitzung in Berlin zusanrmentreten.
Gegen die Errichtung vielgeschossiger Mietskasernen in ländlichen Gegenden wendet sich ein Runderlaß des preußischen Ministers der öffentlichen Ar- betten. Es wird darin auf die erheblichen Mißstände hingewiesen, die sich gerade auf dem Lande, wo es der Regel nach an Vorkehrungen für die ordnungsmäßige Beseitigung der Abfallstosse fehlt, bei dem engen Zusammenwohnen vieler Familien einstellen.
Aus Marburg berichtet man uns: Die Versammlungen, welche der noch neu hinzugekommene Reichstaaskandidat Dr. Otto Böckel in den Ortschaften des Ebs- dvrser Grundes abhält, erinnern an sein Auftreten in der Zeit, in der er als „hessischer Bauernkönig" bezeichnet wurde. In Heskem, wo 300 Landleute zusammenge- strömt waren, brachte man zum Schluß aus den Kaiser und Dr. Böckel ein Hoch aus, und dann wurde die Wacht am Rhein gesungen. Die Lage im hiesigen Wahlkreis wird immer interessanter. Auch die übrigen Kandidaten sind fleißig an der Arbeit.
Aus Hanau wird uns geschrieben: Eine heute zur Besprechung über die bevorstehende Reichstagswahl versammelte Anzahl von konservativen Vertrauensmännern aus Stadt- und Landkreis Hanau hat folgende Entschließung gefaßt:
„Wir sehen mit unseren Parteigenossen im Reichstags-
Verinißchtes.
* In der Angelegenheit des Grafen Pfeil, gegen den der Ehrenrat auf Abschied unter den schwersten Bedingungen erkannt hat, soll der Kaiser nach einer Mel- düng des Berliner Tageblattes am 18. Oktober eine Ka- binettvordre erlaßen haben, in der es angeblich heißt Gras von Pfeil ist ferner der Verletzung der Standesehrc unter erschwerenden Umständen für schuldig erachtet worden, wett er durch den Selbstmordversuch den Eid gebrochen hat, und ich cann nicht billigen, daß wegen dieses Punktes em ehr^igerichtliches Verfahren eingeleitet worckcn in.
ber Betreffende vor Gott und seinem Gewissen gu verantworten, sie kann aber weder aericht- licher noch ehrengerichtlicher Beurteilung unterliegen, es ei denn, dag besondere Nebenumstäude letzteres er» heischen. Es geht aber unbedingt zu iocit, aus einem bei- aUigen Schritt ein Verschulden wegen Bruches des Fahnen- eides herletten zu »vollen. Ich beftinunc daher, daß die Atten hreruber wegzulegen sind. Dazu gehen der „Deutsch, ^ournalpostz von informierter Seite folgende Atttceibingcn zu: .rer Selbstmordversuch des Grafen Pfeck is: -elvst- oersiaudlich nicht ausschlaggebend für den Ehrenrar ge- wesen, uno nach der ganzen Sachlage charakterisiert er
ch. Bingen, 22. Febr. Das Kreisamt Bingen hat gegen die Schnakenplage eine Verordnung erlassen, in der die Gemeindeverwaltung zu einer planmäßigen und energischen Bekämpfung der Schnakenplage aufgefordert und das Ausbrennen der stehenden Gewässer und der Keller den Grundstückseigentümern zur Pflicht gemacht, den Gemeinden aber die Veranlassung, bezw. Ausführung der Bestimmungen übertragen wird.
Hessen-Nassau.
, P.iJ11 bürg, 23. Febr. (Tel.) In Langendernbach er-
LS”B Nch gestern der Rechnungsführer Schneider von der Spar- und Darlehnskasse aus Unvorsichtigkeit beim Gcwchrreinigen.
Aus hejjcn.
Nus dem Wahlkreis Gießen-Grünberg- Nidda. Der nationalliberale Kandidat Herr Professor Gisevius bittet uns um .Aufnahme folgender Erklärung:
Aus die gestrige Aeußerung des Herrn Parteisekretärs Kuhlmann erttare ich den Wählemi:
Daß ich nach keiner Secke hin, auch nicht dem Bunde der Landwitte gegenüber, schriftliche oder mündliche bindende Erklärungen abgegeben habe.
Die Verwendung hessischer mittlerer Baubeamten im hessisch-preußischen Eisenbahndienst hat nach dem „Darmst. T. Anz." der preußische Minister der öffentlichen Arbeiten durch Erlaß vom 10. Februar auf Anregung des hessischen Finanzministeriums zugelassen.
geeignet erscheinenden Beamten werden von den hessischen Behörden dem Eisenbahnzentralamt in Berlin überwiesen, das sie zur Deckung des bei der preußisch-hessischen Gemein, chafts- oerwaltung eintietenben Personalbedarfs, besonders für die im Großherzogtum Hessen zu projektierenden unb auszuführenden Bauten verwendet. Die Aufnahme der von der Bahn übernommenen Bauaspiranten in die Bewerbeliste für Beamtenstellen unterliegt wie bisher den hierüber bestehenden Vorschriften. Das meckere Bemühen des Ministeriums, Beamte bei den Baugewettsberufs- genossenschaften uni erbringen, wurde von diesen ebenfalls unterstützt unb für einige Vakanzen auch schon um Meldungen von Beamten ersucht. Dagegen hat die Po st be hör de sich dem gleichen Ansinnen des Ministeriums gegenüber ablehnend verhalten.
Wahlkreise Hanau-Gelnhausen-Orb die Zurückeroberung des Wahlkreises für die bürgerlichen Parteien als die Aufgabe der nächsten Reichstagswahl an. Wenn wir auch der Ueberzeugung sind, daß dies Ziel am leichtesten durch die Einigung der bürgerlichen Parteien auf einen rechtsstehenden Kandidaten erreicht werde, fo werden wir, da uns das Wohl des Vaterlandes über oen Parteien steht, uns nie von engherzigen Parteiinteressen leiten lassen. Wir überlassen das weitere Vorgehen in dieser Angelegen- heit vertra^uensvoll dem konservativen Wahlausschuß des
Aus Kalkutta wird gemeldet: Am vorigen Samstag wurde auf der Tigerjagd ein Kulitreiber von einem Tiger schwer verletzt. Der Kronprinz brachte den Verwundeten in seinem eigenen Boot nach dem Militär-Hospital, besuchte ihn täglich und beschenkte ihn freigebig. Im Rückblick auf den letzten Ausflug des deutschen Llronprinzen schreibt „Pionier": Der Kronprinz bekundete großes Interesse für die Verhältnisse Ostbengalens, die von denen der anderen Teile Indiens in vielen Beziehungen abwichen. Auf diesem Teil der Reise standen ihm die besten Kenner des Landes zur Seite. Der wohlgelungene Ausflug nach Ostbengalen bilde einen harmonischen Abschluß der indischen Reife des Kronprinzen.
•• Roheit. Heute nacht wurden die beiden Figuren am Liebig denk mal von roher Hand nut schwarzer Farbr bestrichen.
**DieMaul-und Klauenseuche ist in Hessen noch im Zunehmen begriffen und hat in einzelnen Fällen bereits einen schweren Charakter angenommen. Zur Abwehr und Verhütung sind nach einer halbamtlichen Mitteilung umfassende Vorkehrungen getroffen. Diese werden aber ihren Zweck nur dann erreichen können, wenn sie von allen mit den Tieren in Berührung kommenden Personen, insbesondere aber von den Viehbesitzern selbst (Eigentümern und Viehhändlern usw.) rückhaltlos und nach besten Kräften unterstützt werden. In dieser Beziehung fehlt es offenbar noch vielfach an der nötigen Sorgfalt. e?o sind Fälle aus letzter Zeit bekannt, in denen Viehbesitzer das Auftreten höchst verdächtiger Krankheitssymptome verheimlicht, dadurch die Verbreitung der Seuche gefördert und für ihr Verhalten nur die Entschuldigung gefunden haben, sie hätten nicht gewußt, um was es sich im Fragefall handele. In Zeiten des Auftretens der Seuche ist es bei deren außerordentlichen Verbrettungsgefahr für die heimischen Viehbestände und damit für die Allgemeinheit Pflicht eines jeden Beteiligten, die von den Behörden angeordneten Maßregeln auf das gewissenhafteste zu befolgen, und Pflicht eines jeden Viehbesitzers im besonderen, seine Viehbestände auf das sorgfältigste zu beobacyten und bei Wahrnehmung auch nur verdächtiger Krantheilserschei- nungen unverzüglich die vorgefchrieoeue Anzeige bei der Polizeibehörde zu e r st a t t e n. Unterlassungen ziehen nicht nur empfindcka-e gerichtliche Bestrafung nach sich, sondern belasten auch mit schwerer Verantwortung gegenüber der Allgemeinheit. — Neue Ausbrüche der Seuche sind gemeldet aus: 1. Birkenau, Kreis Heppenheim; 2. Ehol- sing, Bezirksamt Passau, Regierungsbezirk Niederbayern, 3. Ulm, Amtsbezirk Bühl, Baden.
**Jn Amerika verstorbene Hessen. Christian Dippel, 74. Jahre alt, in Newyork; Frau Elisabeth Hust er, 97 Jahre alt, aus Nieder-Saulheim, in Eric. Sie kam vor 50 Jahren mit ihrem schon vor 25 Jahren verstorbenen Gatten nach Amerika mid hinterläßt 43 Enkel und 50 Urenkel; Lorenz Aul, 60 Jahre alt, in Pittsburg; Heinrich Horn, 64 Jahre alt, aus Schlierbach, in Dai;ton; Frau Maria Bayer, verwttwete Winter, aus Alsfeld,' 76 Jahre alt, in Muscatine.
Kreis Büdingen.
_ -l- Büdingen, 21. Febr. Wenn die Absicht, die infolge der wiederholten Aufbrüche in einem fast unpassierbaren Zustand geratene Bahnhofstraße in Kleinpf läster Herstellen zu lassen, zur Ausführung gelangt, wird Büdingen die erste Straßensttecke dieser Pflasterart im Kreise aufweisen. Die Bahnhofsttaße ist Ortsdurchfahrt, weshalb Provinz, Kreis und Gemeinde ihren Anteil an den Kosten zu tragen haben. Der Kreistag hat sich bereits mit der Frage, ob Kleinpflaster zur Anwendung kommen soll, bc- schättigt, und die Bahnhofstraße in Büdingen als Versuchs- strecke vorgesehen. Hoffentlich wird die Herstellung der Sttaße bald vorgenommen. Die Stadt selbst har now schwere Opfer zu bringen, denn sämtliche Straßen bei Innenstadt müssen neu gepflastert werden.
2hter von nahezu 81 Jahren verschieden.
** Aus-em Militär Wochenblatt. Zu Assistenz- Aerzten befördert die Unterärzte der Reserve: Dr. List, Dr. B o st r o e m (Gießen).
** Die Anlage eines Sonderfriedhofs, den die Jsraelttische Religionsgesellschast in unserer Stadt plant, wurde nun auch vom K r e i s a m t a b g e l e h n t. Die Ablehnung wurde damit begründet, daß die Stadt Gießen auf Grund des Gesetzes vom 22. Juli 1905 für ihren Friedhof eine Begräbnis- und Friedhofsordnung erlassen lyat, die die religiösen Anschauungen der Konfessionsgemeinden und religiösen Verbände berücksichtigt, weshalb ein Sonderfriedhof für die eine Minderheit unter den Bürgern bildenden Altjuden überflüssig erscheint. Die Entscheidung weist darauf hin, daß, wenn man dem Anträge entsprechen würde, jede einzelne Religionsgemeinde in Gießen das Recht hätte, sich einen eigenen Friedhof für ihre Verstorbenen anzulegen, so daß der Gemeindefriedhof dann überflüssig sein würde. Selbst wenn man den Sonderfriedhof gestatten würde, würde den Toten die ewige Ruhe nicht garantiert, da nach dem Gesetz feder Friedhof für öffentliche Zwecke enteignet werden kann, den Mitgliedern der israelitischen Religionsgesellschaft aber auch, auf dem städtischen Friedhöfe die Möglichkeit gewahrt ist, ein Erbbegräbnis zu erwerben, das ihnen die Ruhe ihrer Toten gewährleistet, solange die Begräbnisstätte als solche benutzt wird und nicht für andere öffentliche Zwecke davon Gebrauch gemacht werden muß.
** DerKriegerverein Gießen hielt am Dienstag tm Beretnslokal zum Löwen seine Hauptversammlung ab, die von 93 Mitgliedern besucht war. Der erste Vorsitzende, Hauptmann d. L. Gabriel, brachte das Hoch auf Kaiser und Großherzog aus. Aus dem vom Rechner O o r t erstatteten Kassenbericht wurde entnommen, daß das Deretnsvermögen 4360 Mk. beträgt. Nach dem vom ersten Schriftführer Möbus erstatteten Jahresbericht zählte der rtV1 c" ordentliche und 17 Ehrenmitglieder. Der Vor- anschlag für 1911 schließt mit 1680 Mk. in Einnahme und Ausgabe ab. Bei der Vorstaichswahl wurden der 1. Vor- t^enae Gabriel, Schriftführer Möbus und Rechner Dort ora9r§.en- 2?agner als 2. Vorsitzender neu= g-waytt. Als ckiisscyufzmitgiieber gingen aus der Wahl hervor die Herren Möser, Stuhl, Haupt, Waas, Rohleder, 'Sauer, Heß, Rück, Trümpert, Launspach, Welr Dickore, Selzer und Schissnie.
nv eXCJi bic Zrnäyrungvon Kindern wird an p.dem Freitag nachmittag im S ä u a l i n a s y e i m unentgeltlich ärztlicher Rat erteilt. ^Stingsyeim un-
Kreis Lauterbach.
. ,= Lauterbach, 22. Febr. Eine ergötzliche Ge» schach t e passierte dieser Tage in einem kleinen Orte des Schlitzerlandes. Erschien da ein Zigeunerweib in dem Hanse eines Schmiedemeifters, n,m zu betteln, und gewahrte ein krankes Kind in der Wiege. Sie erbot sich den Eltern, das Kind durch Verschreibung eines Teerezeptes zu heilen. Nachdem das Rezept den Eltern ausgehändigt war, bemerkte die Zigeunerin, daß dieses nur dann Wirkung habe, wenn ihr sämtliches Geld, das die Eheleute augenblicklich im Hause hätten, fünf Tage lang zur Auf. bewahrung übergeben würde. Die besorgten Eltern hatten nichts Eiligeres zu tun, als sämtliches vorhandene Geld, im ganzen 130 Mk., der Zigeunerin zu übergeben. Sic versprach, es nach fünf Tagen zurückzubringen. Nach Ab> lauf der fünf Tage erschien die Zigeunerin — nein! der Schmiedemeister bei der Gendarmerie in Schlitz und erstattete Anzeige, daß die Zigeunerin ihr Versprechen nichi gehalten und das Geld nicht zurückgebracht habe, die Gendarmerie möchte ihm wieder zu seinem Gelde verhelfen.
Starkenburg unb Rheinhessen.
m. Offenbach, 22. Febr. Ter Offenbacher Lehrer- herein hat ,ich in einer Versammlung für die Beibehaltung des Schulanfangs um 8 Uhr ausgesprochen unb seine Ansichten m einer NeiolMion zum Ausdruck gebracht, die folgenden Wort- laut hat: ,Der Offenbacher Lehrerverein erklärt sich für den bisherigen Anfang des Unterttchts in den Volksschulen um 8 Uhr und wünscht wieder den bis Herbst 1908 üblichen Schluß be« Vormittagsunterrichts um 10 Minuten vor 12 Uhr. Aus pädagogischen und hygienischen Gründen verwirft er jede Unterricht- stunbe, die mehr als 50 Minuten umfaßt. Ter Unterrichtsan fang 1!tntl£?IrCr3Clrt lö" November bis 15. Februar wieder auf Vs9 Uhr festzusetzen."
2iii5la«d.
In ber französischen Kammer erklärte der Marine- MiNister^bezüglich der Turbinen für Panzerschiffe von 18 000 Tonnen, man hätte damit anfangs großen Aerger und 2^.,Mgel ber Turbinen verkürzen lassen müssen. Die Panzer- icyiffe „Condorcet" und „Voltaire" würben die Versuche wieder auf- nchmen. Er sei überzeugt, baß die Turbckien nunmehr gut funktionieren und hoffe, daß sie iwch vor dem letzten Quartal des Jahres 1911 in Dienst gestellt werden könnten.
Im englischen Unterhaus wurde die erste Lesung der P a r l a m e n t s b i l l unter lautem Beifall der Ministeriellen mit 351 gegen 227 Stimmen angenommen.
Aus London wird gemeldet: Die irische Partei faßte am Dienstag eine Entschließung, in der die Mitglieder erklären, cke bedauerten, aussprechen zu müssen, daß bic Zeck noch nicht gekommen sei, wo sie sich entschließen könnten, gemein)am mit ben übrigen Vertretern ber Untertanen des Königs die Krönung s f e i er zu begehen. Inzwischen drückten bie Mitglieder herzliche Glückwünsche für ben König Georg aus. Sie seien überzeugt, baß das/ irische Bott den König bei seinem Besuche in Irland mit ber herzlichsten Gastfreundschaft empfangen würben.
Die russische R e i ch s d u m a beriet den von 166 Mitgliedern eingebrachten Antrag über die Aushebung i)er Beschränkung des Ansässigkeitsgebietes für Juden. Die Duma beschloß mit 208 gegen 138 Stimmen, sich weder für, noch gegen den Antrag auszu- sprechen und die Frage, ob die Durchführung dieser Maßregel wünschenswert sei, einem Ausschuß zu Übermeisen, weicher binnen Monatsfrist darüber berichten soll.
Aus Tanger toirb gemeldet: Der Doyen des diplomattschen Korps eriuchte El Geb bas, dem Sultan mitzuteilen, daß die N u n g e r s n o t i m L a n d e die Besorgnis gerechtfettigt erscheinen laj>e, dag eine Epidemie in Mogador ausbrcchen werde, da Mele yungetnbe aus der Umgegend nach dieser Stadt zögen. El Gebbas ordnete deshalb an, baß bie Hungerleidenden außerhalb ber Stadt untergebracht werden und erstattete dem Sultan Bericht
Das vom Repräsentantenhause in Washington angenom- ■ o t t enpro gramm enthält Forderungen in Höhe von 34 .'Millionen Dollars, doch wird vermuttt, daß sich die Kosten mfolge der durch den von demotratischer Seite verlangten Acht- stmwen-Tag heroorgerufenen Arbeitsbeschränkung erheblich vergrößern werden. JMeressant an ber vom Repräsentantenhaus angenommenen Bill ist bie Bestimmung, daß Armierungen unb Panzer vom Aus lande beschafft werben könn eit.
Aus StKdt uns Lund.
Gießen, 23. Februar 1911.
— TageZkalender sür Donnerstag, 23. Februar: Gesellschaft für Erb- und Völkerkunde: Vortrag von Dr. Wolf in Frankfurt: Hebet die Korallenriffe ber Südsee. Abends 81/. Uhr in der großen Aula. .
** Richterpersonalien. Der Großherzog Haiden Oberlandesgerichtsrat bei dem Oberlandesgericht in Darmstadt Dr. Friedr. Buff mit Wirkung vom Antritt seiner Stelle als Reichsgerichtsrat seines Dienstes entlassen.


